Gemeindebrief Juli-August 2013 - Kirche Herzbergkirche- Juli... · PDF file...

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  • Gemeindebrief Juli-August 2013

    Altherzberg, Friedrichsluga, Gräfendorf, Buckau, Mahdel, Frauenhorst, Herzberg – St. Marien

  • In diesem Jahr erzählen die Vorsitzenden der Gemeindekirchenräte, was ihnen ihr Glaube im Alltag bedeutet. In diesem Interview antwortet Regina Schulze, Vorsitzende des GKR in Buckau. Frau Schulze, Sie sind Vorsitzende des Buckau GKR. Seit wann machen Sie das und was erfüllt Sie daran? Seit dieser Legislaturperiode bin ich Vorsitzende. Ich bin von Hause aus gläu- big erzogen. Mein Vater war schon im Gemeindekirchenrat. Ich hätte nie ge- dacht, dass ich ihm mal so ähnlich werde. Früher habe ich das mit der Religion nicht so tierisch ernst genommen, hab sogar mal den Unterricht geschwänzt. Andererseits - wir sind auch mit dem Satz groß geworden: »Mit Gott fang an, mit Gott hör auf - das ist der schönste Lebenslauf.« Das fand ich immer sehr schön und dieser Satz ist für mich bis heute wichtig geblie- ben. Mein Mann und ich leben auch von diesem Rhythmus. Er läutet fast jeden Sonnabend das Wochenende ein und ich erfahre von ihm alle Unterstützung in meiner Arbeit. Was Ihnen denn heute wichtig, wenn Sie in Ihrer Kirche sitzen? Sie lieben diesen Ort ja sehr. Da finde ich Ruhe, halte inne und versu- che, Kraft für die nächste Zeit zu schöp- fen. Manchmal gehe ich auch allein in die Kirche. In meiner Kirche fühl ich mich ge- borgen. Wenn es schön geschmückt ist (ist es immer! Kommentar Noetzel), fühl ich mich natürlich besonders wohl. Wenn wir »Geh aus, mein Herz, und suche Freud« singen, geht mir das Herz auf. Wenn viele mitsingen, überhaupt wenn viele da sind, wenn wir eine richtige Gemeinschaft sind, das find ich richtig wohltuend. Manchmal im Alltag mach ich mir Sorgen, dass das Gemeinschaftsgefühl und die gegensei- tige Solidarität auf der Strecke bleiben. Deswegen sind für mich diese anderen Momente so wichtig. Für Buckau ist es derzeit in unse- rem Pfarrbereich ja am schwersten, Fördermittel für die dringende Sanierung der Kirche zu bekommen. Es ist schon 12 Jahre her, dass der Turm restauriert wurde. Was hilft Ihnen, diese langen Durststrecken durchzustehen?

    Es fällt mir schwer, darüber gelassen zu reden, manchmal habe ich eine richtige Wut, dass wir immer wieder vertröstet werden. Ich habe das Gefühl, dass es da- durch auch viel schwerer ist, Leute im Ort zu mobilisieren mitzumachen und immer wieder zu spenden. Über den Turm hatte ich mich besonders gefreut, zumal wir ja gleich daneben wohnen. Ich hab trotzdem nie aufgegeben, weil mir unsere Kirche einfach zu lieb ist, um sie dem Verfall preiszugeben. In den letzten Jahren, als wir die Feste ge- feiert haben, habe ich mich riesig gefreut, dass so viele mitgezogen haben. Ich habe gemerkt, dass es auch den anderen Spaß gemacht hat, gute Gastgeber zu sein und etwas gelingen zu lassen. Diese Tradition möchten wir gern beibehalten. Morgen wird Ihr jüngerer Sohn getraut und Ihre Enkelin Victoria getauft. ... Im letzten Jahr hat schon mein älterer Sohn geheiratet. Mein Mann und ich sind sehr glücklich, dass beide ihren Weg mit der Kirche gehen wollen, das hat man als Eltern ja auch nicht immer in der Hand. Und dass unser Sonnenschein Victoria in diesem Rahmen getauft wird, macht mich beson- ders glücklich. Hier heute zu sitzen und über meinen Glauben zu reden, ist schon bewegend. Da kommen oft Erinnerungen an die eigene kirchliche Trauung. Und ich hab oft darüber nachgedacht, wie unver- fügbar das Leben ist. Meine Mutti ist gera- de aus dem Krankenhaus entlassen wor- den und wir wissen nicht so richtig, wie es weitergeht. Und andererseits feiern wir dieses schöne Fest - ein Grund zur Freude und das würde meine Mutti auch so sehen. Was wünschen Sie Ihrer Gemeinde für diesen Sommer? Nach den Wetterkapriolen einen schö- nen sonnigen Sommer mit vielen Gemeinschaftserlebnissen in der Kirche - und mit den Worten meines Lieblingsliedes - dass Eure Herzen ausgehen und die Schönheit der Schöpfung entdecken.

    Regina Schulze

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    Freitag, 5. Juli Kollekte: Härtefonds für schwangere Frauen und Familien in Not (EKM)

    18 Uhr Altherzberg »Das Wort zum Sonntag« Sinn des Lebens: Ist Leiden sinnvoll? Fragen an Hiob (Hiob 4, 1-9) Andacht zum Wochenabschluss

    Sonntag, 7. Juli 6. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: Härtefonds für schwangere Frauen und Familien in Not (EKM)

    8.30 Uhr Friedrichsluga Gottesdienst 10 Uhr Herzberg Gottesdienst mit Kindern zur Tauferinnerung und Kirchenkaffee 13.30 Uhr Buckau Gottesdienst 15 Uhr Mahdel Gottesdienst

    Sonntag, 14. Juli 7. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: Unterstützung der ökumenischen Arbeit (VELKD)

    8.30 Uhr Frauenhorst Gottesdienst 10 Uhr Herzberg Gottesdienst 14 Uhr Gräfendorf Gottesdienst mit anschließen- dem Gemeindefest

    Sonntag, 21. Juli 8. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: Arbeit der Krankenhaus- und Polizeiseelsorge (EKM)

    10 Uhr Herzberg Gottesdienst mit Abendmahl

    Sonntag, 28. Juli 9. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: eigene Gemeinde

    9.30 Uhr Gottesdienst im Seniorenheim »A. Schweitzer«

    10 Uhr Herzberg Gottesdienst mit Kindern, Sommerkrimi (1 Sam 24)

    Sonntag, 4. August 10. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: Arbeitslosenfonds »einspluseins« (EKM)

    10 Uhr Herzberg Gottesdienst und Kirchenkaffee 13.30 Uhr Buckau Gottesdienst 14 Uhr Gräfendorf Gottesdienst 15 Uhr Mahdel Gottesdienst

    Freitag, 9. August zum 11. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: eigene Gemeinde

    18 Uhr Altherzberg »Das Wort zum Sonntag« Sinn des Lebens: Wann ist mein Leben sinnvoll? Fragen an Abraham und Sarah (Gen 12) Andacht zum Wochenabschluss

    Sonntag, 11. August 11. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: eigene Gemeinde

    10 Uhr Herzberg Gottesdienst 15 Uhr Herzberg Gemeindefest

    Sonntag, 18. August 12. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: Arbeit der Stiftung BibelLESE

    8.30 Uhr Frauenhorst Gottesdienst 10 Uhr Herzberg Gottesdienst mit Abendmahl

    Sonntag, 25. August 13. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: Jugendarbeit in Elsterwerda

    10 Uhr Herzberg Gottesdienst mit Kindern

    Gottesdienste

  • 4 Sonntag, 1. September 14. Sonntag nach Trinitatis Kollekte: Orgelfonds der Landeskirche

    10 Uhr Herzberg Gottesdienst und Kirchenkaffee 14 Uhr Gräfendorf Gottesdienst

    Gottesdienste

    Abendmahl mit Kindern Der Gemeindekirchenrat Herzberg brauch- te keine fünf Minuten, um zu seiner Entscheidung zu kommen: die Kinder gehören zur Gemeinde und sollen auch mit uns Abendmahl feiern. Im Nachgang haben wir jedoch einige Stimme aus der Gemeinde gehört, die diesen Beschluss nur schwer verstehen können. Darum sollen hier die Argumente noch ein- mal ausführlicher dargestellt werden: Kinder gehören zur Gemeinde von heute und sind nicht die Gemeinde von mor- gen. Darum gilt ihnen in gleicher Weise wie Erwachsenen die Zusage »für euch gegeben«. Es gibt keinen Grund, dass wir getaufte Christen davon ausschließen. Mit der Taufe gehören alle zum Leib Christi (1Kor 12,13; Gal 3,27f). Im Abendmahl wird nichts anderes zugeeignet als in der Taufe. Das Abendmahl ist die Wegzehrung für den Weg, der mit der Taufe begonnen hat. Darum stellt sich die Frage, ob die Ablehnung des Kinderabendmahls nicht auch die Ab-schaffung der Kindertaufe nach sich ziehen müsste. Um die Taufe nicht zu entwerten, sollten keine weiteren Zugangsbedingungen zum Abendmahl als die Taufe geschaffen werden. Der geistige Entwicklungsstand eines Menschen ist zu berücksichtigen, wenn es um die Übertragung von Diensten und Aufgaben in der Gemeinde geht. Wo es aber, wie im Abendmahl, um den Empfang des heilvollen Geschenks Gottes in Jesus Christus geht, ist es nicht sinnvoll, die aus- zuschließen, die nicht nur »wie die Kinder«, sondern wirklich Kinder sind.

    Dass Kinder erst ab den »anni discre- tionis«, also ab dem Alter »wenn der Vernunftsgebrauch einsetzt«, zum Abend- mahl zugelassen wurden, war eine Entscheidung des IV. Laterankonzils 1215. Eine solche an die Vernunft gebundene Praxis würde z. B. die Teilnahme Behin- derter am Abendmahl generell verhindern. Außerdem wird heute die Entwicklung des Kindes und seiner kognitiven Fähigkeiten vollends anders beurteilt als im Mittelalter. Kinder von 4-10 Jahren lassen sich aus ei- genem Antrieb unbefangen auf Neues ein. Später, wenn sie sich in der Pubertät von Autoritäten, Sitten und Riten lösen, kön- nen sie kaum Zugang zum Abendmahl finden. Wenn die Konfirmation das Erstabendmahl beinhaltet, bleibt es für ei- nen Großteil der Konfirmierten das letzte Abendmahl. Nicht nur kognitive Zugänge helfen, das Abendmahl zu verstehen, son- dern auch der ungehemmte Umgang mit der Lebensspeise, die ihre Kraft nur entfal- ten kann, wenn sie zum Leben der jungen Christen gehört. Zum Glauben gehört auch die Tradition, liebgewonnene Gewohnheiten, Gewissheit, die daraus entspringt, dass sich nicht stän- dig alles ändert. Was das Abendmahl mit Kindern angeht, musste sich jedoch etwas ändern. Jesus lädt an seinen Tisch. Und es wäre vermessen, wenn wir sagten: »Du verstehst das noch nicht, darum darfst Du nicht.« Wer von uns vermag schon das »Geheimnis des Glaubens« vollends zu verstehen? Pfarrerin Jutta Noetzel

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    Orgelmusik Jeden Dienstag erklingt um 18 Uhr für ca. 20 Minuten die Orgel. Erleben Sie die Rühlmann-Orgel von ihrer meditativen Seite – lauschen Sie sphäri- schen Klängen und schwebenden Melodien der Flötenregister. Eintritt frei!

    Sonntag, 7. Juli, 16 Uhr in der Kirche St. Marien Herzberg