Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz · PDF fileDabei geht Rheinland-Pfalz mit einer...

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    17-Sep-2018
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  • Ministerium fr Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz

    Ministerium fr Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

    Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

  • Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

  • Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

    Vorwort

    Die Mrkte der Zukunft sind grn Steigende Rohstoff- und Energiepreise aufgrund des weltweit wachsenden Bedarfs fhren ebenso wie die europischen Klimaschutzziele zur Reduk-tion der Treibhausgasemissionen und zu einem grundlegenden Umdenken in unserer Industriege-sellschaft. Damit verbunden ist der Einstieg in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Wie es der Prsident des Club of Rome, Seine Knigliche Hoheit Prinz Hassan von Jordanien, schon sagte: Die Mrkte der Zukunft sind grn. Deutsche Unternehmen haben die gr-nen Mrkte mit mittlerweile zweistelligen Wachs-tumsraten zu einem Wirtschaftszweig von beacht-licher Bedeutung entwickelt. Deutschland wird insbesondere auf dem Markt der umweltfreund-lichen Energieerzeugung als Weltmarktfhrer ge-sehen, und Rheinland-Pfalz spielt in diesem Kon-text eine magebliche Rolle.

    konomie und kologie sind keine Gegenstze mehr. Mochte noch vor einigen Jahren das Zusam-menwirken beider Bereiche eher die Ausnahme gewesen sein, so ist heute angesichts der zuneh-menden Umweltbelastungen mit enormen Folge-kosten die Integration des Umweltschutzes in das unternehmerische Handeln die beste Lsung.

    Dabei geht Rheinland-Pfalz mit einer landesweiten Kreislaufwirtschaftsstrategie ber das deutsche Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und damit die Optimierung von Abfallstrmen hinaus zugunsten einer ganzheitlichen Betrachtung der Stoff- und Energiestrme. Ein wichtiges Instru-ment ist das Stoffstrommanagement, das die Verflechtung der Stoffstrme von der Rohstoff-gewinnung ber die Produktion und den Konsum bis zur Entsorgung transparent macht und die da-mit verbundene regionale Wertschpfung aufzeigt. Durch das Setzen entsprechender Rahmenbedin-gungen sieht sich das Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz dabei auch als Impulsgeber fr private Investitionen. Die Kooperation zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium korrespon-diert mit einer entsprechenden wissenschaftlichen Beratung durch das Institut fr angewandtes Stoffstrommanagement am Umwelt-Campus Birkenfeld der Fachhochschule Trier.

    Mit dieser Broschre wollen wir in- und ausln-dischen Interessenten einen berblick ber ausge-whlte Produkte, innovative Technologien und Dienstleistungen im Bereich des Umweltschutzes in Rheinland-Pfalz geben.

    Margit Conrad Ministerin fr Umwelt, Forsten undVerbraucherschutz

    Hendrik HeringMinister fr Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaftund Weinbau

  • Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

  • Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

    Inhalt

    Vorwort

    Inhalt

    Kreislaufwirtschaft und Stoffstrommanagement 6

    1 Nachhaltige Kommunalplanung 10

    2 Konversion als Chance: Zero Emission University-Umwelt-Campus Birkenfeld 1

    3 Hinkel Netzwerk International: Von der Ent-sorgungswirtschaft zur Kreislaufwirtschaft 16

    4 Nachhaltigkeitsstrategien in der Industrie 18

    5 Die Papierindustrie eine moderne Recyclingindustrie 0

    6 Verwertung von Altglas

    7 Verwertung von Kunststoffen

    8 Verwertung von Altmetall und Elektroschrott 6

    9 Sortierung und Aufbereitung von Abfllen 8

    10 Maschinen zur Biomasse- und Abfallaufbereitung 0

    11 Effiziente Energieerzeugung aus Restabfall und Sekundrrohstoffen

    12 Effiziente Abwasserbehandlung

    13 Thermische und landwirtschaftliche Verwertung von Klrschlamm 6

    14 Biogastechnologien in Rheinland-Pfalz 8

    15 Stoffliche und energetische Verwertung von Biomasse 0

    16 Zukunftswrme fr Rheinland-Pfalz

    17 Windenergie 6

    18 Solarenergie 8

    19 Nachhaltige Gebudegestaltung und -sanierung 0

    20 Erhalt der Kulturlandschaft

    21 Lehren, Informieren, Forschen und Motivieren

    Die Projektstandorte 6

    Bildnachweis 8

    Impressum 9

  • 6 Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

    Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Wachstum der Weltwirtschaft und des Wohlstandes noch immer eng mit einem steigenden Verbrauch von Energie und Rohstoffen verbunden. Schadstoffeintrge in Luft, Wasser und Boden, Wetterextreme, der Verlust der Artenvielfalt oder soziale Unruhen aufgrund des Zugangs zu den immer knapper werdenden (fossilen) Ressourcen sind die Folge. Diese Entwicklung stellt unsere modernen Gesellschaften vor gewaltige Herausforderungen. Hohe l und Gaspreise auf der einen sowie die Klimaproblematik auf der anderen Seite sind nur die Spitze des Eisberges. Mit dem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung der bevlkerungsreichen Lnder wird der Zugriff auf Quellen (Ressourcen) und Senken (Aufnahmemedien wie z. B. Boden, Wasser und Luft) noch intensiver. Stndig steigende Ansprche treffen jetzt auf immer weniger Angebote!

    Nachdem Wissenschaftler die Grnde und die ko-nomischen, kologischen und sozialen Auswirkun-gen des Klimawandels und der Ressourcenverknap-pung mit groer Gewissheit dargelegt und dadurch eine theoretische Grundlage dafr geliefert haben, wie man die Erde vor diesen negativen Vernderun-gen bewahren kann, mssen nun innovative Kon-zepte fr die Umsetzung nachhaltiger Wirtschafts-modelle mit effizienten Ver- und Entsorgungssys-temen geschaffen werden.

    Weltweit wurden bereits zahlreiche Anstze ent-wickelt, die eine effizientere Nutzung der vorhan-denen Ressourcen bewirken, die natrlichen Roh-stoffquellen schonen und die Belastung der natr-lichen Senken minimieren sollen und sich somit an den Grundstzen der Nachhaltigkeit orientieren. Modelle zeigen, dass dies ohne groe Einschnitte mglich ist und dass sich ein halbierter Naturver-

    Kreislaufwirtschaft und Stoffstrommanagement

  • Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

    brauch und doppelter Wohlstand sehr wohl mit-einander vertragen.

    In den 1970er-Jahren wurden zunchst Technolo-gien entwickelt, die lediglich eine Reduzierung oder Beseitigung der infolge des Produktionspro-zesses entstandenen Verschmutzungen zum Ziel hatten, aber nicht die Ursachen fr die entstande-nen negativen Auswirkungen bekmpften. Nach dieser Phase des nachsorgenden Umweltschutzes, der auch als End-of-Pipe-Ansatz bezeichnet wird, entwickelte man in den 1980er-Jahren einen An-satz zum vorsorgenden Umweltschutz, bei dem durch technische und organisatorische Manahmen schdliche Emissionen bereits whrend des Pro-duktionsprozesses vermieden werden. Diese inner-betriebliche Optimierung von Material- und Ener-giestrmen wird auch als Cleaner Production bezeichnet und hufig durch Instrumente wie Umweltmanagementsysteme (ISO 14001, EMAS),

    kobilanzen oder Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessment) begleitet. Ausgehend vom Rio-Gipfel waren die 1990er-Jahre dann geprgt von der Idee einer nachhaltigen, dauerhaft umweltgerechten Gesellschaft als Weiterentwicklung und Alternative zur reinen Wachstumsgesellschaft.

    Die Universitt der Vereinten Nationen (UNU) in Tokio bezeichnet als nchsten Schritt auf dem Weg zur Integration von Nachhaltigkeitsanstzen in industrielle Prozesse und der Kontrolle und Re-duzierung schdlicher Emissionen und Abflle das sogenannte Zero Emissions-Konzept. Dieser von der UNU geforderte Ansatz orientiert sich an den nachhaltigen Kreislufen der Natur und hat das Ziel, durch eine nahezu vollstndige Nutzung der natrlichen Ressourcen und den gleichzeitig maximalen Einsatz erneuerbarer Stoffe die noch vorhandenen natrlichen Ressourcen unseres ko-systems wieder auf ein nachhaltiges Niveau zu

    Kreislaufwirtschaft

    Erneuerbare Rohstoffe

    Ener

    gier

    ckg

    ewin

    nung

    Iner

    tisie

    rung

    Umweltfreundliches Design

    kologische Produktentwicklung

    Regionales Stoffstrommanagement

    nderung des Konsumentenverhaltens

    Energieeffizienz und Energieeinsparung

    Produktionsintegrierter Umweltschutz

    Produkthaftung

    Umweltmanagement-systeme

    Industrielles Stoffstrommanagement

    Suffizienz Effizienz

    Energetische Verwertung

    Energetische Nutzung von Abfall

    Wiederverwertung und Recycling

    Teilsystem Wirtschaftkosystem

    Deponierung

    Fossile Rohstoffe Rohstoffe und Energie

    Rohstoffe und Energie

    Stoffliche Verwertung

  • 8 Kreislaufwirtschaftsland Rheinland-Pfalz

    bringen. Die Abflle eines Produktionsprozesses werden dabei konsequent als Input fr weitere Pro-duktionsprozesse genutzt, wobei in der Realitt keine vollstndige Deckung zwischen Input und Output erzielt werden kann. Stattdessen muss der Begriff Zero Emissions im Sinne einer ganzheit-lichen Betrachtung und eines kontinuierlichen Ver-besserungsprozesses gesehen werden.

    In den Vereinigten Staaten wird der Begriff der In-dustriekologie zunehmend populrer. Industrial Ecology bildet kologische Kreislufe im Bereich industrieller Produktionsprozesse nach. Weltweit entstehen derzeit sogenannte kologische Indus-trieparks, die versuchen, ihre Stoff- und Energie-kreislufe weitestgehend zu vernetzen, um damit Ressourcen und Senken zu schonen.

    In der Praxis haben sich heute weltweit mit unter-schiedlichen Schwerpunkten neue Kreislaufwirt-schaftsmodelle und Effizienzanstze entwickelt, die nichts anderes als die Abkehr von der bisher domi-nierenden linearen Wirtschaft beabsichtigen. Denn nur in einer Zeit mit billigen Rohstoffen und funk-tionierenden Senken konnte ein auf Verbrauch bauendes Wachstum erfolgreich sein. Im 21. Jahr-hundert jedoch werden diejenigen Nationen nach-haltig Erfolg haben, die rechtzeitig auf die Technik und das Management der Kreislaufwirtschaft set-zen. Neben China hat insbesondere Japan Anstren-gungen unternommen, seine konomische