FwDV 500 – RLP -...

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Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz Seite 1 Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz Empfehlungen für Ausbildung, Ausrüstung und taktische Regeln im ABC-Einsatz Stand: April 2005 Az.: 30 113-1DV.500 Ministerium des Innern und für Sport Innern und für Sport
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    Gefahrstoffkonzept

    Rheinland-Pfalz

    Empfehlungen fr Ausbildung, Ausrstung

    und taktische Regeln im ABC-Einsatz

    Stand: April 2005Az.: 30 113-1DV.500

    Ministerium des Innern und fr Sport

    Innern und fr Sport

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    Das Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz wurdemit Schreiben des Ministeriums des Innern und fr Sportvom 25. April 2005 (Az.: 30 113-1DV.500) den Feuerwehren zur Anwendung empfohlen.

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    Geleitwort zum Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz

    Das Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz ist Grundlage fr eine einheitliche Taktikund Ausrstung sowie sorgfltige Aus- und Fortbildung. Es befhigt die Feuerwehr-Einsatzkrfte im Land, alle Einstze im Zusammenhang mit ABC-Gefahrstoffen zubeherrschen, und gewhrleistet einen sicheren Einsatzablauf.

    Die taktischen Regeln zeigen auf, wie bei Einstzen mit Gefahren durch radioaktiveStoffe und Materialien (A-Einsatz), biologische Stoffe und Materialien (B-Einsatz) undchemische Stoffe und Materialien (C-Einsatz) vorzugehen ist.Des weiteren werden Empfehlungen zur Ausrstung der ABC-Einsatzkrfte gegeben,um diesen einen sicheren und sehr flexiblen Einsatz bei ABC-Gefahren zuermglichen. Dabei werden einerseits den uerst vielseitigen Gefahrenmerkmalenim Einsatz Rechnung getragen, andererseits wird aber auch die Struktur einesFlchenlandes mit berwiegend ehrenamtlichen Krften besonders bercksichtigt.Die Aus- und Fortbildung zielt auf eine ergnzende Fachausbildung vonFeuerwehrangehrigen ab. Grundlage ist die neue Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren. Darber hinaus gehende Anforderungenergeben sich aus der Funktion des Feuerwehrangehrigen auf Spezialfahrzeugeninnerhalb des Gefahrstoffzuges.Das Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz baut auf dem Regelwerk der Feuerwehr-Dienstvorschrift 500 Einheiten im ABC-Einsatz vom 16.09.2003 auf, welche denLndern durch den Ausschuss fr Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutzund zivile Verteidigung (AFKzV) zur Einfhrung empfohlen wurde und bercksichtigtdie bereits bewhrten und etablierten Strukturen im Gefahrstoffbereich sowie dierechtlichen Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der berarbeitung und Anpassung der FwDV 500 wurden dieEmpfehlungen fr die Hilfeleistung der Feuerwehren nach Unfllen mit Gefahrstoffenund bei Brnden mit Freisetzung von Gefahrstoffen (GE-RP) aus dem Jahre 1998,welche zusammen mit der Feuerwehrverordnung die Grundlage fr die technischeAusstattung und die Ausbildung darstellen, in das Gefahrstoffkonzept Rheinland-Pfalz integriert und dem Stand der Technik zukunftsweisend angepasst. Damit isteine Reduzierung der Regelwerke fr den ABC-Bereich gelungen, die denFeuerwehren im Land ein modernes Instrument an die Hand gibt, einheitliche,sichere und effektive Gefahrenabwehrmanahmen vom alltglichen Einsatz bis hinzur Groschadenlage zu ergreifen und diese Einstze erfolgreich zu bewltigen.

    Mainz, im April 2005

    Der Minister des Innern und fr Sportdes Landes Rheinland-Pfalz

    Karl Peter Bruch

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    Inhaltsverzeichnis

    1 Allgemeines 6 1.1 Einsatzgrundstze 7 1.2 Sonderausrstung 7

    2 Einsatzplanung 7 2.1 Einteilung in Gefahrengruppen 7 2.2 Amtliche berwachung und Nachsorge 8 2.3 Atemschutz 9 2.4 Krperschutz 9

    3 Einsatz 14 3.1 Unaufschiebbare Erstmanahmen 14 3.1.1 Gefahren erkennen 14 3.1.2 Absichern der Einsatzstelle 14 3.1.3 Menschenrettung unter Eigenschutz 15 3.1.4 Die Gruppe bei Unaufschiebbaren Erstmanahmen 16 3.1.5 Ausstattungssatz GAMS-Plus 17 3.1.6 Spezialkrfte nachfordern 17 3.2 Fachspezifische Ergnzungsmanahmen 17 3.2.1 Der Gefahrstoffzug Rheinland-Pfalz 18 3.3 Einstze im Rahmen des Zivilschutzes 20 3.3.1 Erkundung von ABC-Gefahren 20 3.3.2 Dekontamination 20 3.4 Einheiten im ABC-Einsatz 21 3.4.1 Die Gefahrstoffgruppe im ABC-Einsatz 21 3.4.2 Der Gefahrstoffzug im ABC-Einsatz 22 3.4.3 Einsatzleiter 22 3.4.4 Abschnittsleiter 22 3.4.5 Unterabschnitt: Gefahrenabwehr 23 3.4.6 Unterabschnitt: Sichern 25

    4 Taktische Regeln im A-Einsatz 27 4.1 Aufgaben 27 4.2 Einsatzgrundstze 27 4.3 Einsatz-Richtwerte 27 4.4 Taktische Schutzmanahmen 28 4.5 Sonderausrstung fr den A-Einsatz 29 4.5.1 Umfang der Sonderausrstung 29 4.5.2 Umfang der Sonderausrstung auf Gemeindeebene 30 4.6 Gefahrenbereich 30 4.7 Strahlenschutzberwachung 30 4.8 Umgang mit kontaminationsverdchtigen Personen 31 4.9 bergabe der Einsatzstelle 31

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    5 Taktische Regeln im B-Einsatz 32 5.1 Aufgaben 32 5.2 Einsatzgrundstze 32 5.3 Schutzbekleidung fr den B-Einsatz 33 5.4 Gefahrenbereich 33 5.5 Umgang mit kontaminationsverdchtigen Personen 34 5.6 Umgang mit kontaminationsverdchtigen Tieren 34 5.7 Umgang mit kontaminationsverdchtigen

    Gegenstnden34

    6 Taktische Regeln im C-Einsatz 34 6.1 Aufgaben 34 6.2 Einsatzgrundstze 35 6.3 Einsatzplanung mit C-Gefahrenpotential 35 6.4 Stoffidentifikation und Stoffeigenschaften 36 6.5 Gefahrenbereich 37 6.6 Schutzbekleidung im C-Einsatz 37

    7 Dekontamination 38 7.1 Aufgaben 38 7.1.1 Not-Dekon: Notdekontamination von Personen 38 7.1.2 Dekon-Stufe I. Allgemeine Einsatzstellenhygiene 38 7.1.3 Dekon-Stufe II: Standard-Dekontamination 39 7.1.4 Dekon-Stufe III: Erweiterte Dekontamination 39 7.2 Einsatzgrundstze 39 7.3 Schutzbekleidung fr den Dekon-Einsatz 40 7.4 Dekon-Platz 41 7.5 Dekontaminationsverfahren im A-Einsatz 42 7.6 Dekontaminationsverfahren im B-Einsatz 42 7.7 Dekontaminationsverfahren im C-Einsatz 43

    8 Aus- und Fortbildung 44 8.1 Fachausbildung auf Kreisebene 45 8.2 Fachlehrgnge an der LFKS 45 8.3 Funktionsbezogene Ausbildung der ABC-Einsatzkrfte 47

    Anlage A Gefahrengruppen I A II A III A und Kennzeichnung 49Anlage B Gefahrengruppen I B II B III B und Kennzeichnung 51Anlage C GAMS-Plus (Ausstattungssatz zur Untersttzung der

    Unaufschiebbare Erstmanahmen)52

    Anlage D Musterstundenplan CSA-Gertetrger-Ausbildung 53Glossar 54

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    1 Allgemeines

    Grundstzlich bilden die Einsatzkrfte der Feuerwehr einen Personenkreis, der nuraufgrund eines Schadenereignisses im Einzelfall einer vorher nicht bekanntenAnzahl, Art und Menge an Gefahrstoffen ausgesetzt sein kann.

    Feuerwehrangehrige sind keine beruflich strahlenexponierten Personen im Sinneder Strahlenschutzverordnung (StrlSchV).

    Die Funktionsbezeichnungen gelten sowohl fr weibliche als auch fr mnnlicheFeuerwehrangehrige.

    Neben den Feuerwehr-Dienstvorschriften sind unter anderem folgende rechtlicheGrundlagen und Empfehlungen in der jeweils gltigen Fassung zu beachten:

    - Landesgesetz ber den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und denKatastrophenschutz (LBKG),

    - Feuerwehrverordnung (FwVO) Rheinland-Pfalz,- Rahmen-Alarm- und Einsatzplan Gefhrliche Stoffe (RAEP GS),- Leitlinien fr die Strahlenmesseinheiten der Feuerwehr und Einrichtung und

    Betrieb des Sammelplatzes in der Umgebung kerntechnischer Anlagen inRheinland-Pfalz,

    - Rahmenempfehlungen zur Errichtung und Betrieb von Notfallstationen (RE-NFS),

    - Empfehlungen zur Einsatztaktik beim Gefahrstoffnachweis fr den AC-Bereich,

    - Zivilschutzneuordnungsgesetz (ZSNeuOG),- Atomgesetz (AtG),- Strahlenschutzverordnung (StrlSchV),- Biostoffverordnung (BioStoffV),- Gefahrstoffverordnung (GefStoffV),- Unfallverhtungsvorschriften (UVV),- Normen und einschlgige Regeln der Technik.

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    1.1 EinsatzgrundstzeVon den ABC-Gefahrstoffen knnen die Gefahren der Inkorporation, derKontamination und der gefhrlichen Einwirkung von auen ausgehen. Zum Schutzder Einsatzkrfte im Einsatz sind daher folgende Grundstze zu beachten:

    Grundsatz 1: Eine Inkorporation ist auszuschlieen.

    Grundsatz 2: Eine Kontamination ist zu vermeiden, zumindest ist sie sogering wie mglich zu halten.Eine Kontaminationsverschleppung ist zu verhindern.

    Grundsatz 3: Jede Einwirkung von Strahlungsenergie ist so gering wiemglich zu halten.Jede gefhrliche Einwirkung von mechanischer Energie ist zuverhindern.

    Die Zahl der Einsatzkrfte im Gefahrenbereich ist so gering wie mglich zu halten.Bei Verletzungen sind Einsatzkrfte aufgrund der Inkorporationsgefahr unverzglichabzulsen und rztlicher Versorgung zuzufhren. Bei unvorhergesehenenEreignissen (z.B. Explosion) sammeln sich alle Einsatzkrfte grundstzlich an ihremFahrzeug, eingesetzte Trupps im Gefahrenbereich am Dekon-Platz. ZumEigenschutz der Einsatzkrfte ist der Rettungsdienst frhzeitig einzubinden.

    1.2 SonderausrstungZur Bekmpfung von Schadenfllen in Verbindung mit ABC-Gefahrstoffen und derenBeseitigung bentigen die Feuerwehren neben der allgemeinen Ausrstung eineSonderausrstung. Die Sonderausrstung darf nur von den dafr zustzlich ausge-bildeten Einsatzkrften eingesetzt werden.Die Sonderausrstung besteht aus der persnlichen Sonderausrstung undsonstigen Sonderausrstung. Die persnliche Sonderausrstung besteht ausAtemschutz, Krperschutz, Dosismess- und -warngerten. Die sonstigeSonderausrstung besteht aus Mess- und Nachweisgerten, sonstigen Gerten undMaterialen.Die Sonderausrstung ist sorgfltig zu behandeln, zu warten und regelmig zuprfen. Prffristen nach Herstellerangaben sind zu beachten. Zur turnusgemenberprfung z.B. zur Sicht- und Funktionskontrolle sind die Gertewarte besonderszu qualifizieren.

    2 Einsatzplanung

    2.1 Einteilung in GefahrengruppenBereiche mit A- und B-Gefahrstoffen werden fr die Einsatzvorbereitungentsprechend den durchzufhrenden Manahmen in drei Gefahrengruppen eingeteilt(siehe Anhnge A und B):Gefahrengruppe I:Bereiche, in denen die Einsatzkrfte ohne Sonderausrstung ttig werden drfen.Zur Vermeidung von Inkorporation soll jedoch Atemschutz getragen werden.

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    Allgemeine Verhaltensregeln fr den Einsatz in Industrieanlagen oder Laboratoriensind zu beachten.

    Gefahrengruppe II:Bereiche, in denen die Einsatzkrfte nur mit Sonderausrstung und unterbesonderer berwachung und Dekontamination/Hygiene ttig werden drfen.

    Gefahrengruppe III:Bereiche, in denen die Einsatzkrfte nur mit Sonderausrstung und unterbesonderer berwachung und Dekontamination/Hygiene ttig werden drfen undderen Eigenart die Anwesenheit einer fachkundigen Person notwendig macht, dieeine whrend des Einsatzes entstehende Gefhrdung beurteilen kann und dieanzuwendenden Schutzmanahmen empfehlen kann.

    TransporteTransporte von gefhrlichen Gtern werden durch besondere Vorschriftenklassifiziert und gekennzeichnet. Die vorbereitende Einteilung in Gefahrengruppen isthier im Einzelfall nicht mglich. Bei Einstzen im Zusammenhang mit Transporten ist deshalb grundstzlichzunchst wie bei Einstzen in Bereichen der Gefahrengruppe II zu verfahren.

    FachberaterFr die Vorbereitung und Durchfhrung von Feuerwehreinstzen sollen zur Beratungoder Mitwirkung sachverstndige Stellen und fachkundige Personen herangezogenwerden, die aufgrund ihrer besonderen Fachkenntnisse, Ausrstungen, Einricht-ungen oder sonstiger Mittel in der Lage sind, den Feuerwehreinsatz zu untersttzen.Fr ABC-Einstze sollen Fachberater in der Feuerwehr ergnzend ausgebildet undplanerisch bercksichtigt werden (RAEP Gefhrliche Stoffe).Fr den Bereich der Gefahrengruppe II und III sind Feuerwehreinsatzplne zuerstellen.

    2.2 Amtliche berwachung und NachsorgeEinstze im Zusammenhang mit ABC-Gefahrstoffen sind zu dokumentieren.Einsatzkrfte, die in ABC-Gefahrenbereiche eingesetzt worden sind, sindnamentlich zu erfassen.Verletzungen jeglicher Art, auch Bagatellverletzungen sowie die jeweiligenPersonendosis-Werte sind zu dokumentieren. Die Dokumentation ist zusammen mitdem Einsatzbericht mindestens 30 Jahre, bei krebserregenden Stoffen bis zumAusscheiden des Feuerwehrangehrigen aus der Feuerwehr aufzubewahren.Danach ist der Auszug dem Betreffenden auszuhndigen. DerAufgabentrger/Arbeitgeber hat eine Kopie des ausgehndigten Auszuges wiePersonalunterlagen aufzubewahren.Einsatzkrfte, die whrend des Einsatzes mit A-Gefahrstoffen eine Dosis ab 15 mSverhalten haben, sind rztlich zu berwachen. Diese kann im Rahmen einerregelmigen Untersuchung geschehen.

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    Bei Verdacht einer Inkorporation oder Erhalt von mehr als 100 mSv hat derEinsatzleiter unverzglich nach Beendigung des Einsatzes dafr zu sorgen, dass diebeteiligten Einsatzkrfte einem ermchtigten Arzt vorgestellt werden. Kontaminationist zu dokumentieren, wenn diese die ungeschtzte Haut der Einsatzkraft betrifft.hnliches gilt fr Einsatzkrfte, die mit sensibilisierenden, krebserregenden underbgutverndernden Stoffen in Berhrung gekommen sind oder in Bereichen derbiologischen Gefahrengruppe III B ttig wurden.Vorhandene Unterlagen ber den Einsatz mit Angabe des beteiligten ABC-Gefahrstoffs sind dem Arzt zur Verfgung zu stellen. Die Unterlagen sindanschlieend gemeinsam mit den Einsatzunterlagen aufzubewahren. Treten in derFolgezeit eines Einsatzes bei Einsatzkrften Erkrankungen auf, die mit den ABC-Gefahrstoffen in Zusammenhang stehen knnten, sind alle beteiligten Personenerneut einem ermchtigten Arzt vorzufhren. Die Unterlagen ber den Einsatz sindihm zur Verfgung zu stellen.

    2.3 AtemschutzFr den sicheren ABC-Einsatz sind geeignete Atemschutzgerte notwendig. Dabeiist ber die Einsatzgrundstze der FwDV 7 hinaus besonders zu beachten:

    Filtergerte:Der Einsatz der Filter muss auf die Art und Konzentration der Schadstoffeabgestimmt sein.

    Behltergerte:Behltergerte sind unter isolierenden Schutzanzgen (z.B. Chemikalienschutz-anzgen) nur hchstens 30 Minuten einzusetzen, auch wenn das Behltergertlngere Einsatzzeiten zulassen wrde! Der Einsatz ist so zu planen, dass fr eine Dekontamination ausreichend Atemluft imGert verbleibt. Die Einsatzzeit von 30 Minuten kann vollstndig ausgenutzt werden,wenn der verwendete Krperschutz und die vorhandenen ABC-Gefahrstoffe amDekon-Platz einen Wechsel auf Atemfilter oder Fremdeinspeisung zulassen.

    Regenerationsgerte sind fr den Gefahrstoffeinsatz nicht geeignet!

    2.4 KrperschutzAls Krperschutz fr den sicheren ABC-Einsatz ist eine geeignete Schutzbekleidungerforderlich, die ber die Anforderungen der persnlichen Schutzausrstunghinausgeht. Grundstzlich ist bei der Verwendung von Schutzbekleidung auf dieZulassung fr den Feuerwehrbereich im Allgemeinen und fr den jeweiligenGefahrenbereich sowie die Bestndigkeit des Materials gegenber dem ABC-Gefahrstoff im Besonderen zu achten. Dies sind beispielsweise:

    - Einmalhandschuhe bzw. Chemikalienschutzhandschuhe,- Gummistiefel,- Kontaminationsschutzbekleidung bzw. spezielle- Wrmeschutz- und Klteschutzbekleidung

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    Zustzlich zum Schutz gegen die Kontaminationsgefahr ist auf ausreichenden Schutzgegenber mechanischer Belastung zu achten, insbesondere im Bereich der Hnde.Da die Schutzbekleidung beim Verlassen des Gefahrenbereichs abgelegt werdenmuss, ist Ersatzbekleidung in ausreichender Anzahl bereitzuhalten.

    Der Krperschutz wird nach den Formen 1 bis 3 unterschieden:

    Krperschutz Form 1Die Form 1 schtzt ausschlielich gegen eine Kontamination mit festen Stoffen undstellt einen eingeschrnkten Spritzschutz dar. Sie ist weder flssigkeits- nochgasdicht. Die Form 1 besteht aus der Schutzbekleidung zur Brandbekmpfung undeiner Schutzhaube zur Abdeckung freier Stellen im Hals-/Kopf-Bereich. EineKontaminationsschutzhaube ist hier besonders geeignet. Ergnzend wird das Tragenvon Chemikalienschutzhandschuhen und Gummistiefeln empfohlen. Im ABC-Einsatz ist die Form 1 durchgngig zu tragen, wenn das thermische Risikohher zu bewerten ist als eine mgliche Kontamination. In diesem Fall sindChemikalienschutzhandschuhe und Gummistiefel gegen thermisch bestndigeHandschuhe und Stiefel zu tauschen.

    Abbildung 1: Beispiel einer Krperschutzform1 mit Kontaminationsschutzhaube, mechanischbelastbaren Chemikalienschutzhandschuhensowie Gummistiefeln fr den C-Einsatz

    Abbildung 2: Beispiel eines geeignetenAugenschutzes mit seitlichem Spritzschutzbei Einsatz ohne Vollmaske

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    Krperschutz Form 2Die Form 2 schtzt ausschlielich gegen eine Kontamination mit festen und begrenztauch mit flssigen Stoffen (spritz- und sprhdicht). Sie stellt einen erweitertenKontaminationsschutz dar, ist aber nicht gasdicht. Sie ist fr alle Einsatzsituationenzulssig, in denen nicht zustzliche Gefahren das Tragen der Form 3 notwendigmachen. Es besteht fr den Trger weiterhin Gefahren der Kontamination undInkorporation bei gefhrlichen Gasen und Dmpfen.

    Abbildung 3: Beispiel einer KrperschutzForm 2 fr den A-Einsatz: Kontaminations-schutzanzug nach EN 1073 Teil I und IImit mechanisch belastbaren Chemikalien-schutzhandschuhen sowie Gummistiefel

    Abbildung 4: Beispiel einer KrperschutzForm 2 fr den B- und C-Einsatz: Spritz- undsprhwasserdichte leichte Chemikalien-schutzkleidung Typ 3 nach EN 466 mitmechanisch belastbaren Chemikalienschutz-handschuhen sowie Gummistiefel

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    Die Form 2 besteht aus einem Schutzanzug, der anstelle des Feuerwehrschutz-anzuges getragen wird. Im ABC-Einsatz ist die Form 1 durchgngig zu tragen, wenndas thermische Risiko hher zu bewerten ist als das Risiko durch eine mglicheKontamination.

    Bei Infektionsgefahren sind die bergnge zu Atemanschluss, Handschuhen undStiefeln zustzlich z.B. mit geeignetem Klebeband abzudichten.

    Unter dem Anzug ist geeignete ganzkrperbedeckende Bekleidung zu tragen.

    Abbildung 5: Beispiel fr eine geeigneteganzkrperbedeckende Unterbekleidung fr dieKrperschutz Form 2 und 3

    Abbildung 7: Flinge

    Abbildung 6: Baumwoll-Unterziehhandschuheoder Einmalhandschuhe

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    Krperschutz Form 3Die Form 3 schtzt gegen eine Kontamination mit festen, flssigen und gasfrmigenStoffen. Sie ist einzusetzen, wenn Gefahren durch ABC-Gefahrstoffe einenumfassenden Schutz erforderlich machen.

    Unter dem Anzug ist geeignete ganzkrperbedeckende Bekleidung zu tragen.

    Chemikalienschutzanzge (CSA) sind in der Regel nur unzureichend gegen hoheTemperaturen (Brnde, Heidampf) oder tiefe Temperaturen (verflssigte Gase)bestndig. Anzge knnen brechen, schmelzen oder an Bestndigkeit verlieren. ImABC-Einsatz ist die Form 1 durchgngig zu tragen, wenn das thermische Risikohher zu bewerten ist als das Risiko durch eine mgliche Kontamination.

    Abbildung 9: Beispiel fr eine KrperschutzForm 3: Gasdichter CSA Typ 1b-ET nach EN943 mit auenliegender Atemluftversorgungber Pressluftatmer.

    Abbildung 8: Beispiel fr eine KrperschutzForm 3: Gasdichter CSA Typ 1a-ET nach EN943 mit innenliegender Atemluftversorgungber Pressluftatmer.

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    3 Einsatz

    Der ABC-Einsatz gliedert sich in Unaufschiebbare Erstmanahmen undFachspezifische Ergnzungsmanahmen der Feuerwehr. Weitere Manahmen, insbesondere zur Folgenbeseitigung, haben in der RegelFachbehrden (z. B. Gewerbeaufsichtsamt, Wasserbehrde, Umwelt- und Gesund-heitsbehrde, bei Gefahr im Verzug ggf. auch die Ordnungsbehrde) zu veranlassen.Hierzu gehren unter anderem das Sicherstellen sowie Entsorgen der Gefahrstoffeund des kontaminierten Materials, das Ausheben und Beseitigen entsprechendbeaufschlagten Erdreichs, die Freigabe der Einsatzstelle und evtl. noch notwendigeberwachungsmanahmen. Diese Manahmen werden nicht im Rahmen derGefahrenabwehr und Zustndigkeit der Feuerwehr durchgefhrt. Die zustndigeBehrde kann die Feuerwehr im Rahmen der Amtshilfe hinzuziehen.

    3.1 Unaufschiebbare Erstmanahmen Im Rahmen ihrer Mglichkeiten haben die rtlich zustndigen Feuerwehren Unauf-schiebbare Erstmanahmen entsprechend der GAMS-Regel durchzufhren:

    Gefahren erkennenAbsichern der EinsatzstelleMenschenrettung unter EigenschutzSpezialkrfte nachfordern

    3.1.1 Gefahren erkennenEine gezielte ABC-Gefahrenabwehr ist nur mglich, wenn die Gefahren, die vonABC-Gefahrstoffen ausgehen hinreichend bekannt sind. Zur eindeutigen Stoff-identifikation und Klrung der Eigenschaften vorhandener Stoffe und der von ihnenausgehenden Gefahren, mssen die Einsatzkrfte alle ihnen zur Verfgungstehenden Informationsmglichkeiten nutzen. Fr eine zeit- und personaleffektive Stoffrecherche sind die Feuerwehrleitstellen bzw.Feuerwehreinsatzzentralen in die Ermittlungsaufgaben einzubeziehen.

    3.1.2 Absichern der Einsatzstelle

    GefahrenbereichOhne nheres Erkundungsergebnis ist zunchst ein Gefahrenbereich von 50m imUmkreis vom Schadensobjekt anzunehmen und abzusperren.Zutritt grundstzlich nur fr Einsatzkrfte mit persnlicher Sonderausrstung!Dabei sind bei der Festlegung der Grenzen bezglich der mglichen Ausbreitung dieStoffeigenschaften, Witterungsverhltnisse, Bebauung und Gelndebeschaffenheitzu bercksichtigen. Bereiche mit Verdacht auf Kontamination sind in den Gefahren-bereich mit einzubeziehen.

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    AbsperrbereichFr nachrckende Krfte ist ausreichend Bewegungsflche vorzusehen undabzusichern.

    Absichern der Einsatzstelle gegen BrandgefahrenIst die Art des Stoffes nicht nher bekannt, ist der Brandschutz mglichst mit Wasserund Schaum sicherzustellen. Die Lschmittel sind an der Absperrgrenze einsatz-fhig bereitzustellen. Der vorgehende Trupp nimmt zur Eigensicherung einenPulverlscher in den Gefahrenbereich mit.

    Absichern der Einsatzstelle gegen AusbreitungsgefahrNach Mglichkeit ist eine Ausbreitungsgefahr durch einfache Auffang-, Eindmm-und Abdichtmanahmen (z. B. Dichtsetzen von Kanaleinlufen) einzuschrnken. EinKontakt mit dem ABC-Gefahrstoff ist dabei auszuschlieen.

    3.1.3 Menschenrettung unter EigenschutzUnter besonderer Bercksichtigung des Eigenschutzes ist die Menschenrettung ausdem Gefahrenbereich durchzufhren. Nach Entscheidung des Einsatzleiters knnenEinsatzkrfte zunchst ohne vollstndige Sonderausrstung vorgehen, sofern diesmit vertretbarem Risiko mglich ist. Sie sind jedoch mindestens mit umluft-unabhngigem Atemschutz und der Feuerwehr-berjacke nach Hupf T1auszursten; eine Not-Dekon ist einzurichten.

    Abbildung 10: Schematische Darstellung der ABC-Einsatzstelle bei Unaufschiebbaren Erstmanahmen.Gefahrenbereich mit 50 m - Sicherheitsabstand zum ausgetretenen Gefahrstoff unter Bercksichtigungder Windrichtung; Absperrbereich als Aufstell- und Bewegungsflche fr die Einsatzkrfte.

    50m

    Gefahrenbereich

    Absperrbereich

    Wind

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    Bereiche der Gefahrengruppe III mit Anlagen nach 6,7 und 9 Atomgesetz bzw.der biologischen Gefahrengruppe III drfen ohne Anwesenheit des zustndigenStrahlenschutzbeauftragten oder fachkundigen Strahlenschutzverantwortlichen bzw.zustndigen Erlaubnisinhaber nach Infektionsschutzgesetz auf keinen Fall auchnicht zur Rettung von Menschenleben betreten werden. Ausnahmen davon sinddurch eine vorherige Einsatzplanung festzulegen.

    Bei der Ausbreitung luftgetragener Gefahrstoffe im Freien entscheidet derEinsatzleiter je nach Gefahrenlage, betroffene Personen unter gewissen Schutzvor-kehrungen im Gefahrenbereich zu belassen oder diesen zu rumen. Der Schutzdurch Gebude kann hier vllig ausreichend sein. In diesem Fall sind Fenster undTren zu schlieen, Klima- und Lftungsanlagen sind auszuschalten.Auf eine Rumung kann verzichtet werden, wenn die Gefhrdung durch den Stoffauerhalb des Gebudes grer einzuschtzen ist als im Gebude. Eine Rumung des Gefahrenbereichs erfolgt in jedem Fall

    - bei Explosionslagen oder- bei Gefahrstoffaustritten im Gebude.

    3.1.4 Die Gruppe im Einsatz bei Unaufschiebbaren Erstmanahmen:

    Abbildung 11: Beispiel einer Menschenrettung nach GAMS

    MaGF

    S-Tr

    A-Tr

    W-Tr

    Sicherheitstrupp

    Gefahrenbereich

    WindMe

    50m

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    Die Aufgaben innerhalb der Gruppe bei Unaufschiebbaren Erstmanahmen gliedernsich analog der FwDV 4:

    Der Gruppenfhrer legt in einem ersten Entschluss den Gefahrenbereich fest.Er erkundet auerhalb des Gefahrenbereichs. Er leitet den Einsatz seiner Gruppeund ist dafr verantwortlich, dass der Gefahrenbereich nicht ohne persnlicheSonderausrstung betreten und nicht ohne geeignete Dekontamination verlassenwird.

    Der Melder arbeitet nach Weisung des Gruppenfhrers.

    Der Maschinist hilft den Trupps beim Entnehmen der Gerte, bedient die Aggregateund hilft beim Anlegen der befohlenen Schutzausrstung.

    Der Angriffstrupp rstet sich mit der befohlenen Schutzausrstung aus, rettet undsteht dem Gruppenfhrer bei der Erkundung und fr weitere UnaufschiebbareErstmanahmen zur Verfgung.

    Der Wassertrupp wird Sicherheitstrupp. Er sichert auf Befehl des Gruppenfhrersdie Einsatzkrfte und betroffenen Personen an der Einsatzstelle vor mglichenGefahren.

    Der Schlauchtrupp markiert mit dem Verteiler auf Befehl des Gruppenfhrers denGefahrenbereich und baut anschlieend den Lschangriff auf. Er stellt alleerforderlichen Gerte an der Absperrgrenze zum Gefahrenbereich fr denAngriffstrupp bereit.

    3.1.5 Ausstattungssatz GAMS-PlusZur Verringerung des Risikos und Erweiterung der Mglichkeiten bei Unaufschieb-baren Erstmanahmen ist der Ausstattungssatz GAMS-Plus geeignet.In jeder Gemeinde ist als Mindestausstattung ein Ausstattungssatz zur Untersttzungder Unaufschiebbaren Erstmanahmen (GAMS-Plus) vorzuhalten. Die Mindestausstattung ist im Anhang C beschrieben.

    3.1.6 Spezialkrfte nachfordernFr die Durchfhrung der Fachspezifischen Ergnzungsmanahmen istinsbesondere der Gefahrstoffzug einzusetzen. Fr Zusatzgefahren sind ggf. externeSpezialkrfte anzufordern.

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    3.2 Fachspezifische ErgnzungsmanahmenManahmen, die ber die Unaufschiebbaren Erstmanahmen hinausgehen und denEinsatz von Sonderausrstung erforderlich machen, werden als FachspezifischeErgnzungsmanahmen bezeichnet. Diese werden durch dafr zustzlichausgebildete ABC-Einsatzkrfte der Gemeinden oder Kreise (Gefahrstoffzge) mitUntersttzung der rtlichen Einheiten durchgefhrt.Die Aufgaben umfassen im Wesentlichen

    - die Gefahrenabwehr im Gefahrenbereich,- Sicherungsmanahmen im Absperrbereich und- die Dekontamination

    3.2.1 Der Gefahrstoffzug Rheinland-PfalzDer Gefahrstoffzug wird im ABC-Einsatz aus Fahrzeugkomponenten der allgemeinenAusrstung der Feuerwehr und speziellen Gefahrstoffkomponenten zusammen-gezogen.Der Gefahrstoffzug Rheinland Pfalz (GSZ-RP) setzt sich zusammen aus:

    - einem Fhrungstrupp mit Einsatzleitwagen ELW (DIN 14507); ELW 1 wird aus der Vorhaltung der Gemeinden oder ggf. ELW 2 des Landkreises beigestellt. - einem Gertetrupp mit Gertewagen Gefahrgut GW-G (TR 1)*- einer Dekonstaffel mit Mehrzweckfahrzeug Dekontamination MZF-Dekon (TR 5)**- einem Messtrupp mit Gertewagen Messtechnik GW-Mess (TR 7)- einer Gefahrstoffstaffel mit Mehrzweckfahrzeug-Gefahrstoff MZF-G (TR 5 mit Beladung gem TR1)

    (* alternativ: GW-G nach DIN 14555-12, Stand 2005). Dies hat kein Einfluss auf die Vorhaltung einesMZF-Dekon)(** alternativ: Dekon-P-LKW (BUND) mit Ergnzungsausstattung fr Dekon-Stufe I und II)

    Die ABC-Erkundungskraftwagen (BUND) ergnzen die Ausstattung der Gefahrstoff-zge bei Einstzen greren Umfangs oder nach Lage.

    Fhrungstrupp mit Einsatzleitwagen ELW Der Einsatzleitwagen dient der Abschnittsleitung ABC als Fhrungsmittel, zurBeschaffung und Bewertung von Stoffinformationen sowie zur Planung undBereitstellung von ABC-Einsatzkrften.Der Einsatzleitwagen nimmt den Fhrungstrupp (1/1/2/4) auf.

    Gertetrupp mit Gertewagen Gefahrgut GW-G (RP)Der Gertewagen Gefahrgut dient dem Gertetrupp zur Bereitstellung von Gertenzum Auffangen, Umfllen und Abdichten von Gefahrstoffen sowie von persnlicherSonderausrstung B und C fr eine Gruppe (6 Einsatzkrfte). Die Beladung istidentisch mit der Beladung des Mehrzweckfahrzeuges Gefahrstoffe MZF-G.Der Gertewagen Gefahrgut nimmt den Gertetrupp (1/2/3) auf.

    Dekonstaffel mit Mehrzweckfahrzeug Dekontamination MZF-Dekon (RP)Das Mehrzweckfahrzeug Dekontamination dient der Dekonstaffel zum Aufbau undBetrieb eines Dekon-Platzes der Dekon-Stufe II (ggf. III) fr den Kontaminationsnach-

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    weis im A-Einsatz, Desinfektionsmanahmen im B-Einsatz sowie die Grobreinigungvon Schutzkleidung und Gert im C-Einsatz. Das Fahrzeug fhrt darber hinaus die persnliche Sonderausrstung und sonstigeSonderausrstung fr den A-Einsatz fr eine Gruppe (6 Einsatzkrfte) mit und dientder Nachschub-Logistik.Das Mehrzweckfahrzeug Dekontamination nimmt die Dekonstaffel (1/5/6) auf.

    Messtrupp mit Gertewagen Messtechnik GW-Mess (RP)Der Gertewagen Messtechnik dient dem Messtrupp zum Festlegen, Markieren undAbsperren des Gefahrenbereichs (interne Messung) sowie zum Spren, Messen undder Probenahme (externe Messung). Das Fahrzeug fhrt die persnliche Sonder-ausrstung und sonstige Sonderausrstung fr den A-Einsatz fr eine Gruppe(6 Einsatzkrfte) mit. Zudem stellt es die Mess- und Nachweisgerte fr den C-Einsatz einschlielich erforderlicher Schutzkleidung fr einen Messtrupp bereit.Der Gertewagen Messtechnik nimmt den Messtrupp (1/2/3) auf.

    Gefahrstoffstaffel mit Mehrzweckfahrzeug Gefahrstoffe MZF-G (RP)Das Mehrzweckfahrzeug Gefahrstoffe dient der Gefahrstoffstaffel zur Bereitstellungvon Gerten zum Auffangen, Umfllen und Abdichten von Gefahrstoffen sowie vonpersnlicher Sonderausrstung B und C fr eine Gruppe (6 Einsatzkrfte). DieBeladung ist identisch mit der Beladung des Gertewagens Gefahrstoffe GW-G.Zudem dient das Fahrzeug der Nachschub-Logistik.Das Mehrzweckfahrzeug Gefahrstoffe nimmt die Gefahrstoffstaffel (1/5/6) auf.

    ZF Zugfhrer GF Gruppenfhrer F-Tr FhrungstruppMa Maschinist (Fahrer) G-Tr Gertetrupp Me-Tr MesstruppS-Tr Schwarztrupp W-Tr Weitrupp A-Tr AngriffstruppSi-Tr Sicherheitstrupp

    Abbildung 12: Fahrzeuge und Mannschaft des Gefahrstoffzuges Rheinland-Pfalz

    Messtrupp

    (GW-Mess) Ma Me-Tr

    Gertetrupp

    (GW-G)Ma G-Tr

    Fhrungstrupp

    (ELW) F-TrGFZF

    Dekonstaffel

    (MZF-Dekon) Ma W-Tr S-TrGF

    Gefahrstoffstaffel

    (MZF-G) A-Tr Si-TrMaGF

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    3.3 Einstze im Rahmen des ZivilschutzesUnter den besonderen Bedingungen des Zivilschutzes ist von der Feuerwehr dieAufgabe des ABC-Schutzes zu bernehmen. Der ABC-Schutz umfasst die Teil-bereiche

    - Erkundung von ABC-Gefahren und- Dekontamination

    3.3.1 Erkundung von ABC-GefahrenDie Aufgabe der Erkundung von ABC-Gefahren wird je nach Lage durchMesseinheiten des Gefahrstoffzuges und in Ergnzung durch die ABC-Erkundungskraftwagen des Bundes durchgefhrt. Die Aufgabenstellung umfasst die

    - Erkundung radioaktiv, biologisch und chemischkontaminierter Gebiete,

    - Meldung von Erkundungsergebnissen,- Probenahme,- Kennzeichnung und messtechnische berwachung

    kontaminierter Flchen sowie- Erfassung und Meldung rtlicher Wetterdaten.

    Die ABC-Erkundung ist in Anlehnung der zivilen Verfahren fr denGefahrstoffnachweis gem Leitlinien fr die Strahlenmesseinheiten der Feuerwehrund Einrichtung und Betrieb des Sammelplatzes in der Umgebung kerntechnischerAnlagen in Rheinland-Pfalz bzw. der Empfehlungen des Landes Rheinland-Pfalz zurEinsatztaktik fr den Gefahrstoffnachweis durchzufhren.

    3.3.2 DekontaminationDie Aufgabe der Dekontamination wird vorrangig durch die Dekonstaffeln derGefahrstoffzge durchgefhrt.Die Aufgabenstellung umfasst die

    - Dekontamination von Einsatzkrften und sonstigen an derEinsatzstelle angetroffenen Personen mittels mobilerAusstattung,

    - Mitwirkung bei der stationren Dekontamination vonPersonen in Notfallstationen oder sonstigen behelfsmigenEinrichtungen (Dekon-P),

    - Dekontamination von Fahrzeugen und sonstigem Grogertmit dem Ziel, dass von diesen keine radioaktive, biologischeoder chemische Gefhrdung der Einsatzkrfte oder dritterausgeht (Dekon-G),

    - Dekontamination von einsatzwichtigem Gert undSchutzausrstung mit dem Ziel der Erhaltung derEinsatzbereitschaft bei unterbrochenem oder unzu-reichendem Nachschub (Dekon-G).

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    3.4 Einheiten im ABC-EinsatzDa bei einem ABC-Einsatz umfangreiche Aufgaben zur Sicherung, Gefahrenabwehrund Dekontamination anfallen, ist fr die Bewltigung von ABC-Lagen mindestensein Zug erforderlich. Nur fr kleine, im Risiko klar begrenzte und abgeschlosseneABC-Einstze kann auch eine Gruppe ausreichend sein.Die Teileinheiten des Gefahrstoffzuges Rheinland-Pfalz erlauben den Einsatz einerGefahrstoffgruppe, der erweiterten Gruppe und schlielich des komplettenGefahrstoffzug je nach Lage als selbstndige taktische Einheit. So kannsichergestellt werden, dass bis zum Eintreffen des vollstndigen Zuges bereitserforderliche Fachspezifische Ergnzungsmanahmen eingeleitet werden knnen.

    3.4.1 Die Gefahrstoffgruppe im ABC-EinsatzDie Teileinheiten des Gefahrstoffzuges lassen sich hinsichtlich der grundstzlichenABC-Sonderausrstung und der Gesamtstrke zu zwei gleichwertigenGefahrstoffgruppen formieren, die Einstze begrenzten Umfanges selbstndigbewltigen bzw. erste Manahmen bis zum Eintreffen des vollstndigen Zugeseinleiten knnen. Die Gefahrstoffstaffel des Mehrzweckfahrzeuges Gefahrstoffe und der Messtruppdes Gertewagens Messtechnik bilden dabei die erste Gefahrstoffgruppe. DerGertetrupp des Gertewagens Gefahrstoffe und die Dekonstaffel desMehrzweckfahrzeugs Dekontamination bilden die zweite Gefahrstoffgruppe. Die Sonderausrstung umfasst in jeder Gefahrstoffgruppe die persnlicheSonderausrstung A, B und C fr eine Gruppe (6 Einsatzkrfte) sowie die sonstigeSonderausrstung A, B und C. Die Sonderfunktionen der Teileinheiten bleiben davonunberhrt und knnen nach Komplettierung des Zuges ausgefhrt werden.

    Abbildung 15: Gruppengleichwert der Gefahrstoffkomponenten

    Gefahrstoffstaffel

    (MZF-G)

    Gefahrstoffgruppe 1 Gefahrstoffgruppe 2

    Gesamtstrke: 1/8/9 Gesamtstrke: 1/8/9

    Messtrupp

    (GW-Mess)

    Gertetrupp

    (GW-G)

    Dekonstaffel

    (MZF-Dekon)

    Fhrungstrupp

    (ELW)

    1/1/2/4

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    3.4.2 Der Gefahrstoffzug im ABC-EinsatzDer Gefahrstoffzug in Rheinland-Pfalz wird durch Zusammenziehen von Gefahrstoff-Teileinheiten an der Einsatzstelle komplettiert . Er wird in der Regel geschlossenzum Einsatz kommen und bildet den Einsatzabschnitt ABC. Fr einen Zug istdementsprechend die persnliche Sonderausrstung fr zwei Gruppen bzw. zwlfEinsatzkrfte mitzufhren.Eine mgliche taktische Gliederung des Einsatzabschnittes ABC kann z. B. nachAufgaben in die Unterabschnitte Gefahrenabwehr und Sicherung erfolgen:

    Abbildung 16: Beispiel fr eine taktische Gliederung mit Einsatzabschnitt ABC

    3.4.3 Einsatzleiter: Der Einsatzleiter entscheidet ber den ABC-Einsatz.

    3.4.4 Abschnittsleiter: Die Leitung des Einsatzabschnittes ABC erfolgt durch denGefahrstoffzugfhrer.Der Gefahrstoffzugfhrer bert den Einsatzleiter in der ABC-Gefahrenbeurteilung undist ihm fr die Durchfhrung des ABC-Einsatzes im Einzelnen verantwortlich.Insbesondere hat er die Erkundung und Beurteilung der ABC-Gefahrenlage und dieAbsicherung des Gefahrenbereichs zu veranlassen und zu berwachen. Der Gefahrstoffzugfhrer hat die Verantwortung fr den Einsatz desGefahrstoffzuges im Gefahrenbereich sowie der Untersttzungskrfte imAbsperrbereich. Er bestimmt die Form der zu tragenden Schutzausrstung.

    EA: RettungsdienstEA: Brandschutz

    ELW

    Einsatzleitung

    Gefahrenbereich

    Innere

    Absperrgrenze

    Dekon-Platz

    ELW

    Gefahrstoffstaffelmit MZF-G

    Gertetruppmit GW-G

    UA:Gefahrenabwehr

    Abschnittsleitung ABC

    Messtrupp mitGW-Mess

    UA: Sicherung

    Dekonstaffelmit MZF-Dekon

    EA: ABC

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    Der Gefahrstoffzugfhrer wird durch einen Gruppenfhrer z.b.V. (stellv. ZF) undeinen Fhrungstrupp (Fernmelder) untersttzt. Sie bilden zusammen den Zugtrupp.Die Aufgaben des Zugtrupps umfassen neben der Abschnittsleitung die Beschaffungund Bewertung von Stoffinformationen sowie die rechtzeitige Bereitstellung vonweiteren ABC-Einsatzkrften (z. B. CSA-Gertetrgern) und Material.

    Fhrung: ZF (GSZ)Gesamtstrke: 1/1/2/4Fahrzeug: ELW

    3.4.5 Unterabschnitt: GefahrenabwehrDie Aufgaben des Unterabschnitts Gefahrenabwehr umfassen die Rettungverunfallter Personen aus dem Gefahrenbereich und die technischen Einsatz-manahmen wie Eindmmen, Auffangen, Umpumpen und Abdichten im Gefahren-bereich sowie die Ausrstung und berwachung der eingesetzten Trupps.

    Unterabschnittsleitung: Die Unterabschnittsleitung wird durch den Gruppenfhrerder Gefahrstoffstaffel wahrgenommen.

    Angriffstrupp und SicherheitstruppJe nach Lage kommen ein oder mehrere Angriffstrupps (A-Tr) unter geeigneterSchutzkleidung parallel zum Einsatz. Zustzlich ist mindestens ein Sicherheitstruppnach Lage auszursten. Die Einheiten des Gefahrstoffzuges werden dabei durchFeuerwehr-Einsatzkrfte der Gemeinde verstrkt. Auf die rechtzeitige Nachfhrungvon ABC-Einsatzkrften (z. B. CSA-Gertetrgern) ist zu achten.Der Unterabschnittsleiter des Abschnittes Gefahrenbereich hat die Verantwortung frdie berwachung der vorgehenden Trupps.

    GertetruppZur Entnahme und Vorbereitung der Gerte, die fr die technischen Manahmen imGefahrenbereich erforderlich sind, dient der Gertetrupp (G-Tr).

    Fr die Aufgaben im Unterabschnitt Gefahrenabwehr ist die Gefahrstoffstaffel desMehrzweckfahrzeuges-Gefahrgut (MZF-G) sowie die Truppbesatzung desGertewagens Gefahrgut (GW-G) ausgerstet und ausgebildet.

    Gesamtstrke: 1/5/6 und 1/2/3Fahrzeug: MZF-G Fahrzeug: GW-G

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    Abbildung 17: Beispiel fr einen Unterabschnitt Gefahrenabwehr im bersichtlichen CSA-Einsatz

    Gefahrenbereich

    Innere

    Absperrgrenze

    Dekon-PlatzAngriffs-trupp

    UALtr

    MZF-G (1/5) Ma

    Sicherheits-trupp Ma

    Gertetrupp

    GW-G (1/2)

    RettungsdienstUntersttzungskrfte

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    3.4.6 Unterabschnitt: SichernDie Aufgaben des Unterabschnitts Sichern umfassen die Festlegung, Markierungund Absperrung des Gefahrenbereichs sowie die Dekontamination.

    Unterabschnittsleitung: Die Unterabschnittsleitung wird von dem Gruppenfhrerder Dekonstaffel wahrgenommen.Er ist fr die Kennzeichnung und Absicherung des Gefahrenbereichs verantwortlich.Er legt in Absprache mit dem Einsatzleiter den Standort des Dekon-Platzes fest undbestimmt das Dekontaminationsverfahren. Er ist fr die fachgerechteDekontamination sowie die Dokumentation der Dekontaminationsmanahmenverantwortlich und sorgt fr eine fachgerechte Verpackung und Kennzeichnung derkontaminierten Schutzkleidung und Einsatzgerte.

    MesstruppDie endgltige Festlegung des Gefahrenbereichs erfolgt durch Einsatz von Mess-und Nachweisgerten. Hierzu dient der Messtrupp des Gertewagen Messtechnik.Des weiteren knnen Messeinstze bzw. Probenahmen im externen Bereichdurchgefhrt werden, um die Ausbreitung von ABC-Gefahrstoffen zu bestimmen. Frletztere Aufgabe wird das Fahrzeug und seine Besatzung als Messeinheit imVerbund mit weiteren Messeinheiten ggf. in einem eigenen EinsatzabschnittGefahrstoffnachweis gefhrt.Gesamtstrke: 1/2/3 Fahrzeug: GW-Mess

    Abbildung 18: Beispiel fr den Einsatz des Messtrupps beim Festlegen des Gefahrenbereiches unterEinsatz von Mess- und Nachweisgerten.

    Dekon-Platz

    Gefahrenbereich

    Wind

    Absperrbereich

    GW-Mess

    Messtrupp

    Ma

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    DekontaminationAm Dekon-Platz werden die aus dem Einsatz im Gefahrenbereich kommendenEinsatzkrfte und ihr Gert auf Kontamination berprft und einem geeignetenDekontaminationsverfahren unterzogen. Erst dann drfen sie den Schwarz-Bereichverlassen.

    Abbildung 19: Beispiel einer Dekontamination im C-Einsatz:

    Zur fachgerechten Dekontamination an der Einsatzstelle ist in der Regel eine Staffelausreichend. Sie wird durch die Dekon-Einheit des Gefahrstoffzuges mit der Dekon-Ausrstung des Mehrzweckfahrzeugs-Dekontamination gestellt.Gesamtstrke: 1/5/6 Fahrzeug: MZF-Dekon

    Schwarztrupp (S-Tr)Der Schwarztrupp rstet sich mit der befohlenen Schutzkleidung aus und arbeitet inder Dekontaminationsschleuse auf der unreinen Seite (Schwarz-Bereich). Der ersteMann fhrt die Dekon-Manahme durch, der zweite Mann hilft dem Dekontaminiertenaus der Schutzkleidung.

    Weitrupp (W-Tr) Der Weitrupp arbeitet auf der reinen Seite (Wei-Bereich). Er markiert den Dekon-Platz als Schleuse zwischen Gefahrenbereich und Absperrbereich und sorgt beiBedarf fr dessen Beleuchtung. Im Dekon-Einsatz bernimmt der Wei-Trupp denDekontaminierten im Wei-Bereich, fhrt ggf. den Kontaminationsnachweis durchund versorgt ihn mit Wechselkleidung.

    MaschinistDer Maschinist untersttzt beim Aufbau und Betrieb des Dekon-Platzes.

    Dekon

    MZF-Dekon

    Ma

    EALtrSchwarz-Bereich Wei-Bereich

    S-Tr W-Tr

    Gefahren-bereich

    GerteSchutz-

    kleidung

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    4 Taktische Regeln im A-Einsatz

    In diesem Kapitel ist festgelegt, wie taktische Einheiten im A-Einsatz vorzugehenhaben. Der A-Einsatz im Sinne dieser Vorschrift ist jede Ttigkeit (Retten, Lschen,Technische Hilfeleistung) an Einsatzstellen, an denen mit einer Gefhrdung durchradioaktive Stoffe oder ionisierender Strahlung gerechnet werden muss.

    4.1 AufgabenDie wesentlichen Aufgaben der Feuerwehr im A Einsatz sind

    - Gefahrenbereich festlegen, markieren und absperren,- Menschenrettung aus dem Gefahrenbereich und- Ausbreitung verhindern.

    Letztere kann das Sichern eines freigewordenen radioaktiven Stoffes in einemdichten Behlter/Abschirmbehlter und das Verbringen an eine nicht gefhrdeteStelle erforderlich machen. Ist dies nicht mglich oder nicht zumutbar, so sind dieradioaktiven Stoffe behelfsmig abzuschirmen und eine Gefahrenausbreitung ausdiesen Bereichen zu unterbinden. Weitergehende Manahmen erfolgen nur auf Ersuchen der zustndigenFachbehrde (SGD Regionalstelle Gewerbeaufsicht) im Rahmen der Amtshilfe.

    4.2 Einsatzgrundstze Der Einsatz hat so zu erfolgen, dass

    - uere Bestrahlung und- Kontamination auf ein Mindestma beschrnkt bleiben,- Kontaminationsverschleppung unbedingt vermieden und- Inkorporation ausgeschlossen werden.

    Insbesondere ist zu vermeiden, dass radioaktive Stoffe durch Einsatzmanahmenunntig verbreitet werden. In Anlagen mit radioaktiven Stoffen drfen Tren undFenster nur geffnet werden, wenn dies fr den Einsatz unbedingt erforderlich ist.Um eine Brand- und Rauchausbreitung sowie Kontamination so gering wie mglichzu halten, sind Tren und Fenster nach Betreten oder Kontrolle von nicht betroffenenRumen sofort wieder zu schlieen. Lschmittel sind sparsam einzusetzen. DasEindringen von kontaminiertem Lschwasser ins Erdreich, Grund- und Oberflchen-wasser ist zu verhindern. Analoges gilt fr das Abflieen von Lschwasser in dieKanalisation. Bei Einstzen in Verbindung mit A-Gefahrstoffen ist grundstzlich eineLschwasserrckhaltung durchzufhren.

    4.3 Einsatz-Richtwerte Ausbildung und Einstze sollen so bemessen sein, dass die jeweilige Einsatzkraftmglichst eine geringe Dosis aufnimmt. ber die Strahlenbelastungen des Einzelnenist ein Nachweis zu fhren. Personen drfen vor Vollendung ihres 18. Lebensjahresnicht strahlenexponiert werden!

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    Im Allgemeinen gilt, dass bei Einsatzkrften in einem Jahr eine Dosis von 100 mSvund im Laufe des Lebens eine Dosis von 250 mSv nicht berschritten werden sollte.Die mittlere Dosis im Verlaufe mehrerer Jahre sollte 20 mSv/a nicht berschreiten.

    Im Rahmen der Lagebeurteilung hat der Einsatzleiter die Einsatzart festzulegen.Entsprechend der Einsatzart sind unterschiedliche Einsatzrichtwerte zu beachten:

    - Einstze zum Schutz von Sachwerten 15 mSv/Einsatz- Einstze zur Abwehr einer Gefahr fr Personen oder zur Verhinderung einer wesentlichen Schadensausweitung 100 mSv/Einsatz

    und Kalenderjahr- Einstze zur Rettung von Menschenleben 250 mSv/Einsatz

    und Leben

    Bei Erreichen der Warnschwelle hat sich der Trupp beim zustndigen Abschnittsleiterper Funk zu melden. Eine Dosis von 250 mSv darf auf Entscheidung desEinsatzleiters nur berschritten werden, wenn dies nach Beurteilung durch einenSachverstndigen notwendig und vertretbar ist. Die betroffenen Einsatzkrfte sindauf die besondere Lage hinzuweisen.Bei der Ausbildung und bung fr den Strahlenschutzeinsatz ist der Grenzwert von1 mSv/a nicht zu berschreiten.

    4.4 Taktische SchutzmanahmenDie Einsatzmanahmen sind so zu planen, dass jede unntige Strahlenexpositionoder Kontamination von Menschen und Umwelt vermieden wird. Soweit zeitlichmglich, ist der Einsatzablauf fr die vorgehenden Einsatzkrfte aufgrundvorhandener Erkundungsergebnisse vorab detailliert zu planen. Die vorgehendenEinsatzkrfte sind in den vorgesehenen Ablauf einzuweisen.Um die Dosis der ABC-Einsatzkrfte so gering wie mglich zu halten, sind folgendetaktische Regeln zu beachten:

    Abstand halten! Die im Einsatz erhaltene Dosis ist umso geringer, je grer derAbstand zur Strahlenquelle ist. Fr Manipulationen am Strahler oder zur Bergung von radioaktiven Stoffen sindHilfsmittel wie Ferngreifer, Schaufeln usw. zu nutzen. Zur Messung der Dosisleistungin der Umgebung starker Strahlenquellen sind nach Mglichkeit teleskopierbareSonden zu nutzen.

    Aufenthaltsdauer begrenzen! Je krzer die Aufenthaltsdauer im Strahlungsfeld ist,desto geringer ist die aufgenommene Dosis. Dieser Grundsatz gewinnt umso mehran Bedeutung, je hher die Dosisleistung ist.

    Abschirmung nutzen! Durch Nutzung von Deckungsmglichkeiten aus massivemMaterial, z. B. Wnde, Erdwlle, wird die Dosisleistung und dadurch diePersonendosis stark reduziert. Es ist darauf zu achten, dass ursprnglicheAbschirmungen zerstrt oder unwirksam sein knnen. Bei der Sicherung radioaktiverStoffe ist auf eine ausreichende Abschirmwirkung des Sicherungsbehltnisses zuachten.

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    Abschalten! Rntgengerte und Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen sindabzuschalten. Achtung! Hierbei knnen auch nach dem Abschalten noch hhereDosisleistungen vorliegen.

    4.5 Sonderausrstung fr den A-EinsatzKann im Verlauf eines Einsatzes nicht vollstndig ausgeschlossen werden, dass eszum direkten Kontakt mit radioaktiven Stoffen kommt, ist vor dem Betreten desGefahrenbereichs eine der Lage angemessene Kontaminationsschutzbekleidunganzulegen:

    Gefahrengruppe I A mindestens: Persnliche Schutzausrstung, umluftunabhngiger Atemschutz.

    Gefahrengruppe II A Kontaminationsschutzbekleidung,umluftunabhngiger Atemschutz,amtliches Dosimeter und Dosiswarngert.

    Gefahrengruppe III A Kontaminationsschutzbekleidung, umluftunabhngiger Atemschutz, amtliches Dosimeter und Dosiswarngert.

    4.5.1 Umfang der Sonderausrstung Fr eine Gruppe ist die persnliche Sonderausrstung einschlielich amtlicherDosimeter fr mindestens sechs Einsatzkrfte vorzuhalten. Die persnlicheSonderausrstung besteht neben einem umluftunabhngigen Atemschutzgert aus:

    - Kontaminationsschutzbekleidung,- Filmdosimeter und- Dosiswarngert.

    Von der sonstigen Sonderausrstung ist fr eine Gruppe erforderlich:

    - 2 Dosisleistungsmess- und warngerte (Kombigerte) bzw.- 1 Dosisleistungswarngert und 2 Dosisleistungsmessgerte,- 1 Kontaminationsnachweisgert,- 1 Teleskopsonde,- 1 Ferngreifer- Absperrmaterial

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    Seite 30

    4.5.2 Umfang der Sonderausrstung auf GemeindeebeneFr stationre Anlagen nach Gefahrengruppe II A und III A ist, sofern keingleichwertiges Fahrzeug des Gefahrstoffzuges oder ABC-Erkundungskraftwagenstationiert ist, ein Messtrupp (1/1/2) mit entsprechender

    - persnlicher Sonderausrstung fr den A-Einsatz sowie- 1 Dosisleistungsmessgert und - 1Kontaminationsnachweisgert

    vorzuhalten.

    4.6 Gefahrenbereich Der Gefahrenbereich ist aufgrund von Dosisleistungsmessungen festzulegen, zumarkieren und abzusperren.Der Gefahrenbereich ist so festzulegen, dass die Gamma()-Dosisleistung auerhalbdes Gefahrenbereiches 25 Sv/h nicht berschreitet. Die Dosisleistung an derGrenze des Gefahrenbereiches ist whrend der Gesamtdauer des Einsatzes laufendzu berprfen (Dosisleistungswarngert).Ist auerhalb des betroffenen Gebudes bzw. Objektes keine Dosisleistung25 Sv/h nachzuweisen, sollte der Gefahrenbereich auf 5m vor den Gebude-

    zugang bzw. um das Objekt festgelegt werden. Ist mit Sicherheit davon auszugehen,dass eine Strahlengefhrdung nur in einem bestimmten Teilbereich eines Gebudesoder einer Anlage besteht, so kann der Gefahrenbereich auf Weisung desEinsatzleiter in das Gebude oder in die Anlage vorverlegt werden. Bereiche, beidenen der Verdacht auf eine Kontamination besteht, sind in den Gefahrenbereich miteinzubeziehen.

    4.7 StrahlenschutzberwachungUnmittelbar nach der Ausrstung der Trupps auerhalb des Gefahrenbereiches isteine lckenlose Strahlenschutzberwachung sicherzustellen. Diese dient dem Schutzder Einsatzkrfte, die im Gefahrenbereich arbeiten. Sie ist die Grundlage fr

    - die Abschtzung der zu erwartenden Dosis,- die Festlegung der Einsatzdosis,- die Festlegung der Einsatzdauer,- die Kontrolle der aufgenommenen Dosis und- die Entscheidung ber eine nochmalige Einsatzmglichkeit

    einzelner ABC-Einsatzkrfte.

    Die berwachung erfolgt grundstzlich durch Zeitdokumentation derAtemschutzberwachung und zustzlich durch folgende Messungen:

    Messung der NullrateAuerhalb des Gefahrenbereiches ist die Nullrate mit dem Kontaminations-nachweisgert zu bestimmen. Zur Kontrolle ist dieser Wert mit der ortsblichenNullrate zu vergleichen. Bereiche mit dreifacher Nullrate gegenber der Nullrategelten als kontaminiert.

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    Seite 31

    Messung der OrtsdosisleistungMit dem Vorgehen des 1. Trupps wird stndig die Dosisleistung gemessen.Insbesondere whrend des Aufenthaltes im Gefahrenbereich hat jeder einzelneTrupp die Dosisleistung an seinem jeweiligen Aufenthaltsort zu messen und beigreren Vernderungen an den Abschnittsleiter-ABC zu melden. Als Angriffswegeund Aufenthaltsorte sind nach Mglichkeit Bereiche mit geringen Dosisleistungen zuwhlen.

    Messung der PersonendosisDie Personendosis ist nach dem Einsatz unverzglich durch Auswerten deramtlichen Dosimeter von der zustndigen Stelle festzustellen. ber die gemessenenWerte ist ein Nachweis zu fhren.Das Erreichen bestimmter Dosiswerte wird im Einsatz durch das Dosiswarngertangezeigt. Dieses ist gem dem Einsatzanlass auf den befohlenen Einsatzrichtwerteinzustellen. Die aufgenommene Dosis ist nach Einsatzende auszulesen und zudokumentieren.

    berprfung auf Kontamination (K-Nachweis)Nach Abschluss der Einsatzttigkeit oder bei Ablsung begeben sich alleeingesetzten Trupps zum Dekon-Platz. Zurckgenommenes Gert wird an derinneren Absperrgrenze zum Gefahrenbereich abgelegt.Personen, Ausstattung und sonstige Gegenstnde, die sich im Gefahrenbereichbefinden, gelten so lange als kontaminiert, bis eine Kontamination mit Sicherheitausgeschlossen werden kann oder Kontaminationsfreiheit nachgewiesen werdenkann (K-Nachweis). Alle Personen sind vor Verlassen des Gefahrenbereichs amDekon-Platz auf Kontamination zu berprfen (siehe Kapitel 7 Dekontamination).

    4.8 Umgang mit kontaminationsverdchtigen PersonenKontaminierte Einsatzkrfte werden im Rahmen der Gefahrenabwehr zunchstentkleidet. Stellt sich kein Dekontaminationserfolg ein, ist die Person demRettungsdienst mit dem Hinweis auf radioaktive Kontamination zu bergeben undeiner geeigneten Stelle zur fachgerechten Dekontamination zuzufhren.Bei kontaminierten Verletzten haben lebensrettende Sofortmanahmen Vorrang voreinem Kontaminationsnachweis. (siehe auch Kapitel 7.2)

    4.9 bergabe der EinsatzstelleNach Beendigung der Gefahrenabwehrmanahmen ist die Einsatzstelle derzustndigen Fachbehrde (SGD Regionalstelle Gewerbeaufsicht) zu bergeben.

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    5 Taktische Regeln im B-Einsatz

    In diesem Kapitel ist festgelegt, wie taktische Einheiten im B-Einsatz vorzugehenhaben. Der B-Einsatz im Sinne dieser Vorschrift ist jede Ttigkeit (Retten, Lschen,Technische Hilfeleistung) an Einsatzstellen, an denen mit einer Gefhrdung durchbiologische Arbeitsstoffe, insbesondere durch infektise Stoffe undgentechnisch vernderte Organismen gerechnet werden muss.

    5.1 AufgabenDie wesentlichen Aufgaben der Feuerwehr im B Einsatz sind

    - Gefahrenbereich festlegen, markieren und absperren,- Menschenrettung aus dem Gefahrenbereich und- Ausbreitung verhindern.

    Letzteres kann das Sichern der B-Gefahrstoffe in einem dichten Behlter und dasVerbringen an eine nicht gefhrdete Stelle oder die Inaktivierung durchDesinfektionsmanahmen erfordern. Ist dies nicht mglich oder nicht zumutbar, istdie Umgebung der betroffenen Bereiche abzusperren und eine weitere Ausbreitungzu unterbinden. Weitergehende Manahmen erfolgen nur auf Ersuchen der zustndigen Behrde imRahmen der Amtshilfe. Dies sind in Rheinland-Pfalz fr den Vollzug derBiostoffverordnung und des Gentechnikgesetzes die Struktur- und Genehmigungs-direktionen Nord und Sd sowie fr den Vollzug des Infektionsschutzgesetzes dieGesundheitsmter.

    5.2 EinsatzgrundstzeDer Einsatz hat so zu erfolgen, dass

    - eine Kontamination auf ein Mindestma beschrnkt bleibt,- eine Kontaminationsverschleppung unbedingt vermieden und- eine Inkorporation bzw. Infizierung ausgeschlossen werden.

    Insbesondere ist zu vermeiden, dass infektise Stoffe durch Einsatzmanahmenunntig verbreitet werden. In Anlagen mit biologischen Arbeitsstoffen drfen Trenund Fenster nur geffnet werden, wenn dies fr den Einsatz unbedingt erforderlichist. Um eine Brand- und Rauchausbreitung sowie Kontamination so gering wiemglich zu halten, sind Tren und Fenster nach Betreten oder Kontrolle einesRaumes sofort wieder zu schlieen. Geschlossene Behlter, Verpackungen, Schrnke mit unbekanntem Inhalt oderbiologischen Arbeitsstoffen drfen nicht geffnet werden. Einsatzstellen, die ber Schleusen zugnglich sind, drfen nur ber diese betretenund wieder verlassen werden.

  • GefahrstoffkonzeptRheinland-Pfalz

    Seite 33

    Zur Brandbekmpfung und Hilfeleistung drfen Schleusen nicht durch verlegteSchluche etc. auer Funktion gesetzt werden! Tragbare Lscher (Kbelspritze,Feuerlscher, ggf. kleinere fahrbare Lschgerte z.B. PG 50) sind je nach Lagebevorzugt zu verwenden. Wasser als Lschmittel ist aufgrund derAusbreitungsgefahr grundstzlich nur bedingt geeignet und im Einsatzfall sparsamzu verwenden! Das Eindringen von kontaminiertem Lschwasser ins Erdreich,Grund- und Oberflchenwasser ist zu verhindern. Analoges gilt fr das Abflieen vonLschwasser in die Kanalisation. Bei Einstzen in Verbindung mit B-Gefahrstoffen istgrundstzlich eine Lschwasserrckhaltung durchzufhren.

    5.3 Schutzbekleidung fr den B-EinsatzKann im Verlauf eines Einsatzes nicht vollstndig ausgeschlossen werden, dass eszum direkten Kontakt mit biologischen Arbeitsstoffen bzw. infektisen Stoffen kommt,ist vor dem Betreten des Gefahrenbereichs eine der Lage angemesseneKontaminationsschutzbekleidung zu tragen:

    Gefahrengruppe I B Persnliche Schutzausrstung.

    Gefahrengruppe II B mindestens Krperschutz Form 1(Kontaminationsschutzhaube), Atemschutzfilter.

    Gefahrengruppe III B Krperschutz Form 2 oder 3, umluftunabhngiger Atemschutz.

    5.4 GefahrenbereichEine messtechnische Festlegung des Gefahrenbereiches sowie eine berprfungauf Kontamination, Inkorporation bzw. Infektion ist mit einfachen Mitteln derFeuerwehr zur Zeit nicht mglich.Nach der Objekterkundung sind die gekennzeichneten Bereiche, in denen mitbiologischen Arbeitsstoffen umgegangen wird, gleichzeitig Grundlage fr dieFestlegung eines Gefahrenbereiches. Treten auerhalb dieser BereicheLschwasser oder andere Flssigkeiten auf, so ist entsprechend der Ausbreitung derGefahrenbereich zu vergrern. Entsprechend ist auerhalb gekennzeichneter Bereiche der Gefahrenbereich nachdem Ausbreitungsverhalten der freigewordenen B-Gefahrstoffe festzulegen.

  • GefahrstoffkonzeptRheinland-Pfalz

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    Risiko frGesundheit und

    Umwelt

    Gefhrdung durchbiologische

    Arbeitsstoffe

    Sicherheitsstufe(BiostoffV /

    GenTG)

    Gefahrengruppefr den

    Feuerwehreinsatz

    nicht vorhanden ohneInfektionsgefhrdung

    1 IB

    gering 23**

    IIB

    mig 3

    hoch

    mitInfektionsgefhrdung

    4

    IIIB

    Alle Personen, Gerte und sonstigen Gegenstnde, die in Bereichen derbiologischen Gefahrengruppen II oder III eingesetzt werden, gelten als kontaminiertbis eine Kontamination mit infektisen Stoffen mit Sicherheit durch eine fachkundigePerson des Betriebes bzw. durch eine Laboruntersuchung ausgeschlossen werdenkann oder geeignete Desinfektionsmanahmen durchgefhrt wurden.

    5.5 Umgang mit kontaminationsverdchtigen PersonenPersonen, bei denen ein Verdacht auf Kontamination mit infektisen Stoffen nichtausgeschlossen werden kann, haben die Kleidung am Dekon-Platz abzulegen.Hnde, Gesicht und Haare und benetzte Krperstellen sind zu reinigen und zudesinfizieren. Die Personen sind in Absprache mit dem zustndigen Amtsarzt bis aufWeiteres zu isolieren. Transporte sind auf ein Mindestma zu reduzieren. Bei derbergabe einer verletzten kontaminationsverdchtigen Person an den Rettungs-dienst ist dieser auf den Verdacht hinzuweisen.Der Hergang des Kontaktes bzw. der Kontamination ist nach Mglichkeit zurFestlegung des Gefahrenbereichs bzw. Feststellung von weiteren kontaminations-verdchtigen Personen umgehend zu rekonstruieren und zu dokumentieren.

    5.6 Umgang mit kontaminationsverdchtigen TierenTiere sind aus Tierhaltungsrumen nur nach Rcksprache mit einer fachkundigenPerson zu retten.

    5.7 Umgang mit kontaminationsverdchtigen GegenstndenKontaminierte Kleidung, Schutzbekleidung, Ausstattung und sonstige Gegenstnde,die aus dem Gefahrenbereich herausgebracht werden, sind im Schwarz-Bereich desDekon-Platzes zu sammeln, in Folienscke dicht zu verpacken und zu beschriften.

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    6 Taktische Regeln im C-Einsatz

    In diesem Kapitel ist festgelegt, wie taktische Einheiten im C-Einsatz vorzugehenhaben. Der C-Einsatz im Sinne dieser Vorschrift ist jede Ttigkeit (Retten, Lschen,Technische Hilfeleistung) an Einsatzstellen, an denen mit einer Gefhrdung durchchemische Stoffe gerechnet werden muss.

    6.1 AufgabenDie wesentlichen Aufgaben der Feuerwehr im C Einsatz sind

    - Stoffidentifikation (Feststellung der Stoffeigenschaften),- Gefahrenbereich festlegen, markieren und absperren,- Menschenrettung aus dem Gefahrenbereich und- Ausbreitung verhindern.

    Letzteres kann das Umfllen und Sichern chemischer Gefahrstoffe in einem dichtenBehlter und das Verbringen an eine nicht gefhrdete Stelle erfordern. Ist dies nichtmglich, so ist das betroffene Gebiet in Ausbreitungsrichtung zu bestimmen, ggf. dieBevlkerung im voraussichtlich betroffenen Gebiet zu informieren bzw. zu warnenoder betroffene Bereiche zu rumen.Weitergehende Manahmen erfolgen auf Anweisung der zustndigen Behrde imRahmen der Amtshilfe.

    6.2 EinsatzgrundstzeEs ist zu vermeiden, dass C-Gefahrstoffe durch Einsatzmanahmen unntigverbreitet werden. Lschmittel, insbesondere Wasser und Schaum sind sparsam zuverwenden. Bei der Brandbekmpfung in sensiblen Bereichen ist die Wahl undMenge der eingesetzten Lschmittel kritisch zu prfen. Das Eindringen von kontaminiertem Lschwasser ins Erdreich, Grund- undOberflchenwasser ist zu verhindern. Analoges gilt fr das Abflieen vonLschwasser in die Kanalisation. Bei Einstzen in Verbindung mit C-Gefahrstoffen istgrundstzlich eine Lschwasserrckhaltung durchzufhren.

    6.3 Einsatzplanung mit C-GefahrenpotentialDie vielfltige Anwendung von C-Gefahrstoffen gestaltet eine Zuordnung potentiellerEinsatzbereiche zu Gefahrengruppen sehr schwierig. Die Gefhrdung derEinsatzkrfte hngt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die erst aufgrund desaktuellen Ereignisses zu erkunden und abschlieend zu beurteilen sind.Lagebedingte Faktoren sind hierbei neben anderen:

    - Art, Aggregatzustand und Menge der C-Gefahrstoffe,- Menge der freigesetzten chemischen Stoffe bzw. Leckrate,- Temperatur und Verdnnungsgrad der Stoffe,- Brand des Stoffes oder Umgebungsbrand,- Gefahr heftiger Reaktionen, Explosionsgefahren,- Ausbreitung einer Kontamination (z.B. durch Lschwasser).

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    Faktoren, die im Rahmen der vorbereitenden Einsatzplanung fr dieGesamtbeurteilung bercksichtigt werden mssen, sind z.B.:

    - bauliche und sonstige Gegebenheiten,- Betriebsart (Lagerung, Umschlag, Weiterverarbeitung)- Art, Aggregatzustand und Menge der C-Gefahrstoffe,- Ausbildung und technische Ausrstung der Feuerwehr,- fachkundige Person des Betriebs bzw. Fachberater.

    Fr Bereiche, die hinsichtlich ihres Gefhrdungspotentials eine vorbereitendeEinsatzplanung erforderlich machen, sind gem 3, 4, 5 und ggf. 5a LBKG durchdie Aufgabentrger Alarm- und Einsatzplne zu erstellen. Hinweise auf mgliche C-Gefahren fr die Einsatzkrfte sind in diese Plne aufzunehmen. Als Planungshilfedient der Rahmen-Alarm- und Einsatzplan Gefhrliche Stoffe, der sowohl Unflle instationren Anlagen als auch Transportunflle mit Gefahrgut bercksichtigt.

    6.4 Stoffidentifikation und StoffeigenschaftenAufgrund der besonderen Vielfalt der Gefahren durch chemische Stoffe ist diefrhzeitige Identifizierung von Art und Menge der Stoffe erforderlich. Bei nichtgesicherter Stoffidentifikation ist eine Probe zu nehmen und analysieren zu lassen(z. B. mittels GC/MS). Nach Identifikation sind die mageblichen Stoffinformationen zu recherchieren. DieKenntnis ber die Stoffeigenschaften ist die Grundlage fr

    - die Beurteilung der Gefahrenlage,- Abschtzung der Ausbreitung und das betroffene Gebiet,- Festlegung des Gefahrenbereichs,- Information und Warnung der Bevlkerung,- Entscheidung ber Rumungsmanahmen,- notwendige medizinische Manahmen,- gezielte Gefahrenabwehrmanahmen,- Festlegung der geeigneten Schutzbekleidung und- Festlegung der geeigneten Gertschaften.

    Zur eindeutigen Klrung der Stoffeigenschaften von C-Gefahrstoffen sind alle zurVerfgung stehenden Informationsmglichkeiten zu nutzen. Dies sind grundstzlich:

    - Informationsquellen an der Einsatzstelle (z.B. Fahrer, fachkundigePerson, Begleitpapiere, Kennzeichnung, Einsatzliteratur) und inLeitstellen,

    - Gefahrstoffnachweis,- eigene Wahrnehmung und- eine Plausibilittsbetrachtung.

    Externe Fachberatungsstellen wie TUIS und/oder MEDITOX sind bei derInformationsgewinnung sowie den Gefahrenabwehrmanahmen frhzeitig in denEinsatz einzubinden!

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    6.5 GefahrenbereichSind nach Erkundung ausreichend Kenntnisse ber die Stoffeigenschaften undGefahren, die von den betroffenen C-Gefahrstoffen ausgehen, vorhanden, kann derEinsatzleiter den Gefahrenbereich dem Ausbreitungsverhalten der C-Gefahrstoffeanpassen, d.h. ggf. Verkleinern aber auch Vergrern.Ist auerhalb des betroffenen Gebudes bzw. Objektes kein C-Gefahrstoffnachzuweisen und eine spontane Ausbreitung mit Sicherheit auszuschlieen, kannder Gefahrenbereich auf 5 m vor den Gebudezugang bzw. um das Objektfestgelegt werden. Ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass Gefahren durchchemische Stoffe nur in einem bestimmten Teilbereich eines Gebudes oder einerAnlage bestehen, so kann der Gefahrenbereich nach Entscheidung desEinsatzleiters in das Gebude oder in die Anlage vorverlegt werden.Bereiche, bei denen der Verdacht auf eine Kontamination besteht, sind in denGefahrenbereich mit einzubeziehen.

    Gase und Dmpfe: Stehen Nachweisgerte zur kontinuierlichen Konzentrations-bestimmung zur Verfgung, kann die Grenze des Gefahrenbereiches so gelegtwerden, dass die Schadstoffkonzentration auerhalb des Gefahrenbereiches einendurch den Einsatzleiter festgelegten Grenzwert nicht berschreitet.Erfolgt eine erhebliche Freisetzung von Schadstoffen in die Atmosphre, so ist dieAusbreitung der Schadstoffwolke abzuschtzen und die Prognose messtechnisch zuberprfen (externe Messung). Den Feuerwehren im Land Rheinland-Pfalz stehthierzu das Ausbreitungsmodell MET zur Verfgung. Demnchst wird auf der Basisvon MET auch ein elektronisches Ausbreitungsmodell zur Verfgung stehen.

    Alle Personen, Gerte und sonstigen Gegenstnde, die in Bereichen mit Freisetzungchemischer Gefahrstoffe eingesetzt werden, gelten als kontaminiert, bis eineKontamination mit chemischen Stoffen mit Sicherheit durch eine fachkundige Persondes Betriebes bzw. durch Gefahrstoffnachweis ausgeschlossen werden kann odergeeignete Dekontaminationsmanahmen durchgefhrt wurden.

    6.6 Schutzbekleidung fr den C-EinsatzKann im Verlauf eines Einsatzes nicht vollstndig ausgeschlossen werden, dass eszum direkten Kontakt mit C - Gefahrstoffen kommt, ist vor dem Betreten desGefahrenbereichs eine der Lage angemessene Schutzbekleidung anzulegen.

    Liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor, sind die zur Erkundung vorgehendenTrupps mit Krperschutz Form 3 auszursten.

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    7 Dekontamination

    7.1 AufgabenDie Aufgaben umfassen die fachgerechte Dekontamination der eingesetzten Truppsim Gefahrenbereich, die Dokumentation der Kontamination sowie die Betreuung dereingesetzten Trupps.

    Das nachfolgende Stufenkonzept gilt fr die Personendekontamination.

    7.1.1 Not-Dekon: Notdekontamination von PersonenMit dem Einsatz des ersten Trupps im Gefahrenbereich ist zur Eigensicherung soforteine behelfsmige Dekontamination sicherzustellen, um den Trupp mit beschdigterSchutzausrstung, Kontamination der Haut, bei Atemluftmangel oder beiVerletzungen mglichst gefahrlos und zeitnah entkleiden zu knnen und eineAusbreitung zu verhindern. Die Manahme kann z. B. durch den Sicherheitstrupp sichergestellt werden. Frdiese Manahme ist in der Regel keine Sonderausrstung erforderlich.

    7.1.2 Dekon-Stufe I: Allgemeine EinsatzstellenhygieneDie Dekon-Stufe I gilt fr jeden Feuerwehrangehrigen bei allen Einstzen! An Einsatzstellen mit ABC-Gefahrstoffen ist jedoch besondere Einsatzstellenhygienezu praktizieren. Darunter werden Verhaltensregeln und Manahmen verstanden, dieeine Inkorporation und unntige Kontamination verhindern sollen wie

    - Kontaminationsvermeidung im Einsatz,- strikte Schwarz-Wei-Trennung im Einsatz,- Rauch-, Ess- und Trinkverbot ohne vorherige Reinigung,- Ablegen und getrennte Lagerung der Schutzkleidung,- Grobdekontamination der Stiefel,- Reinigung und Desinfektion der Hnde nach dem Einsatz,- Duschen nach dem Einsatz, sptestens im Feuerwehrgertehaus,- Wechselkleidung bereitstellen und- Schwarz-Wei-Trennung auch im Feuerwehrgertehaus

    Um diese Manahmen durchfhren zu knnen, sind auf den Einsatzfahrzeugen

    - Behlter mit Auslaufhahn,- Frischwasser (z.B. Trinkwasser in Tetrapack oder PET),- Seifenspender,- Einmalhandtcher,- handelsbliche, alkoholische Handdesinfektionslsung (umfassend

    wirksam gegenber Bakterien, Pilzen und Viren) sowie- Folienbeutel in verschiedenen Gren zur Aufnahme kontaminierter

    Kleidung und Gertschaften

    mitzufhren.

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    7.1.3 Dekon-Stufe II: Standard-DekontaminationDie Standard-Dekontamination ist bei jedem Einsatz von Trupps unter persnlicherSonderausrstung (z. B.: CSA, Kontaminationsschutzanzug) sicherzustellen. DieDekontamination erfolgt am Dekon-Platz, der eine Schleusenfunktion zwischenGefahrenbereich und Absperrbereich besitzt.

    Die Dekontaminationsverfahren richten sich nach Art der freigesetzten ABC-Gefahrstoffe:

    Im A-Einsatz: Kontaminationsnachweis/EntkleidenIm B-Einsatz: DesinfektionIm C-Einsatz: Grobreinigung

    Um eine fachgerechte Standard-Dekontamination durchfhren zu knnen, ist imGefahrstoffzug Rheinland-Pfalz die Dekonstaffel vorgesehen.

    7.1.4 Dekon-Stufe III: Erweiterte Dekontamination im ABC-EinsatzDie Standard-Dekontamination der Dekon-Stufe II wird erweitert bei allen Einstzen,die den Einsatz von Duschzelten zur Personenreinigung, Warmwasseraufbereitung,Umkleide- bzw. Betreuungszelten oder Warmluftgeblse zur Beheizung im Winternotwendig machen:

    - Dekontamination einer greren Anzahl von Personen,- schwer lslichen Verschmutzungen,- lang andauernden Einstzen,- Groschadenlagen,- zeitkritische Dekontamination von Passanten, insbesondere Verletzter und- Gefahrstofffreisetzungen greren Umfangs.

    7.2 EinsatzgrundstzeEin Dekon-Platz ist bei allen ABC-Einstzen einzurichten. Der Dekon-Platz der Dekon-Stufe II muss grundstzlich sptestens 15 Minutennach dem ersten Anlegen einer persnlichen Sonderausrstung (Anschluss desBehltergertes) betriebbereit sein! Zur Menschenrettung kann der EinsatzleiterAusnahmen zulassen.

    Kontaminierte Verletzte sind von der Feuerwehr aus dem Gefahrenbereich zubringen und, wenn medizinisch vertretbar, soweit zu dekontaminieren, dass eineanschlieende Behandlung bzw. der Transport des Verletzten nicht zu einerKontaminationsverschleppung (Sekundrkontamination) fhrt bzw. das Sanitts-personal dadurch nicht gefhrdet wird. Dabei gilt der Grundsatz:Lebensrettende Sofortmanahmen gehen vor Dekontamination!Dabei ist der Eigenschutz zu beachten.

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    Es reicht in der Regel aus, die kontaminierte Kleidung des Verletzten zu entfernenund kontaminierte Hautpartien in Abstimmung mit dem Rettungsdienst zu reinigen(z. B. durch Abtupfen) bzw. abzudecken. Der Rettungsdienst ist ber eine mglicheKontamination oder einen Kontaminationsverdacht zu informieren.

    Soweit mglich, ist an der Einsatzstelle eine Grobreinigung kontaminierterGerte/Schutzkleidung durchzufhren, damit ein gefahrloser Transport ermglichtwird. Der Transport des grob dekontaminierten Gerts/Schutzkleidung darf nicht inMannschaftsrumen der Fahrzeuge durchgefhrt werden. GrobgereinigtesGert/Schutzkleidung ist in Folienbeutel verpackt und separat zu transportieren.Ist ein gefahrloser Transport des Gerts nicht gegeben, verbleibt das Gert an derAbsperrgrenze. Die weitere Behandlung ist mit der zustndigen Behrdeabzustimmen.

    7.3 Schutzbekleidung fr den Dekon-EinsatzDekon-Helfer im Schwarz-Bereich sind mindestens mit der Krperschutz-Form 2auszursten. In der Regel ist ein Filtergert als Atemschutz ausreichend. Alternativkann beim Kontaminationsnachweis (A-Einsatz) ein Staubschutzanzug(Reaktoroverall) mit Gummistiefeln und Einmalhandschuhen verwendet werden.

    Abbildung 20: Schwarz-Truppmann mitKrperschutzform 2 beim Entkleideneines CSA-Gertetrgers

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    7.4 Dekon-PlatzDie Lage des Dekon-Platzes wird durch den Einheitsfhrer der Dekonstaffel inAbsprache mit dem Einsatzleiter festgelegt. Dabei sind zu bercksichtigen:

    - Lage an windzugewandter Seite- Abstand (Schleusenbereich) zum Gefahrenbereich mglichst klein halten,- gnstige Zu- und Abwege sind mit abzutrassieren,- Ver- und Entsorgungsmglichkeiten,- Auffangmglichkeit fr kontaminierte Abwsser,- Witterungseinflsse- Gelndegegebenheiten/Geflle- bauliche Einrichtungen mitnutzen.

    Die unreine Seite (Schwarz-Bereich) des Dekonplatzes ist von der reinen Seite(Wei-Bereich) deutlich abzusetzen. Grenzen, Zugangswege und Trennlinien sindzu markieren und mssen als Schleuse fungieren.Der Dekon-Platz ist so zu strukturieren, dass eine zwangslufige Abfolge der Dekon-Manahmen gegeben ist (Einbahnstraenfunktion). Zudem muss der Schwarz-Bereich bei Bedarf in Richtung Wei-Bereich zu erweitern sein. Zu den mglichen Manahmen gehren:

    - Gerteablage,- Grobreinigung/Desinfektion,- Entkleiden,- Kontaminationsnachweis,- Dokumentation und- Betreuung.

    Abbildung 21: Ablaufschema der Standard-Dekontamination

    Gefahren-

    bereich

    Unreine SeiteSchwarz-Bereich

    Reine SeiteWei-Bereich

    Schleuse

    Grobreinigung / Desinfektion

    EntkleidenGerteablage Dokumentation

    Betreuung

    Kontaminations-nachweis

    Wind

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    7.5 Dekontaminationsverfahren im A-EinsatzZiel der Dekontamination im A-Einsatz ist die Entfernung radioaktiver Partikel vomKrper durch Entkleiden, so dass eine Strahlenbelastung fr die Einsatzkrfteminimiert und Inkorporation ausgeschlossen wird. Eine Kontamination von Personen und Gert wird zunchst an der GrenzeSchwarz/Wei-Bereich messtechnisch durch Kontaminationsnachweis festgestellt.Grundstzlich gilt eine Flche als kontaminiert, wenn die Zhlrate desKontaminationsnachweisgertes dreimal hher als die vorher gemessene Nullrate ist.Hautkontaminierte Oberflchen werden dokumentiert.

    Eine Dekontamination von Personen im Rahmen der Gefahrenabwehr wirdzunchst durch Entfernen kontaminierter Kleidung im Schwarz-Bereich erreicht.Kontaminierte Hautpartien werden durch Tupfen (nicht Reiben, nicht Duschen)dekontaminiert oder abgedeckt. Der Dekontaminationserfolg ist durch Messungnachzuweisen. Hautkontaminierte Personen sind zu registrieren.Stellt sich trotz Dekon-Manahmen kein Dekontaminationserfolg ein, ist die Persondem Rettungsdienst mit dem Hinweis auf radioaktive Kontamination zu bergebenund einer geeigneten Stelle (z. B. regionales Strahlenschutzzentrum) einerDekontamination zuzufhren.

    Kontaminierte Gertschaften und Schutzkleidung werden in luftdichten Behltern(z. B. Folienbeutel) verpackt, gekennzeichnet und verbleiben an der Einsatzstelle.Sie sind der zustndigen Fachbehrde (SGD Regionalstelle Gewerbeaufsicht) zubergeben.

    7.6 Dekontaminationsverfahren im B-Einsatz:Ziel der Dekontamination im B-Einsatz ist die Keimreduzierung auf der Oberflcheder Schutzkleidung bzw. Haut durch Desinfektionsmanahmen, so dass dieEinsatzkrfte gefahrlos aus dem Schutzanzug aussteigen knnen und eineKontaminationsverschleppung und Inkorporationsgefahr vermieden wird.Eine berprfung auf Kontamination oder Inkorporation an der Einsatzstelle ist zurZeit messtechnisch nicht mglich. Alle Personen, Einsatzkrfte und Gertschaften,die sich in Bereichen der biologischen Gefahrengruppe II B und III B aufgehaltenbzw. eingesetzt worden sind, gelten daher als kontaminiert, solange nichtentsprechend desinfiziert wurde oder eine fachkundige Person eine Kontaminationmit B-Gefahrstoffen mit Sicherheit ausschlieen kann.Nach der Grobdekontamination der Schutzkleidung haben die Einsatzkrfte beiEinstzen in der biologischen Gefahrengruppe II B Schutzkleidung und Gert, beiEinstzen in der biologischen Gefahrengruppe III B die gesamte Kleidung beiVerlassen des Gefahrenbereichs am Dekon-Platz abzulegen. Analoges gilt fr betroffene Personen, bei denen ein Verdacht auf Kontaminationnicht ausgeschlossen werden kann. Hnde, Gesicht, Haare und benetzte Hautstellensind zu desinfizieren und zu reinigen. Ggf. ist zu Duschen (lauwarm, nicht hei!). DieAnweisungen fachkundiger Personen sind zu beachten. Verletzungen, auch Bagatellverletzungen sind dem Einsatzleiter unverzglich zumelden.

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    Desinfektion von Personen: Die Desinfektionslsung ist drucklos auf die gesamteSchutzkleidung (z. B. mit Hilfe einer Gartenspritze oder mit Schwamm und Tchern)aufzutragen. Auf Problemstellen wie Falten, Stiefel ist besonders zu achten.Das zu verwendende Desinfektionsmittel ist in Absprache mit der Fachbehrde(Gesundheitsamt) oder einer anwesenden fachkundigen Person festzulegen. Ist dieInfektionsgefahr nicht nher bestimmt oder handelt es sich um Verdacht aufbiologische Kampfstoffe ist mit frisch angesetzter Peressigsure-Lsung (z. B.Wofasteril) zu desinfizieren.Kontaminierte Personen sind zu registrieren und zu isolieren. Alle weiterenManahmen erfolgen ausschlielich in Absprache mit dem Amtsarzt.

    Kontaminierte Kleidung: Ausstattung und sonstige Gegenstnde, die aus demGefahrenbereich herausgebracht werden mssen, sind im Schwarz-Bereich desDekon-Platzes zu sammeln, in Folienscke dicht zu verpacken und zu kennzeichnen.Die weitere Behandlung (z. B. Desinfektion oder Entsorgung) ist in Absprache mitdem Gesundheitsamt zu organisieren.

    7.7 Dekontaminationsverfahren im C-Einsatz:Ziel der Dekontamination im C-Einsatz ist die Reduzierung der Konzentration des C-Gefahrstoffes auf der Oberflche der Schutzkleidung durch Verdnnung bzw.Reinigung, so dass die Einsatzkrfte gefahrlos aus dem Schutzanzug aussteigenknnen und eine Kontaminationsverschleppung und Inkorporationsgefahr vermiedenwird. Eine berprfung auf Kontamination oder Inkorporation an der Einsatzstelle istin der Regel schwierig.Eine Dekontamination von Einsatzkrften im Rahmen der Gefahrenabwehr wirdzunchst durch mechanische Reinigung der Schutzkleidung mit Wasser und Seifebzw. bei hartnckigen Verschmutzung mit einer geeigneten Reinigungslsung imSchwarz-Bereich erreicht. Kontaminierte Hautpartien werden durch Tupfen (nicht Reiben) dekontaminiert. DieBetroffenen sind anschlieend dem Rettungsdienst zu bergeben.

    Kontaminierte Gertschaften und Schutzkleidung werden nach derGrobdekontamination in luftdichte Behlter (z. B. Folienbeutel) berfhrt undanschlieend durch eine fachkundige Person endgereinigt.

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    8 Aus- und Fortbildung

    Fr Einstze in Verbindung mit ABC-Gefahrstoffen sind dafr zustzlich ausgebildeteEinsatzkrfte erforderlich. Die Mindestvoraussetzungen fr die Ausbildung von ABC-Einsatzkrften regelt die FwDV2.

    Fhren ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ausfhren

    Fortbildung/Spezialisierung

    Fachausbildung

    Laufbahn-Ausbildung * Ausbildung auf Kreisebene

    Abbildung 19: Gliederung der Aus- und Fortbildung in Rheinland-Pfalz; Anhand der Pfeile istbeispielhaft die Ausbildung zum Gefahrstoffzugfhrer dargestellt.

    Fr ABC-Einsatzkrfte sind im jhrlichen Ausbildungsdienst mindestens einmal- eine Fortbildung zu Einstzen mit ABC-Gefahrstoffen einschlielich der

    Dekontamination sowie- eine bung im Einsatz mit ABC-Gefahrstoffen durchzufhren.

    Hierbei ist auf die Zusammenarbeit mehrerer Feuerwehren sowie anderer beteiligterOrganisationen und Fachbehrden an der Einsatzstelle wie Rettungsdienst,Schnelleinsatzgruppen, Polizei, Umweltbehrde etc. besonderer Wert zu legen.

    Sprech-funker*

    Atemschutz-Gertetrger

    *

    Trupp-mann*

    Gruppen-fhrer

    ABC-1

    ABC-Erkundung

    Dekonta-mination

    GAMS-Plus

    Gefahrstoff-Gertewart

    Trupp-fhrer*

    Mess-Praktika

    CSA-Gertetrger

    *

    ABC-2Zugfhrer FachkundeStrSch

    ...

    ...

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    8.1 Fachausbildung auf Kreisebene

    CSA-Gertetrger-LehrgangFr das Tragen eines Chemikalienschutzanzuges ist aufgrund der besonderenSinneseinschrnkungen und Belastung in Kombination mit einem umluftunab-hngigen Atemschutzgert eine ergnzende Ausbildung erforderlich. DieseAusbildung findet auf Kreisebene statt.Zielgruppe: Feuerwehrangehrige, die zum CSA-Gertetrger ausgebildet

    werden sollen.Lernziel: Einweisung in die Besonderheiten beim Umgang mit Chemi-

    kalienschutzanzgen in bung und Einsatz. Voraussetzungen: Atemschutzgertetrger-Lehrgang

    uneingeschrnkte Tauglichkeit nach G26/3momentane gesundheitliche Eignung

    Ausbildung: mindestens 14 h (siehe Musterstundenplan im Anhang D)

    8.2 Fachlehrgnge an der LFKS

    ABC-Einsatz (ABC 1)Die Fachausbildung zur ABC-Einsatzkraft findet an der LFKS gem FwDV2 statt.Zielgruppe: Feuerwehrangehrige, die als ABC-Einsatzkraft vorgesehen

    sind.Lernziel: Befhigung zur Handhabung der Sonderausrstung

    einschlielich der SchutzbekleidungVoraussetzungen: Abgeschlossene Truppmannausbildung einschlielich CSA-

    Gertetrger-Lehrgang.

    Messpraktikum Strahlensschutz (SMe)Die Fachausbildung findet an der LFKS statt.Zielgruppe: ABC-Einsatzkrfte, die als Messtrupp oder ABC-Fhrungskraft

    eingesetzt werden sollen.Lernziel: Vertiefung und Auffrischung der Handhabung von Strahlenmess-

    und Nachweisgerten.Voraussetzungen: ABC 1*

    Messpraktikum Gefahrstoffe (GSMe)Die Fachausbildung findet an der LFKS statt.Zielgruppe: ABC-Einsatzkrfte, die als Messtrupp oder ABC-Fhrungskraft

    eingesetzt werden sollen.Lernziel: Vertiefung und Auffrischung der Techniken und Taktik des

    Gefahrstoffnachweises sowie der Probenahme.Voraussetzungen: ABC 1*

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    Gefahrstoffgertewart (GSGW)Aufgrund von Unfallverhtungs- und Herstellervorschriften sowie der FwDV 7 ist eineFunktionsprfung sowie eine fachgerechte Reinigung, Wartung und Pflege derSonderausrstung durch eine beauftragte sachkundige Person erforderlich. DieseSachkunde kann im Rahmen des Gefahrstoffgertewart-Lehrgangs an der LFKSerworben werden. Zielgruppe: ABC-Einsatzkrfte, die als Gertewart fr die Gefahrstoff-

    Sonderausrstung vorgesehen sind.Lernziel: Sachgerechte Prfung, Wartung und Instandsetzung der

    Gefahrstoff-SonderausrstungVoraussetzungen: ABC 1*

    ABC-Dekontamination (ABCDe) Die Fortbildung findet an der LFKS gem FwDV 2 statt.Zielgruppe: ABC-Einsatzkrfte, die in der Dekon-Einheit eingesetzt werden

    sollen.Lernziel: Befhigung zur Handhabung der Dekontaminations-

    Sonderausrstung und Durchfhrung der fachgerechten ABC-Dekontamination

    Voraussetzungen: ABC 1*

    ABC-Erkundung (ABCEr)Die Fortbildung findet an der LFKS gem FwDV2 statt.Zielgruppe: ABC-Einsatzkrfte, die auf dem ABC-Erkunder neuer Bauart (ab

    Bj. 2000) eingesetzt werden sollen.Lernziel: Einweisung in die Bedienung der Messgerte, Taktik des

    Gefahrstoffnachweises sowie der Probenahme.Voraussetzungen: ABC 1*

    GAMS-Plus Die Fortbildung findet an der LFKS statt.Zielgruppe: Gruppenfhrer mit reiner Brandschutzkomponente.Lernziel: Effektive Durchfhrung der Unaufschiebbaren Erstmanahmen

    im Gefahrstoffeinsatz ohne Sonderausrstung sowie mitAusstattungssatz zur Untersttzung der UnaufschiebbarenErstmanahmen (GAMS-Plus).

    Voraussetzungen: Gruppenfhrer

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    Fhren im ABC-Einsatz (ABC 2)Der ABC-Fhrungslehrgang findet an der LFKS gem FwDV 2 statt.Zielgruppe: Feuerwehrangehrige, die als ABC-Fhrungskrfte vorgesehen

    sind.Lernziel: Fachausbildung von Fhrungskrften fr den taktisch richtigen

    Einsatz der ABC-Sonderausrstung und Fhrung der ABC-Einheiten.

    Voraussetzungen: GruppenfhrerABC 1* und Messpraktika

    Fachkunde Strahlenschutz (A 3)Die Fachkunde Strahlenschutz (und deren Erhalt) kann an der LFKS erworbenwerden.Zielgruppe: Feuerwehrangehrige, die als Gefahrstoffzugfhrer vorgesehen

    sind, Fachberater, feuerwehrtechnische Bedienstete in Kreis-bzw. Stadtverwaltung

    Lernziel: Erwerb der Fachkundegruppe S2.2 und S4.1 nachFachkunderichtlinie

    Voraussetzungen: ABC 2*

    (*: oder gleichwertig)

    8.3 Funktionsbezogene Ausbildung der ABC-Einsatzkrfte

    Fhrungstrupp mit Einsatzleitwagen ELW 1 Aufgaben Gliederung Besatzung Ausbildung *

    1 ZF ZFABC 2A 3

    KLL

    1 GF zbV.(stellv. ZF)

    ZFABC 2A 3

    KLL

    1 TrM (Fahrer) Sprechfunker G

    Abschnittsleitung ABC,

    Beschaffen undBewerten vonStoffinformationen,

    Bereitstellung von ABC-Einsatzkrften

    (1/1/2/4)

    1 TrM Sprechfunker G

    Gertetrupp mit Gertewagen Gefahrgut GW-G (RP)oder GW-G nach DIN 14555-12, Stand 2005

    Aufgaben Gliederung Besatzung Ausbildung *1 TrF GF

    ABC 2KL

    1 TrM ABC 1 L

    Bereitstellung vonGerten zum Auffangen,Umfllen und Abdichtenvon Gefahrstoffen sowieSchutzbekleidung

    (1/2/3)

    1 TrM (Fahrer) ABC 1 L

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    Seite 48

    Dekonstaffel mit Mehrzweckfahrzeug Dekontamination MZF-Dekon (RP)Aufgaben Gliederung Besatzung Ausbildung *

    1 GF GFABC 2Dekontamination

    KLL

    2 TrF ABC 1GSMeSMeDekontamination

    LLLL

    2 TrM ABC 1 L

    ABC-Dekontamination

    - K-Nachweis

    - Desinfektion

    - Grobreinigung

    Aufbau und Betrieb desDekon-Platzes,

    Betreuung dereingesetzten Trupps,Bereitstellung vonMessgerten,Nachschub-Logistik

    (1/5/6)

    1 TrM (Fahrer) ABC 1 L

    Messtrupp mit Gertewagen Messtechnik GW-Mess (RP)Aufgaben Gliederung Besatzung Ausbildung *

    1 TrF GFABC 2

    KL

    1 TrM ABC 1GSMeSMe

    LLL

    Festlegen, Markierenund Absperren desGefahrenbereiches(interne Messung),

    Spren, Messen undProbenahme (externeMessung)

    (1/2/3)

    1 TrM (Fahrer) ABC 1GSMeSMe

    LLL

    Gefahrstoffstaffel mit Mehrzweckfahrzeug Gefahrstoffe MZF-GAufgaben Gliederung Besatzung Ausbildung *

    1 GF GFABC 2

    KL

    2 TrF ABC 1GSMeSMe

    LLL

    2 TrM ABC 1 L

    Bereitstellung vonGerten zum Auffangen,Umfllen und Abdichtenvon Gefahrstoffen sowie

    Schutzbekleidung,

    Nachschub-Logistik

    (1/5/6)

    1 TrM (Fahrer) ABC 1 L

    ZF = Zugfhrer TrF = TruppfhrerGF = Gruppenfhrer TrM = Truppmann

    *Kostentrger: G = Gemeinde, K = Kreis, L = Land

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    Seite 49

    Anhang A

    Gefahrengruppen IA IIA IIIA und Kennzeichnung

    Gem 52 StrlSchV (Stand 2001) hat zur Vorbereitung der Brandbekmpfung eineEinteilung mglicher Einsatzstellen in Gefahrengruppen zu erfolgen. Die betroffenenBereiche sind jeweils am Zugang deutlich sichtbar und dauerhaft mit dem Zeichen"Gefahrengruppe I", "Gefahrengruppe II" oder "Gefahrengruppe III" zu kennzeichnen.

    Der radioaktiven Gefahrengruppe IA sind zuzuordnen:Bereiche mit umschlossenen radioaktiven Stoffen, derenGesamtaktivitt das 104-fache der Freigrenze nachStrlSchV nicht bersteigt; Bereiche mit offenenradioaktiven Stoffen, deren Gesamtaktivitt das 102-facheder Freigrenze nach Strahlenschutzverordnung nicht bersteigt; Bereiche mitumschlossenen radioaktiven Stoffen, deren Gesamtaktivitt das 107-fache derFreigrenze nicht bersteigt, sofern ihre zulssige thermische und mechanischeBeanspruchbarkeit den Anforderungen der Temperaturklasse 6 und derSchlagklasse 6 nach DIN 25 426 Teil 1 gengt.Bereiche mit radioaktiven Stoffen in fr diese zugelassenen Typ B- oder Typ C-Behltern, deren Gesamtaktivitt das 107-fache der Freigrenze nicht bersteigt.

    Der radioaktiven Gefahrengruppe IIA sind zuzuordnen:Bereiche mit radioaktiven Stoffen, deren Gesamtaktivittgrer als das 104-fache und nicht grer als das 107-fache der Freigrenze ist, soweit sie nicht der Gefahren-gruppe l A zugeordnet werden knnen.

    Der Gefahrengruppe IIIA sind zuzuordnen:Bereiche mit radioaktiven Stoffen, deren Gesamtaktivittdas 107-fache der Freigrenze bersteigt, soweit sie nichtder radioaktiven Gefahrengruppe l oder II gem denSonderregelungen nach zugeordnet werden knnen;Bereiche in denen der Umgang, die Aufbewahrung undVerarbeitung von Kernbrennstoffen nach 6 und 9 Atomgesetzt (AtG) sowie fr dieGenehmigung von Anlagen nach 7 AtG vorliegt; Bereiche, deren Eigenart imEinsatzfall die Anwesenheit einer fachkundigen Person erforderlich macht.

    Sonderregelung der Zuordnung zu einer Gefahrengruppe:In Grenzfllen kann ein Bereich mit radioaktiven Stoffen einer anderen Gefahrengruppe zugeordnetwerden, als seiner Gesamtaktivitt entsprechen wrde. Ein Bereich zum Umgang mit offenenradioaktiven Stoffen mit einer Gesamtaktivitt ber der Freigrenze aber weniger als dem 104-fachender Freigrenze ist der hheren Gefahrengruppe II zuzuordnen, wenn es sich um leicht flchtigeRadionuklide (z.B. Jod) oder um einen Umgang in kleinen bzw. schlecht gelfteten Rumen handelt. Wenn sowohl die Gefahr eines Brandes als auch eines anderen Schadensereignisses oder die dabeimglicherweise auftretenden Auswirkungen und Gefahren durch Strahlung gering sind, kann einBereich einer niedrigeren Gefahrengruppe zugeordnet werden. Dies kann der Fall sein, wenn derBereich einen eigenen Brandabschnitt bildet, der keine brennbaren Stoffe enthlt und von anderenBrandlasten durch Brandwnde getrennt ist, oder wenn bei Anlagen im Freien in der weiterenUmgebung des Umgangsbereiches der radioaktiven Stoffe (Abstand je nach Art und Menge,mindestens jedoch 10 m) keine brennbaren Stoffe vorhanden sind und dieser Bereich durchBrandeinwirkung von auen nicht gefhrdet werden kann.

    Gefahrengruppe II

    Gefahrengruppe III

    Gefahrengruppe I

  • GefahrstoffkonzeptRheinland-Pfalz

    Seite 50

    Kennzeichnung von Anlagen:

    In 68 der StrlSchV (Stand 2001) ist eine Kennzeichnungspflicht fr folgendeBereiche festgelegt:

    - Rume, Gerte, Vorrichtungen, Schutzbehlter und Aufbewahrungsbehlter undUmhllungen fr radioaktive Stoffe, mit denen nur aufgrun