Gemeindebrief - Paul-Gerhardt · PDF file 2008-02-22 · Gemeindebrief Evangelische...

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  • Gemeindebrief Evangelische Paul-Gerhardt- Kirchengemeinde Lichtenberg

    September, Oktober, November 2007

    Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland.

    Paul Gerhardt

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    NachgedachtEditorial, Inhalt

    Nachgedacht - 03 GKR-Wahl - 05 Neue, alte Geschichten - 06 Die kirchliche Bestattung - 08 Hospizarbeit - 11 Friedhof - 15 Stolpersteine - 17 Gemeindekreise - 18 Verabschiedung - 22 Kinder und Jugend - 24 Paul-Gerhardt-Fest - 27 Musik - 28 Termine - 32 Anschriften und Sprechzeiten - 34 Gottesdienste - Rückseite

    Nachgedacht! Das habe ich! Was schreibe ich bloss? Werden es Menschen lesen - meine Gedanken? Vor mir liegt die Urlaubszeit, doch ehe dieser neue Gemeindebrief Sie erreicht, liegt diese Zeit schon lange hinter mir! Was mich jetzt bewegt, bewegt mich dann schon lange nicht mehr. Gehen Ihnen diese Gedanken auch manchmal durch den Kopf? Ein Bild erscheint vor meinen Augen: Um ein großes Holz winden sich starke Seile. Sie sind Teil der Aufhängung für eine Hängebrücke. Seit vielen Jahrhunderten über- spannen ineinander verflochtene Seile einen Fluss. Die Brücke ist schmal und schwankt von der Bewegung derer, die auf ihr gehen. Es kann einem schon schwindlig werden, nur beim Zuschauen. Wenn der Wind in die luftige Konstruktion fährt, so tanzt sie ohnehin über dem Abgrund. Der Strom tost gewaltig, und wenn es einmal nur wenig Wasser im Flusslauf gibt, dann sieht man die großen Felsblöcke, die in seinem Bett liegen. Ein Boot kann hier keinen Menschen an das andere Ufer bringen. Das Wasser teilt die Ufer, es wäre ohne die Brücke eine unüberwindliche Grenze. Was am Oberlauf des Flusses jedoch trennend und hemmend wirkt, wird

    in den ruhigeren Abschnitten zur Quelle des Lebens. In viele Kanäle verzweigt, bewässert der Strom die Felder der Ebene, auf denen der Reis gut wachsen und gedeihen kann. Der Anfang der Brücke liegt im Brückenhaus. Dort sind die kräftigen Seile zu sehen, das starke Holz und verlässlich aufeinander gefügte Steine. Alles wirkt sehr Vertrauen erweckend. Doch wenn sich der Blick zur Brücke hinaus richtet, wird der Furcht erregende Abgrund deutlich. Da sind plötzlich nur ein paar Seile zu sehen! Denen soll ich mein Leben anvertrauen? Die Perspektive verändert oft alle Vorstellungen. Im Brückenhaus ist Sicherheit. Das Schwanken der Brücke aber spricht eine andere Sprache für mich. Ich sehe zwar, wie

    Impressum Herausgeber: Evangelische Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Lichtenberg in Berlin eMail: [email protected] Verantwortliche Redaktion: Winfried Krause Layout: Michael Fuchs Redaktionsanschrift: Gemeindebrief, Am Tierpark 28, 10315 Berlin Druck: mediaray-graphics, Berlin Auflage: 6500 Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 25.10.2007 Bitte kündigen Sie der Redaktion frühzeitig geplante Artikel an. Andernfalls kann nicht garantiert werden, dass die Beiträge in den Gemeindebrief aufgenommen werden. Beiträge die uns nach Redaktionsschluss erreichen, werden nicht berücksichtigt! Die Redaktion behält sich vor, die von den bezeichneten Autoren eingereichten Artikel unter Wahrung der wesentlichen Inhalte zu kürzen, bzw. an das Format der Publikation anzupassen. Der Gemeindebrief der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Lichtenberg erscheint viermal im Jahr.

    Besuchen Sie auch unsere Internetseite: www.paul-gerhardt.com

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    Nachgedacht / GKR-WahlNachgedacht

    Menschen mit festen Schritten über den Abgrund laufen, aber das hilft mir nicht. Die Fragen bleiben: Was ist, wenn die Seile reißen? Werde ich mich halten können, wenn der Wind unerwartet bläst? Oder werde ich stürzen? Vielleicht wird mir auch ohne Wind schwindlig, so dass ich auf halbem Weg weder vorwärts noch rückwärts kann? Auf diesen schmalen Seilen wird mich niemand holen können. Wer hilft mir dann? Ein Bild für mich. Nur ein Bild? Auch unser Leben ist oft wie an Seilen aufgehängt. Manchmal erscheinen uns diese Seile wie verlässliche Haltetaue. Den Abgrund unter uns nehmen wir dann gar nicht wahr. Die Brücke ist fest gespannt und der Weg darüber breit. Jedem wünsche ich, dass das Leben lange Phasen voller Glück und Selbstvertrauen hat. An dieser Stelle die Abgründe und ihre Gefahren zu beschwören, bringt niemanden weiter. Aber auf die Seile will ich verweisen, daran erinnern: Wir sind auch im Glück Gehaltene. Starke Seile der Liebe hat Gott für uns ausgespannt, dass wir über die Barrieren des Lebens kommen. Er ist der Brückenbauer, der uns Wege glücklich gehen lässt. Dafür können wir danken. Wir sind aber auch von

    ihm gehalten, wenn es im Leben ganz anders aussieht. Es gibt Situationen, wo alles am seidenen Faden zu hängen scheint, wo die Abgründe stärker auf uns wirken als das Halteseil in unseren Händen. Aus dieser Perspektive können die Seile noch so stark sein, sie sehen doch nur wie Fäden aus. Unter uns ein reißender, verschlingender Strom und spitze Felsen, an denen wir sterben würden. Es wird uns der Mut nur dann nicht sinken, wenn wir an das Brückenhaus denken können, wenn wir den Erfahrungen unseres Lebens, unseres Glaubens trauen. Die normalen Situationen unseres Lebens kommen uns meist jedoch wie ein Gang über die schwankende, lange Brücke vor. Wir wissen sehr wohl, dass die Seile halten. Irgendwie kommen wir auch über den Abgrund, selbst wenn die Brücke schaukelt. Wir meinen, dass es dann nur auf unsere Geschicklichkeit ankommt, um ans andere Ufer zu kommen. Da heißt es dann, festzuhalten, was man in den Händen hat und die einzelnen Schritte gut zu planen. Wir meinen, wir meistern den Abgrund und vergessen dabei, dass es die Brücke schon ganz lange gibt, dass viele Menschen vor uns den Abgrund überquert haben. Natürlich ist es

    wichtig, aufzupassen über dem Strom – doch die Brücke hat Gott uns schon längst gebaut. Er ist bei uns in unseren Stärken und in unseren Schwächen, er ist bei uns, wenn wir nur auf uns

    vertrauen wollen und er wird uns halten, was auch immer kommt. Die Brücke zum anderen Ufer liegt vor uns.

    Pfarrerin Angelika Goyn

    Wahl zum Gemeindekirchenrat Am 4. November 2007 finden im Bereich unserer Landeskirche die Wahlen zu den Gemeindekirchenräten statt. In unserer Paul-Gerhardt-Gemeinde sind sieben der 15 gewählten Vertreter durch Wahl neu zu bestimmen. Hinzu kommen vier Ersatzälteste. Wahlberechtigt sind alle Gemeindemitglieder, die am Wahltag mindestens 14 Jahre alt und konfirmiert sind. Am 9. September 2007 findet in der Karlshorster Kirche „Zur frohen Botschaft“ zu Beginn des traditionellen Straßenfestes ein zentraler gemeinsamer Gottesdienst für die ganze Paul-Gerhardt-Gemeinde statt. Die Kandidaten für das Ältestenamt werden sich in diesem Gottesdienst der Gemeinde vorstellen. Für unsere große Kirchengemeinde wird es bei dieser Wahl erstmals eine gemeinsame Wahlliste geben. Es werden drei Wahllokale eingerichtet, in denen die Stimme abgegeben werden kann.

    1. In Friedrichsfelde im Gemeindesaal, Am Tierpark 28 2. In Karlshorst im Voraum der Kirche, Weseler Str. 6 3. In Erlöser im Gemeindesaal, Nöldnerstr. 43

    Die Wahllokale öffnen im Anschluss an die örtlichen Gottesdienste und schließen um 17.00 Uhr. Auch die Briefwahlumschläge müssen bis dann vorliegen. Die Wahlunterlagen mit den notwendigen Detailinformationen werden rechtzeitig (ca. vier Wochen) vor der Wahl per Post zugestellt. Bitte machen Sie von Ihrem Wahlrecht ausgiebig Gebrauch.

    Gudula Finder, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates

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    Neue, alte GeschichtenNeue, alte Geschichten

    Wie wird das alles einmal enden? Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! ... Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? ... Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. ... Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

    Matth. 25; 31-34,37,40,46

    Wie wird das alles einmal enden? Jesus musste sich immer wieder besinnen, immer wieder neue Kraft schöpfen. Ist alles umsonst? Die Zeiten waren schlecht, die Menschen korrupt. Was sich nicht einfach durchsetzen ließ, wurde mit Gewalt geregelt. Jeder nutzte seine Vorteile. Dann müssen sich die Unterlegenen eben wehren. Mir schenkt ja auch keiner was. Wie wird das alles einmal enden? Wie oft stelle ich mir diese Frage! Ich merke, dass mir langsam die Einfälle ausgehen. Ich stelle mir eine Welt vor, in der die Menschen gleich geachtet

    werden, die Schöpfung bewahrt wird und kein Mensch mehr Angst hat, dass ein anderer mit Gewalt über ihn kommt. Aber was für eine Gerechtigkeit? Wie bewahrt man die Schöpfung? Was ist und wie ist Friede? Und – wenn wir darunter leiden, dass es eben nicht so ist - wird es eine Zeit geben, wo es dann so ist? Wird es Gerechtigkeit geben - jemals? So stellen sie auch Jesus die Frage und Jesus greift wieder zu einer Geschichte, die sich über Jahrhunderte und Jahrtausende halten wird, missbraucht werden

    kann, im Geheimen das Denken so geprägt hat, dass die Menschen auf diese Geschichte immer wieder zurüc