health 2808

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  • medianet.at

    health economy

    Forum Alpbach Reich und gesund oder arm und krank? 67

    Generika Teva- und Ratio-pharm-Manager Martin Spatz im Interview 70

    Forschung Sanofi kooperiert mit Biotech-firma Apeiron 70

    Gesundheitsakte Elga startet im Dezember in ersten Kliniken 71

    Kultur Roche bringt Wissenschafter zu Salz-burger Festspielen 72

    Freitag, 28. August 2015 cover 65

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    Pharmabranche in Aufruhr: Kassen wollen mehr rabattDie Krankenkassen frchten aufgrund teurer, innovativer Medikamente steigende Kosten und machen Druck auf die Industrie. 66

    AUVA: Neuer ObmannAnton ofner (62)

    ist neuer Obmann der AUVA und folgt Thomas Gebell nach. Ofner ist geschftsfhrender

    Gesellschafter der MBB BioLab GmbH mit Sitz in Wien. Der

    gebrtige Steirer ist Betriebswirt und akademisch ausgebildeter Krankenhausmanager und seit Jahren in der Kontrollversamm

    lung der Wiener Gebietskrankenkasse ttig.

    Neuer Sprecher fr Pharmig

    Peter richter (42) ist neuer Head of Communi

    cation & PR des Branchenverbandes Pharmig. Richter ist seit 2007 im PRBereich ttig. Die

    Gesundheitskommunikation ist seit Beginn seines Einstiegs in

    die PR und ffentlichkeitsarbeit der zentrale Ttigkeitsbereich.

    Er will die Leistungen der pharmazeutischen Industrie

    transparent machen.

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    IntervIew

    Kur ist Beitrag zur PrventionALPBACH. In der jngsten Debatte ber die Organisation und Finan-zierung von Kuren relativiert der Branchensprecher der privaten Kur- und Krankenanstalten, Julian Hadschieff: Strenge Qualittskrite-rien und genaue Leistungskataloge seien lngst blich, sagt er im me-dianet-Interview. Hier werde eine groe Branche verunglimpft, die eigentlich in Zeiten, wo man mehr Gesundheitsvorsorge fordere, wichtiger denn je sei. Verhaltens-nderungen muss man ben und lernen; das geht nur auerhalb des Altags und braucht Zeit. Seite 67

  • medianet.at66 HEALTH:CARE Freitag, 28. August 2015

    GRossHAndEL

    Wenig Ertrag mit teuren ArzneienWIEN. Der Pharma-Grohan-del sieht sich durch Margen-grenzen bei teuren Prparaten und die neuen Sparforderun-gen der Krankenkassen bei den billigeren Medikamenten zunehmend finanziell einge-klemmt. Dies erklrten nun Vertreter des Pharma-Gro-handelsverbands Phago bei einem Hintergrundgesprch. Der Pharma-Grohandel mit sechs voll sortierten Unter-nehmen in sterreich macht pro Jahr in etwa einen Umsatz von rund 2,5 Mrd. . Man hat stndig etwa 50.000 verschie-dene Produkte von rund 2.000 Herstellern auf Lager. Das Pro-blem: Je teurer Medikamente, desto geringer die Spanne. Hinzu kommt, dass speziell bei hochpreisigen Arzneimitteln und Biotech-Medikamenten die Pharmaindustrie nicht mehr ber den Pharma-Grohandel liefert, sondern direkt und un-ter Ausschaltung der Grossis-ten via Logistik-Unternehmen. In der aktuellen Debatte frch-tet man weitere Krzungen.

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    Krankenkassen erwarten MinusWIEN. Die Krankenkassen er-warten fr heuer einen Verlust von 129,3 Mio. . Das vergange-ne Jahr hatte die Krankenkas-sen noch mit einem Plus von 88 Mio. abgeschlossen. Haupt-verbands-Chef Peter McDonald fhrt das Defizit auf sinkende Beitragseinnahmen durch die wachsende Arbeitslosigkeit und auf steigende Ausgaben vor allem bei Medikamenten zurck. Die Medikamentenkos-ten drften mit einem prognos-tizierten Plus von 7,2 Prozent heuer mehr als doppelt so stark wachsen wie die Beitragsein-nahmen (plus 3,5 Prozent).

    TECHnoLoGiE

    Telefonhotline soll Spitler entlastenALPBACH. In Wien, Nieders-terreich und Vorarlberg soll ab Ende 2016 ein von der Sozial-versicherung und Bundesln-dern veranlasstes Pilotprojekt zu einer 24-Stunden-Tele-fonhotline in medizinischen Fragen starten. Der Service luft ber Notleitstellen. 2019 soll das System sterreichweit ausgerollt werden, hie es am Dienstag bei den Alpbacher Gesundheitsgesprchen. Ver-schiedene Studien zeigen, dass Brger ihre medizinischen Probleme hufig falsch inter-pretieren, 70 Prozent zu stark, sagte der Chirurg, Allgemein-mediziner, Telemedizinexperte und Konsulent des Haupt-verbandes, Andrea Vincenzo Braga, der in der Schweiz ein solches System aufgebaut hat. Zu dramatisch wahrgenom-mene Symptome fhren zur Inanspruchnahme hherer Ver-sorgungsebenen bis hin zum Spital. Die Schweiz zeige: Bei rund 400.000 Anrufen im Jahr ist nur bei acht Prozent der An-rufe wirklich eine Notfallreak-tion erforderlich. 60% knnen in Selbstbehandlung belassen werden.

    Von Martin Rmmele

    ALPBACH/WIEN. Bis Ende 2015 soll es einen neuen Vertrag zwi-schen dem Hauptverband der So-zialversicherungstrger und der pharmazeutischen Industrie in Sachen Rabatte fr von den Kassen bezahlte Medikamente geben. Der-zeit sind die Gesprche allerdings unterbrochen, warum ist unklar. Die Industrie spricht von einem Moratorium, weil die Kassen zu hohe Forderungen stellen. Aus den Kassen hrt man, dass sich manche Unternehmen in der Branche quer legen. Dort denkt man nun darber nach, wie in anderen Lndern Ra-batte gesetzlich einzufhren.

    Kassen berraschtBei den Kassen sitzt der Schock tief nach der im Vorjahr unerwar-tet aufgetauchten Kostenexplosi-on durch das innovative Hepatitis C-Medikament Solvaldi. Wir be-richtet kostete eine komplette The-rapie - die allerdings auch Heilung verspricht - bis zu 160.000 . Zwar sind die Preise rasch wieder gesun-ken, die Kassen mussten aber Mil-lionen aufwenden und rutschten ins Minus. Nun frchtet man wei-tere Preisschbe - vor allem durch neuartige Krebsmedikamente. Man habe gesehen, wie rasch man durch ein einzelnes Mittel in Schieflage kommen kann, sagt ein Insider.

    Wir wollen auch in Zukunft den Zugang zu innovativen Arzneimittel sicherstellen, haben bei erwarteten Steigerungen von zwischen sieben und acht Prozent aber eine prog-nostizierte Pharma-Lcke zwi-schen 120 und 150 Millionen Euro

    allein fr das Jahr 2016, rechnet Hauptverbandsprsident Peter McDonald vor. Der Hauptverband registrierte laut McDonald im ers-ten Quartal 2015 eine Steigerung bei den Arzneimittelausgaben von zehn Prozent, im ersten Halbjahr eine von 8,5 Prozent.

    Beim Verband der pharmazeu-tischen Industrie (Pharmig) sieht man das anders und fordert Trans-parenz ber die tatschlichen Kos-ten. Generalsekretr Jan Oliver Huber: Es drften im ersten Halb-jahr eher plus 7,5 Prozent sein. Ich glaube, dass wir Ende des Jahres zwischen sechs und sieben Pro-zent haben werden. Ich teile nicht die Meinung, dass es kommendes Jahr bei den Krankenkassen einen Fehlbetrag durch die Medikamente von 120 bis 150 Millionen Euro ge-ben wird. Es gibt keine Pharmal-cke. Das Marktforschungsinstitut IMS Health erwarte zudem fr das

    kommende Jahr nur ein Plus von zwei bis fnf Prozent.

    Industrie bietet mehrDie Industrie hat nach eigenen An-gaben jedenfalls angeboten, den Rabatt von zuletzt 18 Mio. pro Jahr auf 65 Mio. zumindest im kommenden Jahr zu erhhen. Die Frage, die sich alle stellen, ist, was die Branche knftig umsetzen wird und wie sich das entwickelt. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir den alten Vertrag zu 100 Prozent erfllt haben. Wir sind mit den Umsatzsteigerungen im ver-einbarten Korridor geblieben, sagt Pharmig-Prsident Robin Rumler. Natrlich wolle man die Kassen untersttzen, leistungsfhig zu bleiben, umgekehrt brauche es aber auch planbare Rahmenbedingun-gen fr beide Seiten, ergnzt Huber.

    Die Industrievertreter wnschen sich nicht nur eine Kostendebatte, sondern Vernderungen des Sys-tems. Derzeit wrden die Kassen nicht davon profitieren, wenn Me-dikamente teure Operationen und Spitalsaufenthalte verhindern. Denn dieser Bereich werde vorwie-gend von den Lndern finanziert. Huber: Wenn etwa Sovaldi teure Lebertransplantationen verhin-dert, nehmen die Spitler weniger ein. Sie sind also kaum zu bewe-gen, den Kassen zustzlich noch die Einsparungen weiterzugeben. Hier brauche es eine gesamthafte Betrachtung. Es liegen dafr alle Lsungen im Rahmen der Gesund-heitsreform am Tisch. Wir erhalten aber krampfhaft alte und teure Strukturen, kritisiert Rumler und fordert Reformwillen der Politik.

    industrie unter druckEnde des Jahres luft der Pharma-Rahmenvertrag mit den Kassen aus. Er regelt pauschale Rabatte. Verhandlungen ber eine Neuregelung stocken allerdings.

    Hintergrund Um Parallelexporte aus sterreich in Lnder mit hheren Arznei-mittelpreisen zu verhindern, haben Kassen und Indus-trie in den vergan-genen Jahren statt Preise zu senken, Gesamtrabatte vereinbart. Den sogenannten So-lidarbeitrag zahlen auch Apotheken und Grohandel mit.

    Preiskorridor Dem Vernehmen nach wollen die Kassen einen fixen Preiskorridor fr Generika. Kommt das vierte Generikum auf den Markt, soll auch das Original-produkt nur noch zehn Prozent mehr kosten drfen. Damit falle der Preisvorteil der Generika weg, und somit sei das Geschftsmodell infrage gestellt, sagen Kritiker.

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  • medianet.at Freitag, 28. August 2015 HEALTH:CARE 67

    Von Martin Rmmele

    ALPBACH. In der jngsten Debatte ber die Organisation und Finan-zierung von Kuren relativiert der Branchensprecher der privaten Kur- und Krankenanstalten, Julian Hadschieff: Strenge Qualitts