Hinweise zum Vorgehen bei Ausl¶sen von .Brandmeldeanlagen stellen ein komplexes System...

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  • Ausgabe: Oktober 2015 Michael Melioumis

    Urheberrechte:

    2012 Landesfeuerwehrschule Baden-Wrttemberg, Bruchsal. Alle Rechte vorbehalten

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    Hinweise zum Vorgehen

    bei Auslsen von

    Brandmeldeanlagen

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  • Landesfeuerwehrschule Baden-WrttembergSteinackerstrae 47 76646 Bruchsal Telefon (07251) 933-0 www.lfs-bw.de Seite 2

    Einleitung

    Brandmeldeanlagen stellen ein komplexes System vielfltiger technischer Einrichtungen dar, das aber heu-te auf Grund genormter Komponenten eine vereinheitlichte Bedienung zulsst. Die Feuerwehr kann sich im Einsatzfall deshalb auf die taktischen und operativen Manahmen konzentrieren ohne sich auf die spe-zielle Bedienung der jeweiligen Brandmeldeanlage einlassen zu mssen. Mit beiliegenden Hinweisen gibt die Landesfeuerwehrschule Baden-Wrttemberg den Feuerwehren eine Handreichung zur grundstzli-chen Vorgehensweise bei Auslsen von Brandmeldeanlagen. Auerhalb einer normativen oder techni-schen Beschreibung wird die Funktion der wesentlichen Komponenten dargestellt. Unabhngig hiervon kann eine derartige Handreichung nicht allumfassend sein, gerade die taktische Vorgehensweise muss den rtlichen Verhltnissen des Objekts angepasst sein. Aus diesem Grund hlt es die Landesfeuerwehrschule Baden-Wrttemberg fr wichtig, dass die Feuerwehren schon bei der Planung der Anlage, bei der Erstellung der Laufkarten und Objektunterlagen sowie bei der Erstellung der Brandschutzkonzepte beteiligt werden.

    Abkrzungen:

    AAO Alarm- und AusrckeordnungBMA BrandmeldeanlageBMZ BrandmelderzentraleFBF Feuerwehr-BedienfeldFSD Feuerwehr-SchlsseldepotFIZ Feuerwehr-InformationszentraleFAT Feuerwehr-AnzeigetableauFSE FreischaltelementRWA Rauch-und Wrmeabzuganlage

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    Anfahrt zur Einsatzstelle:

    Da es sich um eine Brandmeldeanlage (BMA) (und nicht um eine Fehlalarmmeldeanlage) handelt, muss immer von einem Brandereignis ausgegangen werden, das heit:

    Einsatzmittel nach Alarm- und Ausrckeordnung der Einsatzleiter nimmt die Schlssel fr Feuerwehr-Schlsseldepot/Feuerwehr-Bedienfeld mit der Einsatzleiter nimmt alle Objektunterlagen zu dem betroffenen Objekt mit und bereitet sich auf

    der Anfahrt mit den Objektunterlagen/Feuerwehrplnen auf den Einsatz vor: Anfahrtsweg, Haltepunkte, Bereitstellungsrume? Zugnge/Zufahrten? besondere Gefahren? Standort Brandmelderzentrale (BMZ)? sind Lschanlagen/Rauch- und Wrmeabzuganlagen (RWA) vorhanden? gibt es besondere taktische oder technische Vorgaben (z.B. Brandfallsteuerungen, Steuerung

    der akustischen Alarme, Gebudefunkanlagen)? Der Angriffstrupp ist mit PA ausgerstet (Lungenautomat nicht angeschlossen).

    Abbruch der Alarmfahrt:

    Die Entscheidung ber einen Abbruch der Alarmfahrt (z.B. bei Rckruf vom Objekt) liegt beim Einsatzleiter und nicht bei der Leitstelle. Die Leitstelle informiert also nur die Einsatzkrfte und kann sie nicht anweisen, die Alarmfahrt abzubrechen es sei denn das ist so vereinbart und als Dienstanweisung festgelegt. Hier knnen Ausnahmen (z. B. bei Wartungsarbeiten) geregelt werden. Ausnahmen knnen z.B. sein:

    nur der ELW fhrt an, nur das erste Fahrzeug (LF, HLF) aus der AAO fhrt an.

    Trifft der Einsatzleiter auf Grund der Umstnde (vertrauenswrdiger und plausibler oder noch besser ber-prfter Rckruf vom Objekt) eine hiervon abweichende Entscheidung, so muss wenigstens er selbst anfahren (Dokumentation, berprfung, ggf. Rckstellen der BMA). Er trgt dann aber die volle Verantwortung dafr, dass kein Einsatz der Feuerwehr erforderlich ist.

    Nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle:

    Eintreffmeldung bei der Leitstelle absetzen und Nachfrage, ob der Objektbetreiber verstndigt wurde. Es empfiehlt sich immer (vor allem auch wenn offensichtlich kein Brandgeschehen zu erkennen ist und kein Verantwortlicher des Objekts zugegen ist) die Polizei nachzufordern (so nicht in der AAO sowieso festgelegt).

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    Wenn ein Feuerwehr-Schlsseldepot (FSD) vorhanden ist, mssen diesem immer die Ob-jektschlssel entnommen werden, da nur so alle Schlssel des Objekts zur Verfgung stehen (auch wenn der Hausmeister beteuert, dass er alle Objektschlssel bei sich hat). Das FSD ent-riegelt bei Auslsen der BMA. Hinter der ueren Klappe befindet sich eine innere Klappe.

    Bild 1 und 2 FSD geffnet

    Diese Klappe ist mit der gemeindeeigenen Schlieung (Doppelbartschlssel) versehen:

    Hinter der inneren Klappe steckt der Generalschlssel in einem Schlsselschalter (damit die BMA wei, ob der Schlssel da ist oder nicht). Wenn die Schlssel entnommen sind muss die innere Klappe wieder verschlos-sen werden (Diebstahlgefahr fr das Schloss) und die uere Klappe geschlossen werden (Verletzungsgefahr). Die uere Klappe kann nicht verriegeln, da hierfr

    1. die BMA zurckgesetzt sein und2. sich der Objektschlssel im FSD befinden muss.

    FSD ist entriegelt uere Klappe ffnen Innere Klappe mit Doppelbartschlssel BMA hat ausgelst ffnen. Objektschlssel um 90 drehen und

    abziehen Alle Klappen schlieen

    Bild 3: Vorgehen am FSD

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    Der Einsatzleiter begibt sich nach Mglichkeit persnlich (er trgt die Verantwortung!) immer als erstes zur BMZ oder der Feuerwehr-Informationszentrale (FIZ). Ggf. sind vorher die ersten Manahmen einzuleiten (Menschenrettung, Brandbekmpfung).

    Bild 4, 5 und 6: Meist ist die BMZ ausreichend beschildert, leicht zu finden und gut zugnglich

    Bild 7: manchmal auch nicht

    Die BMZ oder die FIZ ist der einzige Ort, an dem die Feuerwehr schnell einen berblick ber die Ausdehnung des

    Ereignisses erhalten kann. Wenn der Einsatzleiter nicht selbst zur BMZ/FIZ gehen kann muss sichergestellt sein, dass derjenige (SB), der den Auftrag erhlt sich technisch und taktisch mit Brandmeldeanlagen und die-sem Objekt auskennt.

    Bild 8: Eingebautes Feuerwehrschlsseldepot mit Freischaltelement und Hinweisschild sowie Feuerwehrinformationszentrale wie man sie vorfindet

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    Bild 9: Feuerwehr Informationszentrale, grundstzlicher Aufbau

    Bild 10: Feuerwehr Anzeigetableau

    Auf dem Feuerwehr-Anzeigetableau (FAT) kann man alle Meldun-gen in ihrem zeitlichen Ablauf verfolgen (Tasten weitere Meldun-gen). Es besteht auerdem die Mglichkeit verschiedene weitere Meldungen ber Betriebszustnde der BMA abzurufen (Wechseln der Anzeigeebene). Die Taste Summer ab schaltet nicht die akus-tischen Signale im Objekt (z.B. Rumungsalarm) sondern nur den Hinweiston der BMA ab.

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    Erste Lagemeldung: Sie enthlt die Nummer der ausgelste Meldergruppe und ggf. die Nummer des

    ausgelsten Melders.

    Erkundung

    Wer erkundet, nimmt die betreffenden Meldergruppenplne bzw. Feuerwehr-Laufkarten und die Objekt-schlssel mit. Er (SB) wird immer wenigstens von einem Trupp mit (nicht angeschlossenem) Atemschutzgert und Kleinlschgert begleitet.

    Bild 11: Beispiel einer Laufkarte.

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    Die Erkundung unterscheidet sich grundstzlich nach der Art des ausgelsten Melders:

    Automatische Melder

    Es muss immer der komplette Meldergruppenbereich, nach Lage ggf. auch der gesamte Brandabschnitt, in dem die

    Meldergruppe liegt erkundet werden. Beispiel: Ein Hochregallager wird durch Rauchmelder abgesichert (Bild 12):

    Bild 12 Bild 13

    In einer Verpackung im Regal kommt es zu einer Verpuffung, auf Grund deren eine kleine Rauchwolke durch das Objekt zieht (z.B. durch Luftzug durch die Tr und das Fenster) und einen Rauchmelder an weiter ent-fernter Stelle auslst (Bild 13):

    Trifft man an der Einsatzstelle ein, kann vielleicht noch leichter Rauchgeruch festgestellet werden vielleicht auch nicht. Wrde jetzt nur den Bereich um den Rauchmelder erkundet werden, fllt nicht auf, dass in der betroffenen Packung noch ein Brand schwelt, der sich unter Umstnden erst in Stunden zu einem offenen Feuer entwickelt.

    Bild 14: Meldergruppe (hier 280) und Meldernummer (hier 2)

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    Handfeuermelder

    Es mssen immer alle zugnglichen Bereiche des kompletten betroffenen Gebudes/Objekts erkundet werden!

    Beispiel: Ein Brogebude ist mit Handfeuermeldern ausgestattet. Jedes Stockwerk bildet eine eigene Melder-gruppe ebenso auch der Treppenraum (Brandabschnitte), da Meldergruppen nie ber mehrere Brandabschnit-te ausgedehnt werden drfen. Im Beispiel gibt es also 8 Meldergruppen (Bild 15):

    Bild 15 Bild 16

    In einem Bro kommt es nun zu einem Brand. Der betroffene Mitarbeiter flieht und schliet ordnungsgem die Tr hinter sich. Erst einige Stockwerke tiefer kommt er auf die Idee, die Feuerwehr zu alarmieren und bettigt einen Handfeuermelder.

    Er luft weiter ins Freie und steht der Feuerwehr ggf. als Ansprechpartner nicht zur Verfgung (Bild 16):

    Eine Erkundung des Treppenraums oder auch des 2. Obergeschosses bringt kein Ergebnis, erst wenn a