Jahresbericht der Stiftungen Sarepta | Nazareth 2013_2014

of 44 /44
Stiftungen Sarepta Nazareth Jahresbericht 2013/2014 Direktion Sarepta Nazareth

Embed Size (px)

description

Diakonie geschieht da, wo Menschen einander in Offenheit und Achtung begegnen und sich unterstützen, wo dies nötig ist und zum Leben hilft. Sie weist damit hin auf die Menschenfreundlichkeit Gottes. Die Stiftungen Sarepta | Nazareth arbeiten an dieser Vision mit und unterhalten differenzierte Einrichtungen und Dienste. Was wir machen, tun wir... mit Herz + Mund + Tat + Leben!

Transcript of Jahresbericht der Stiftungen Sarepta | Nazareth 2013_2014

  • Stiftungen Sarepta Nazareth

    Jahresbericht 2013/2014 Direktion Sarepta Nazareth

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 1

    Inhalt

    VORWORT .................................................................................... 2 A. SCHWERPUNKTTHEMEN 2013 2014 .................................. 3 1. Nachhaltige Entwicklung von Arbeitsfeldern und Organisation ............... 3 2. Diskussionsprozess zur wirtschaftlichen Entwicklung der vBS Bethel ....... 3 3. Diakonie und Kirche in den Spannungen der Gegenwart ........................ 4 4. Personalgewinnung und Personalentwicklung ........................................ 7 5. Entwicklung des Bildungscampus ........................................................... 9 6. Pflegepolitische Entwicklung ................................................................ 10 7. Ethische Diskussionen .......................................................................... 11

    B. ENTWICKLUNGEN IN UNSEREN ARBEITS- UND HANDLUNGSFELDERN ............................................................... 13 1. Bildungsbereich .................................................................................... 13 2. Personalbereich .................................................................................... 20 3. Altenhilfe ............................................................................................. 21 4. Ambulante Pflege ................................................................................ 29 6. Jugendhilfe .......................................................................................... 30 7. Hospizarbeit ......................................................................................... 31 8. Sarepta Schwesternschaft..................................................................... 33 9. Diakonische Gemeinschaft Nazareth ..................................................... 37 10. Kooperation der Schwesternschaft Sarepta und der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth ............................................................................ 41

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 2

    VORWORT

    Liebe Schwestern und Brder, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sehr geehrte Damen und Herren,

    dieser Jahresbericht soll die Entwicklungen in unseren einzelnen Einrichtungen sowie im Gesamten der Stiftungen Sarepta und Naza-reth mit ihren Tochtergesellschaften nach-vollziehbar machen. Neben den einzelnen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Ent-wicklung der Stiftungen haben wir einzelne Schwerpunktthemen aufgenommen, die uns im Berichtszeitraum in besonderer Weise be-schftigt haben.

    Der nebenstehende Text von Eleonore Hilleb-rand stellt zwischen unserem gemeinsamen Tun und unserem Auftrag der Nachfolge ei-nen Zusammenhang her.

    Oftmals erleben wir wie unsere heutige Me-diengesellschaft zu allererst nach Schlagzei-len und Highlights sucht. Unsere Arbeit voll-zieht sich aber oftmals in sich unspektakulren Ttigkeiten und Wiederho-lungen. Auch sie haben ihren Sinn.

    Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen Fhrungskrften, allen ehrenamtlich engagierten Menschen und allen Menschen, die uns aus Vorstand und Gremien der Gemeinschaften sowie Mitbestimmungsorganen untersttzt haben. Alle haben ihre Gaben in das Gelingen der Stiftungen und Gemeinschaften in Sarepta und Nazareth eingebracht. Und wir danken allen fr jeden Impuls ber das Alltgliche hinaus.

    Mit herzlichem Gru

    Werner Arlabosse Carsten Bhrnsen Anke Frickmann

    Wolfgang Roos-Pfeiffer Ulrich Strber

    Es ist

    Es ist alles schon gedachtwas ist noch zu denken

    es ist alles schon gesagtwas ist noch zu sagen

    es ist alles schon getanwas ist noch zu tun

    es ist alles gewordenwas soll noch werden

    ich tue alles noch einmaldenn ich stehe in der Nachfolge

    Eleonore Hillebrand

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 3

    A. SCHWERPUNKTTHEMEN 2013 2014

    1. Nachhaltige Entwicklung von Arbeitsfeldern und Organisation

    Der Begriff der Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahren in vielen Le-bensbereichen und im gesellschaftlichen Diskurs zu einem wichtigen Thema geworden. Auch fr unsere Entwicklung ist uns diese Sichtweise in den ein-zelnen Arbeitsbereichen in den Stiftungen Sarepta und Nazareth bewusst und fr die Gesamtentwicklung von Bedeutung.

    Es gibt verschiedene Definitionen von Nachhaltigkeit. Die folgende fasst das Thema aus unserer Sicht sehr sinnvoll zusammen.

    Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedrfnisse der Gegen-wart befriedigt, ohne zu riskieren, dass knftige Generationen ihre eigenen Bedrfnisse nicht befriedigen knnen. Zwei Schlsselbegriffe sind wichtig:

    Der Begriff von Bedrfnisse, insbesondere der Grundbedrfnisse der rmsten der Welt, die die berwiegende Prioritt haben sollten; und

    der Gedanke von "Beschrnkungen, die der Stand der Technologie und sozialen Organisation auf die Fhigkeit der Umwelt ausbt, gegenwrtige und zuknftige Bedrfnisse zu befriedigen.1

    Im Sinne dieser Definition bemhen wir uns, die Entwicklung der Stiftungen Sarepta und Nazareth im Verbund der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, in Diakonie und Kirche auf aktuelle Aufgabenstellungen auszurich-ten und zugleich ihre langfristige Entwicklung und Stabilitt dabei im Blick zu haben.

    Wir bemhen uns darum, alle Entwicklungen immer mit Blick auch auf ihre mittel- und langfristigen Auswirkungen fr nachfolgende Generationen auszurichten. Es wrde uns freuen, wenn dies auch in den jetzt weiter fol-genden Themen sichtbar wird.

    2. Diskussionsprozess zur wirtschaftlichen Entwicklung der vBS Be-thel

    Hintergrund

    Der Vorstand der vBS Bethel hat im Februar 2014 einen Diskussionsprozess mit Geschftsfhrungen angestoen, der die Fragen der Herausforderun-gen, Chancen und Risiken zur weiteren Entwicklung Bethels zum Inhalt hat.

    1 Volker Hauff: Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission fr Umwelt und Entwicklung. Eggenkamp Verlag, Greven 1987, S. 46.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 4

    Dieser Diskussionsprozess ist notwendig, weil die Rahmenbedingungen der verschiedenen Arbeitsfelder zunehmendem Kostendruck, steigenden inhalt-lichen Erwartungen und organisatorischen Anforderungen gegenberste-hen. Zugleich ist der Spendeneinsatz fr die laufenden Ausgaben in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dadurch geht weitere Kraft fr notwendige Investitionen und Neuerungen verloren. Diese Scherenentwick-lung muss gestoppt werden, um die Gesamtentwicklung der vBS Bethel auch in Zukunft auf einer soliden Basis betreiben zu knnen.

    Auswirkungen

    Die benannte Schere fhrt zu einem laufenden Verlust an wirtschaftlicher Kraft. Diese ist fr den Erhalt von Einrichtungen und die notwendige Wei-terentwicklung bzw. Sicherung und ggf. Neuausrichtung von Einrichtungen und Diensten aber unverzichtbar.

    Deshalb werden wir in den nchsten Jahren in den vBS Bethel einen wirk-samen Prozess fhren, der mit Blick auf die oftmals sehr unterschiedliche Situation in den einzelnen Arbeitsfeldern und Bereichen auf eine Verbesse-rung der wirtschaftlichen Kraft abzielt. Hierzu sollen z. B. folgende Aspekte neu bedacht und sinnvoll weiterentwickelt werden: Ausgestaltung und Ein-satz von Verwaltungsstrukturen und -prozessen, Ausgestaltung von Lei-tungsstrukturen, alternative Finanzierungsmodelle, Verbesserung der De-ckungsbeitrge einzelner Bereiche u. a. m.

    Dabei soll es nicht nur um den Blick zur Kostensenkung gehen, sondern auch die Frage nach sinnvollem Wachstum oder auch der Ausgestaltung von neuen Arbeitsfeldern mit einem positiven Beitrag bearbeitet werden.

    Auch konflikttrchtige Themen sind in diesem Kontext zu bearbeiten. Zwei solcher Themenbereiche sind die Fragen:

    Knnen wir uns noch alles leisten, was zu den vBS Bethel gehrt?

    Wie knnen wir in Zukunft eine ausgewogene Ausgestaltung von Tariffragen erreichen?

    Als Direktion der Stiftungen Sarepta und Nazareth wollen wir uns aktiv an diesem Diskurs beteiligen und mgliche Beitrge der Stiftungen Sarepta und Nazareth entwickeln.

    3. Diakonie und Kirche in den Spannungen der Gegenwart

    Auch die Stiftungen und Gemeinschaften in Sarepta und Nazareth stehen als Teil der Ev. Kirche mit in den Spannungen unserer Gegenwart. Die neue Studie der Ev. Kirche macht sehr deutlich, wie stark das Gefhl der Verbun-denheit mit der Ev. Kirche auch in den Reihen der Kirchenmitglieder ab-nimmt. Die Studie fordert uns dazu heraus, auch ber den mglichen Bei-

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 5

    trag der Stiftungen Sarepta und Nazareth sowie der vBS Bethel insgesamt zu einem einladenden und positiven Bild von Kirche und Diakonie nachzu-denken. Unsere eigene kirchliche Entwicklung trifft dabei auf eine rasant verlaufende Vernderung unserer Gesellschaft. Kulturen, unterschiedlichste Sozialisationshintergrnde, Religionen und Weltanschauungen mischen sich immer mehr. Sowohl in der Ausgestaltung der Angebote in unseren Ar-beitsfeldern als auch in der Gestaltung des Miteinanders in der Mitarbeitendenschaft werden diese Themen auch fr uns noch an Bedeu-tung zunehmen. Auch in diesem Berichtszeitraum gab es mehrere Punkte und Einzelfragen, an denen wir sie aufgreifen konnten. Wir begren es sehr, dass der Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel hierzu einen umfassenderen Diskurs in Gang gebracht hat.

    Immer wieder mssen wir feststellen, dass es neben groem Interesse und Untersttzung fr die Aktivitten von Diakonie und Kirche auch eine sehr kirchenkritische Haltung in Medien und Gesellschaft gibt. Diese macht es manchmal schwierig, unser Anliegen der Diakonie und auch unsere kriti-schen Anfragen an die gesellschaftlichen Verhltnisse in angemessener Weise zu vermitteln. Auch fr die Stiftungen und Gemeinschaften in Sarep-ta und Nazareth werden diese Themenfelder in den nchsten Jahren zu ei-ner sehr wichtigen Fragestellung werden. Sie sind vor dem Hintergrund des zu erwartenden Rckgangs der Mitgliederzahlen und eigenen Ressourcen zu bearbeiten. Sie stellen aber auch eine enorme Aufgabe und Chance dar. Durch aktiven Diskurs, einladende Veranstaltungen, Bildungsangebote und eine aktive Ausgestaltung unserer Einrichtungen und Dienste knnen wir gerade in diesem gesellschaftlichen Umbruch sinnvolle Beitrge leisten.

    Immer wieder bemhen wir uns, in den unterschiedlichen Entwicklungspro-zessen deutlich zu machen, dass sich die gesellschaftliche Rolle der Diakonie mit den sozialpolitischen Umbrchen Ende der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts deutlich verndert hat. Diakoni-

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 6

    sche Einrichtungen und Dienste stehen seither in einem marktwirtschaftli-chen Wettbewerbsfeld. In einem solchen Wettbewerb gibt es oftmals insta-bile Verhltnisse, schnelle Vernderungen und grundstzlich das Risiko, nicht bestehen zu knnen. Man kann den Sinn von Wettbewerbsbedin-gungen in manchen Arbeitsfeldern hinterfragen. Wir drfen diese Bedin-gungen jedoch niemals missachten oder ignorieren. Bei der Perspektivfrage und Weiterentwicklung einer jeden einzelnen Einrichtung, eines jeden ein-zelnen Dienstes und Bildungsangebotes sind diese Fragen zu bedenken. Bei der mittel- und langfristigen Planung sind die Chancen und Risiken beson-ders sorgfltig abzuwgen. Als Direktion wollen wir uns diesen, oftmals auch sehr spannungsvollen Fragen weiter stellen. Gemeinsam mit den Fh-rungskrften in den Stiftungen Sarepta und Nazareth versuchen wir uns diese Problemstellung immer wieder bewusst zu machen und als eine grundlegende Herausforderung und Aufgabe zu verstehen.

    Zu den Spannungsfeldern gehren auch alle Fragen zur Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen. Hierbei bemhen wir uns um ein ausgewogenes Ver-hltnis zwischen den berechtigten Interessen der Mitarbeiterinnen und Mit-arbeiter sowie der Einrichtungen und des Trgers. Wir sind in verschiedene Rahmenbedingungen fr Arbeitsrechtsregelungen und Vergtungssysteme eingebunden. Angesichts des politisch gewollten und gesetzten Drucks sind diese Themen nicht spannungsfrei zu bearbeiten. Uns ist ein Blick auf die jeweilige konkrete Problemstellung wichtig. Im April und Mai wurde in der ffentlichen Debatte deutlich, dass es mehr Personal in der Pflege braucht und dass es in Teilen auch einer besseren Vergtung bedarf. Es bleibt zu hoffen, dass den Ankndigungen dieses Frhsommers mit Blick auf eine Verbesserung der Situation in der Pflege auch entsprechende Taten folgen werden.

    Wir wollen mit daran arbeiten, dass die gesellschaftliche Rolle diakonischer Trger und Einrichtungen allerdings nicht nur eine Wettbewerberrolle im Sozialmarkt ist. Aus diesem Grund haben wir in diesem Jahr die Initiative der Diakonie Deutschland unter dem Motto Rettungspaket Altenhilfe ak-tiv untersttzt und eine gemeinsame Aktion der diakonischen Trger in der Altenhilfe in Bielefeld koordiniert. Es ist uns wichtig, neben einer verant-wortlichen Ausgestaltung unserer Einrichtungen im Wettbewerb im Sozial- und Gesundheitswesen auf die be-rechtigten Interessenlagen von Be-wohnerinnen und Bewohnern, Kli-entinnen und Klienten, pflegebe-drftigen Menschen sowie aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinzuweisen. Wir danken an dieser

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 7

    Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich an der Vorbereitung und Durchfhrung dieser Aktion aktiv beteiligt haben.

    4. Personalgewinnung und Personalentwicklung

    Seit mehreren Jahren haben wir die wachsende Bedeutung dieses Themas betrachtet und uns im vergangenen Jahr entschlossen, durch den Einsatz eines Mitarbeiters hier einen deutlichen Schwerpunkt zu setzen. Diakon Thomas Kreutz hat mit Aufnahme seiner Ttigkeit begonnen, in Zusam-menarbeit mit den Einrichtungsleitungen, dem Personalwesen und der Di-rektion ein Konzept fr das interne und externe Personalmarketing in unse-ren Hilfefeldern aufzubauen. Uns ist dabei sehr wichtig, ein praxisorientier-tes Konzept zu entwickeln. Deshalb sammeln wir bereits in der Phase der Erarbeitung des Konzeptes ganz konkrete Erfahrungen in verschiedenen Projekten. Im Folgenden finden Sie dazu einige exemplarische Schlaglichter.

    Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

    Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung unserer Einrichtungen und Dienste ist es fr uns von groer Bedeutung, die Qualifizierung von Mitarbeiterin-nen und Mitarbeiter gezielt zu frdern und stetig in den Blick zu nehmen. Diese Bedeutung wchst vor dem Hintergrund eines greren Generatio-nenwechsels in den nchsten 10 Jahren.

    Als Untersttzung hierzu haben wir ein Modell fr die Bildungsplanung im Arbeitsfeld Altenhilfe entwickelt. Dieses Modell ist nun mit den Mitarbeiter-vertretungen abzustimmen und in ein Regelinstrument der Personalent-wicklung fr unsere Einrichtungen einzubauen. Dieses Instrument nimmt die unterschiedlichen Qualifizierungsbedarfe in den Blick und hilft uns, Prio-ritten fr die inhaltliche Bildungsplanung zu entwickeln. Dabei wurde ein Modell laufender Qualifizierung mit einer klaren Orientierung an den aktu-ellen Anforderungen sowie an zu erwartenden Entwicklungen erstellt. Die-ses nimmt alle Arbeitsbereiche und Mitarbeitendengruppen einer Einrich-tung in den Blick und deckt sowohl die Pflichtschulungsthemen als auch Qualifizierungen fr anstehende Entwicklungen ab.

    Das Arbeitsfeld Altenhilfe ist in besonderer Weise davon geprgt, dass auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne vorherige Berufsausbildung in diesem Arbeitsfeld verschiedenste Aufgaben und Ttigkeiten wahrnehmen. Wir wollen auch in Zukunft darauf achten, dass wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei vorliegendem Interesse die eigene Qualifizierung hin zu ei-ner Fachkraft frdern.

    Im Berichtszeitraum haben wir erste Erfahrungen mit neuen Formen der Sprachqualifizierungen gemacht. Es ist gelungen, in Kooperation mit exter-

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 8

    nen Partnern erste Manahmen mit dem Fokus Deutsch am Arbeitsplatz in Einrichtungen und der Altenpflegeausbildung durchzufhren.

    In ersten Schulungen haben wir uns gemeinsam mit Fhrungskrften auf den Weg gemacht, unsere interkulturelle Kompetenz zu strken und aus-zubauen.

    Nachwuchsgewinnung und frderung

    Alle Studien und Prognosen zur Entwicklung des Personalbedarfs gehen davon aus, dass wir in Zukunft auch eine strkere Zuwanderung von Mitar-beitenden aus anderen Lndern brauchen. Deshalb haben wir uns ent-schlossen, bewusst und reflektierend Erfahrungen genau damit zu machen. Wir ermglichen und frdern in unseren Einrichtungen das Betheljahr inter-national. Hierin knnen junge Menschen aus unterschiedlichen Lndern Er-fahrungen in unseren Einrichtungen sammeln. Wir freuen uns, dass von diesen jungen Menschen einige jetzt in die Altenpflegeausbildung einge-stiegen sind.

    In Zusammenarbeit mit einer Personalagentur aus Griechenland haben wir im Herbst 2013 fnf in Griechenland gut ausgebildete Pflegefachkrfte ein-gestellt. Gemeinsam mit ihnen sammeln wir Erfahrungen bei dem bewuss-ten Wechsel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus anderen Lndern in die deutschen Bedingungen und das Leben in Deutschland.

    Wir danken den griechischen Arbeitskrften und allen, die sie begleiten und untersttzen. Wir sind davon berzeugt, dass der Gewinn solcher Erfahrun-gen unsere Zukunftsfhigkeit strken wird.

    Ein weiterer Baustein ist die Gewinnung von Auszubildenden, ihre Anlei-tung und Begleitung sowie der bergang von Ausbildung in eine Stelle als Fachkraft. Auch hierfr wurde ein Konzept entwickelt. Erste Erfahrungen in der Umsetzung machen wir mit dem Bewerbungsverfahren fr den im Ok-tober startenden nchsten Kursus.

    Interessensvertretung von und fr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

    Seit Sommer 2013 haben wir einen intensiven Diskurs mit den Mitarbeiter-vertretungen und in der gesamten Mitarbeitendenschaft zu einer angemes-senen Ausgestaltung der Beteiligungsstrukturen gefhrt. Zwischen der Di-rektion und den Mitarbeitervertretungen wurde ein Modell erarbeitet fr jeweilige Wahlgemeinschaften in den zwei Schwerpunktfeldern der Stiftun-gen Sarepta und Nazareth, den Hilfefeldern und dem Bildungsbereich.

    Dieses Modell wurde allen Teams prsentiert und in einer Abstimmung hat sich eine deutliche Mehrheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fr die Bildung von zwei Mitarbeitervertretungen entsprechend dieser beiden Ar-

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 9

    beitsbereiche ausgesprochen. Mit der Mitarbeitervertretungswahl wurden diese beiden neuen Mitarbeitervertretungsstrukturen gebildet und haben sich nach erfolgreicher Wahl im Mai 2014 konstituiert.

    Zurzeit sind wir dabei, mit den beiden neuen Mitarbeitervertretungen die gemeinsamen Arbeitsprozesse auf den Weg zu bringen und die Interessen-lagen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fr die Weiterentwicklung in den Stiftungen Sarepta und Nazareth aufzunehmen. Da dieser Prozess ein arbeitsintensives Geschehen war, danken wir allen, die sich daran aktiv be-teiligt und so einen transparenten und klaren Prozess fr alle Mitarbeiterin-nen und Mitarbeiter gestaltet haben.

    Kultur von Zusammenarbeit und Fhrung

    Die im letzten Jahr erarbeiteten Zutaten guter Zusammenarbeit werden seit Oktober 2013 in den Teams angewendet und als Mittel fr Reflexion und Verbesserung der Zusammenarbeit eingesetzt. Im Juni 2014 haben wir eine erste Zwischenauswertung vorgenommen und Schritte zur weiteren Nutzung dieser Zutaten verabredet.

    Einerseits wurde in der Reflexion deutlich, dass der normale Alltag oftmals zu wenig Raum fr eine intensive Arbeit mit den Zutaten lsst. Anderer-seits wurde sichtbar, dass die Anwendung der Zutaten ein gutes Mittel zur Bearbeitung vieler Fragen in der Zusammenarbeit in unseren Einrichtungen sind. Bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entsteht hufig der Wunsch, die Auseinandersetzung untereinander zu intensivieren. Wir prfen derzeit, wie wir entsprechende Rume fr Beratung und Supervision zur Verfgung stellen knnen.

    5. Entwicklung des Bildungscampus

    Fr die Arbeit am Bildungscampus in der Ortsmitte Bethel wurde ein Konzept entwickelt. Dieses dient als Plattform fr die Ausgestaltung der konkreten Zusammenarbeit und der Initiierung von Projekten der verschie-denen Beteiligten am Bildungscampus.

    Wir freuen uns ber das rege Leben auf dem Campus rund um den Bethel-platz. Die verschiedenen Bildungseinrichtungen bieten sowohl den Schle-rinnen und Schlern, Teilnehmenden an Fort- und Weiterbildung, den Stu-dierenden als auch den Lehrenden, Dozierenden, Beratenden und Organi-sierenden eine buntes Spektrum in der Bildungslandschaft.

    Fr die Trger der Einrichtungen und unsere internen und externen Koope-rationspartner soll die Angebotspalette des Campus eine attraktive Mg-lichkeit der Qualifizierung von Mitarbeitenden sein.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 10

    6. Pflegepolitische Entwicklung

    Whrend die berarbeitung des Pflegebegriffs durch die Bundesregierung ein weiteres Mal an das Ende der Legislaturperiode geschoben wurde, zeigt der Entwurf des 5. SGB XI nderungsgesetzes die Linien der lngst berfl-ligen Pflegereform auf. Deutlich wird, dass die Politik niedrigschwellige, ambulante und teilstationre Angebote und Leistungen im Vergleich zu sta-tionren Hilfen eindeutig weiter ausbauen will. Zugleich gibt es aber Anst-ze, die personelle Situation in Altenpflegeeinrichtungen durch eine deutli-che Erhhung der Anzahl von Betreuungskrften zu verbessern.

    Grundstzlich begren wir diese Reformoffensive. Zugleich mssen alle Einzelvorschlge aber auch kritisch betrachtet werden. Einige im ersten Au-genblick positiv erscheinende Ideen sind auch mit Nachteilen (z. B. Dequalifizierung in der Personalstruktur) fr Pflegebedrftige, Angehrigen, Mitarbeitende oder Einrichtungen verbunden. Wir werden die Mglichkei-ten zur Verbesserung fr unsere Einrichtungen und Dienste vorausschauend prfen und Ideen fr ihre zeitnahe Umsetzung entwickeln.

    Hierzu gehrt z. B. der Aufbau von Pflegewohngemeinschaften, fr die sich jetzt mehrere Standorte herauskristallisieren, oder auch eine Zusammenar-beit unseres ambulanten Dienstes mit Bethel.regional in der Betreuung neuer Quartierswohnkonzepte.

    Auch auf Landesebene setzt die Politik weiterhin auf die ambulante Versor-gung im Quartier und will gleichzeitig die Bedingungen der stationren Pflegeeinrichtungen noch weiter erschweren. So soll vor dem Hintergrund eines Bundesverwaltungsgerichtsurteils zuknftig die Berechnung der Inves-titionskosten der Einrichtungen derartig verndert werden, dass die In-standhaltung oder eine Investition in Modernisierung oder Neubau einer stationren Einrichtung uerst erschwert wird. Darber hinaus wrde die Umsetzung dieses Vorhabens eine erhebliche Aufblhung der Brokratie bedeuten, so dass gegen die Verabschiedung im ersten Halbjahr 2014 alle Trgerverbnde Sturm gelaufen sind. Auch wir haben mit Untersttzung vom Vorstandsmitglied Pastor Bernward Wolf und in Abstimmung mit dem DW RWL ein ausfhrliches Gesprch mit dem zustndigen MdL Gnther Garbrecht zu den mglichen Auswirkungen auf unsere Angebote gefhrt. Nach Anhrungen der Verbnde im Landtag kommt nun ein juristisches Gutachten zu dem Schluss, dass Verfassungskonformitt fehlt. Damit konn-te zumindest eine berarbeitung des Vorhabens erreicht werden.

    Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass weiterhin eine groe Rechtsunsi-cherheit fr die Trger in ihren Planungen zur Umsetzung der gesetzlich geforderten baulichen Qualittsverbesserungen in den stationren Einrich-tungen (Reduzierung der Zahl der Doppelzimmer usw.) gegeben ist. Es ist

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 11

    daher nicht abzusehen, ob die Forderungen der Landesregierung die fr viele Trger mit Millioneninvestitionen verbunden sind - tatschlich bis 2018 umgesetzt werden knnen.

    Fr den Stiftungsbereich Altenhilfe lsst sich sagen, dass die Investitionen der letzten Jahre sich auch in dieser Situation auszahlen, da, bis auf einen kleinen Bereich im Haus Elim, der Stiftungsbereich mit seinen neuen und renovierten Einrichtungen fr die zu erwartenden Anforderungen gerstet ist.

    Schwierig bleibt jedoch in dieser rechtlich unklaren Situation, wie mit einer Modernisierung fr den Bedarf der Schwesternschaft in den Husern Abendfrieden/Abendstern und Abendlicht verfahren werden soll. Hieran wird mit dem Projekt Diakonissenversorgung in enger Abstimmung zwi-schen Vorstand, Direktion und Schwesternschaft gearbeitet.

    Aus dem Gesagten wird deutlich, dass auch die Trger der Einrichtungen der Altenhilfe politisch Einfluss nehmen mssen, um gute Lsungen fr die zuknftige Versorgung zu entwickeln. Deshalb haben wir auch im Mai die Koordination fr eine Beteiligung der Bielefelder diakonischen Trger am bundesweiten Aktionstag der Diakonie Deutschland mit dem Motto Ret-tungspaket Altenhilfe bernommen. Es ist uns gelungen, dass die anderen diakonischen Trger gemeinsam mit uns eine Protestaktion vor dem Rat-haus der Stadt Bielefeld durchgefhrt haben. Uns war wichtig, als Diakonie fr eine wrdevolle Pflege, bessere Untersttzung von Pflegebedrftigen und ihren Angehrigen, eine gerechte Finanzierung und eine attraktive Ausbildung einzutreten. Die von der Diakonie Deutschland initiierte Aktion fand dann auch ein sehr positives Presseecho, was uns motiviert, auch wei-terhin, zusammen mit unserem Verband, aktiv zu sein. Zurzeit wird fr 2015 eine positive Imagekampagne fr stationre Pflegeeinrichtungen un-ter unserer Beteiligung vorbereitet.

    7. Ethische Diskussionen

    Im letzten Jahresbericht haben wir darauf hingewiesen, dass die gesetzlich verabschiedete Aufhebung der Begrenzung der Reichweite von Patienten-verfgungen ber den unmittelbaren Sterbeprozess hinaus und auch die Diskussion zum assistierten Suizid sowohl bei der Aufnahmeanfrage in den Stiftungsbereich als auch im pflegerischen Alltag in den Einrichtungen zu schwierigsten Fragestellungen fhren, die sich immer wieder um den Be-ginn und die Begleitung in der Sterbephase drehen (im letzten Jahr 188 Verstorbene).

    Diese Entwicklung hat sich ungemindert auch im jetzigen Berichtszeitraum fortgesetzt. Deshalb sind wir dankbar, dass sich sowohl die Ttigkeit des Ethikkomitees als auch die vom Vorstand verabschiedete Handreichung

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 12

    Begleitung und Therapie im letzten Lebensabschnitt eines Menschen - Eckpunkte fr eine Arbeitsfelder bergreifende Position der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als gute Untersttzung fr die Handelnden vor Ort erwiesen haben.

    Mit der Handreichung die ber Herrn Kozian, den Vorsitzenden des Ethik-komitees, in den Pflegeteams der Einrichtungen bekannt gemacht wurde fllt es deutlich leichter, die meist schwierigen Fragestellungen im konkre-ten Einzelfall in ihrer Differenziertheit einzuschtzen und zu beurteilen. Hilf-reich ist auch, dass sich ber das Ethikkomitee nun ein Pool von sehr erfah-renen und teilweise spezifisch weitergebildeten Mitarbeitenden gefunden hat, die im Bedarfsfall als Untersttzung zu einem ethischen Fallgesprch in die Einrichtung dazu gebeten werden knnen.

    Das Ethikkomitee hat darber hinaus ein breites Spektrum an Fragestellun-gen, die ber die Direktion, den Vorstand und auch ber konkrete Einzelsi-tuationen an das Komitee herangetragen wurden, bearbeitet. Dies reichte von der Erarbeitung einer Stellungnahme zum Arbeitspapier Fragen und Antworten zur Entwicklung, Erprobung und Anwendung assistiver Techno-logien in den vBS Bethel, ber die Diskussion des Einsatzes eines Notfall-bogens Behandlungswunsch zur Wiederbelebung, die Fortbildung fr Moderation von Ethikgesprchen bis hin zur Bewertung einzelner konkreter Flle aus der Praxis in den Einrichtungen.

    Das alles dient der Strkung und Untersttzung der Mitarbeitenden, um ihnen in diesen schwierigen Situationen mehr Handlungssicherheit zu ge-ben. Hierzu gehrt auch der mit Untersttzung des Vorstandes - aktuell durchgefhrte und speziell fr den Stiftungsbereich Altenhilfe konzipierte Weiterbildungskurs Palliative-Care, an dem 15 Mitarbeitende aus den Einrichtungen teilnehmen und zuknftig die Arbeit in den Husern weiter qualifizieren werden.

    Um darber hinaus aber noch mehr Mitarbeitende zu erreichen, fand der diesjhrige Fachtag der Altenhilfe ebenfalls zu der Thematik statt. Am 10. September 2014 haben sich mehr als 150 Mitarbeitende in Vortrgen, Dis-kussionen und Workshops mit Themen zu Ethik in der Pflege produktiv auseinandergesetzt.

    Insgesamt sind viele Anstrengungen darauf verwendet worden, mit den stets drngender werden Fragen besser umgehen zu knnen und der schleichenden gesellschaftlichen Haltungsvernderung im Umgang mit Sterben und Tod eine spezifische Haltung Bethels gegenber zu stellen. Wir hoffen sehr, dass das Thema nicht noch mehr an Brisanz zunimmt und wir unsere Anstrengungen fr ein Bleiberecht alter Menschen in dieser Gesellschaft noch mehr verstrken mssen.

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 13

    B. ENTWICKLUNGEN IN UNSEREN ARBEITS- UND HAND-LUNGSFELDERN

    1. Bildungsbereich

    Bildung & Beratung Bethel 2013/2014

    Im Jahr 2013 fhrte Bildung & Beratung Bethel 14.238 Teilnehmer-tage durch. Hinzu kamen Inhouse Manahmen und Beratungen, die deutlich steigen, und 136 Studie-rende in den Studiengngen Berufs-pdagogik/Bildung im Gesundheits-wesen.

    Insgesamt sind 14 Dozentinnen und Dozenten und 8 Mitarbeitende in Service und Verwaltung bei Bildung & Beratung Bethel ttig. Der um-fangreiche Programmkatalog ist da-fr ein guter Spiegel.

    Innerhalb der vBS Bethel kann eine stabile Auftragslage verzeichnet werden und zudem ein Wachstum auf dem externen Markt. Auch die Bildungsangebote fr Menschen mit besonderen Bildungsbedarfen und Schulungen fr Interessenvertretungen werden intensiv nachgefragt.

    Der Krankenhausbereich rckte strker in den Fokus, vor allem hinsichtlich Organisationsberatung und Personalentwicklung.

    Weiterbildungen wurden um integrierte E-learning-Anteile weiter entwickelt und die Themen Sozialraumorientierung, Inklusion, Casemanagement und Pflege konnten weiter ausgebaut werden.

    Fhrungscurricula fr Einrichtungs- und Bereichsleitungen wurden neu entwickelt und ein neues Format wurde eingefhrt: die Begleitung von Bereichsbildungsprozessen als Kombination aus Beratung und Bildung.

    Neben der engen Zusammenarbeit in diakonsich-theologischen Themen mit der Ev. Bildungssttte fr Diakonie und Gemeinde konnte ein Kooperationsvertrag mit dem Haus Neuland (Bielefeld-Sennestadt) geschlossen werden.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 14

    Ev. Bildungssttte fr Diakonie und Gemeinde

    Das Team der Ev. Bildungssttte fr Diakonie und Gemeinde hat in den nachfolgenden Themengebieten besondere Schwerpunkte im Berichtszeit-raum erarbeitet.

    Nachdem das Konzept fr die modulare Gestaltung der theologisch-diakonischen Bildungsangebote entwickelt war, galt und gilt es nun, die einzelnen Module und Themenbereiche inhaltlich anzupassen und weiter-zuentwickeln. Diese Aufgabe zieht sich durch alle Themenbereiche und Module und wird in einzelnen Schritten konsequent umgesetzt.

    Auch in der Weiterbildung zur Diakonisse wird fr die einzelnen Module die inhaltliche Weiterentwicklung voran getrieben. Daneben haben wir uns in diesem Jahr an einer beginnenden Diskussion zu Amtsverstndnis und Rolle der Diakonisse neuer Form auf Ebene der Ev. Kirche von Westfalen beteiligt. Wir sind nun herausgefordert, gemeinsam mit den anderen Mutterhusern eine aktualisierte Vorstellung von der Einsegnung in ein Amt, dessen Band-breite vom Ehrenamt bis zum Hauptberuf zielt, zu entwickeln. Die Ev. Bil-dungssttte wird hierin eine Schwerpunktaufgabe wahrnehmen.

    Mit dem nun erfolgten kompletten Aufbau der verschiedenen Ebenen (Ba-sismodule, Vertiefungsmodule und Aufbaumodule) ist es wieder mglich, eine berufsbegleitende Ausbildung zur Diakonin /zum Diakon zu absolvie-ren. Vorteil fr die interessierten Frauen und Mnner ist im modularen Sys-tem die Mglichkeit der freieren Gestaltung ihres je individuellen Lernpro-zesses.

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 15

    Wir freuen uns sehr, dass die Module des Basiskurses Diakonie ein deutlich gestiegenes Interesse finden. In der Regel hatten die einzelnen Module zwi-schen 16 und 24 Teilnehmende. Wir hoffen, dass auch in Zukunft viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Interesse an diesem Angebot einer Einfh-rung in Begrndung, Ziele und Gestaltungsformen von Diakonie haben werden. Als Bildungssttte wollen wir uns dabei weiter methodisch so ein-stellen, dass die unterschiedlichen Interessen der Teilnehmerinnen und Teil-nehmer auch mglichst weitgehend Rechnung getragen werden kann.

    Sowohl innerhalb der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als auch auf Anfrage von externen diakonischen Trgern hat die Ev. Bildungssttte im Berichtszeitraum mehrere Inhouse-Schulungen zu unterschiedlichen The-menstellungen angeboten. Hierbei galt es auch, eine Angebotsform fr kir-chenferne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Diakonie und Kirche zu ent-wickeln. Wir hoffen sehr, in der Zusammenarbeit mit Trgern die positiven Erfahrungen aus diesen ersten Angeboten fortfhren zu knnen.

    Die Ev. Bildungssttte fr Diakonie und Gemeinde kooperiert in eng mit der Fachhochschule der Diakonie. Ein festes Element der Kooperation ist dabei das Mentoringprogramm im Studiengang Diakonie im Gemeinwesen. Nachdem nun der vierte Jahrgang dieses Studiengangs sein erstes Studien-jahr abschliet wurde das Mentoringprogramm auf der Basis von Evaluatio-nen und Gesprchsrunden konzeptionell berarbeitet. Dieses vernderte Konzept soll mit dem Studienbeginn 2014/2015 umgesetzt werden.

    Fachseminar fr Altenpflege

    Von insgesamt 175 Ausbildungspltzen sind aktuell 158 belegt (Stand 31.7. 2014). Fr die Lehre sind 4 VK vorhanden, hinzu kommen Stellenanteile fr die Leitung (0,8 VK) und das Sekretariat (0,6 VK). Das Fachseminar koope-riert mit ca. 50 Partnern in der stationren und ambulanten Pflege.

    Im Rahmen des Fachseminars gibt es eine hohe Anzahl von Quereinsteigern mit erhhtem Verwaltungs-/ und Begleitaufwand (Quereinsteiger in Ausbil-dung seit 2012: 15 Personen). Auch die Anzahl der Menschen mit Migrati-onshintergrund ist gestiegen (22 % Azubis mit direktem Migrationshinter-grund aus 16 Nationen), so dass die Heterogenitt in den Kursen zunimmt.

    Die Kurse erreichen zu Beginn der Ausbildung die maximal zulssige Teil-nehmerzahl, die sich jedoch im Verlauf der Ausbildung reduziert, da Kndi-gungen in der Probezeit zugenommen haben (Abbrecher im ersten Halbjahr 2014: 11 Personen, davon 7 in der Probezeit). Auch ein Wechsel der prakti-schen Ausbildungstrger von Seiten der Azubis hat zugenommen.

    Das abgesenkte Bildungsniveau (ca. 22 % Hauptschulabschluss 10. Klasse) fhrt zu der Notwendigkeit, Frderunterricht anzubieten, um den Auszubil-

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 16

    denden einen passablen Examensabschluss zu ermglichen. Der Frderun-terricht ist implementiert worden, reicht aber u. E. nicht aus (keine weiteren MA Kapazitten).

    Die Lernplattform Moodle wurde erfolgreich eingefhrt und wird auch fr selbststndiges Lernen ber Aufgabenstellungen intensiv genutzt.

    Die generalistische oder auch integrierte Pflegeausbildung wird als Zu-kunftsthema immer prsenter. Auch die neue Bundesregierung hat sich vorgenommen, in dieser Legislaturperiode zu einer gemeinsamen Pflege-ausbildung (Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege) zu kommen.

    Zwei Auszubildende fahren (wenn sich die politische Situation nicht weiter zuspitzt) im Oktober fr 2 Wochen mit Aktion Shnezeichen Friedensdiens-te nach Israel (Abendstern und Breipohls Hof).

    Das Fachseminar fr Altenpflege wurde vor 40 Jahren gegrndet. Am 17. November 2014 wollen wir dieses Jubilum begehen.

    Freiwilligenagentur Bethel

    Zunchst ein paar Zahlen und Fakten zum Jahrgang 2013/2014 (Stichtag Oktober 2013):

    Es konnten 500 Stellen im Betheljahr besetzt werden (davon 37 Verlngerer).

    305 in Bielefeld und Ostwestfalen, 60 im Ruhrgebiet, 35 in Einrichtungen des Stiftungsbereiches Bethel im Norden (Niedersachsen und Bremen).

    Ein Betheljahr international haben 34 junge Menschen aus dem Ausland absolviert. Davon sind 19 zum ersten Mal in ihrem Leben nach Deutschland gekommen.

    Das Betheljahr neo konnte 10 Pltze fr junge Menschen mit besonderem Frderbedarf bieten. Im kommenden Jahrgang wollen wir diesen Bereich mglichst auf 15 Pltze ausbauen.

    In der pdagogischen Begleitung der Teilnehmenden sind derzeit 19 Referentinnen/Referenten und 2 Verwaltungsmitarbeiterinnen in vier Bros (Bielefeld, Dortmund, Freistatt und Hannover) ttig.

    Das Betheljahr hat sich konzeptionell differenziert (Betheljahr international, Betheljahr neo, Betheljahr 27+). Der Ausbau und die Differenzierung brin-gen eine zustzliche Arbeitsbelastung mit sich. Wir sind dankbar, dass das Team der Freiwilligenagentur den Ausbau so engagiert betreibt und im kommenden Jahrgang fortsetzt.

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 17

    Aufgrund des Bedarfs wurden weitere Ressourcen fr Marketing und die Begleitung der Teilnehmenden in den Wohnheimen und eigenen Wohnun-gen geschaffen.

    Die Kommunikation mit den Einsatzstellen (BJ-Tagungen, Intranet und BJ-Newsletter) ist verbessert worden und die Prozesse rund um das Betheljahr sollen noch verbindlicher gestaltet werden.

    Eine eigene Marketinglinie (Flyer, Plakate) wurde neu entwickelt und wird aktuell in Produkte umgesetzt. Zudem wurde eine neue Datenbank in der Freiwilligenagentur eingefhrt.

    Die BewerberInnenzahlen fr das Betheljahr sind auch im kommenden Jahrgang sehr hoch. Deutlich wird jedoch, dass es den Einsatzstellen schwer fllt, ausreichend geeignete Stellen fr minderjhrige Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereit zu stellen.

    Das Jahr 2014 ist von besonderen Veranstaltungen geprgt. In diesen hat sich die Freiwilligenagentur sehr engagiert und wir danken den Mitwirken-den dafr. Dazu gehren:

    Besuch des Bundesprsidenten am 18. Februar 2014 in Bethel und eine Einladung an das Betheljahr nach Berlin zum Brgerfest des Bundesprsidenten.

    Die Jubilen 50 Jahre Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) und 60 Jahre Diakonisches Jahr (in Bethel seit 1958)

    Die Mitwirkung am NRW Tag aus Anlass des 800 jhrigen Bestehens der Stadt Bielefeld (mit Besuch von Bildungsministerin Lhrmann)

    Diakon Stefan Homann, Leiter der Freiwilligenagentur Bethel, wurde in die Leitungskonferenz der Ev. Trgergruppe gewhlt und wird dort an der Wei-terentwicklung der Freiwilligendienste auf Bundesebene mitwirken.

    Fachhochschule der Diakonie

    Die Fachhochschule der Diakonie wchst moderat weiter und hat derzeit etwa 720 eingeschriebene Studenten.

    Als erster Studiengang der zum Masterabschluss fhrt, wird seit 2013 der Studiengang Organisationsentwicklung und Supervision angeboten. Noch in diesem Jahr soll in Kooperation mit der Kirchlichen Hochschule Be-thel/Wuppertal der Studienschwerpunkt Organisationsentwicklung und Management hinzukommen.

    Insgesamt ist das Interesse an den Studiengngen weiter hoch und die Zahl der Studierenden die zum Wintersemester 2014/2015 ihr Studium aufneh-men ist erfreulich. Der Studiengang Diakonie im Gemeinwesen verzeich-

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 18

    net weiterhin eine sehr hohe Nachfrage. Voraussichtlich wird dieser grund-stndige Studiengang mit ca. 50 Studierenden starten knnen. Es bleibt jedoch die Tendenz bestehen, dass Studierende nach den ersten Semestern an der FH der Diakonie in einen vergleichbaren Studiengang an einer f-fentlichen und gebhrenfreien Hochschule wechseln.

    Der Studiengang Heilpdagogik hat zum Sommersemester 2014 17 Stu-dierende aufgenommen. Dieses interessante Studienangebot findet leider nicht immer die ntige Zahl von Studierwilligen Absolventen an den Fach-schulen. Das Team der FH wird den Studiengang ggf. weiterentwickeln um ihn fr berufsbegleitend studierende interessanter zu gestalten.

    Der ausbildungsintegrierende Studiengang Pflege wird im Wintersemes-ter 2014/2015 mit ber 30 Studierenden starten knnen. Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, insbesondere da es noch im Vorjahr eine geringe Nachfrage gab.

    Berufsbegleitend haben sich bereits zum Sommersemester 15 Personen immatrikuliert um den Studiengang Pflege zu absolvieren.

    Hohe Nachfrage verzeichnet auch der der Bachelorstudiengang Psychische Gesundheit/Psychiatrische Pflege. Hier werden in 2014 zum Wintersemes-ter insgesamt ber 30 neue Studierende aufgenommen.

    Ein Bachelor-Studiengang Heilerziehungspflege wird angeboten. Bisher ist die Nachfrage jedoch noch zu gering fr einen Studienstart, der jedoch hoffentlich bald erfolgen kann.

    Der Studiengang Ergotherapie konnte akkreditiert werden und wird in enger Kooperation mit der Schule fr Ergotherapie Eckardtsheim des EvKB angeboten. Hier werden voraussichtlich alle Schler und Schlerinnen der Fachschule auch ein Studium an der FH aufnehmen. Sie haben damit am Ende ihrer Ausbildung/des Studiums den Fachschulabschluss und zugleich den Bachelorabschluss.

    Insgesamt zeigt die Hochschule eine sehr erfreuliche Entwicklung, da die wachsende Zahl von Studierenden zeigt, dass Personalentwicklung auch mit dem Instrument des Studiums befrdert werden kann. Das Studienangebot ist besonders interessant fr Menschen, die Beruf, Studium und nicht selten auch noch Familie bereinbringen mssen. Mit den Lehr- und Lernkonzep-ten der FH der Diakonie kann dies gelingen, bleibt zugleich aber auch eine Herausforderung fr Studierwillige.

    Gem Auftrag, der mit der Grndung der Hochschule verbunden ist, soll diese Mitarbeitende in ihrer fachlichen und persnlichen Entwicklung so frdern, dass sie gut auf die Hausforderungen und den Wandel der unter-nehmerischen Diakonie vorbereitet sind. Zugleich sollen sie in der Lage und

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 19

    daran interessiert sein, diakonische Kultur in der sozialen Arbeit mitzuges-talten.

    Tagungszentrum Bethel

    Die Auslastung des Tagungszentrums Bethel ist grundstzlich konstant geblieben. Sowohl die Buchungssituation der Seminarrume im Haus Nazareth als auch die Belegung des Jugendgstehauses Horeb sind weiterhin zufriedenstellend.

    Wir freuen uns, dass es eine neue Bestuhlung fr das Assapheum in 2014 geben wird. Es war ein langer Entscheidungsprozess, da das Assapheum mit 620 Pltzen in 3 Rumen unser grter Veranstaltungsort ist und wir die optimale Bestuhlung fr die unterschiedlichsten Ansprche der Ver-anstaltungen finden wollten.

    Durch die konstante Erweiterung des Bildungscampus rund um den Bethelplatz wird das Tagungszentrum Bethel weiterhin die Herausforderung der optimalen Belegung aller Seminarrume und Gstehuser annehmen.

    Zentrale Hauswirtschaft

    Insgesamt 70 VK sind auf 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgeteilt. Die hauswirtschaftliche Versorgung wird in 8 Einrichtungen der Stiftungen Sarepta und Nazareth von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der zentralen Hauswirtschaft bernommen. In weiteren Einrichtungen wird die Haustechnik und die hauswirtschaftliche Koordination durch Mitarbeiterin-nen und Mitarbeiter der zentralen Hauswirtschaft abgedeckt.

    Adiuvare ist in 8 Einrichtungen ttig und bernimmt dort einige oder auch smtliche hauswirtschaftliche Leistungen.

    Aufgrund der Schlieung des v. Plettenberg-Stifts vor einem Jahr sind die dort ttigen hauswirtschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ande-re Einrichtungen umgesetzt worden. Mitarbeiterinnen, die im vPS mit einem befristeten Vertrag ttig waren, sind teilweise zur Adiuvare gewechselt und arbeiten weiterhin in einigen unserer Einrichtungen. Inzwischen haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut eingelebt.

    Im April hat Frau Barthel die Herausforderung bernommen die Hauswirt-schaft und Verpflegung im Kinder- und Jugendhospiz zu organisieren. Sie wird damit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg dieser Einrichtung beitragen knnen.

    Die Leitung der Zentralkche wurde Herrn Heuner bertragen. Er ist Koch und Verpflegungsbetriebswirt und bernimmt als Betriebsleiter der Adiuvare Service Gesellschaft die Leitung. Gemeinsam mit den Mitarbeiten-

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 20

    den wird er in den nchsten Jahren die Ablufe und Produktionsverfahren an vernderte Herausforderungen anpassen.

    Der Prozess der Konzentration und des Umbaus des hauswirtschaftlichen Personals wird weitergefhrt. Im Lohmannshof wird die Reinigung bereits durch Adiuvare erbracht, daran wird sich die Umstellung der hauswirt-schaftlichen Mahlzeitenversorgung anschlieen. Dies bedeutet fr andere Einrichtungen, dass dort zur Eigenreinigung zurckgekehrt wird. Die auf-wendigen und arbeitsintensiven Planungen fr diesen Schritt haben Anfang des Jahres begonnen.

    2. Personalbereich

    In der Stabsstelle Personal & Bildung sind 4,15 VK Personalreferenten fr 998,7 VK bzw. 1.358 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Stiftungen Sarepta und Nazareth incl. ihrer Tochtergesellschaften zustndig; davon befinden sich 324,65 VK bzw. 393 Diakonissen, Diakonische Schwestern sowie Diakoninnen und Diakone in Entsendungsverhltnissen.

    Zur groen Freude der gesamten Abteilung kehrte Sabine Redeker nach lngerer Erkrankung im November 2013 als Personalreferentin in die Stabsstelle P&B zurck.

    Innerhalb der Abteilung Personal & Bildung hat es etwas vernderte Zuord-nung von Einrichtungen und Aufgaben gegeben. Damit haben wir auch auf die vernderte Struktur der Mitarbeitervertretungen reagiert.

    Das Projekt ePersonal mit den Schwerpunkten Bewerbermanagement (J. Hood) und eAkte (C. Stelter) wurde im Berichtszeitraum intensiv weiter entwickelt und startete am 01. Juli 2014 mit dem Modul eRecruiting. Als Stiftungen Sarepta und Nazareth sind wir der Pilotbereich und deshalb ge-rade aktuell in der dreimonatigen Testphase gefordert.

    Auerdem arbeiten zurzeit Mitarbeitende aus der Stabsstelle Personal & Bil-dung in diversen Arbeitsgruppen und Projekten mit. Daraus einige Themen exemplarisch:

    Ausbildung

    Job und Karriere

    "Internes Arbeitsamt"

    Personalmarketing der vBS Bethel

    Quirinius

    Zudem versuchen wir, aktiv die organisatorischen und inhaltlichen Aspekte der Mitarbeitendenzufriedenheit in verschiedenen Projekten zu unterstt-zen:

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 21

    Dienstplanprojekt im PZ Quelle und im Pflegezentrum am Lohmannshof

    Projekt Rufbereitschaft im Abendfrieden/ -stern

    Weiterentwicklung von Praktikumsmglichkeiten und -begleitung

    Ausgestaltung der Ablufe in der Personalarbeit

    3. Altenhilfe

    Allgemein

    Die Situation in den Einrichtungen des Stiftungsbereiches Altenhilfe ist, wie schon im letzten Berichtszeitraum dargestellt, weiterhin gekennzeichnet durch eine sehr hohe Belegung von 97 % bis 99 %. Hierbei nimmt jedoch der Trend der strkeren Nachfrage nach Kurzzeitpflegepltzen bestndig zu, sodass der Wechsel in den Einrichtungen auch durch die groe Zahl der Verstorbenen enorm hoch ist. So wurden in den Einrichtungen des Stiftungsbereiches Altenhilfe im Jahr 2013 bei insgesamt 667 Pltzen 464 Pflegebedrftige neu aufgenommen, davon 205 zur Kurzzeitpflege. In 2013 verstarben 188 Personen.

    Es muss nicht besonders betont werden, dass diese Entwicklung der letzten Jahre weiterhin sehr belastend fr alle Beteiligten ist. Wir danken den Mit-arbeitenden, dass sie trotz dieser Arbeitsverdichtung freundlich und enga-giert ihren Dienst in den Einrichtungen tun.

    Bei aller Kritik an den Prfungen, lsst sich diese Haltung der Mitarbeiten-den auch an den Prfungsergebnissen ablesen. Trotz der auf Veranlassung der Kostentrger verschrften Prfungssystematik, die zu einer allgemeinen Absenkung des Notendurchschnittes im Land gefhrt hat, stechen unsere Einrichtungen weiterhin positiv hervor. Dies wird auch immer wieder in der Befragung der Bewohner und Bewohnerinnen, die Teil der Prfung ist, deutlich.

    Pflegenoten und Berichte der Heimaufsicht

    Pflegenoten und Berichte der Heimaufsicht

    MDK - Qualittsprfungen

    bersicht Noten Stand: 07/2014

    Einrichtung Datum Note Datum Note Datum Note Datum Note Abendfrieden/ Abendstern

    12.10.2009 2,7 22.11.2011 1,0 09.10.2012 1,1 11.02.2014 1,0

    Boysenhaus 31.05.2011 1,4 08.10.2012 1,6 13.11.2013 1,2

    Elim 17.02.2011 1,0 08.02.2012 1,0 12.02.2013 1,0

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 22

    Elim MeH 02.08.2010 1,0 08.02.2012 1,0 12.02.2013 1,0

    PZ Lohmannshof 12.05.2011 1,1 25.06.2012 1,0 03.09.2013 1,1

    Morgenstern 20.05.2010 2,1 27.10.2011 1,5 05.11.2012 1,1 05.12.2013 1,0

    PZ Quelle 03.02.2011 1,3 26.03.2012 1,0 06.05.2013 1,0

    Quellenhof 09.12.2010 1,1 10.11.2011 1,2 22.08.2012 1,2 16.09.2013 1,1

    SZ Dissen 15.12.2011 1,5 09.04.2013 3,0 13.02.2014 1,6

    Tagespflege * 01.07.2010 1,1 15.09.2011 1,2 20.09.2012 1,0 04.11.2013 1,0 v. Plettenberg-Stift/ Breipohls Hof

    24.11.2009 1,9 25.10.2011 1,1 06.11.2012 1,0

    Bethel ambulant 08.03.2010 3,1 04.06.2012 1,1 11.06.2013 1,0

    * = eigene Notenrechnung, ohne Verffentlichung Aktueller Landesdurchschnitt NRW: 1,20Durchschnitt SB Altenhilfe: 1,09

    Elim/Elim MeH

    Im Wohnbereich MeH versorgt das Haus Elim 21 Menschen mit dem Syndrom reaktionsloser Wachheit (Wachkoma). Im geschlossenen Wohnbereich 1 betreuen und pflegen wir 35 ltere Menschen mit einer fortgeschrittenen dementiellen Erkrankung. Der Wohnbereich 2 versorgt 22 pflegebedrftige Menschen mit komplexem Hilfebedarf. Seit 2011 bieten wir in diesem Wohnbereich auch das Angebot Junge Pflege fr erwachsene Bewohnerinnen und Bewohner unter 60 Jahre an, die einen hohen Pflege- und Untersttzungsbedarf haben. Alle vier Bereiche freuen sich ber eine nahezu 100 % Belegung. 120 Kolleginnen und Kollegen aus Pflege, Betreuung, Therapie und Hauswirtschaft arbeiten im Haus in interdisziplinren Teams Hand in Hand zusammen.

    In den zurckliegenden Jahren haben wir Elim durch inklusive Angebote (Elim rockt, Disco, Themenwoche Demenz, Koffermarkt etc.) geffnet und im Gemeinwesen der Ortschaft Eckardtsheim fest verankert.

    Als Meilenstein unserer Arbeit im Jahr 2013/2014 ist die Kooperation mit der Universitt Bielefeld zu nennen. Neben dem Forschungsprojekt von Frau Dr. Steppacher mit den Testlufen P 300 und N 400 erhebt derzeitig eine Bachelorstudie die "Angehrigenbelastung von Wachkomapatienten".

    Mit der Einweihung des Nordseestrandes an der Pforte sind wir erneut einen kleinen Schritt in Richtung Moderisierung Elims vorangekommen. Desweiteren konnten wir die letzten Zimmer im Wohnbereich "Junge Pflege"sanieren und zahlreiche Fensterelemente im Haus austauschen.

    Die aktuelle Fotoausstellung "Natur pur" von unserem Bewohner Dieter Dohr zeigt, welch ungeahnte Talente in uns Allen stecken knnen, egal wie pflegebedrftig, eingeschrnkt und hilfsbedrftig wir uns selbst erleben.

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 23

    Pflegezentrum Lohmannshof

    Die im Lohmannshof zur Verfgung stehenden 76 Pltze sind nahezu durchgngig belegt, so dass die Auslastung des Hauses bei 100 % liegt. Die Mitarbeiterschaft setzt sich folgendermaen zusammen: 28,8 VK in der Pflege, 1,4 VK im Sozialdienst sowie 2,4 VK als Betreuungsassistenten.

    Trotz berdurchschnittlicher Belegung und einer damit verbundenen hhe-ren Erlssituation konnte das Pflegezentrum im Jahr 2013 zum ersten Mal keinen berschuss erwirtschaften. Dies ist auf die gestiegenen Personalkos-ten insbesondere in der Hauswirtschaft zurckzufhren.

    Durch die jhrlich ansteigenden Pflegeentgelte stellen Mitarbeitende und Leitung der Einrichtung vermehrt fest, dass das Anspruchsverhalten an mehr "Dienstleistung" insbesondere durch die Angehrigen der Bewohne-rinnen und Bewohner deutlich ansteigt. Dem kann durch die Regelleistun-gen nicht entsprochen werden, was zu deutlicher Unzufriedenheit bei eini-gen Kunden fhrt. Dennoch ist die Nachfrage nach Pflegepltzen im Loh-mannshof ungebrochen, was sich an der Belegungssituation widerspiegelt.

    Besonders positiv wird die zustzliche Betreuung nach 87 b SGB XI von den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie deren Angehrigen aufge-nommen und deren Arbeit sehr gewrdigt. Durch die Nachbesetzung von 1,4 VK in der Sozialen Betreuung konnten die Angebote seit dem Frhjahr 2014 wieder ausgeweitet werden. Auch das wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern positiv aufgenommen.

    Im Demenzbereich werden die Mitarbeitenden seit Anfang des Jahres 2014 gezielt im Umgang mit den demenziell vernderten alten Menschen fortge-bildet, um den vernderten Anforderungen der Bereiche noch besser ge-recht zu werden. Zudem wurde ein regelmiger "Demenzstammtisch" initiiert, an dem sich Angehrige regelmig ber das Thema Demenz aus-tauschen knnen bzw. fachliche Alltagsanleitungen zum besseren Umgang erhalten. Besonders positiv wurde der erste Tanztee (Tanz in den Mai) auf-genommen, der erstmalig mit der Demenz-Allianz-Dornberg veranstaltet wurde und in regelmigen Abstnden fortgefhrt werden soll. Mit Hilfe von Frdergeldern des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) wird auer-dem in diesem Jahr ein gartentherapeutisches Projekt fr Demenzkranke initiiert. Auch das Projekt "Reisen ohne Koffer" fr schwer- und schwerst-pflegebedrftige Bewohnerinnen und Bewohner kann in diesem Jahr erst-mals dank Spendengeldern realisiert werden.

    Seniorenzentrum Dissen

    Die Belegung des Seniorenzentrums schwankt weiter. (Auslastung 95,75 %) und weist einen hohen Anteil im Bereich der Kurzzeitpflege auf. Das

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 24

    Personal setzt sich wie folgt zusammen: 24 Mitarbeitende in der Pflege, 2 Betreuungsassistenten, 1 Mitarbeitende im Pfortenbereich und 0,5VK Hausmeister.

    Es ist sowohl ein Anstieg der fest belegten Pltze zu verzeichnen als auch eine erhhte Anzahl an Stammgsten in der Kurzzeitpflege.

    Das Seniorenzentrum geniet eine hohe Akzeptanz im Stadtteil, pflegt eine gute Zusammenarbeit mit der katholischen und der evangelischen Kirchgemeinde und betreibt aktiv Vernetzung mit dem Kindergarten und der Hauptschule (untersttzt durch gemeinsame Projekte und das Angebot von Praktikumspltzen).

    Das Angebot des Nachbarschaftsfrhstcks wird gut angenommen (30-35 Teilnehmer) und es kam zur Bildung eines Hauschors, bestehend aus Mitarbeitenden, Bewohnerinnen und Bewohnern, Nachbarn, Angehrigen und Freunden des Hauses, und zur Bildung einer Sitztanzgruppe.

    Die Weiterentwicklung des Normalittsprinzips wird weiter voran getrieben: Ein Haus, in dem man gut leben und wohnen kann und in dem Pflege mit hoher fachlicher Kompetenz stattfindet.

    Freiheitseinschrnkende Manahmen sind auf ein Minimum beschrnkt (nach Aussage der Heimaufsicht ist die Anzahl im SZ Dissen fr den Sdkreis ausergewhnlich gering).

    weitere Entwicklungen/Vernderungen/Bereicherungen:

    Weiterentwicklung der Vernetzung und fachlichen Zusammenarbeit mit Adiuvare

    Besetzung von drei Koordinatorenstellen

    Weiterentwicklung der Kommunikation im Team und Teambildung

    Zugewinn ehrenamtlich Mitarbeitender

    Ausweitung der Tage, an dehnen die Cafeteria geffnet ist

    gute Vernetzung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des "barrierefreien Wohnens"

    Einstellung von drei Mitarbeitenden aus Griechenland

    Ausflug mit den Ehrenamtlichen ("Historischer Spaziergang in Bethel")

    Sommerfest "Vielfalt macht stark - Begegnung der Kulturen "

    Breipohls Hof

    Ende Juni 2013 fand der Umzug in das neu erffnete Seniorenzentrum Breipohls Hof im Stadtteil Bielefeld-Senne statt. Die 80 Pltze im

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 25

    vollstationren Bereich sind mit 76 Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem v. Plettenberg-Stift belegt, 4 Bewohnerinnen und Bewohner sind aus der nheren Umgebung eingezogen. Zudem gibt es 17 barrierefreie Wohnungen.

    In der Einrichtung sind ca. 56 Mitarbeitende in den Bereichen Pflege, Sozialer Dienst und Empfang ttig. Die Auslastung des Seniorenzentrums liegt seit der Erffnung bei fast 100 %.

    Im Mittelpunkt standen nach dem Einzug zunchst das Ankommen und die Vernetzung der Einrichtung im neuen Stadtteil. Hinzu kam die Erarbeitung einer neuen Kultur fr das Seniorenzentrum Breipohls Hof als stadtteilorientierte Einrichtung.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt bestand in der Implementierung der neuen technischen Assistenzfunktionen, die im Breipohls Hof vorhanden sind. Diese stellen sowohl fr die Mitarbeitenden als auch fr Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehrige neue Formen der Untersttzung dar.

    Auch der Neuaufbau der einzelnen Teams sowie die Erarbeitung der organisatorischen Ablufe innerhalb des Hauses waren wesentliche Elemente im Zeitraum nach der Erffnung.

    Boysenhaus

    Von den 72 Pltzen im Boysenhaus sind durchschnittlich 69 belegt, so dass die Auslastung bei 97,2 % liegt. Das Personal setzt sich wie folgt zusam-men: 22,3 VK in der Pflege, 1,1 VK im Sozialdienst sowie 1,7 VK als Be-treuungsassistenten.

    Trotz unterdurchschnittlicher Belegung konnten durch die Pflegestufenan-passung eine hhere Erlssituation und damit verbunden ein besserer Per-sonalschlssel erzielt werden. Trotzdem werden immer noch 13 Bewohner ohne Pflegestufe in der Einrichtung versorgt.

    Bedauerlicherweise konnte die Anzahl an zustzlichen Betreuungsleistun-gen nicht angehoben werden, da nach wie vor 15 Bewohner ausschlielich Leistungen ber die rtlichen Sozialhilfetrger erhalten und somit keinen Leistungsanspruch nach 87 b SGB XI haben.

    Besonders schwierig zeigt sich die bauliche Situation. So fehlen nach wie vor ausreichend Nasszellen, die es bis 2018 gem. der Heimbaumindestver-ordnung aufzustocken gilt. Durch die zunehmende Pflegebedrftigkeit ein-zelner Bewohner im Haus Uhlenhorst fehlt es an freien Kapazitten im Haupthaus. Leer stehende Bewohnerzimmer lassen sich wegen der fehlen-den Barrierefreiheit schlecht bis teilweise gar nicht vermieten und mindern daher Auslastung und die Erlssituation.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 26

    Trotz des besonderen Bewohnerklientels und der damit verbundenen teilweise schwierigen pflegerischem Versorgung konnte sich das Boysenhaus bei der letzten MDK Prfung um 0,6 Punkte auf ein Gesamtergebnis von 1,2 verbessern.

    Abendfrieden und Abendstern

    Die Belegungssituation im Haus Abendstern (40 Pltze) lag im ersten Halbjahr 2014 bei 89,87 % (Januar Mai), die Auslastung des Hauses Abendfrieden (78 Pltze) im Zeitraum von Januar bis Mai 2014 bei 98,82 %.

    Im Haus Abendstern gibt es weiterhin die Schwierigkeit, die vorhandenen Doppelzimmer zu belegen. Zudem ist aufgrund von vermehrten Auf-nahmen im Bereich der Kurzzeitpflege eine zunehmende BewohnerInnen-fluktuation zu beobachten. Das Haus Abendstern wird hufig als "Wartebereich" fr eine Aufnahme im Lohmannshof, PZ Quelle und Breipohls Hof genutzt.

    Die gestiegene Pflegebedrftigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner im Abendfrieden bedingt hhere Pflegestufen und hat dazu gefhrt, dass junge Pflegeschulabsolventen neu eingestellt werden konnten. Gleichzeitig werden durch die steigende Pflegebedrftigkeit bauliche Probleme in der Einrichtung immer deutlicher (lange Flure, fehlende Nazellen).

    Eine wichtige Aufgabe von Einrichtungs- und Pflegedienstleitung ist die weitere Verbesserung der personellen Situation. Durch verschiedene Manahmen (Ausbildungs- und Einstellungsplanung, Projekt Rufbereitschaft, Reflexion und Verbesserung von Ablufen und Zusammenarbeit, ) wird mit langem Atem an dieser Aufgabe gearbeitet. Die gesamte Situation und einzelne Aspekte werden aktiv mit der Mitarbeitervertretung beraten und errtert.

    Wohnstift und Abendlicht

    Whrend sich die Belegung des Abendlichts problematisch gestaltet, ist hingegen das Wohnstift gut belegt. Nur einige wenige Wohnungen sind aufgrund von Gre, Lage etc. schwerer zu belegen.

    Bethel ambulant versorgt insgesamt 12 Bewohnerinnen in beiden Husern (6 Mieterinnen des Abendlichts und 6 Mieterinnen des Wohnstifts).

    Deutlich wird ein zunehmender Hilfebedarf durch entstehende Demenzer-krankungen. Aufgrund fehlender Pflegestufen mssen hier unterschiedliche Hilfesysteme ineinander greifen (Nachbarschaft, Schwesternschaft, Bethel ambulant, Team "Betreutes Wohnen").

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 27

    Erfreulicherweise sind griechische Mitarbeitende in die Mansarde des Wohnstifts eingezogen und beleben das Haus.

    Haus Morgenstern

    Die deutlichste Vernderung im Berichtszeitraum war die Vernderung der Rolle des Hauses fr die Diakonissenversorgung. Das Haus Morgenstern wird nach Beratung und Beschluss des Schwesternrates, Beirates der Diako-nissen und der Direktion nicht mehr als Feierabendhaus gefhrt. Sechs Dia-konissen sind in die Ortschaft Bethel (Abendfrieden/Abendlicht) gezogen.

    Fr uns in der Einrichtung bedeutet dies, einerseits die Schwestern die im Haus Morgenstern bleiben wollten weiterhin gut zu begleiten und anderer-seits die Kultur der Einrichtung deutlicher als bisher als eine Einrichtung in Bad Oeynhausen zu entwickeln. Der Kontakt zu Gemeinden wird durch Einladungen zu Festen und Veranstaltungen fortlaufend gefrdert und regelmig findet eine Ausstellung des Fotoclubs Bad Oeynhausen in der Einrichtung statt. Weiterhin erfreulich ist die Gewinnung von Ehrenamtlichen bei der Gestaltung von geistlichen und kulturellen Angeboten.

    Die Klientel der Einrichtung verndert sich. Es gibt einen Anstieg von Kurz-zeitpflege und Palliativ-Pflege zu verzeichnen. Auch darauf stellen wir unse-re Angebote und Ablufe ein.

    Die Arbeitsprozesse und die -organisation sind optimiert worden und Schu-lungen fr Mitarbeitende wurden durchgefhrt.

    Pflegezentrum Quelle

    Das Pflegezentrum Quelle hat seit einigen Jahren eine 100-%ige Auslastung. Viele Brger und Brgerinnen nutzen das Angebot.

    Die pflegebedrftigen Menschen kommen aber auch aus dem nheren Umkreis z. B. Steinhagen, Ummeln oder auch Dornberg, um hier ihren Lebensabend zu verbringen. Derzeitig steigt die Anzahl der Pflegestufen 3 und 3H an. Die hohe Pflegebedrftigkeit der Bewohner spiegelt sich in den Pflegestufen wider. Fast die Hlfte der Bewohner sind in Pflegestufe 2.

    Die Pflegebedrftigkeit nimmt zu und die Verweildauer ab. Im letzten Jahr waren im Verhltnis wenige Sterbeflle zu verzeichnen (ungefhr 25 % der Bewohner wechselten).

    Qualifizierungen von Mitarbeitenden standen im Vordergrund. Aus der Ausbildung konnten wir zwei Mitarbeitende bernehmen, so dass in der Einrichtung die Teams verjngt worden sind.

    Die Gruppe der Ehrenamtlichen hat sich erweitert und die Einrichtung kann ber 15 Personen in der Ehrenamtsarbeit verzeichnen.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 28

    Inhouse-Schulungen und Qualifizierungen von Mitarbeitenden haben die Qualitt der Pflege gesteigert.

    Altenheim Quellenhof

    Das Altenheim Quellenhof, 30 Pltze, hat derzeitig eine 100-%ige Auslastung. Immer wieder kommen Anfragen von Menschen, die im Bereich der Behindertenhilfe gelebt haben, und von Menschen aus sozial schwierigen Lebenssituationen.

    Mitarbeitende?

    Die Mitarbeitenden haben sich auf dieses Bewohnerklientel eingestellt und haben in der Vergangenheit viele kleine Inhouse-Schulungen genutzt, um ihr Wissen speziell fr dieses Klientel zu erweitern.

    Das letzte Jahr war von Langzeit erkranken Mitarbeitenden geprgt. Dadurch bekam das Team aber auch die Chance, junge, dynamische Mitarbeitende auf Zeit einzustellen. Somit verjngte sich das Team.

    Die Atmosphre im Haus ist geprgt durch die Sensibilitt und den Humor, der von den Mitarbeitenden auch in schwierigen Situation in angemessener Weise gelebt wird. Bewohner fhlen sich in der familir angelegten Gemeinschaft wohl und knnen ihre Selbstbestimmtheit behalten und leben.

    Inhouse-Schulungen, dem Klientel entsprechend, werden fortlaufend durchgefhrt. Die Qualifizierung der Mitarbeitenden zu einzelnen Themen sind bedeutend. Der Hauskater Munky (ein vererbter Kater aus dem v. Plettenbergstift), der einige Monate verschollen war, wurde durch einen Zufall wieder aus dem Tierheim geholt und darf nun seinen Katzenaltersabend bei uns verbringen.

    Tagespflege Sennestadt

    Die Auslastung ist aktuell gut. Die Zahl der Tagesgste betrgt zurzeit 30 , die sich auf 17,2 Platzanteile verteilen, da nicht jeder Tagesgast die Tagespflege an 5 Tagen in der Woche besucht. Bei den Mitarbeitenden gibt es derzeit keine nderungen:

    1,0 Stellenanteil fr EL und PDL (0,5 VK) und Basisarbeit (0,5 VK)

    1,0 Stellenanteil Altenpflegerin und Pflegekoordinatorin

    0,5 Stellenanteil Gesundheits- und Krankenpflegerin

    2 Altenpflegeauszubildende (Vollzeit /Teilzeit)

    2 Absolventen des Betheljahres

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 29

    Die Verweildauer der neu aufgenommenen Tagesgste nimmt kontinuierlich ab, da sich bei der Aufnahme die Menschen bereits in einem fortgeschittenen Stadium der Demenz befinden und die Symptome zu Verhaltensaufflligkeiten fhren, die eine umfangreiche Betreuung und Pflege in der huslichen Situation erfordern, die so oftmals nicht leistbar ist. Daher wird die Tagespflege hufig auch als Zwischenlsung genutzt.

    Festzustellen ist daher auch eine Zunahme an pflegerischen Ttigkeiten durch fortgeschrittene Demenz und Multimorbiditt.

    Es besteht weiterhin ein hoher Bedarf der Angehrigen bezglich der Beratung im Umgang mit Demenz. Hinzu kommen vor allem Fragen hinsichtlich der Finanzierung und Untersttzungsbedarf sowohl beim Ausfllen der Antrge als auch bei der Begleitung im huslichen Bereich whrend der Pflegeeinstufungen durch den MDK.

    Es werden feste Gruppenangebote im mobilittsfrdernden Bereich mit unterschiedlichen Anforderungen, auch fr Menschen mit fortgeschrittener Demenz, angeboten. Ein Mitarbeiter hat die Ausbildung der Klangmassage nach Peter Hess abgeschlossen.

    Insgesamt werden die Angebote und die Kommunikaion in der Tagespflege den vernderten Voraussetzungen angepasst und mehr Einzelbetreuung praktiziert. Darber hinaus werden Feste und Feiern, Reisen ohne Koffer etc. angeboten.

    4. Ambulante Pflege

    Pflegedienst Bethel ambulant

    Insgesamt versorgt Bethel ambulant ca. 224 Klienten jeden Alters und fhrt pro Monat ca. 5270 Hausbesuche mit 19 Dienst-PKW durch. 60 Vk sind auf 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgeteilt, die aus den (Ausbildungs-) Bereichen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenplege, Heilerziehungspflege und Betreuungsassistenz kommen.

    Die Pflege- und Betreuungsdienste Bethel gGmbH bietet mit ihren Diensten Bethel ambulant und der Familiennachsorge Bethel folgende sozialpflegerischen und sozialmedizinischen Dienste an:

    1) Bethel ambulant: Ambulante Pflege, Betreuungsangebote, Palliativpflege, Kinderintensivpflege

    2) Familiennachsorge Bethel: Sozialmedizinische Nachsorge, Familien-Kinderkrankenpflege, Individuelle Pflegeschulungen

    Es ist eine Stabilisierung der ambulanten Pflege auf dem Niveau von ca. 130 Patienten (SGB V und SGB XI) zu verzeichnen, die 11 Touren tglich

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 30

    erfordert. Im Bereich der Palliativpflege werden ca. 30 Klientinnen und Klienten in 4 Touren tglich versorgt.

    Weiterentwicklungen gibt es in folgenden Bereichen:

    Betreuungsangebote und Verhinderungspflege, 1 Team, 7 MA'innen

    Kinderintensivpflege, ca. 15 Kinder per Nachtdiensten oder Schulbegleitungen

    Familiennachsorge Bethel: Ausbau der Kooperation mit der Kinderklinik des St. Vincenz Krankenhauses Paderborn und Kooperationsgesprche mit dem Jugendamt der Stadt Bielefeld (Familien-Kinderkrankenpflege)

    Im Juni 2013 fand rund um die Deckertstrae ein Sommerfest mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Anwohnerinnen und Anwohnern statt und im Juni dieses Jahres wurde ein Symposium der Familiennachsorge Bethel mit allen Kooperationspartnern und Krankenkassen durchgefhrt.

    6. Jugendhilfe

    Alice-Salomon-Haus und Jugendwohnen

    Im Bereich von Mutter- & Kind-Betreuung stehen insgesamt 22 Pltze zur Verfgung und zudem im Bereich Jugendwohnen 7 Pltze. Die Auslastung lag bis Ende 2013 bei 112,71 %, davon liegt der Mutter-Anteil bei 91,06 % und der Kinder-Anteil aufgrund der vielen Geschwisterkinder bei 134,36 %. Die Belegung in 2014 konnte stabil (berbelegung in den ersten drei Monaten) fortgefhrt werden, zurzeit gibt es Belegungsschwankungen aufgrund vermehrter Auszge. Die MA-Situation ist konstant und die gesamte Betreuungsarbeit wird aktuell mit 9,56 VK geleistet.

    Es besteht seit Mitte des letzten Jahres guter Kontakt zur Bielefelder Brgerstiftung, die die Arbeit im Alice-Salomon-Haus mit der Finanzierung eines Haushaltskurses fr die Mtter (unter Anleitung einer externen Hauswirtschaftsmeisterin) untersttzt hat. Ein weiterer Kurs folgte Anfang dieses Jahres fr weitere sieben Monate. Zudem ist mit mehreren Institutionen, insbesondere mit Co.libri von der AWO Bielefeld, ein gemeinsames Kooperationskonzept entwickelt worden: ALINE - Frdernetzwerk zur Strkung alleinerziehender Mtter. Dies soll dazu dienen, Alleinerziehende auf ihrem Weg in die Selbststndigkeit zu strken und zu untersttzen (Bsp. Umzge, Hausmeisterdienste, Kursangebote).

    Seit dem Sommer 2013 fanden mit dem Jugendamt Bielefeld und allen Mutter- und Kind-Einrichtungen aus Bielefeld regelmige Qualittsdialoge statt. Es wurden gemeinsame Kriterien der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualitt besprochen und ein jhrliches Berichtswesen entwickelt. Erstmalig wurde zum 31.03.2014 fr unsere Einrichtung danach berichtet.

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 31

    Weitere Gesprche mit der Stadt Bielefeld folgen. Es wird beabsichtigt, eine schnellere Perspektivplanung fr die Mtter und deren Kinder herbeizufhren, so dass das Hilfeplanverfahren auf drei Monate (bisher sechs Monate) verkrzt worden ist.

    Der Betreuungsaufwand ist weiter gestiegen, es finden schnelle Wechsel statt und es werden vermehrt ltere Mtter auch mit mehreren Kindern aufgenommen.

    Gedanklich beschftigen wir uns damit, das Berufsbildungswerk Bethel wieder mehr in unsere Arbeit mit einzubeziehen, da von dort immer wieder Anfragen kommen.

    Besondere Ereignisse:

    Weiterhin hohe Spendenbereitschaft fr den Bereich Jugendwohnen (Mietzuschuss, Freizeitmanahmen, MA-Stelle), Weihnachtsgeschenke fr alle Mtter und Kinder von der PwC-AG, Anschaffung neuer Spielgerte fr unseren Spielplatz (Schaukel, Kletterkombi, Balancierstab).

    Bereits seit vielen Jahren sind wir in der glcklichen Lage, einen kleinen Kreis von engagierten ehrenamtlichen Sarepta-Schwestern fr unseren Mutter-Kind-Bereich gewonnen zu haben. Wir sind sehr dankbar fr diese bestndige und hilfreiche Begleitung der Kinder unserer Einrichtung und schtzen diese Mitarbeit sehr!

    7. Hospizarbeit

    Stationres Hospiz Haus Zuversicht

    Die 10 Pltze des Stationren Hospizes wurden im Jahr 2013 von 113 Gsten belegt (davon 102 verstorben, 1 Entlassung, 10 Gste in 2014 bernommen) und im Zeitraum von Januar bis Mai 2014 waren bisher 65 Gste im Haus Zuversicht (davon 51 verstorben, 6 entlassen). Die Auslastung liegt bei ca. 90 %.

    Wir verzeichnen eine zunehmende Bedeutung ethischer Fragestellungen, so dass ethische Visiten bzw. ein ethischer Liaisondienst (behandelt ethisch relevante Fragestellungen anhand konkreter Gste) mit Untersttzung durch die Ethiker des EvKB eingefhrt wurde.

    Aufgrund des erweiterten Arbeitsfeldes der Einrichtungsleiterin [Kinderhospiz und Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)] haben sich strukturelle Vernderungen im Bereich des Stationren Hospizes ergeben.

    Die Anfragesituation ist weiterhin stabil und es besteht eine gute Zusammenarbeit mit dem Palliativnetz.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 32

    Die Trauerarbeit wird teilweise in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendhospiz durchgefhrt.

    Weiterhin soll das Aufnahmemanagement geschrft und die Schnittstelle zur Altenhilfe optimiert werden.

    Kinder- und Jugendhospiz

    Das Kinder- und Jugendhospiz Bethel bietet Platz fr 10 lebenslimitierend erkrankte Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 25 Jahren und ihre Familien/Zugehrigen.

    Insgesamt sind 33 Mitarbeitende im Kinder- und Jugendhospiz ttig, der Gesamtstellenanteil im Bereich der Pflege liegt bei 14,38 VK .

    Seit der Erffnung ist eine stetig zunehmende Belegung zu verzeichnen (Auslastung in 2013: 32,02 % - Auslastung in 2014 (Jan. Mai): 56,21 %), die mit einem gestiegenen Bekanntsheitsgrad in Deutschland einhergeht.

    Das Kinder- und Jugendhospiz erhlt gute Rckmeldungen in Bezug auf die Qualitt der Arbeit und die rumliche Ausstattung.

    Die Trauerarbeit befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird teilweise in Kooperation mit dem Haus Zuversicht, z. B. gemeinsames Trauer-wochenende, angeboten.

    Das Kinder- und Jugendhospiz nimmt am Arbeitskreis "Stat. Kinder- und Jugendhospize" in Deutschland teil und ist Mitglied im Bundesverband Kinderhospiz e.V., im Deutscher Kinderhospiz e. V. und im Hospiz- und Palliativverband NRW.

    Auch die ffentlichkeitsarbeit wird stetig weiter ausgebaut:

    Info-Veranstaltungen

    Fhrungen von unterschiedlichen Gruppen: Schule, Kirche, interessierte Brger und Brgerinnen

    Spendenbergaben

    Tag der Offenen Tr

    17. Februar: Tag der Kinderhospizarbeit (in Deutschland); Info-Stand auf dem Jahnplatz; um 12.00 Uhr haben alle Kinderhospize in Deutschland Luftballons steigen lassen

    Besuch von bekannten Untersttzerinnen und Untersttzern

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 33

    Spezialisierte ambulante palliativmedizinische Versorgung von nicht heilbar erkrankten Kindern und Jugendlichen (SAPPV)

    Das SAPPV Team betreut aktuell 36 Familien und befindet sich zurzeit noch im Aufbau (VK Pflege: 2, 75, VK rzte/rztin: 2,0). Es ist eine Erweiterung der zu betreuenden Familien in OWL festzustellen und gleichzeitig hat sich, aufgrund von Kontaktaufnahme und persnlicher Vorstellung, eine bessere/engere Zusammenarbeit mit Kinderkliniken und KinderrztInnen entwickelt.

    Die Trauerarbeit befindet sich im Aufbau und wird ebenfalls zum Teil in Kooperation mit dem Kinderhospiz und Haus Zuversicht durchgefhrt.

    Mit dem stationren Kinder- und Jugendhospiz besteht eine gute Zusammenarbeit, die als Bereicherung erlebt wird.

    Besondere Ereignisse/Veranstaltungen waren:

    Vertragsabschluss

    Durchfhrung von Ringvorlesungen

    Pressekonferenz

    Grndung: Kinderpalliativnetzwerk Lippe

    Vertrge der ambulanten Hospizvereine Minden/Detmold

    Vorstellung der Arbeit auf der Erwachsenen-Palliativstation Bad Salzuflen

    8. Sarepta Schwesternschaft

    145. Jahresfest der Stiftung Sarepta mit Schwesternjubilen

    In diesem Berichtsjahr feierte die Stiftung Sarepta und damit auch die Sa-repta Schwesternschaft ihr 145. Bestehen. Im Festgottesdienst wurden zu-gleich die Schwesternjubilen gefeiert: 19 Diakonissen und 11 Diakonische Schwestern wurden fr 70, 65, 60, 55 und 50 Jahre ihrer Einsegnung oder ihres Eintritts geehrt.

    Erstmalig feierten 11 Diakonissen der neuen Form ihr 10jhriges Einseg-nungsjubilum in das Diakonissenamt der Ev. Kirche von Westfalen.

    Erinnert haben wir uns beim Festnachmittag im Assapheum mit 290 Gsten auch an den Zusammenschluss der Ravensberger Schwesternschaft und der Diakonissenschaft zur Sarepta Schwesternschaft vor 10 Jahren.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 34

    Weiterentwicklung der Sarepta Schwesternschaft

    Da es im menschlichen wie institutionellen Leben keinen Stillstand gibt, ge-hen wir als Schwestern bewusst unsere Schritte in die Zukunft. Bewusste Zukunftsschritte sind Sarepta Schwestern in der Vergangenheit immer ge-gangen und haben uns als Gemeinschaft zu der gemacht, was wir heute sind: Eine zukunftsorientierte und geistbewegte Schwesterngemeinschaft in und fr Bethel, die Diakonie unserer Kirche und den Kaiserswerther Ver-band deutscher Diakonissenmutterhuser.

    In den Jahren nach dem Zusammenschluss 2004 wurden ber 70 Frauen neu in die Schwesternschaft aufgenommen. Die neuen Schwestern und die Schon- langeSchwestern befanden sich alle miteinander in einer Phase der Neuorientierung. Der Schwesternschaftsleitung war es wichtig, Rume zu schaffen, in denen Kennenlernen und eine Auseinandersetzung zu Iden-tittsfragen mglich waren und sind. In einer AG wurden vor zwei Jahren u. a. 10 Schwesternkreise in Bielefeld und Umgebung ins Leben gerufen, in denen sich ca. 90 Schwestern aus allen Herknften (Ravensberger Schwesternschaft/Diakonissenschaft/ Neue) regelmig zusammenfinden und austauschen. Dies wird als wichtiger Baustein schwesternschaftlichen Lebens erlebt.

    Nun geht es darum, nach diesen Jahren der Neuorientierung und Identi-ttsfindung systematisch und zukunftsorientiert die Schwerpunkte der Schwesternschaft im Blick auf das Profil, die Arbeitsbereiche in der Stiftung und die Angebote fr die Schwestern zu evaluieren und ggf. neu auszurich-ten. Dabei sind die Auseinandersetzungen um die Werte und Verbindlich-keiten hinsichtlich des Profils unserer Schwesternschaft derzeit inhaltlich grundlegend und spannend.

    In diesem Berichtsjahr haben wir als Schwesternrat alle Mitglieder der Schwesternschaft in einer Projektpost zu Anfang des Jahres ber den Stand der Beratungen informiert. Zum Einen widmete sich der Rat den Arbeitsbe-reichen Sareptas wie: das Alice-Salomon-Haus mit der Mutter- und Kindarbeit, das Mutterhaus/Haus der Stille mit der Tagungs-, Gste- und Einkehrarbeit sowie dem regelmigen Andachts- und Gottesdienstleben und dem Stiftungsbereich Altenhilfe in der Stiftung Sarepta.

    Zum Anderen wurden alle Schwestern der Gemeinschaft zu folgenden Ar-beitsgruppen eingeladen:

    Werte und Verbindlichkeiten in der Sarepta Schwesternschaft

    Diakonisch-theologische Bildung fr Sarepta Schwestern, Ev. Bildungssttte fr Diakonie und Gemeinde

    berarbeitung der Ordnungen der Sarepta Schwesternschaft

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 35

    Im Juni veranstalteten wir einen Workshoptag mit an die 100 Schwestern. Dieser Tag war ein wichtiger Meilenstein im Prozess der Weiterentwicklung. Hier liefen alle Inhalte zusammen und die bisherigen Ergebnisse wurden der Gesamtschwesternschaft prsentiert. Moderiert von Frau Melissa Henne, Stabstelle fr Personalentwicklung der vBS Bethel, kamen die anwesenden Schwestern in 5 Arbeitsgruppen zusammen und beschftigten sich mit den o. g. Themen. Nun gilt es, die Impulse und Anregungen in den regelmig stattfinden-den Arbeitsgruppen weiter auf den Weg zu bringen.

    Ein Teilprojekt des Weiterentwicklungsprozesses bildet die langfristige Di-akonissenversorgung. Hierbei stehen die Feierabendhuser in Bethel als Zentrum von Wohnen und Leben im Alter der Schwestern im Mittelpunkt. Insgesamt sind in diesem Berichtsjahr bis zum 31. 07. 2014, 12 Diakonissen aus Einzelwohnungen und dem Haus Morgenstern in die Feierabendhuser Sareptas (Abendfrieden, Abendstern, Abendlicht und Wohnstift Frieda v. Bodelschwingh) umgezogen. Weitere Umzge der Diakonissen sind ge-plant. Derzeit leben noch 17 Diakonissen auswrts von Bethel und 8 Diako-nissen im Haus Morgenstern. Gemeinsam mit Direktion und Vorstand wur-de die Entscheidung getroffen, dass das Haus Morgenstern nicht mehr als Feierabendhaus Sareptas gefhrt wird. Die damalige Sareptaleitung, die das Haus in der 70er Jahren erbaute, sah damit einen bergang hergestellt, bis wieder die Betheler Feierabendhuser zur Versorgung der Diakonissen gnzlich ausreichen. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen.

    Im Rahmen des oben beschriebenen Weiterentwicklungprozesses hat sich der Schwesternrat fr den Verbleib des Stiftungsbereiches Altenhilfe Sareptas in der eigenen Stiftung ausgesprochen. Mit dem Verbleib verbin-det der Schwesternrat ein gewisses Ma an Eigenstndigkeit und sieht die Notwendigkeit des Arbeitsfeldes Altenhilfe als demografische und gesell-schaftliche Herausforderung unserer Zeit.

    Zugleich sieht die Schwesternschaft ihren eigenen Auftrag im Stiftungsbe-reich Altenhilfe in der Versorgung und Begleitung der alt gewordenen Mit-schwestern in den Feierabendhusern. Die haupt und- ehrenamtlichen Krf-te sind begrenzt und zugleich sehr bemht, den Generationenvertrag einzuhalten und ihn mit Respekt gegenber dem Werk der Schwestern und mit Zuwendung und Liebe fr eine jede Einzelne umzusetzen. Hierbei un-tersttzen sie die Kollegen der Direktion und die Herren des Vorstandes der Stiftung.

    Als Innovation regt der Schwesternrat an, ein Projekt unter dem Arbeitstitel Grne Damen und Herren in der Altenhilfe unter der Leitung einer Sarepta Schwester zu initiieren.

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 36

    Des Weiteren hat der Schwesternrat eine Evaluation in Verbindung mit ei-nem Prfauftrag von Perspektiven hinsichtlich des Mutterhaus/Haus der Stille auf den Weg gebracht. Hierin soll die wirtschaftliche und konzeptio-nelle Situation des Hauses im Blick auf mgliche Einsparergebnisse und or-ganisatorische Verbesserungen erneut geprft werden. Die Einrichtung hat unter der Leitung der Schwesternschaft in den vergangenen Jahren eine sehr zufriedenstellende Auslastung sowie eine Etablierung am Standort er-reicht. Diese Gegebenheiten sollen den Prfauftrag nicht berhren.

    Mitgliederstatistik

    Zum 1. Juli 2014 gehren 457 Mitglieder der Sarepta Schwesternschaft an:

    Diakonissen alter Ordnung 164 Schwestern

    Diakonisse neuer Ordnung 49 Schwestern

    Diakonische Schwestern, pensioniert 138 Schwestern

    Diakonische Schwestern, erwerbsttig 106 Schwestern

    Insgesamt sind 59 % der Mitglieder zwischen 70 und 102 Jahre. Die de-mografische Entwicklung der Schwesternschaft vollzieht sich somit analog der gesellschaftlichen. Bei der Zukunftsorientierung beziehen wir diese Fest-stellung mit ein.

    Im Jahr 2014 verstarben bis Juli 12 Schwestern unserer Schwesternschaft.

    Anwrterinnen-Seminar zur Aufnahme neuer Schwestern

    Zum derzeitigen Seminar der Anwrterinnen zur Aufnahme gehren 8 Schwestern, die zur diesjhrigen Adventsfeier am 1. Advent in die Sa-repta Schwesternschaft aufgenommen werden. Im Oktober des Jahres be-ginnt ein neues Seminar zur Anwartschaft. Bewerbungen werden derzeitig von der Leitenden Schwester entgegen genommen.

    Zur Verbindlichkeit im Anwrterinnen-Seminar gehrt die Teilnahme an 5 Seminartagen, die jeweils ganztags an Samstagen durchgefhrt werden. Die Leitende Schwester und eine Mentorin, eine Schwester im Ehrenamt, leiten das Seminar. Hinzu kommen ein Begegnungswochenende sowie die Teilnahme an Festen und Gottesdiensten der Schwesternschaft. Der Basis-kurs Diakonie ist ebenfalls Voraussetzung zur Aufnahme in die Schwestern-schaft. Dieser sollte bis 3 Jahre nach der Aufnahme abgeschlossen sein.

    Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissenmutterhuser (KWV)

    Das Mutterhaus Sarepta und die Sarepta Schwesternschaft sind im Rahmen des Verbandes durch das Engagement von Schwestern unserer Gemein-schaft sowie Mitgliedern der Direktion eine wichtige Impulsgeberin.

  • JAHRESBERICHT 2013 / 2014 DIREKTION SAREPTA NAZARETH

    SEITE | 37

    Der Verband hat sich vor einigen Jahren fr drei Schwerpunkte in der Ver-bandsarbeit ausgesprochen:

    1. Strkung des Netzwerks der diakonischen Gemeinschaften und Schwesternschaften

    2. Frderung von Spiritualitt/geistlichem Leben und theologisch-diakonischer Bildung in den Unternehmen

    3. Ausbau der Internationalitt

    Die Geschftsstelle versorgt die Leitungen der Unternehmen und Gemein-schaften mit regelmig erscheinenden Rundbriefen in Kooperation mit den beiden anderen Verbnden im Diakonat [ViD] (Zusammensetzung: Kaiserswerther Verband, Verband Evangelischer Diakonen-, Diakoninnen und Diakonatsgemeinschaften in Deutschland e.V." (VEDD) und Zehlendor-fer Verband) und einem jhrlichen Jahresbericht. Die Organisation von Fachtagungen und berufsspartenorientierten Konferenzen obliegt ebenfalls der Geschftsstelle. Die Federfhrung hat Frau KR Dr. Christine R. Mller. Der Sitz der Geschftsstelle befindet sich in der Landhausstrae in Berlin.

    Folgende Schwestern aus Sarepta sind in der Verbandsarbeit invol-viert:

    Sr. Sabine Redeker ist Mitglied des Vorstandes des KWV und u. a. im Rechts- und Wirtschaftsausschuss. Ltd. Sr. Anke Frickmann ist Mitglied des Prsidiums der Kaiserswerther Generalkonferenz (ein 150 jhriger internati-onaler Zusammenschluss von 22 Unternehmen und Gemeinschaften welt-weit) und im Vorsitz der Westkonferenz des KWV. Sr. Sigrid Pffflin ist fr den KWV Mitglied im Bund Ev. Frauen in Deutschland.

    Bruder Werner Arlabosse, Stiftung Sarepta, engagiert sich in der Westkon-ferenz fr die diakonische Bildung und die Weiterentwicklung des Diako-nats in der Ev. Kirche von Westfalen.

    Die Westkonferenz fand am 17./18. Mrz in der Kaiserswerther Diakonie statt. Die diesjhrige Mitgliederversammlung des KWV wird im September im Diakonissenmutterhaus in Dresden tagen.

    9. Diakonische Gemeinschaft Nazareth

    Beitragsordnung verabschiedet

    Beim Herbst-Gemeinschaftstag im September 2013 ist die neue Beitrags-ordnung verabschiedet worden und mit einer Ordnungsnderung beim Frhjahrs-Gemeinschaftstag im Mai 2014 Bestandteil der Ordnung der Dia-konischen Gemeinschaft geworden. Damit ist die Beitragsordnung in Kraft. Sie bietet sowohl den Mitgliedern selbst wie der Geschftsstelle deutlich mehr Verfahrenssicherheit und Transparenz. Erste Erfahrungen in der Um-

  • DIREKTION SAREPTA NAZARETH JAHRESBERICHT 2013 / 2014

    SEITE | 38

    setzung gerade auch von Ausnahmeregelungen besttigen die Richtigkeit dieses Vorgehens.

    Neues Mitgliederverzeichnis

    Das neue Mitgliederverzeichnis ist, wie geplant, im Mai 2014 erschienen und ist allen Mitgliedern zugegangen. Zum Gelingen dieser aufwndigen Arbeit ist vielen zu danken, die uns ehrenamtlich untersttzt haben. Es ist geplant, das Mitgliederverzeichnis erstmals auch digital anzubieten. Mit-glieder knnen sich in einigen Wochen im passwortgeschtzten Bereich der Internetseite der Gemeinschaft eine jeweils halbjhrlich aktualisierte Fas-sung downloaden.

    Von Bruten, Hausmttern und ihren Kindern

    Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zu der Tagung, die die Diakonische Gemeinschaft Nazareth gemeinsam mit der der Ev. Bil-dungssttte fr Diakonie und Gemeinde sowie der Fachhochschule der Dia-konie veranstaltete. Es hatten sich zahlreiche Absolventinnen frherer Brautkurse Nazareths, ehemalige Hausmtter und einige Kinder aus Hausel-ternfamilien eingefunden, die die Impulse und Vortrge nutzten, um eigene Erfahrungen einzubringen und sich auszutauschen. Ein gutes Drittel der Ta-gungsbesucherinnen und -besucher waren Studierende der Fachhochschule der Diakonie sowie Auszubildende der Gesundheitsschulen des Ev. Kran-kenhauses Bielefeld. Den Erffnungsvortrag hielt Diakonin Dr. Daniela Hndler-Schuster aus Zrich. Sie hatte mit ihrer Promotion und zahlreichen Verffentlichungen auf die Bedeutung von Hausmttern fr die Professio-nalisierung der Pflege im 20. Jahrhundert hingewiesen. Ingrid Lautz von den Gesundheitsschulen referierte ber die Entwicklung der Pflege und Pflegausbildungen in Bethel, die sich in den beiden Betheltlern (Kantensiektal Sarepta und jenseits der Zio