Free be INVESTOR 90

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    05-Aug-2016
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Aktion: Komplette Ausgabe des be INVESTOR Nr. 90 mit einem umfassenden Schwerpunkt zur aktuellen Goldrally. Ein Übersicht über die bisherigen Ausgaben gibt es hier: http://bit.ly/1fAzgCp Ein Abo (48 Euro/Jahr) gibt es hier: http://bit.ly/1dNNej9

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  • BRSE EXPRESS

    be INVESTOR

    NR. 3550/91

    Jetzt Kaufen? Nach dem Brexit-Votum der Briten schoss der Goldpreis hoch, als ob es kein Morgen gbe. Getrieben vom smartmoney erlebt Gold ein Revival, das allerdings auch Gefahren birgt. Foto: PIERRE VERDY / AFP / picturedesk.com - bearbeitet

    Rckkehr der Gier?SCHWERPUNKT

    GOLD

  • BRSE EXPRESS

    SCHWERPUNKT

    Zuerst waren es nur einige, jetzt kommen sie in Massen.Als der be INVESTOR zuletzt imNovember 2015 ber denneuen Goldrausch berichtete (Ausgabe siehe hier:

    http://bit.ly/1SLijlX) machten erste Gerchte die Runde, dassdas sogenannte smart money sich umorientiert und in denGoldsektor investiert. Die ersten Namen, die auftauchtenwaren Carl Icahn, Multimillardr und durchaus streitbarer In-vestor, den manche auch schonmal als Corporate Raider (Un-ternehmensplnderer) bezeichnet haben. Im August desVorjahres stieg er in groem Stil beim US-Rohstoffunterneh-men Freeport McMoRan ein, das sein Geld unter anderemmitdem Abbau und der Vermarktung von Kupfer und Gold ver-dient. Der zweite Name der im Zusammenhang mit grerenInvestments in Sachen Gold auftauchte war der von StanleyDruckenmiller, seines Zeichens Starinvestor und ehemaligerSoros-Investmentpartner, der mit ihm gemeinsam das briti-sche Pfund in einer legendren Spekulations-Aktion 1992 indie Knie zwang (siehe hier: http://bit.ly/29yVBCx). Von ihmwurde berichtet, dass er knapp ein Drittel einer Milliarde Dol-lar in den iShares Gold-ETF GLD gelenkt hatte. Damit nichtgenug soll er sich bereits im Sommer des Vorjahres an der

    GOLDPREIS

    Die Angst ums Geld, treibt die Giernach Gold auf neue HhenHarald Fercher harald.fercher@boerse-express.com

    Jetzt Gold kaufen? Als Geldanlage feiert dasEdelmetall ein Revival, das sich gewaschenhat. Das smart money drngt ins Goldwie lange nicht. Nach dem Brexit-Votumdrngt die Masse hinterher - eine Gefahr?

    Foto: YOSHIKATSU TSUNO / AFP / picturedesk.com

    1. Gold: Nachfragevernderung bei ETFs (ETPs)

    Zunahme (grn) und Rckgang (rot). Quelle: : Respective ETP providers; Bloomberg; ICE Benchmark Administration; World Gold Council

  • BRSE EXPRESS

    SCHWERPUNKT

    Newmont-Goldmine und an Freeport McMoRan beteiligthaben. Investments die sich zumindest im Fall des Gold ETFund bei Newmont ausgezahlt haben. Allein die Aktie des Gold-minenbetreibers stieg im Jahresabstand bis Ende Juni 2016 umfast 70% - die Freeport-Aktie ist allerdings im gleichen Zeitraumum fast 40% abgeschmiert.Die beiden waren allerdings nur die Vorreiter einerWieder-

    entdeckung des Goldes durch das smartmoney. In der zehntenAuflage ihrer jngst vorgestellten Studie In Gold we trustnennen die beiden Fondsmanager Ronald-Peter Stferle undMark Vanek noch die Namen Paul Singer oder George Soros,die zuletzt massive Goldpositionen aufgebaut haben sollen.Die beiden Gold-Experten von der Fondsboutique Incremen-tum sehen darin ein Indiz dafr, dass sich Gold in den letztenMonaten in der Akkumulationsphase im Sinne der Dow-Theo-rie befand und nun am bergang zur 2. Phase (ffentliche Be-teiligung) steht. Der zweiten Phase folgt in der Dow -Theoriedann eine dritte, die sogenannte Distributionsphase, in der dasInteresse der breitenffentlichkeit wchst. DerMarkt befindetsich dann auf einemHoch und die cleveren Investoren steigenbereits aus (mehr zu Dow-Theorie finden Sie unter anderemhier: http://bit.ly/29khHrq).

    Nachfrage-Explosion bei ETFs. Tatschlich untermauernauch nackte Fakten die Theorie der beiden Goldprofis. In sei-ner regelmig erscheinenden Publikation Gold DemandTrends fr das erste Quartal 2016 schreibt der World GoldCouncil, eine Lobbyorganistaion der Goldminenindustrie, vombesten Jahresstart aller Zeiten. Getriebenwurde die gegenberdem ersten Quartal 2015 um 21% gestiegene Gold-Nachfragevor allem vom Investmentbereich und hier von den ETFs

    2. Zyklus der Marktemotionen

    Quelle: Goldcore, Incrementum AG; Grafik: Incrementum AG

    3. Zyklus der Marktemotionen und der Goldpreis

    Quelle: Federal Reserve St. Louis, Incrementum AG; Grafik: Incrementum AG

    4. Gold: Entwicklung der Nachfrage (in Tonnen)

    2014 2015 Q214 Q314 Q414 Q115 Q215 Q315 Q415 Q116 nderung in %Q1 15 zu Q1 16

    Schmuckindustrie 2.482,00 2,397,5 589,5 591,5 686 596,9 513,7 623,7 663,2 481,9 -19

    Technologie 348,5 333,8 86,6 89,5 89,4 83,3 83,5 82,9 84,1 80,9 -3

    davon Elektronik 277,6 264,3 68,6 71,6 71,8 66,3 65,8 65,5 66,8 63,9 -3

    andere Industrien 51 50,6 13,1 13,0 12,8 12,3 13,0 12,7 12,7 12,4 1

    Zahnrzte 19,9 18,9 4,9 4,9 4,8 4,7 4,8 4,7 4,6 4,5 -4

    Investment 822 895,6 200,1 182,4 169,4 277,9 182,3 230,3 205,2 617,6 122

    Mnzen u. Barren 1.005,60 1.023,90 238,1 223,3 261,5 252,2 205,3 293,7 272,7 253,9 1

    phys. Barren 726,5 739,8 170,8 166,9 186,9 186,6 151,2 199,8 202,2 183,4 -2

    offizielle Mnzen 202,9 212,4 48,8 35,7 54,5 50,2 40,1 72,6 49,5 58,7 17

    Medaillen u.. 76,2 71,7 18,6 20,8 20,1 15,4 14,0 21,3 21,0 11,8 -24ETFs und hnliche Produkte

    -183,6 -128,3 -38,0 -40,9 -92,1 25,6 -23,0 -63,4 -67,6 363,7 >300

    Zentralbanken1 583,9 566,3 157,2 174,9 133,9 112,3 127,2 167,9 158,8 109,4 -3

    Nachfrage ges. 4.236,4 4.193,1 1.033,5 1.038,3 1.078,7 1.070,4 906,7 1.104,7 1.111,3 1.289,8 21

    Goldpreis 2 1.266,4 1.160,1 1.288,4 1.281,9 1.201,4 1.218,5 1.192,4 1.124,3 1.106,5 1.182,6 -3Quelle: Metals Focus; GFMS, Thomson Reuters; ICE Benchmark Administration; World Gold Council; 1: Zentralbanken und hnliche Institutionen, 2: LBMA Goldpreis, US$/oz *For a listing of the

    Exchange Traded Funds and similar products, please see the Notes and definitions,

  • 2300 US-Dollar bis Juni 2018 fest. Die bestehende Kombinationaus offensichtlicher berschuldung, expansiver Fiskal- undGeldpolitik sowie dem eisernen Willen, Preisinflation zu er-zeugen, bleibt fr Gold das stabile Fundament weiterer Kurs-avancen.2300 US-Dollar, das wre vom aktuellen Preis aus betrachtet

    ein satter Zuwachs von rund 70 Prozent - in knapp zwei Jahrenwohlgemerkt. Also JETZT GOLD KAUFEN, wie das Wochen-

    magazin trend (ehemals format) am 24. Juni - exakt amTag als das Brexit-Votum der Inselbewohner offi-

    ziell wurde - titelte? Ein Votum, das denGoldpreis noch einmal beflgelte und ihnschlagartig auf neue Jahreshochs befrdert

    hat. Tatschlich hat sich Gold in den vergangen 15 Jahren alsdurchaus relevantes Investment etabliert. Vor allemwennmandie Goldpreisentwicklung in verschiedenen Whrungen be-trachtet. Dennoch, selbst Goldwar nicht unschlagbar - sowohlim Mittelwert als auch im Durchschnitt gemessen (siehe Ta-belle 7). Besonders interessant und auch einwenig verblffendist das Faktum, dass etwa der heimische ATX auf Tagesbasis als

    BRSE EXPRESS

    SCHWERPUNKT

    (ETPs) und hnlichen Produkten. Ein Investmentbereich, derzuvor seit Beginn des Jahres 2013 - mit einer Ausnahme - vonGeldabflssen gekennzeichnet war, verzeichnete im erstenQuartal einen geradezu explosionsartigen Anstieg an neuemGeld (siehe dazu Grafik 1 bzw. Tabelle 4). Insgesamt flossenmehr als 13,8 Milliarden Dollar in Gold-ETFs einAnstieg vonmehr als 300% gegenber demVer-gleichsquartal des Vorjahres, brigens das Ein-zige seit Beginn 2013 in dem es mehr Zu- alsAbflsse gab. In Tonnen ausgedrckt stiegdie Nachfrage von 25,6 auf 363,7 (Tabelle4).Stferle und Valek jedenfalls glauben

    an einen weiteren Anstieg des Gold-preise. Sie sehen einen ausgeprgtenBullenmarkt und verorten diesennicht nur in technischen Faktorensondern auch in der Marktpsy-chologie: Am Beginn einesBullenmarktes ist das Inte-resse meist uerst gering,es berwiegen berbor-dende Skepsis und Desinte-resse. Dies ndert sich im Zuge desZyklus sukzessive, bis am Ende Euphorieund Kaufpanik vorherrschen. (Siehe dazuGrafik2.) Weiter schreiben sie: Vergleichen wir diesen Senti-ment-Zyklus nunmit demGoldpreis (360-Tage-Schnitt), so er-kennen wir, dass im Vorjahr vermutlich die maximaleFrustration wir sprachen im letzten Goldreport vom Marktals Schmerzmaximierer erreicht wurde. (Siehe Grafik 3)Tatschlich erreichten die Schmerzen Mitte Dezember 2015ihren absoluten Hhepunkt. Exakt war es der 17.12., als derGoldpreis in Dollar gemessen bis auf 1053,03 fiel, gegenberdemHoch vomMai 2011 (Eurokrise - Stichwort Griechenland)ein sattes Minus von fast 45 Prozent. Gegenber jenem Tag,als der be INVESTOR zum letzten Mal ber den neuen Gold-rausch berichtete (siehe oben - Ende November 2015 hier:http://bit.ly/1SLijlX) betrug dasMinus nurmehr 2,3%. Und seit-her ging es bergauf (siehe Chart 5) - plus 26% verzeichnet derGoldpreis seit demErscheinungstag des be INVESTORmit demSchwerpunkt Gold.Bleibt letztlich die Frage, wie es weitergeht? Gut,meinen die

    beiden Experten Stferle und Vanek. Bis Mitte 2018 wird derGoldpreis in US-Dollar gemessen bis auf 2300 steigen.Warum?Eine deutliche Wirtschaftsschwche bzw. ein erneutes Sti-mulationsprogramm (Anm. d. Autors: durch die Fed)mit nochextremerenManahmenwrde die Verunsicherungweiter be-feuern. Von Goldpreis- und Rohstoffanstiegen sowie von Prei-sinflationwre in diesem Falle auszugehen. Undweiter: Wirsind derMeinung, dass innerhalb der nchsten 24Monate sol-che oder hnliche Szenarien mit hoher Wahrscheinlichkeiteintreten werden und halten daher an unserem Kursziel von

    5. Goldpreisentwicklung seit 31.12.2014

    November 2015: Der be INVESTOR schreibt ber den Gold-rausch - Preis damals: rd. 1078 US-Dollar. Quelle: Bloomberg

    6. Goldbesitz der Zentralbanken (Mio. Feinunzen)

    Quelle: Bloomberg

  • BRSE EXPRESS

    SCHWERPUNKT

    einer der ganz wenigen Aktienindizes den Goldpreis outper-formt hat.Unsicherheit ber die knftige Entwicklung derWirtschaft,

    die Angst ums Geld, das angesichts aller lehrbuchmigen Re-geln durch die noch nie dagewesene expansive Geldpolitik(Stichwort Gelddruckmaschine) der Notenbanken, die irgend-wann in eine steigende Inflation fhren muss, entwerte