ICT 02/2010

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HOCHFREQUENZHANDEL – REGELN SIND BESSER ALS VERBOTE SEITE 36 INTERNET-INFRASTRUKTUREN ANPASSEN – VON IPV4 AUF IPV6 SEITE 10 KATALYSATOREN FÜR DIGITAL INSURANCE – SOA UND CLOUD: NEUE INSTRUMENTE ZUR KUNDENBINDUNG SEITE 16 ADVICE-ON-DEMAND AND PERSONAL FINANCIAL MANAGEMENT – AUSRICHTUNG AUF DIE GENERATION Y SEITE 20 Nr. 2 I Juni 2010 4. Jahrgang CHF 9.60

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Das Praxismagazin für Banken und Versicherungen

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  • HOCHFREQUENZHANDEL REGELN SIND BESSER ALS VERBOTE Seite 36

    INTERNET-INFRASTRUKTUREN ANPASSEN

    VON IPV4 AUF IPV6 Seite 10

    KATALYSATOREN FR DIGITAL INSURANCE

    SOA UND CLOUD: NEUE INSTRUMENTE

    ZUR KUNDENBINDUNG Seite 16

    ADVICE-ON-DEMAND AND

    PERSONAL FINANCIAL MANAGEMENT

    AUSRICHTUNG AUF DIE GENERATION Y Seite 20

    Nr. 2 I Juni 20104. Jahrgang CHF 9.60

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  • BANKING & INSURANCE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    INHALTSVERZEICHNIS

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    5 Editorial

    FINANCEFORUM

    8 Fels in der Brandung I 20 Jahre Banken- und it-community

    TECHNOLOGY REPORT

    10 IPv4-Adressen werden knapp I rechtzeitig auf iPv6-infrastruktur wech seln

    14 Mobile Apps und Cloud Computing I feste Denkmuster aufbrechen

    BANKING & INSURANCE

    16 Katalysatoren fr Digital Insurance I SOa und cloud: neue instrumente zur Kundenbindung

    17 Profitable Strategien fr Retail-banker I Kostenmanagement allein greift zu kurz. Kunden und Vertriebs-orientierung sind gefragt

    20 Advice on Demand und Personal Financial Management I ausrich-tung auf die Generation Y

    25 Flexibilitt bringt Kundennhe I SiX telekurs berechnet evaluated-

    Preise fr toxische illiquide assets

    INTERVIEw

    22 Das Risiko mit dem Anleger teilen I nettobank mischt mit mehrwertori-entiertem Gebhrenmodell den Markt auf

    @ ANALYSE

    24 Neue Trends im E-Private-Banking

    PUBLIREPORTAGE

    13 Die Datenqualitt entscheidet I Zuverlssige Datenbasis erhht die entscheidungskriterien

    28 Erfolgskritisches Provisions- und Gebhrenmanagement

    RUBRIKEN6 TOP 6 I Wichtige firmennews kurz

    zusammengefasst7 TOP 6 I interessante Wechsel im Ma-

    nagement46 AdvoCatus Diaboli I confused loud

    orbital ubiquitious disorientation

    Strategien gegen

    den Datengau

    Neue Infrastrukturen fr

    Hochgeschwindigkeitszge

    Katalysatoren

    fr Digital Insurance

    Vor- und Nachteile

    des Hochfrequenzhandels

    10 Advice on Demand fr die Generation Y2016

    36 39Flexibilitt und Agilitt bringen Kundennhe25

    28 Prioritres Kosten- und Qualitts-management I Der umbruch im custody-Geschft fordert die it-L-sungsanbieter heraus

    BUSINESS SOLUTIONS

    33 Compliant Confidentiality I Das neue Geschftsmodell heisst legaler Datenschutz und massgeschneider-ter informationsservice

    TITELSTORY

    36 Hochfrequenzhandel: Fluch oder Segen? I technisierung des Handels beanachteiligt kleine Banken

    38 In der interdependenten Welt sind Verbote keine Lsung I Brsenauf-sicht und Selbstregulierung verbes-sern

    ICT MANAGEMENT

    39 Strategien gegen den Datengau I information Overload berfordert das

    Management40 Vor dem nchsten Quantensprung

    I Langfristiger Visa-Pilotversuch42 Schneller, einfacher und besser

    werden I erfolgsrezept der Grau-bndner Kantonalbank

  • Trademark information: SunGard, the SunGard logo, and Ambit Apsys are trademarks or registered trademarks of SunGard Data Systems Inc. or its subsidiaries in the U.S. and other countries. All other trade names are trademarks or registered trademarks of their respective holders.

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    Executive Director

    C.I.M. Banque, Geneva

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    Banking sind die neuen Trends,

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  • ICT MANAGEMENT

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    nehmen musste, fielen die eigenmittelan-forderungen tiefer aus, als jene, nach de-nen sich zum Beispiel die Schweizer Ban-ken ausgerichtet hatten. in der folge bauten diese ihre berhhten eigen-mittelbestnde ab, kauften eigene aktien zurck und vernichteten diese. Gleichzei-tig richtete die Schweiz ihre rechnungs-legung nach europischen normen aus, welche die Bildung stiller reserven ver-boten. all dies machte die Banken anfl-liger auf Kursschwankungen und die Wertpapiermrkte volatiler.

    inzwischen will SnB-Prsident Philipp Hildebrand das rad der Geschichte zu-rckdrehen und die Grossbanken mit der Leverage ratio zu einer erhhten ei-genmittelunterlegung verpflichten. Damit setzt er eckpfeiler, die neue rahmenbe-dingungen setzen, ohne das regeldick-icht zu erhhen. Letztlich geht es darum, die eigenverantwortung der Marktteilneh-mer zu erhhen. Detailversessene rege-lungen eignen sich dafr nicht, weil sie auch technologisch kaum umsetzbar sind. Je mehr regeln, desto strker die infor-mations- und Datenflut. Das fhrt letzt-lich zum ultimativen Datengau und damit zur vollstndigen Desinformation. ausge-rechnet im informationszeitalter.

    Brigitte Strebel-aernichefredaktorin

    im Sog der internationalen finanzmarkt-krise wird lautstark mehr regulierung ge-fordert. aber niemand macht sich Gedan-ken darber, wie diese neue regulie - rungsflut effizient und realittsgetreu umgesetzt werden kann. assoziationen zum risikomanagement werden wach: Vor drei Jahren zweifelte niemand daran, dass die komplexen risikomanagement-Modelle der Banken eins zu eins umge-setzt werden knnen. aber mit dem ein-bruch an den finanzmrkten kam das bru -tale erwachen. Die komplexen Modelle entsprachen halt doch nicht ganz der Wirklichkeit.

    Das haben inzwischen auch die auf-sichtsbehrden erkannt. Schliesslich wur-

    KONtRAPRODUKtiVe ReGULieRUNGSFLUt

    den auch sie von der Geschwindigkeit der Marktkrfte berrascht und berfordert. Warum zum teufel schlitterte die am strksten regulierte Branche die Ban-ken so stark in die Krise? Je grsser das regeldickicht, desto schwieriger wird dessen umsetzung. niemand hat den berblick und niemand fhlt sich verant-wortlich. Man fllt die ntigen formulare aus und damit hat es sich.

    angefangen hat es mit den eigenmit-telunterlegungs-Vorschriften im rahmen des Basler Komitees fr Bankenaufsicht ende der 80er-Jahre. Sie wurden wegen der damaligen japanischen Bankenkrise erlassen. und weil man rcksicht auf die schwach dotierten japanischen Banken

    Brigitte Strebel-aerni

  • 6SHORT NEwS

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    ENTRIS BANKING AG ENTSCHEIDET SICH FR FINNOVA CONTROL

    Die entris Banking aG hat entschieden, ihren Kundenban-ken im Bereich controlling zuknftig das Modul finnova control zur nutzung anzubieten. im Zuge der Migration der rBa-Banken auf die finnova-Plattform werden die Valiant Bank und die clientis-Gruppe als erste finnova control einfhren. Die mandantenfhige Banksteuerungs-Plattform steht auch weiteren rBa-Banken zur nutzung offen. Die nOVO Business consultants aG untersttzt die Banken als Generalunternehmerin bei der einfhrung.

    SWISSCOM ERWEITERT IT-SERVICEGESCHFT MIT ZUKUFEN

    Swisscom baut das it-Dienstleistungsgeschft aus und bernimmt gleich 3 firmen mit insgesamt rund 140 Mitar-beitenden. Gemeinsam mit bestehendem Personal der Swisscom it Services entsteht eine eigenstndige toch-ter fr die Betreuung von it-arbeitspltzen in der Schweiz mit mehr als 500 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von rund 180 Mio. cHf. Bei den zugekauften firmen han-delt es sich um die Panatronic (Schweiz) aG, die eccotrust Solutions aG und die it Services + Logistik aG.

    LANDESBANK BERLIN INVESTMENT SCHLIESST XENTIS-IMPLEMENTIERUNG AB

    Die LBB-inVeSt hat die implementierung des voll integ-rierten investment-Management-Systems XentiS von Profidata erfolgreich abgeschlossen. anfang april 2010 wurde nun die Migration aller fonds auf XentiS abge-schlossen und das alte fondsbuchhaltungssystem abge-schaltet. es ersetzt vormals im einsatz befindliche Lsun-gen fr Ordermanagement, compliance und fondsbuch- haltung anderer Hersteller.

    Top 6DIE AM HUFIGSTEN ANGEKLICKTEN FIRMENNEWS AUF MONEYCAB.COM

    STELINK FINANCIAL MESSAG-ING HUB IST AVALOQ ZERTIFI-ZIERT

    Sterci, der inter-nationale Her-

    steller von SOa-basierten Lsungen fr StP hat bekannt gegeben, dass die Schnittstelle zwischen Stelink und dem avaloq Banking System von avaloq zerti-fiziert wurde. nachdem Stelink nun die Zertifizierung fr die Schnittstelle zwi-schen Stelink und dem avaloq Banking System erhalten hat, wird sichergestellt, dass die zugrundeliegende integrations-technologie strengsten architekturvor-gaben gerecht wird und mit zuknftigen Versionen des avaloq Banking System und Stelink kompatibel bleiben wird.

    AUSWERTUNG VON SOCIAL-MEDIA-INHALTEN IM WEB

    Will ein unternehmer wissen, was Verbraucher von seinen Produkten oder seinem unternehmen halten, kann er in foren und Blogs verfolgen, was diskutiert wird. Die Social-Media-Welt ist gross und das Zeitfenster des unterneh-mers klein. SaS Social Media analytics durchsuchen die netze automatisch und werten die gefundenen inhalte aus. Der nutzen dieser neuen innovativen Lsung von SaS: diese informationen on Demand sichtbar zu machen und sogar den weiteren Verlauf zu prognostizieren.

    Robert Schumacher, SAS

    Swisscom-CEO Carsten Schloter

    Etienne Savatier, Sterci

    TEMENOS BER-NIMMT BRITISCHE FE-MOBILE

    Die temenos Group aG ber-nimmt die briti-sche fe-Mobile und strkt damit ihre Position im Bereich mobiler Bankapplikationen. fe-Mobile vermarktet unter dem Markennamen Se-cureLink drei mobile applikationen: eine herunterladbare applikation, HtML-Browser sowie SMS. Der Kaufpreis fr fe-Mobile werde nicht offengelegt, teilt tenemos mit. Die akquisition werde schon rasch einen signifikanten Mehr-wert fr die temenos-Kunden und die aktionre des unternehmens generie-ren.

    Temenos-CEO Andreas Andreades

    Andreas Hess, LBB-Invest

    Finova-CEO Charlie Matter

  • BANKING & INSURANCE

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    SHORT NEwS

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    NEUER VICE PRESIDENT FR VSA BEI CA

    Gehrig verstrkt cas europi-sches Services-Geschft als neuer Vice President fr den Geschfts-bereich Virtualization, Service Manage-ment und Service automation (VSa). er war 2003 zu BMc gekommen, um dort die sdeuropische Vertriebsorganisati-on aufzubauen. Dann leitete er das euro-pische fr Distributed Systems Manage-ment verantwortliche Software-team von BMc sowie das europische consulting-Services-Sales-Geschft. Jetzt soll er das Service-Geschft im umfeld Virtuali-zation, Service Management und Service automation auszubauen.

    NEUER FINANZCHEF BEI BANK SARASINDie Bank Sarasin & cie aG hat thomas a. Mller per 1. Mai 2010 zum neuen finanzchef ernannt. er leitet dabei den Geschftsbereich corporate center und nimmt gleich-zeitig einsitz in der Geschftsleitung. Mller war zuletzt als Group chief financial Officer und chief risk Officer fr die Swiss-Life-Gruppe ttig. er tritt bei Sarasin die nach-folge von Matthias Hassels an, der sich entschlossen hat, das unternehmen nach 12 Jahren zu verlassen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zuzuwenden.

    NEUES VORSTANDSMITGLIED BEI DATANGO AG

    Die datango aG hat Steve Walsh in den Vorstand berufen. er ist bereits seit 2001, mit einer kurzen unterbrechung, fr das unternehmen in Boston (uSa) ttig. Heute zeich-net er als Vizeprsident fr das Business Development und Produkt-Marketing des weltweit agierenden Herstel-lers von e-Learning- und electronic-Performance-Sup-port-Systemen verantwortlich. er soll das unternehmen strate gisch weiterentwickeln und die Marktposition auf globaler ebene ausbauen.

    SOLUTION PROVIDERS ERNENNT MARIO BASSI ZUM HEAD ASIA

    Solution Providers hat Mario Bassi zum Managing Director und Head asia ernannt. in dieser regionalen funktion folgt er auf Beat Latanzio, der zu Solution Providers in die Schweiz zurckkehren wird. Demnach nimmt Mario Bassi seine arbeit bei Solution Providers am 15. Juli 2010 auf. Zuvor war er bei Deutsche Bank Singapore als Managing Director and Head Strategy & Business Development asia Pacific ttig.

    Top 6DIE AM HUFIGSTEN ANGEKLICKTEN PERSONEN AUF MONEYCAB.COM

    LUKB: NEUER LEITER PRIVATE BANKING

    Bei der Luzer-ner Kantonal-bank (LuKB) ist Leo Grter

    zum neuen Leiter Private Banking/institu-tionelle/Handel sowie zum neuen Mitglied der Geschftsleitung ernannt worden. er wird nachfolger von christof Strssle, der die Bank nach ber zehn Jahren in der Geschftsleitung per ende 2009 verlas-sen hatte. Grter soll voraussichtlich im Lauf des Herbstes 2010 in die LuKB ein-treten. Der 1962 geborene Luzerner war laut Mitteilung seit seinem Studium bei ei-ner Schweizer Grossbank ttig, wo er in verschiedenen fhrungspositionen in den Bereichen firmenkunden und Private Banking ttig gewesen sei.

    NEUE VERANTWORTLICHE FR BUSINESS DEVELOPMENT & STRATEGY BEI T-SYSTEMS

    evelyn Mnster rapportiert direkt an den Managing Director Pierre Klatt. Damit unternimmt die telekom-tochter einen weiteren Schritt zum strategischen ausbau der Marktposi-tion in der Schweiz. evelyn Mnster wechselte zum 1. Mai 2010 von Sunrise zu t-Systems. Davor hatte die promovier-te chemikerin verschiedene Positionen als Key-account-Managerin, Seniorreferentin und Prozessleiterin bei Voda-fone in Dsseldorf inne.

    Evelyn Mnster, T-Systems

    Steve Walsh, datango

    Leo Grter, LUKB

    Peter Gehrig, CA

    Mario Bassi, Solution Providers

    Thomas Mller, Bank Sarasin

  • 8FINANCEFORUM

    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    FiNANce FORUm ZRich: FeLS iN DeR BRANDUNG

    20 Jahre Banken- und IT-CommunityURSULA PELZL

    mit hOchAKtUeLLeN themeN, tOP-SPeAKeRN UND ZAhLReicheN JUBiLUmSANGeBOteN FeieRt DAS Fi-NANce FORUm, Die FhReNDe SchweiZeR cOmmUNity-PLAttFORm FR Die BANKeN- UND it-BRANche, iN DieSem JAhR ihR 20-JhRiGeS BeSteheN. whReND weLtweit Die tURBULeNZeN AN DeN FiNANZmRKteN hOhe weLLeN SchLAGeN, GeSchFtSmODeLLe DeR BANKeN AUF Dem PRFStAND SteheN UND whRUN-GeN UNteR DRUcK GeRAteN, Steht DAS FiNANce FORUm Am FiNANZPLAtZ ZRich wie eiN FeLS iN DeR BRANDUNG. mehR NOch: UNteR Dem mOttO thOUGht LeADeRShiP: eRFOLGSFAKtOReN meNSch UND techNiK SetZt DeR tOP-eVeNt DeR SchweiZeR FiNANZ- UND it-BRANche ZeicheN. mit NeUeN ANGeBOteN FR AUSSteLLeR UND BeSUcheR eNtwicKeLt mANAGiNG PARtNeR JAcqUeLiNe SchLeieR Die cOmmUNity-VeRANStALtUNG KONZePtiONeLL weiteR.

    spiel mit anderen Branchenmitbewerbern nicht geklrt war. Das 2. finance forum im november 1991 wurde nicht mehr als reiner Sun event, sondern als Bran-chenveranstaltung, fr die felix riecke den Branchenprimus iBM, als ersten von weiteren wichtigen Playern im Markt, fr eine teilnahme gewinnen konnte. Wei- tere Dienstleister wie cOMit aG folgten kurz darauf. Die Weichen fr die erfolgs-geschichte des finance forum waren gestellt.

    eRFOLGSGeheimNiS: OFFeNe UND NeUtRALe KNOw-hOw-PLAttFORmDer anfang war gemacht, um das fi-nance forum zu einer offenen und neut-ralen Know-how Plattform und einem Begegnungszentrum fr anwender und anbieter der finanzbranche zu etablie-ren. Bald schon wurde ein Beirat gegrn-det, wo Bankmanager und fhrungskrf-te von Lsungsanbieter gemeinsam den ablauf des events und die Qualitt der themen und referaten beeinflussten, berichtet felix riecke. Doch nicht nur die Geschichte des finance forum an sich wurde hier geschrieben. Vielmehr ist das finance forum die erste erfolgreiche

    Vor 20 Jahren haben innovative Kpfe ideale rahmenbedingungen fr die ent-wicklung einer informations- und Kom-munikationsplattform fr Banker und it-anbieter vorgefunden, berichtet Schleier. es war eine aufbruchstimmung in der Banken-Landschaft. alles schien mg-lich. es gab interessante Geschftsideen untersttzt durch immer ausgefeiltere technologien das war die Zeit, in der sich das finance forum schnell zu dem Marktplatz der Schweizer finanz- und it-Branche entwickelt hat. fand das ers-te finance forum im Januar 1990 noch im Hotel Zrich statt, ist es seit 2000 im Zrcher Kongresshaus zu Hause und ldt Banker auf kurzen Wegen zum Be-such der stets hoch rangig besetzten Konferenz, der aktuellen fachausstellung und zum austausch und der Vertiefung der Kontakte ein.

    VOm SUN eVeNt ZUm FiNANce FORUmGute Produkte und Lsungen muss man bekanntmachen dachten sich beiden unternehmer, felix riecke und roland Saner, ehemals Kollegen bei Data Gene-ral. felix riecke, der sich 1988 mit einer Promotions- und Marketing-agentur

    selbstndig gemacht hatte, und roland Saner, damals General Manager von Sun Microsystem, einte fr die erste Veran-staltung noch das Ziel, Sun in der finanz-branche bekannt zu machen. Der erfolg der tagung mit ausstellung war eher ms-sig unter anderem, weil das Zusammen-

    Felix Riecke; Grnder des Finance

    Forum: Bald schon wurde ein Beirat

    gegrndet, wo Bankmanager und

    Fhrungskrfte von Lsungsanbietern

    gemeinsam den Ablauf des Events

    und die Qualitt der Themen und

    Referate wesentlich beeinflussten.

  • FINANCEFORUM

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    Jacqueline Schleier, Managing

    Partner: Neue Trends aufspren

    diskutieren, was die Community

    beschftigt, fordert und bewegt. Das

    ist und war schon immer die Strke

    des Finance Forum Zrich.

    umsetzung einer virtuellen unterneh-mung gewesen. Spezialisten aus den verschiedensten Sparten fanden sich fr die Organisation des events zusammen ohne die Selbstndigkeit ihrer unterneh-men aufzugeben.

    1993 wurde das finance forum in eine eigene rechtspersnlichkeit ber-fhrt. am 27. Oktober wurde die fO fo-rum Organisation GmbH im Handelsre-gister eingetragen, welche dann am 25. Mai 2000 in die finance forum Ma-nagement aG umgewandelt wurde, die seither als Veranstalter verantwortlich zeichnet Zeit auch fr felix riecke an neue Verantwortliche abzugeben. Kein leichter Schritt, doch: ich war mir sicher, dass die neue trgerschaft die neutrale und offene Kultur weiter pflegen und ent-wickeln wrde, sagt felix riecke. Die ra von Jacqueline Schleier und ren Meier begann.

    tReNDS AUFSPReN Die GRSSte StRKe DeS FiNANce FORUmDas finance forum ist gelebte Geschich-te der Schweizer Banken- und it-Bran-che, besttigt auch Meier, der als Mana-ging Partner in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam mit Schleier fr das hohe renommee der Veranstaltung ge-standen hat. Wir knnen uns auf den Lor-beeren der letzten 20 Jahre nicht ausru-hen, weiss jedoch Schleier. neue trends aufspren diskutieren, was die commu-nity beschftigt, fordert und bewegt. Das ist und war schon immer die Strke des fi-nance forum Zrich. in der aktuellen glo-balen wirtschaftlichen Situation ist der Bedarf an information, Diskussion und networking grsser denn je. Daher werde

    ich knftig neue interaktive angebote fr unsere Partner, aussteller und Besucher entwickeln. Wichtig ist mir, mit der Zeit zu gehen. nicht stehen zu bleiben, sondern das Ohr an unserer Zielgruppe zu haben und gemeinsam mit allen Beteiligten neue zukunftsfhige konzeptionelle erweite-rungen aufzusetzen. nur gemeinsam las-sen sich die grossen Herausforderungen der Branche meistern, ist Schleier, heute alleiniger Managing Partner des finance forum, berzeugt.

    mOttO 2010: thOUGht LeADeR-ShiP: eRFOLGSFAKtOReN meNSch UND techNiKDas finance forum Zrich bietet seinen Besucherinnen und Besuchern im Jubil-

    umsjahr denn auch erneut Konferenz, ausstellung und networking auf hchs-tem niveau. Drei grosse themen ziehen sich unter dem Motto thought Leader-ship: erfolgsfaktoren Mensch und tech-nik im november 2010 wie ein roter fa-den durch das Veranstaltungsangebot von Konferenzvortrgen, focus Sessions, Best Practice- und Speakers corner-Vortrgen. folgende themen stehen da-bei im fokus: Kundenmanagement: Mehrwerte schaffen

    fhrung und Management: Motivation nicht mehr selbstverstndlich

    risiko und regulierung: Mehr als nur Pflicht

    AttRAKtiVe JUBiLUmSANGeBO-te FR Die cOmmUNityDie teilnehmenden erwarten zudem at-traktive Jubilumsangebote: aussteller profitieren u. a. von rabatten auf insera-ten, attraktiven Verlosungen und ver-gnstigten Branding-angeboten. Zudem wird rechtzeitig zum anlass ein Jubil-umsmagazin aufgelegt, an dem sich aus-steller und Partner beteiligen knnen. ferner werden ber den Veranstaltungs-ort touchscreens verteilt, die den Besu-chern und ausstellern ein zielgenaues networking ermglichen.

    10 JAhRe SPONSOReNLAUF: 2-miLLiONeN-FRANKeN-SchweL-Le iN Sichtanlass zum Jubeln gibt in diesem Jahr auch der finance forum Sponsorenlauf. in den letzten neun Jahren hat sich der Lauf im Herzen von Zrich zum beliebten tradi-tionsanlass fr Luferinnen und Lufer aus der finanz- und it-Welt entwickelt. Profitiert haben in erster Linie hilfsbedrf-tige Kinder und Jugendliche: ber 1,7 Mil-lionen franken Start- und Spendengelder sind in den vergangenen neun Jahren zu-gunsten konkreter Projekte von non-Pro-fit-Organisationen und Hilfswerken zu-sammengekommen. Wir testen dieses Jahr die 2-Millionen-Grenze. es wre fan-tastisch, wenn wir beim Jubilumslauf die-se Marke schaffen wrden. aber auch je-des andere ergebnis ist ein Gewinn fr die MS-Gesellschaft, die wir in diesem Jahr untersttzen, sagt Schleier.

    20. FINANCE FORUM2. und 3. november 2010, Kongresshaus Zrich, www.finance-forum.com 10. FINANCE FORUM SPONSORENLAUF31. Oktober 2010, Zrich, www.finance-forum.com/sponsorenlauf

    FINANCE FORUM SPONSORENLAUFJAHRE JAHRE

  • 10

    TECHNOLOGY REPORT

    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    Wie Hochgeschwindigkeitszge ein neues Schienennetz erfordern, bentigen moderne Internet-Dienste exponentiell

    mehr IP-Adressen und flexiblere und sicherere Transportmglichkeiten.

    iPV4 ADReSSeN weRDeN KNAPP: RechtZeitiG AUF iPV6-iNFRAStRUKtUR wechSeLN

    Neue Geleise fr ultraschnelle ZgeSiLVia HaGen

    Geht DeR VeRBRAUch AN iPV4-ADReSSeN im GLeicheN mASS weiteR wie iN DeN LetZteN 5 JAhReN, SO wiRD DeR VORRAt AN FReieN iPV4-ADReSSeN im JAhR 2011 AUFGeBRAUcht SeiN. DieS OBwOhL heUte NUR RUND 20 PROZeNt DeR meNScheN AUF DeR weLt BeRhAUPt ZUGANG ZUm iNteRNet hABeN.

    eine iP-adresse. Dies kann man sich vor-stellen wie eine telefonnummer fr ein Gert, damit es fr andere Gerte im in-ternet erreichbar ist. Dieser adressraum neigt sich nun unausweichlich seinem ende entgegen und luft gemss gut ab-gesttzten Prognosen gegen ende 2011 aus. Hierzu ist zu beachten, dass eine mglichst kostengnstige und risikofreie einfhrung von iPv6 in einem komplexe-

    neue Hochgeschwindigkeitszge haben Mhe auf alten Geleisen auf touren zu kommen. Genauso ist es mit dem inter-net. neue Dienste stellen erhhte und neue anforderungen an die Schienen und werden auf den alten Geleisen nicht glcklich. insbesondere brauchen sie ex-ponentiell mehr iP-adressen und flexible-re und sicherere transportmglichkeiten. Beides bietet iP Version 6 (iPv6). Das

    heutige internet wird mit iP Version 4 (iPv4) betrieben, welches vor ber 30 Jahren entwickelt wurde und seither lau-fend ausgebaut wurde. Heute steht ein Generationenwechsel auf iPv6 an. Der Zeitpunkt ist unausweichlich, da iPv4 mit seinem 32-bit-adressraum maximal 4,3 Milliarden adressen zur Verfgung stellt. Jedes Gert, welches an der Kommuni-kation im internet teilnehmen will, braucht

  • TECHNOLOGY REPORT

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    ren netzwerk zwei bis drei Jahre in an-spruch nehmen kann und dass alle ber-gangsmechanismen, welche eine ein fh- rung von iPv6 in bestehende netzwerke vereinfachen, die Verfgbarkeit von iPv4-adressen voraussetzen. iPv6 bietet nicht nur einen stark erweiterten adressraum (128 bit), sondern viele neue funktionen und Mglichkeiten, welche das Protokoll fr den einsatz in unseren immer komple-xeren netzwerken viel geeigneter ma-chen. es bietet alles, um langfristig die globale Kommunikation sowie die ent-wicklung neuer, flexibler und vor allem mobiler Dienste gewhrleisten knnen. es geht bei dieser einfhrung um das Weiterentwickeln des internets und um Business-Kontinuitt. Viele Lnder, vor allem in asien, afrika und Lateinamerika weisen exponentielle internet-Wachstums-raten auf, welche erhhten adressbedarf generieren. in vielen industrien werden neue Dienste vor allem im Bereich ber-wachung, Management und Betrieb ent-wickelt, welche auf permanent zugewie-senen iP-adressen basieren. So entwi- ckelt z.B. die autoindustrie das vernetzte auto der Zukunft, welches voraussichtlich bis zu 50 iP-adressen bentigt. in vielen Bereichen werden Sensorsysteme zur berwachung von Gerten und Gebu-den entwickelt. in Japan hat die meteoro-logische anstalt mit ntt communica-tions ein erdbebenfrhwarnsystem entwi- ckelt, welches auf iPv6 funktionen basiert und auf den nahezu unlimitierten adress-raum angewiesen ist. in Genf arbeitet man an einem Smart iPv6 Building Project, welches die Mglichkeiten von Gebude-management erforscht und an einem Pro-totypen umsetzt. an der letzten e-World in essen stellten gleich eine ganze reihe von

    innovativen Startups aber auch von Big Playern wie rWe Smart Monitoring Lsun-gen vor, welche ber iPv6 kommunizieren. iPv6 lst das adressraumproblem nachhal-tig und langfristig und schafft neue Mrkte und Mglichkeiten fr alle Marktteilneh-mer. Den Kreativen gehrt die Zukunft.

    iPV6: wettBeweRBSFAKtOR FR DeN FiNANZSeKtORDie eu hat iPv6 schon frhzeitig als wich-tige Voraussetzung fr die Wettbewerbs-fhigkeit der europischen Wirtschaft er-

    kannt und seit dem Jahr 2000 in vielen initiativen die entwicklung und einfh-rung von iPv6 untersttzt. Die OecD warnt in einem Bericht vom april 2010 davor, dass per anfang 2010 nur rund 5,5 Prozent der netzwerke in der Lage sind, iPv6-Daten zu transportieren. Gemss OecD ist die Welt nicht ausreichend auf das auslaufen des iPv4-adresspools im Jahr 2011/2012 vorbereitet. John curran, Prsident der amerikanischen registrie-rungsstelle arin geht davon aus, dass die nachfrage nach iPv6 im Jahr 2011 in-nert weniger Monate drastisch steigen wird, dass anbieter und Dienstleister ohne iPv6-untersttzung Marktanteile verlieren werden und iPv6 unter Zeit-druck mit hohen risiken und Kosten ein-fhren mssen. Die regeln und abhn-gigkeiten fr eine einfhrung von iPv6 im finanzsektor sind nicht grundlegend an-ders als in anderen industrien. Wichtig ist es, die frage in einer grsseren Perspek-tive zu betrachten. Gerade im finanzsek-tor ist die gegenseitige Vernetzung von angeboten, Dienstleistungen und appli-kationen weitlufig und darum sind alle voneinander abhngig. Statt iPv6 einfach als lstigen und eher unntigen Kosten-faktor zu betrachten, wre es fr die gan-ze Branche hilfreicher, iPv6 als gemein-same Herausforderung, aber auch chance zur Optimierung und Weiterent-wicklung von angeboten zu betrachten und die Herausforderung gemeinsam zu meistern, indem jeder seinen Beitrag leis-

    tet und die bestehenden Plattformen zum erfahrungsaustausch nutzt.

    Die BANKeN SiND Sich DeR BeDeUtUNG BewUSSt eine kurze umfrage bei einigen anbietern im Schweizer finanzdienstleistungssek-tor hat folgendes Bild gezeigt: Die credit Suisse ist sich der thematik bewusst und fhrt intern regelmssige Screenings durch, um die anforderungen abzuklren und frhzeitig reagieren zu knnen. Man geht davon aus, dass der Bedarf bei den sogenannten Boundary Services und in der DMZ zuerst anfallen wird. Bis ende 2010 wird eine roadmap ausgearbeitet, da man annimmt, dass ab 2011 eine deut-liche Zunahme von internetdiensten mit iPv6-anforderungen angeboten werden wird, welche mglicherweise fr die credit Suisse von Bedeutung sind. Die roadmap wird einfhrungs- und Migrati-onskonzepte, sowie ein adresskonzept beinhalten. Bei uBS ist man sich der Be-deutung bewusst, achtet auf iPv6-Kom-patibilitt bei neuanschaffungen und klrt einzelne teilbereiche nun detaillierter ab. Die zur Generali Gruppe gehrende B-Source schreitet schon recht konkret voran und arbeitet an den abklrungen fr ein iPv6-einfhrungskonzept, zusammen mit Herstellern und Lieferanten. treiber dafr war, dass die Generali Group eine iPv4-ad-ressharmonisierung durchfhrt, mit dem Ziel, den Pool der iPv4-adressen zu berei-nigen und nats abzubauen. Dabei wurde

    DAS AKtUeLLe BUch ZUm themA

    Silvia Hagen richtet sich an netzwerkverantwortliche, it-Manager und Systembe-treuer, die das Wesentliche ber das neue internet-Protokoll erfahren wollen. Silvia Hagen erklrt, wie das Protokoll funktioniert, zeigt die neusten entwicklungen auf und beschreibt, wie iPv6 parallel zur heutigen Version iPv4 eingefhrt werden kann. interessierte erfahren, warum sie iPv6 in ihre Planung einbeziehen sollten und wel-che Voraussetzungen eine sanfte einfhrung ermglichen. aktuelle themen wie Mobile iPv6, DHcPv6, routing und Sicherheit werden ausfhrlich besprochen.

    Diese aktualisierte 2. auflage integriert alle erweiterungen und nderungen seit der erstauflage im Jahre 2004. IPv6 Grundlagen, Funktionalitt, IntegrationAutorin: Silvia Hagen2. Auflage, Oktober 2009Sunny Edition, ISBN 978-3-9522942-2-2, Deutsch

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    TECHNOLOGY REPORT

    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    SiLViA hAGeN, iNhABeRiN UND ceO VON SUNNy cONNectiON AG

    Silvia Hagen ist die autorin zahlreicher Bcher ber tcP/iP und iPv6, u.a. von iPv6 essentials, das bereits in der zweiten auflage von O'reilly publiziert wurde. Sie hlt regelmssig Vortrge an internationalen fachkonferenzen und ist Prsidentin des neugegrndeten schweizerischen iPv6 council.

    Sunny connection aG ist eine it-consulting- und Schulungsfirma mit Sitz in Maur bei Zrich und ist spezialisiert auf netzwerk- und Performanceanalyse sowie iPv6 und identity Management. Sie hat ber 15 Jahre erfahrung in der Beratung von mittleren und grossen unternehmen, hauptschlich in den Bereichen industrie, Banken und Versicherungen.

    natrlich die frage nach dem einfluss und den Mglichkeiten eines iPv6-adresskon-zepts aktuell. einfluss und den Mglichkei-ten eines iPv6 adresskonzepts aktuell. Ge-mss aussage von avaloq ist das avaloq Banking System vollkommen iPv6 kompa-tibel. avaloq sieht in der technologie iPv6 ein grosses Potential und hat es sich zum Ziel gemacht, den Kunden auch in Zukunft die strategische freiheit zu bieten, die ih-nen die umsetzung all ihrer Plne ermg-

    licht. rtc aG arbeitet zur Zeit an einem Grobkonzept fr die einfhrung von iPv6, um die arbeiten an der einfhrung dann ber einen Zeitraum von mehr als einem Jahr verteilen zu knnen. finnova plant die Portierung ihrer applikation auf einen iPv6-fhigen Zustand auf 2011. eine nachfrage bei Swisscom hat gezeigt, dass internet-dienste ber iPv6 fr Geschftskunden heute bereits zur Verfgung stehen. Gleich-zeitig achtet Swisscom bei der anschaf-

    fung neuer netzwerkgerte strikte auf iPv6-untersttzung. Bis in zwei bis drei Jahren will Swisscom alle netzdienste ber iPv6 zur Verfgung stellen. Der genauere Zeitpunkt hngt nicht zuletzt von der Kun-dennachfrage ab. Bei SaP erhlt man die auskunft, dass smtliche SaP-anwendun-gen iPv6 voll untersttzen, da es eine inte-grierte Basisfunktionalitt in allen anwen-dungen ist. auch Swissquote ist sich der Bedeutung des themas bewusst und be-urteilt das vor allem aus der Business-con-tinuity-Perspektive. Ohne iPv6 knnen wir mittelfristig im internet nicht bestehen, sagt Swissquote auf anfrage. Das thema wird mit Prioritt behandelt, es wurden analysen durchgefhrt, man bemht sich um iPv6-adressraum, wird die Studien wei-ter detaillieren und eine konkretere Pla-nung ausarbeiten.1www.potaroo.net/tools/ipv4/2www.smartipv6building.org3www.cleanthinking.de/e-world-rundgang/44944http://www.oecd.org/da-taoecd/48/51/44953210.pdf

    Textbausteine CNO Panel 2010 Wachstum und nachhaltiger Erfolg sustainable Growth in the Knowledge Economy

    cNO PANeL NO. 10 wAchStUm UND NAchhALtiGeR eRFOLGunternehmen wollen ihren Marktanteil stei gern, die Marktabdeckung erhhen, internationalisieren und globalisieren. Wachs tum ist aber auch ein volkswirt-schaftlicher anspruch: angemessenes Wirtschaftswachstum steigert die chan-ce in einer region, fr jeden mehr Wohl-stand zu ermglichen. am cnO Panel no. 10 beleuch ten wir das thema Wachs-tum aus diesen Perspektiven: als Wis-sensnation sind wir gefordert, als unter-nehmerinnen und als Politikerinnen angemessenes, nachhaltiges Wachstum zu realisieren, um unsere Zukunft zu si-chern. Zwischen Wachstum und nach-haltigkeit kann aber auch ein Spannungs-

    feld entdeckt werden. Jeder unternehmer, jede unternehmerin kennt die Gefahren von ungesundem Wachstum. auch diese Spannung wollen wir beleuchten, um al-len Besucherinnen des cnO Panel no. 10 ntzliche eindrcke mit auf ihren Weg

    zu geben. am cnO Panel no. 10 bieten unterhaltung, Wissenschaft, erfahrun gen von unternehmerinnen und Poli tiker in-nen fr entschei-de rinnen. Der abend bietet zudem raum fr Gesprche und Gemtlichkeit.

    AGeNDA UND ANmeLDUNG Dienstag, 9. november 2010, 17 uhr bis 20 uhr; anschlies-

    send Dinner, networking und Bar bis min-destens 22 uhr. im Kulturcasino Bern, Herrengasse 25, 3011 Bern. aktuelle in-formationen und anmeldung unter: www.cno-panel.ch

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    PUBLIREPORTAGE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    Wolfgang Kemna, CEO, zetVisions AG:

    Unsere Lsung strukturiert komplexe

    Prozesse.

    SPeZiALiSieRt iN cORPORAte GOVeRNANce UND cOmPLiANce

    Die zetVisions aG ist auf financial corporate Governance & compliance speziali-siert. Mit betriebswirtschaftlichen anwendungen fr das Beteiligungsmanagement betreut das unternehmen europaweit mehr als 200 Kunden. Seit Mitte Mrz arbei-tet auch der Mnchner DaX-Konzern allianz Se weltweit mit der Beteiligungsma-nagement-Lsung zetVisions corporate investment Manager der Heidelberger zetVisions aG. Die Standardsoftware dient als Stammdatenplattform zur Verein-heitlichung, Qualittssicherung und Verteilung von Beteiligungsinformationen an zahlreiche anwendungen. Kontakt: zetVisions AG , Speyerer Strasse 4, 89115 HeidelbergDr. Thomas Keil, [email protected] www.zetvisions.deTel. 0049 6221 33938-603

    vorhandenen ressourcen genommen werden muss, beziehen unsere Kunden nun viel Know-how von uns als ihrem Soft-warelieferanten. anpassungen an vern-derte rahmenbedingungen werden damit schneller und kostengnstiger ausgelie-fert. Zustzlich profitieren unsere Kunden alle untereinander von dem angesammel-ten erfahrungsschatz, den wir in den letz-ten 25 Jahren mit insgesamt 200 Kunden in ganz europa aufgebaut haben.

    Auf die Finanzindustrie rollt eine enor-me Regulierungswelle zu: Was bringt zetVisions Corporate Investment Ma-nager bezglich Corporate Gover-nance und Compliance?Dr. Wolfgang Kemna: unsere Lsung strukturiert komplexe Prozesse ber Workflows etwa die anlage einer neuen Gesellschaft ber eine akquisition. eine systematische einbindung aller beteiligten abteilungen, von der rechtsabteilung ber das treasury bis zum rechnungswesen, stellt einerseits sicher, dass fehler und redundanzen vermieden werden, und sorgt andererseits auch fr eine stichtags-

    iN KRiSeNZeiteN eSSeNtieLL: ZUVeRLSSiGe DAteNBASiS eRhht Die eNScheiDUNGSKOmPeteNZeN

    Die Datenqualitt entscheidet

    Je hektischer die Zeiten, desto grs-ser sind die Anforderungen an das Datenmanagement. Welche Vorteile bietet Ihre Beteiligungslsung zetVi-sions Corporate Investment Mana-ger?Dr. Wolfgang Kemna, ceO der zetVisions aG: unternehmen wandeln sich stndig. Gerade in Zeiten der Krise mssen schnell entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Mit unserer Lsung haben Konzernzentralen eine zuverlssi-ge Datenbasis zur Hand, die solche ent-scheidungen erleichtert und deren um-setzung transparent macht. Wir erhhen die Qualitt der Daten und senken die da-mit verbundenen Kosten signifikant.Warum hat die Allianz SE zugunsten von zetVisions ihre Eigenentwicklung abgelst? Dr. Wolfgang Kemna: eine Standardsoft-ware erleichtert das Leben einer fachab-teilung enorm: Whrend bei der eigenent-wicklung immer rcksicht auf die

    genaue Historie: Wer hat wann von was gewusst? Welche entscheidungen wur-den auf welcher Grundlage gefllt? Sol-che fragen knnen dann leicht beantwor-tet werden. Lsst sich zetVisions ohne Weiteres auf die Finanzdienstleister (Banken und Versicherungen) in der Schweiz anwenden oder bentigt man hier An-passungen?Dr. Wolfgang Kemna: Viele funktionen sind ohne Weiteres sofort verwendbar. Dazu zhlen themen wie Mandatsver- waltung, Visualisierung von komplexen Beteiligungsstrukturen, Stammdatenver-waltung und natrlich die Berechnung von direkten und indirekten Beteiligungs-quoten nach verschiedenen Methoden. im Bereich des rechtlichen Meldewesens gibt es nationale unterschiede und bran-chenspezifische Verpflichtungen. Das knnen wir aber ebenso umsetzen, wie wir das in anderen Lndern gemacht ha-ben. im brigen haben wir mit der Swiss Life schon einen Schweizer Kunden im Versicherungsbereich, der eine unserer Lsungen einsetzt.

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    TECHNOLOGY REPORT

    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    mOBiLe APPS UND cLOUD cOmPUtiNG ReVOLUtiONieReN DAS BUSiNeSS

    Feste Denkmuster aufbrechenBRIGITTE STREBEL-AERNI

    mODeRNe BReitBAND-techNOLOGie, immeR SchNeLLeRe UND eFFiZieNteRe DAteNVeRARBeitUNG, AUSGe-BAUte mOBiLFUNK-iNFRAStRUKtUR UND immeR KLGeRe iNFORmAtiON im weB: Die mODeRNe iNFORmA-tiONS- UND KOmmUNiKAtiONStechNOLOGie eRmGLicht SehR VieL. ABeR Sie eRSetZt Nicht DAS VeR-NNFtiGe mANAGeN UND ReGULieReN DeR DAteN.

    Letztlich gehe es darum, darber nachzu-denken, wann der einsatz von ict sinnvoll und ntzlich ist. Prozessoren und Speicher seien kein ersatz fr das eigenstndige Denken, erklrt Walter Steinlin. als Prsi-dent der frderagentur fr innovation des Bundes Kti (Kommission fr technologie und innovation), Prsident des iimt instituts (international institute of Management in technology) an der uni fribourg sowie Head Outlook bei Swisscom Schweiz, be-schftigt er sich intensiv mit technologi-schen Zukunftsfragen. Stephanie teufel ist Professorin an der uni fribourg und Di-rektorin des iimt. Sie weist darauf hin, dass die Bewltigung des rasanten technologi-schen fortschritts eine zentrale frage der richtigen Bildung und ausbildung sei: Der

    Kauf eines it-Systems bedeutet noch kei-ne Problemlsung an und fr sich. Das gilt auch fr das Outsourcing. Der Daten-Ow-ner ist und bleibt in jedem falle verant-wortlich oder compliant.

    in der it herrscht eine rasante entwick-lung. einen Megatrend der Branche sieht Walter Steinlin im sogenannten cloud computing, welches auch die finanzin-dustrie beeinflussen wird. Die tech-nologischen entwicklungen sind mittler-weile so weit gediehen, dass man Speicher und rechner irgendwo auf der Welt plat-zieren kann und nicht mehr zwingend un-mittelbar in der umgebung des firmens-tandorts. Mit anderen Worten kann man heute die it noch weiter als bisher an Drit-te auslagern. Das wird zwar noch etwas dauern, aber der trend ist eindeutig. cloud computing bietet betriebswirt-

    SwiSScOm ALS iNitiAtOR DeS iimt

    1995 initiiert die damalige Ptt die Grndung des iimt international institute of Management in technology an der uni fribourg. Damals war dies ein erstes wegweisendes Joint Venture zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, erklrt Professor Stephanie teufel, wir waren die erste uni in der Schweiz, die eigen-stndig einen executive MBa vergeben durfte. ausserdem wurde ein Lehrstuhl fr ict Management errichtet. Mittlerweile wurde dieser executive MBa bereits an 200 Personen vergeben. neben der nische ict Management werden nun auch Kurse fr energieversorgungsunternehmen angeboten. Diese stehen heute vor hnlichen Liberalisierungsbestrebungen wie damals die Ptt und ihr Kernge-schft als Vorluferin der Swisscom.

    Professor Stephanie Teufel:

    Der Kauf eines IT-Systems bedeutet

    noch keine Problemlsung.

    schaftliche Vorteile, indem bentigte it-ressourcen geteilt und flexibel gebraucht werden knnen. Der aufbau eines eige-nen rechenzentrums verbunden mit Spei-cher-und Serverkapazitten erbrigt sich fr das einzelne unternehmen. Bei einem solchen Outsourcing-Schritt spiele Ver-trauen eine ganz wesentliche rolle, so Walter Steinlin. Denn cloud computing bedeutet auch, dass die Daten ausser Haus gespeichert werden. Hier mssten zuerst eine Vertrauensbasis zwischen un-ternehmen und it-Partner geschaffen und die anforderungen klar definiert werden.

    KOSteNSeNKUNGSPOteNZiAL Bei VeRSicheRUNGeNDie heutige Breitbandtechnologie macht es mglich, gewaltige Datenmengen in krzester Zeit ber beliebige Distanzen

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    Walter Steinlin: Durch den Einsatz neuer Technologien kann sich auch das

    Versicherungsgeschft qualitativ verndern.

    mANAGeR im DiLemmA

    cloud computing bietet zwar betriebswirtschaftliche Vorteile, aber auch risiken. Deshalb braucht es wohl noch einige Zeit, bis auch Banken und Versicherungen eine solche technologie anwenden werden. Hinzu kommen noch regulatorische Vorschriften. So drfen Banken ihre Daten nicht ausserhalb der Schweiz geben. im Gegensatz zum ticketing in der airline-industrie. Hier werden die Daten ge-mss Stephanie teufel einfach durch die Welt geschaufelt.

    aber Wolke ist eben nicht gleich Wolke. es gibt die Public cloud, wo die Daten berall verarbeitet werden knnen, aber auch die Private cloud, wo eine spezifi-sche rechen- und Speicherkapazitt an einem ganz spezifischen Ort zur Verf-gung gestellt wird. fr geschftskritische anwendungen ist das Verteilen auf viele anonyme Verarbeiter, also die Public cloud, nicht geeignet. Die Private cloud, wo Ort und raum genau dediziert, spezifiziert und kontrollierbar sind, hin-gegen schon, erklrt Walter Steinlin. Hinzu kommt die grssere flexibilitt im Kapazittsmanagement dank cloud computing. finanzinstitute knnen sich strker ihrem eigentlichen Kerngeschft widmen, erklrt Stephanie teufel.

    hinweg zu bermitteln. Besonderes au-genmerk liegt dabei auf dem mobilen in-ternet. Durch die steigende Verbreitung von internetfhigen Handys knnen sich neue Services und Prozesse fr die fi-nanz- und Versicherungsindustrie erge-ben. Durch die immer grssere mobile Vernetzung knnte beispielsweise in Zu-kunft bei der Schadensaufnahme auf den einsatz von experten vor Ort verzichtet werden. alle relevanten Daten knnen di-rekt vom Kunden schnell und einfach in die Zentrale bermittelt werden, so Wal-ter Steinlin. auch der einbau sogenannter Black Boxes in autos wre eine weitere Mglichkeit. Durch den einsatz neuer technologien kann sich auch das Versi-cherungsgeschft qualitativ verndern, weil neue instrumente ein effizienteres risikomanagement ermglichen, erklrt Walter Steinlin. Der einsatz von unterstt-zender it sollte jedoch immer genau ab-gewogen werden. Denn die neuen tech-nologien helfen, im Schadengeschft fehl verhalten und Verschulden direkt zu erfassen und zu analysieren. Darunter

    knnte schliesslich der heute geltende Solidarittsgedanke im Versicherungs-geschft leiden, befrchtet er. Hinzu kommt die Datenschutzproblematik. Die Sensibilitt gegenber der Ver traulichkeit von Daten sei eine frage der Generation, die man anspreche, erklrt Stephanie teufel: Wir sehen, dass Jugendliche und

    junge erwachsene ganz anders mit ihren persnlichen Daten umgehen als die l-teren Generationen. Kundenkarten und Werbegeschenke ermglichen zudem den anbietern einen gnstigen Zugang zu potenzieller Kundschaft. So wie man damals den umgang mit Bchern lernen musste, so msse man heute den verant-wortungsvollen umgang mit den tools der modernen ict-technologie lernen, betont Walter Steinlin. Dies betreffe alle altersgruppen.

    und lernen mssen nicht nur die Ma-nager von Banken und Versicherungen.

    auch deren Kunden sind oftmals von der flle und der Komplexitt der neuen ict-tools und apps berfordert, erklrt Stein-lin. Wie nutzung von ec-automaten aber zeige, htten es die Banken jedoch dank guter Kundenkommunikation und Gebh-renstruktur relativ rasch geschafft, die Kunden zu einer akzeptanz der automa-ten zu bewegen, erklrt Stephanie teufel.

    Smartphones wie das iPhone haben mit ihren zahlreichen funktionen das Po-tenzial, die Distributionskanle der Ban-ken als auch der Versicherungen zu er-weitern. Whrend das Potenzial bei den Versicherungen in der Schadensabwick-lung liegt, ortet Stephanie teufel es bei den Banken im Bereich der Zahlungs-transaktionen und in der Kundeninforma-tion. Das Handy mausert sich nicht nur bei der jungen Generation zum allerwelts-mittel. auch als Portemonnaie. Wich tig ist, dass das Bezahlen einfach und be-quem wird, ist sie berzeugt. Das iPhone habe diesbezglich eine tr aufgestos-sen. andere Gertehersteller haben be-reits mit attraktiven Gerten nachgezo-gen. Mobile Banking und Mobile insurance Services seien ohne Weiteres denkbar. Die Banken und Versicherungen mss-ten sich einfach ber den richtigen ein-stiegs-Zeitpunkt klar werden. Profilieren kann man sich wohl am ehesten bei den jungen Kundinnen und Kunden. Hier hat sich das Handy bereits als das zentrale Selfmanagement-tool etabliert.

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    SOA weiteR VORANtReiBeNDie Grundlage dazu bietet erst recht fr Versicherungen mit ihrem hohen anteil an Legacy-Systemen die Konzeption und mglichst durchgngige implementie-rung einer Service Oriented architecture (SOa). Die einkapselung von bestehen-den applikations-Komponenten zwecks nutzung derselben als beliebig wieder-verwendbare Web-Services ist zwar kein Pappenstiel sowohl finanziell als auch konzeptionell nicht. Wenn aber auf einen Grossteil der angestammten ict-infra-struktur einfach verzichtet werden kann,

    Versicherungen zeigen sich eher zurck-haltend, wenn es um den einsatz neuer technologien geht. Die Grnde dafr sind verstndlich: Sie haben ber die Jahre und Jahrzehnte riesensummen in die entwicklung und Verbesserung ihrer ict-infrastrukturen investiert und sind ge-genber Marketing-Hypes grundstzlich skeptisch eingestellt. Sie halten deshalb jngere ict-errungenschaften wie cloud-computing, Web-2.0-angelehnte Kom-

    munikations-Plattformen oder auch durch-gngige Online- und Mobile-insurance- angebote oft noch fr zu riskant sowohl finanziell hinsichtlich der transformati-onskosten als auch sicherheitstechnisch bezglich Datenschutz und infrastruktur-integritt.

    Doch ganz hnlich wie die Banken werden auch die Versicherungen nicht um massive neuerungen herumkommen vor allem hinsichtlich ihres technologie-gesttzten auftritts gegenber der be-stehenden und potenziellen Kundschaft. Gerade die jngeren Generationen ha-ben ganz andere ansprche bezglich Beratungsdiensten nach Bedarf via Online-Kanle und -foren sowie mobile informationsdienste. Die tatsache, dass die persnliche ict die Business tech-nology gerade auch im fall der Versi-cherungen berflgelt hat, stellt die un-ternehmen vor eine nicht geringe Herausforderung hinsichtlich der Web-Services-basierten Schnittstellen zu den endkunden einerseits und zu den inter-nen Mitarbeitern und den Partnerfirmen

    andererseits. Zwar sind Versicherungen anders als Banken fr die endkunden generell nicht von tglichem interesse. Gerade deshalb muss die Schnittstelle aber mglichst attraktiv sein, wenn ein nutzungs- respektive Beratungsbedarf besteht. und die komplexe Kommunikati-onsstruktur innerhalb von Versicherungs-unternehmen und gegenber halbaus-sen zu agenturen und Partnern verlangt heute nach einer mglichst transparen-ten und einfach zu handhabenden ucc-Plattform (unified communications and collaboration).

    SOA UND cLOUD: NeUe iNStRUmeNte ZUR KUNDeNBiNDUNG

    Katalysatoren fr Digital InsuranceBEAT HOCHULI

    AUch VeRSicheRUNGeN mSSeN ihRe DiGitALeN KUNDeNSchNittSteLLeN DeN BeDRFNiSSeN DeR JNGe-ReN GeNeRAtiONeN ANPASSeN. weB-SeRViceS UND cLOUD-KOmPONeNteN eRhheN Die KUNDeNBiNDUNG.

    Studien und Umfragen zum Thema Cloud Computing belegen, dass alle ICT-Entschei-

    der in Wirtschaft und Verwaltung sich fr das Konzept interessieren.

  • BANKING & INSURANCE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    fhrt kaum ein Weg daran vorbei. Bei ei-ner SOa handelt es sich in erster Linie um eine langfristige top-down-Strategie, die von smtlichen Verantwortlichen eines unternehmens getragen werden sollte von der Geschfts- ber die ict-Leitung bis hin zu den Zustndigen in den fachab-teilungen. Die Krux ist allerdings, dass sich beim jetzigen Stand der Dinge die unternehmensfhrung immer noch zu we-nig um SOa-Konzepte und -Projekte km-mert. Diese mangelnde untersttzung durch das top-Management stellen unter anderem auch die Verfasser des soeben erschienenen SOa check 2010 fest, der von den analysten des Wolfgang Mar-tin team, der forschungsgruppe it-archi-tekturen der technischen universitt Darmstadt und den Marktforschern von it-research fr die region Deutschland/sterreich/Schweiz (D-a-cH) gemeinsam herausgegeben wurde.

    Die autoren schliessen zwar aus den ergebnissen der umfrage 2010 im Ver-gleich zur erhebung von 2009 darauf, dass SOa im deutschsprachigen raum mittlerweile zu einem beherrschenden thema geworden sei. Sie verweisen da-bei auch auf fnf mit SOa verknpfte trends, denen von der Marktforschungs-firma Gartner hohe Prioritt zugespro-chen wird (Business Process Manage-ment, Master Data Management, Mash- ups und composite applications, Web Platform und Web Oriented architecture sowie Social Software). allerdings tau-chen in den fragen und antworten dann gerade einmal die ersten beiden Punkte auf, was darauf hindeutet, dass die even-tuelle adaption und einbindung von mit dem Web 2.0 zusammenhngenden Diensten und Konzepten nicht wirklich in erwgung gezogen wird. Das mag tech-nische und damit verbunden berechtigte ict-sicherheitspolitische Grnde haben. Dennoch zeugt dieser Mangel an interesse bezglich des oben erwhnten Kollaborati-onspotenzials seitens der in SOa-Projekte involvierten D-a-cH-unternehmen nicht gerade von einem berbordenden trend-bewusstsein im deutschsprachigen raum.

    Wenn der SOa-ansatz berhaupt ei-nen Sinn haben soll, dann den: Die im rahmen einer Business- und ict-ber-greifenden SOa konzipierten und erstell-

    ten Software-Services mssen nicht nur wiederverwendbar sein und zwar als Prozesse oder unterprozesse im rahmen von modularen und zusammengesetzten anwendungen sondern auch effektiv wiederverwendet werden. eine unlngst von der Marktforschungsfirma Vanson Bourne durchgefhrte umfrage bei 500 europischen unternehmen hat diesbe-zglich ernchterndes zu tage gefrdert: im Gesamtdurchschnitt sind bloss etwa 30 Prozent der entwickelten SOa-Ser-vices wiederverwendbar. Mit anderen Wor-

    ten: 70 Prozent der erstellten Services sind aus der SOa-Perspektive betrach-tet Schrott. Das heisst: Hierzulande herrscht immer noch eitel nachholbedarf.

    eiNStieG iN Die wOLKe PLANeNVersicherungen haben zwar seit lnge-rem SOa-Projekte am Laufen. Gerade im Hinblick auf verbesserte web-basierte Kundenschnittstellen ist es fr sie aber unumgnglich, ihre Web-Services-Stra-tegie weiter voranzutreiben. Denn frher oder spter werden sie nicht darum her-umkommen, cloud-basierte internet-Dienstleistungen anzubieten wofr sich ausgereifte Web-Services im rahmen ei-ner SOa bestens eignen. Die Marktfor-scher von Gartner jedenfalls sind davon berzeugt, dass dereinst kein Weg an der Wolke vorbeifhren wird. Sie veranschla-gen den weltweiten umsatz mit Dienst-leistungen im rahmen des cloud com-puting fr das Jahr 2013 auf rund 150 Milliarden Dollar. Das entsprche in etwa einer Verdreifachung der cloud-Geschf-te im Vergleich zu den Zahlen von 2008 (46,4 Milliarden Dollar). Die Prognosen von Gartner und praktisch allen anderen Branchenkennern deuten in der tat dar-auf hin, dass sich die cloud in den kom-menden zwei, drei Jahren von der reinen

    Marketing-Hype zu einer real existieren-den alternative mausern wird. Sowohl die wirtschaftlich angespannte Situation als auch der mittlerweile erreichte technolo-gie-Stand werden dem cloud-computing noch zustzlichen Schub verleihen.

    Denn wer wrde nicht gern mglichst viele ict-Services beziehen wie Strom aus der Steckdose, abgerechnet exakt nach Bedarf und Verbrauch? und dies nicht nur auf der applikationsebene in Gestalt von SaaS (Software as a Service), sondern auch im Bereich von Datenbanken und

    entwicklung (Platform as a Service; PaaS) auf die ebene der ict-infrastruktur als iaaS (infrastructure as a Service) begibt. tatschlich belegen die unzhligen Studi-en und umfragen zum thema cloud com-puting, dass sich mittlerweile praktisch alle ict-entscheider in Wirtschaft und Verwaltung fr das Konzept interessieren. Gleichzeitig zeigen sie sich aber, vor allem in europa, immer noch sehr skeptisch. Die mit abstand strksten Bedenken werden dabei bezglich Sicherheit und Zuverls-sigkeit erhoben. Die anbieter von cloud-Diensten haben in der tat noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen, wenn sie die unternehmen Grosskonzerne und Mittelstand gleichermassen wirklich im grossen Stil in die Wolke holen wollen. Gerade Versicherungen sollten sich aber rechtzeitig fr einen sicheren einstieg in die cloud bereit machen. Dadurch knn-ten sie ihre SOa-investitionen amortisie-ren und gleichzeitig Dienstleistungen und Beratung nach Bedarf anbieten, die der Bezeichnung Digital insurance vor allem gegenber den jngeren Generationen gerecht wrden.

  • BANKING & INSURANCE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    Kostenmanagement allein greift zu kurz. Kunden- und Vertriebsorientierung sind gefragt.

    anzusetzen sind, um profitabel zu wachsen und operative exzellenz liefern zu knnen, stand im Mittelpunkt der folgenden refe-rate.

    POteNZiALe SiND LNGSt VORhANDeNals einen ausweg aus diesem Dilemma zeigte thomas Vettiger, Partner und Ver-waltungsrat der ifBc in Zrich, wie wirk-sam sich die konsequente umsetzung ei-ner klaren und verstndlichen Strategie in den retailbanken auswirken kann. Weil in absehbarer Zeit die Margen erodieren

    Mit einer analyse der Banken-Jahresab-schlsse 2009 startete krzlich in Zrich die 5. retailbanking Konferenz. Banken-spezialisten aus Wissenschaft und Praxis diskutierten in spannenden Vortr gen die anstehenden Herausforderungen bei den Schweizer retail-Banken. Bjrn Zern, chefredaktor Swiss equity Magazin, erff-nete die Konferenz mit der analyse, dass die Kantonal- und raiffeisenbanken ihren ertrge zwar deutlich steigern konnten, die regionalbanken aber einen rckgang hinnehmen mussten. Bei den Kundengel-dern sei Postfinance als Gewinner aus der

    Vertrauenskrise des letzten Jahres her-vorgegangen. in Zerns Prognose stand ausser frage, dass in den nchsten 10 Jahren der Konsolidierungsdruck auf die Kantonal- und regionalbanken wie auf die clientis- und raiffeisen-Banken zu-nehmen wird. treiber dafr seien der wachsende fokus der Grossbanken auf die Schweiz, sinkende ertrge besonders im Hypothekargeschft, tendenziell stei-gende Zinsen, weiter zunehmende regula-torische Vorschriften und der kosteneffizi-ente einsatz von it-Lsungen. Die frage, wo angesichts dieser Situation die Hebel

    Profitable Strategien fr RetailbankerVOLKER RICHERT

    Die FRAGe, wie KUNDeNNhe UND weRtORieNtieRte BANKeNFhRUNG ANGeSichtS DeR ANSteheNDeN KONSOLiDieRUNG UmGeSetZt weRDeN KNNeN, StAND im ZeNtRUm DeR 5. RetAiLBANKiNG KONFeReNZ DeR AcADemy FOR BeSt execUtiON iN ZRich.

  • BANKING & INSURANCE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    und damit die ertrge sinken werden, greife man zu kurz, wenn man sich wei-terhin einseitig aufs Kostenmanagement fokussiere, hielt er fest. um die Kunden- und Vertriebsorientierung nicht aus den augen zu verlieren, msse transparenz in den fhrungsetagen hergestellt werden. noch immer leide die umsetzung einer Strategie daran, nicht als systematischer Prozess verstanden zu werden.

    Daran anknpfend identifizierte chris-tiane Okonek, Head of Data intelligence bei rBc Solutions in Meilen, fnf Wert-treiber im Banking, die ohne klare Ziele, Prioritten und ambitionen nicht umzu-setzen sind. ist diese Basis aber geschaf-fen, stehe mittels it-Systemen fr eine straffe Prozessintegration und eine opti-male Qualifizierung der Kunden nichts mehr einer effizienten nutzung dieser Wertreiber im Wege.

    Men-andri Benz, Director und chef des Schweizer Private Banking bei Simon-Kucher & Partners, kritisierte, dass oft nur

    in der theorie die Wertschpfung, die Preisoptimierung und die Durchsetzung der angebote in den Banken auf einem klaren Marktwissen und massgeschnei-derten Produkten beruhen. angebote sei-en am Markt vorbei entwickelt, Preise zu hoch oder zu niedrig festgesetzt oder schlechte Preise dann zu schwach umge-setzt worden, erluterte Benz. Zudem mangle es stark bei der Durchsetzung wertschpfender faktoren. an Beispielen wie Baufinanzierung, Sparen und anla-genberatung zeigte er dann auf, wie es anders funktionieren kann. Ohne eine Be-drfnissegmentierung mit klaren Produkt- und Preiskonzepten seien optimale ertr-ge nicht durchzusetzen, stellte Benz klar.

    Weitere Vortrgen zeigten unter ande-rem Wege zur Diversifikation des Ge-schftsportfolios am Beispiel der Partner-schaft zwischen der Liechtensteinischen Landesbank und der Bank Linth; innovati-ve Modelle zur Preisgestaltung; Mehr-wertkonzepte, die den Bankkunden echte

    Wahlmglichkeiten verschaffen; wie die credit Suisse ihr contactcenter als Ver-triebskanal positioniert oder bei der Bank Vontobel Kundenwachstum durch die Ko-operation der retail- und Privatbankspar-te erreicht wird. Mit einem besonderen feuerwerk an provokanten ideen zeigte dann Peter Bauer, Leiter des Marketings bei der Luzerner Kantonalbank, welche neuen Mittel und Mglichkeiten zur Kun-denansprache in heutigen Web-2.0-L-sungen zur Verfgung stehen, aber noch weitgehend ungenutzt sind.

    FAZiteinig waren sich alle Beteiligen der 5. re-tailbanking Konferenz darin, dass weitere Strukturvernderungen anstehen und gut vorbereitet sein wollen. Die bestehenden

    Geschftsmodelle der Banken bieten grosse Potenziale zur Verbesserung, wo-bei gerade die Kundennhe und die stra-tegische Bedeutung des Vertriebs ent-scheidende erfolgsfaktoren bilden.

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    ansicht, dass sie externe untersttzung brauchen, um ihre finanzen in den Griff zu bekommen. Dies trifft interessanter-weise auf weniger als ein fnftel der Ba-by-Boomer zu. Obwohl sich die Generati-on Y dabei auch sehr stark auf ratschlge von freunden und angehrigen sttzt, schtzt ber ein Drittel eine professionel-le Beratung als noch wichtiger ein. Dabei nutzen sowohl die Generation Y als auch die Generation X viel fter die bestehen-den Online-Kanle als die angehrigen der Baby-Boomer-Generation. ber 50 Prozent der Jngeren besitzen eine Web-cam, ber 20 Prozent besuchen Youtube mehrmals tglich und 97 Prozent der Generation Y verwenden Handys. ausser-dem sind 40 Prozent daran interessiert, automatisierte ratschlge ber Ptf-tools zu erhalten. ebenso viele mchten aber auch direkt mit einem Berater via in-ternet-Video kommunizieren. Bei den Ba-by-Boomern sind das gerade einmal 17 Prozent. ebenfalls immer wichtiger wird fr die Jngeren der erfahrungsaus-tausch in finanziellen fragen via Blogs und Online-foren. Des Weiteren gaben 26 Prozent der Generation Y an, mit ihren gegenwrtigen finanzdienstleistern ge-nerell zufrieden zu sein, einen Wechsel aber jederzeit ins auge zu fassen. Diese Bereitschaft zum Wandel ist in der Gene-ration der Baby-Boomer mit 13 Prozent deutlich geringer. allerdings gaben auch 85 Prozent der Generation Y an, mit ihrer

    in Krisenzeiten besteht die Gefahr, dass Banken andere Prioritten setzen und in-novationen nicht so schnell vorantreiben wie in Perioden, in denen das Geschft floriert. Gerade in einer wirtschaftlich an-gespannten Phase wie der gegenwrti-gen ist es aber umso wichtiger, erfin-dungs- und erneuerungsgeist an den tag zu legen und damit die Grundlage fr Wachstum und effizienz in der Zukunft zu schaffen. Das gilt fr ict-architekturen und -infrastrukturen im allgemeinen und ganz speziell fr die ict-basierten Kundenschnittstellen und Kontaktzonen im sogenannten Personal retail Banking. Mit solchen Schnittstellen vom elektro-nischen Geldautomaten bers Online-Banking bis hin zu mobilen Lsungen frs Handy und fr persnliche digitale assistenten lsst sich mit digitalen Schaufenstern eines finanzinstituts und virtuellen treffpunkten viel Vertrauen gewinnen aber auch verspielen.

    hOhe ANSPRche DeR GeNeRAtiON yGemss einer Studie der uS-netzwerk-spezialistin cisco bietet sich den Banken heute die grosse chance, durch innovatio-nen bei den digitalen Schnittstellen knf-tig im Personal retailing bis zu zehn Pro-zent mehr umsatz generieren zu knnen. Denn die Marktforscher der cisco internet Business Solutions Group weisen darauf hin, dass sich die Generation Y auch

    Millenniums-Generation genannt nun als wesentliches Kundensegment etab-liert hat. unter die Generation Y fallen grob all diejenigen, die zwischen 1980 und 1992 geboren wurden. Die lteren unter ihnen sind als teenager mit dem in-ternet vertraut geworden, whrend die Jngeren bereits direkt in die Web-ra hi-neingewachsen sind. Das heisst, die Ge-neration Y ist die erste, die sich die digita-len Kanle und Medien nicht nachtrglich erarbeiten musste wie beispielsweise die Generation X (geboren zwischen 1960 und 1979) oder die sogenannten Baby-Boomers (geboren vor 1960). cis-co kommt in ihrer Studie zum Schluss, dass die aufstrebende Generation Y in den kommenden Jahren einen massiven einfluss auf das retail Banking ausben wird. innovative finanzinstitute knnen deshalb umsatzsteigerungen zwischen fnf und zehn Prozent erwirtschaften, in-dem sie Beratungsdienste der nchsten Generation anbieten, die sich auf inter-net-basierte Pft-tools (Personal finance tools) oder wie auf der nchsten Seite PfM Video und virtuelle interessenge-meinschaften sttzen.

    aufgrund der finanz- und Wirtschafts-krise sind die Hauptanliegen der jnge-ren Bankkunden Schuldenreduktion, ausgaben-Management und Wissenser-werb in Sachen finanzierung. Mehr als ein Drittel der Generation Y und der Ge-neration X ist gemss cisco-Studie der

    ADVice ON DemAND UND PeRSONAL FiNANciAL mANAGemeNt

    Ausrichtung auf die Generation YBEAT HOCHULI

    DAS PeRSONAL RetAiL BANKiNG Steht VOR eiNem UmBRUch. Um Sich FR Die ZUKUNFt ZU wAPPNeN, mS-SeN Sich Die FiNANZDieNStLeiSteR AUF Die ONLiNe- UND cOmmUNity-BeDRFNiSSe DeR JUNGeN GeNeRA-tiON eiNSteLLeN.

  • BANKING & INSURANCE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    Bank zufrieden oder gar sehr zufrieden zu sein ein erstaunlich positives Verdikt, auf dem die finanzinstitute aufbauen knnen, falls sie die richtigen Konse-quenzen aus den umfrageergebnissen ziehen.

    BeRAtUNG NAch BeDARFGenerell empfehlen die auguren von cis-co den Banken, mehr Beratungsmglich-keiten nach Bedarf (advice on Demand) anzubieten und sich dabei auf drei webba-sierte Bereiche zu konzentrieren. erstens sollten die finanzdienstleister ihre ange-bote fr das Personal financial Manage-ment ausweiten und so ihren Kunden mehr Kontrollmglichkeiten verschaffen. Dazu zhlen features fr die Personalisie-rung von ratschlgen auf einer internet-Plattform. ausserdem sollten Banken PfM-funktionen fr echtzeit-Warnungen und -Hinweise, Kontenbersicht und ent-scheidungsfindung auf einer Plattform fr Mobilgerte zur Verfgung stellen. Zwei-tens schlgt cisco vor, die Kundennhe mittels Video-fhigkeiten zu verstrken dies sowohl in der filiale als auch auf den internet-Plattformen frs traute Heim via Browser. in den Zweigstellen selber emp-fehle sich das, um verzgerungsfrei auf die Bedrfnisse von eher vermgenden individualkunden und von KMu eingehen zu knnen, whrend Video-Mglichkeiten im Online-Banking virtuell allen offenste-hen sollten, meint cisco. Letzteres und auch Video-funktionen via Handy sei aber auch eine frage der technischen Mglich-keiten und entsprechend steigender

    nachfrage. eine interessante Bemerkung seitens der autoren der Studie, die zeigt, dass hier noch ein grosser nachholbe-darf und ziemliche ungewissheit herrscht. Drittens schliesslich empfiehlt cisco den Banken, eine Online-finanzdienstleis-tungs-community zu entwickeln, in der die Kunden sich mit angehrigen, freun-den und altersgenossen austauschen knnen.

    UNGewiSSheit Beim mOBiLe BANKiNGObwohl die Studie von cisco wie alle untersuchungen von einem nicht neutra-len Hersteller mit einer gewissen Vor-sicht zu geniessen ist, besteht kein Zwei-

    Den Banken bieten sich heute grosse Chancen durch Innovationen bei den digitalen

    Schnittstellen im Personal Retailing bis zu zehn Prozent mehr Umsatz zu generieren.

    fel, dass sich das Personal retail Banking in dieser richtung weiterentwickeln wird. Mit anderen Worten: Diejenigen finanz-dienstleister, die in den kommenden zwei, drei Jahren ihre PfM-angebote nicht mar-kant erweitern und verbessern, laufen Ge-fahr, den anschluss an die aufstrebende Generation Y zu verpassen. Bleibt die fra-ge, wie weit die entwicklungen im Mobile Banking gehen werden. Denn interessan-terweise scheinen hier der Bedarf und das Potenzial in der Schweiz und generell in europa weit hinter dem Stand der Dinge in Japan, Sdkorea und berhaupt in asien sowie in immer mehr Schwellenlndern hinterherzuhinken. alex Kwiatkowski, sei-nes Zeichens analyst beim Marktfor-schungsunternehmen Ovum, ist darber allerdings nicht sehr erstaunt. Zwar stellt er fest, dass auch in Westeuropa und in den uSa immer mehr mobile Banking-funktionalitten erhltlich sind und dass diese auch in Zukunft zunehmen werden. aufgrund der nutzerprofile stossen sie aber noch auf relativ wenig anklang.

    Wenn Kunden sich mit einem kosten-gnstigen Selbstbedienungs-Mechanis-mus wie Online-Banking wohl fhlen, macht es nicht viel Sinn fr eine Bank, sie auf eine andere Plattform drngen zu wol-len, stellt Kwiatkowski nchtern fest. Die frage stellt sich natrlich, ob sich genau dies auch hierzulande mit der Generation Y ndern wird. andererseits leuchtet es ein, dass man wichtige Bankgeschfte nicht in der ffentlichkeit ttigen will. Mo-bile Banking auf dem Handy wird also vo-raussichtlich noch lngere Zeit in Gestalt eines mehr oder weniger reinen informati-onskanals weiter bestehen was nicht heisst, dass diesbezglich keine innovati-onen mglich und im rahmen des Kon-kurrenzdrucks auch notwendig wren. Da-bei ortet Kwiatkowski ein nicht zu un ter -schtzendes Potenzial bei den bisherigen Kunden von Geldtransfer-Spezialisten wie Western union. Letztere knnten, so der Ovum-analyst, zunehmend durch Banken unter Druck geraten, die transferdienst-leistungen via Handy anbieten.

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    INTERVIEw

    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    NettOBANK miScht mit mehRweRtORieNtieRtem GeBhReNmODeLL DeN mARKt AUF

    Das Risiko mit dem Anleger teilenmBRIGITTE STREBEL-AERNI

    DeR it-AFFiNe iNFORmieRte UND eiGeNVeRANtwORtLiche ANLeGeR mit weNiG Zeit ABeR BeDARF AN eiNeR LANGFRiStiG AN SeiNem RiSiKOPROFiL ORieNtieRteN UND KOSteNGNStiGeN VeRmGeNSVeRwALtUNG Steht im FOKUS DeS NeUeN BUSiNeSS-mODeLLS DeR NettOBANK. Sie iSt eiNe hUNDeRtPROZeNtiGe tOch-teRGeSeLLSchAFt DeR weGeLiN & cO.AG. NeUe weGe Geht NettOBANK AUch mit ihReR mehRweRtORi-eNtieRteN PReiSGeStALtUNG.

    auf dieser Grundlage erarbeiten wir un-sere anlagevorschlge. Diese sind kosten-gnstig und basieren auf Best in class-Produkten.

    Und wie funktioniert dies in den jetzi-gen hektischen Zeiten?Stefan Jaeger: Mit unserer dynamischen risikosteuerung kombiniert mit der takti-schen asset allocation fhren wir unsere Kundenportfolios durch die Wogen der finanzmrkte. unter dynamischer risiko-steuerung verstehen wir risikoreduktion in Krisenzeiten und eine risikofreudigere anlagepolitik in guten Zeiten. Dies ver-bunden mit einem erprobten und ausge-wiesenen risiko-reporting. Die auswahl der richtigen anlageinstrumente ist die Kernaufgabe unseres Private Banking Service. Wir konzentrieren uns auf soge-nannte etf (exchange traded funds). Diese liquiden und an der Brse gehan-delten fonds garantieren eine diversifi-zierte passive anlagestrategie.

    Sind Sie vorwiegend im Inland ttig?Stefan Jaeger: Wir fokussieren uns vor-wiegend auf den Schweizer Markt, schlies-sen jedoch auslndische Kunden nicht aus. aber wir entfalten zum Beispiel in Deutschland keine akquisitionsaktivit-ten. Wenn hingegen ein deutscher anle-ger bei uns anklopft, dann werden wir ihn sehr gerne betreuen.

    ausser Spesen nichts gewesen, klagt so mancher anleger, der ber die letzten drei Jahre Bilanz zieht. Diesem umstand trgt Stefan Jaeger, ceO der neugegrndeten nettobank mit seiner mehrwertorientierten Preisgestaltung fr Vermgensverwaltungs-mandate ab 100 000 franken rechnung: im Gegensatz zu den bisherigen perfor-manceorientierten Preismodellen, die sich an einer Benchmark im Markt ausrichten, orientieren wir uns am absoluten Wert des Vermgens zu Beginn und verfolgen dessen Wertentwicklung bis zu einem de-finierten Zeitpunkt. Steigt der Vermgens-wert mit unserer anlageme thodik, dann

    entfallen 85 Prozent des an lageerfolgs auf den Kunden und 15 Pro zent als ent-schdigung fr unsere Dienstleistung auf uns. Schrumpft hingegen das Kundenver-mgen, dann bernimmt netto bank smt-liche investitionskosten. Dieses Gebh-renmodell ist sehr kundenorientiert und einzigartig in der Schweiz. Damit sind gleichgerichtete interessen zwischen an-legern und der Bank garantiert.

    Herr Jaeger, gibt es noch weitere Un-terschiede zur brigen Online-Banken-Szene?Stefan Jaeger: berschneidungen erge-ben sich hinsichtlich der zentralen Schnitt-stelle internet, auf die wir uns ebenfalls fo-kussieren. Wir unterscheiden uns jedoch wesentlich im angebot. Whrend die Mehr-heit unserer internet-Konkurrenten han-dels orientierte transaktionslsun gen an-bieten, fokussieren wir uns auf den lang fris tig orientierten anleger, der eine kostengnstige, nachhaltige anlage an-strebt, die seinem risikoprofil entspricht.

    Sie peilen somit den performanceori-entierten Anleger an, der auf Transpa-renz und Kosteneffizienz setzt?Stefan Jaeger: Wir erstellen fr den Kun-den eine Vorselektion der seinem risiko-profil entsprechenden anlageprodukte. als Basis dazu dient eine sorgfltige ana-lyse der risikofhigkeit und -bereitschaft.

    CEO Stefan Jaeger: Vermgen

    kostengnstig, liquid und sicher

    platzieren.

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    INTERVIEw

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    www.NettOBANK.ch

    Transparent, kostengnstig und sicherimmer mehr anleger verfgen ber die fhigkeit, finanzwissen selbst zu erarbei-ten und ber das internet die notwendigen informationen abzurufen. Die nettobank spricht genau diesen informierten und entscheidungsfreudigen Kunden an. er ist wirtschaftlich interessiert und ber das Geschehen an den finanzmrkten orien-tiert. Deshalb ist sein Beratungsbedarf eher gering, umso hher ist sein interesse an einer effizienten und kostengnstigen Lsung fr seinen anlagebedarf. netto-bank trgt den vernderten ansprchen dieser Kunden mit einer schlanken Ver-mgensverwaltungslsung rechnung, die auf eine persnliche anlageberatung verzichtet. Der Kunde partizipiert direkt an den eingesparten Kosten in form von tiefen Gebhren. und wie es der name der Bank verspricht: Die Vermgensverwal-tungslsung ist somit netto.

    Die Kunden der nettobank haben jederzeit einen gesicherten Zugriff auf ihre Bestnde sowie auf ihr persnliches Performance-reporting. Die gesamte Kom-munikation ist online-basiert. fr rckfragen steht dem Kunden das e-coaching in form einer gesicherten e-Mail-Verbindung zur Verfgung.

    Zum Schutz vor Datenverlust durch externe faktoren werden die Daten mindes-tens tglich gesichert. Die Hardware des Bankensystems befindet sich in einem Serverraum, welcher vor naturgewalten, Bomben und elektronischer Kriegsfh-rung geschtzt ist. Die Website www.nettobank.ch ist 1024-Bit-verschlsselt. Zu-stzlich luft die Korrespondenz mit den Kunden ausschliesslich ber den mehr-fach geschtzten Server der nettobank. Die elektronischen Dokumente, wie zum Beispiel der Performance-report, sind nur mit der Vertragsnummer gekennzeich-net und enthalten somit keine namen. Dies ist ein weiterer Sicherheitsaspekt. Das challenge-response-Verfahren sorgt fr den sicheren umgang mit dem Login. Dieses anspruchsvolle System stellt die persnliche authentifizierung ber drei Si-cherheitsstufen (Passwort, Vertragsnummer und Gert) her.

    Nettobank AG, Industriestrasse 149, CH-9200 [email protected]

    Arbeiten Sie mit Ihrer Schwesterge-sellschaft, der Wegelin & Co., Privat-bankiers, zusammen?Stefan Jaeger: nettobank gehrt zu hun-dert Prozent der Beteiligungsgesellschaft Wegelin & co. aG. Der Verwaltungsrat setzt sich aus geschftsfhrenden teil-habern der Wegelin zusammen. Die Ge-schftsfhrung und die leitenden Mitar-beiter der nettobank haben bisher bei Wegelin verantwortungsvolle funktionen ausgebt. Sie sind vertraut mit der Wege-lin-eigenen, langjhrigen, traditionellen Private-Banking-Kultur, die auch dem Hightech-aspekt des internet-Zeitalters rechnung trgt. Diese Kombination ist wichtig und einzigartig. Damit entspre-chen wir den ansprchen der internet-Generation. in meiner bisherigen ttig-keit als Leiter der Wegelin-niederlassung

    in Basel habe ich diesen am persnlichen risikoprofil des Kunden ausgerichteten Vermgensverwaltungs-approach regel-recht verinnerlicht. Bei der Grndung der nettobank hatten wir den Vorteil, dass ein Grossteil unserer technologischen in-frastruktur an die insourcing-abteilung von Wegelin ausgelagert werden konnte.

    Somit sttzen Sie sich auf das Know-how Ihrer renommierten Schwester, Wegelin & Co., Privatbankiers?Stefan Jaeger: Mitarbeiter der nettobank und der Bank Wegelin sind in gemeinsa-men anlageausschssen vertreten. auf diese Weise findet ein kontinuierlicher austausch der nettobank-Kernkompe-tenz im Bereich der exchange traded funds etf und dem makro- und mikro-konomischen Know-how der Wegelin

    statt. unsere unternehmerische unab-hngigkeit dokumentieren wir in unserem Produktekatalog, der vorwiegend mit an-geboten von Drittanbietern bestckt ist. Mit diesem unabhngigen und eigen-stndigen Marktauftritt vermeiden wir von vornherein latente interessenskon-flikte mit unserer Schwestergesellschaft.

    Und wie evaluieren Sie die Anlage-produkte und -instrumente fr Ihre Kunden?Stefan Jaeger: Wir analysieren und be-werten die verschiedenen exchange tra-ded funds und whlen dann die besten an der Schweizer Brse kotierten und in cHf denominierten etf aus. Damit weiss der Kunde, dass die von uns empfohle-nen brsenkotierten fonds ein sorgflti-ges risiko- und Performance-Screening durchlaufen haben.

    Sie bieten bereits ab einem Anlage-volumen von 25 000 Franken einen Private Banking Service an. Das ist ungewhnlich.Stefan Jaeger: Das ist so. aber es wrde mich nicht berraschen, wenn wir in Zu-kunft vermehrt grosse anlagevolumen anziehen wrden. Wir folgen auch hier der Wegelin-Philosophie, dass wir keine eigentlichen Mindestgrenzen fr Kapital-anlagen setzen. ein klassisches, bera-tungsintensives Vermgensverwaltungs-mandat macht allerdings erst ab einem Volumen von 100 000 franken Sinn. Bei nettobank liegt die technisch machbare

    Grsse fr etf-anlagen bei 25 000 fran-ken. Dies ist aber nur Dank unseren voll-stndig automatisierten Vermgensver-waltungsprozessen mglich. Bereits nach den ersten Wochen haben sich punkto anlagevolumen zwei Grssenordnungen abgezeichnet: Jene Kunden mit ber und jene unter 100 000 franken. Bei den ers-teren handelt es sich um eigentliche Pri-vate-Banking-Kunden, die uns einen teil ihres anlagevolumens berlassen und den anderen teil nach traditionellem Ver-mgensverwaltungsmuster bei einer Pri-vatbank verwalten lassen. Kunden unter-halb dieser Grenze wollen bei uns ihr Ver mgen kostengnstig, liquid und si-cher platzieren.

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    @ ANALYSE

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    und finden. neuerdings bewertet und vermittelt argYou gleichzeitig auch die besten Online-agenturen, um sicherzu-stellen, dass die geeigneten Projekte bei der agentur landen, welche sich mit den neuen Mglichkeiten auskennt. Grosse unterschiede gibt es in diesem Bereich vor allem bei corporate Websites, wie sie in dieser Studie bewertet wurden, aber auch bei Microsites fr die Bewerbung einzelner Produkte oder z.B. bei e-Shops oder news-Seiten.

    DAS PRiVAtBANKeN-AUDit Die Messung smtlicher inhalte auf den Portalen der Privatbanken im Vergleich zeigt erstmals auf, dass sich die finanzins-titute derzeit noch schwer tun mit dem einfhren neuer Online-Marketing-Mg-lichkeiten. Gleiches gilt fr den Bereich Social Media, wo sich jedoch immer mehr auch solvente Kundschaft tummelt, wel-che fr Privatbanken interessant sein knnte.

    hOhe NAchFRAGe NAch iPhONe UND PDA-ANweNDUNGeNargYou untersucht zustzlich zum ange-

    bot auch die inhalte, welche bei verschie-denen Suchmaschinen intensiv gesucht werden (nachfrage). Da zeigt sich dann ein ganz anderes Bild. anwendungen fr das iPhone oder den PDa sind hoch im Kurs, ebenso e-Business, applications und Mobiles sowie das Smartphone. Hier wre also sicherlich noch inhaltliches Po-tenzial fr die Privatbanken vorhanden, wenn sie die neuen Online-Marketing-chancen besser nutzen mchten.

    argYou untersucht jeweils immer auch Mrkte und Produkte im Online-Bereich, damit es bei neuen auftritten und Kam-pagnen von anfang an klappt mit Suchen

    UNteRSchieDLich POSitiONieRte SchweiZeR PRiVAtBANKeN

    Neue Trends im E-Private-Banking BeZGLich DeS e-BANKiNG POSitiONieReN Sich Die PRiVAtBANKeN iN DeR SchweiZ heUte SehR UNteR-SchieDLich. whReND Sich Pictet UND JULiUS BR SOwie hSBc UND LODh iNhALtLich iNteNSiV Um Die BeSSeRe ONLiNe-KOmmUNiKAtiON KmmeRN, iSt BeiSPieLSweiSe Bei BNP PARiBAS NOch weNiG ZU DeN NeUeN SeRViceS ZU eNtDecKeN. DAS ONLiNe-AUDit DeR ARGyOU AG AUS BAAR ZeiGt eRStmALS AUF, wie StARK Sich Die PRiVAtBANKeN im ONLiNe-BeReich mit NeUeN SeRViceS heRUmSchLAGeN UND weLche DAVON VON DeR NAchFRAGe heR BeSONDeRS iNteReSSANt SiND. DABei Geht eS AUch Um NeUe APPLiKA-tiONeN FRS iPhONe ODeR Um NeUe tReNDS wie BeiSPieLSweiSe Dem e-iNVOiciNG.

    Die Balken zeigen, wie die wichtigsten Onlinethemenbereiche

    auf den Portalen behandelt werden. Smartphones sind fr die

    untersuchten Privatbanken bisher noch kein Thema.

    Digitales Marketing wird immer wichtiger. ArgYou misst

    Suchmaschinen-Nachfrage im Web.

  • BANKING & INSURANCE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    Six teLeKURS BeRechNet eVALUAteD PReiSe FR tOxiSche iLLiqUiDe ASSetS

    Flexibilitt bringt KundennheBRIGITTE STREBEL-AERNI

    Six teLeKURS FeieRt DieSeS JAhR ihR 80-JhRiGeS BeSteheN. 1930 UNteR Dem NAmeN ticKeR AG VON DeN SchweiZeR BANKeN ALS GemeiNSchAFtSweRK GeGRNDet, LeGt DAS UNteRNehmeN SeiNe StRAteGie FR Die NchSteN JAhRe AUS. im VORDeRGRUND SteheN qUALitt UND KUNDeNNhe, eRKLRt thOmAS GROSS, ceO Six teLeKURS.

    CEO Thomas Gross: Six Telekurs ist global orientiert. Punkto Grsse sind wir aber die Kleinsten.

  • BANKING & INSURANCE

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    ict in finance i nr. 2 i Juni 2010

    ICT in Finance: Herr Gross, wie positio-niert sich SIX Telekurs gegenber Thomson-Reuters, Bloomberg und IDC?thomas Gross: Zunchst sind alle ge-nannten Mitbewerber wie SiX telekurs global orientiert. Punkto Grsse sind wir aber die Kleinsten. Wir wollen uns deshalb in vier strategischen Punkten positiv ge-genber unseren Mitbewerbern positio-nieren.

    erstens punkto Qualitt. Das heisst, dass wir unsere Daten korrekt, vollstndig und zeitgerecht bermitteln und bei allflligen friktionen rasch und flexibel reagieren. Zweites element unserer Positionierung ist die Breite und tiefe der inhalte. Wir sind Datenverkufer und daher stolz auf unser breites Datenuniversum von 5,7 Mil-lionen finanzinstrumenten. Hinzu kommt die tiefe unseres angebots, das unserer Kundschaft bedrfnisgerecht beispiels-weise fiskalische und regulatorische infor-mationen bietet, die dazu dienen, ihre Ver-arbeitungsprozesse zu optimieren.Drittens gehren wir nicht zu den Billig-anbietern. Qualitt hat ihren Preis. Dazu stehen wir. aber punkto total cost of Ownership muss sich unser angebot fr den Kunden lohnen. Deshalb wollen wir in der end-to-end-Verarbeitung eine perfekte Prozessoptimierung bieten. Da-zu gehrt auch die nahtlose integration unseres angebots in die Systemland-

    schaft unserer Kunden. unsere Grsse bietet viertens auch Vorteile. nmlich die unbrokratische flexibilitt und agilitt. Dies wiederum bringt Vorteile bezglich Markt- und Kundennhe.

    ICT in Finance: Smartphones bringen neue Impulse in Richtung mobile Ban-king. Was bedeutet dies fr Sie als Datenlieferant?thomas Gross: Wir sind sehr daran inter-essiert, auch hier die entsprechenden Daten zu liefern und machen dies bereits. unser fokussiert jedoch vorab auf Ban-ken, andere finanzdienstleister und spe-zifische Medien. Dabei arbeiten wir auch mit Solutions-Providern zusammen, die dann fr die integration unserer Daten-feeds sorgen. Das kann z. B. die SiX Group tochtergesellschaft rolotec sein. Wir arbeiten aber auch mit anderen L-sungsanbietern zusammen. Hier sehen wir noch grosses Marktpotenzial des-halb wollen wir dieses insknftig noch weiter ausbauen. Wir sind uns bewusst, dass der reine Datenfeed allein nicht mehr gengt. Dennoch haben wir keine ambitionen, ein eigentliches Software-haus zu werden, sondern wollen ein fi-nancial information Provider bleiben.

    ICT in Finance: Das Thema ver-schmutzte Daten ist sehr aktuell. thomas Gross: Ja, deshalb sind wir be-strebt, so viele Daten wie mglich auto-matisch einzulesen. es ist jedoch so, dass dies nicht bei allen unseren 850 Daten-quellen mglich ist. Gewisse Daten ms-sen nach wie vor manuell eingegeben werden. unabhngig von der eingabeart fhren wir aber regelmssig Plausibili-ttschecks durch, um die Qualitt der Da-ten zu sichern.

    ICT in Finance: Und wann finden die-se Plausibilittschecks statt?thomas Gross: Diese finden beispielswei-se immer dann statt, wenn sich grosse ab-weichungen vom Vortageskurs ergeben.

    ICT in Finance: Das europischen Fonds zentrum Luxemburg hat eine Initiative zur Dematerialisierung der Fondszertifikate gestartet. Was be-deutet dies fr Sie?

    Bei Friktionen rasch und flexibel

    reagieren

    Wegen MiFiD zustzliche Datenfelder

    eingefhrt

    thomas Gross: Ob ein instrument phy-sisch existiert oder digitalisiert ist, betrifft uns kaum. Wir liefern unsere informatio-nen fr beide arten von Wertpapieren, al-lerdings sind sie gekennzeichnet, wenn sie dematerialisiert und somit physisch nicht auslieferbar sind. Die tendenz zur Dematerialisierung ist auch in anderen Bereichen sichtbar. So verfolgt unsere Mut tergesellschaft, die SiX Group, ge gen-wrtig das Projekt eGriS. Hier geht es um die Dematerialisierung von Schuldbrie-fen und die Prozessautomatisierung im Verkehr mit den Grundbuchmtern.

    ICT in Finance: Sie liefern Daten von 5,7 Mio. Finanzinstrumenten. Handelt es sich hier ausschliesslich um ko-tierte oder auch ausserbrslich ge-handelte Instrumente?thomas Gross: um beides, sowohl um kotierte wie auch um ausserbrslich ge-handelte instrumente.

    ICT: Bringen die Doppelbesteuerungs-abkommen mit den OECD-Lndern und insbesondere mit Deutschland zustzliches Marktpotenzial fr Sie?thomas Gross: Diese und die mglicher-weise damit verbundene abgeltungssteu-er bieten fr uns natrlich eine Herausfor-derung aber auch grosse chancen. Dank unserer erfahrung mit dem bestehenden Zinsbesteuerungsabkommen knnen wir uns im interesse des gesamten finanz-platzes sicher zustzlich profilieren.

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    ICT: Welche Rolle spielen MiFID (Mar-kets in Financial Instruments Directi-ve) der EU in Ihrer Marktstrategie?thomas Gross: MifiD hat bei uns zu-nchst dazu gefhrt, dass wir zustzliche Datenfelder eingefhrt haben. Dadurch konnten wir uns gegenber der Konkur-renz differenzieren. Mit dem entstehen von Mtfs (Multilateral trading facilities), alternative Handelsplattformen wie tur-qoise, chi-X etc., sind auch neue Daten-quellen hinzugekommen, die wir selbst-verstndlich in unsere feeds aufgenom- men haben.

    ICT: Geht es hier vorwiegend um Com-pliance und sind diese Informationen alle im Valoren- und Marktdatenfeeds enthalten? Oder bieten Sie hier ein spezielles Compliance Tool an?thomas Gross: Wir liefern in unseren Da-tenfeeds informationen, die unsere Kun-den untersttzen, ihre compliance si-cherzustellen. Daneben bieten wir auch Lsungen an, wie solche im Zusammen-hang mit ucitS oder Geldwscherei. Wir haben weltweit erfolgreiche roadshows zum thema compliance durchgefhrt und fhren vertiefende Gesprche mit zahlreichen Kunden, wie wir sie in diesem Bereich noch mehr untersttzen knnen.

    ICT: Knnte sich der Finanzplatz Schweiz damit auch als Datenverar-beitungszentrum auf internationaler Ebene profilieren?thomas Gross: unsere grossen Konkur-renten wie Bloomberg und thomson-reu-ters haben ihre Wurzeln im trading, wir in der abwicklung. Deshalb profitieren wir jetzt von entwicklungen, die der regulati-on, dem risikomanagement und der comp-liance eine steigende Bedeutung verlei-hen. unsere eigentmer, die Schweizer Banken, sehen in uns einen wichtigen

    mARKt- UND StAmmDAteN-LieFeRANt

    SiX telekurs liefert Markt- und Stammdaten zur Bewertung und Verarbeitung von finanzinstrumenten. Wir beziehen die informationen aus den uns zur Verfgung stehenden 850 Datenquellen, validieren diese im Sinne von Qualittssicherungen und bringen diese dann in ein Standardformat, so dass Valoren- und Marktdaten aus einem Guss zur Verfgung stehen, erklrt thomas Gross.

    Transparente und neutrale Preisbe-

    rechnung fr toxische illiquide Assets

    teil der sogenannten Value chain des Swiss Banking. Gleichzeitig ist uns aber internationale Prsenz wichtig die Schwei zer Banken sind ja auch im aus-land aktiv. unsere Heimatmrkte sind ne-ben der Schweiz, dem Benelux-raum und den skandinavischen Lndern auch frank-reich. Dort haben wir vor zwei Jahren die fininfo gekauft. insgesamt ist SiX tele-kurs in 23 Lndern prsent.

    ICT: Fr welche neuen Mrkte sehen Sie ein besonderes Wachstumspo-tenzial?thomas Gross: Zum Beispiel im Bereich evaluated Prices. Hier geht es darum, im Sinne des fair Value einen fairen Preis fr Wertpapiere zu berechnen, die momen-tan keinen Preis haben. Wir haben bis her schon einen fair Value-Service angebo-ten, allerdings bloss fr eine begrenzte anzahl von Wertpapieren. nun bieten wir neu auch eine transparente und neutrale Preisberechnung fr ganze Portefeuilles

    mit toxischen illiquiden assets an.

    ICT: Steigende Regulierungsdichte, MiFID und immer striktere Compli-ance-Anforderungen verstrken die tagtgliche Datenflut, die es zu verar-beiten gilt. berfordert der rasante technologische Fortschritt und die zunehmende Datenflut den Men-schen? Droht nun der globale Daten-Gau?thomas Gross: es gilt, die bersicht zu bewahren. SiX telekurs kann dazu einen Beitrag leisten: unser Display-System telekurs