Husserl Logische Untersuchungen 22 1921

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Livro de Edmund Husserl, O criador da Fenomenologia.

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  • LOGISCHE

    UNTERSUCHUNG-ENVON

    EDMUND HUSSERL

    ZWEITER BAND

    ELEMENTE EINER PHNOMENOLOGISCHENAUFKLRUNG DER ERKENNTNIS

    II. TEIL

    ZWEITE, TEILWEISE UMGEARBEITETE AUFLGE

    HALLE 41.. D. 8.MAX NIEMEYER

    1921

  • Vorwort.

    Die vorliegende Neuausgabe des Schlustckes der "LogischenUntersuchungen" entspricht zu meinem Bedauern nicht der An-kndipmg in der Vorrede, die ich im Jahre 1913 dem I. Bandeder zweiten Auflage beigegeben habe. Im mute mich dazu ent-schlieen, an Stelle der radikalen Umarbeitung, von der damalsschon ein erheblicher Teil gedruckt war, den alten, nur in einigenAbschnitten wesentlich verbesserten Text zu verffentlichen..Wieder einmal hat sich das alte Wort, da Bcher ihre Schick-sale haben, bewahrheitet. Zuerst zwang mich eine nach einerPeriode bersteigerter Arbeit natrlich einsetzende Ermdung,den Druck zu unterbrechen. Theoretische Schwierigkeiten, diemir whrend desselben empfindlich geworden waren, verlangteneingreifende Umgestaltungen des neuentworfenen Textes, zu denenes frischerer Krfte bedurfte. In den nun folgenden Kriegsjahrenwar ich aber unfhig, fr die Phnomenologie des Logischen jeneleidenschaftliche Anteilnahme aufzubringen, ohne die bei mireine fruchtbare Arbeit unmglich ist. Ich konnte den Krieg undden nachgekommenen "Frieden" nur ertragen in allgemeinsten.philosophischen Besinnungen und in der Wiederaufnahme der-jenigen Arbeiten, welche der methodischen und sachlichen Aus-gestaltung der Idee einer phnomenologischen Philosophie, demsystematischen Entwurfe ihrer Grundlinien, der Ordnung ihrerArbeitsprobleme und der Fortfhrung solcher konkreten Unter-suchungen gewidmet waren, die in diesen Beziehungen unentbehr-lich erschienen. Auch meine neue Freiburger Lehrttigkeit,frderte meine Interessenrichtung auf die leitenden Allgemeinheitenund das System. Erst neuerdings fhrten diese systematischen

  • IV Vorwort.....................

    Studien mich wieder zurck in das Ursprungsgebiet meiner phno-menologischen Forschungen und erinnerten mich an die alten,der Vollendung und der Verffentlichung so lange harrendenFunclamentierungsarbeiten zur reinen Logik. Wann ich, zwischenintensiver Lehrttigkeit und intensiver Forschung geteilt, imstande,bin, diese Arbeiten den inzwischen gemachten Fortschritten an-zupassen und literarisch neu zu formen; ob ich dabei den Textder VI. Untersuchung mitbentze oder meinen inhaltlich weit bersie hinausreichenden Entwrfen die Gestalt eines vllig neuenBuches gebe, steht noch dahin.

    Wie die Dinge liegen, habe ich dem Drngen der Freundedes vorliegenden Werkes nachgeben und mich dafr entscheidenmssen, sein Schlustck mindestens in der alten Gestalt derffentlichkeit wieder zugnglich zu machen.

    Den ersten Abschnitt, den ich auch in Einzelheiten nichtberarbeiten konnte, ohne den Stil des Ganzen zu gefhrden,habe ich fast wrtlich wieder abdrucken lassen. Dagegen habeich in den mir besonders werten zweiten Abschnitt ber Sinn-lichkeit und Verstand" vielfach mit bessernden Textgestal-tungen eingegriffen. Ich bin noch immer berzeugt, da dasKapitel ber sinnliche und kategoriale Anschauung" in Ver-bindung mit den vorbereitenden Ausfhrungen der vorangegangenenKapitel, einer phnomenologischen Aufklrung der logischenEvidenz (und damit eo ipso auch ihrer Parallelen in der axio-logischen und praktischen Sphre) den Weg freigemacht hat.Manche Miverstndnisse meiner Ideen zu einer reinen Phno-menologie" wren unmglich gewesen, wenn man dieses Kapitelbeachtet htte. Selbstverstndlich besagt danach die Unmittelbar-keit der Schau allgemeiner Wesen, von der in den Ideen" dieRede ist, ganz wie diejenige einer sonstigen kategorialen An-schauung, den Gegensatz zur Mittelbarkeit eines unanschaulichen,etwa eines symbolisch-leeren Denkens. Dem entgegen hat mandieser Unmittelbarkeit die der Anschauung im gewhnlichenSinne untergeschoben, eben weil man von dem fr jede Theorieder Vernunft fundamentalen Unterschied zwischen sinnlicher und

  • Vorwort.

    kategorialer Anschauung nicht Kenntnis genommen hatte. Es istm. E. bezeichnend fr den gegenwrtigen Stand der philosophischenWissenschaft, da schlichte Feststellungen von so eingreifenderBedeutung, dargeboten in einem Werke, das in fast zwei Jahr-zehnten viel angefeindet, aber auch viel benutzt worden ist, ohnemerklichen literarischen Einflu bleiben konnten.

    Nicht anders steht es mit dem textlich ebenfalls ver-besserten Kapitel ber die apriorischen Gesetze des eigent-lichen und uneigentlichen Denkens". Mindestens den Typus liefertes fr die erste radikale 'berwindung des Psychologisraus in derTheorie der Vernunft; dieser Typus bricht im Rahmen der vor-liegenden, nur fr die formale Logik interessierten Untersuchungin der Beschrnkung auf die formal-logische Vernunft durch.Mit wie wenig Vertiefung gelesen worden ist, zeigt der oft ge-hrte, wie ich aber meine, groteske Vorwurf: nach der scharfenAbsage an den Psyclologismus im ersten Bande dieses Werkes,sei ich im .zweiten in den Psychologismus zurckverfallen.Es tut dem Gesagten keinen Eintrag, wenn ich hinzufge, daich heute, nach zwanzigjhriger Fortarbeit, vieles so nicht mehrschreiben wrde, da ich manches, wie z. B. die Lehre von derkategorialen Reprsentation, nicht mehr billige. Dennoch glaubeich sagen zu drfen, da auch das Ung-ereifte und selbst dasVerfehlte in diesem Werke eines genauen Nachdenkens Wert ist.Denn es ist darin alles und jedes aus einer wirklich an die Sachenselbst herankommenden, rein nach ihrer intuitiv en Selbstgegebenheitsich orientierenden Forschung geschpft und zudem einer Forschungin der eidetisch-phnomenologischen Einstellung auf das reine lie-wutsein, die fr eine Theorie der Vernunft allein Frucht bringenkann. 'Wer hier, wie auch in den Ideen" den Sinn meinerDarlegungen verstehen will, mu freilich erhebliche Mhen nichtscheuen auch nicht die Mhe, seine eigenen Begriffe undberzeugungen ber die gleichen, oder vermeintlich gleichenThemen "einzuklammern". Die Mhen sind aber durch die Naturder Sachen selbst gefordert. Wer sie nicht scheut, wird Gelegen-heit genug finden, meine .A.ufstellungen zu verbessern und wenn

  • VI Vorwort.

    ihm das Freude macht, ihre Unvollkommenheit zu tadeln. Nurauf Grund einer oberflchlichen Lektre und von einem auer-phnomenologischen Gedankenkreise her darf er dergleichen nichtversuchen, ohne von jedem wirklich Verstehenden desavouiert zuwerden. Wie bequem es sich manche Autoren mit wegwerfendenKritiken machen, mit welcher Gewissenhaftigkeit sie lesen, welchenUnsinn sie mir und der Phnomenologie zuzumuten die Khnheithaben, das zeigt die "Allgemeine Erkenntnistheorie" von MoritzSchlick, in der wir (S. 121) mit Erstaunen lesen: Es wird {sc.in meinen Ideen" die Existenz einer besonderen Anschauungbehauptet, die kein psychischer realer Akt sein soll; undvermag jemand ein solches nicht in den Bereich der Psy-chologie fallendes Erlebnis' nicht aufzufinden, so wird ihmbedeutet, er habe die Lehre eben nicht verstanden, er seinochnichtzu der richtigen Erfahnings- und Denkeinstellung vorgedrungendas erfordere nmlich eigene und mhselige Studien' ". Die vlligeUnmglichkeit, da ich je eine tolle Behauptung, wie sie mir vonSchlick in den oben durch Sperrdruck hervorgehobenen Stzenzugeschrieben ist, ausgesprochen haben knnte, und ebenso dieUnwahrheit seiner sonstigen Darstellung des Sinnes der Phno-menologie mu jeder, dem diese vertraut ist, im ersten Blick er-kennen. Natrlich forderte ich immer wieder "mhselige Studien".Aber nicht anders als sie etwa der Mathematiker von jedemfordert, der in mathematischen Dingen soll mitreden, oder garber den Wert der mathematischen Wissenschaft eine Kritik wagendrfen. Jedenfalls weniger Studium an eine Lehre wenden, alsntig ist, ihren Sinn zu fassen, und sie doch kritisieren, dasverstt gegen die ewigen Gesetze literarischer Gewissenhaftigkeit.Keine naturwissenschaftliche oder psychologische Gelehrsamkeitund keine in den historischen Philosophien kann diese Mhen frdas Eindringen in die Phnomenologie entbehrlich machen, ja auchnur erleichtern. Es hat aber auch noch jeder, der sie auf sich ge-nommen und sich zu der so selten bettigten Vorurteilslosigkeiterhoben hat, diejenige zweifellose Gewiheit vom Gegebensein deswissenschaftlichen B o d en s und vom Eigenrechte der fr ihn gefor-

  • Vorwort. vii

    derten Methode gewonnen, die hier, hnlich wie in anderen Wissen-schaften, die Gemeinsamkeit begrifflich bestimmter Arbeitsproblemeund feste Entscheidungen nach Wahrheit und Falschheit ermglicht.Ich mu noch ausdrcklich bemerken, da es sich bei M. Schlicknicht blo um irrelevante Entgleisungen handelt, sondern um sinnverkehrende Unterschiebungen, auf die seine ganze Kritikaufgebaut ist.

    Nach diesen Worten der Abwehr mu ich zumill. Abschnittnoch bemerken, da ich meine Stellung zum Problem der phno-menologischen Deutung derFrage- und Wunschstze schon kurznach der ersten Ausgabe des Werkes gendert habe, und dahier mit kleinen berarbeitungen, wie sie zurzeit allein vorgenom-men werden konnten, nicht auszukommen war. Der Text bliebdaher ungendert. Weniger konservativ durfte ich hinsichtlichdes vielbenutzten Anhanges ber "uere und innere Wahrneh-mung" sein. Bei Erhaltung des wesentlichen Textgehaltes erscheinter jetzt in erheblich verbesserter Gestalt.

    Das Desiderai eines Index zu dem Gesamtwerke konnte leidernicht erfllt werden, da mein hoffnungsvoller Schler, Dr. Rudolf"Clemens, der dieBearbeitung bernommen hatte, fr das Vater-land gefallen it.

    Freiburg i. Br., Oktober 1920. E. Nuserl.

  • Druckfehler-Verzeichnis.

    Band I.Seite xm Zeile 1 v. e. lies de raison statt du raison.

    I, 197 Anm. " Mechanik Mathematik,

    Band II, 1. Teil.Seite 68 Zeile 5 v. u. lies surregieren statt suggerieren.

    109 17 v. o. 46 statt 26. 112 lt

    2 v. u. es ist ein Akt da statt es ist ein Akt.205 1, 19 v. o. Unterscheidungen statt Entscheidungen.

    1, 291 17 3 v. o. wo nicht ein