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IslamIsmus Im Internet

Propaganda - Verste - Gegenstrategien

ImPressum

jugendschutz.netWallstrae 1155122 mainz

tel. 06131 3285-20Fax 06131 3285-22

buero@jugendschutz.netwww.jugendschutz.netwww.hass-im-netz.info

autorinnen und autorenPatrick Frankenberger, stefan Glaser, Ingrid Hofmann, Christiane schneider

Verantwortlichstefan Glaser

stand Dezember 2015

Grafische GestaltungIna Zimmermann

DruckDruckerei schwalm GmbH

seit 2011 recherchiert jugendschutz.net im rahmen von Projekten deutschsprachige islamistische angebote und analysiert deren Jugendschutzrelevanz.

Frderung 2011-2013 Frderung seit 2014

Projektfrderung

1 Dimensionen und Reichweite

Beitrge im Social Web erlangen hohe Reichweite

JugendaffineSuchanfragenfhrenzuislamistischenAngeboten

Propaganda auf Plattformen wie ask.fm erreicht viele Jugendliche

2 Themen und Propagandastrategien

ErlebnisangebotealsKderfrneueAnhnger

Moderne Bildpropaganda als niedrigschwellige Zugangsmglichkeit

Videos als zentrale Trger islamistischer Botschaften

Musik als Mittel der ideologischen Indoktrination

JugendkulturHip-HopalsWerbemittelfrsalafistischeIdeen

Schockdarstellungen als Instrument zur Legitimierung von Gewalt

InstrumentalisierungvonKindernfrdschihadistischePropaganda

KonflikteundTerroralsRechtfertigungfrantisemitischeHetze

3 Jugendschutzverste und Gegenstrategien

Jugendschutzverste fast immer im Social Web

Direkte Kontakte zu Plattformen effektiver Weg zur Lschung

Technische Manahmen zum vorbeugenden Schutz ntig

4 Mehrdimensionale Strategie zur Bekmpfung

Glossar

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Islamismus als Ideologie der Ungleichwer-tigkeit

Islamismus im Internet ist unter Jugendschutzgesichtspunkten ein groes Problem. Vor allem Angebote aus dem Umfeld des SalafismussindjugendaffingestaltetundrichtensichaneinejungeZielgruppe.SiesindleichtauffindbarundberDienstewieYouTubeund Facebook werden auch User auerhalb eines extremistischen Umfelds damit konfrontiert.

VielenAngebotenistgemeinsam,dasssieVersatzstckeeinertotalitren Ideologie transportieren, Freiheitsrechte negieren, die Demokratie verunglimpfen oder das Kalifat als antidemokratisches Gegenmodell propagieren. Werte und Lebensformen moderner, pluralistischer Gesellschaften werden abgelehnt. Stattdessen soll eine theokratische Herrschaftsform errichtet werden, in der die Scharia als religises Gesetz alle Lebensbereiche bestimmt.

Die zugrunde liegende Ideologie der Ungleichwertigkeit teilt Menschen in Glubige und Unglubige ein und legitimiert Hass auf Personen, die nicht in das Weltbild passen, z.B. liberale Muslime, Juden oder Homosexuelle. Gewalt wird von Teilen des islamistischen SpektrumszurErreichungderZielebefrwortet.

DievorliegendeBroschrefasstdieErkenntnissevonjugend-schutz.net aus den Recherchen zu Islamismus im Internet zusammen und beschreibt das Phnomen aus der Perspektive des Jugendschutzes. Im Blick sind dabei vor allem Strategien, mit denen jungeUserfrislamistischePropagandagekdertwerden.Aufgezeigtwerden auch mgliche Gegenaktivitten.

ISLAMISMUS IM InTeRneT Propaganda Verste Gegenstrategien

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1. Dimensionen und Reichweite

EineAussageberdieexakteZahlislamistischerAngeboteimNetzistin Zeiten von Plattformen mit vorwiegend nutzergenerierten Inhalten unmglich. In den vergangenen Jahren sichtete jugendschutz.net bei seinen exemplarischen Recherchen tausende Webbeitrge.

AusSichtdesJugendschutzesistvorallementscheidend,berwelche Mittel und mit welchem Verbreitungsgrad junge User erreicht undnegativbeeinflusstwerden.WenigeBeitrgeimInternet,diejugendgem gestaltet und auf reichweitenstarken Portalen platziert sind, entfalten grere Wirkung als hunderte Websites, auf die wenige User stoen.

DasSocialWebspieltfrdieVerbreitungislamistischerPropagandaeine zentrale Rolle. Auf nahezu allen groen Plattformen sind Inhal-teausdiesemSpektrumzufinden.DieAnsprachevondeutschspra-chigenJugendlichenfindetjedochvorallemberFacebook,YouTubeund Twitter statt. Diese Dienste sind bei jungen Usern besonders beliebt und daher aus Sicht der extremisten ideale Rekrutierungs-plattformen.

Rekrutierung vor allem bei Facebook, YouTubeundTwitter

Beitrag einer islamistischen Gruppierung erzielt knapp 400.000 Zugriffe. (Quelle: Facebook)

Islamismus im Internet

eine besondere Breitenwirkung erzielen Beitrge, wenn sie an aktuelleEreignisseanknpfenoderstarkemotionalisieren.Dannwerden sie von vielen Usern geteilt oder mittels Gefllt-mir-Button positiv verstrkt. einschlgige Postings erhalten schnell zahlreiche Klicks und erscheinen dadurch besonders relevant.

SuchmaschinenwieGoogleundBingsindfrJugendlichezentraleSchnittstellen zu Angeboten im netz. Bei den Recherchen von jugendschutz.netfhrtenichtnurdieSuchemiteinschlgigenBegriffen wie ISIS regelmig auf extremistische Angebote, sondern auch neutrale Wortkombinationen zum Thema Islam wie Muslim und Piercing.

Die namen bekann-ter Rapper sollen Jugendliche zu Videos locken. (Quelle:YouTube)

Angebote von Islamisten leicht zu finden

Islamismus im Internet

Beitrge im Social Web erlangen hohe Reichweite

JugendaffineSuchanfragenfhrenzuislamistischenAngeboten

UmihreAngeboteimSocialWebauffindbarzumachen,labelnislamistische Akteure ihre Propagandavideos mit unverdchtigen Begriffen,dieJugendlichenausihremAlltaggelufigsind.Diesfhrtebeispielsweisedazu,dassbeiderSuchenachdeutschenRappern Propagandavideos von Dschihadisten als Treffer ausgegeben wurden.

einige User nutzen die Community, um offen zum Hass gegen Menschengruppen anzustacheln und dschihadistisches Gedankengut zu verbreiten. Auf unverfngliche Fragen (z.B. Hast du eine/n Freund/in?) wurden als Antworten beispielsweise Videos von Salafistengepostet.jugendschutz.netstieauchaufProfile,derenBetreiber sich dem Islamischen Staat angeschlossen hatten und auf ask.fm die Kmpfe in Syrien anpriesen.

IslamistischesGedankengutdurchdringtbersolcheKanleauchdienormale Alltagskommunikation von Jugendlichen. Wenn sie positiv Stellung zu solchen Beitrgen beziehen, kann dies Gleichaltrige negativbeeinflussenunddazuverleiten,dieAussagenunkritischzubernehmen.EineAuseinandersetzungmitdenzugrundeliegendenextremistischen Botschaften fand bei den gesichteten Beitrgen nicht statt.

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Hashtags werden gekapert, um Pro-paganda zu streuen.

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AlltagsfragenfhrenzusalafistischenVideos.

Gleichaltrige als Verstrker radikaler einstellungen

Aktuelle Schlagworte, die der thematischen Zuordnung von Beitrgen auf Plattformen wie Twitter dienen, werden gekapert, um damit ein breites Publikum zu erreichen. ein Beispiel: nach den Anschlgen in Paris im Januar 2015 war der Hashtag #JeSuisCharlie weit verbreitet, um Solidaritt mit den Opfern zu demonstrieren unddieTatenzuverurteilen.ExtremistenbernahmendiegleicheVerschlagwortungfrPropagandadesIslamischen Staats. User, die sich alle entsprechend getaggten Beitrge in ihrer Timeline anzeigen lieen, wurden dadurch auch mit Aussagen konfrontiert, die den Terror verherrlichten und die Attentter zu Helden erklrten.

Auch bei Jugendlichen beliebte Frage-und-Antwort-Plattformen wieask.fmwerdenfrislamistischePropagandainstrumentalisiert.Zentrales element der dortigen Kommunikation sind Fragen, die sich UsergegenseitigstellenundberderenBeantwortungsiesichselbstprsentieren. Viele binden dabei Bild- und Videobotschaften ein.

Propaganda auf Plattformen wie ask.fm erreicht viele Jugendliche

Dschihadistische Propaganda als Ant-wort auf harmlose Frage. (Quelle: ask.fm)

Islamismus im Internet Islamismus im Internet

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2. Themen und Propagandastrategien

Jugendliche stehen als Zielgruppe im Zentrum islamistischer In-ternetpropaganda. Angesprochen wird die komplette Bandbreite von jungen Usern: vom bereits Radikalisierten bis zu Personen aus gemigten oder nicht-muslimischen Kreisen. Vor allem Freizeitan-gebote dienen als Kder.

ErlebnisangebotealsKderfrneueAnhnger

Lebensweltnahe und erlebnisorien-tierte Ansprache

Salafistenwerbenim netz mit Frei-zeitaktivitten wie Fuballturnieren. (Quelle:YouTube)

EinerseitsrufenAkteuresehrdirektdazuauf,sichaktivfrislamistische Ziele einzusetzen oder sogar am bewaffneten Kampf teilzunehmen. Andererseits adressieren sie junge User auf subtilere ArtundWeiseundsuchenbermoderneDarstellungsformensowieeinelebensweltbezogeneAnspracheNhe.InhaltlichknpftdiePropagandahufiganAlltagsfragenodergesellschaftspolitischenThemen an, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Fremdenhass oder Stigmatisierung von Muslimen.

Sportliche Aktivit-ten als Kder

Moderne Bildpropaganda als niedrigschwellige Zugangsmglichkeit

BildpropagandaspieltfrdieVerbreitungislamistischerBotschafteneine groe Rolle. Ihre Hauptfunktion ist es, Kernelemente der Ideologie eingngig zu visualisieren und den Rezipienten in eine Symbolwelthineinzuziehen.DieIkonografieistsinnstiftend,frdertdie kollektive Identitt und funktioniert auch abseits komplexer theologischer Debatten. Bilder und Symbole knnen dazu beitragen, Mythen und Weltbilder zu verankern.

Markensymbole werdenfrdenAufruf zum Dschi-had missbraucht. (Quelle: Facebook; Original unverpixelt)

Islamismus im Internet Islamismus im Internet

SalafistischeGruppenwiedieinzwischenverbotenenOrganisatio-nen DawaFFM oder Millatu Ibrahim bewarben online Fuballturniere oderBenefizveranstaltungenfrSyrien.SportlicheBettigung,