Kinogeschichte des Burgenlandes von 1921 bis 1955

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  • DIPLOMARBEIT

    Titel der Diplomarbeit

    Kinogeschichte des Burgenlandes von 1921 bis 1955

    Verfasserin

    Julia Pinter

    angestrebter akademischer Grad

    Magistra der Philosophie (Mag.phil.)

    Wien, 2010

    Studienkennzahl lt. Studienblatt: A 317

    Studienrichtung lt. Studienblatt: Theater-, Film- und Medienwissenschaft

    Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Michael Gissenwehrer

  • Inhaltsverzeichnis

    Dank

    Vorwort 1

    1. Zur Quellenlage und Problematik des Themas 2

    2. Das Werden eines neuen sterreichischen Bundeslandes 6

    2.1. Die Entstehung des Burgenlandes 8

    2.2. Die politische Entwicklung des Burgenlandes 1921-1938 10

    3. Das Lichtspielwesen im jngsten sterreichischen Bundesland Burgenland 13

    3.1. Kinolizenzen 22

    3.2. Burgenlndische Kinos im Jahr 1923 29

    3.2.1. Das Lichtspieltheater des Herrn Anton Zchling in Neudrfl 31

    3.2.2. Das Kurkino in Sauerbrunn 34 4. Die Anfnge der Kinematographie im Burgenland 36 4.1. Das Burgenland und das Phnomen Wanderkino 36

    4.2. Die ersten ortsfesten Kinobetriebe in denburg und auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes whrend der Habsburgermonarchie 41

    4.2.1. Die ersten Kinos in denburg 42

    4.2.1.2. Dr. Kroly Friedrich und das Stadtkino in Sopron 46

    4.2.2. Das erste Kino in Eisenstadt 50

    4.3. Die zweite Phase des Wanderkinos im Burgenland 53

    4.4. Kinogrndungen und Konfession 56

  • 5. Das Burgenland zur Zeit des Nationalsozialismus 59

    5.1. Arisierung eines burgenlndischen Kinos 63

    6. Das Burgenland whrend der russischen Besatzungszeit 67

    6.1. Entnazifizierung der burgenlndischen Kinobetriebe 72

    6.2. bersicht ber die im Burgenland bestehenden Lichtspielbetriebe (Stand: Frhjahr 1946) 79

    6.2.1. Bezirk Eisenstadt und die Freistadt Eisenstadt 79

    6.2.2. Bezirk Gssing 82

    6.2.3. Bezirk Jennersdorf 83

    6.2.4. Bezirk Mattersburg 83

    6.2.5. Bezirk Neusiedl am See 84

    6.2.6. Bezirk Oberpullendorf 87

    6.2.7. Bezirk Oberwart 89

    6.2.8. Freistadt Rust 89

    7. Nachkriegszeit 91

    7.1. Verzeichnis der Kinos im Burgenland aus dem Jahr 1956 93

    8. Das Zentralkino in Schattendorf 98

    9. Literatur- und Quellenverzeichnis 105

    9.1. Literatur 105

    9.1.1. Literatur ber das Burgenland 107

    9.2. Zeitungen und Zeitschriften 109

    9.3. Archiv-Materialien 112

    9.4. Internetquellen 115

  • 9.5. Interviews 116

    9.6. Abbildungsverzeichnis 116

    10. Anhang 121

    10.1. Abbildungen 121

    10.2. Verzeichnis der Lichtspielbetriebe im Burgenland: 150

    10.2.1. 1922 und 1923 154

    10.2.2. 1956 155

    10.2.3. 1961/ 62 159

    10.2.4. 1983 164

    10.2.5. 1998/ 99 und 2000/ 01 166

    10.2.6. 2010 168

    10.3. Einwohnerzahlen: 169

    10.3.1. 1923 mit Religionsbekenntnis 169

    10.3.2. 1923/ 1934/ 1956/ 1960/ 1991/ 2001 173

    10.4. Abstract 178

    10.5. Curriculum Vitae 180

  • Dank

    Der grte Dank gebhrt meinen Eltern Sigrid und Stefan Pinter fr ihre

    bedingungslose Liebe und nie enden wollende Untersttzung.

    Weiteres mchte ich mich bei folgenden Personen bedanken, ohne deren Mithilfe diese Arbeit

    so nicht geschrieben werden htte knnen:

    Univ.-Prof. Dr. Michael Gissenwehrer, Betreuer der Diplomarbeit

    Mitarbeiter des Burgenlndischen Landesarchives und der Landesbibliothek in Eisenstadt

    Mag. Thomas Ballhausen, Filmarchiv Austria

    OStR. Mag. Prof. Johanna Dorner- Resch

    Adrienn El- Tama

    Jszef Hrs, Lokalhistoriker aus Sopron

    Hannes Hofleitner

    Gerda Kremsner, Bezirkshauptmannschaft Mattersburg

    Andrs Krisch, Soproni Leveltr

    Erwin Kurz, Herausgeber der Zeitschrift Aus der Pforte

    Agathe Ndai, Scarsdale New York

    Mag. Sonja Schneider

    Dr. Gert Tschgl, Burgenlndische Forschungsgesellschaft

    Anna Bierbaum, Johann Grabner, Theresia Grafl, Juliane Schaller, Anneliese und Maria Mllner aus Schattendorf

    Margarete Hammer, ehemalige Kinobesitzerin aus Mattersburg

    Karl Idl, ehemaliger Kinobesitzer in Wulkaprodersdorf und Neufeld a.d.L.

    Renate Koch, ehemalige Kinobesitzerin aus Mattersburg

  • Oliver Treiber, Kinobesitzer aus Oberpullendorf

    Mein Dank gilt auch einer Person, die ich leider nie persnlich kennenlernen durfte: dem

    Grnder des Zentralkinos in Schattendorf, meinem Urgrovater Stefan Pinter. Ohne ihn wre

    die Familie wohl nie mit dem Kinovirus infiziert und diese Arbeit auch nie geschrieben

    worden. Meine Diplomarbeit ist ihm, aber vor allem den Besuchern des ehemaligen

    Zentralkinos gewidmet.

  • 1

    Vorwort

    Zu dem Thema Kinogeschichte des Burgenlandes habe ich einen persnlichen Zugang. Mein

    Urgrovater grndete im Jahr 1929 in einem kleinen burgenlndischen Dorf namens

    Schattendorf ein Kino. Es wurde 1986, im selben Jahr als ich zur Welt kam, geschlossen. Ich

    kannte nur mehr das leerstehende Gebude, aber die Geschichten ber die glorreichen

    Kinozeiten werden in meiner Familie noch heute erzhlt. Die Begeisterung fr das Medium

    wurde an mich vererbt. Kino und Film prgten meine Kindheit. Einmal in der Woche ein

    Kinobesuch bei meiner Tante in Mattersburg stand bei der Familie Pinter auf der

    Tagesordnung und jeder Besuch war fr mich ein Ereignis. So war es auch naheliegend, dass

    ich mich im Oktober 2004 fr das Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an

    der Universitt Wien einschrieb, mit dem Gedanken, meine damals noch in weiter Ferne

    liegende Diplomarbeit ber das Kinowesen im Burgenland zu schreiben.

    Ich war immer der Ansicht gewesen, dass das Zentralkino in Schattendorf eines der ersten

    Kinos berhaupt im Burgenland gewesen sein msse. Im Zuge meiner Recherchen wurde ich

    eines Besseren belehrt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten ortsfesten

    Kinos gegrndet, davor zeigten reisende Unternehmer mit ihren Wanderkinos der

    Bevlkerung die ersten bewegten Bilder, also weit vor der Grndung des Zentralkinos in

    Schattendorf.

    Unbedingt mchte ich festhalten, dass dies keine abgeschlossen Arbeit ber die

    Kinogeschichte des Burgenlandes ist, sondern ein erster (wie ich meine lngst berflliger)

    Schritt, in dieses kulturhistorische Feld einzutauchen und ein Ansto, sich mehr mit diesem

    Thema auseinanderzusetzen. Es ist ein spannendes Thema, wo es sich lohnt zu forschen.

    Auch nach ber einjhrigem Recherchieren und Schreiben blieb meine Begeisterung

    ungebrochen. Doch irgendwann musste ein Schlussstrich gezogen werden. Whrend des

    Schreibens an dieser Diplomarbeit ist mir ein Zitat von Johann Wolfgang Goethe

    untergekommen, das sehr trefflich erscheint: So eine Arbeit wird eigentlich nie fertig, man

    mu [sic] sie fr fertig erklren, wenn man nach Zeit und Umstnden das mglichste getan

    hat.1

    1 Reclams Zitaten Lexikon: 1992, S. 29.

  • 2

    1. Zur Quellenlage und Problematik des Themas

    Trotz einer langen burgenlndischen Kinotradition gibt es keine Literatur und keine

    Forschungen zu dem Thema Kinogeschichte des Burgenlandes. Dies wiederum erschwerte die

    Recherchearbeit enorm. Obwohl das Kino als eines der beliebtesten Unterhaltungsmedien der

    Burgenlnder gilt, gibt es wenig Material. Nach langem berlegen wurde die historische

    Zeitspanne des Themas auf den Zeitraum von 1921 bis 1955 festgelegt. Die Arbeit beginnt

    mit der Grndung des Burgenlandes als ein eigenstndiges sterreichisches Bundesland und

    endet mit dem Abzug der russischen Besatzungsmacht und dem Staatsvertrag. Auf die

    nachfolgenden Jahre von 1960 bis 2000 und die Situation der burgenlndischen

    Kinolandschaft im 21. Jahrhundert einzugehen, htte den Rahmen einer Diplomarbeit

    gesprengt. Was aber nicht bedeutet, dass das Kinosterben der 1970er Jahre, die Konkurrenz

    von Kino und Fernsehen und die Etablierung von Multiplex Kinos nicht minder interessant zu

    behandeln gewesen wre. Nicht nur der historische Zeitraum, sondern auch die geographische

    Spannweite stellte mich vor eine Herausforderung. Wie soll dieses breite Thema eingegrenzt

    werden? Doch die drftige Materiallage lie eine engere Eingrenzung erst gar nicht zu. Der

    Fokus liegt zugegebener Weise auf dem Bezirk Mattersburg, was auf meine Abstammung

    zurckzufhren ist. Es wre auch unmglich gewesen, auf alle Kinos, die jemals im Lande

    bestanden haben, nhere einzugehen. Deshalb wurde vor allem das Zentralkino in

    Schattendorf und die Entwicklung von Wanderkino und ortsfesten Kinobetrieben in der Stadt

    denburg (im Hinblick auf die Bedeutung dieser Stadt fr deren Umland) hervorgehoben und

    nher betrachtet.

    Die erste und zu gleich wichtigste Anlaufstelle fr meine Recherche war das Burgenlndische

    Landesarchiv (BLA) in Eisenstadt. Doch dort stellte sich fr mich die Frage, wo beginnt man

    mit der Suche. Besonders aufschlussreich waren die Polizei- Lizenzen aus den Jahren 1923