Kompetenzraster im Mathematikunterricht der Grundschule .2 Rahmenlehrplan Grundschule, Mathematik,

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    Kompetenzraster im Mathematikunterricht der Grundschule

    Kompetenzraster

    Meilensteine

    Portfolio

  • Impressum Herausgeber:

    Landesinstitut fr Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) 14974 Ludwigsfelde-Struveshof Tel.: 03378 209-200 Fax: 03378 209-232

    Internet: www.lisum.berlin-brandenburg.de Autorinnen und Autoren: Christiane Bauer, Jrgen Gle, Bernd Jankofsky, Brigitte Rcker Anlagen und Aufgabenauswahl auf der CD: Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Mathematik/Grundschule der Berliner Regionen, Bernd Jankofsky Grafiken: Bernd Jankofsky, Ursula Meierkord Landesinstitut fr Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM); September 2007 Dieses Werk einschlielich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschtzt. Alle Rechte einschlielich ber-setzung, Nachdruck und Vervielfltigung des Werkes vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des LISUM in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfltigt oder verbreitet werden. Eine Verviel-fltigung fr schulische Zwecke ist erwnscht. Das LISUM ist eine gemeinsame Einrichtung der Lnder Berlin und Brandenburg im Geschftsbereich des Ministeriums fr Bildung, Jugend und Sport des Landes Branden-burg (MBJS).

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    Inhalt Seite

    Vorwort 5 1. Einfhrung 6

    2. Selbstwirksamkeit was ist das? 7

    3. Was hat das Selbstwirksamkeitskonzept mit den Rahmenlehrpl-nen zu tun?

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    4. Kompetenzorientierung - neue Perspektive fr das Lernen in der Schule

    10

    5. Das Kompetenzraster Anspruch und Aufbau 11

    6. Die Arbeit mit dem Kompetenzraster an Grundschulen 13

    7. Die Arbeit mit Kompetenzrastern bei Kindern mit dem Frder-schwerpunkt Lernen

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    8. Besonderheiten des vorliegenden Kompetenzrasters 15

    9. Kompetenzraster selbst entwickeln 15

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    Vorwort Die wichtigsten Anregungen zu dem Heft, das Sie in den Hnden halten, kommen aus der Schweiz. Im Rahmen einer Hospitationsreise nach Beatenberg im Kanton Bern sprang ein Funke ber. Im Institut Beatenberg, das von Andreas Mller geleitet wird, fanden die Besu-cherinnen und Besucher Lernumgebungen vor, die individuelle Frderung und gemeinschaft-liches Arbeiten auf optimale Weise verbinden. In alters- und leistungsgemischten Gruppen lernen Schlerinnen und Schler in offenen Lernrumen, sie bearbeiten Aufgaben gemein-sam oder mit Lehrkrften, die Coaches genannt werden. Sie setzen sich persnliche Ziele, sie flstern bei der Arbeit und geben Auskunft ber die Entwicklung ihrer fachlichen Kompe-tenzen. Kompetenzraster spielen in dieser Lernumgebung eine zentrale Rolle. Die Lernenden (und Lehrenden) arbeiten mit Kompetenzrastern fr alle Fachbereiche. Diese befinden sich unmit-telbar am Schlerarbeitsplatz, so dass alle Beteiligten sie jederzeit vor Augen haben. In Gesprchen vor allem mit Schlerinnen und Schlern wurde deutlich, dass eine pdagogi-sche Konzeption hier gelebte Wirklichkeit ist. Das war so berzeugend, dass der Plan ent-stand, ein auf die Rahmenlehrplne Berlin-Brandenburg zugeschnittenes Kompetenzraster Mathematik zu entwickeln. Kompetenzraster dokumentieren Lernprozesse, zeigen individuelle Leistungsprofile und ge-ben Auskunft ber Lernstnde. Zum Nachweis eines Lernstandes werden Aufgaben bentigt, die kompetenzorientiert angelegt sind. In den Lehrwerken namhafter Schulbuchverlage fan-den die Autorinnen und Autoren eine Reihe gelungener Aufgabenformate. Sehr herzlich bedanke ich mich bei den Verlagen Cornelsen, Duden-Paetec, Klett, Olden-bourg, Schroedel, Volk und Wissen und Westermann dafr, dass sie Aufgaben aus ihren Lehrwerken zur Verfgung gestellt und so die Verffentlichung des Kompetenzrasters, das hier vorliegt, untersttzt haben. Fr die Erprobung der Materialien wnsche ich allen Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg.

    Mascha Kleinschmidt-Brutigam Leiterin der Abteilung Unterrichtsentwicklung des Landesinstituts fr Schule und Medien Berlin-Brandenburg

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    Kompetenzraster im Mathematik- unterricht der Grundschule

    1. Einfhrung Alle neuen Rahmenlehrplne zielen auf den Kompetenzerwerb ab. Mit der Kategorie des Kompetenzbegriffs rckt die erfolgreiche Bewltigung zuknftiger Herausforderungen in Alltag und Berufsleben als schulisches Ziel an eine zentrale Stelle. Kompetenz ent-steht durch langfristig entwickelte Lerner-gebnisse. Mit dem Kompetenzansatz ist die gesamte Persnlichkeit des Lernenden an-gesprochen: seine kognitiven, emotionalen, sozialen und instrumentellen Fhigkeiten. 1 Sowohl fachliches als auch berfachliches Wissen und Knnen werden gebraucht (Abb. 1). Die Selbstregulation des Wis-senserwerbs2 ermglicht den Schlerinnen und Schlern eine anschlussfhige Pers-pektive.

    Dazu einige Anmerkungen: Beim Lernen geht es nicht mehr um Wissensanhufung auf Vorrat (additives Lernen), sondern an-knpfend an bereits vorhandenes Wissen darum, Sachverhalte exemplarisch und problemorientiert zu bearbeiten. Im Vorder-grund steht, die eigenen Mglichkeiten und Grenzen im Zusammenhang mit anderen

    1 Kleinschmidt-Brutigam, M.: Grundschulunter-richt 3/2005, S. 3. 2 Rahmenlehrplan Grundschule, Mathematik, Se-natsverwaltung fr Bildung, Jugend und Sport 2004, S. 8.

    Lernenden zu erkennen und zu erweitern. Dafr wurde beispielhaft auf der Basis der Bildungsstandards fr die Jahrgangsstufe 4 fr das Fach Mathematik ein Kompetenz-raster entwickelt, das im vorliegenden Mate-rial vorgestellt wird.

    1. Mit dem Kompetenzraster lsst sich die Lernausgangslage przisieren und damit dient es als Basis fr individuelle Arbeits-plne, Frderplne oder die Frderplanung in der Integration.

    2. Es kann bei der Ermittlung des individuel-len Kompetenzzuwachses hilfreich sein und auch zu einer Grundlage fr die Leistungs-bewertung werden.

    3. Darber hinaus zeigt es die Bandbreite der unterschiedlichen inhaltlichen Schwer-punkte des Fachs auf.

    4. Schlielich bietet ein solches Raster Transparenz ber die Entwicklung des Lernweges fr Schlerinnen und Schler, Lehrkrfte und Eltern.

    Die Zeitschrift Praxis Schule bringt es auf den Punkt: Die Arbeit mit Kompetenzras-tern im Mathematikunterricht verndert das Verhalten aller Beteiligten ganz grundle-gend: Lernende orientieren sich an ihren Fhigkeiten anstatt an Noten; Lehrkrfte fragen sich, was sie tun knnen um die Ler-nenden dabei zu untersttzen; Eltern er-kennen pltzlich, was genau ihr Kind kann und was noch nicht 3. Im vorliegenden Begleitmaterial wird im ersten Abschnitt die theoretische Basis des Konzepts der

    3 Praxis Schule 5-10, Heft 3/2005, S.17.

    Lernende orientieren sich an ihren Fhigkeiten anstatt an Noten

    Abb. 1: Kompetenzbereiche

    Sach- Methoden-

    Personale Soziale

    Kompetenz

    LISUM Berlin 2005

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    Selbstwirksamkeit von Bandura prsentiert und der Zusammenhang mit den Rahmen-lehrplnen Grundschule und dem Kompe-tenzraster hergestellt. Im zweiten Kapitel soll aufgezeigt werden, welche Lernchan-cen der Perspektivwechsel durch die Kom-petenzorientierung bietet.

    Im dritten Kapitel wird der konkrete Aufbau des Kompetenzrasters sowie sein Zusam-menspiel mit weiteren Elementen eines selbstregulierten Unterrichts dargestellt. Auerdem werden hier Mglichkeiten der Umsetzung mit lernschwachen Kindern an-gesprochen.

    Im vierten Kapitel erhalten Sie Anregungen dafr, auch fr weitere Fcher kompetenz-orientiert zu arbeiten.

    In Anlage 1 finden Sie das fr die Doppel-jahrgangsstufe 3/4 entwickelte Kompetenz-raster Mathematik. 2. Selbstwirksamkeit - Was ist das? Selbstwirksamkeit meint die persnliche Erfahrung, aus eigener Kraft etwas bewir-ken zu knnen: eben selbst wirksam zu sein. Dies entspricht einem menschlichen Grundbedrfnis. Bei kaum jemandem lsst sich der Drang nach dem Selbst-Tun besser beobachten als bei Suglingen: Eines Ta-ges mchten sie ihre Nahungsaufnahme in die eigene Hand nehmen und hauen den Lffel mit entschlossenem Schwung in den Spinat. So erkennen sie, was Ursache und Wirkung ist. Selbstverursachte Wirkungen werden als Erfolg verbucht und genossen. Das schafft Vertrauen. Vertrauen in das eigene Knnen und in die eigenen Fhigkei-ten. Knftige Herausforderungen werden leichter und eher angenommen, je strker der Glaube an sich und an die eigenen F-higkeiten ausgeprgt ist. Auch das Umge-

    hen mit Schwierigkeiten und Hindernissen wird von selbstwirksamen Menschen besser gemeistert als von solchen, die nur wenig Zutrauen in ihre Wirksamkeit haben.

    Es ist das Verdienst von Albert Bandura, mit dem Selbstwirksamkeitskonzept eine schlssige psychologische Theorie ent-wickelt zu haben, die in ihren Wirkungen wissenschaftlich belegt ist und durch ihre Plausibilitt berzeugt. Ursprnglich kommt das Konzept aus dem Bereich der klini-schen Psychologie, wo es von Bandura hauptschlich zur Therapie von Angstpa-tienten eingesetzt wurde. Es ist eine Anlei-tung zur Lebensbewltigung, die weit ber den schulischen Rahmen hinausgeht, sich jedoch auch innerhalb dieses Bereiches erfolgreich umsetzen lsst - anschlussfhi-ges Lernen par excellence. Im Kern besteht Banduras Theorie aus dem Zusammenspiel der Komponenten berzeugungen, Fhig-keiten, Zielcharakter.

    Eine Schlsselrolle innerhalb dieses Kon-zeptes spielt die berzeugung im Hinblick auf die eigene Wirksamkeit. Bandura spricht hier von Beliefs bzw. von Self-Efficacy Be-liefs. Diese berzeugungen sind letztlich das Resultat persnlicher Einschtzungen im Hinblick auf das Erreichen eines Zieles. Je strker also das Vertrauen in das eigene Knnen ausgeprgt ist, desto grer ist der Glaube daran, diese Hrde zu schaffen. Im Zusammenspiel mit den anderen beiden Komponenten bernimmt die