Kenia: Auf engstem Raum - Slums in Nairobi

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Amnesty-Broschüre - Kenia: Auf engstem Raum - Slums in Nairobi

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  • AufEngstEmrAum kEniA: slums in nAirobi

  • imprEssum

    Amnesty International, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.August 2009V.i.S.d.P. Markus N. BeekoRedaktion: Franziska Ulm, Annette Hartmetz, Birgit StegmayerGestaltung: Rdiger Fandler, BerlinDruck: Humburg, BerlinArt.Nr. 22009

    Titelfoto:Junge in Kibera / Nairobi, Mrz 2009 Amnesty International

  • kEniA / 3AmnEsty intErnAtionAl

    slums in nAirobi

    Rund zwei Millionen Menschen leben in Nairobis Slums auf nur 5% des gesamten stdtischen Wohnraums das ist mehr als die Hlfte aller Einwohner der Hauptstadt. Nairobis informelle Siedlungen wurden von der Politik lange Zeit ignoriert und blieben daher von der Stadtentwicklungs- und Haushaltsplanung ausgeschlossen: Es wurden keine Straen gebaut, keine Wasser- oder Stromleitungen gelegt.

    Frauen an einer Wasserausgabestelle in Kibera / Nairobi, Februar 2009 Amnesty International

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    In Kibera, dem grten Slum von Nairobi, leben etwa eine Million Menschen zusammengedrngt auf 250 Hektar durchweichtem Boden. Mitten hindurch verluft die wichtigste Eisenbahnlinie Nairobis. Die meisten Menschen leben in wellblechgedeckten Htten auf Lehmboden, ohne Toilette oder flieendes Wasser. Im Durchschnitt wohnen sechs Personen in einer 10m groen Htte. In Kibera muss die Mehrzahl der Bewohner mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen.

    Auf den schlammigen, engen Wegen liegen Mll und Plastiktten mit menschlichen Exkrementen. Zhflssig luft brunliches, verschmutztes Wasser in Rinnsalen ber ausgetretene Pfade. Sie verlaufen meist direkt vor den Htten und kreuzen hufig Trinkwasserleitungen.

    Auf den offiziellen Stadtplnen gibt es Kibera nicht. Es ist ein unsichtbarer Stadtteil, in dem die Regierung kaum etwas tut. Die Bewohner haben nur sehr eingeschrnkt Zugang zu grundlegender Infrastruktur wie Mllabfuhr, Gesundheitsversorgung und Schulen. Sie sind Gewaltverbrechen oft schutzlos ausgesetzt, und bei Brnden kommt ihnen niemand zu Hilfe.

    Auf dEn offiziEllEn stAdtplnEn gibt Es kibErA nicht

    Dicke Rohre verlaufen kreuz und quer durch Kibera. Durch sie fliet sauberes Wasser in die wohlhabenderen Viertel der Hauptstadt. Die Slumbewohner hingegen mssen mehrere Kilometer zurcklegen, um Wasser an pri vaten Wasserstationen zu kaufen und dies zu einem Preis, der durchschnittlich das Siebenfache vom Wasserpreis in reicheren Vierteln betrgt. Viele knnen es sich nicht leisten, den Tagesbedarf an Wasser zu kaufen.

    nAirobis slums

    kibErA ist Nairobis grter Slum und einer der grten in Afrika. Er liegt im Sdwesten der Haupt-stadt. Eine Million Menschen leben auf 250 Hektar, unterteilt in neun Drfer. mAthArE wurde 1963 auf staatlichem Land errichtet. Er ist in zwei Drfer unterteilt. Heute ist der Groteil des Landes in privatem Besitz.korogocho befindet sich zur Hlfte auf staatlichem und zur anderen Hlfte auf privatem Land, auf dem rund 120.000 Menschen in sieben Drfern leben.mukuru kwA njEngA liegt im Sdosten von Nairobi. Auf 32 Hektar leben rund 75.000 Menschen.dEEp sEA befindet sich in Nairobis Nordwesten. Auf 13 Hektar leben 7000 Menschen.

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    Bei Wasserknappheit verschlimmert sich das Problem noch: dann leiten die Versorgungsbetriebe zustzlich Wasser aus den Slums in die einkommensstarken Viertel Nairobis um.

    In Kibera und den brigen vernachlssigten Siedlungen Nairobis leben die Menschen in stndiger Angst: Angst vor Zwangsrumung und weiterer Verelendung. Angst vor Gewalt. Angst vor Krankheiten durch verschmutztes Wasser. Angst, dass ihnen der Weg aus der Armut fr immer versperrt bleibt. Die Verwehrung des Rechts auf Wohnen ist eine

    direkte Folge der gleichgltigen Haltung der Behrden gegenber den armen Menschen in den Stdten. Die sich ausbreitenden informellen Siedlungen werden nicht in die Planungs und Haushaltsentscheidungen der Stadtverwaltung Nairobis einbezogen. In Erwartung grerer Profite hat die Stadt in Wohnprojekte des hheren Standards investiert, anstatt bezahlbaren Wohnraum fr alle zur Verfgung zu stellen. Der daraus resultierende extreme Mangel an erschwinglichem Wohnraum lsst Millionen von Menschen keine Alternative zum Leben in den Slums.

    Kibera einer der grten Slums in Afrika, Februar 2009 Amnesty International

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    Marktstnde entlang der Eisenbahnlinie durch Kibera, Februar 2009 Amnesty International

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    zwAngsrumungEn

    Die schnell wachsenden Slums und die unwrdigen Lebensbedingungen ihrer Bewohner machen deutlich, dass die Regierung bei der Wahrung des Rechts auf angemessenes Wohnen fr alle versagt hat. Das grte Hindernisist das Fehlen eines gesicherten Wohnrechtsfr die meisten Slumbewohner. Dadurch haben sie keinen Schutz vor will krlichen Mieterhhungen, Enteignungen und Zwangsrumungen.

    Slumbewohner sind in besonderem Mae von rechtswidrigen Zwangsrumungen bedroht. Diese Zwangsrumungen sind nach internationalen Menschenrechtsabkommen

    illegal, werden aber dennoch hufig in groem Umfang und mit katastrophalen Folgen fr die betroffenen Menschen durchgefhrt.

    Zwangsrumungen haben die Zerstrung vonHusern, Besitz, Kleinstunternehmen undLebensgrundlagen zur Folge, sie trennenFamilien und traumatisieren die Betroffenen.Die Bewohner der Siedlung Deep Sea habenbeispielsweise mehrere Wellen von Zwangsrumungen durch Regierungsbehrden undPrivatunternehmen erdulden mssen. Am 25.September 2005 wurden an einem einzigenTag die Huser von etwa 850 Familien dem Erdboden gleichgemacht. Dies geschah ohne Vorwarnung, ohne Konsultation der

    Emma Wanjiru mit dem jngsten ihrer sieben Kinder, Deep Sea / Nairobi, Mrz 2009 Amnesty International

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    Betroffenen, ohne die Bereitstellung alternativer Unterknfte oder Entschdigungen das heit, ohne auch nur einen der Standards einzuhalten, die in internationalen Menschenrechtsabkommen vorgesehen sind. Die dadurch ausgelsten Massenproteste verhinderten weitere Abrisse. Und das zustndige Gericht erklrte die Zwangsrumungen spter fr rechtswidrig. Trotz dieses Urteils leben die Bewohner von Deep Sea in stndiger Angst vor den Bulldozern. Andere Zwangsrumungen wurden durchgefhrt, um den Weg fr Infrastrukturprojekte der Regierung zu ebnen, wie zum Beispiel den Bau von Straen und Bahnstrecken. Im Februar 2004 mussten ungefhr 2000 Menschen dabei zusehen, wie ihre Huser in Raila Village in Kibera abgerissen wurden, um einer Umgehungsstrae Platz zu machen. Dabei wurden auch Schulen, Kioske, Krankenstationen und Kleinunternehmen zerstrt.

    Wie blich, wurden auch hier die Bewohner nicht angemessen vorgewarnt, man bot ihnen weder eine neue Unterkunft noch eine Entschdigung an. Die Bauarbeiten fr die Umgehungsstrae haben aber bis heute nicht begonnen.

    ErbE dEr koloniAlzEit

    Erste informelle Siedlungen entstanden in Nairobi whrend der britischen Kolonialherrschaft, als die afrikanische Bevlkerung nicht in den Wohnvierteln der Stdte leben durfte. Die Kolonialregierung ignorierte die Slums und tat, als gbe es sie nicht. Deshalb brauchten die kommunalen Behrden dort keine Grundversorgung bereitzustellen oder Zufahrtsstraen zu bauen. In der Folge entwickelte Nairobi sich immer mehr zu einer zweigeteilten Stadt.

    Die Unabhngigkeit im Jahr 1963 brachte keine Verbesserungen fr die Slumbewohner. Die neue Regierung versuchte zwar anfangs, die Ausbreitung der Slums durch die Eindmmung der Landflucht zu stoppen, ging dann aber zum Abriss der Slums ber. Keine der beiden Manahmen verhinderte jedoch die unaufhrliche Vergrerung der informellen Siedlungen.

    In den 1970er und 1980er Jahren nderte die Regierung ihre Politik: Sie riss die Siedlungen nicht mehr ab, sondern be mhte sich nun, die Lebensbedingungen in den Slums zu verbessern. Sowohl internationale

    Alle in dieser Gemeinde haben es schwer, auch die Frauen, deren Mnner noch leben.

    Emma Wanjiru, alleinerziehende Mutter von sieben Kindern, links mit ihrem jngsten Sohn, der erst drei Tage alt war, als die Familie aus ihrem Zuhause in Deep Sea vertrieben wurde. Daraufhin musste die Familie einen Monat lang im Freien verbringen, bis sie wieder eine Unterkunft hatte.

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    Entwicklungshilfeorganisationen als auch Nichtregierungsorganisationen und Initiativen der Slumbewohner selbst leiteten erste Projekte ein.

    In den 1990er Jahren nahm die Beteiligung von NGOs und internationalen Organisationen an Initiativen zur Verbesserung der Lebens umstnde in informellen Siedlungen zu. Doch selbst die kenianische Regierung gibt zu, dass diese Projekte dazu tendierten, die Zielgruppen aus dem Planungsprozess auszuschlieen.

    2004 erklrte die Regierung die Verbesserung der Lebensbedingungen durch die Aufwertung von Slums zur Prioritt. Die Regierung kndigte in dem Zusammenhang auch an, dass sie vorhabe, die Siedlungen in den innerstdtischen Bereich zu integrieren.

    Bis jetzt ist das allerdings nicht geschehen.Das ehrgeizige Aufwertungsprogramm KenyaSlum Upgrading Programme (KENSUP)begann im Jahr 2000. Das Pilotprojekt wird zurzeit in Soweto East in Kibera umgesetzt und sieht vor, die Lebensumstnde von 5,3 Millionen Slumbewohnern bis 2020 zu

    Ich mache mir keine Hoffnungen bei dem Projekt zur Verbesserung der Wohnbedingungen. Mein Mann hat 2005 den Antrag gestellt, und er ist dann mit allen Unterlagen abgehauen.

    Jocely Kenmuto Nkykooyo lebt mit ihren drei Kindern in einer Htte, bestehend aus einem Raum. Sie ist HIVpositiv und inzwischen zu krank, um die notwendigen Medikamente im Krankenhaus abzuholen.

    verbessern. Trotz einiger positiver Entwicklungen hat die Regierung in vielen Bereichen nicht dafr gesorgt, dass das Projekt internationale Menschenrechtstandards hinsichtlich des Rechts auf Wohnen erfllt.

    Im Mrz 2009 befragte Amnesty International 50 Be wohner, von denen 45 angaben, dass sie ber das Projekt KENSUP im Unklaren gelassen worden seien, obwohl es tiefgreifende Auswirkungen auf ihr Leben haben wird. Sie waren weder hinsichtlich der Gestal tung noch der Lage der neuen Wohnungen konsultiert worden, und man hatte sie auch bezglich der geplanten bergangsunterknfte nicht zu Rate gezogen. Viele befrchten, dass die zeitweilige Umsiedlung sie ihrer einzigen Einkommensquelle berauben wird, die hufig ein kleines Geschft in Kibera ist.

    Diejenigen, die es am schwersten haben, zum Beispiel alleinerziehende Mtter und Menschen mit Behinderungen oder Krankheiten, befrchten, dass sie nicht in das Projekt aufgenommen werden oder die neuen Unterknfte fr sie ungeeignet oder unbezahlbar sein knnten. Alle, mit denen Amnesty International gesprochen hat, haben

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    Kibera, Februar 2009 Amnesty International

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    Angst, dass die Phase der Aufwertung mit rechtswidrigen Zwangsrumungen einhergehen wird.

    Doch vor allem ist im Aufwertungsprogramm KENSUP wenig vorgesehen, um die unmittelbaren und dringendsten Missstnde in den Slums von Nairobi zu beheben. Trotz der Versprechungen der Regierung, auerhalb der Slums bezahlbare Unterknfte bereitzu stellen, sind die politischen Manahmen, auch die Programme des sozialen Wohnungsbaus, zu wenig auf Menschen ausgerichtet, die in Slums leben. Dadurch sind Millionen von Menschen mit geringem oder nur unregelmigem Ein kom men zum weiteren Leben in Slums verdammt ohne ge sichertes Wohnrecht, ohne flieendes Wasser oder andere Grundversorgung und ohne groe Hoffnung, jemals der Armutsfalle entkommen zu knnen.

    fr EinE bEssErE zukunft

    Gemeinsam mit der Kenyan Housing and Land Coalition, die sich fr Wohn und Landrechte einsetzt, fordert Amnesty Inter national ein Ende aller rechtswidrigen Zwangsrumungen und entscheidende Verbesserungen fr Slumbewohner. Dabei mssen ihre Stimmen gehrt werden.

    Im Juni 2009 wurde der AmnestyBericht Kenya the unseen majority: Nairobis two million slumdwellers in Nairobi verffentlicht. Zeitgleich gab Amnesty eine kostenlose SMSNummer heraus, damit die Menschen in den Slums in kurzen Mitteilungen ihre aktuellen Bedrfnisse und ihre Vorstellungen von einem Leben und Wohnen in Wrde schreiben knnen.

    Amnesty sammelt die Nachrichten und wird sie der kenianischen Regierung bermitteln ein

    was ist eine rechtswidrige zwangsrumung?

    Internationale Normen beschreiben eine rechtswidrige Zwangsrumung als eine gegen den Willen der Betroffe-nen stattfindende Vertreibung aus ihren Wohnungen oder von ihrem Land, ohne dass ein ge eigneter rechtlicher oder anderer Schutz vorhanden ist.

    das bedeutet: kein mensch darf ohne weiteres aus seinem haus, seiner wohnung oder von seinem land vertrieben werden. Eine Zwangsrumung ist nur unter strengen rechtlichen Auflagen zulssig, und niemand darf dadurch der Obdachlosigkeit preisgegeben werden. Als Ersatz muss ein angemessener Wohnraum gestellt werden, in dem menschenwrdiges Wohnen und Leben mglich ist. Trotzdem werden immer mehr Menschen aus

    ihren Husern und von ihrem Land vertrieben, oft mit brutaler Gewalt. Die Betroffenen werden vorher vielfach nicht darber informiert und von der unangekndigten Zerstrung ihres Wohnraums berrascht. Somit haben sie im Vorfeld keine Mglichkeit, sich mit rechtlichen Mitteln dagegen zu wehren. Der Schutz vor einer rechtswidrigen Zwangsrumung gilt auch fr Slumbewohner, obwohl sie oft keine Mietvertrge oder formellen Rechte an dem Land haben, auf dem sie wohnen. Auch ihre Wohnungen und Htten sind Unterknfte, die geschtzt werden mssen und die der Staat nicht einfach zerstren darf.

    Eine rechtswidrige Zwangsrumung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, oft werden dabei auch andere Menschenrechte verletzt wie das Recht auf Eigentum oder das Recht auf krperliche Unversehrtheit.

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    konkretes Beispiel dafr, dass die Organisation Menschen in Armut eine Stimme gibt. Mitglieder und Untersttzer von Amnesty International werden weltweit weiter Druck auf die kenianische Regierung ausben, damit eine Grundversorgung in den Siedlungen bereitgestellt und rechtswidrige Zwangsrumungen gestoppt werden.

    Wir werden uns zudem mit Gemeinden solidarisch zeigen, die Einschchterungen und Gewalt erfahren, sobald sie versuchen, ihr Recht auf ange messenes Wohnen zu verteidigen. Wir werden gemeinsam mit ihnen das Recht eines jeden Menschen einfordern, menschenwrdig zu leben.

    Irene Khan, internationale Generalsekretrin von Amnesty, in Nairobi, Juni 2009 Amnesty International

    AmnEsty intErnAtionAl fordErt diE kEniAnischE rEgiErung Auf,

    sofort alle rechtswidrigen Zwangsrumungen zu stoppen. Slumbewohner an allen Entscheidungen zu beteiligen, die ihre Lebens und Wohn situation betreffen, und in Programmen zur Aufwertung von Slums ihre Grundver sorgung mit sauberem Trinkwasser und sanitren Anlagen zu garantieren. Auch die Bezahlbarkeit und Erreichbarkeit von neuen Wohnungen muss gewhrleistet werden. sicherzustellen, dass die Opfer von rechtswidrigen Zwangsrumungen effektiven Zugang zu Rechtsmitteln und eine ange messene Entschdigung in Form von Geld zahlungen oder Ersatzwohnraum erhalten.

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    Schule in Kibera, 2003 Crispin Hughes / Panos Pictures

  • kEniA / 15AmnEsty intErnAtionAl

    Menschen in Armut sind besonders oft von Menschenrechtsverletzungen betroffen. Wer nicht lesen und schreiben kann, kennt seine Rechte nicht gut genug und ist staat-licher Willkr ausgesetzt. Wer stndig schikaniert wird, fhlt sich ohnmchtig. Wer nie gefragt wird, verliert seine Stimme. Gerade Menschen in Armut sind darauf angewiesen, dass der Staat ihre Rechte respektiert. Menschenwrdige Lebensbedin-gungen, medizinische Versorgung, Zugang zu Bildung Rechte, die viele Staaten ihren Brgerinnen und Brgern verweigern.

    Wo Regierungen sich der Verantwortung entziehen, herrscht ein Kreislauf aus Armut und Menschenrechtsverletzungen, der schwer zu durchbrechen ist: Armut ist in vielen Fllen eine Folge von Menschenrechtsverletzungen und wird durch Menschenrechtsverletzungen verfestigt.

    In der Kampagne Mit Menschenrechten gegen Armut dokumentiert Amnesty International schwere Menschenrechtsverletzungen an Menschen in Armut. Dazu gehren menschenunwrdige Wohnbedingungen und rechtswidrige Zwangsrumungen, Mttersterblichkeit nach vermeidbaren Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt, aber auch die gesundheitsgefhrdende Verseuchung der Umwelt durch Unternehmen.

    mit mEnschEnrEchtEn gEgEn Armut

    Amnesty International wendet sich an die verantwortlichen Regierungen und Unternehmen, protestiert gegen das Unrecht, fordert konkrete Verbesserungen und gibt Menschen in Armut eine Stimme: Mit Menschenrechten gegen Armut. Und mit Ihrem Einsatz.

    www.amnesty.de / armut

    wohnEn. in wrdE.

    Rechtswidrige Zwangsrumungen sind ein schwerer Versto gegen die Menschen rechte: Menschen verlieren binnen Stunden ihr Zuhause, Htten und Huser werden dem Erdboden gleichgemacht ohne Begrndung, ohne Alternativen, ohne Rechtsgrundlage. Die sprliche Lebensgrundlage von Menschen in Armut wird mit einem Handstreich vernichtet.

    Sie wollen nicht tatenlos zusehen? Dann beteiligen Sie sich an unserem Aktionsnetz STOPPT ZWANGSRUMUNGEN. Sie erhalten aktuelle Eilaktionen und weitere Aktionsaufrufe und knnen sich konkret und schnell fr Menschen, die von einer Zwangsrumung bedroht sind, einsetzen.

    www.amnesty.de / wohnen

  • AmnEsty intErnAtionAl Sektion der Bundesrepublik Deutschland e. V. . 53108 Bonn T: +49 228 98373-0 . F: +49 228 630036 . E: [email protected] . W: www.amnesty.de

    AmnEsty intErnAtionAl setzt sich auf der Grundlage der Allgemeinen Erklrung der Menschenrechte fr eine Welt ein, in der die Rechte aller Menschen geachtet werden.

    Die Strke der Organisation liegt im freiwilligen Engagement von weltweit mehr als 2,7 Millionen Mitgliedern und Unter sttzern unterschiedlicher Nationalitten, Kulturen und Alters gruppen. Gemeinsam setzen sie Mut, Kraft und Fantasie fr eine Welt ohne Menschenrechts verletzungen ein.

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