Handbuch Konfliktmanagement im interkulturellen · PDF fileHandbuch Konfliktmanagement im...

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  • HandbuchKonfliktmanagement im interkulturellen KontextKIK Mnchen

    von Kurt Faller und Soraya Attariunter Mitarbeit von Daniel Gnthr

    Stelle frinterkulturelle Arbeit

  • Handbuch Konfliktmanagement im interkulturellen Kontext 3

    Ein Kooperationsprojekt der

    untersttzt durch die AWO-Akademie Helene Simon, Bonn

    Stelle frinterkulturelle Arbeit

  • 4 Handbuch Konfliktmanagement im interkulturellen Kontext

    Vorwort von Friedrich Graffe, Sozialreferent der Landeshauptstadt Mnchen und Jrgen Salzhuber, Geschftsfhrer der Beratungsdienste der Arbeiterwohlfahrt Mnchen gGmbH .......................................................................................... 6

    1. Rahmenbedingungen .......................................................................................................... 8 1.1. Konzeptentwicklung ....................................................................................................... 8 1.2. Koordinierungsstelle ....................................................................................................... 9 1.3. Mediationsteam ............................................................................................................ 10 1.4. Konfliktfelder ................................................................................................................. 11 1.5. Wer kann sich an die Koordinierungsstelle wenden? .................................................... 11

    2. Ablauf der Fallaufnahme ................................................................................................... 12 2.1. Skizze ............................................................................................................................ 12 2.2. Vertragsgestaltung mit ueren Auftraggebern ......................................................... 13 Frageraster zur Klrung des ueren Auftrags .......................................................... 13 2.3. Vertragsgestaltung mit Mediatorinnen und Mediatoren ............................................... 14 2.4. Auftragsgestaltung mit Konfliktparteien (innere Auftraggeber) ................................ 15

    3. Konfliktanalyse .................................................................................................................. 16 3.1. Schritte zur Vorbereitung der Konfliktbearbeitung ........................................................ 16 KIK-Gesprchsleitfaden ................................................................................................. 17 3.2. Die Erarbeitung des Mediationsplans ........................................................................... 18 Skizze Stakeholder-Modell ......................................................................................... 19 Mediationsplan ............................................................................................................. 20 bersicht Die Eskalationsstufen von Konflikten ........................................................ 21

    4. Instrumente der Konfliktbearbeitung .............................................................................. 22 bersicht Die Instrumente der Konfliktbearbeitung nach Kurt Faller ................................ 23 4.1. Konfliktberatung ............................................................................................................ 24 bersicht Das 9 Felder Modell .................................................................................. 25 Ablauf der Konfliktberatung ........................................................................................... 26 4.2. Konfliktcoaching ............................................................................................................ 27 Ablauf des Konfliktcoachings ........................................................................................ 27 4.3. Klassisches Setting ....................................................................................................... 28 Ablauf des klassischen Settings: Phasen der Mediation .............................................. 28 4.4. Klrungsgesprch als spezielle Form des klassischen Settings der Mediation ............ 32 Frageraster fr die Einzelgesprche ............................................................................. 33 Ablauf des Klrungsgesprchs in 10 Schritten .............................................................. 33 4.5. Shuttle-Mediation .......................................................................................................... 38 Ablauf der Shuttle-Mediation ........................................................................................ 39 4.6. Teamkonfliktmoderation ............................................................................................... 40 Ablauf der Teamkonfliktmoderation .............................................................................. 41 4.7. Gruppen-Mediation ....................................................................................................... 42 Grafik Gruppen-Mediation .......................................................................................... 42 Ablauf der Gruppen-Mediation: Ein Prozess in 12 Stationen ........................................ 43

    Inhalt

  • Handbuch Konfliktmanagement im interkulturellen Kontext 5

    Inhalt

    5. Dokumentationen exemplarischer Flle .......................................................................... 48 Fall 1: Konflikt: interkulturelle Grten/Stadtteilverein Pachtgarten/Frau M. ....................... 48 Fall 2: Konflikt zwischen Mieter und Vermieter .................................................................... 50 Fall 3: Nachbarschaftskonflikt in einem Stadtteil .................................................................. 51 Fall 4: Klassenmediation an einer Mnchner Hauptschule ................................................... 52

    6. Anlagen ............................................................................................................................... 54 Anlage 1: Falldokumentation ................................................................................................ 54 Anlage 2: Schweigepflichtsentbindung ................................................................................ 55 Anlage 3: Mediationsvereinbarung ....................................................................................... 56 Anlage 4: Mediationsvertrag ................................................................................................ 57 Anlage 5: Vereinbarung ber Fortbildungen ......................................................................... 58

    7. Literatur ............................................................................................................................... 59

    Impressum ................................................................................................................................ 60

  • 6 Handbuch Konfliktmanagement im interkulturellen Kontext

    Vorwort

    Konflikte gehren zum menschlichen Zusammenleben eine konfliktfreie Gesellschaft wre auch ziemlich langweilig.

    Das Problem ist also nicht der Konflikt, sondern die Frage, wie er bearbeitet wird. Ob Konflikte aktiv aufgegriffen und einer Bearbeitung zugefhrt werden, ob sie weiter schwelen, vor Gericht ausgetragen werden oder massiv z.B. im Rahmen aggressiven Verhaltens aufbrechen, wie wir in den franzsischen Banlieues beobachten konnten davon hngt es ab, ob sie produktiv oder zerstrerisch sind.

    Eine Grostadt wie Mnchen, in der Menschen mit unterschiedlichen Lebensstilen, ver- schiedenem kulturellen Hintergrund, ungleichen sozialen Chancen und finanziellen Ressourcen auf relativ engem Raum miteinander leben, bietet jede Menge Konfliktstoff. Eine unbro- kratische Konfliktmoderation kann, wie viele Beispiele zeigen, etwa dazu beitragen, die Situation im Stadtteil, in der Nachbarschaft, an Schulen zu entspannen, Mobbing am Arbeitsplatz oder Spannungen in Familien abzubauen.

    Die Arbeiterwohlfahrt Mnchen begann deshalb im Jahr 2000 an einer Konzeption zu Konfliktmanagement im interkulturellen Kontext zu arbeiten. In Kooperation mit der Landeshauptstadt Mnchen wurden zunchst 19 Mediatorinnen und Mediatoren ausgebildet, die unterschiedliche sprachliche, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen mitbrachten. Die Ausbildung in interkultureller Mediation erfolgte in Trgerschaft der AWO-Akademie Helene Simon unter der Leitung von Kurt Faller und wurde im Oktober 2004 beendet. Fr die bundesweit ttige AWO-Akademie stellt KIK ein Modellprojekt dar. Nach diesem Vorbild wurden auch in anderen Stdten Projekte initiiert, etwa in Dortmund. KIK wird von der Anlauf- und Koordinierungsstelle bei den Beratungsdiensten der Arbeiterwohlfahrt Mnchen gGmbH und von der Landeshauptstadt Mnchen, Stelle fr interkulturelle Arbeit, betreut. Inzwischen knnen 25 Mediatorinnen und Mediatoren eingesetzt werden.

    KIK zeichnet sich durch den interkulturellen Ansatz aus, d.h. es wird bei Konflikten mit mindes-tens einem Konfliktpartner nichtdeutscher Herkunft eine Vermittlung versucht. Dieser inter-kulturelle Ansatz ist gerade in einer Stadt wie Mnchen besonders wichtig, in der 180 Nationali-tten zusammenleben und ca. 36 % der Bevlkerung einen Migrationshintergrund haben.

    Die ausgebildeten Konfliktvermittlerinnen und -vermittler sind whrend der Ausbildung gezielt mit interkultureller Kommunikation vertraut gemacht worden und haben interkulturelle Kompetenz erworben. Viele hatten davor schon eine langjhrige Berufserfahrung in der Sozialen Arbeit. Fast die Hlfte hat selber einen Migrationshintergrund. Insgesamt decken sie 14 Sprachen ab. Ihre Ausbildung hat