Immanuel Kant Alemão

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  • Immanuel Kant

    Kant 1791 nach dem Berliner Maler Gottlieb Doebler ursprng-lich in der Freimaurerloge Zum Todtenkopf und Phoenix in K-nigsberg, hier die zweite Ausfhrung fr Johann Gottfried Kie-sewetter

    Immanuel Kants Unterschrift

    Immanuel Kant (* 22. April 1724 in Knigsberg,Preuen; 12. Februar 1804 ebenda) war ein deut-scher Philosoph der Aufklrung. Kant zhlt zu den be-deutendsten Vertretern der abendlndischen Philosophie.Sein Werk Kritik der reinen Vernunft kennzeichnet einenWendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Be-ginn der modernen Philosophie.Kant schuf eine neue, umfassende Perspektive in der Phi-losophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundertmageblich beeinusst. Dazu gehrt nicht nur sein Ein-uss auf die Erkenntnistheorie mit der Kritik der reinenVernunft, sondern auch auf die Ethik mit der Kritik derpraktischen Vernunft und die sthetik mit der Kritik derUrteilskraft. Zudem verfasste Kant bedeutende Schriften

    Denkmal Kants (Bildhauer: Christian Daniel Rauch) in seinerHeimatstadt Knigsberg, dem heutigen Kaliningrad

    zur Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie sowieBeitrge zu Astronomie und Geowissenschaften.

    1 LebenImmanuel (im Taufregister: Emanuel; Kants Geburts-tag war im preuischen Kalender der Tag des heiligenEmanuel) Kant war das vierte Kind des Sattler- undRiemermeisters Johann Georg Kant[1] (* 1683 in Memel; 1746 in Knigsberg) und dessen Frau Anna Regina (*1697 in Knigsberg; 1737 in Knigsberg), geb. Reu-ter, die am 13. November 1715 geheiratet hatten. SeinVater war als junger Mann nach Knigsberg gezogen,die Mutter stammte aus der Familie eines Riemermeis-ters, der von Nrnberg nach Knigsberg bergesiedeltwar. Von Kants insgesamt acht Geschwistern erreichtennur vier das Erwachsenenalter. Vterlicherseits stammteKant aus einer kurischen Familie, die von Lettland nach

    1

  • 2 1 LEBEN

    Kantwaggen (spter Kantweinen) im Memelland berge-siedelt war.[2] Sein Elternhaus war stark pietistisch ge-prgt, seineMutter fr Bildung sehr aufgeschlossen. 1732kam Kant an das Collegium Fridericianum (auch Fried-richskollegium genannt), wo er insbesondere im Erlernender klassischen Sprachen gefrdert wurde. Bereits 1740begann er mit dem Studium an der Albertus-UniversittKnigsberg. Ob er zunchst fr Theologie eingeschrie-ben war, wie es einer der frhen Biographen darstell-te, ist aus den Unterlagen der Universitt nicht mehr zurekonstruieren.[3] In jedem Fall interessierte sich Kantsehr fr die Naturwissenschaften und beschftigte sichu. a. mit Philosophie - seinem eigentlichen Studienfach -sowie mit Naturphilosophie und elementarer Mathema-tik.

    Schloss Waldburg-Capustigall

    Das Wohnhaus Kants in Knigsberg.

    1746 verentlichte er seine Schrift Gedanken von derwahren Schtzung der lebendigen Krfte. Wegen des To-des seines Vaters 1746 und weil jenes Werk von seinemProfessor, Martin Knutzen nicht als Abschlussarbeit an-erkannt wurde, unterbrach Kant sein Studium. Er ver-lie Knigsberg und verdiente sich seinen Lebensunter-halt als Hauslehrer, zunchst bis ca. 1750 bei dem re-formierten Prediger Daniel Ernst Andersch (ttig 17281771) in Judtschen bei Gumbinnen, einer Schweizer Ko-lonie meist franzsisch sprechender Siedler. 1748 wur-de er im dortigen Kirchenbuch als Taufpate aufgefhrt,

    wo er als 'studiosus philosophiae' bezeichnet wird. Spterwar er bis etwa 1753 Hauslehrer auf dem Gut des Ma-jors Bernhard Friedrich von Hlsen auf Gro-Arnsdorfbei Mohrungen. Seine dritte Stelle fand er nahe Knigs-berg auf dem Schloss Waldburg-Capustigall bei der Fa-milie Keyserlingk, die ihm auch Zugang zur hheren Ge-sellschaft Knigsbergs ermglichte. Er unterrichtete diebeiden Stiefshne von Caroline von Keyserling, mit derihn zeitlebens gegenseitige Verehrung verband.1754 kehrte Kant nach Knigsberg zurck und nahmsein Studium wieder auf (Martin Knutzen war inzwi-schen verstorben). Schon 1755 verentlichte er mitAllgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmelsseine erste wichtige Schrift. Es folgte auerdem nochim selben Jahr die Habilitation mit dem Thema Dieersten Grundstze der metaphysischen Erkenntnis (No-va dilucidatio); dadurch wurde er 1755 Privatdozent inKnigsberg und nahm eine umfangreiche Lehrttigkeitauf. Zu seinen Lehrfchern gehrten Logik, Metaphysik,Moralphilosophie, Natrliche Theologie, Mathematik,Physik, Mechanik, Geograe, Anthropologie, Pdagogikund Naturrecht. Seine Vorlesungen fanden starkes Inter-esse. Johann Gottfried Herder, der 176264 bei ihm hr-te, schrieb spter darber:

    Mit dankbarer Freude erinnere ich michaus meinen Jugendjahren der Bekanntschaftund des Unterrichts eines Philosophen, der mirein wahrer Lehrer der Humanitt war [] Sei-ne Philosophie weckte das eigne Denken auf,und ich kann mir beinahe nichts Erleseneresund Wirksameres hierzu vorstellen, als seinVortrag war.

    Eine erste Bewerbung auf den Knigsberger Lehrstuhlfr Logik und Metaphysik[4] im Jahre 1759 schlug fehl.Einen Ruf auf einen Lehrstuhl fr Dichtkunst lehnte Kant1764 ab. In den Jahren von 1766 bis 1772 arbeitete Kantals Unterbibliothekar der kniglichen Schlossbibliothek,was seine erste feste Anstellung war. Kant schlug auer-dem auch die Gelegenheiten aus, 1769 in Erlangen und1770 in Jena zu lehren, bevor er im Jahr 1770 im Al-ter von 46 Jahren den von ihm immer angestrebten Rufder Universitt Knigsberg auf die Stelle eines Professorsfr Logik und Metaphysik erhielt. Im selben Jahr legte ermit der Studie Formen und Grnde der Sinnes- und Ver-standeswelt eine weitere Dissertation vor. Auch den miteiner deutlich hheren Vergtung verbundenen Ruf andie damals berhmte Universitt von Halle lehnte er imJahre 1778 ab, trotz der besonderen Bitte des Kultusmi-nisters von Zedlitz. 1786 und 1788 war Kant Rektor derUniversitt in Knigsberg. 1787 wurde er in die BerlinerAkademie der Wissenschaften aufgenommen. 1794 wur-de er Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wis-senschaften in Sankt Petersburg.[5]

    Die letzten 15 Jahre seines Lebens waren gekennzeich-net durch den sich stetig zuspitzenden Konikt mit der

  • 3Zensurbehrde, deren Leitung der preuische KnigFriedrich Wilhelm II. dem neuen Kultusminister JohannChristoph von Woellner Zedlitz Nachfolger nach demTode Knig Friedrichs II. bertragen hatte. In WllnersEdikt von 1794 wurde Kant die Herabwrdigung man-cher Haupt- und Grundlehren der heiligen Schrift unddes Christentums zur Last gelegt. Kant lehrte weiter bis1796, erhielt aber die Weisung, sich religiser Schriftenzu enthalten, da sie deistisches und sozinianisches Gedan-kengut verbreiteten, das nicht mit der Bibel vereinbar sei.Hierauf beklagte sich sein Freund Johann Erich Biester,der Herausgeber der Berlinischen Monatsschrift in Ber-lin, beim Knig, der aber die Beschwerde ablehnte.

    Grabmal Kants neben dem Knigsberger Dom in Kaliningrad

    Kant wird oft als steifer, an einen regelmigen Tages-ablauf gebundener professoraler Mensch dargestellt, dervon der Picht getrieben ganz auf seine Arbeit konzen-triert war. Doch dieses Bild ist eine berzeichnung. AlsStudent war er ein guter Kartenspieler und verdiente sichsogar mit Billard ein Zubrot zum Studium. Auf Gesell-schaften, an denen er gerne teilnahm, galt er als galant,putzte sich mit modischen Kleidern heraus und zeichnetesich aus durch ausgezeichnete Belesenheit und einen un-erschpichen Vorrath von unterhaltenden und lustigenAnecdoten, die er ganz trocken, ohne je selbst dabei zulachen, erzhlte und durch eigenen chten Humor in tref-fenden Repliken [...] zu wrzen wusste [].[6] JohannGottfried Herder wurde von Kant aufgefordert, nicht soviel ber den Bchern zu brten. Und Johann Georg Ha-mann befrchtete, dass Kant nicht gengend zum Arbei-ten kme, weil er durch einen Strudel gesellschaftlicher

    Zerstreuungen fortgerien werde (Zitate nach Khn).Auch seine legendre Pnktlichkeit, nach der andere K-nigsberger angeblich sogar ihre Uhren stellten, ist vieleher diejenige seines engen Freundes, des englischen Ge-schftsmanns und Bankiers Joseph Green,[7] gewesen.Dessen rigoros durchgeplanter Tagesablauf ntigte Kantbei jedem Besuch, das Haus Greens pnktlich um siebenzu verlassen.[8]

    Nach eigener Aussage in der Schrift Der Streit der Fakul-tten richtete Kant erst, als er jenseits der 40 war und ermerkte, dass er aus gesundheitlichen Grnden mit seinenKrften haushalten musste, einen regelmigen Tagesab-lauf ein, der allerdings spter mit groer Breitenwirkungvon Heinrich Heine in Zur Geschichte der Religion undPhilosophie in Deutschland als Ausdruck des Rigorismusgedeutet wurde: Morgens um 4:45 Uhr lie er sich vonseinem Hausdiener mit den Worten Es ist Zeit! weckenund ging um 22 Uhr zu Bett. Zum Mittagessen lud ermeist Freunde ein und pegte die Geselligkeit, vermieddabei aber philosophische Themen. Auerdem machteer tglich zur gleichen Zeit einen Spaziergang. Sein lang-jhriger Hausdiener war der ausgemusterte Soldat MartinLampe.Kant verbrachte nahezu sein ganzes Leben im damalsweltoenen Knigsberg, wo er 1804 fast 80-jhrig starb.Seine letzten Worte waren angeblich: Es ist gut.[9] DasGrabmal Immanuel Kants bendet sich an der Auenseitedes Knigsberger Doms, der sogenannten Stoa Kantiana.

    2 Philosophie

    Mit seinem kritischen Denkansatz (Sapere aude Ha-be Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!)ist Kant der wohl wichtigste Denker der deutschenAufklrung. blicherweise unterscheidet man bei sei-nem philosophischen Weg zwischen der vorkritischenund der kritischen Phase, weil seine Position sich sp-testens mit Verentlichung der Kritik der reinen Ver-nunft erheblich verndert hat. Noch bis in die 1760er Jah-re kann man Kant dem Rationalismus in der Nachfolgevon Leibniz und Wol zurechnen. Kant selber charakte-risierte diese Zeit als dogmatischen Schlummer.[10]

    In seiner (zweiten) Dissertation im Jahre 1770 ist be-reits ein deutlicher Bruch erkennbar. Neben dem Ver-stand ist nun auch die Anschauung eine Erkenntnisquelle,deren Eigenart zu beachten ist. Verstandeserkenntnis alsanschaulich