Hessenseiten im BUNDmagazin 2 / 2008

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[2-08] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 1 HESSENseiten HESSENseiten BUNDmagazin 2. Quartal Heft 2 / 2008 LDV Landesdelegiertenversammlung 2008 Biodiversität und Klimawandel im Mittelpunkt Sieger im Kreativwettbewerb „alternative Flugverkehrsanzeigen entwerfen“ bekannt gegeben u Beginn der diesjährigen Landesdelegiertenver- sammlung gedachten die Aktiven des am 26. April 2007, dem Jahrestag des Super-Gaus von Tschernobyl, verstorbenen unermüdlichen Kämpfers für Umwelt, Natur und Menschen, Eduard Bernhard. Ein von den Delegierten beschlossener neu geschaffener Eduard- Bernhard-Preis des BUND Hessen erinnert künftig an sein Motto „The fight must go on!“ Thorwald Ritter (KV HU) merkte hierzu an, dass Eduard Bernhard sicher gerne hiermit verbunden eine Torte in symbolischer AKW-Form gesehen hätte, die man aufessen könne. „Klimawandel und Biodiversität“ Der Gastvortrag von Dr. Stefan Nawrath widmete sich den Veränderungen der Artenvielfalt durch den Klima- wandel unter besonderer Berücksichtigung der Aus- wirkungen in Hessen. Anschaulich beschreibt er den bisherigen Kenntnisstand zum Klimawandel in Hessen und zeigt viele Beispiele für bereits laufende Verände- rungen in der Verbreitung von Tieren und Pflanzen. Im Ausblick formuliert Dr. Nawrath, dass Naturschutz in Zeiten des Klimawandels wichtiger denn je sei. Ge- genüber dem statischen Naturschutzdenken, das be- stimmte Zustände fixieren will, müsse nun ein stärker dynamisches Denken treten. Wichtig seien große Schutzgebiete, in denen die natürlichen Abläufe mög- lichst unbeeinflusst stattfinden können. Auf die Frage nach dem Verhältnis von „Gewinnern und Verlierern“ unter dem Blickwinkel der sehr schnellen Veränderun- gen erläutert Stefan Nawrath, dass es hier vor allem um die Größe der Populationen gehe. Je kleiner eine Po- pulation sei, desto größer ist das Risiko des Ausster- bens. Dieser Zusammenhang wirke auch beim Klima- wandel. Aber nicht nur ein Aussterben und Verschie- ben von Vorkommen vieler Tier- und Pflanzenarten im Zeitrafferrhythmus sondern auch die Gefahren für die Gesundheit durch vorher nicht überlebensfähige Tie- re und Pflanzen bereiten dem Wissenschaftler Sorge. So überträgt die Tigermücke lebensgefährliche Krank- heiten auf den Menschen und die Beifuß-Ambrosie breitet sich eingeschleppt durch ungenügend kontrol- liertes Vogelfutter immer mehr auch in Hessen aus – eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, da deren feine Pollen zu schweren Allergien und Atemwegser- krankungen führen können. Sorge bereiten ihm auch im Hinblick auf die Biodi- versität die Intensivierungen in der Landwirtschaft durch den gezielten Anbau von „Energiepflanzen“. In der Diskussion ist Carl Scherrer (KV F) mit Dr. Nawrath einig, dass die Nutzung von Reststoffen aus der Land- schaftspflege und der Landwirtschaft zur Energiege- winnung voran getrieben werden muss, aber nicht die Intensivierung der Landwirtschaft zur Gewinnung von Energie. Werner Neumann (OV Altenstadt, AK Energie) erinnert an die diesbezügliche Position des BUND zur Biomasse-Nutzung, die von anderen, wie dem Sach- verständigenrat für Umweltfragen, später in der Grund- aussage unterstützt wurde. Als notwendig erachtet ein anderer Delegierter es, das Naturschutzrecht in Sachen „Energiepflanzenanbau“ anzupassen. Preissteigerun- gen für Lebensmittel dürfen nicht dadurch verursacht werden, dass Sprit anstatt Brot vom Acker kommen soll. Paul-Erich Etzel (KV HG) vertieft aus seiner praktischen Erfahrung als Bio-Landwirt die Dimension des Kon- fliktes um Energiepflanzenanbau und Lebensmitteler- zeugung. Er ist bereit, in einem AK Landwirtschaft mit- zuarbeiten. Er schildert drastisch die zunehmende Ge- fahr, dass die Landwirte auch den letzten Zipfel Boden intensiv nutzen wollen, um Geld zu verdienen, dadurch aber Böden und Artenvielfalt in kürzester Zeit unwie- derbringlich schädigen. Scharf wandten sich die Dele- gierten auch gegen die sogenannte „Grüne“ Gentech- nik und forderten die Uni Gießen auf, auf die letzte Ver- Dr. Stefan Nawrath bei seinem Vortrag Z Fotos: Julia Beltz
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    07-Mar-2016
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Vier Mal im Jahr erhalten BUND-Mitglieder das bundesweite BUNDmagazin – in Hessen mit den extra Hessenseiten. Die Mitgliederzeitschrift des BUND informiert über zentrale Fragen des Umwelt- und Naturschutzes, berichtet über die Arbeit des BUND und gibt Öko-Tipps für den Alltag. Im Hessen-Einleger gibt es zusätzliche Informationen auf Landesebene, von den Orts- und Kreisverbänden, den Arbeitskreisen und der BUNDjugend Hessen. Ein Abonnement kostet 15 Euro im Jahr. Mitglieder erhalten das BUNDmagazin kostenlos.

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    HESSENseitenHESSENseitenBUNDmagazin

    2. QuartalHeft 2 /2008

    LDVLandesdelegiertenversammlung 2008 Biodiversitt und Klimawandel im MittelpunktSieger im Kreativwettbewerb alternative Flugverkehrsanzeigenentwerfen bekannt gegeben

    u Beginn der diesjhrigen Landesdelegiertenver-sammlung gedachten die Aktiven des am 26. April

    2007, dem Jahrestag des Super-Gaus von Tschernobyl,verstorbenen unermdlichen Kmpfers fr Umwelt,Natur und Menschen, Eduard Bernhard. Ein von denDelegierten beschlossener neu geschaffener Eduard-Bernhard-Preis des BUND Hessen erinnert knftig ansein Motto The fight must go on! Thorwald Ritter (KVHU) merkte hierzu an, dass Eduard Bernhard sichergerne hiermit verbunden eine Torte in symbolischerAKW-Form gesehen htte, die man aufessen knne.

    Klimawandel und Biodiversitt Der Gastvortrag von Dr. Stefan Nawrath widmete sichden Vernderungen der Artenvielfalt durch den Klima-wandel unter besonderer Bercksichtigung der Aus-wirkungen in Hessen. Anschaulich beschreibt er denbisherigen Kenntnisstand zum Klimawandel in Hessenund zeigt viele Beispiele fr bereits laufende Vernde-rungen in der Verbreitung von Tieren und Pflanzen. ImAusblick formuliert Dr. Nawrath, dass Naturschutz inZeiten des Klimawandels wichtiger denn je sei. Ge-genber dem statischen Naturschutzdenken, das be-stimmte Zustnde fixieren will, msse nun ein strkerdynamisches Denken treten. Wichtig seien groeSchutzgebiete, in denen die natrlichen Ablufe mg-lichst unbeeinflusst stattfinden knnen. Auf die Fragenach dem Verhltnis von Gewinnern und Verlierernunter dem Blickwinkel der sehr schnellen Vernderun-gen erlutert Stefan Nawrath, dass es hier vor allem umdie Gre der Populationen gehe. Je kleiner eine Po-pulation sei, desto grer ist das Risiko des Ausster-bens. Dieser Zusammenhang wirke auch beim Klima-wandel. Aber nicht nur ein Aussterben und Verschie-ben von Vorkommen vieler Tier- und Pflanzenarten imZeitrafferrhythmus sondern auch die Gefahren fr dieGesundheit durch vorher nicht berlebensfhige Tie-re und Pflanzen bereiten dem Wissenschaftler Sorge.So bertrgt die Tigermcke lebensgefhrliche Krank-heiten auf den Menschen und die Beifu-Ambrosiebreitet sich eingeschleppt durch ungengend kontrol-liertes Vogelfutter immer mehr auch in Hessen aus eine Gefahr fr die menschliche Gesundheit, da deren

    feine Pollen zu schweren Allergien und Atemwegser-krankungen fhren knnen.

    Sorge bereiten ihm auch im Hinblick auf die Biodi-versitt die Intensivierungen in der Landwirtschaftdurch den gezielten Anbau von Energiepflanzen. Inder Diskussion ist Carl Scherrer (KV F) mit Dr. Nawratheinig, dass die Nutzung von Reststoffen aus der Land-schaftspflege und der Landwirtschaft zur Energiege-winnung voran getrieben werden muss, aber nicht dieIntensivierung der Landwirtschaft zur Gewinnung vonEnergie. Werner Neumann (OV Altenstadt, AK Energie)erinnert an die diesbezgliche Position des BUND zurBiomasse-Nutzung, die von anderen, wie dem Sach-verstndigenrat fr Umweltfragen, spter in der Grund-aussage untersttzt wurde. Als notwendig erachtet einanderer Delegierter es, das Naturschutzrecht in SachenEnergiepflanzenanbau anzupassen. Preissteigerun-gen fr Lebensmittel drfen nicht dadurch verursachtwerden, dass Sprit anstatt Brot vom Acker kommen soll.Paul-Erich Etzel (KV HG) vertieft aus seiner praktischenErfahrung als Bio-Landwirt die Dimension des Kon-fliktes um Energiepflanzenanbau und Lebensmitteler-zeugung. Er ist bereit, in einem AK Landwirtschaft mit-zuarbeiten. Er schildert drastisch die zunehmende Ge-fahr, dass die Landwirte auch den letzten Zipfel Bodenintensiv nutzen wollen, um Geld zu verdienen, dadurchaber Bden und Artenvielfalt in krzester Zeit unwie-derbringlich schdigen. Scharf wandten sich die Dele-gierten auch gegen die sogenannte Grne Gentech-nik und forderten die Uni Gieen auf, auf die letzte Ver-

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  • 2 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [2-08]

    LDVsuchsflche in Hessen bei Gro-Gerau zu verzichten:Hessen muss gentechnikfrei bleiben!

    Einstimmig forderte die Versammlung, knftig einenSitz fr die Umwelt- und die Verbraucherverbnde imHessischen Rundfunkrat zu erhalten, um Umwelt, Na-tur- und Verbraucherschutz im ffentlich-rechtlichenSendebetrieb wieder mehr Gehr zu verschaffen. ErichBayer, Leiter des AK Abfall des Landesverbandes berviele Jahre, bittet aus gesundheitlichen Grnden umUntersttzung bei der Leitung des Arbeitskreises. In-teressierte knnen sich bei ihm per E-Mail oder in derLandesgeschftsstelle melden.

    Professor Dr. Hubert Weiger,Bundesvorsitzender des BUND,zu Gast bei der LDVDer im Dezember 2007 gewhlte BundesvorsitzendeHubert Weiger dankt dem Landesverband Hessen frdie geleistete Arbeit. Mit dem Flughafenausbau und di-versen Autobahnplanungen, insbesondere der A 44,habe der BUND Hessen groe und von der ffentlich-keit berwiegend befrwortete Projekte zu bearbeiten.Er ziehe den Hut vor den BUND-Aktiven vor Ort, diedie Positionen des Naturschutzes langfristig vertretenund sich auch bei Gegenwind nicht unterkriegen las-sen wrden. Bei der A 44 Planung zeige sich die be-sondere Problematik, dass eine massive Kampagne ge-gen den Naturschutz gefahren werde. Der BUND ste-he bei seinen Aktivitten immer auf dem Boden der Ge-setze. Leider wrden sich oft, wie bei der A 44 zu sehen,aber diejenigen durchsetzen, die Gesetze missachte-ten. Nicht der BUND verzgere Projekte, sondern die-jenigen, die Trassen durchpeitschen wollten, obwohlAlternativen nie ernsthaft geprft wurden. Wo Naturvernichtet werde, habe auch der Mensch keine Zukunft.Das Credo in der Verkehrspolitik msse lauten: Gterauf die Schiene. Dafr seien aber Milliarden ntig. Die-ses Geld stehe nicht zur Verfgung, wenn stetig neueStraen geplant und gebaut wrden. Die BUND-Arbeitvor Ort leiste einen zentralen Beitrag zur Biodiversitts-Strategie und zur Vernderung der Verkehrspolitik. DerBUND msse verinnerlichen, dass vieles erreicht wer-den knne, wenn er immer wieder den Finger in dieWunde lege. Insbesondere die Politik msse immer wie-der zum Handeln aufgefordert werden. So ist ein Tem-polimit von 120 kmh auf Autobahnen dringend zu be-schlieen, sonst sollte die Bundesregierung das WortKlimaschutz nicht mehr in den Mund nehmen.

    Fr wichtig erachtet der Bundesvorsitzende auchden Kampf gegen Kohlekraftwerke wie Staudinger. Je-der Khlturm zeige berdeutlich, dass wir Verschwen-dung betreiben. Nutzbare Wrmeenergie werde ver-geudet. Deshalb msse auch das KWK-Gesetz (Kraft-Wrme-Kopplung) kritisiert werden. In Deutschlandbetrage der Anteil der Energieversorgung durch KWKweniger als zehn Prozent. Zuknftig drfe nach seinerAuffassung kein kommunales Gebude mehr ohne KWKbetrieben werden. Regenerative Energien mssten als

    Alternativen massiv gefrdert werden. Ebenso das En-ergiesparen. Nur durch Widerstand an den geplantenKohlekraftwerks-Standorten htten Alternativen ber-haupt eine Chance.

    Zur Biodiversitt weist Hubert Weiger auf den dra-matischen Verlust der Artenvielfalt in den Wldern hin.Eine naturnahe Waldwirtschaft sei frher Grundlageder Bewirtschaftung gewesen. Heute sei eine Forstre-form ber die Wlder gerollt, nach der nur noch dasZiel der Maximierung der Ertrge zhle. Derzeit werdedie Abschaffung der bisherigen Kompensationsrege-lung vorbereitet. Knftig solle es nur noch Eingriff ge-gen Geld gelten. Zu befrchten sei, dass dann beson-ders groe Eingriffe bevorzugt bewilligt wrden, weilsie das meiste Geld einbrchten. Der BUND bekmp-fe den Vorschlag Hessens im Bundesrat, die FFH-Richt-linie auszuhebeln. Wenn Politik von Brokratieabbaurede, dann mssten bei uns Alarmglocken klingen.

    Er richte seine Hoffnung an den neugewhlten Hes-sischen Landtag, dass der bisher gestellte Antrag imBundesrat zurckgenommen werde.

    Die Gewinnerinnen stehen festAdbusting-Wettbewerb zur Verfremdungvon LuftfahrtanzeigenKlimaschutz versus Luftverkehr und Flughafenausbau:Mehr als einhundert Bilder aus ganz Deutschland wur-den zum Wettbewerb Luftverkehranzeigen verfrem-den des BUND Hessen eingereicht.

    1. Preis: Marion Wolf und Uwe Majer

    Kein FlughafenausbauFrankfurt Menschund Natur brauchen

    Ihre Hilfe!Spendenkonto:BUND Hessen,Konto 369853,

    Frankfurter Sparkasse,

    BLZ 500 502 01,Stichwort

    Flughafenausbau

    Interesse an Mitarbeitin Arbeitskreisen?

    www.bund-hessen.de > ber uns

    > Die Arbeitskreise

  • KREATIV-WETTBEWERB

    [2-08] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 3

    Fliegen schadet dem Klima. Auf den Werbeplakaten derFluggesellschaften ist davon nichts zu sehen. Wie soll-ten die Anzeigen wirklich aussehen? Der BUND Hes-sen startete im Herbst 2007 einen Kreativ-Wettbewerb,in dem Anzeigen der Luftverkehrswirtschaft verfrem-det oder auch ganz neue erdacht werden konnten. Flie-gen macht Krach und schdigt das Klima, neue Lan-debahnen vernichten Lebensrume. So schilderte derKurztext hierzu die Problematik. In der Siegerehrungberichtete Vorstandssprecherin Claudia Weiand, dasses 112 Einsendungen gegeben habe, die gleich nachEingang der Beitrge auf der Sonder-Website zu sehenwaren. Auf der Website waren als Anregung einige In-formationen zu den Themenkomplexen Lrm und Luft-schadstoffe eingestellt, um auch Nichtinformierten An-haltspunkte zu geben. Einsendungen gingen bis EndeJanuar 2008 ein, danach wurden die bestplatziertenBeitrge durch eine zweiwchige Online-Abstimmungermittelt.

    Die Gewinner des Wettbewerbs:1. Preis fr Marion Wolf und Uwe Majer, Persiflage auf Ryan Air2. Preis fr Henning Studte, Persiflage auf Droge Fliegen3. Preis fr Victoria Grunicke, Persiflage auf TUI-Wettbewerb

    Die Preistrger und der Gewinner der Verlosung derOnline-Abstimmung wurden mit Einkaufsgutscheinenaus dem BUNDladen bedacht. Ein Sonderpreis derBUNDjugend ging an den zwlfjhrigen Noah Grne-wald, der als Anerkennung fr sein farbenprchtiges

    Bild mit viel Hintergrunddetails zu einer Freizeit derBUNDjugend im Odenwald eingeladen wurde. Die Bil-der der zehn Bestplatzierten waren whrend der Dele-giertenversammlung zu sehen und ernteten viel Lob.Auch auf der Homepage www.kreativ.bund-hessen.desind die Beitrge zu sehen.

    Wie aktuell das Thema Klimaschdigung durch Fliegenist, zeigt aktuell auch die Studie des Wuppertal-Insti-tutes im Auftrag des BUND, die dramatische Klimabe-lastungen prognostiziert. Der Energieverbrauch unddamit die CO2-Emissionen des Flugverkehrs nehmenin Deutschland pro Jahr um etwa dreieinhalb Prozentzu. Der Anteil der Fliegerei an den gesamten Klimabe-lastungen betrgt derzeit rund acht Prozent. Bei Fort-setzung des gegenwrtigen Wachstums werden die Kli-mawirkungen des Fliegens bereits in fnf Jahren diedes heutigen Pkw-Verkehrs bersteigen. Dieser ist inDeutschland fr jhrlich rund 100 Millionen Tonnendes Treibhausgases Kohlendioxid verantwortlich. Ver-meiden lsst sich ein solches Szenario nur, wenn derFlugverkehr in ein wirksames Emissionshandelssystemeinbezogen wird, nicht und schwach ausgelastete Fl-ge zusammengefasst sowie Kurzstreckenflge auf par-allele Angebote der Bahn verlagert werden. Die Bun-desregierung als Alleineigentmer der DB AG mssedie Vorraussetzungen fr solche Verlagerungen schaf-fen und fr eine bessere Kooperation zwischen Bahnund Fluggesellschaften sorgen. Beendet werden ms-se auch der Wildwuchs von Flughfen mit Unterstt-zung durch staatliche Subventionen. Derzeit gebe es257 Flughfen und Flugpltze. Damit habe Deutsch-land bereits die hchste Flughafendichte der Welt.

    Bei einem Ausbau wrden die Klimaschutzziele derBundesregierung komplett unterlaufen werden: Un-verantwortlich gegenber den nchsten Generationenund den rmeren Lndern, die durch das Ansteigen desMeeresspiegels noch schlimmer getroffen werden wr-den als Deutschland.

    In vielen Diskussionsbeitrgen auch auf der Dele-giertenversammlung wurde es daher begrt, dass derBUND Hessen weiterhin entschieden gegen den Flug-hafenausbau in Frankfurt und Kassel-Calden zu Ge-richt zieht.

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    2. Preis: Henning Studte

    3. Preis: Victoria Grunicke (links), 5. Preis: Clara Hechler (rechts)

    Sonderpreis der BUNDjugend:Noah Grnewald(12 Jahre)

    7. Preis:Esther Novak

    Mehr Infoswww.kreativ.bund-hessen.dewww.bund.net > Verkehr > Luftverkehr

    4. Preis:Rudi Hechler

    8. Preis:Berthold Hechler

  • 4 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [2-08]

    NETZWERKNATURSCHUTZ

    Stand der Kampagne Ein Rettungsnetzfr die Wildkatze in Hessen

    er BUND-Landesverband ist sehr erfolgreich indie Kampagne gestartet. So erreichte die Vor-

    tragsreihe Ein Rettungsnetz fr die Wildkatze ein brei-tes und vielseitiges Publikum und brachte dem BUNDeine positive Resonanz in der Presse ein. Vortragssta-tionen waren der Frankfurter Zoo, der FrdervereinBurgwald, der Naturpark Hochtaunus, der Faunisten-tag, der Wissenschaftstag der Gesamtschule Gieen,die Volkshochschule Darmstadt sowie drei BUND-Kreis-verbnde.

    Auch einige Ortsverbnde waren bereits aktiv, derOrtsverband Fritzlar holte die BUND-Wildkatzenaus-stellung zu sich und initiierte zwei Schulprojekte. DerKreisverband Waldeck-Frankenberg bereitet den Wild-katzenlauf als ffentlichkeitswirksame Groveran-staltung vor (siehe Artikel in diesem Heft) und einigeBUND-Mitglieder haben ihre Hilfe bei der Erfassungder Wildkatzenbestnde angeboten (Lockstock-methode).

    Auch Kooperationen mit anderen Institutionen zeich-nen sich ab. So signalisieren der Naturpark Hochtau-nus und der OPEL-Zoo Interesse an einer Zusammen-arbeit. Von naturpdagogische Aktionen wie ein Wild-katzentag, die Installation von Lehrpfaden oder Info-tafeln wrden die Besucher und die Wildkatze danngleichermaen profitieren. Die Teilnahme der Landes-geschftsstelle an den Jubilumstagen des Frankfurter

    Wildkatzenplakate, Zeitungsartikel und Anzeigen, Broschren, Posterund Videospots waren Bestandteile der bundesweiten BUND-Werbe-kampage zum Rettungsnetz fr die Wildkatze. Doch was passiert inSachen Wildkatzenschutz und Vernetzung naturnaher Wlder konkretin Hessen? Das haben sich viele gefragt und wir knnen eine bislangsehr positive Antwort geben:

    Mehr Infoswww.bund-hessen.de

    > Projekte > Wildkatze

    Hier geht eszur Patenschaft:

    https://www.bund.net/formular/index.php?f=

    patenschaft&p=wildkatzen

    Schulprojekt zurWildkatze in Fritzlar

    Eine schne Mglichkeit, sichselbst in Orten ohne Vorkom-men fr die Wildkatze einzuset-zen, sind die Wildkatzenpaten-schaften. Mit Ihrer finanziellenUntersttzung kann das Ret-tungsnetz weitergeknpft wer-den. Ob fr Anpflanzungen, dieAufklrung von Jgern und Fr-stern oder die Fortfhrung der

    Wildkatzenbestandskartierung: jeder Beitrag zhlt!Die Wildkatzenpaten wollen wir auf unserer Homepa-ge oder im nchsten BUND-Magazin prsentieren.Wenn Sie Lust haben, mit einem kleinen Foto und ei-nem kurzen Statement auf der Homepage zu erschei-nen, melden Sie sich bitte in der Landesgeschftsstel-le. Die Anmeldeunterlagen werden Ihnen auch gernevon der Landesgeschftsstelle zugesandt.Mitmachen beim Rettungslauf fr die Wildkatzeam 7. Juni in Waldek-Frankenberg! (Infos siehe S. 7.)Bitte melden Sie Beobachtungen oder Totfunde vonWildkatzen an die Landesgeschftsstelle!

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    Zoos mit Wildkatzenausstellung und Kinderaktionenist bereits gesichert.

    Erstaunlich positiv verlief auch ein Gesprch in Wies-baden mit Vertretern der hessischen Ministerien. Die-se zeigten sich sehr aufgeschlossen, den Wildkatzen-Wegeplan des BUND-Hessen, bzw. die wichtigen Wald-vernetzungskorridore in die Landesplanung mit auf-zunehmen.

    Nachdem bisher der gromastbliche BUND-Wild-katzenwegeplan fr Gesamthessen vorliegt, wird in denkommenden Wochen nun auch der erste detailliertereWegeplan (Rothaargebirge-Burgwald-Kellerwald) fer-tig gestellt, der dort genauere Hinweise auf die tatsch-liche Umsetzung der Korridore gibt. Weitere Plne sol-len folgen.

    Diese bisherigen Ergebnisse sind eine tolle Grund-lage, um den Lebensraumschutz fr Waldbewohner wiedie Wildkatze weiter voranzutreiben und langfristig indie Praxis umzusetzen.

    Sonja Grtner

    Herausgeber: BUND Hessen e.V., Triftstrae 47, 60528 Frankfurt a. M.,Tel. 069 /67 73 76-0, www.bund-hessen.deSpendenkonto: Konto-Nr. 369 853, Frankfurter Sparkasse,BLZ 500 502 01 Redaktion: Brigitte Martin (Namentlich gekennzeichnete Beitrgegeben nicht unbedingt dieMeinung der Redaktion wieder.)Layout und Satz: Julia Beltz

    IMPRESSUM

  • NETZWERKNATURSCHUTZ

    Der zweite Schwerpunkt des BUND-Landesver-bands Hessen in 2008 ist neben dem Rettungs-netz fr die Wildkatze das Thema Streuobst.Reges Interesse zeigen die Ortsverbnde amAufruf des BUND Hessen, die lokal vorhandenenStreuobstbestnde zu kartieren. Um die ffent-lichkeitswirksamkeit zu steigern, sollen die Kartie-rungen mit unterhaltsamen und informativenAktionen verbunden werden. Dabei zeigt sichschon jetzt, dass sich unsere BUND-Ortsverbndestark in diesem Themenbereich engagieren.Zwei besonders gelungene Projekte sollen hierstellvertretend fr viele andere Ortsverbnde vor-gestellt werden:

    er Antrag der OV-Vorsitzenden Almut Gwiasda aufErstellung eines Feldgehlzeplans fr Wehrheim

    war Ausgangspunkt einer steilen Karriere des Streuob-stes in dieser Gemeinde. Mittlerweile existieren vieleStreuobstwiesen und Alleen und die Stadt nennt sichnun offiziell Apfeldorf Wehrheim. Die passenden Ak-tivitten dazu werden mageblich vom BUND ange-regt und teilweise selbst durchgefhrt und finanziert:Pflanzung und Revitalisierung von Streuobstbestn-den, Baumschnitt-Lehrgnge, eine Werbeaktion fr ko-logische Schdlingsbekmpfung mit Leimringen, Ver-anstaltungen zum Thema Imkerei sowie ein gemein-schaftliches Drren ausgewhlten Edelobstes. Fr dasDrren mietete der Ortsverband eine mobile Drran-lage, in der Brger gegen eine geringe Gebhr ihr Obstfr den Winter ohne Einsatz von Konservierungsmit-teln haltbar machen konnten. Innerhalb einer Saisonkonnten so 17 Zentner pfel zu gesunden Chips verar-beitet werden.

    Die Stadt und die katholische Kirchengemeinde wur-den dafr gewonnen, Teile ihrer Streuobstwiesen Obst-baumpaten zur Pflege und Ernte zu berlassen und derJuniorchef der alteingesessenen Kelterei Wagner wur-de berzeugt, seine Pressen auch weiterhin zu betrei-ben. Die kleinste Kelterei der Gemeinde ist eine vomBUND betreute mobile Obstpresse, die an Kinder-gruppen und Schulen ausgeliehen und stark nachge-fragt wird.

    Ein geplantes Baumkataster, die Ernennung desBUND-Aktiven und Apfelexperten Markus Etzel zumObstbaum-Beauftragten, die Wahl der Apfelbl-tenknigin, das Apfelbltenfest und ein jhrlicher Ap-felweinwettbewerb, bei dem Freizeit-Kelterer Probenihres Schaffens zum Test bereitstellen, runden die Er-folge fr das Streuobst ab.

    Der BUND Rockenberg wurde durch seinen unermd-lichen Einsatz fr die Streuobstwiesen sogar zum In-ternet-Projekt des Monats April des BUND-Bundes-

    verbands gewhlt! Er betreut seit langem eine Streu-obstwiese, die er mit einer Rhnschafherde beweidet.Baum-Paten und BUND-Mitglieder ttigen Nach-pflanzungen, schneiden die Obstbume fachgerechtund bringen das Schnittgut in zwei Benjeshecken un-ter. Die Anlage weiterer Strukturelemente wie einigeKopfweiden, heimische Strucher, Kleingewsser,Brutrhren und ein Lesesteinhaufen bereichern dieStreuobstwiese zustzlich. Auf diese Weise ist sie zueinem echten Paradies fr Tiere geworden: Fuchs undDachs, Hase und Reh, Neuntter, Steinkuze, Eidechs-en und Blindschleichen, Frsche und Krten, Hornis-sen, viele verschiedenen Ameisenarten und Insekten,darunter auch der elegante Schwalbenschwanz, findensich ein.

    Hessens Streuobstwiesen blhen auf

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    [2-08] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 5

    Buchtipp: Eine gelungene Buch-Neuerscheinung widmet sich dem hessi-schen Nationalgetrnk Apfelwein: In Hessens Apfelweine werden rund30 groe und kleine, darunter auch kologisch produzierende Keltereienportrtiert. Neben interessanten Einblicken in die Produktionsanlagen unddie Gaststuben ist ein Schwerpunkt der Apfelwein selbst: Von allen Kelte-reien wurden Proben verkostet und im Labor analysiert. Daraus sind de-taillierte Beschreibungen jedes Weines entstanden, die es in dieser Artnoch nicht gab. Viele weitere Informationen zu Obstanbau, Streuobstwie-sen und ausgesuchte Rezepte machen das Buch zu einem informativenund bunten Werk ber den Apfelwein in Hessen.

    Um diese Pracht bekannt zu machen, finden z.B. Obst-bestimmungen oder im Frhjahr das Bltenfest undim Herbst das Kelterfest statt. Interessierte knnen dieApfelausstellung besuchen und Tiere begutachten, dielaut der Gesellschaft zum Erhalt alter Haustierrassen(GEH) zu den gefhrdeten Rassen gehren. Most kannin Kleinmengen erworben werden und was brig bleibtwird in regionalen Keltereien verarbeitet und teilweiseden Kindergrten und der Gemeindeverwaltung zuge-stellt, damit diese von den Schtzen der Region erfah-ren.

    Wir freuen uns auf weitere schne Streuobst-Aktio-nen der BUND-Ortsverbnde in diesem Jahr!

    Sonja Grtner, Peter Gwiasda, Jrgen Hutfiels

    Kelterfest inRockenberg

    Mehr Infos www.bund-hessen > Projekte > AktionStreuobstkartierung

    BuchtippHessens Apfelweinevon KonstantinKalveram undMichael Rhl,erschienen im B3-Verlag, April 2008,ISBN 978-3-938783-28-3, 24,90.

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  • NETZWERKNATURSCHUTZ

    Von 19.5. bis 30.5.2008 findet sie zum 9. Mal statt: Die weltgrteVersammlung zum Schutz der Biodiversitt (UN-Vertragsstaaten-konferenz COP 9). Elf Tage lang werden ber tausend Vertreter vonRegierungen, Institutionen und Verbnden ber Lsungsmglichkei-ten zum Erhalt der kosysteme, dem Schutz von Tieren, Pflanzenund der genetischen Vielfalt beraten. Auch der BUND-Bundesver-band entsendet eine Delegation, die sich fachkundig in die Verhand-lungen einbringen und Projekte des BUND prsentieren wird.Aktivitten rund um die Artenvielfalt gibt es aber keineswegs nurauf internationaler und nationaler Ebene, sondern auch mitten inHessen von unseren BUND-Ortsverbnden!

    Der Artenvielfalt vor Ort nimmt sich auch der Ortsver-band Kirchhain an. Er hat gemeinsam mit der Stadtund dem Bieneninstitut das Projekt Kirchhain blhtins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, Nahrungs-angebote und Lebensrume fr Insekten zu schaffen,den stdtischen Raum mit Wildblumen lebendig zu ge-

    6 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [2-08]

    Biodiversitt

    Artenvielfalt auch in Hessen!BUND-Gruppen engagieren sich

    o prsentierte der Ortsverband Frankfurt Sd-Westauf der Ausstellung Garten 2008 des Palmengar-

    tens Frankfurt die (G)artenvielfalt wie sie auf naturnahangelegten Grundstcken mglich ist. Anhand einesModellgartens wurde auf die Flle mglicher Staudenund Blumen im kogarten hingewiesen. Unter einemBinokular konnten Schmetterlingsflgel und Insektenbewundert und Teichmolche, Frosch- und Krtenlaichim Aquarium beobachtet werden. Mit einem Glcks-rad wurde auf die Tierwelt im Garten aufmerksam ge-macht und es gab es viele schriftliche Informationenzum Mitgeben. Zustzlich liefen auf einem groen Mo-nitor schne BUND-Videoclips mit Informationen berverschiedene Tiere und Pflanzen.

    Artenvielfalt Selbst aktiv werden!Haben sie im Frhjahr vor, Ihren Garten zu gestalten?Dann wrden sich Insekten, Vgel und das Auge desBetrachters hierber freuen:

    Diese beiden Projekte stehen stellvertretend fr vieleAktionen unserer Ortsverbnde, die damit wertvolle Ar-beit zur Bekanntmachung und Umsetzung des ThemasBiodiversitt leisten. Denn nicht nur Regenwlderund Korallenriffe sind faszinierend und schtzenswert,sondern ganz besonders auch die unmittelbare Um-welt, in der wir leben!

    Werfen Sie doch mal einen Blick auf die Homepagesder BUND-Kreis- und Ortsverbnde oder fragen Sie di-rekt nach. Zumeist erwartet Sie ein buntes Programman Veranstaltungen, Fhrungen, Vortrgen und Exkur-sionen!

    Sonja Grtner und Carl Scherrer

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    Mehr Infos bei denBUND-Gruppen in

    HessenWeiterleitung auf

    bestehende Internet-seiten der Orts- und

    Kreisverbnde inHessen: www.bund-

    hessen.de > ber uns>Die Kreisverbnde

    bzw. > Der BUND imInternet

    Mehr Infosber die Belebung

    der Landschafteinschlielich

    Pflanzlistenwww.bluehende-

    landschaft.de

    Stand des Orts-verbandes Frank-furt Sd-West im

    Palmengarten

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    stalten und damit gleichzeitig die Lebensqualitt frdie Menschen zu erhhen. Straenrnder und Grn-flchen werden als bunte Blumenwiesen eingest undden Einwohnern hilfreiche Tipps zur Gestaltung vonGrten und Balkons gegeben. Denn Bienen, Hummeln,Schmetterlinge und Co. sind unersetzlich, als Blten-bestuber und Nahrungsgrundlage tragen sie ma-geblich zur Vielfalt von Pflanzen und Tieren bei.

    Wildblumen fr Hummeln (Auswahl):Aconitum napellus Blauer EisenhutAdonis vernalis FrhlingsadonisAlthea officinalis Echter EibischAgrostemma githago KornradeAquilegia vulgaris Gemeine AkeleiConsolida regalis AckerritterspornDianthus armeria Rauhe NelkeEranthis hyemalis WinterlingLychnis viscaria PechnelkeMalva sylvestris Wilde MalvePulsatilla pratensis WiesenkchenschelleSalvia pratensis WiesensalbeiSedum maximum Groe FetthenneWildblumen fr Bienen (Auswahl):Anthemis tinktora FrberkamilleCentaurea jacea WiesenflockenblumeCichorium intybus WegwarteChrysanthemum vul. RainfarnHieracium pilosella Kleines HabichtskrautHypericum perforatum TpfeljohanniskrautLotus cornikulatus Gewhnlicher HornkleeWildblumen fr Schmetterlinge (Auswahl):Anthyllis vulneraria WundkleeCoronilla varia Bunte KronwickeDaucus carota Wilde MhreEchium vulgare NatternkopfKnautia arvensis WiesenwitwenblumeMalva moschata MoschusmalveOriganum vulgare Wilder MajoranScabiosa columbaria Taubenskabiose Natternkopf

    Wegwarte

    Kchenschelle

    Akelelei

  • [2-08] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 7

    MAGAZIN

    Der BUND im KV Hersfeld-Ro-thenburg hat Grund zur Freude.Biber erobern sich die Aue zurckund die BUND-Aktiven wollen mitVeranstaltungen auf die wunder-schnen Tiere aufmerksam ma-chen.

    Biber fhren ein mustergltigesFamilienleben. Die Biberkinderwerden liebevoll versorgt. ImMrz des zweiten Lebensjahrsaber heit es fr die jungen BiberAbschied nehmen. Sie werden vonihren Eltern ohne Pardon in dieweite Welt geschickt und mssensich ein neues Revier suchen.

    Um solch einen Wanderer ausder Gegend um Fulda, wo der Bi-ber seit mehr als drei Jahren an-sssig ist, handelt es sich sicherbei dem jetzt gesichteten Mengs-huser Biber. Die Chancen, dasses dem Biber bei uns gefllt ste-hen nicht schlecht, denn nirgendssonst wurde die Fuldaaue so gutrenaturiert wie in der GemeindeNiederaula. Zusammen mit ande-ren Naturschutzverbnden, der

    Naturlandstiftung, dem Amt frBodenmanagement und der Ge-meinde Niederaula hat der BUNDdazu beigetragen, dass fr den Bi-ber ein reiches Angebot an jungenWeiden und anderem wildenGrn zur Verfgung steht. Mandenke nur an den Ambelsrain unddie ausgeprgten Fuldaschleifenmit ihrem spontanen Gehlzauf-wuchs sowie den ergnzendenAnpflanzungen bei Niederaula.An den naturnahen Ufern kannder Biber seine Burgen bauen,ohne jemanden zu stren. Dm-me zu errichten hat er nicht ntig.In der Fulda ist immer ausrei-chend Wasser. Selbst in der Aulaund der Jossa ist, falls sich dort inden nchsten Jahren mal ein Bi-ber hin verirren sollte, gengendWasser zum Schwimmen.

    Der BUND begrt die Ankunftdes Bibers, da dieser durch seineTtigkeit die Vielfalt im Auensy-stem ganz erheblich erhht. Mo-noton strukturierte Anpflanzun-gen verwandelt der Biber rasch inkleine Naturparadiese. Anders alsHessenforst, der derzeit in unse-ren Buchenwldern alle lterenBume umsemmeln lsst, gehtder Biber bei seiner Fllarbeitkologisch vor. Er fllt die wertlo-sen Weichhlzer, die noch im glei-chen Jahr mit zig sten wiederaustreiben. Das Ergebnis seinerArbeit ist ein reich strukturierterAuenwald. Da der Biber damit dieRauhigkeit der Aue erhht, tut ernebenbei noch etwas fr denHochwasserschutz.

    Der BUND verfgt ber hervorra-gende Biberspezialisten, dielangjhrige Erfahrung im Biber-management mitbringen. Ob derBiber nun bei uns bleiben wirdoder nicht: wir werden dieses Wis-sen in Veranstaltungen darstellen.Denn eines ist sicher: aus Rich-tung Fulda werden im Laufe derJahre weitere Biber kommen undder BUND wird dazu beitragen,dass wir gut vorbereitet sind.

    Reiner Cornelius

    Der BUND KV Waldeck-Franken-berg veranstaltet am 07. Juni2008 einen Rettungslauf fr dieWildkatze. Dabei soll nach demVorbild des ersten Laufs, im Sep-tember 2006 in Thringen, einweiterer Wanderkorridor symbo-lisch freigegeben werden.

    Im Landkreis Waldeck-Franken-berg besteht Bedarf fr eine Le-bensraumvernetzung zwischenden Gebieten Sackpfeife/Hessi-sches Rothaargebirge und Burg-wald/Kellerwald. Die fast ge-schlossene Verbindung von Wald-flchen weist eine ca. 2 km langeLcke zwischen Laisa/ Frohnhau-sen und dem Wald bei Wollmarauf. Hier soll durch Erweiterungbestehender Hecken ein wander-tauglicher Bereich entstehen.

    Da die Wildkatze als Leitart gilt,kommt das Vorhaben auch anderenArten, wie etwa dem Rothirsch, zu-gute und frdert eine allgemeineBiotopvernetzung.

    Der Lauf findet auf zwei Streckenvon jeweils 12 und 20 km Lngestatt. Lufer, Nordic-Walker undWanderer knnen auf beidenStrecken starten. Fr Kinder biszwlf Jahre wird ein Bambini-Laufber 3 km angeboten.

    Der Lauf ist Bestandteil der 900-Jahr-Feier des Ortes. Im Anschlussfindet eine Siegerehrung mit Bh-nenprogramm und anschlieenderAbendveranstaltung statt. Wer Lusthat kann vor Ort sein Zelt aufschla-gen und bernachten.

    Schirmherr ist der Hessische

    Umweltminister, Kreis-, Land- undBundestagsabgeordneten sowieBUND-Bundes- und Landesvor-standsmitglieder aus Thringenund Hessen haben ihre Teilnahmeangekndigt.

    Startgeld: bei Anmeldung bis07.05.08 12, ( Bambini-Lauf 8, ) inkl. Bustransfer zum Start-ort, Verpflegung auf der Strecke ,T-Shirt und Teilnahmeurkunde.Bitte berweisen auf KontoNr. 198 94 010 , BLZ 513 900 00,Volksbank Mittelhessen, Stich-wort:Rettungslauf Wildkatze

    Anmeldung bis 07.05.2008unter www.bund-waldeck-franken-berg.de oder per Fax unter 06451 /2 30 41 50 bei Rudolf Schfer.Bei Anmeldung bitte T-Shirt-Gre und Laufstrecke angeben.

    Ein Rettungslauf fr die Wildkatze

    Mehr InfosFrank Schtz BUND KreisverbandWaldeck-FrankenbergUntere Butzmhle35066 FrankenbergTel. + Fax 06454/[email protected]de

    Mehr InfosDr. Reiner [email protected]management.de

    KV Hersfeld-RothenburgBUND begrt Biberin der Fuldaaue

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  • MAGAZIN

    8 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [2-08]

    Was haben ein Quizrad und Mol-che gemeinsam? Ganz einfach: Siestanden im Mittelpunkt des Inter-esses der Besucherinnen und Be-sucher am Stand des BUND imPalmengarten whrend der Aus-stellung Garten 2008 vom 13. bis16. Mrz.

    Das Quizrad war besonders beiKindern beliebt erhielten siedoch auf richtig beantwortete Fra-gen essbare Gummitiere in Formeiner Fledermaus oder ein Lese-zeichen des BUND.

    Die Molche weckten die Neu-gier von Jung und Alt gleicher-maen und stellten einen gutenAufhnger fr das Thema Natur-beobachtung und Naturschutzdar. Auch der Schnecken- , Kr-ten- und Froschlaich im Aquari-um fand groe Beachtung. Diewenigsten konnten die Laichartenspontan zuordnen und viele hat-ten noch nie Frosch- oder Krten-laich gesehen.

    Ein echter Hingucker bildeteauerdem das mit viel Liebe ge-bastelte Modell eines naturnahenGartens. Hier kam es zu vielen in-teressanten Gesprchen und dieBUND-Aktiven des Kreisverban-des konnten viele Besucher bernaturvertrgliches Grtnern infor-mieren.

    Kaum einer der Besucherkonnte an dem aufgestellten Mi-kroskop vorbeigehen ohne einenoder mehrere Blicke hinein ge-worfen zu haben. Unterschiedli-che Objekte lagen bereit, um inganz Gro betrachtet zu werden.Besonders fasziniert waren die

    KV FrankfurtAusstellung Garten 2008im Palmengarten

    BUND-Klage fr saubere LuftDeutschlands grteMllverbrennungs-anlage gehrt nichtins Stadtgebiet vonFrankfurt am Main

    TerminankndigungTour de Natur 2008

    meisten Betrachter vom Aufbauvon Schmetterlingsflgeln. DieOber- und Unterseite der Flgelsind oft unterschiedlich gemu-stert und durch das Mikroskopsieht man deutlich, dass sie mitvielen winzigen Schuppen be-deckt sind.

    Die Resonanz der Besucherin-nen und Besucher war sehr posi-tiv, so dass der BUND sicher auchnchstes Jahr wieder vor Ort seinwird.

    Carl Scherrer und Hajo Kretz

    Ausstellung im Palmengarten:

    Mehr InfosKV Frankfurt

    OV Frankfurt WestHans-Joachim Kretz

    [email protected]

    Carl [email protected]

    t-online.dewww.bund-frankfurt.de

    Die Materialien desInfostandes knnennach Vereinbarung

    ausgeliehen werden.BUND Frankfurt

    Carl [email protected]

    t-online.de

    Unter dem Motto Die Tour deNatur sorgt fr prima Klima! fin-det vom 27.7. bis 9.8.2008 wiedereine groe gemeinschaftlicheRadtour mit Informations- undDemonstrationscharakter statt.Der Routenverlauf von Gieennach Magdeburg fhrt zu denumstrittensten deutschen Auto-bahnprojekten und dem Ausbauvon Elbe und Saale. Genauso wichtig wie Veranstal-tungen zu Klima und Verkehr istdas Gruppenerlebnis: kreativesMitgestalten durch Musizieren,Kochen oder Diskutieren ist des-halb erwnscht. Die Versorgungerfolgt durch eine begleitendemobile Kche, die bernachtungin Gemeinschaftsunterknften.Teilnahmebeitrge pro Tag fr Er-wachsene ab 10,50 und fr Kinderab 5 Euro. Sowohl die Teilnahmean Einzeletappen als auch an dergesamten Tour de Natur ist mg-lich.

    Sonja Grtner

    Tour de Natur:Mehr Infos

    und Anmeldung www.tourdenatur.net

    Mit einer Klage will der BUNDHessen den Bau der mit geplanten700.000 Jahrestonnen Verbren-nungskapazitt grten Mllver-brennungsanlage in Deutschlandstoppen. Die Anlage im Industrie-park Hchst im Frankfurter We-sten wrde kurz nach ihrer Inbe-triebnahme zur berschreitungdes gesetzlichen Grenzwertes frStickstoffdioxid (NO2) fhren.

    Hohe Stickoxidbelastungen derLuft rufen Belastungen des Atem-systems hervor und sind insbe-sondere in Kombination mit an-deren Schadstoffen wie Feinstaubgesundheitsschdlich. Der BUNDfordert vor weiteren Genehmi-gungen zu Lasten der Luftreinheiteine Gesamtbelastungsstudie,denn neben Mllverbrennungs-anlagen sollen im Rhein-Main-Gebiet Grokraftwerke wie Stau-dinger bei Hanau und das Kraft-werk Mainz-Wiesbaden erweitertund zahlreiche Verkehrsanlagenwie der Frankfurter Flughafenausgebaut werden.

    Erstmals klagt in Deutschlandein Umweltverband gegen eineMllverbrennungsanlage auf derGrundlage des im Dezember 2006neu geschaffenen Gesetzes berergnzende Vorschriften zuRechtsbehelfen in Umweltangele-genheiten nach der EG-Richtlinie2003/35/EG oder krzer Um-weltrechtsbehelfsgesetz. Mit demInkrafttreten der neuen EU-Grenzwerte fr Luftschadstoffe ab2010 kommt gerade im Hinblickauf die seit ber 25 Jahren viel zuhohen Stickstoffbelastungen frMenschen und kosysteme eineganz neue Dynamik in die Um-weltpolitik, vermutet der BUND.

    bm

  • [2-08] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 9

    MAGAZINGewonnen und doch verlorenA 44 nach dem Urteil des Bundes-verwaltungsgerichtes vom 12. Mrz 2008Das Urteil ist gefllt. Der 2. Ab-schnitt der A 44 ber das Lichten-auer Hochland darf gebaut wer-den. Fr uns alle zunchst natr-lich eine Enttuschung. Dennochhaben das Urteil 2002 (zugunstendes BUND) und die nun in derHauptsache abgewiesene Klagedes BUND entscheidende Wei-chen fr den Schutz der Naturund damit auch des Menschengestellt.

    Das Bundesverwaltungsgericht(BVerwG) Leipzig hatte bereits2002 klargestellt, dass durch einNatura 2000-Gebiet (europischesNaturschutzgebiet FFH-Gebietoder Vogelschutzgebiet) nur danneine Autobahn gebaut werdendarf, wenn vorher sorgfltig ge-prft und abgewogen wurde, obes eine Trasse gibt, die zu geringe-ren Schden an den Natura 2000-Gebieten fhrt und im brigenauch hinsichtlich der Kosten zu-mutbar ist. Diese Prfung hattedas Land Hessen damals ver-sumt und deshalb gab das Ge-richt der Klage des BUND statt.Seit dieses Urteil gefllt wurde,wissen Behrden und Politik, dassdie Gerichte die Einhaltung derFormvorschriften auch beiGroprojekten konsequent ein-fordern. Dies war ein groer Er-folg fr den BUND, der bundes-weit Beachtung fand.

    Erst bei der Verhandlung am26. und 27. Februar 2008 ging esum die Schwere der Natursch-den. Das Gericht musste nun ent-scheiden, ob das FFH-GebietLichtenauer Hochland erheblichbeeintrchtigt wird und, wenn ja,ob trotzdem gebaut werden darf.Das Gericht hat in seinem Urteilam 12.3.08 fr uns berraschend beides bejaht.

    Wie kann das sein? Unsere Klage-begrndung gegen den Planfest-

    stellungsbeschluss von 2005 hatteschlssig etliche Fehler nachge-wiesen, so dass das Gericht be-reits im Vorfeld der Verhandlungdem Land ausfhrliche Fragen zuden kritischen Punkten gestellthatte. Aufgrund dieser Fragestel-lungen und der Diskussionsergeb-nisse in der Verhandlung selbstversuchte das Land kurz vorEnde der beiden Prozesstage -durch einen sogenannten ergn-zenden Planfeststellungsbe-schluss nachzubessern. Dieserkonnte das Gericht wohl berzeu-gen und fhrte schlielich dazu,dass unsere, auf den Planfeststel-lungsbeschluss von 2005 gut be-grndete Klage, in diesen Punktenins Leere lief.

    Dennoch knnen wir bedeu-tende Erfolge verbuchen: Einer-seits ist nun, nach 30 Jahren Dis-kussion ber die zerstrerischeWirkung von Schadstoffeintrgenaus der Luft (Stichwort Waldster-ben), zum ersten Mal vom hch-sten deutschen Verwaltungsge-richt geurteilt worden, dass Luft-schadstoffe im vorliegenden FallStickoxide (NOx), welche die sel-tenen Pfeifengras- und die Flach-landmhwiesen zerstren natur-schutzrechtlich in Natura 2000-Gebieten voll durchwirken. Dieeutrophierende und versauerndeWirkung der viel zu hohen Sticko-xidwerte mssen bei zuknftigenVorhaben endlich bercksichtigtwerden. Hier mssen nun bun-desweit in zahllosen Verfahren dieGenehmigungsunterlagen derRechtsprechung angepasst wer-den, so dass nun ein hheresSchutzniveau gilt und prventivwirken wird.

    Andererseits hat das Gericht inder Gesamtabwgung dann aberfestgestellt, dass das Vorhaben A44 bei Hessisch Lichtenau auszwingenden Grnden des ber-wiegenden ffentlichen Interessesnotwendig ist und keine zumut-baren Trassenalternativen zur Ver-fgung stehen. Dem Bau einerAutobahn wurde also grere Be-deutung zugemessen als dem Er-halt besonders schtzenswerterBiotope und Arten in einem Natu-ra 2000-Gebiet.

    Voraussetzung fr diese Entschei-dung war allerdings, dass dieRichter die vom Land Hessen inseinem ergnzenden Planfest-stellungsbeschluss nachgereich-ten Schadensminderungs-, Aus-gleichs- und Kohrenzmanah-men fr ausreichend hielten - imGegensatz zu den Gutachtern desBUND.

    Die ausfhrliche schriftliche Ur-teilsbegrndung liegt bei Redakti-onsschluss noch nicht vor. Wirsind gespannt, wie das Gerichtseine Entscheidung begrndenwird.

    Besonders bitter ist die Ent-scheidung,

    weil das Land sich die Diskus-sionsergebnisse der mndlichenVerhandlung bei der Plannde-rungsentscheidung zu Nutze ma-chen konnte, whrend ein Um-weltverband an strenge Aus-schlussfristen gebunden ist undseine Klagen nicht nachbesserndarf und

    weil einmal mehr eine Auto-bahn in der Abwgung im ber-wiegenden ffentlichen InteresseVorrang vor dem Schutz der Naturin einem Schutzgebiet erhielt.

    Dass angesichts der aktuellen Dis-kussionen ber das dramatischzunehmende Artensterben unddie Zerstrung von Lebensru-men sowie ber den Klimawandelweiterhin wirtschaftliche Grndemehr zhlen als der Erhalt unsererLebensgrundlagen, ist wedernachhaltig noch zukunftsweisend.

    Helga von Bltzingslwen

    Die knftige Auto-bahnausfahrt Hes-sisch-LichtenauWest: Im Vorgriffauf die jetzt erteil-te Genehmigunghatten bereits vordem Baustopp Bag-ger Erdarbeitenausgefhrt. Mitt-lerweile wimmeltes hier von Laich-ballen des Grasfro-sches und im Som-mer schwirren dieLibellen. Zum Glcksollen die Bauarbei-ten erst im Sep-tember beginnen.Dann wird wiederein Stck Heimat-Lebensraum zer-strt.

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  • KINDERUND NATUR

    10 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [2-08]

    Ja, hallo!Der in diesen frsorglichen Hnden, das bin ich. Ich

    heie Bufo bufo und lebe ja schon ein paar Jahre imSchwanheimer Wald. Aber so was, wie dieses Frhjahrist mir in meinem ganzen Erdkrtenleben bestimmtnoch nicht passiert!!!

    Wie jedes Jahr am Ende des Winters bin ich mit vie-len von uns nachts losgelaufen, um in den Schwanhei-mer Dnen Hochzeit zu feiern und fr Nachwuchs zusorgen. Meine Mutter hat mir erzhlt, dass diese Wan-derung ganz frher kinderleicht war, in den Zeiten alsihr Grovater noch jung und hbsch war. Krtenmannund Krtenfrau liefen einfach zu den Teichen und losgings.

    Aber ich kenne das ganz anders. Wir laufen los, je-doch, kaum sind wir am Waldrand, steht da so eindoofer Zaun mit Hllenlrm und Gestank dahinter. Ei-ner von uns, dem ein Bein fehlt, hat gesagt, dass seiendie Menschen in ihren Autos. Son stinkendes Hllen-ding hab ich noch nie gesehen, und, wenn ich mir denDreibeinigen ansehe, will ich das auch nicht wirklich!

    Ich kenne nmlich viele nette Menschen, die unsohne Gestank und Lrm helfen, trotz des Zauns zu un-seren Teichen zu kommen. Weil, wenn wir an demdoofen Zaun entlang laufen, ist es natrlich dunkel undglitschig und auf einmal ist direkt am Zaun ein tiefesweies Loch, in das man weil es halt dunkel ist un-weigerlich reinfllt. Und nieeee wieder raus kme!

    Aber diese netten Menschen kommen immer mor-gens vorbei und bevor uns die Wildschweine oderMarder zum Frhstck verspeisen werden wir alle ein-gesammelt und in kleine Plastikteiche mit Griff gesetzt.Die haben zwar fast kein Wasser, aber dafr schickeblaue oder grne Uferwnde! Leider sind die total steilund keiner von uns kommt dran hoch. Da drin ist dannein Gedrnge!!! Meine Kumpels kriegen immer voll dieKrise, weil stndig einer von ihnen oder noch schlim-mer so ne Krtenfrau mit 4000 Eiern im Bauch aufihnen rumtrampelt! Sie meckern da drin immer volle

    Lotte. Aber nach einer halben Stunde Geschuckel drehtsich der Plastikteich pltzlich und schwubs sind wirmitten im Hochzeitsteich. Und das viel schneller, alswir das je auf unseren eigenen vier Fen geschafft ht-ten. Cool!

    So, aber dieses Frhjahr ist was ganz Irres passiert!An dem Morgen, als ich in der Nacht zuvor in diesesweie Loch gefallen war, da kam der nette Mensch instrmendem Regen nicht alleine, sondern mit noch einpaar groen und einer ganzen Horde winziger Men-schen mehr. Und jedes Mal, wenn die Kleinen Heidigequakt haben, haben sich zwei von den Groen um-gedreht. Richtig witzig!!

    Und die haben uns nicht einfach in den Plastikteichmit den steilen Wnden gesetzt! Da gab es einen extraKrtenaufzug! Und das ging so: Aufzugtr auf, ich rein,Tr zu, Aufzug runter, Tr auf und schon war ich imPlastikteich und habe mit meinen Kumpels gemeckert.Der Aufzug hatte oben und unten je fnf kleine Finger.Und war sooo schn warm und kuschelig!!! Und einerdieser kleinen Riesen (den hat die eine Heidi Carolingenannt) hat meinen allerbesten Freund sogar in die-sem Aufzug bis zum Hochzeitsteich getragen!! Mann,bin ich auf den neidisch!!! Ich bewundere diese kleinenMenschen, denn das ist wirklich ein sehr anstrengen-der Weg! Fr uns Krten ist das besonders bei Regen sehr angenehm, aber besonders fr diese kleinen Rie-sen mit ihren kurzen Beinchen ist es die reinste Glitsch-partie. Deshalb habe ich jetzt zwei ganz besondere Bit-ten:

    Wer von den Groen in Schwanheim oder Goldsteinfr seine eigenen kleinen Kaulquappen so was gut fin-det, sollte sich mit der einen Heidi (Peter) vom Wald-kindergarten in Schwanheim in Verbindung setzen:Telefon 069/35 10 16 35.

    Und wer im nchsten Jahr selber gerne mal Krten-aufzug sein will, kann sich bei der anderen Heidi (Wie-duwilt) von BUND melden: Telefon 069/30 25 35.

    Viele Gre vom Schwanheimer Bufo,der echt mal gespannt ist,

    wen er alles im nchsten Jahr trifft!!

    Von Bufo, der sich von Kindern retten lsst

    Mehr InfosKV Frankfurt,OV Sd-West

    Heidi WieduwiltTelefon 069/30 25 35

    [email protected]

    Die Gruppe desWaldkindergartensauf dem Weg zum

    Krtenretten imWald von Frank-

    furt-Schwanheim

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  • [2-08] Hessen-Seiten im BUNDmagazin 11

    Triftstr. 47 60528 FrankfurtTel: 069/67 73 76 30 Fax: 069/67 73 76 [email protected]

    Frhlings-Interaktiv-Treffen in MarburgAnfang Mrz fand das Frhlings-Interaktiv-Treffen der BUNDju-gend Hessen in Marburg statt.Untergebracht war die Gruppe imgemtlichen Naturfreundehausmitten im Wald. Fr Samstag Vor-mittag wurde ein Improvisati-onstheater zum Thema Klima-schutz und Stromwechseln vorbe-reitet. Trotz Wind und Nieselregenspielten wir das Straentheater

    Neue Landesjugend-leitung gewhltAuf den Frhlings-interAktiv-Ta-gen (F.i.T.) Anfang Mrz in Mar-burg hat die Jugendvollversamm-lung eine neue Lajulei gewhlt.Besttigt wurden Lisa Schmidt(Villmar), Jannik Alt (Nidderau),Anna von Laer (Witzenhausen),Ruth Gassauer (Kassel) in der Lan-desjugendleitung sowie Max Ra-mezani (Rimbach) und Timo Botz(Wald-Michelbach) als Beisitzer.Neu gewhlt wurden BrigitteSchrder (Villmar), Philipp Sevat-schouni und David Eichner (beideFrankfurt) in die Landesjugendlei-tung sowie Katharina Uljanow(Offenbach) und CharlotteSchindler (Bischofsheim) als Bei-sitzerinnen.

    intern BUNDjugend intern BUNDjugend intern BUNDjugend intern BUNDjugend intern

    Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Naturtagebuch jetzt starten!Einsendeschluss fr die Natur-tagebcher 2008 ist wie immerder 31. Oktober.Nhere Informationen erhltman bei der BUNDjugend oderunter www.naturtagebuch.de.

    mit viel Engagemant und Spaund sangen zum Abschluss frden Klimaschutz. Besondere At-traktion war Philipp im Eisbren-kostm. Trotz des schlechten Wet-ters konnten wir einige Passantenber unser Anliegen informierenund mit ihnen diskutieren. Nacheiner wrmenden Tasse Tee bzw.Kakao wurde in verschiedenen Ar-beitskreisen die Planung des Er-decamps 2008 in Angriff genom-men (siehe Sommer-Highlights),am Liedtext fr den BUNDju-

    gend- Trailer gearbeitet und Saat-gut vom Bantam-Mais fr alle An-bauwilligen eingettet. Der Tagendete mit dem Film vom Erde-camp und obligatorisch derSyltfreizeit. Am Sonntag fandschlielich die Jugendvollver-sammlung mit den Wahlen derneuen Landesjugendleitung undder Delegierten sowie der Verab-schiedung des Haushalts statt.

    Die Landesjugendleitung: David Eichner, Brigitte Schrder, Lisa Schmidt, PhilippSevatschouni, Katharina Uljanow, Jannik Alt, Timo Botz und Max Ramezani.Nicht im Bild sind Charlotte Schindler, Ruth Gassauer und Anna von Laer.

    ber 100 Kinder aus ganz Hessen ha-ben 2007 am Wettbewerb teilgenom-men. Zwanzig von ihnen wurden zurPreisverleihung in den Palmengarteneingeladen und nahmen an einerspannenden Fhrung zu den tropi-schen Nutzpflanzen teil.

    Globale Visionen Wettbewerb der Weltldenund der BUNDjugend HessenWas sind deine Ideen fr eine ge-rechte und nachhaltige Welt? Undwie denkst du, kann man sie um-setzten? Wie kannst du dich selbstfr diese Ziele stark machen? Dassind die Fragen des Wettbewerbes,der sich an alle Jugendlichen zwi-schen 1323 Jahren richtet.

    Kreative Ideen und umsetzbareVisionen sind gefragt, mit denenDu Dich in die Politik einmischstund die Gestaltung der Welt nichtwenigen anderen berlsst. Dabeiuntersttzen wir ausgewhlte Pro-jekte im Rahmen von Come incontract des deutschen Bundes-

    jugendrings (DBJR) finanziell undorganisatorisch bei der Umset-zung! Ihr msst dazu die verant-wortlichen Politiker fr Euer Pro-jekt gewinnen und einen Vertragmit ihnen schlieen.

    Nhere Informationen und dieAusschreibung knnen ab sofortbei der BUNDjugend Hessen be-zogen werden. Auerdem bietenwir Projekttage zum Thema Glo-balisierung und Gerechtigkeit frSchulen an.

    Beitrge zum Wettbewerb kn-nen bis Ende November einge-reicht werden.

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  • 12 Hessen-Seiten im BUNDmagazin [2-08]

    Triftstr. 47 60528 Frankfurt

    Tel: 069/67 73 76 30 Fax: 069/67 73 76 20

    www.bundjugendhessen.de

    [email protected]

    Highlihts Sommer Highlihts Sommer Highlihts Sommer Highlihts Sommer Highlihts

    Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion Aktion

    LeuchtturmfreizeitZeitraum: 30. Juni10. JuliAlter: 1315 JahreKosten: 345 /330 Euro

    Wer mchte mal in Deutschlandswohl berhmtesten Leuchtturmein paar Tage dicht an Watt undNordsee genieen? Wir werdenuns den Lebensraum Wattenmeermit seinen Schlickbewohnern undVgeln unter fachkundiger Anlei-tung der Schutzstation Watten-meer anschauen. Das Meer als Le-bensraum und die Gefhrdungdes kosystems spielen auchbeim Aquarium in Husum, demwir einen Besuch abstatten wol-len, eine groe Rolle. Spiel, Sportund Spa werden auf der Freizeitauch nicht zu kurz kommen.

    Bergwaldprojekt imSchwarzwald

    Zeitraum: 6.12. JuliAlter: 1630 JahreKosten: kostenfrei

    Hast du Lust, an der frischenBergluft die Wiedehopfhaue zuschwingen oder junge Bumchenan ihren Platz fr die nchsten300 Jahre zu pflanzen? Mchtestdu dich mit anderen, gleichge-sinnten Menschen whrend undnach getaner Arbeit im Bergwaldaustauschen, etwas Lagerfeuerro-mantik oder ganz einfach die fas-zinierende Natur der Bergwelt ge-nieen? Dann bist du bei uns ge-nau richtig!

    Inhaltlicher Mittelpunkt derProjektwoche im Schwarzwald istdas Kennenlernen verschiedenerwertvoller Biotoptypen. GeeignetePflegemanahmen zu ihremSchutz und ihrer Erhaltung kannstdu nach Anleitung durch die Pro-jektleiter selbst durchfhren. DieEinsatzgebiete fr den prakti-schen Naturschutz liegen voraus-sichtlich im Bereich Gewsserre-naturierung, Waldumbau nachkologischen Kriterien und Hoch-moorschutz. In Kooperation mitdem Bergwaldprojekt e.V.

    Eine-Erde-CampBurg Liberg

    Zeitraum: 21.28. JuliAlter: 1326 JahreKosten: 120 /105 Euro

    Die Vorbereitungen fr das groeSommercamp laufen auf Hoch-touren und die Anmeldung zurTeilnahme ist ab sofort mglich:vom 21.28. Juli werden wir aufdem Zeltplatz in der BurgruineLiberg unser zweites groesEine-Erde-Camp fr Jugendlichedurchfhren. Prall voll ist das Pro-gramm mit einer Vielfalt an krea-tiven und inhaltlichen Workshops,Aktionen und Projekten. Dabeidreht sich beim Eine-Erde-Campvieles um die Themen Lebensstil,Globalisierung, Klimawandel undNaturschutz. Das Gelnde unddie Umgebung bieten vielseitigeMglichkeiten zum Entspannen,Natur erforschen und fr prakti-schen Umwelt- und Naturschutz.Fr eine reizvolle Camp-Atmos-phre werden unter anderem La-gerfeuer, Musik, Jonglage, Akroba-tik und Theater sorgen.

    GlobalisierungskritischeStadtrundgngeDas Projekt wchst! Nach Frank-furt gibt es den Stadtrundgangjetzt auch in Gieen und Darm-stadt. Die ersten Fhrungen sinddort bereits im Mrz und April ge-halten worden. Bei einer Schu-lung Anfang April in Frankfurtkonnten neue Mitstreiter/innengefunden werden. Gerne wollenwir auch in anderen hessischenStdten Fu fassen. Wenn Du In-teresse an einer Mitarbeit hast,melde Dich bei Sabine im Broder BUNDjugend.

    WTOpolyDas WTOpoly kommt nach Frank-furt und Marburg. Voraussichtli-che Termine sind Samstag, der 10.Mai in Frankfurt und der 11.-14.Juni in Marburg. Auerdem wol-len wir whrend der fairen Wo-chen vom 15.-28. SeptemberWTOpoly spielen und weitere Ak-tionen machen. Wer Zeit und Lusthat, das Straentheater mal aus-zuprobieren, kann sich bei derBUNDjugend melden. In Frank-furt ist fr Freitag Abend eine Ein-fhrung ins Thema und in die Ak-tion geplant.

    Watterkundung mit allen Sinnen

    Watterkundung:der Boden lebt!

    Teamer/innen gesucht: Es werden noch Betreuer/innen fr die Freizeit Leben in der Natur mit Tipis vom 21.26. Juni mit etwa20 Kindern zwischen 812 Jahren im Vordertaunus sowie fr das Erdecamp (20.29. Juli in Liberg, Wetterau) gesucht.Interessent/innen sollten die Jugendleiter-Ausbildung durchlaufen und Erfahrung in der Durchfhrung von Zelt-Freizeiten haben.

    Die grauen Mnner bestimmen die Re-geln der Weltwirtschaft beim WTOpoly.

    Das gesamte Seminar- und Freizeiten-programm gibt es bei der BUNDjugendHessen, www.bundjugend hessen.de

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