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  • 1

    Konflikte

    S 12672Termin: 13.12.2007

    Beitrag von U. Schraps

  • 2

    Konflikte Definitionen (1)Intrapsychische Konflikte

    3 Konfliktarten nach Lewin (1935)

    Annherungs-Annherungs-Konflikt Hin- und hergerissen sein zwischen zwei Zielen you cant eat the cake and have it

    Meidungs-Meidungs-Konflikt Wahl des kleineren bels Erhngen oder Erschieen, Regen oder Traufe

    Annherungs-Meidungs-Konflikt Entscheidung fr ein Ziel hat negative Nebeneffekte Schokolade schmeckt gut, macht aber dick

  • 3

    Konflikte Definitionen (2)Intrapsychische Konflikte

    Intrapsychische Konflikte entstehen durch nicht zu vereinbarende oder unvereinbar erscheinende Ziele, z.B.:

    Egoismus Altruismus sich persnlich verwirklichen Dasein fr andere Moralische Dilemmata: politische Prinzipien private

    Pflichten (z.B. politischer Widerstand) Neigungen Pflichten; Pflichten Pflichten Lust Moral; Liebe Treue (Normen, Werte) Wahrhaftigkeit Bequemlichkeit Opportunismus Wahrheit

  • 4

    Konflikte Definitionen (3)Intrapsychische Konflikte

    Rollenkonflikte Rollen = Verhaltenserwartungen an Personen

    Intra-Sender-KonflikteEs werden von einem Sender widersprchliche Erwartungen an einen Rolleninhaber gestelltMit der Tradition brechen, aber auf sie Rcksicht nehmen

    Inter-Sender-KonflikteEs werden zwei Sendern widersprchliche Erwartungen an einen Rolleninhaber gestellt

    Person-Rollen-KonflikteUnvereinbarkeit zwischen Rollenanforderungen und persnlichen Werten (oder Fhigkeiten) des Rolleninhabers

    Inter-Rollen-KonflikteUnvereinbarkeit unterschiedlicher Rollen

  • 5

    Konflikte Definitionen (4)Soziale Konflikte

    Entstehen nur zwischen zwei (oder mehr) Subjekten, die etwas miteinander zu tun haben und etwas Unvereinbares wollen.

    Sie knnen sich entwickeln zwischen:

    - natrlichen Einzelpersonen- greren sozialen Gruppen (auch innerhalb von Gruppen)- juristischen Personen (Behrden, Verbnden, Staaten)

  • 6

    Konflikte knnen sich an nicht zu vereinbarenden Zielen zweier Parteien entznden, entwickeln sich aber nur weiter wenn:

    sich ein Subjekt A in einem Anliegen durch ein anderes Subjekt B beeintrchtigt, bedroht oder verletzt fhlt

    A dafr B verantwortlich macht

    A die Partei B auffordert die Beeintrchtigung (etc.) zu unterlassen

    B aber dieser Aufforderung nicht nachkommt, so dass das Anliegen von A beeintrchtigt bleibt

    Konflikte Definitionen (5)Soziale Konflikte

  • 7

    Soziale Konflikte Konfliktanlsse (1)

    Konflikte knnen sich an nicht zu vereinbarenden Zielen zweier Parteien entznden, z.B. wegen unvereinbarer:

    Interessen Ansprche Wertvorstellungen, moralischer Normen Glaubensberzeugungen Ttigkeiten Sozialer Rollen Anforderungen Pflichten

  • 8

    Soziale Konflikte Konfliktanlsse (2)

    Unvereinbarkeiten werden zum Problem wenn

    ein Subjekt eine Differenz zwischen Ist- und Sollzustand wahrnimmt (Unbefriedigende Realitt - Barrieren - Ziel)

    ein Subjekt den Ist-Zustand als unbefriedigend bewertet aber keine klaren Soll-Vorstellungen hat

    ein Subjekt einen Ist-Zustand aufrecht erhalten will, der durch Umstnde bzw. andere Subjekte gefhrdet oder bedroht ist.

  • 9

    Soziale Konflikte Konfliktinhalte (1)

    Sachinhalte

    Objektive Informationen

    Expertenmeinungen

    berzeugung

    Empirisch berprfbar

    Konfliktlsung: Relativierung von berzeugungen und gemeinsame Suche nach validen Informationen

    Glaubensinhalte

    sind nicht objektiv belegbar oder widerlegbar

    dienen der Kohrenz einer Gemeinschaft

    dienen dem Kern der sozialen Identitt

    Empirisch nicht berprfbar

    Konfliktlsung:Relativierung des Geltungs-anspruchs u. der Bedeutung von Glaubensfragen

  • 10

    Soziale Konflikte Konfliktinhalte (2)

    Wertberzeugungen

    entstehen durch:

    Sozialisation

    Identifikation mit wichtigen Personen

    Intensive Beschftigung mit einer Sache

    Zu fragen ist hier; ob sie

    = innere berzeugung

    = Mittel zum Zweck

    Interessen

    Vorlieben

    Abneigungen

    Aversionen

    Zu fragen ist hier, ob sie

    = Selbstzweck (z.B. Spa, Erholung, Genu etc.)

    = Funktion fr andere Anliegen (Zugehrigkeit, Status, Konformismus)

  • 11

    Soziale Konflikte Konfliktinhalte (3)

    Wertorientierungen

    (gehren zur Tiefenstruktur)

    wichtige Anliegen auf einem allgemeinen Niveau (z.B. Natur, Frieden, Familie, Sicherheit, Freiheit, Erfolg, Solidaritt)

    Unterliegen einem historischen Wandel

    Konfliktlsung:

    Wert-Hierarchien bewusst machen und nach Gemeinsamkeiten suchen

    Ansprche

    Normativ begrndete Eigeninteressen (durch Gesetze, Moral, Konventionen)

    Verletzte Ansprche => belasten Beziehungen,wecken Vergeltungswnsche u. Ansprche auf Korrektur o. Kompensation

    Konfliktlsung:

    Begrndung der Ansprche reflektieren u. sie relativieren

  • 12

    Soziale Konflikte Konfliktinhalte (4)

    Die Beziehung als Gegenstand des Konflikts

    (1) Konflikte belasten Beziehungen (frdern Feindseligkeiten, Animositten)

    (2) Vernderte Beziehungen knnen zu Konflikten fhren (ber-/Unterordnung, Identifikation/Abgrenzung, Konkurrenz/Kooperation etc.)

    (3) Divergierende Fremd- und Selbstwahrnehmungen in Beziehungen knnen zu Konflikten fhren

    (4) Art und Qualitt der Beziehung knnen zum Konflikt fhren

    Konfliktlsung:

    Eigenes Anliegen als Teil eines gemeinsamen Konflikts anerkennen

    Neues Einvernehmen ber die Art der Beziehung gewinnen

  • 13

    Soziale Konflikte Konfliktverlauf (1)

    Basismechanismen der Eskalationsdynamik

    (1) Projektion alles Negativen auf die Gegenpartei, wachsende Frustration

    (2) Ausweitung der Streitpunkte, Simplifizierung der Situation

    (3) Vermischung von Ursachen und Wirkungen, Vereinfachung der Kausalbeziehungen

    (4) Soziales Umfeld wird in den Konflikt hineingezogen, face-to-face-Kontakte nehmen ab

    (5) Drohpotenzial wird erhht, Gegenseite reagiert mit Gegendrohungen, Eskalationsdynamik wchst

  • 14

    Soziale Konflikte Konfliktverlauf (2)

    Prinzip der Projektion (Psychoanalyse)

    Strenges Ideal-Selbstkonzept (Ausgangssituation)

    davon abweichende Persnlichkeitsaspekte werden abgelehnt und

    als wesensfremd nach auen verlagert, im Zuge dessen

    kommt es zu entsprechenden Wahrnehmungsblockaden

    werden nun solche verdrngten Aspekte berhrt, werden sie der Auenwelt als Verursacher angelastet, das fhrt

    (neben der inneren Kontaktstrung) zu gestrten Kontakten mit anderen

  • 15

    Soziale Konflikte Konfliktverlauf (3)

    Prinzip der ProjektionTrifft eine verdrngende Person auf jemanden, der das Verdrngte aktiviert

    nimmt das innere Unbehagen zu, infolge dessen

    kann es zu aggressiven Durchbrchen kommen, die zu

    Schuld- und Reuegefhlen u. vermehrtem Unbehagen fhren

    die zu weiteren feindseligen Handlungen fhren

    Lsung => EinsichtWie gehe ich mit den eigenen inneren Spannungen um, die sich aus

    meiner Beziehung zur anderen Partei ergeben?

    D.h.: Sich den eigenen negativen Vorstellungen stellen u. das eigene Ideal-Selbstkonzept berprfen

  • 16

    Konfliktverlauf: Phasenmodell der Eskalation

    Verhrtung

    Debatte

    Taten

    Begrenzte VernichtungsschlgeZersplitterung

    Gemeinsam in den Abgrund

    win-win-SituationKooperation > Konkurrenz

    Images, KoalitionenGesichtsverlust

    Drohstrategien

    win-lose-SituationKooperation >/< Konkurrenz

    lose-lose-SituationKooperation < Konkurrenz

    1 2 3 // 4 5 6 // 7 8 9

    Konflikte knnen in absteigenden Phasen verlaufen

  • 17

    Konflikte Handlungsalternativen (1)

    Einseitig nachgeben Einseitig durchsetzen ---------------------------- Verhandlung Mediation---------------------------- Entscheidung vor Gericht Entscheidung durch Schiedsleute Schlichtung Autokratische Entscheidung durch Vorgesetzte

  • 18

    Konflikte Handlungsalternativen (2)

    nachgeben

    nichts tun

    Kompromifinden

    sich konkurrierenddurchsetzen

    Beachten der eigenen Wnsche

    gemeinsam dieProbleme lsen

    Bea

    chte

    n de

    r an

    dere

    n W

    nsc

    he

  • 19

    Konflikte Handlungsalternativen (1)

    Einseitig nachgeben Gefhl der Unterlegenheit gegenber der Gegenpartei Erwartung geringer Durchsetzungschancen Erwartung (zu) hoher Kosten ngste (vor: Zurckweisung, Niederlage) Hoffnung auf reziprokes Einlenken der Gegenpartei der Klgere gibt nach?

    Einseitig durchsetzen Durch: einschchtern, bestrafen, behindern, berreden,

    ntigen, erpressen, Rechtsansprche geltend machen Risiko: Feindseligkeiten, Abbruch der Beziehungen, Wunsch

    nach Vergeltung, Eskalation der Strkere gewinnt?

  • 20

    Konflikte Handlungsalternativen (2)

    VerhandlungenBeide Parteien

    reden ber ihre Positionenbegrnden jeweils ihre Positiondiskutieren Lsungsmglichkeitenstreben eine bereinkunft an

    Hierarchiegeflle, Manipulation, Unfairness, Abbruch

    MediationMediatoren

    ermglichen konstruktive Kommunikationermglichen eine zivilisierte Streitkultursteuern den Prozess der Konfliktbearbeitunguntersttzen bei der Suche nach Lsungsoptionen

    Kosten, Zeit

  • 21

    Konflikte Handlungsalternativen (3)

    SchiedsverfahrenBeide Parteien

    tragen ihren Konflikt einer Schiedsperson vorerwarten einen rechtsverbindlichen SchiedsspruchDie Bestimmung von Sc