Impulse Maerz 2009

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Impulse vom Maerz 2009 von Aldekerk

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  • Liebe Leserinnen und Leser,

    drei Tage vor Beginnder Amtszeit des neu-en Bischofs von Mn-ster, Dr. Felix Genn,jhrt sich zum 1200.mal der Todestag desHeiligen Liudger. DieseImpulse-Ausgabe istdem ersten Bischofund Bistumsgrndersvon Mnster gewid-met.Zahlreiche Artikel, diedas lebendige Ge-schehen unserer Pfarr-gemeinde dokumen-tieren, bilden denSchwerpunkt dieserAusgabe. Desweiterenwird der 75. Nachfol-ger Liudgers, unserneuer Bischof FelixGenn, vorgestellt unddas Leben der be-rhmten PhilosophinSimone Weil beleuch-tet. Bedanken mch-ten wir uns bei TheoBergers fr seinen ein-drucksvollen Artikelber Wegekreuze undHeiligen Huschen.Wir wnschen allenLesern eine Fastenzeitmit persnlichen Glau-benserfahrungen undein frohes Osterfest.

    Ihre Impulse-Redaktion

    Geheimnis unseresGlaubens: DeinenTod,o Herr,verkndenwirunddeineAuferstehung preisen wir, bis dukommstinHerrlichkeit!"

    Heiliger LiudgerDurch das Geheimnis unseres Glaubens wird fr uns Christen in jeder Feierder Eucharistie Lebensgeschichte zur Liebesgeschichte. Sie lsst unsbegreifen, wie Gott immer wieder seine Liebe in Menschen weiterfhrt, diesich um die Heiligung ihres Lebens bemhen. Leben und Werk des heili-gen Liudgers, unseres Bistumsgrnders, fhren uns vor Augen, was fr unse-ren Glauben als Ganzes gilt: Er ist ein Schatz, der uns anvertraut ist, der unsso in die Hnde und ins Herz gegeben ist, dass wir ihn weitergeben.

    Der heilige Liudger wurde um 742 in der Nhe von Utrecht geboren. ImJahre 805 wurde Liudger zum Bischof des neu gegrndeten BistumsMnster geweiht. Er grndete rund 40 Pfarreien, lie den Dom und dieDomschule errichten und war fr den Bau zahlreicher Kirchen verantwort-lich. Er legte somit den Grundschein fr das Leben der Kirche in unseremLand. Er starb am 26. Mrz 809 in Billerbeck nach einer Predigt. Liudgergehrt zu den groen Heiligen der christlichen Frhzeit in Europa. Auchheute ist sein Wirken und seine Verehrung sehr lebendig.Das Bild des heiligen Liudger entstammt einem Kirchenfenster im rechtenSeitenschiff unserer Pfarrkirche.

    Nr. 135 Mrz 2009 38. Jg.

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  • in den Wldern kannten.Weil Ludger redete, wie siees verstanden, bekehrtensich viele auf sein Wort hinzum Glauben an Jesus. Umdas Wort Gottes noch bes-ser kennenzulernen, gingLudger einige Zeit nachRom. Doch schon baldkehte er nach Deutschlandzurck. Kaiser Karl der Gro-e hatte die Sachsen be-siegt und gab Ludger denAuftrag, im Land der Sach-sen den Glauben zu predi-gen. Ludger nahm den Auf-trag gern an, obwohl er zudieser Zeit leicht htteBischof in der herrlichenStadt Trier werden knnen.Lieber zog er unermdlichlehrend und helfend imLand umher, grndete inMnster und Werden zweiKlster und hatte bald alleSachsen und Friesen be-kehrt. Im Jahre 804 wurde erBischof des Mnsterlandes,aber schon fnf Jahre sp-ter starb er nach einemglcklichen, aber auch an-strengenden und mhsa-men Leben.

    In alter Zeit teilte der Rheinunser Land in zwei Teile:Links des Rheins regiertendie Rmer, aber auf dasrechte Ufer kamen sie nichthinber. Auf der linken Seitebauten sie groe Stdteund Straen, auf der rech-ten Seite waren die Men-schen Heiden, die ihre eige-nen Gtter verehrten, zumBeispiel Gtter des Blitzesund des Donners, Gtterdes Krieges und der Frucht-barkeit, Gtter des Lebensund des Todes.Von England her hattenschon oftmals Mnche ver-sucht, den christlichenGlauben in das heidnischedeutsche Land rechts desRheines zu bringen. Der hei-lige Willibrord, die heiligeLioba, der heilige Bonifatius:sie und viele andere hattenihr Bestes getan. Aberschlielich vertrieben dieFriesen und Sachsen dochimmer wieder die Missio-nare aus ihrem Land undkehrten zu ihrem altenGtterglauben zurck. DenGlauben an Jesus Christusnahmen nur ganz wenigean.Ludger war selbst ein Frie-senjunge, er wuchs im Landder Friesen auf. SeineFamilie war christlich, undso schickten sie ihn zum AbtGregor nach Holland ineine Klosterschule. Dort lern-te Ludger den heiligenBonifatius kennen. Ludgerentschloss sich, wie Bonfa-tius Priester zu werden und

    Sankt Ludger (742 809)Eine Legende von Josef Quadflieg fr Jung und Alt

    dem Volk der Sachsen undFriesen den Glauben anGott und seinem Sohn JesusChristus zu predigen. Er ging nach England in einKloster, lernte und studiertelange und wurde endlichvom Abt Gregor nach Fries-land geschickt. Er begannseine Missionarszeit in Dok-kum, wo die Friesen etwa 50Jahre zuvor Bonifatius get-tet hatten.Ludger kannte seine Lands-leute, die Menschen in denDrfern und Wldern rechtsdes Rheines, und er wusste,wie er zu ihnen sprechenmusste. Denen durfte mannicht mit komplizierten Ge-dankentfteleien kommen;zu ihnen musste man viel-mehr in kurzen, klaren St-zen sprechen, mit Worten,die sie aus ihrem tglichenLeben auf den Feldern und

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  • HHeinz Brauers

    Am 24. Dezember 2008 verstarb pltzlich und uner-wartet Heinz Brauers, Mitbegrnder und seit 36Jahren leitender Redakteur und Gestalter unseresPfarrblattes impulse. Er hat in unserer Pfarrgemein-de vieles bewegt und mitgestaltet und hinterlssteine Lcke, die nicht zu schlieen ist. Am 30.Dezember gab ihm eine groe Trauergemeinde dasletzte Geleit.

    Heinz Brauers wurde am 11. November 1941 als lte-stes der vier Kinder der Eheleute Heinrich undMathilde Brauers in Aldekerk geboren und wuchsauf dem Vennekelshof in Kengen heran. Nach sei-ner Schulzeit in Aldekerk, Gaesdonk und Geldernfolgten Studienjahre in Mnster und Neuss, die er1966 mit der 1. Staatsprfung fr das Lehramt anVolksschulen beendete. Im gleichen Jahr schloss erden Bund frs Leben mit Maria Frbers aus Aldekerk.1968 wurde ihre Tochter Angela geboren. SeinenDienst als Lehrer begann Heinz Brauers 1966 an derKath. Volksschule in Herongen. 1968 wechselte er andie Kath. Marien-Grundschule in Nieukerk, 1972dann an die Kardinal-von-Galen-Hauptschule inAldekerk. Dort war er fast 35 Jahre lang als pflichtbe-wusster Lehrer ttig, geachtet bei seinenSchlerinnen und Schlern, bei deren Eltern und beiseinem Kollegium. Besondere Mastbe setzte er,der selbst ein begabter Maler und Zeichner war, inder Kunsterziehung. Groes Engagement zeigte erauch in der Gestaltung des katholischenReligionsunterrichts. Am 1. Februar 2007 ging er inden Ruhestand.

    Sein ehrenamtlicher Einsatz galt in hohem Mae derKath. Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Aldekerk.ber Jahrzehnte war er Mitglied des Pfarrgemein-derats, dort war vor allem seine Mitarbeit im Litur-gieausschuss gefragt. 46 Jahre war er Mitglied desKirchenchores St. Peter und Paul, dessen Vorsitzen-der er von 1970 bis 1976 war. Ab 1976 setzte er seinen

    Heinz Brauers 11.11.1941- 24.12.2008

    Kunstverstand im kirchlichen Bauausschuss fr dieInnenrenovierung der Pfarrkirche ein. Gemeinsammit Heinz van Hall und dem Orgelbauer GntherMller entwarf und gestaltete er 1977 den Orgel-prospekt der neuen Speith-Orgel. Sein ganz beson-deres Engagement aber galt der ffentlichkeitsar-beit der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul.

    Seit 1972 war er der Hauptverantwortliche fr dieHerausgabe der impulse, der er mit seinem hervor-ragenden grafischen Knnen und seinem besonde-ren sprachlichen Geschick ein unverwechselbaresGesicht gab. 134 Ausgaben geben Zeugnis davon,die letzte im November 2008 war dem 225jhrigenBestehen des Kirchenchores gewidmet.Wie Heinz Brauers an einer impulse-Ausgabe arbei-tete, kann sich niemand vorstellen, der nicht selbstdabei war. In der Kleinen Festschrift fr HeinzBrauers zu seinem 50. Geburtstag am 11. November1991 wird diese Arbeitsweise beschrieben:Die Zusammensetzung der Redaktion wechselte unbestrittener Chef war immer Heinz Brauers. Dieanderen in der Redaktion erkennen das neidlos an;wissen sie doch, dass er der kompetenteste unterihnen ist, der nicht nur Arbeit verteilt, sondern selbstsicher am meisten Zeit und Arbeit in die gemeinsa-me Sache investiert. Er sucht sich nie die bequem-sten Themen aus und schreibt seine Artikel mit eben-so eleganter wie spitzer Feder. Wenn dann dieManuskripte auf dem Tisch liegen, fngt fr ihn undseinen Adlatus auf der anderen Schreibtischseitedie Arbeit erst richtig an. Runde zwei Wochen langwird jeden Nachmittag (meist auch samstags undsonntags) an der Gestaltung der neuen impulse-Ausgabe gearbeitet. Vom Titel bis zur letzten Zeileentsteht auf dem Brauersschen Reibrett dasLayout; an jeder Seite wird so lange getftelt, bis siesteht, bis Grafik, Foto und Text ins richtigeVerhltnis zueinander gesetzt sind. Das kostet vielZeit aber das Ergebnis kann sich dann ja auch wirk-lich sehen lassen. Viele Jahre produzierte HeinzBrauers wchentlich ein knstlerisch gestaltetes Pla-kat fr den liturgischen Schaukasten der Pfarr-gemeinde. Auch bei den zahlreichen Verffent-lichungen der Kirchengemeinde war er federfh-rend, so u. a. 1977 bei Antiqua Ecclesia, der groangelegten Pfarrchronik nach den Manuskriptendes Hubert Groe-Osterholt, 1984 bei der Festschrift200 Jahre Kirchenchor St. Peter und Paul und 1992beim Fhrer durch die Pfarrkirche St. Peter undPaul. Nicht zu vergessen sind auch die Verffentli-chungen von Pastor em. Josef Wilmsen, die HeinzBrauers mit seinem grafischen und typografischenSachverstand betreute.

    Obwohl eine Herzkrankheit seine letzten Jahre ber-schattete, setzte er die Arbeit fr die Kirchen-gemeinde unermdlich fort. Bis Pfingsten 2009 wer-den wir im Schaukasten an der Pfarrgartenmauernoch neue liturgische Plakate von Heinz Brauers fin-den so weit hatte er vorgearbeitet.

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  • Amtseinfhrung von Bischof Dr. Felix GennZwei Wochen vor Ostern, am 29.Mrz 2009, und damit genau einJahr und einen Tag nach demoffiziellen Ende der Amtszeit vonBischof Reinhard Lettmannbeginnt die Amtszeit von Dr. FelixGenn als 75. Nachfolger des heili-gen Liudgers, dessen 1200. Todes-tag wenige Tage zuvor (26. Mrz)ist. Der Kirche muss es um eine in