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Sozialtheorie

Fotografie und Gesellschaft

Phnomenologische und wissenssoziologische Perspektiven (unter Mitarbeit von Niklaus Reichle)

Bearbeitet vonThomas S. Eberle

1. Auflage 2017. Taschenbuch. 456 S. PaperbackISBN 978 3 8376 2861 6

Format (B x L): 15,5 x 24 cmGewicht: 996 g

Weitere Fachgebiete > Kunst, Architektur, Design > Fotografie

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2017-02-21 13-01-05 --- Projekt: transcript.anzeigen / Dokument: FAX ID 0278454045100486|(S. 1- 2) VOR2861.p 454045100494

Aus:

Thomas S. Eberle (Hg.)

Fotografie und GesellschaftPhnomenologische und wissenssoziologische Perspektiven(unter Mitarbeit von Niklaus Reichle)

Mrz 2017, 456 Seiten, Hardcover, zahlr. z.T. farb. Abb., 29,99 , ISBN 978-3-8376-2861-6

Fotografie blieb in den Sozialwissenschaften bislang ein eher unterbelichtetes Thema,obwohl ihre Bedeutung in der Gegenwartsgesellschaft rasant zugenommen hat. Der Bandschliet diese Lcke: mit Analysen nicht nur der Bildinterpretation, sondern auch derfotografischen Handlung selbst sowie der Auseinandersetzung mit Fotos. Die Beitrgerenommierter Autor_innen ber die Fotopraxis von Laien und Professionellen, denbergang von der analogen zur digitalen Fotografie, das Fotografieren mittels Smartphoneund Foto-Apps, die Gebrauchsweisen von Fotografie im Alltag und in den Medien sowiedie Besonderheiten der Bildkommunikation und -interpretation wenden sich nicht nur anSozial-, Medien- und Kulturwissenschaftler_innen, sondern an alle, die sich fr Fotografieinteressieren.

Thomas S. Eberle (Prof. Dr.) ist Co-Leiter des Seminars fr Soziologie an der UniversittSt. Gallen.

Weitere Informationen und Bestellung unter:www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2861-6

2017 transcript Verlag, Bielefeld

2017-02-21 13-01-05 --- Projekt: transcript.anzeigen / Dokument: FAX ID 0278454045100486|(S. 1- 2) VOR2861.p 454045100494

Inhalt

Vorwort | 9

Fotografie und GesellschaftThematische RahmungThomas S. Eberle | 11

ErstEr tEil: FotograFiErEn

Fotografisches HandelnSubjektive ber formung von fotograf ischen Reprsentationen der WirklichkeitNina Baur und Patrik Budenz | 73

Der Akt des FotografierensEine phnomenologische und autoethnograf ische AnalyseThomas S. Eberle | 97

App-FotografieZur Veralltglichung interpretativer Konser vierungPaul Eisewicht und Tilo Grenz | 117

Fotografieren (lassen) in der lebensweltanalytischen EthnografieDas Foto als WissensformMichaela Pfadenhauer | 133

Die Kamera im Dienste soziologischer ObjektivierungPierre Bourdieus fotograf isches ArchivFranz Schultheis | 147

Subversionen des LichtsHelmar Lerskis fotograf ische Krit ik soziologischer Fotograf ieFelix Keller | 163

Der Schweizer Fotograf Herbert MaederEin Meister des Lichts und das immutable mobile-Phnomen in der dokumentarischen Fotograf ieChristoph Maeder | 177

ZwEitEr tEil: BEtrachtEn von Fotos

Als schautest Du mich anDas Foto als PrsenzvehikelRonald Hitzler | 197

Prsenz des Bildes Prsenz im BildBetrachtungen zur Prsenzer fahrungAida Bosch | 213

Zwischen Leben und BildZum biograf ischen Umgang mit Fotograf ienRoswitha Breckner | 229

Digitale Alltagsfotografie und visuelles WissenBernt Schnettler | 241

Slowest MotionDas Foto im FilmJrg Metelmann | 257

DrittEr tEil: ausEinanDErsEtZungEn mit Fotos

Bilder des UnsichtbarenHermeneutik und WahrnehmungHans-Georg Soeffner | 269

Ein amerikanischer Held in Zeiten moderner TechnikOder: das Wunder vom HudsonJo Reichertz und Sylvia Marlene Wilz | 293

Die Wahrheit der BilderAngelika Poferl und Reiner Keller | 305

Ist ein Foto nur ein Foto?Die Fotograf ie als Medium des Gedchtnisses in der Verarbeitung von TraumataAnna Lisa Tota | 317

Techno-ImaginationVilm Flussers Anregungen zur kreativen Interpretation von TechnobildernOliver Bidlo und Norbert Schrer | 331

SelfiesOder: kein fotograf isches Selbstpor trt ohne den AnderenKlaus Neumann-Braun | 343

Die Sichtbarmachung des SoziologischenManfred Prisching | 349

viErtEr tEil: BEitrgE Zur thEoriE DEr FotograFiE

Sehen als kommunikatives Handeln und die FotografieHubert Knoblauch | 367

Fotografie und PhnomenologieZur Methodologie einer wissenssoziologischen KonstellationsanalyseJrgen Raab | 381

Versuch ber eine Rezeptionssthetik der FotografieKonstruktion und Konstitution des fotograf ischen BildesJochen Dreher | 395

Typus, Zeichen und BildprsenzIlja Srubar | 411

Das Lichtspiel der Fotografie als Phnomenologie des BlicksAchim Brosziewski | 425

FnFtEr tEil: aBschlussmEDitation

Momentaufnahmen der ReflexionBernard Langerock und Hermann Schmitz | 437

Autorinnen und Autoren | 451

Fotografie und Gesellschaft Thematische Rahmung

Thomas S. Eberle

Die Fotografie ist in geradezu rasantem Tempo allgegenwrtig geworden. Zum einen begegnen wir in unserem gesellschaftlichen Alltagsleben seit langem berall Fotos: auf Plakaten, in Zeitungen und Illustrierten, auf dem Computer, auf Tablets und Smartphones. Sowohl der ffentliche als auch der private Bereich sind von Fotos durchsetzt, und seit der Verbreitung von Kino, Fernsehen und elektronischen Gerten zunehmend auch von bewegten Bildern, also von Filmen und Videos. An die Ubiquitt von Fotos haben wir uns seit Jahrzehnten gewhnt, das stndige Betrachten von Bil-dern ist uns zur Selbstverstndlichkeit geworden. Zum anderen und dies ist ein neues Phnomen ist auch das Fotografieren selbst allgegenwrtig geworden. Seit der Erfindung der Digitalfotografie, insbesondere seit der Verbreitung des digitalen Fotografierens per Smartphone, scheint mitt-lerweile jedermann zu fotografieren berall auf der Welt begegnen wir Menschen, die ihre Kompaktkamera oder ihr Smartphone zwischen sich und das jeweils Betrachtete halten, Fotos machen und diese anschlieend auf den kleinen Bildschirmen betrachten. Die entsprechenden Gesten und Posen sind universell und transkulturell geworden. So scheint heutzutage beinahe alles fast jederzeit fotografiert oder gar gefilmt zu werden es wird geschtzt, dass tglich weltweit etwa 1,8 Milliarden Fotos aufs Inter-net geladen werden, also ber 20.000 pro Sekunde (Stamm 2015).

Angesichts dieser Entwicklung drngt sich eine vertiefte Auseinander-setzung mit dem Thema Fotografie und Gesellschaft geradezu auf Ak-tualitt und Relevanz stehen auer Frage. So versammelt das vorliegende Buch eine Reihe von Beitrgen namhafter Soziologinnen und Soziologen, die in diesem Bereich versiert sind. Ihnen gemeinsam ist, dass sie vom interpretativen Paradigma ausgehen und ihre Analysen vorwiegend aus einer phnomenologischen oder wissenssoziologischen bzw. sozialkon-struktivistischen Perspektive vornehmen. Angesichts der thematischen Breite des Buchtitels soll dieses Einleitungskapitel nicht nur in den Inhalt des vorliegenden Buchs einfhren, sondern diesen auch etwas umfassen-der rahmen. Wie viele Themen dabei angeschnitten werden knnen, hat bereits Gisle Freund (1976) in ihrem gleichnamigen Buch gezeigt. In unserem Kontext scheinen mir vor allem folgende Fragen relevant:

Thomas S. Eberle12

Erstens, wie hat sich die Fotografie seit ihrer Erfindung in der Gesell-schaft verbreitet?

Zweitens, wie hat sich die Polaritt zwischen Alltagsfotografie und Kunstfotografie entwickelt?

Drittens, warum begann die Soziologie die Wissenschaft von der Ge-sellschaft sich so spt mit Fotografie auseinanderzusetzen?

Viertens, was zeichnet phnomenologische und wissenssoziologische Perspektiven auf Fotografie aus?

Im Anschluss an diese thematische Rahmung wird der Aufbau des Buchs erlutert und der Inhalt der einzelnen Buchkapitel skizziert.

DiE vErBrEitung DEr Fotogr aFiE in DEr gEsEllschaF t

Die Geschichte der Fotografie ist einerseits Technikgeschichte, anderer-seits gesellschaftliche Gebrauchsgeschichte. Beide sind komplex und kn-nen hier nur kursorisch skizziert werden. Beide sind auch auf mannigfal-tige Weise miteinander verwoben, nicht im Sinne einer deterministischen Beziehung, sondern im Sinne eines vielschichtigen Wechselspiels: Die Techniken der Fotoapparate, der Filmentwicklung und schlielich der di-gitalen Speichermedien erffneten Optionen fr vielerlei Gebrauchswei-sen, und diese wiederum weckten Ideen fr technische Weiterentwicklun-gen, die schlielich zum Teil auch realisiert wurden.

Die Erfindung der Fotografie wird in der Regel auf das Jahr 1839 an-gesetzt, als zum einen mit der Daguerreotypie benannt nach ihrem Er-finder Louis J. M. Daguerre in Paris ein modernes Bildaufzeichnungs-verfahren vorgestellt und zum anderen im selben Jahr in Deutschland auch der Begriff Photographie geprgt wurde (vgl. Baatz 2008). In Form der Camera obscura, der Laterna magica und der Camera lucida gab es frhe Vorlufer. Ab 1800 hatte sich eine ganze Reihe von Forschern mit hnlichen Verfahren beschftigt. Zur selben Zeit wie Daguerre, aber unabhngig von ihm, entwickelte der englische Privatgelehrte William Henry Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren. Dieses setzte sich spter durch, weil man vom selben Bild