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  • menschen, orte, dinge komm fotografieren

    MIRIAM LEUCHTER

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  • ORTE

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  • ausrüstung

    universalzoomobjektiv. Dieses Objektiv bringt auch die Umgebung ins Bild. Sie können den Lebensraum der Tiere mit einfangen, können aber ausreichend zoomen, um das Tier selbst deutlich abzubilden. Achtung: Mit einem Weitwinkelobjektiv allein kom- men Sie oft nicht nahe genug heran, um die Tiere in den Vordergrund zu stellen.

    telezoomobjektiv. Nehmen Sie es zusätzlich mit, denn Sie werden sicher für einzelne Ansichten gerne näher heranzoomen wollen, als Sie ans Tier heran können. Hier tritt das Telezoom auf den Plan: Es verbindet die Länge des Teleobjektivs mit der flexib- len Brennweite eines Zooms.

    stativ. Bei großen Objektiven ist Stabilität ein Muss. Das Stativ entlastet Sie auch, wenn Sie für die beste Perspektive auf Ihr Motiv lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.

    DIE gANZE gEScHIcHTE

    Für ein umfassendes Bild vom Leben in der Wildnis tre- ten Sie einen Schritt zurück und und nehmen Sie die ganze Szene in den Blick: Tiere grasen, jagen oder spie- len in ihrem natürlichen Lebensraum. Die eindrucks- vollsten Aufnahmen davon gelingen Ihnen, wenn Sie Tricks aus der Porträtfotografie mit Prinzipien der Land- schaftsfotografie kombinieren.

    Die meisten Tierfotografen bevorzugen Sonnenlicht direkt von oben, das ihr Motiv gleichmäßig ausleuch- tet – doch Tier- ist gleichzeitig Landschaftsfotografie, und Landschaften erscheinen oft im besten Licht, wenn dieses eher schräg einfällt. Die „magische Stunde“ um Sonnenauf- und Sonnenuntergang bietet genau den weichen, geneigten Lichteinfall, den man braucht, um die einzelnen Bild elemente durch leichte Schatten von-

    einander abzugrenzen und die unterschiedlichen Ober- flächenstrukturen von Fell oder Gefieder und Hinter- grund zur Geltung kommen zu lassen.

    Wie viel vom Lebensraum Ihres Modells Sie zeigen, hängt auch davon ab, was Sie im Bild erzählen wollen. Gehören das Tier und seine Umgebung zusammen, oder verändert es sie sogar, wie ein Biber, der einen Damm baut? Welche Rolle spielt die Tages- oder Jahreszeit auf dem Bild?

    Manchmal steht die Jahreszeit sogar im Zentrum, wie in Ian Plants Foto links: Pfeilschwanzkrebse kehren in der Paarungszeit jedes Jahr zur gleichen Zeit an den- selben Ort zurück – hier nach Delaware Bay, New Jer- sey. Plant wusste das – und war dabei. Die leichte Bewegungsunschärfe im Zug der Krebse kon trastiert mit den scharfen Linien der Küstenlandschaft und vermit- telt dem Betrachter, was hier vor sich geht.

    Für Tieraufnahmen in der freien Natur ist Planung Grundvoraussetzung, aber seien Sie offen für Zufallstref- fer. Fotograf Kyle Jerichow beendete gerade eine Foto- session im Ngorongoro-Krater, Tansania, als der Fahrer den Jeep für einen letzten Blick auf die Landschaft anhielt. Jerichow stand auf und sah die Giraffe – er griff zur Kamera und hielt die Szene der vorigen Seite fest.

    DIE fEINABSTIMMUNg

    Vergessen Sie nicht die Grundregeln der Bildkomposi- tion. Ein „geschichtetes“ Bild vermittelt Tiefenwirkung, suchen Sie daher stets Grundlinien, Kurven und Diago- nalen, die das Auge führen. Stellen Sie das Wichtigste nie in die Bildmitte. Das Tier, das Sie fotografieren, ist nur ein Element im Bild und wirkt mit den übrigen zusammen. Im Gegensatz zu unbelebten Bäumen und Felsen hat es allerdings ein Gesicht – die Aufnahme hat eine besondere Wirkung, wenn man das Gesicht sieht, vor allem, wenn das Tier dabei aus der Szene hinaus oder in die Kamera blickt.

    lEbEn in fREiER naTuR TIERAUFNAHMEN FINDEN OFT IN DER UMGEBUNG IHREN ScHöNSTEN RAHMEN

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  • übER dEn wOlkEn Für Aufnahmen wie aus einer anderen Welt bu - chen Sie einen Fenster- platz –und vergessen Sie die Kamera nicht.

    fOTOS AUS DEM fLUgZEUg

    Fortbewegungsmittel, die in der Luft schweben, wie Heißluftballons oder Helikopter, sind für Luftauf- nahmen ideal – aber auch ein gewöhnliches Linienflugzeug kann Ihnen dienlich sein.

    Das Bild ist nicht so makellos und die Ansicht nicht so scharf, wenn ein Fenster zwischen Ihnen und dem Himmel ist, dennoch kön- nen Sie das erhebende Gefühl beim Fliegen und die friedliche Schön- heit der Erde von oben einfangen. Manchmal sind Aufnahmen durch ein Fenster sogar interessanter: Ein leicht körniges oder verschwom- menes Bild kann an eine Traum- landschaft erinnern.

    Sobald das Flugzeug auf Reise- höhe ist, stellen Sie die Blende auf 1/500 (1/1000 oder kürzer beim Steig- und Sinkflug). Die kurze Ver- schlusszeit gleicht Rütteln aus, aber sorgen Sie für das richtige Licht: am besten mit einer Streulichtblende, die Sie gegen das Glas drücken, damit nichts blendet oder reflek- tiert. Ein UV-Filter auf dem Objek- tiv verhindert Blendwirkung, klärt das Bild bei Nebel und lässt helle Wolken matter erscheinen.

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  • SETZEN SIE KUNST IN SZENE

    Man könnte meinen, mit Kunstfotos mache man es sich leicht: Schöne Kunst gibt schöne Bilder. Gewusst wie, können tatsächlich fesselnde Fotos entstehen – nicht nur vom Kunstwerk, sondern auch von Menschen, die eines auf sich wirken lassen.

    Kunstausstellungen sind nicht die einzige Möglich- keit, mit diesem Sujet zu spielen. Auch Bibliotheken, Kirchen oder das Aquarium rechts bieten eine Vielzahl von Motiven. Ein herausragendes Beispiel ist Peter Kolonias großartige Studie des Hauptlesesaals der New York Public Library auf der vorigen Seite. Bevor Sie los- legen, informieren Sie sich jedoch darüber, was Sie dür- fen: In vielen Museen ist Fotografieren verboten.

    SETZEN SIE LIcHT SPArSAM EIN

    Sonnenlicht, das durch ein Fenster oder eine Glasdecke fällt, kann das Bild auch „überfluten“. Grauverlauffilter reduzieren überschüssige Helligkeit und verleihen den Kunstwerken Tiefe, wie es Alexander Viduetsky unten gelang.

    Bei Sonne und Umgebungslicht stimmen Sie den Weißabgleich auf den „neutralsten“ Farbton im Bild ab (etwa einer weißen Wand). Damit konnte ich auch im Bild rechts die Details der Skulptur herausarbeiten. Blitzlicht, wenn überhaupt nötig, nicht auf der Kamera anbringen, damit es nicht in die Linse reflektiert. Ein Polarisationsfilter verhindert Spiegelungen durch Glas, wie in der Aquariumsszene von Mike Saemisch.

    kulTuR im blick WIE MAN DIE ScHäTZE EINES MUSEUMS, EINER BIBLIOTHEK ODER AUSSTELLUNG FESTHALTEN KANN

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  • Im detaIl

    [ 1 ] Objektivvielfalt. Mit Ultraweitwinkel fangen Sie den ganzen raum ein, mit Teleobjektiv Details aus der Nähe. Wenn Sie kein Zoomobjektiv haben, das beides kann, brau- chen Sie zwei Objektive. Sie sollten Ihre Ausrüstung in einer kleinen (gürtel-)Tasche oder in der Jackentasche unterbringen, denn in vielen öffentlichen gebäuden und Museen sind rucksäcke und große Taschen verboten.

    [ 2 ] Perspektive. Viele Museen protzen mit Eingangshal- len, die wie geschaffen sind für imposante perspektivische Aufnahmen. Nutzen Sie die großen räume und suchen Sie Winkel, aus denen Sie kommentieren können, was Sie sehen oder was die Besucher sehen – und wie sie auf die Expo- nate eingehen oder eben nicht.

    [ 3 ] ruhige Hand. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie ein Stativ mit sich führen können, ein Einbeinstativ ist jedoch oft möglich und erfüllt den Zweck auch. Bei gedämpftem Licht, das einen hohen ISO-Wert erfordert, suchen Sie sich einen Stuhl, Opferstock oder was immer gerade zur Hand ist. Nichts? Dann schalten Sie den Bildstabilisator ein und stützen Sie sich an einem Türrahmen oder einer Wand ab, drücken Sie die Ellbogen gegen die Seiten und halten Sie den Atem an. Drücken Sie den Auslöser – langsam, um nicht zu wackeln.

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  • vOn ObEn hERab WAS AUS DER VOGELPERSPEKTIVE AM BESTEN ZUR GELTUNG KOMMT

    VOM DAcH AUf DIE WELT

    Wenn man hoch hinaus will, sind gute Verbindungen hilfreich: Popular Photography-Mitarbeiter Dan Braca- glia verdankte seinen Zugang zu einem über 60-stö- ckigen Hochhaus in Manhattan einem befreundeten Angestellten der dortigen Managementfirma. So ent- stand diese Tele-Aufnahme der West 34th Street, ein schwindelerregendes Muster durchzogen von dunkel- roten Streifen, in dem die bunten Farben überra- schend hell hervorstechen.

    Diese atemberaubende Perspektive benötigt guten Halt: Binden Sie das Kameraband fest um Ihr Hand- gelenk und richten Sie das Objektiv vorsichtig senk- recht nach unten über die Dachkante. Eine liegende Position verleiht Ihnen Stabilität, sofern es der Platz erlaubt, und ein Begleiter sollte Sie im Auge behalten. Eine drehbare LcD-Anzeige hilft bei der Wahl des Bildausschnitts. Auch der Bildstabilisator ist hilfr