Kartiermethodenleitfaden · PDF fileKartiermethodenleitfaden Fauna und Flora bei...

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    Kartiermethodenleitfaden Fauna und Flora bei straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen 2. Fassung, August 2017

  • Kartiermethodenleitfaden Fauna und Flora bei straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen

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    Projektleitung: Dipl.-Ing. Anke Bosch Projektbearbeitung: M.Sc. Stephan Eberlein (2. Fassung,

    August 2017) Dipl. Ing. Barbara Raschdorf (1. Fassung, 2013, Leitfaden der Erfassungsmethoden und - zeiträume bei faunistischen Untersuchungen zu straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen)

    Projektbetreuung: Dr.-Ing. Edmund Ruttert

    Dr. Rainer Rühl Dipl.- agr. biol. Winfried Strecker Dr. Yvonne Walther Dipl.-Ing. Sonja–Christina Beßler Dipl.-Ing. Christina Gölz Dipl.-Ing. B. Raschdorf

    Fotos: Christina Gölz Stefan Kappes Dr. Christian Köhler Barbara Raschdorf Zitiervorschlag: Hessen Mobil (2017): Kartiermethodenleitfaden, 2. Fassung, August 2017

  • Kartiermethodenleitfaden Fauna und Flora bei straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen

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    Der Beginn eines jeden Projektes liegt in unserer Landschaft. Deren Ausstattung beeinflusst maßgeblich die zu behandelnden Planungsinhalte. Ein wesentlicher Aspekt darin ist die Pflanzen- und Tierwelt. Die Schnittstellen Straße – Pflanze, Straße – Tier erfordern eine sensible Planung. Wesentliche Grundlage dafür stellt, neben der Ermittlung und Auswertung vorhandener Daten, die floristisch-/faunistische Erfassung dar. Das ist die Basis fachlich und rechtlich einwandfreier Planungsunterlagen und die Grundlage einer rechtssicheren Baurechtserlangung zur zügigen Realisierung der Straßenprojekte in Hessen. Ausgehend vom Handbuch für die Vergabe und Ausführung von freiberuflichen Leistungen im Straßen- und Brückenbau (HVA F-StB) des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur), Ausgabe 2014, mit Ergänzung 2017 zusammen mit dem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben FE 02.0332/2011/LRB "Leistungsbeschreibungen für faunistische Untersuchungen im Zusammenhang mit landschaftsplanerischen Fachbeiträgen und Artenschutzbeitrag" wurde ein Leitfaden entwickelt, der für alle planungsrelevanten Pflanzen und Tierartengruppen das Ziel der Erfassung formuliert. Die Zielerreichung wird durch die Erläuterung der Methode dargelegt. Grundlage hierfür sind vielfältige Erfahrungen, die Hessen Mobil in den letzten Jahren durch umfangreiche floristische und faunistische Erfassungen gewonnen hat. Der Leitfaden ist eine übersichtliche Handreichung bei der Erstellung von Leistungsbeschreibungen und der Begleitung von floristisch-/faunistischen Kartierungen als Grundlage der naturschutzfachlichen Unterlagen bei Straßenbauvorhaben. Er konkretisiert die Aussagen der HVA F-StB. Wiesbaden, im August 2017……………………………..

    _______________________________ Burkhard Vieth

  • Kartiermethodenleitfaden Fauna und Flora bei straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen

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    Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis ........................................................................................... 4

    1 Anlass ...................................................................................................... 5

    2 Ziel der Bestandserfassung ..................................................................... 5

    3 Anforderungen an die Bestandserfassung ............................................... 6

    3.1 Grundsätze ....................................................................................... 6

    3.2 Untersuchungsraum ......................................................................... 6

    3.3 Artengruppen in Hessen ................................................................... 7

    3.4 Übersicht über die Erfassungszeiten................................................. 9

    3.5 Planungsrelevanz ........................................................................... 10

    4 Vorbereitung des Vergabeverfahrens .................................................... 12

    4.1 Eigenrecherche .............................................................................. 12

    4.2 Informationen der Naturschutzverwaltungen ................................... 12

    5 Vergabe ................................................................................................. 12

    5.1 Vergabeverfahren ........................................................................... 12

    5.2 Leistungsbeschreibung und Honorarermittlung mit Leistungsverzeichnis (LV) ......................................................................... 13

    5.3 Beteiligung des HMWEVL bei Projekten >30 Mio. € ....................... 13

    6 Vorbereitende Arbeiten .......................................................................... 14

    7 Ergebnisdarstellungen und Datenübergabe ........................................... 14

    7.1 Dokumentation der Ergebnisse ....................................................... 14

    7.2 Datenübergabe und Eingabe in Natis ............................................. 16

    8 Beschreibung der Erfassungsmethoden ................................................ 17

    9 Prüfung der Erfassungsergebnisse ........................................................ 69

    Quellen / Literatur ......................................................................................... 72

    Anhang 1 Checkliste zur Relevanzprüfung Anhang 2 Vorlage Planungsraumanalyse Anhang 3 Kernzeiten der Begehungen der Brutvögel in Hessen

  • Kartiermethodenleitfaden Fauna und Flora bei straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen

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    1 Anlass

    Mit den Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) von 2007 und 2009 wurde auf die Urteile des Europäischen Gerichtshofes zur Anwendung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) reagiert. Durch diese Änderungen sind die Anforderungen an die naturschutzfachlichen Unterlagen gestiegen. Um die Fachbeiträge entsprechend der rechtlichen Vorgaben erstellen zu können, müssen die Anforderungen an deren Grundlagen (Biotoptypenkartierungen, faunistische und floristische Erfassungen, Luftschadstoffberechnungen usw.) angepasst werden. Durch das BMVI, vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurde 2014 das Forschungsvorhaben FE 02.332/2011/LRB "Leistungs- beschreibungen für faunistische Untersuchungen im Zusammenhang mit landschaftsplanerischen Fachbeiträgen und Artenschutzbeitrag" (Albrecht et al. 2014) zusammen mit der HVA F-StB (2014) veröffentlicht. Der bereits 2013 von Hessen Mobil veröffentlichte "Leitfaden der Erfassungsmethoden und - zeiträume bei faunistischen Untersuchungen zu straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen" (1. Fassung) wurde aufgrund dessen aktualisiert. Die vorliegende Fassung des Kartiermethodenleitfadens stimmt inhaltlich überwiegend mit dem Forschungsvorhaben Albrecht et al. 2014 überein, greift aber die hessischen Standortbedingungen auf und beschränkt sich auf die hier vorkommenden Arten. Da weder das o.g. Forschungsvorhaben, noch die HVA F-StB Aussagen zu methodischen Standards bei floristischen Kartierungen macht, behandelt die Aktualisierung dieses Leitfadens diesen Themenkomplex neu. Der vorliegende Leitfaden beschreibt ausführlich die Methodenstandards von art- bzw. artgruppenbezogenen Kartierleistungen und bildet damit die Grundlage für fachlich fundierte und rechtssichere Planungsunterlagen.

    2 Ziel der Bestandserfassung

    Die Bestandserfassung der Fauna und Flora muss so detailliert sein, dass die Erstellung folgender naturschutzfachlicher Unterlagen möglich ist: Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) Die zu erfassenden planungsrelevanten Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume (Untersuchungsumfang) werden im Scoping-Termin festgelegt. Zu differenzieren ist zwischen der UVS auf den vorgelagerten Planungsstufen (UVS Stufe 1 und UVS Stufe 2) - hier ist i.d.R. faunistisch bei den Leistungsbildern Vögel, Fledermäuse und Amphibien der Artnachweis ausreichend. Sofern keine Voruntersuchung mit eigenständiger UVS stattgefunden hat, werden die Belange der UVP im Zulassungsverfahren in der Regel als LBP mit integrierter UVS abgehandelt. Das zu untersuchende Artenspektrum orientiert sich in diesen Fällen an einer differenzierteren Betrachtungsweise (siehe Leitfaden für die Erstellung landschaftspflegerischer Begleitpläne zu Straßenbauvorhaben in Hessen, 2017). Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP) Inhalt des LBP ist unter anderem die Darstellung und Bewertung des Bestandes der Flora und Fauna (Naturgut Pflanzen und Tiere als Bestandteil des Naturhaushaltes) innerhalb des Wirkraumes des Vorhabens sowie der durch

  • Kartiermethodenleitfaden Fauna und Flora bei straßenrechtlichen Eingriffsvorhaben in Hessen

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    das Vorhaben hervorgerufenen erheblichen Beeinträchtigungen (Eingriff). Im Gegensatz zur artenschutzrechtlichen Prüfung und zur FFH-VP geht das Untersuchungsspektrum über die Gruppe der rein europarechtlich geschützten Arten hinaus. Erfasst werden Nutzungstypen, gesetzlich geschützte Biotope, Lebensraumtypen, geschützte Pflanzen und Arten des Anhang II der FFH- Richtlinie. Die Abhandlung der zuvor erfassten Arten nach § 19 BNatSchG (Prüfung des Umweltschadensrechts hinsichtlich Arten nach Art. 4 Abs. 2 und Anhang I der Vogelschutzri