KRIEGSTAGEBUCH HEERESGRUPPE “B” 1 September 1944 – 30 ...members.home.nl/ron.mourmans/KTB...

Click here to load reader

  • date post

    17-Sep-2019
  • Category

    Documents

  • view

    24
  • download

    3

Embed Size (px)

Transcript of KRIEGSTAGEBUCH HEERESGRUPPE “B” 1 September 1944 – 30 ...members.home.nl/ron.mourmans/KTB...

  • 1

    KRIEGSTAGEBUCH HEERESGRUPPE “B”

    1 September 1944 – 30 September 1944

  • 2

    Kriegstagebuch H.Gr. B 1 September 1944 Verlauf. = = = = Der Feind weitete seinen gestrigen Durchbruch beiderseits Amiens nach Norden und nach den Flanken aus. Er nahm mit starkem Panzereinsatz in den ersten Nachmittagsstunden Arras und fühlte mit Panzerspitzen in Richtung auf Houdain und Lens vor. Vor Einbruch der Dunkelheit setzte er sich in Besitz von Bapaume und Peronne. Stärkere Pz.Kräfte sind in Nachführung im Einbruchsraum. Die Verbände der 15. und 5.Pz.Armee beiderseits der Somme konnten aus Mangel an panzerbrechenden Waffen den Ansturm des überlegenen Feindes nicht aufhalten. Ihre Lage ist zum Teil noch ungeklärt. Über 30 Panzer wurden abgeschossen. In Linie Canche-Abschnitt bis Hesdin - St.Pol - Houdain - Lens - Douai - Cambra ist mit rasch herangeführten Teilen der Aufbau einer Abriegelungsfront im Gange. Der Westflügel der 5.Pz.Armee wird in der Nacht vom 1./2.9. hinter die Somme zurückgenommen werden. Zwischen Oise und Charleville bildete der Gegner einen Schwerpunkt beiderseits Montcornet, warf die schwachen Abwehrkräfte der 12.SS Pz.Div. und erreichte mit Panzerspitzen die Linie Vervins - Aubenton. Teile 116.SS Pz.Div. und 2.SS Pz.Div. sind dagegen angesetzt. 2.Pz.Div. verhinderte in harten Kämpfen einen Durchbruch des Gegners beiderseits Signy l’Abbaye. Bei der 1.Armee brachen die amerikan. Panzerkräfte S Vouziers nach Osten durch. Grandpré und Verdun wurden genommen. Ein fdl. Panzer-Raid erreichte Longwy und den Raum zwischen Longwy und Arlon. Teile der 15.Pz.Gren.Div. und der Pz.Lehr-Div. warfen den Gegner wieder aus Varennes und Clermont, sind aber nunmehr in hartem Abwehrkampf gegen überlegenen Feind. Masse der 15.Pz.Gren.Div. und 3.Pz.Gren.Div. sind im Kampf um die Bereinigung der Brückenköpfe von Lerouville und Commercy. Über den Richtung Toul vorgehenden Feind fehlen Meldungen. Eine Abwehrfront Diedenhofen - Metz - Nancy - ist im Aufbau. Der Feind wird weiterhin anstreben, mit der britischen Kräftegruppe zu den V 1 Basen durchzustossen, mit der amerikan. Kräften die Ost-Richtung auf den Westwall beizubehalten. Besprechungen, Erwägungen, Entschlüsse. =============================== 02.00 Uhr: Lageorientierung durch Ia AOK 1 (z.Zt. bei O.B.West): Angriff XXXXVII.Pz.Korps nicht zum Tragen gekommen.

    3.Pz.Gren.Div. und Teile 15.Pz.Gren.Div., von überlegenen Gegner zurückgeworfen, bauen beiderseits St.Mihier eine Abwehrfront auf unter Angriff gegen die vom Feind bei Lerouville und Commercy gewonnenen Brückenköpfe, aus denen der Gegner nach NO vorgefühlt hat. N davon ist der Feind auf breiter Front durchgebrochen und hat bei Genicourt um 12.00 Uhr mit 30 - 40 Panzern die Maas überschritten. Um 17.00 Uhr fdl. Pz.Spähwagen auf Strasse Verdun - Etain. 17.SS Pz.Gren.Div. hat mit 2 Btl. beiderseits van Conflans Sicherung aufgebaut. Es besteht eine breite Frontlücke zwischen Varennes und der Gegend nördl. von St.Mihiel. Panzer und Pz.Jäger der 15.Pz.Gren.Div. sind noch nicht eingetroffen.

    08.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. Pz.AOK 5 – Chef Gen.St. H.Gr.:

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 meldet, daß Schwerpunkt des fdl. Vorstosses sich anscheinend von Amiens nach Norden verlagert, wohl in der Absicht, in das V 1-Gebiet zu stossen. Hilfe durch 15.Armee und eigenen Luftwaffeneinsatz dringend erforderlich. Chef. Gen.St.H.Gr. teilt mit, daß 15.Armee nicht die erforderlichen Kräfte besitzt. Einsatz der Luftwaffe ist beantragt.

  • 3

    08.50 Uhr:

    Ferngespräch O.B. Pz.AOK 5 – Chef Gen.St.H.Gr.: O.B.Pz.AOK 5 trägt vor, daß er für richtiger hält, Befehlsführung im Abschnitt 7.Armee und 5.Pz.Armee in einer Hand zu belassen. Komm.General LXXXVI.A.K. ist der Aufgabe, 7.Armee zu führen, nicht unbedingt gewachsen.

    Chef Gen.St.H.Gr. teilt diese Ansicht. O.B. Pz.AOK 5 orientiert, daß Teile Gen.Kdo. I.SS Pz.Korps im Raum Hirson eingetroffen sind. 09.40 Uhr:

    Ferngespräch Ia O.B.West – Chef Gen.St.H.Gr.: Ia O.B.West unterrichtet, daß Stab AOK 1 nach Longwy verlegt hat.

    Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Befehl, daß AOK 1 dort bleibt und beschleunigt Nachrichtenverbindungen herstellt.

    10.45 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. Pz.AOK 5 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt, daß Befehlsgliederung so erfolgt, wie am 31.8. besprochen. Schriftlicher Befehl folgt. Vgl. hierzu F.S. H.Gr.B, Ia Nr.6841/44 g.Kdos v. 1.9.

    11.15 Uhr:

    Ferngespräch Chef. Gen.St. LVIII Pz.Korps – Ia H.Gr.: Chef Gen.St. LVIII.Pz.Korps orientiert, daß Absetzbewegungen auf Oise-Abschnitt noch im Gange sind, durch Betriebsstoffmangel und fdl. Luftangriffe aber sehr erschwert werden.

    Ia H.Gr. sagt Übermittlung an 5.Pz.Armee und Hilfe von seiten H.Gr. zu. 11.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 7 – Ia H.Gr.: Chef Gen.St. AOK 7 orientiert :

    LXXXVI.A.K. : 331.I.D. Uferwechsel beendet, baut Abschirmungsfront nordwestl. Amiens auf. 346. und 711.I.D. noch beim Uferwechsel. Teile Fla-Brig.20 und 17.Lw.Feld-Div sichern nördl. Villers-Bocage. Feind verstärkt sich dort laufend. Unter Gruppe Vierow haben M.G.-Btl.14, Reste 352.I.D. und Teile 10.SS Pz.Div. schwache Sicherungslinie zwischen Doullens über Albert bis Bray sur Somme aufgebaut. 9.SS Pz.Div. in Zuführung zur 10.SS. Pz.Div. Beiderseits Peronne sichern Resttei le 84. und 85.I.D. den Somme-Abschnitt, wo nach Reste 353., 271. und 49.ID übersetzen. LXXIV.A.K. noch in Absetzen auf Somme-Abschnitt. Hauptstoss des Feindes scheint nach wie vor nach Norden zu zielen. Er verstärkt sich laufend im Brückenkopf Amiens, jedoch hat er die in der Morgenorientierung gemeldeten Räume noch nicht wesentlich erweitert.

    12.00 Uhr:

    Ferngespräch Kommandeur 2.Pz.Div. – Chef Gen.St. H.Gr.: Lagemeldung :

  • 4

    Feind ist auf Strasse Charleville – Bar le Duc nach Osten durchgebrochen. Eigene Aufklärung angesetzt. Auf der Strasse Novion – Porcien – Signy l’Abbaye fdl. Panzerspitzen. Verbindung mit Gen.Kdo. LXXXI.A.K. aufgenommen. Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Unterstellungsverhältnis der Div. unter Pz.AOK. 5 und wiederholt Sperrauftrag wie bisher als linke Flügelgruppe 5.Pz.Armee.

    12.05 Uhr:

    Ferngespräch Chef Gen.St.AOK 15 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt neue Trennungslinie zu Pz.AOK 5 : Ath – Cambrai (Pz.AOK 5) – Moreuil (AOK 15). LXXXVI.A.K. und LXXXI.A.K. werden der Armee unterstellt. Chef Gen.St. AOK 15 meldet : 10.25 Uhr Panzerspitzen von Arras. Feind Doullens südl. umgangen hat Beaumetz und Bavincourt 11.25 Uhr erreicht. Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Auftrag O.B.H.Gr., daß 712.I.D. in Gegend des Einbruchsraumes ostw. Arras beschleunigt heranzuführen ist. Chef Gen.St. AOK15 meldet, daß sie mit vordersten Teilen frühestens am 1.9. abends in La Basse eintreffen kann.

    13.30 Uhr:

    Ferngespräch Chef. Gen.St. AOK 7 – Ia H.Gr.: Ia H.Gr. übermittelt, daß neue Befehlsgliederung Abgabe des LXXXVI. Und LXXXI.A.K. an 15.Armee vorsieht. 10.SS Pz.Div. und in Zuführung befindliche 9.SS Pz.Div. treten damit auch zur 15.Armee. Bei 5.Pz.Armee liegt der Schwerpunkt im Raum Hirson. O.B.H.Gr. ist mit Einsatz des I.SS Pz.Korps am linken Flügel 5.Pz.Armee, Gef.Stand Chimay, einverstanden. Dorthin erfolgt Zuführung 347. und 348.I.D. AOK 7 tritt als Auffrischungsstab unter 5.Pz.Armee.

    13.40 Uhr:

    Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 15 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St.AOK 15 erläutert beabsichtigten Aufbau einer Widerstandslinie der 15.Armee wie folgt: 1 Rgt. 64.I.D. im Raum O Hesdin, 1 Rgt. 64.I.D. im Raum St. Paul, 1 Rgt. 59.I.D. im Raum Behtune, 1 Rgt. 59.I.D. im Raum La Bassée, 712.I.D. im Raum Pont à Marcq. Was anschliessend nach Osten bis zur Armeegrenze eingesetzt wird, darüber ist sich die Armee im Augenblick nicht klar. Zeitlich ist diese Linie bis spätestens 4.9. aufgebaut. Voraussetzung ist, daß die Kräfte des LXVII. und LXXXVI.A.K. von der Somme hinter Canche zurückgenommen werden. Hierzu erbittet die 15.Armee Zustimmung der Heeresgruppe.

    Chef Gen.St.H.Gr. sagt Vortrag zu.

    14.00 Uhr:

    Unterrichtet Ia H.Gr. OKW/WFSt. (Major i.G. Friedel) fernmündlich über die Lage.

    16.00 Uhr:

    Ferngespräch Chef Gen.St. Pz.AOK 5 – Ia H.Gr.:

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 meldet beabsichtigte Gliederung : Von linker Armeegrenze bis Hirson I.SS Pz.Korps. Von Hirson bis La Fere II.SS Pz.Korps. Von La Fere bis westlich Noyon LVIII.Pz.Korps, anschliessend LXXIV.A.K. Später ist beabsichtigt, durch Verschieben der Inf.Verbände das LVIII.Pz.Korps nur ostw. der Oise führen zu lassen und dadurch Abschnitte I. und II.SS Pz.Korps zu verkleinern. Feind hat aus Raum Montcornet nach Norden an die Oise vorgefühlt. Übersetzen ist wahrscheinlich.

  • 5

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 bittet:

    1.) 1.) zu veranlassen, daß die im Hinterland befindlichen sehr zahlreichen Brücken über Bäche und

    Kanäle bis auf die nötigsten gesprengt werden, da die Kamptruppe dazu weder zahlenmässig noch kräftemässig in der Lage ist.

    2.) 2.) Beschleunigt eine Auffanglinie zu bilden, um das nach Osten strömende Heer der Flüchtlinge

    aufzufangen. 17.00 Uhr:

    Ferngespräch Ia AOK 15 – Ia H.Gr.: Ia AOK orientiert: Feind hat gegen 16.00 Uhr Doullens genommen. Teile Füs-Btl. 64 nach Norden zurückgedrückt.

    14.30 Uhr Feind von Südosten in Arras eingedrungen. Dort Teile 64.I.D. im Kampf. Feind von Westen an Arras vorbeigestossen in Neufville. Panzer in Gauchin nordwestl. Arras und nordostw. Lens gemeldet. Dagegen 1 Btl. 348 in Seclin und Pz.Jäg.Kp.712 im La Bassée-Abschnitt eingesetzt.

    17.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. O.B.West – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St. O.B.West orientiert über Lage 1.Armee :

    Feind nach Osten weiterhin im Vorstossen. Zwischen Dun sur Meuse und Briey klafft eine Lücke, in der nur schwache Sicherungen stehen. Schwache, erst in Zuführung befindliche Kräfte der 462.Res.Div. und 553.Inf.Div. (4 Züge ausgeladen) im Raum Metz – Nancy. Nach Lage scheint Zurückname in Linie Charleville – Sedan – Mouzon – Longyon – Diedenhofen erforderlich, da sonst keine Kräfte dem Feindvorstoß vorzulegen sind. Vgl. hierzu auch Notiz über Lage und Absichten 1.Armee.

    18.05 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. AOK 15:

    Chef Gen.St.H.Gr. ordnet an, daß Aufbau einer Widerstandslinie Canche – Hesdin – St.Pol – La Bassée – Douai – Cambrai zu überlegen ist.

    Chef Gen.St. AOK 15 meldet, daß Panzer im Anrollen auf Bethune sind und daß dem LXXXI.A.K. zur Sperrung der Lücke ostw. Pont a Marcq ausser 2 Div.Stäben keine Kräfte zur Verfügung stehen.

    18.30 Uhr: Meldet Chef Gen.St. AOK 15 an Chef Gen.St.H.Gr. :

    Von der Luftwaffe sollen zunächst zahlreiche Kräfte der Boden-Organisationen nach Zerstörung der Flugplätze in den belg. Raum zurückgenommen werden.

    Chef Gen.St.H.Gr. ordnet an, daß, was zum augenblicklichen Einsatz gebraucht wird, von der Armee festgehalten wird.

    19.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. O.B.West – Ia H.Gr.:

    Chef Gen.St. O.B.West orientiert, daß in Longwy Panzer stehen und Gewehrfeuer gemeldet wird. Stab 1.Armee befindet sich noch dort. Nach s.Qu. scheint Terroristenbewegung in Belgien Befehl zum aktiven Widerstand gegeben zu haben. O.B.West beabsichtigt Gef.Standswechsel in Gegend Luxemburg, mit hinteren Teilen ins Reichsgebiet.

    19.35 Uhr:

  • 6

    Meldet sich General Brandenberger auf Gef.Stand AOK 7 fernmündlich beim O.B.H.Gr. als O.B. 7.Armee. Der H.Gr. war seine Ernennung nicht bekannt.

    19.45 Uhr: Ferngespräch O.B.H.Gr. – Chef Gen.St. O.B.West:

    O.B.H.Gr. übermittelt, daß schnelle Brigade 106 nach Trier zuzuführen ist, dort versammelt wird zum Vorgehen in den Richtungen Luxemburg – Diedenhofen oder Metz.

    Für alle rückwärts gelegenen grösseren Orte ordnet O.B.H.Gr. sofortige Anlage von Panzersperren an und beauftragt O.B.West den Befehl an die zuständigen militärischen und zivilen Stellen weiterzugeben.. Vgl. hierzu auch Befehl H.Gr.B, Ia Nr. 6842/44 g.Kdos. v. 1.9.

    Weiterhin sind alle Maßnamen zu treffen, um die beginnende Widerstandsbewegung in Belgien und die von ihr vorgesehenen Streiks in Belgien und Luxemburg zu verhindern.

    20.00 Uhr: Ferngespräch O.B.H.Gr. – Ia Gen.d.Panz.Tr.West:

    Gen.d.Pz.Tr.West erhält Auftrag, sofort für die Restteile der Pz.Div. weiter rückwärts gelegene Auffrischungsräume festzulegen und die nicht kampfkräftigen Teile, gruppenweise zusammengefasst, wie alle wichtigen Ersatzteillager usw. Dorthin zu verlegen.

    20.35 Uhr: Ferngespräch OKW/WFSt. – Chef Gen.St.H.Gr.:

    OKW bittet zu veranlassen, daß 1.Armee Reichskommissar Bürkel und Wehrkreis XII jeweils über die Lage unterrichtet.

    20.40 Uhr: Wird Chef Gen.St. O.B.West durch Chef Gen.St.H.Gr. über obiges Ferngespräch unterrichtet. 21.15 Uhr: Ferngespräch Ia 2.Pz.Div. – Ia H.Gr.:

    Auf Anfrage 2.Pz.Div. nach Befehl bzw. Berechtigung der vom LXXX.A.K. befohlenen Absetzbewegung erklärt Ia H.Gr., daß 1.Armee dazu keinen Befehl gegeben hat und daß LXXX.A.K. sofort anzuhalten ist. Ia 2.Pz.Div. meldet, daß zum Gen.Kdo., das sich auf dem Stellungswechsel befindet, zur Zeit keine Verbindung besteht. 2.Pz.Div. hat nur zur Gruppe Brasser Verbindung.

    Ia H.Gr. betont, daß noch Weisung folgt, ob Gruppe Brasser allein angehalten werden soll. 21.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 15 – Chef Gen.St. H.Gr.:

    1.) 1.) Zur Lage: Im Abschnitt 226.I.D. Kämpfe bei Airaines. Feind stiess über die Somme und erreichte Ailly. Füs.Btl.64.I.D. vom Feind auf Doullens geworfen, hält Höhen nördl. davon. Arras seit Nachmittag in Feindeshand. Feind im Vorgehen von Arras Richtung Douai. Feind bei Peronne über die Somme.

    2.) 2.) Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet über Befehl H.Gr., wonach die Armeen weiteres Vorgehen des

    Feindes in Linie Canche-Abschnitt – Houdain – Lens – Douai – Cambrai – St. Qeuntin – Oise verhindern .

    Chef Gen.St. AOK 15 weist nochmals auf die Schwierigkeiten der Befehlsführung über LXXXVI. und LXXXI.A.K. hin.

    22.55 Uhr:

  • 7

    Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 1 – Chef Gen.St. H.Gr.: Zur Lage:

    Gegner ist von Grandpré Richtung Stenay und von nördl. Varennes bis zur Maas Richtung Dun vorgedrungen und hat Rgt. der 15.Pz.Gren.Div. abgeschnitten, das sich nach Norden während der Nacht absetzt.

    Um 17.00 ist Feind über Vouziers nach Burancay vorgestossen und hat Beaumont und Beauclair erreicht. Auf Grund dieser Tatsache hat LXXX.A.K. Absetzbewegung hinter die Maas mit rechtem Flügel bei Charleville, mit linkem Flügel bei Stenay befohlen. O.B. AOK 1 hat diese Absicht gebilligt, damit die noch wenigen kampfkräftigen Teile des Korps nicht völlig zerschlagen werden. O.B. AOK 1 hat weiter befohlen, daß 48.I.D., die sich bei Longwy sammelt, mit ihren Teilen Longwy besetzt hält. Feind hat mit gepanzerter Aufklärung nördl. Briey vorgefühlt und Westrand Diedenhofen erreicht.

    Chef Gen.St.H.Gr. weist darauf hin, daß die Linie Maas von Namur nach Süden bis Stenay und von hier weiter über Diedenhofen nach Metz auf jeden Fall gehalten werden muß. Vgl. hierzu auch fernschr. Befehl H.Gr.B., Ia Nr. 6815/44 g.Kdos. v. 1.9.

    Chef. Gen.St. AOK 1 meldet als Absicht, daß die Armee zur Vermeidung der Zerschlagung der schnellen Verbände mit dem XXXXVII.Pz.Korps hinter die Maas ausweicht.

    23.00 Uhr: Ferngespräch O.B. AOK 15 – O.B.H.Gr.:

    O.B.H.Gr. ordnet an, daß die 15.Armee mit allen Mitteln dafür zu sorgen hat, daß die Lücke zum Pz.AOK 5 geschlossen wird.

    Gleiche Weisung ergeht auch an Pz.AOK 5.

    Siehe hierzu verantwortliche Meldung O.B. AOK 15 über Maßnamen zum Schliessen der Lücke im bisherigen Raum AOK 7.

    23.15 Uhr: Meldet Kommandeur 2.Pz.Div. an Chef Gen.St.H.Gr. fernmündlich Lage im Raum Charleville.

    Chef. Gen.St.H.Gr. ordnet an, daß 2.Pz.Div. die Maaslinie im Anschluss an LXXX.A.K. und 12.SS Pz.Div. zu halten hat.

    Ein fdl. Vorgehen südlich der Maas ist nach Kräften zu verzögern. 23.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. Pz. AOK 5 – Ia H.Gr. : Chef Gen.St. Pz.AOK 5 orientiert: Panzer in Arras und Bapaume. Cambrai noch feindfrei. Linie Peronne – La-Fere nicht mehr zu halten.

    Absicht : Zurückname 3.Fallsch.Jäg.Div. hinter Kanal Cambrai – St.Quentin. Einsatz 347.I.D. ostwärts an St.Quentin vorbeiführend auch hinter dem Kanal.

    Ia gibt im Wortlaut den soeben ergangenen Befehl H.Gr. (F.S. Ia Nr.6850/44 g.Kdos. v. 1.9.) für die weitere Kampfführung für 15.Armee und 5.Pz.Armee durch.

    Chef. Gen.St. Pz.AOK 5 betont, daß er diesen Befehl als KTB-Befehl bezeichnet. Ein Verengen des fdl. Angriffskeils ist nicht möglich. Der Truppe, die keine Truppe mehr ist, kann man keine undurchführbaren Befehle mehr geben. Zum rechten Korps besteht nur Funkverbindung. Bis die Befehle dort eintreffen vergehen Stunden.

    Ia H.Gr. übermittelt, daß die in Zuführung befindliche Pz.Brig. 105 auf Befehl O.B. H.Gr.-Reserve ist. Ausserdem ist von Pz.AOK 5 ein Nahtkommando auf der Naht zur 15.Armee bereitzustellen.

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 erklärt, daß ausser der Teilen der 9. und 10.SS Pz.Div. dafür nichts vorhanden ist. Es existiert keine normale Front mehr.

  • 8

    23.55. Uhr : Ferngespräch Kommandeur 2.Pz.Div. – Ia H.Gr. :

    Kommandeur 2.Pz.Div. meldet, daß Feind vor Stenay steht und daß LXXX.A.K. daraufhin Absetzten hinter die Maas befohlen hat. Dieser Befehl ist von H.Gr. rückgängig gemacht worden.

    Ia. H.Gr. erklärt, daß der Befehl Gültigkeit hat. Auftrag für 2.Pz.Div. lautet:

    2.Pz.Div. hält die Maas-Linie bei Charleville und Mezieres unter allen Umständen und verzögert nach Kräften das Vordringen des Gegners auf die Maas.

    Kommandeur 2.Pz.Div. erwidert, daß ein Halten vorwärts der Maas die Vernichtung der Div. bedeutet. I.SS. Pz.Korps hat trotz Anfragen keine Befehle erteilt.

    Ia. H.Gr. erklärt, daß Kommandeur entsprechend der Lage selbständig handeln muss. Kommandeur 2.Pz.Div. meldet Absicht : Zurückgehen hinter die Maas, Halten der Linie Nouzonville – Mezieres, Sprengung der Brücken. Antrag O.B.H.Gr. an OKW auf Zuführung von Pz. Abwehrwaffen. O.B.H.Gr. beantragt bei OKW beschleunigte Zuführung von je 1 Sturmgesch. Brig. für 15., 5.Pz. und 1.Armee. Einzelheiten siehe F.S. Ia Nr.6839/44 g.Kdos. v. 1.9. Herauslösen von Freiwilligen Ostpreussen zur Verteidigung Ostpreussens. Vgl. hierzu Weitergabe des Führerbefehls an die unterstellten Verbände durch F.S.H.Gr.B, Ia Nr.5491 geh. v. 1.9. Kriegstagebuch H.Gr. B 2 September 1944 Verlauf ====== Die englisch/kanadische Kräftegruppe setzte auch heute mit überlegenen Panzerkräften unter einem starken Luftschirm den Durchbruchsangriff nach Norden fort, sie erreichte mit starken Kräften Doullens, Arras und den Raum S Cambrai. Vorausabteilungen stiessen nach Lille, Valenciennes und Mons. 15. Armee hat sich hinter die Somme abgesetzt und einen Abwehrriegel in der Linie Bernaville – St.Pol – Houdain – Bethune – La Bassée – Seclin – Auchy aufgebaut. Zwischen Douai und Le Chateau wurde die Nahtgruppe General Brandenberger (Reststab AOK 7) eingesetzt, um einen Durchbruch des Feindes nach NO zu verhindern. Bei 5.Pz.Armee stiess der Gegner über Avesnes auf Maubeuge durch, die Kämpfe sind noch im Gange. Der Ostflügel der 5.Pz.Armee wurde hinter die Somme zurückgenommen, nachdrängender Feind abgewiesen. 1.Armee setzte sich unter Schweren Kämpfen hinter die Maas zwischen Charleville und Senay ab und hält mit schwachen Abriegelungskräften den Chiers-Abschnitt. Im Grossen schloss der Feind vor 1.Armee heute auf und fühlte nur mit Panzerspitzen vor. Er wurde bei Longwy, Diedenhofen und W Pont à Mousson abgewiesen. Die Abwehrfront an der Mosel von Diedenhofen bis Nancy mit vorgeschobenen Stellungen bei Conflans und Domèvre ist im Festigung. Es ist zu erwarten, daß der Gegner am 3.9. nach weiterem Aufschliessen sowohl aus dem Raum Arras – Cambrai – Valenciennes nach Norden zum erreichen der V-1-Basen antreten wird, als auch die amerikan. Kräftegruppe ihren Stoss nach Osten über die Linie Metz – Nancy fortzusetzen beabsichtigt. Auch die heutigen Feinderfolge im Raum der 15. und 5.Pz.Armee sind auf das Fehlen ausreichender Pz.Abwehr-Waffen jeglicher Art zurückzuführen. Die geforderten Zuführungen sind noch nicht eingetroffen und die Truppe so den fdl. Panzern ausgeliefert, da auch Pz.Nahbekämpfungsmittel Mangelware sind. Besprechungen, Erwägungen, Entschlüsse. ==============================

  • 9

    02.00 Uhr: Ferngespräch O 1 AOK 15 – Ord.Offz. Ia H.Gr.:

    226.I.D. hat gemeldet: Ailly wiedergenommen. 226.I.D. versucht Sicherungslinie aufzubauen von Abbeville – Ailly – Surecamps – Domart nach Fienvillers. Zur Zeit noch grössere Teile der Div. im Übergehen über die Somme.

    02.05 Uhr: Ferngespräch Chef. Gen.St. AOK 1 – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St. AOK 1 meldet zur Lage :

    Angriff des XXXXVII.Pz.Korps auf Commercy hat erstes Angriffsziel erreicht, schlug aber nicht durch. Gegner hat südlich umfassend seinerseits von Süden angegriffen. Korps wurde mit Masse in Brückenkopf Pont a Mousson zurückgenommen. Anschliessend an linken Flügel 17.SS Pz.Gren.Div. bei Mars la Tour mit 3.Pz.Gren.Div. über Chambley – Thiaucourt nach Dieulouard. Vorgestaffelte Sicherungen nach Süden. Komm.General hat Befehl über Mosel-Linie übernommen und sich Metz, wo ein völliger Durcheinander herrscht, unterstellt. In Diedenhofen ist Feind mit Panzern eingedrungen, in der Stadt wird noch kleiner Brückenkopf gehalten. Zurückname und Sprengung ist beabsichtigt. Nördlich keine eigenen Kräfte mehr vorhanden. Feind kann ungehindert vorgehen.

    05.45 Uhr: Ferngespräch Chef. Gen.St. AOK 15 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St. AOK 15 erörtert die Lage auf Grund der zwischen Pz.AOK 5 und AOK 15 bestehenden Frontlücke und meldet, daß die Gefahr besteht, daß Feind mangels eigener Kräfte durch diese Lücke nach Norden stösst und die gesamte Küstenfront aufrollt. Die in Linie St.Pol – Bethune – La Bassée – Seclin – Orchies von der Armee zu verlegenden Kräfte kommen zum Teil zeitlich zu spät, zum Teil reichen sie nicht aus, um einen zwischen Douai und Valenciennes nach Norden und Nordwesten vorstossenden Feind aufzuhalten.

    Chef Gen.St.H.Gr. weist mit Nachdruck darauf hin, daß durch Improvisation aller Art seitens beider Armeen versucht werden muß, die Lücke irgendwie zu schliessen.

    06.45 Uhr: Ferngespräch Ia AOK 15 – Ia H.Gr.: Aufbau der Sicherungslinie mit folgenden Kräfte beabsichtigen:

    1.) 1.) Zwischen St.Pol und Bethune: 1 Rgt. 64.I.D. bei St.Pol eingetroffen bis 2.9. 08.00 Uhr morgens,

    1 Rgt 59.I.D. nach Bethune eingetroffen bis 3.9. 06.00 Uhr

    2.) 2.) Zwischen Bethune und La Bassée: 2.Rgt. 59.I.D. eingetroffen bis 3.9. mittags.

    3.) 3.) Von La Basée bis Seclin : 712.I.D. mit einer herausgeschobenen Komp. In Pont-A-Marcq und einem herausgeschobenen Zug in Auchy.

    Von 712.I.D. bisher eingetroffen: Füs.Btl. mit 2./A.R.1712 bei La Bassée. Bei Seclin eingesetzt : III.Gren.Rgt.863 von 368.I.D. bei Seclin mit herausgeschobener Komp. Bis Pont-A-Marcq Ausserdem eingesetzt :

    Pz.Jäg.Kp.(mot.Zug) der 348.I.D. bei La Bassée und Sfl.-Kp. bei Seclin. Von dieser Kp. beabsichtigt, Teile nach Pont-A-Marcq und Auchy vorzuschieben.

  • 10

    Pak-Art.Abt.1052 aufgeteilt mit 1 Bttr. nach Bethune, 1 Bttr. nach Seclin, 1 Bttr. nach La Bassée.

    Das Füs.Btl. der 64.I.D sichert in Frevent. H.Flak.Abt.194 und 191 wird ostw. Pont-A-Marcq und Mouchy eingesetzt.

    07.20 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. Pz. AOK 5:

    Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Befehl des O.B., von der 5.Pz.Armee Teile zur Schliessung der Lücke zu AOK 15 einzusetzen und insbesondere die 348.I.D. beschleunigt in den Raum Cambrai – Douai vorzuziehen.

    Gleichzeitig ist zu überlegen, was an beweglichen Kräften in die Einbruchlücke geworfen werden kann. 07.45 Uhr und 07.50 Uhr:

    Fordert Ia H.Gr. von Ia AOK 15 und Ia Pz. AOK 5 schriftliche Meldung der Oberbefehlshaber der beiden Armeen darüber, welche Maßnamen zur Schliessung der Lücke an der Naht beider Armeen getroffen sind. Vgl. hierzu verantwortliche Meldung O.B. AOK 15 v. 2.9.

    10.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. Pz.AOK 5 – Ia H.Gr.:

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 fragt an, ob 2.Pz.Div. noch der Armee untersteht, da sie ja Befehl unmittelbar von der H.Gr. erhalten hätte. Ia H.Gr. meldet, daß 2.Pz.Div. weiter der Armee untersteht und erklärt, daß die Div. Befehl zum Absetzen hinter die Maas von H.Gr. erhalten und daß die Div. sonst keine Verbindung hat.

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 teilt mit : I.SS Pz.Korps wird sich in Linie Chimay – Givet absetzen. Gen.Kdo. I.SS Pz.Korps nach Surice.

    2.Pz.Div. muß Maas-Übergänge sperren und soll mit Masse auf das Westufer de Maas herübergezogen werden.

    Absetzbewegung LXXIV.A.K. und LVIII.Pz.Korps soll in allgemeiner Linie Cambrai – Hirson erfolgen. Zwischen Doullens und Cambrai soll 348.I.D. nördlich Douai weiter zusammengeraffte Kräfte unter dem Befehl des Sonderstabes Brandenberger (Reststab AOK 7) eingesetzt werden.

    10.15 Uhr: Ferngespräch Ia/F H.Gr. – Ia W.B.Ndl..:

    Ia/F H.Gr. übermittelt Befehl O.B., 1 Rgts.Gruppe der 719.I.D. im mot.Marsch in den Raum ostw. Brüssel vorzuwerfen.

    V.P. zu AOK 7. 11.00 Uhr:

    Trifft Gen.d.Inf. Krebs, als Nachfolger Gen.Lt. Speidel zum Chef d.Gen.St.H.Gr.B ernannt, im H.Qu. der H.Gr. ein.

    11.05 Uhr: Ferngespräch Ia O.B. West – Chef Gen.St.H.Gr.:

    1.) 1.) Ia O.B.West meldet, daß nach Anruf OKW beabsichtigt ist, 106.Pz.Brig. dem Wehrkreis XII. zu unterstellen.

    2.) 2.) Chef Gen.St. H.Gr. unterrichtet über Meldung des AOK 1 über das fluchtmässige Absetzen der

    deutschen Zivilverwaltung aus Luxemburg

  • 11

    Vgl. hierzu auch F.S. O.B.West, Ia Nr. 790/44 g.Kdos. – Ia Nr. 6887/44 g.Kdos. v. 2.9.

    11.30 Uhr: Besprechung Ia H.Gr. mit Ia AOK 1 über Lage. 12.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. O.B.West – Chef Gen.St. H.Gr.:

    1.) 1.) Feldmarschall v.Rundstedt zum O.B.West ernannt. 2.) 2.) O.B.West bittet um Vorschlag H.Gr. über Trennungslinie zwischen H.Gr.B. und Armee-Gr.G.

    3.) 3.) O.B.West hat beantragt, daß die Ersatztruppenteile des Wehrkreises V zu örtlicher Sicherung der

    Vogesen-Pässe eingesetzt werden, unbeschadet der Kräfte, die südlich Nancy in die Weststellung zum Einsatz kommen.

    12.45 Uhr: Ferngespräch O.B. AOK 1 – O.B.H.Gr.: O.B. AOK 1 meldet:

    Gen.Kdo.LXXX.A.K. steht in Linie Charleville – Sedan – Stenay – Montmedy. Von hier aus bis Diedenhofen besteht Lücke, die aufklärungsmassig überwacht wird.

    Gen.Kdo. LXXXII.A.K. in Metz eingetroffen und im Aufbau begriffen mit 559.I.D. von Diedenhofen bis zur Mosel, mit 462.I.D. im Brückenkopf Metz und 17.SS Pz.Gren.Div. westlich des Brückenkopfes. Es ist beabsichtigt, 17.SS Pz.Gren.Div. als bewegliche Reserve hart ostw. Metz zurückzunehmen.

    Südlich Metz steht im Raum Pont-a-Mouson 553.I.D., während XXXXVII.Pz.AOK mit 2/3, 15.Pz.Gren.Div. und 3.Pz.Gren.Div. im grossen Brückenkopf westlich Pont-a-Mouson steht. Im Raum Nancy Fallsch.Jäg.Einheiten, die der 553.I.D. nach Eintreffen unterstellt werden.

    AOK hat befohlen, daß Teile 15.Pz.Gren.Div. herausgezogen und im Raum Luxemburg versammelt werden.

    O.B.H.Gr. billigt Absichten der Armee und ordnet an, daß 106.Pz.Brig. in den Raum südwestl. Luxemburg zugeführt wird. Es kommt darauf an, daß die Lücke südwestl. Luxemburg auf jeden Fall geschlossen wird.

    Auf die Sicherung der Naht zu Pz.AOK 5 ist besonderer Wert zu legen. 12.50 Uhr: Ferngespräch Ia W.B.Ndl. – Chef Gen.St. H.Gr.:

    Auf Anfrage nach Abtransport 719.I.D. meldet Ia W.B.Ndl., daß erste Rgts.Gruppe Nacht 2./3.9. abmarschbereit ist, in den nächsten Tagen sind 2 weitere Btle. Verladebereit. Pi.Btl. bereits abtransportiert.

    Chef Gen.St.H.Gr. befiehlt, eine Rgts.Gruppe in den Raum um Hall südl. Brüssel zu verladen. Vgl. hierzu auch fernschr.Befehl H.Gr.B, Ia Nr. 6889/44 g.Kdos. v. 2.9. 13.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 15 – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St. AOK 15 orientiert :

    2 Btle. 245.I.D. im Kampf noch auf Südufer, Rest hat Uferwechsel vollzogen. Von 226.I.D. noch eine Rgts.Gruppe auf dem Südufer. Übergesetzte Teile bauen Sicherungslinie von Abbeville – Flixcourt – Bernaville zum Authie-Bach. Kampfgruppe 64.I.D. steht in Frement. LXXXVI.A.K. und LXXXIX.A.K. mit 712.I.D. errichtet Sicherungslinie St.Pol – Bethune – Seclin – Auchy. Nacht 2./3.9. Absetzen LXVII.A.K. und rechter Flügel LXXXVI.A.K. hinter Authie-Bach geplant. Am

  • 12

    Ostflügel Terroristenkämpfe in Lille und Roubaix. In Tourcoing noch Ruhe. Zu 5.Pz.Armee keine Verbindung. Verbleib Gen.Kdo. LXXXI.A.K. noch unbekannt.

    13.30 Uhr: Ferngespräch Chef OKW/WFSt. – O.B.H.Gr.: O.B.H.Gr. erklärt etwa im Wortlaut:

    Eben ist General Krebs bei mir. Aus seinen Ausführungen entnehme ich, daß die Ansichten über Lage oben anders sind als hier. Man scheint zu glauben, daß man hier noch Angriffe führen kann. Sind meine Lagebeurteilungen dem Führer nicht vorgelegt worden?

    Ich muß bei meiner Auffassung bleiben: Der starke Feinddruck hält an. Durchbruch im Norden und im Osten, jeder mit etwa 1500 Panzern. Wachsende Widerstandsbewegung. Zustand der Truppe hat sich nicht gebessert, sondern verschlechtert. Ich brauche eine klare Kampfanweisung, wo ich halten soll. Was wird mit V 1 ? Was wird gegen das Loch zwischen Luneville und Belfort getan? Ich kann so nicht weiter führen.

    Chef OKW/WFSt. betont, daß dies bekannt ist. Seit gestern hat sich die Lage im Norden völlig verändert. Heute kommt eine neue Kampfanweisung, nach der eine rückwärtige Linie aufzubauen und zu halten ist.

    13.45 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 1 – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St.H.Gr. bittet um Meldung über weitere Absichten entsprechend folgenden Grundsätze:

    1.) 1.) Schliessen der Lücke SW Luxemburg, 2.) 2.) Bereithalten der Angriffsgruppe (XXXXVII.Pz.Korps) im Süden.

    Z.Zt. ein Drittel 15.Pz.Gren.Div. von XXXXVII.Pz.Korps abgesprengt in Versammlung im Raum Luxemburg. Heranführen XXXXVII.Pz.Korps in diesen Raum nicht zweckmässig, da im Süden eine bewegliche Angriffsgruppe vorhanden sein muß. AOK 1 reicht Vorschlag ein über erforderliche Kräftezuführung, entweder im Raum Luxemburg oder zu XXXXVII.Pz.Korps. 36.Gren.Div. ist erst in einiger Zeit verfügbar.

    Vgl. hierzu Meldung AOK 1 durch F.S. Ia g.Kdos. (ohne Nr.) Ia Nr.6880/44 g.Kdos. v. 2.9. 14.00 Uhr: Ferngespräch Ia Pz.AOK 5 – Ia H.Gr.: Ia Pz.AOK 5 orientiert:

    Masse LXXIV.A.K. im Raum NW und W Le Chateau. Versuch einer Abwehrfront in Linie Nordrand Douai – ostw. Cambrai. – Le Château – Landrecis – NW Avesnes. Ostwärts davon Teile II.SS Pz.Korps ( 12.SS Pz.Div.) in Linie Simeries – Eppe – Sauvage. Teile 1.SS Pz.Div. N Avesnes. Von I.SS Pz.Korps keine Meldung . Zurückkämpfen der Truppe unter schwersten Kampfbedingungen. Im gebirgigen Waldgelände starke Bandentätigkeit. Brücken grösstenteils gesprengt.

    14.05 Uhr: Ferngespräch Ia/F H.Gr. – Chef Gen.St. Pz.AOK 5:

    Auf Anfrage meldet Chef Gen.St. Pz.AOK 5, daß eine Verbindung zu LVIII.Pz.Korps nicht besteht und ein Einsatz des Korps durch die Armee bisher deshalb nicht vorgenommen werden konnte, weil das Korps nicht auffindbar ist. Bei Auffinden des Korps ist beabsichtigt, dieses am linken Armeeflügel einzusetzen, um den jetzigen Abschnitt des I.SS Pz.Korps zu verkleinern.

    14.10 Uhr: Ferngespräch Ia AOK 15 – Ia H.Gr.: Ia AOK 15 meldet 3 fdl. Panzer in Berclau ostw. La Bassée.

  • 13

    14.10 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. H.Gr. – Chef Gen.St. Pz.AOK 5: Chef Gen.St. Pz.AOK 5 meldet auf Anfrage die beabsichtigte Gliederung wie folgt :

    1.) 1.) 3.Fallsch.Jäg.Div. Raum Caudry – Douai 348.I.D. zwischen Caudry und Sambre-Kanal (Landrecies)

    2.) 2.) Armeegrenze zu AOK 7 Mons (AOK 7) – Caudry (ausschl.) 3.) 3.) Kräftegliederung:

    LXXXI.A.K.: 352., 49., 271., 344.I.D. und 9. und 10.SS Pz.Div. LXXIV.A.K.: 18.Lw.Feld-Div., 6.Pallsch.Jäg.Div., 3.Fallsch.Jäg.Div. II.SS Pz.Korps: 47., 275.I.D., 116.Pz.Div. Beabsichtigte Linie Landrecies – N Avesnes – Givet. I.SS Pz.Korps: 347.I.D., 2.Pz.Div. und Kampfgruppe Meier. 1505 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 15 – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St. AOK 15 meldet :

    Panzer in Lille eingedrungen. Verstärkte Terroristentätigkeit. AOK 15 bittet um Genehmigung des O.B.H.Gr. zum Gef.Stand-Wechsel in Gegend Gent, mit rückwärtigen Teilen nach Mecheln.

    15.10 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. H.Gr. – Chef Gen St. AOK 15: Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Einverständnis des O.B. zum Gef.Stand-Wechsel. Chef Gen.St. AOK 15 betont, daß zu den Korps keine direkte Verbindung mehr besteht. 16.45 Uhr: Fernmdl. Durchgabe Befehl H.Gr. an O 1 Pz.AOK 5:

    Bis zum Eintreffen der Funk-Komp. AOK 7 auf Gef.Stand in Wavre führt Pz.AOK 5 den für AOK 7 befohlenen Abschnitt im einzelnen weiter.

    Funk-Komp. ist beschleunigt nach Wavre in Marsch zu setzen. Meldung: Ortskommandantur Wavre. 20.10 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. O.B.West

    1.) 1.) Chef Gen.St. O.B.West übermittelt Inhalt der Führerweisung wonach für die Nordfront eine feste Linie nicht angegeben wird, daß aber die Maaslinie zu halten und anzustreben ist, mit dem XXXXVII.Pz.Korps verstärkt durch Pz.Brig.106, 17.SS Pz.Div., Pz.Lehr-Div. und später 11.Pz.Div. eine grössere Pz.Gruppe auf dem Südflügel zu versammeln.

    2.) 2.) Für den Abschnitt Lun-eville – Schweizer Grenze können die 3 verlangten Inf.Div. vom OKW nicht zu

    Verfügung gestellt werden. Es werden aber im Raum Belfort 3 Rgts.Gruppen, verstärkt durch Panzer aller Art, versammelt.

    3.) 3.) Chef Gen.St.H.Gr. regt an, bei OKW zu Lasten einer vollständigen Schwächung des Heimat-Flakschutzes

    die Zuführung aller Flakkräfte in den Westwall zu beantragen. 21.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. AOK 1:

    Front ruhig bis auf Spähtrupptätigkeit. In Aumetz Sicherung der 48.I.D. Flaksicherungsgürtel in Longwy soll auf Befehl III.Flakkorps morgen abgezogen werden. Es wird gebeten, Durchführung des Befehls zu verhindern, da sonst

  • 14

    neue Frontlücke entsteht. Beabsichtigte Verlegung des AOK’s nach Wittlich durch Reichführer SS verboten. Es wird gebeten, die Befehlsverhältnisse zu klären. Fernschreiben mit Lage- und Einsatzbeurteilung unterwegs.

    Chef Gen.St.H.Gr. bittet, daß baldmöglichst XXXXVII.Pz.Korps als Einsatzreserve herausgezogen wird. 21.15 Uhr: Anruf Ia Gruppe Brandenberger: Kurze Lageorientierung:

    LXXXI.Korps hat lediglich zu 353.Div. Verbindung. Zahlreiche fdl. Spähtrupps vor der Div. Zu LXXIV.A.K. keine Verbindung. Von 49. und 85.Div. fehlen jegliche Meldungen. Gegner 09.20 Uhr in Dinain. In Valenciennes Terroristenkämpfe.

    22.30 Uhr. Ferngespräch Chef. Gen.St. AOK 15 - Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St.AOK 15 meldet Eintreffen auf neuem Gef.Stand. In de Ortschaften und Städten überall feindselige Stimmung, teilweise Gewehrfeuer auf die Fahrzeuge.

    22.50 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. W.B.Belgien – Ia H.Gr.:

    Chef d.Stabes W.B.Belgien bittet um Genehmigung O.B.H.Gr. zur Verlegung des Stabes nach Hasselt, da fdl. Panzerspitze bei Mons s teht und W.B.Belgien über keine Abwehrkräfte verfügt.

    Ia H.Gr. sagt zu, Entscheidung O.B.H.Gr. herbeizuführen. 23.30 Uhr: Ferngespräch Komm.General Luftgau Belgien – Chef Gen.St. H.Gr.:

    Komm.General Luftgau bittet, die zum Einsatz bei AOK 15 befohlenen 2 Lw.Ausb.Rgter. behalten zu können. Es ist beabsichtigt, sie zur Sicherung am Albert-Kanal einzusetzen. Ausserdem ist kein Transportraum zum Verbringen zu AOK 15 vorhanden. Chef Gen.St.H.Gr. sagt Klärung bei O.B.H.Gr. zu. Es ist anzunehmen, daß auf den Einsatz bei 15.Armee mit Rücksicht auf die Lage nicht verzichtet werden kann.

    24.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 15 – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St. AOK 15 orientiert, daß 2 Lw.Ausb.Rgter. vom Luftgau Belgien nach Tournai zugeführt werden.

    Chef Gen.St. AOK 15 meldet, daß Nacht 2./3.9. Absetzen auf Authie, Nacht 3./4.9. auf den nächsten Abschnitt erfolgt.

    s.Pz.Jäg.Abt.559. s.Pz.Jäg.Abt. wird AOK 15 unterstellt und in E-Transport nach Brüssel zugeführt. Einzelheiten siehe F.S. H.Gr.B, Ia Nr. 6863/44 g.Kdos. v. 2.9. Auffang und Weiterleitung von Versprengten im belg. Raum. Auffang und Weiterleitung von Versprengten im belg. Raum ist durch Wehrm.Befh.Belgien- und Nordfrankreich durchzuführen. Einzelheiten über Durchführung siehe fernschr. Befehl H.Gr.B, Ia Nr.6888/44 g.Kdos. v. 2.9. Luftversorgung der Festungen in der Bretagne. Vgl. hierzu:

    1.) 1.) Antrag H.Gr. an Lfl.3 durch F.S. Ia/Ia/L Nr. 1882/44 g.Kdos. – Ia Nr 6865/44 v. 1.9. auf Luftversorgung der Festungen in der Bretagne.

  • 15

    2.) 2.) Weitergabe der Stellungnahme Lfl.3 und Antrag auf Bereitstellung van Abwurfgut an O.B. und O.Qu.West siehe F.S. H.Gr.B, Ia/Ia/L Nr.1892/44 g.Kdos. v. 2.9.

    3.) 3.) Mitteilung an Fest.Kdt.Brest, wonach Luftversorgung wieder möglich, siehe H.Gr.B, Ia Nr.1891/44 g.Kdos. v.

    2.9. Einsatz der Reichsdeutschen und Alarmregelung bei W.B.Ndl. Vgl. hierzu:

    1.) 1.) Meldung W.B.Ndl.Ia Nr.6300/44 geh. – Ia Nr.5536/44 geh. v. 25.8. über den Einsatz der Reichsdeutschen für mil. Aufgaben.

    2.) 2.) Meldung über zusätzlich Alarmregelung siehe W.B.Ndl. Ia Nr. 6312/44 geh. – Ia Nr. 5536/44 geh. v. 25.8.

    3.) 3.) F.S. H.Gr.B, Ia Nr.5555/44 geh. v. 2.9., wonach H.Gr. mit der getroffenen Regelung einverstanden ist.

    Wehrm.Befh. Belgien/Nordfrankreich. Durch F.S. H.Gr.B, Ic/Ia Nr. 5550/44 geh. v. 2.9. ergeht Befehl an W.B.Belg./Nordfr., die Maaslinie zwischen Lüttich und Dinant zu sichern. Kriegstagebuch H.Gr. B 3 September 1944 Verlauf = = = = Im nordfranzösischen Raum hat die engl.- amerikan. Kräftegruppe weiterhin ihren Schwerpunkt im Raum Valenciennes – Maubeuge mit der Stoßrichtung nach NO und dem Ziel, über Brüssel nach den V 1 – Basen zu stossen und gleichzeitig ein Abschneiden der 15.Armee durch Stoss zur Schelde bei Antwerpen zu erreichen. Die Notwendigkeit der Zuführung weiterer Pz.Brigaden als einzigste Maßname gegen eine Einkesselung der 15.Armee war immer zwingender. Gegenüber der 15.Armee war der Feinddruck nur im Raume St.Pol und nördl. stark, wo am Abend St.Pol und Lillers verloren ging. Die Masse des Feindes schloß im Raum Valenciennes – Bavai – Maubeuge auf, stiess mit Vorausabteilungen über Ath, Mons und Binche vor und erreichte mit Panzerspitzen in den späten Abendstunden Brüssel. Eine Kampfgruppe zum Abschneiden dieses Feindes ist angesetzt. Die Feststellung des Feindbildes im einzelnen ist schwierig infolge der gestrigenten Terroristentätigkeit. Zwischen Sambre und Maas drückte der Feind bis zur Linie Beaumont – südl. Philippeville vor. Eine Abriegelungsfront ist in Linie Thuin – Philippeville – Givet aufgebaut. 347.Div. richtet sich nördl. der Sambre zur Verteidigung ein. Im Bereich der 1.Armee fühlte der Feind nur mit gepanzerter Aufklärung vor. Stärkere Bereitstellungen im Raum von Verdun – Etain lassen auf einen möglichen Angriff auf Luxemburg – Metz schliessen. Besprechungen, Erwägungen, Entschlüsse. = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = 08.30 Uhr: Ferngespräch Ia AOK 15 – Ia H.Gr.: Ia AOK 15 meldet, daß Feind in St.Pol eingedrungen ist.

    06.20 Uhr 8-12 fdl. Panzer im Brückenkopf südwestl. La Bassée vor 712.I.D., davon 3 mittl. und 1 schw. Panzer abgeschossen. Ein Btl. Flieger-Ausb.Rgt. im Marsch auf Lillers. 1 Rgt. 59.I.D. dort eingetroffen.

    08.40 Uhr: Ferngespräch Chef. Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. AOK 7 :

    Chef Gen.St. AOK 7 meldet, daß Verbindung zu LXXXI.A.K. besteht. Keine besondere Ereignisse. Feind etwa 7 km N Mons.

    Von LXXIV.Korps fehlt jede Spur. Letzte Meldungen besagten, daß Feind in Philippeville eingedrungen ist.

    Unterstellung der Pz.Brigade 105 bisher unbekannt.

  • 16

    AOK 7 wird durch Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet, daß die Unterstellung bereits befohlen ist. Chef Gen.St. AOK 7 meldet, daß seit 2.9. 21.00 Uhr keine Verbindung zu Pz.AOK 5 besteht. 08.55 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 1 – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St. AOK 7 orientiert :

    An Sicherungsfront XXXXVII.Pz.Korps südlich Vigneulles und ostw. Mihiel schwacher Feinddruck. Aus Toul vorgehend hat Gegner Thuilley erreicht. Sicherungslinie der 48.I.D. ist von Longuyon bis Diedenhofen errichtet. 1 verst.Rgt.553.I.D. eingetroffen, Pz.Brig.106 in Trier im Durchlauf. Absicht des O.B. AOK 1, sie mit Teilen 15.Pz.Gren.Div. unter Kommando 15.Pz.Gren.Div. im Raum Luxemburg zusammenzufassen.

    Chef Gen.St.H.Gr. weist auf Aufklärung am Südflügel und die Möglichkeit der Umfassung hin. 09.20 Uhr: Ferngespräch Ia H.Gr. – Chef d.Stabes Mil.Befh. Belgien: Ia H.Gr. übermittelt Weisung O.B. erst auf Befehl H.Gr. Gefechtsstand zu verlegen und mit allen

    Sicherungskräften Verteidigung von Brüssel so aufzubauen, daß mindestens fdl. Panzeraufklärung abgewiesen wird. Chef Gen.St. Mil.Befh. Belgien meldet, daß Stab Pz.Brig.105 eingetroffen ist, jedoch Schwierigkeiten hat, die anderen Transporte in den vorgesehenen Raum nachzuziehen. Ausserdem fehlt Betriebsstoff. Ia H.Gr. bittet, Kommandeur an 7.Armee zu weisen, der die Pz.Brig. unterstellt ist. 09.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. O.B.West – O.B.H.Gr.: O.B.H.Gr. ordnet an, daß 1.Fallsch.Jg.Armee sofort mit Befehlsführung zwischen dem Abschnitt zwischen 1.Armee und Armeegrenze G beauftragt wird. 09.40 Uhr: Ferngespräch O.B. AOK 1 – O.B.H.Gr.: O.B.H.Gr. betont, daß sich Grundsatz für Angriffsführung der 1.Armee nicht geändert hat, sondern der letzten Führerweisung entspricht. Es kommt darauf an, nach dem Schliessen der Lücke bei Luxemburg schnelle Teile zum Einsatz nach dem Südflügel (XXXXVII.Pz.Korps) zu bringen. Ab 4.9. wird dazu 19.I.D. nachgeführt. Später im Raum XXXXVII.Pz.Korps Einsatz eines AOK vorgesehen.

    O.B.H.Gr. weist darauf hin, daß für 4.9. Verstärkung des belg. Widerstandsbewegung erwartet wird, und deshalb auf dem rechten Flügel Vorsicht geboten ist.

    10.05 Uhr: Ferngespräch O.B. Pz.AOK 5 – Chef Gen.St.H.Gr.: O.B. Pz.AOK 5 meldet sich vom neuen Gef.Stand Noville-les-Bois. Neue Lagemeldungen von 5.Pz.Armee liegen noch nicht vor. 11.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.W.B.Belg. – Chef Gen.St.H.Gr.: Chef Gen.St.W.B.Belg. meldet, daß von Maas vorstossend, Feindkräfte Ath besetzt haben und in weiterem Vorgehen nach NO sind. 12.00 Uhr:

  • 17

    Verlegung des Gef.Standes der H.Gr. von Lustin nach Chaudfontaine. 14.30 Uhr: Abfahrt O.B. in Begleitung Chef Gen.St. und Id H.Gr. über 7.Armee und 5.Pz.Armee zum neuen H.Qu. Einzelheiten hierüber siehe Fahrtnotizen Ord.Offz. O.B. Eintreffen im H.Qu.H.Gr. 19.15 Uhr. 19.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. W.B.Ndl. – Chef Gen.St.H.Gr: Chef Gen.St. W.B.Ndl. erörtert die Frage, ob nicht im Hinblick auf die Entwicklung der Lage zu Lasten der Küstensicherung am Waal und Albert-Kanal eine Sicherungslinie aufgebaut werden muß. Ebenso ist zu überlegen, ob die in den Niederlanden befindlichen Ausbildungseinheiten nicht zur Sicherung einer Waal- Linie eingesetzt werden sollen, da sie voraussichtlich doch dort zum Kampf kommen werden. Chef Gen.St.H.Gr. stellt Weisung in Aussicht. 19.45 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. AOK 15:

    1.) 1.) Chef Gen.St. AOK 15 meldet, daß Feind auf dem linken Flügel in der zu Pz.AOK 5 bestehenden Lücke weiter in NO Richtung vordrückt und von Ath nach Enghien im Vormarsch sich befindet. In die Einbruchslücke vorgeschobene Flak-Abt. haben in den Panzerkämpfen bereits hohe Verluste erlitten. 1 Lw.Ausb.Rgt. hat Befehl erhalten, nach Tournai vorzugehen. Es ist durch jede Art der Improvisation beweglich gemacht, verfügt aber selbst nur über leichte Waffen und wird deshalb mit einer Flak-Abt. gekoppelt. Rgt. z. Zeit im Raum Brüssel. Das zweite Lw.Ausb.Rgt. befindet sich in Holland, 1 Rgt. 70.I.D. wird in den Raum Gent vorgeführt.

    2.) 2.) Auf Anfrage stimmt Chef Gen.St.H.Gr. der Absicht der Armee zu, mit der Zerstörung der Häfen Calais, Boulogne und Dünkirchen zu beginnen.

    21.30 Uhr: Ferngespräch Ia W.B.Ndl. – O 1 H.Gr.:

    Ia W.B.Ndl. meldet, daß der gem. H.Gr.-Befehl befohlene mot. Transport eines Rgts. der 719.I.D. nicht vor 5.9., früh, möglich ist, da die Lkw. erst durch Aushebung im Lande beschafft werden müssen, ausserdem ist Sabotage der Landeseigenen Fahrer zu befürchten.

    22.00 Uhr: Fernmündl. Meldung Chef Gen.St. AOK 7 an Chef Gen.St.H.Gr.: Nach Meldung der 7.Armee ist Feind von Ath über Enghien – Hal nach Brüssel vorgestossen. Dort z.Zt. 20 Panzer. Armee versucht mit Restteilen 3.Fallsch.Jäg.Div., 6.Fallsch.Jäg.Div. und 18.Lw.Feld-Div. eine Sicherungslinie südl. Hal bis Höhe Charleroi entlang dem Kanal aufzubauen. 23.00 Uhr : Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 1 – Chef. Gen.St.H.Gr. : Zur Lage :

    1.) 1.) Eindruck, daß Feind im Aufschliessen und Umgruppierung sich befindet. Armee ist der Auffassung, daß Feind weiter die Tendenz hat, nach Osten anzugreifen.

    2.) 2.) Zwischen Diedenhofen und Longuyon Sicherungslinie aufgebaut. Von Pz.Brigade 105 10 Züge ausgeladen.

    Absicht: Im Raum SW Luxembourg Pz.Brig. versammeln. Ostw. Arlon soll 15.Pz.Gren.Div. versammelt werden, sodaß ein verstärktes Rgt. mit der Pz.Brig. gekoppelt werden kann. In Luxemburg selbst alles ruhig. Wasser und Elektrizität wieder in Ordnung

  • 18

    Sorge bereitet die Armee die starke Vermischung der Verbände beim LXXX.A.K. 23.35 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – OKW/Stellv.Chef WFSt.:

    Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Eindruck, daß es sich nicht um Panzerspitzen überbeanspruchter Feindverbände handelt, sondern daß starker Panzerfeind im W operiert. Es besteht Klarheit, daß Angloamerikaner den Stoss über Brüssel auf Antwerpen führen mit der Absicht, die 15.Armee einzukesseln. Eigene Kräfte sind ausserordentlich gering. Trotzdem wird alles versucht, den nach Norden vorgehenden Feind abzuschneiden. Die Front ist so gefährdet, daß O.B.H.Gr. es für erforderlich hält, daß mindestens einer der Pz.Brig. im belgischen Raum angesetzt werden muß. Pz.Brig. 105 im Eintreffen SO Brüssel. Sie soll nach Westen vorgeschoben werden, um Strasse von Hal nach Norden zu sperren. Es ist nötig, daß der rechte Flügel der 5.Pz.Armee eine weitere Pz.Brigade zum Einsatz erhält. Terroristenkämpfe überall in den Städten. Bei 1. und 15.Armee ist der Tag ruhig verlaufen.

    Die 70.I.D. wird in den Raum südl. Brügge verlegt. Die Rücknahme des rechten Flügels der 15.Armee wird nach Möglichkeit beschleunigt.

    Nach den Erfahrungen des Osten wird vorgeschlagen, in der nächsten Zeit schon grosse Teile der Heimat-Flak als Sperrgürtel in den Westwall zu verlegen. O.B.H.Gr. ist der Auffassung, daß durch die Entwicklung der Lage in Finnland Kräfte für den Westen freigemacht werden können. Stellv.Chef OKW/WFSt. Sagt Freigabe von 2 Pz.Brig. für den Westflügel der H.Gr. zu. 23.45 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. Pz.AOK 5 – Chef Gen.St.H.Gr.: Auf Anfrage nach Gegenmaßnamen gegen den in Brüssel eingebrochenen Panzerfeind betont Chef Gen.St. Pz.AOK 5, daß ausser den schwachen Sicherungskräften des Kampfkommandanten keine Kräfte eingesetzt werden können. Von Pz.Brig. 105 sind augenblicklich noch keine Kampfteile einsatzbereit.

    Chef Gen.St.H.Gr. betont, daß O.B.H.Gr. erwartet, daß mit vorhandenen Teilen Pz.Brig. 105 Hal besetzt und Strasse nach Brüssel gesperrt wird. Bei weiteren herankommenden Kräften ergibt sich Gelegenheit zum Stoss in den Rücken oder Flanke des vorgeprellten Gegners.

    Am 3.9. geht Führerweisung für die weitere Kampfführung (F.S.O.B.West, Ia Nr.597/44 g.Kdos.Chefs. – Ia Nr.6807/44g.Kdos.Chefs.) ein: Es folgt Wortlaut im Original. Weitergabe des Befehls an die Armeen durch O.B.H.Gr. (F.S. Ia Nr.6921/44 g.Kdos. v. 3.9.): Es folgt Wortlaut im Original. 5.Panzeer-Armee. O.B.H.Gr. beantragt bei O.B.West im Hinblick auf die stark abgesunkene Kampkraft der 5.Pz.Armee Zuführung mindestens einer Pz.Brig. Einzelheiten siehe F.S. Ia Nr.6916/44 g.Kdos. v. 3.9. Weisung für die weitere Kampfführung. Durch O.B.H.Gr. ergeht folgende Weisung für die weitere Kampfführung an die unterstellten Armeen: (F.S.H.Gr.B, Ia Nr.6913/44 g.Kdos. v.3.9.): Es folgt Wortlaut im Original. Auffrischung der Panzerverbände.

    1.) 1.) 2., 116.Pz.Div., 9., 10.SS Pz.Div. und Sturm-Pz.Abt.217 bleiben mit kampffähigen Teilen eingesetzt. Nicht eingesetzte Teile sind durch 5.Pz.Armee zur Auffrischung in Raum Venlo – Arnheim – Hertogenbusch zu verlegen.

    2.) 2.) Zur Vollauffrischung im Reichsgebiet werden mit allen Teilen verlegt: 1., 2., 12.SS Pz.Div., SS-Pz.Abt.101

    und 102, s.Pz.Abt.503 und 654.

    Einzelheiten siehe F.S. H.Gr.B, Ia Nr.6917/44 g.Kdos. v. 3.9.

  • 19

    Kriegstagebuch H.Gr. B 4 September 1944 Verlauf. ====== Die nur noch mit Splitterteilen verteidigte Front auf den inneren Flügeln der 15. und 5.Pz.Armee wurde von der 21.brit. Heeresgruppe unter scharfer Kräftezusammenfassung erneut durchstossen und weit aufgerissen. Fdl. Panzer drangen über Brüssel in Antwerpen ein und schlossen damit den Ring um die auch in ihrer Mitte hart bedrängte 15.Armee. Der Gegner verfolgt die Absicht, über den Albert-Kanal auf Breda vorzustossen. Die 15.Armee wird auf Befehl mit Teilen in die Festungen Boulogne und Dünkirchen sowie auf Calais kämpfend ausweichen, mit einer stärkeren Kampfgruppe dabei der Armeestab über Vlissingen Richtung Breda und mit 712.Div. nördlich Brüssel vorbei nach Osten Richtung Diest ausbrechen. Gegen die nur mit sehr schwachen Kräften aufgebaute Abriegelung der 7.Armee, die im Laufe des 4.9. nachm. den Befehl über alle Verbände der 5.Pz.Armee übernehmt, drängt der Gegner auf Loewen und Wavre mit Panzerkräften nach. Teile drangen in Loewen ein. 105.Pz.Brigade bei Tirlemont wird hingegen als Eingreifreserve bereitgehalten werden. Es gelang ihm ausserdem, bei Dinant und südl. Givet örtl. Brückenköpfe über die Maas zu bilden. Panzeraufklärung stösst auf Ciney vor. Im Bereich der 1.Armee setzte die 3.amerikan.Armee mit Schwerpunkt im Raum von Charleville – Montmédy ihr Aufschliessen fort und fühlte mit stärkeren Aufklärungskräften gegen unsere Moselbrückenköpfe vor. Baldiger Grossangriff über die Linie Mons – Charleville – Montmédy nach Nordosten ist zu erwarten. Besprechungen, Erwägungen, Entschlüsse. =============================== General d.Inf. Krebs übernimmt die Dienstgeschäfte des Chefs des Generalstabes der Heeresgruppe B. Der bisherige Chef des Generalstabes, Generalleutnant Speidel, wird in die Führerreserve OKH versetzt. Vgl. hierzu auch Meldung an Chef Gen.St.d.Heeres v. 4.9. 00.05 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. O.B.West – O.B.H.Gr.:

    O.B.H.Gr. befiehlt für weitere Kampfführung als Grenze zu Armee-Gr.G Linie Sedan – Trier – Verlauf der Mosel.

    01.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. Pz.AOK 5 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 meldet, daß bisher in Brüssel etwa 30 fdl. Panzer gemeldet sind, von denen 1 Panzer und 3 Pz.Spähwagen vernichtet wurden. Sicherungskräfte des Kampfkommandanten von Brüssel an Nordrand zurückgedrängt. 2 eigene Kpn. Noch in der Stadt. Ein Gegenstoß der Pz.Brigade 105 ist im Laufe des Vormittags 4.8. nicht möglich, da ausser dem Stab einer Sonder-Kp. noch keine Kampfteile vorhanden sind. Ebenso verfügen die schwachen Sicherungskräfte des Kampfkommandanten über keine panzerbrechenden Waffen, sodaß damit zu rechnen ist, daß Gegner 4.8. bis Antwerpen vorstösst.

    Chef Gen.St.H.Gr. betont, daß auch mit ungenügenden Kräfte der Pz.Brigade die Strasse bei Hal gesperrt werden muß.

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 meldet weiterhin, daß Stab AOK 7 sich vom bisherigen Gef.Stand abgemeldet hat. Die gemäß Heeresgruppen-Befehl zu stellend Nahtgruppe zur Grenze 1.Armee wird durch 1 Kampfgruppe 1.SS Pz.Div. (3 Kpn.,1 Spw., 1 Fla-, 1 I.G.-Kp., 2 – 7,5 cm Pak, 1 Zug Kampfwagen und 2 Bttren 1.F.H.) gebildet und im Laufe des 4.9. nach Raum St.Hubert verlegt.

    01.15 Uhr:

  • 20

    Ferngespräch Chef Op.Abt. OKH – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St.H.Gr. weist darauf hin, daß die Lage im Westen immer kritischer wird. Etwa 30 Panzer stehen in Brüssel, ihrem Vorstoss auf Antwerpen steht nichts entgegen. Die schlechtesten Zeiten der H.Gr. Mitte stehen in keinem Vergleich zur Lage hier. Die Terroristentätigkeit wächst. Zuführung von Kräften aus dem Osten ist ein dringendes Gebot. Ohne 2 – 3 Div. ist die Lage im belg. Raum nicht wiederherzustellen. Der Gedanke einer einheitlichen Befehlsführung für Ost und West erscheint besonders nötig. Vgl. hierzu auch Antrag O.B.H.Gr. (F.S. Ia Nr.6912/44 g.Kdos.) an OKW und Chef Gen.St.d.Heeres auf Zuführung von 3 Pz.Div. für Pz.AOK 5.

    01.40 Uhr: Ferngespräch Id W.B.Ndl. – Ia H.Gr.:

    Ia H.Gr. übermittelt Befehl H.Gr. sofort alle Teile 719.I.D. mit Behelfsmitteln in den Nethe-Abschnitt südl. Antwerpen etwa in Linie Boon – Lier vorzuwerfen, um Vorstoss des Gegners auf Antwerpen abzuwenden. 719.ID. ist zum Einsatz AOK 15 unterstellt. Vgl. hierzu fernschr.Befehl H.Gr.B, Ia Nr.6924/44 g.Kdos. v. 4.9.

    02.10 Uhr: Ferngespräch stellv.Chef OKW/WFSt. – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Stellv.Chef OKW/WFSt. übermittelt, daß Führer dem Einsatz einer der verst. Pz.Brigaden (ab 6.9. in Zuführung) im Nordabschnitt der H.Gr. zugestimmt hat, dafür jedoch Herauslösen zweier Stämme von Pz.Div. (1. und 12.SS Pz.Div.) zur Auffrischung befiehlt. Chef Gen.St.H.Gr. betont, daß die Entwicklung der Lage eine erneute Nachprüfung verlangt, welche Kräfte aus dem Osten oder anderen Bereichen zugeführt werden können. Einsatz der letzten Kräfte (719.I.D. südl. und in Antwerpen, 70.I.D. nach Gent) ist befohlen.

    Stellv.Chef OKW/WFSt. Sagt Vortrag und Nachprüfung zu. 02.40 Uhr: Ferngespräch Ia AOK 7 – Chef Gen.St.H.Gr.: Ia AOK 7 meldet sich vom neuem Gef.Stand Hex und orientiert:

    Die gegen Panzerfeind, der in der breiter Front von Westen und Süden nach Brüssel eingedrungen ist, eingesetzten eigenen Kräfte sind schwach und ungenügend. Die Rest der AOK 7 unterstellten, zur Auffrischung vorgesehenen Inf.Verbände befinden sich im Raum der 5.Pz.Armee, so daß Gruppe Brandenberger ausser 2 Gen.Kdos. über keinerlei Truppen verfügt. In der Lücke zwischen Nivelles und Tournai stehen mit Ausnahme versprengter Gruppen keinerlei Kräfte mehr, ein Widerstand ist deshalb nicht anzunehmen. Pz.Brig. 105 hat Befehl, sich im Raum Tirlemont zu versammeln, um geschlossenen Stoss der Brigade zu ermöglichen.

    O.B. AOK 7 schaltet sich ein und betont, daß seinerseits gegen den von Teilen der Pz.Brigade 105 gegen Hal befohlenen Stoß grosse Bedenken bestehen. Nur geschlossener Einsatz, der frühestens am spätem 4.9. möglich ist, kann einen gewissen Erfolg bringen.

    Chef Gen.St.H.Gr. weist nochmals auf die Weisung des O.B., mit allen Kräften das Vorgehen des Gegners zu verhindern.

    08.45 Uhr: Ferngespräch Ia W.B.Ndl. – Ia H.Gr.:

    Ia H.Gr. übermittelt, daß W.B.Ndl. auf Befehl O.B.H.Gr. verantwortlich ist, den auf Antwerpen zielenden Stoß des Feindes möglichst noch abzufangen und vor allem ein weiteres Vorgehen in Richtung nach Osten zur Reichsgrenze zu verhindern.

  • 21

    719.I.D. ist mit allen verfügbaren Mitteln voll zum Einsatz zu bringen. H.Gr. erwartet entsprechenden Vorschlag W.B.Ndl.

    09.20 Uhr:

    Fernmündliche Übermittlung Befehl H.Gr. durch Ia H.Gr. an Ia LXXXVIII.A.K., 719.I.D. unter Zuhilfenahme aller Aushilfen mit allen Mitteln in den Raum Antwerpen vorzuwerfen.

    09.55 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. W.B.Ndl. – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St. W.B.Ndl. meldet, daß die Sicherungen am Albert-Kanal erst übermorgen mit den zur Verfügung stehenden Kräften errichtet werden können. W.B.Ndl. schlägt deshalb vor, da nur Rekruten ohne schwere Waffen zur Verfügung stehen, die Waal-Stellung zu beziehen.

    Chef Gen.St.H.Gr. weist darauf hin, daß es darauf ankommt, die Sicherungen möglichst weit nach Süden vorzutreiben und daß lagemässig nichts anderes übrig bleibt, als die Kräfte dorthin zu tun.

    10.15 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 7 – Chef Gen.St.H.Gr.;

    Chef Gen.St. AOK 7 meldet, daß Oberst Viebig als Kampfkommandant in Loewen eingesetzt worden ist, dem alle Kräfte zur Verteidigung der Dyle-Stellung zur Verfügung gestellt werden und der Auftrag erhalten hat, Aufklärung nach Westen vorzutreiben.

    An der Dyle werden alle Brücken zur Sprengung vorbereitet. Nebenbrücken werden bereits gesprengt. Eigener Widerstand in Brüssel scheint gebrochen zu sein. Aufklärung nach Westen hat ergeben, daß Gegner nicht nach Osten, sondern nach Norden vorstösst und Raum bis Cortenberg feinfrei ist. AOK 7 hat befohlen, 719.I.D. über Antwerpen nach Süden zu fahren bis in Gegend Mecheln. Pz.Brig. 105 wird in Tirlemont versammelt.

    II.SS Pz.Korps hat den Raum von Nivelles und Mons freigegeben dadurch, daß die Restteile der 9. und 10.SS Pz.Div. Befehl erhielten, ostw. Nivelles auszuweichen. Diese Teile stehen z.Zt. in Genappe (ostw. Nivelles).

    Chef Gen.St.H.Gr. ordnet an, mit den vorhandenen Kräften eine Sicherungslinie entlang der Dyle im Zuge der Orte Loewen – Wavre und weiter über Gosselies – Charleroi aufzubauen. Das LXXXI.A.K. übernimmt Befehl über Abschnitt Loewen – Mecheln mit den Auftrag, alles aufzufangen und in Form von Kampfgruppen einzusetzen. Komm.General II.SS Pz.Korps meldet anschliessend an Chef Gen.St. H.Gr., daß mit den zur Verfügung stehenden Kräften Avesnes – Maubeuge nicht gehalten werden konnte, nachdem die Kampfgruppe der 9.SS Pz.Div. bereits bei Cambrai zerschlagen worden ist. Korpsstab z.Zt. nicht einsatzfähig.

    11.05 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 7 – Chef Gen.St. H.Gr.:

    Chef Gen.St.H.Gr. ordnet an, daß mit 719.I.D., die der Armee unterstellt wird, sofort Verbindung aufzunehmen ist und Widerstandslinie Loewen – Mecheln – Antwerpen aufzubauen ist. Jede Bewegung von kampffähigen Teilen nach Osten ist zu unterbinden.

    11.45 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. W.B.Ndl. – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St. W.B.Ndl. meldet, daß Sicherungslinie der 719.I.D. südl. Antwerpen durchbrochen worden ist und betont noch einmal, daß die zur Verfügung stehenden 5000 Mann Rekruten ohne Pak und schwere Waffen nach Auffassung W.B.Ndl. in der Waal-Stellung versammelt werden sollten, da Führer eingewiesen und als Hauptschutz die vorbereitete Brückensprengung dort gegeben ist. 8 Züge der 347.I.D. stehen in Essen bzw. in Nordholland und ausserdem steht Pz.Jäg.Abt.559 mit Anfängen an der holl.Grenze. W.B.Ndl. beabsichtigt, Gen.Kdo. LXXXVIII.A.K. die 719.I.D. zu unterstellen,

  • 22

    mit dem Auftrag, diese Unter Ausnützung jeden Transportraumes in den Bereich Antwerpen zu fahren. Teile 347.I.D. und Pz.Jäg.Abt.559 sollen zur Verteidigung ostw. von Antwerpen angesetzt werden.

    Chef Gen.St.H.Gr. erklärt Einverständnis des O.B., daß Ausbildungseinheiten als Reserve in der Waalstellung verbleiben, mit der Maßgabe, daß ihr späteres Vorziehen nach Süden vorbereitet wird und sagt die Zurverfügungstellung von 300 to Transportraum nach Breda zu. Gleichzeitig wird angeordnet, daß Gen.Kdo. LXXXVIII.A.K. am Albert-Kanal befehlsführend zwischen Antwerpen – Hasselt eingesetzt wird und ihm 719.I.D., Teile 347.I.D. und Pz.Jäg.559 unterstellt werden. Pz.Jäg.Abt. 559 ist als Korpsreserve zu verwenden. Alle Verbände die westlich dieser Linie stehen, sind einzuraffen und einzusetzen. Gef.Stand des LXXXVIII.A.K. in Raum Tilburg. Auch die in Raum Herzogenbusch zur Auffrischung eingetroffenen Teile der 9. und 10.SS Pz.Div. sowie 2. und 116.Pz.Div. stehen zur Verfügung Gen.Kdo.LXXXVIII.A.K.

    12.00 Uhr:

    Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 7 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet über Einsatz des LXXXVIII.A.K. H.Gr. beabsichtigt, das Korps später der 7.Armee zu unterstellen. Die Armee hat mit W.B.Ndl. deshalb Verbindung zu halten. Mit I.SS Pz.Korps ist Verbindung aufzunehmen und alle nach Osten strömenden Verbände anzuhalten und in Kampfgruppen einzuteilen.

    Chef Gen.St. AOK 7 meldet die im Raum Tirlemont eingetroffenen Teile der Pz.Brig.105. 12.15 Uhr:

    Unterrichtet Ia H.Gr. Ia O.B.West über die Lage und die von H.Gr. getroffenen Maßnahmen. Ia O.B.West meldet, daß Gegner im Raum Charleville – Metz – Verdun Funkstille befohlen hat.

    12.40 Uhr:

    Unterrichtet Chef Gen.St.H.Gr. fernmündlich OKW/Stellv.Chef WFSt. (fernmündlich voraus) über die Lagebeurteilung des O.B. vom 4.9. (siehe F.S. Ia Nr.6944/44 g.Kdos.):

    Es folgt wortlaut im Original. 12.50 Uhr: Unterrichtet Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. O.B.West über die Lagebeurteilung das O.B.

    Chef Gen.St. O.B.West weist auf die besondere Wichtigkeit des Schutzes des Raumes von Trier im Hinblick auf dessen Bedeutung für den Westwall hin.

    Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt abschliessend Bitte des O.B., Chef Gen.St.d.Heeres fernmündlich über die Lagebeurteilung des O.B.H.Gr. in Kenntnis zu setzen und darauf hinzuweisen, daß nach Auffassung des O.B. im Hinblick auf die Lage im Westen weitere Verbände des Ostheeres freigemacht werden müssen.

    13.25 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. Pz.AOK 5:

    Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Auftrag, daß 5.Pz.Armee aus der Befehlsführung herausgezogen wird und den Auftrag erhält, Auffangen und Ordnen von nach Osten abströmenden Verbänden, Eingliederung dieser Verbände in Kampfgruppen.

    14.25 Uhr: Ferngespräch Kommandeur I.D.z.b.V.136 – Ia H.Gr.:

    Kdr.I.D.z.b.V.136 meldet, seit 14.00 Uhr sind fdl. Panzer in Antwerpen eingedrungen und fahren in der Stadt umher. Südlich der Stadt weitere Panzerkräfte, die teilweise durch eigenes Artilleriefeuer zum Auseinander- bzw. Zurückfahren gezwungen wurde. Eigene Sicherungskräfte können schwache fdl. Vorstösse am Südrand der Stadt abwehren. Zur Vernichtung der sich in der Stadt befindlichen Pz.Wagen

  • 23

    fehlen die Kräfte. Damit entsteht die Frage, soll Stadtrand gesichert werden oder soll Albert-Kanal gesperrt werden.

    14.45 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Kommandeur I.D.z.b.V.136: Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt Kommandeur I.D.z.b.V.136 folgenden Befehl:

    Mit vorhandenen Kräften ist der Albert-Kanal zu sperren. 15.Armee wird Befehl erhalten, südl. Antwerpen in Richtung Mecheln mit Teilen durchzubrechen. Gen.Kdo.LXXXVIII.A.K. wird in Tilburg eingesetzt, dem Korps wird Kommandeur I.D.z.b.V.136 unterstellt. Er hat dorthin Verbindung auf zu nehmen. Es ist zu melden, wann die letzten Teile über den Albert-Kanal zurückgenommen worden sind. Die Brücken sind zu sprengen. Auf die Anfrage nach der Stärke der zur Verfügung stehenden Kräfte, sowie der schweren Waffen, meldet Kommandeur I.D.z.b.V.136: 2 schwache Btle., 1 stark geschwächtes Btl. Landesschützen und eine schwere Flak-Bttr. Kampfkraft insgesamt etwa 2 Btle. Starker Mangel an schweren Waffen und Artillerie. Ferner wird gemeldet, daß die Brücken zur Sprengung vorbereitet sind.

    Vgl. Hierzu auch Befehl H.Gr.B, Ia Nr. 6942/44 g.Kdos. v. 4.9. 14.55 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. O.B.West:

    50 fdl. Panzer in Antwerpen. I.D.z.b.V.136 hat Befehl, mit den zur Verfügung stehenden Kräfte (Kampfstärke 2 Btle., 1 schw. Flak-Bttr.) unter Aufgabe der Stadt Antwerpen Albert-Kanal zu sperren, Brücken zu sprengen. Div.z.b.V.136 wird LXXXVIII.Korps unterstellt. 15.Armee hat Befehl, mit Teilen in Richtung Loewen – Hasselt durchzubrechen, mit Teilen (dabei Armeestab) über Vlissingen – Breda. Die hierfür nicht in Frage kommenden Teile der Armee sollen die Festungen, Dünkirchen, Calais und Boulogne verstärken. 7. Armee hat Befehl, Sicherungslinie in allgemeiner Linie Hasselt – Loewen - Namur aufzubauen. Pz.Brigade 105 soll nach Versammlung einen Stoß in Richtung Mecheln führen. (Kommt frühestens morgen in Frage).

    15.15 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St.W.B.Ndl.:

    Orientierung über Feindlage Antwerpen und eigene Absichten (siehe oben). Es wird gebeten Orientierung an LXXXVIII.Korps weiterzugeben und hinzuzufügen, daß alles getan werden muß, um Kräfte an den Albert-Kanal heranzubringen.

    16.10 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 7 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St. AOK 7 meldet, daß Aufklärung ostw. und südl. Brüssel keine regulären Feindtruppen ergeben hat. Es besteht der Eindruck, daß der Gegner nur nach Norden vorstösst. Oberfeld-Kdt. Brüssel mit einem schwachen Btl. in Loewen eingetroffen. Nach s.Qu.-Meldung ist Feind 9 km südostw. Namur auf Tross der 331.I.D. gestossen, hat diesen zerschlagen und stösst weiter nach Südosten vor. Nachdem durch Irrtum der Betriebsstoff für die Pz.Brig. 105 in Loewen gesprengt worden ist, beantragt die Armee, von den in Lüttich stehenden 600 cbm Betriebsstoff den notwendigen Sprit für die Pz.Brigade entnehmen zu können.

    An Stelle von General Kunzen übernimmt General Schack LXXXI.A.K. Die Armee beabsichtigt, die Stäbe des LXXIV.A.K. und LVIII.Pz.Korps zu ergänzen und ebenso den Stab des II.SS Pz.Korps aufzufrischen. 47.I.D. und 116.Pz.Div. werden LXXIV.A.K. unterstellt.

  • 24

    Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet über Lage im Raum von Antwerpen und über Unterstellung Div.z.b.V.136 unter LXXXVIII.A.K. Pz.Brig. 105 hat auf Mecheln vorzustossen und Aufklärung nach Westen und Südwesten vorzubereiten, um Strassen freizuhalten. Wenn Gegner weiter nach Osten vorstösst, ist Anschluss in Linie Hasselt – Loewen zu halten, evtl. kommt die Linie Hasselt – Namur – Maas in Frage.

    16.30 Uhr: Übermittelt Chef Gen.St.H.Gr. an O.B. AOK 15 Befehl H.Gr.B., Ia Nr.6941/44 g.Kdos. v. 4.9. 1820 Uhr: Meldet AOK 15 über W.B.Ndl. an Ia/F H.Gr. Absicht für Durchbruchsauftrag: 1.) a) LXVII.A.K. mit 245.I.D Verstärkung Boulogne 226.I.D. Verstärkung Calais. b.) Restteile LXXXVI.A.K. (ohne Korpsstab) Verstärkung Dünkirchen.

    c.) c.) LXXXIX.A.K. mit 64. und 59.I.D. südostw. Thourout vorbei – Vlissingen. (Armeestab voraussichtlich Breda dazu Korpsstab LXXXVI.A.K.)

    70.I.D. beiderseits Gent gegen Feindvorgehen nach Norden (erste Teile Eintreffen 4.9. abends), schliesst sich der Korpsgruppe LXXXIX.A.K. an.

    d.) d.) 712.I.D: Durchkämpfen über Audernarde nördl. Vorbei Brüssel auf Diest.

    2.) Vorgeschobener Teil 1.Staffel heute Abend Stellungswechsel über Vlissingen nach Breda. Chef Gen.St. bereits vorausbefohlen, Anruf bei H.Gr. Abzweigung Ia nach Rotterdam, ab Vlissingen mit M-Boot oder Bergen of Zoom mit Pkw. 3.) 712.I.D. wird unter Ausnutzung aller Möglichkeiten Gegend südlich Audernarde in 2 – 3 Tagen, Gegend Brüssel in 4 – 5 Tagen bei nicht zu schwerem Kampf durchschnitten haben. Rücksichtsloses Durchtreiben wird durchgesetzt.

    18.55 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – OKH Chef Gen.St.d.Heeres:

    Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet über Lage und die von H.Gr. beabsichtigten Maßnahmen, sowie über die Auffassung des O.B.H.Gr., daß Wechselwirkung zwischen Ost und West nunmehr in Erscheinung treten müsste.

    Chef Gen.St.d.Heeres erklärt diese Auffassung für irrig und ist der Ansicht, daß am Nordflügel durch Zerstörung aller Art versucht werden müsste, die Dinge zum Stehen zu bringen, während der Angriffsweise Schwerpunkt nach dem Süden zu verlegen ist. Was an neuen Verbänden fertig gemacht werden kann, wird an sich dem Westen gegeben. Ein Erfolg auf dem linken Flügel wird sich mit Bestimmtheit auf Mitte und Nordflügel auswirken. Auf die Meldung hin, daß mit Zustimmung des OKW/WFSt. 2 Pz.Brigaden am Nordflügel eingesetzt werden, gibt Chef Gen.St.d.Heeres erneut seiner Auffassung dahin Ausdruck, daß möglichst alle Panzerkräfte zusammengefasst auf dem Südflügel zum Einsatz zu kommen haben. Auf dem Nordflügel sollten nach Möglichkeit die in Zuführung befindlichen 150 s.Pak und die M.G.Btle. eingesetzt werden.

    Anschliessend meldet Chef Gen.St.H.Gr. als Auffassung der H.Gr., daß etwas für den Nordflügel getan werden muß, da nicht feststeht, daß eigene Sicherungen an der Grenze so stark sind, um einen möglichen Stoss der Engländer in das Industriegebiet aufzuhalten.

    19.10 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.AOK 1 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Feind hat im Laufe des Tages gegen die ostw. Toul stehenden eigenen Gefechtsvorposten vorgefühlt. Starke Feindkräfte sind in Versammlung vor dem Brückenkopf Pont-A-Mousson. Feind mit Pz.Spähwagen

  • 25

    gegen St.Jean vorgefühlt. Feind hat nördl. Verdun Richtung Stenay und Montmedy vorgefühlt. Stenay in eigener Hand. Nach unbestätigter Ic-Meldung nimmt XX.amerikan.A.K. anscheinend Front nach Norden. Starke mot.Bewegungen auf der Strasse Bethel – Charleville erkannt. Auf Anfrage wird gemeldet, daß bei Arlon Div.Stab 15.Pz.Gren.Div. mit einen Rgt. Und südwestl. Luxemburg die Pz.Brig.106 als Armeereserve versammelt werden. Der Befehl der H.Gr. zum Herausziehen der Pz.Lehr-Div. Ist nicht durchzuführen, da 2 Btle in Front eingesetzt sind. Von 19.I.D. ein Zug in Trier, 1 Zug in Saarbrücken eingetroffen. Hinsichtlich der am Südflügel zu versammelnden Kräftegruppe teilt Chef Gen.St.H.Gr. mit, daß nach Einsatz der 19.I.D. die Kräfte der 15.Pz.Gren.Div. und der Pz.Brigade 106 Freizumachen sind. Die Verbindungen zu rechtem und linkem Nachbar sind vorhanden. Aufklärung wird jeweils seitens der Armee angesetzt. Mit Luftwaffe Verbindung. Mun.Lage in Ordnung. Betriebsstofflage äusserst angespannt.

    19.30 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. W.B.Ndl. – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Auf Anfrage nach Sprengung der Brücken über den Albert-Kanal erklärt Chef Gen.St.H.Gr., daß Brücken bei Hasselt gesprengt werden können. An den Albert-Kanal sind sofort alle verfügbaren Kräfte des W.B.Ndl. heranzuführen, um den Albert-Kanal zu sperren. Im Anschluss an Hasselt hält 7.Armee noch vorwärts Loewen eine zwar nur schwach besetzte Linie. Namur noch in eigene Hand.

    Chef Gen.St. W.B.Ndl. orientiert:

    Eintreffen de gesamten 719.I.D. noch fraglich. Nach s.Qu. geht Stossrichtung des Feindes von Antwerpen nach NNO Richtung Breda.

    19.40 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. O.B.West – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St.H.Gr. orientiert über Absichten der 15.Armee (siehe Ferngespräch 18.20 Uhr). O.B.H.Gr. hat sie gebilligt doch dauert die Durchführung eine gewisse Zeit. 7.Armee schliesst sich an die Sperrlinie, die durch W.B.Ndl. aufgebaut und gehalten wird, in Linie vorwärts Loewen – Charleville an. Feind soll N Dinant über die Maas übergesetzt sein. Lage vor 1.Armee im wesentlichen ruhig, doch lassen Bewegungen auf Zuführungen vor dem rechten Flügel der 1.Armee schliessen. Sicherster Abschnitt der Heeresgruppenfront ist noch die Mosellinien. Zur Weisung OKW (siehe Anl. Nr.........) bemerkt Chef Gen.St.H.Gr., daß Fallsch.AOK 1 für Abschnitt zwischen H.Gr.B und Armeegr.G. vorgesehen war. Den ihm zugedachten Abschnitt N Hasselt soll AOK 15 übernehmen, sobald der Stab zu Schiff nach Holland überführt werden ist. Chef Gen.St.H.Gr. erklärt, daß Fallsch.AOK 1 sich z.Zt. in Berlin befindet und für einen augenblicklichen Einsatz nicht verfügbar ist. Zu der im gleichen Befehl befohlenen Verstärkung von Antwerpen bemerk Chef Gen.St.H.Gr., daß sich Antwerpen in Feindeshand befindet.

    (Vgl. Hierzu auch F.S. O.B.West, Ia Nr.7634/44 g.Kdos. v. 4.9.) Chef Gen.St.H.Gr. übermittelt anschliessend Wunsch des O.B., die betreffenden Gauleiter und anderen Stellen davon zu unterrichten, daß aus dem Bereich der 7.Armee Panzerspitzen jederzeit nach Westen durchstossen können. Die sofortige Besetzung des Westwalls ist dringend erforderlich.

    Chef Gen.St. O.B.West meldet, daß der neuernannte Chef Gen.St. O.B.West zum 5.9. im H.Qu. eintrifft. Ebenso hat sich der neuernannte Chef Gen.St. O.B.West dort gemeldet.

    21.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. - Chef Gen.St.W.B.Ndl.:

  • 26

    Chef Gen.St.W.B.Ndl. meldet:

    1.) 1.) Aus Wehrkreis-Kdo.VI werden 10 Inf.Btle. für Linie Hasselt – Aachen mit 1 Rgts.Stab herangeführt. Nach Ansicht Chef Gen.St.W.B.Ndl. müssen diese Btle. der 7.Armee unterstellt werden. Mitführung eines Div.Stabes wird für dringend notwendig erachtet.

    Vgl. Hierzu F.S.H.Gr.B, Ia Nr.5585 geh. V. 4.9., wonach die 10 Inf.Btle AOK 7 unterstellt werden.

    2.) 2.) Von 347.I.D. bisher wenig eingerafft. Es ist zu erwägen, ob I.SS –Ausb.Btl. (Fahnenjunker) eingesetzt werden soll. Um Entscheid darüber wird gebeten

    Chef Gen.St.H.Gr. entscheidet zu 1.): Unterstellung unter AOK 7, zu 2.): Entscheid wird in Kürze mitgeteilt. 21.10 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St.Wehrkreis VI: Auf Anfrage Chef Gen.St.H.Gr. über Zustand und Versammlungsraum der zuzuführenden 10 Btle. und Bitte um Gestellung eines Div.Stabes meldet Chef Gen.St.Wehrkreis VI:

    Es handelt sich um schwachen Btle., die mit schweren Waffen ausgerüstet sind; sehr geringe Ausstattung mit Panzerbrechenden Waffe. Stab 176.I.D. wird mitgegeben. Antreten der Btle. Aus Raum Roermond am frühen Morgen des 5.9. zum Erreichen der Linie Hasselt – Aachen (ausschl.). Mit Eintreffen dort am Abend des 5.9. ist zu rechnen. Ausserste Marschbeschleunigung wird angestrebt.

    21.25 Uhr: Fernmündliche Meldung Ia AOK 1 an Ia/F H.Gr.: V.P. 19.Gren.Div. eingetroffen. 1 Zug der Div. ist in Trier eingetroffen. Artillerie schwach. 21.30 Uhr: Gibt O.B.West durch:

    1.) 1.) Am 5.9. gegen 09.00 Uhr wird Generaloberst Student bei H.Gr.B eintreffen. Stab Fallsch.AOK 1 wird ebenfalls bei H.Gr. B dorthin zugeleitet.

    2.) 2.) Vororientierung über Befehl OKW (Fernschreiben folgt):

    Die Festungen Boulogne, Calais, Dünkirchen, Walcheren und Brückenkopf Antwerpen sind, soweit irgend möglich, zu verstärken. Siehe hierzu Führerbefehl (F.S. O.B.West, Ia Nr.794/44 g.Kdos.Chefs. – Ia Nr.6808/44 g.Kdos.Chefs. v. 4.9.): Es folgt Wortlaut im Original.

    22.25 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. Pz.AOK 5 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Chef Gen.St. Pz.AOK 5 meldet, daß Auffangorganisation unter Einschaltung des W.B.Belgien am Albert-Kanal und durch Korück der Pz.Armee vom Albert-Kanal bis Lüttich einschl. aufgezogen worden ist.

    Zur Lage:

    Gegen Mittag Feindpanzer eingedrungen in Loewen (Stadtrand), ferner Feindpanzer in Bierbeck. In Namur und Dinant keine Veränderung.

    Aufruf Generalfeldmarschall Model „An die Soldaten des Westheeres !“ Siehe Anlage. Sprengungen von Versorgungslagern. Vgl. Hierzu Befehl H.Gr.B, Ia Nr.5580/44 geh. V. 4.9. an W.B.Ndl. und W.B.Belgien/Nordfr., wonach Sprengungen von Versorgungslagern usw. nur im Einvernehmen mit den Armeen durchzuführen sind. Funklenk-Komp.z.b.V.319.

  • 27

    Funklenk-Kp.z.b.V.319 wird OFK 589 Lüttich zum Einsatz in Lüttich auf Abruf unterstellt. Einzelheiten siehe Befehl H.Gr.B, Ia Nr.6945/44 g.Kdos. v. 4.9. Auffrischung der Panzerverbände. Vgl. hierzu Befehl H.Gr.B, Ia Nr.6930/44 g.Kdos. v. 4.9. an AOK 1 über Auffrischung der im Bereich AOK 1 eingesetzten Pz.Verbände und selbständigen Pz.Abt. Organisation der Versorgungsführung im Bereich O.B.West. Gem.Befehl OKH/Org.Abt. übernimmt ab 4.9. die O.Qu.Abt.Wehrm.Befh.Belgien/Nordfrankreich die Aufgaben einer O.Qu.Abt. bei H.Gr.B. Einzelheiten siehe F.S. OKH Gen.St.d.H./Gen.Qu./Qu.2 I/06413/44 g.K. – Ia Nr. 6939/44 g.Kdos. v. 4.9. Kriegstagebuch H.Gr. B 5 September 1944 Verlauf. ====== Den 5.9. nutzte der Gegner zu weiterem Aufschliessen und zu Umgruppierungen aus. 15.Armee konnte die erste Teile (Stäbe) auf sie Insel Walcheren verbringen. Absetzbewegungen bis in Linie Lumbres – Armentières planmässig ohne wesentlichen Feinddruck. Es gelang dem LXXXVIII.A.K. im Laufe des Tages eine notdürftige Abwehrfront am Albert-Kanal aufzubauen. Fdl. Angriffsvorbereitungen in Antwerpen wurden erkannt. Die Abriegelungsfront der 7.Armee wurde zwischen Gembloux und Namur von stärkeren Kräften angegriffen. Der Gegner (VII.amerikan.A.K.) konnte hier die Sicherungen um mehrere km zurückdrängen. 50 – 60 Panzer (3.amerikan.Pz.Div. ?) sind in Namur eingedrungen. Gegen die ausserordentlich dünn besetzte Maas-Front der 7.Armee vermochte der Gegner Teilerfolge durch Bilden örtl. Brückenköpfe erringen. Bei 1.Armee bestätigte sich die fdl. Schwerpunktbildung im Raume von Charleville. Örtliche Vorstösse am Brückenkopf Metz und vor Pont-a-Mousson wurden abgewiesen. Die Feindabsichten sind im übrigen vor 1.Armee nicht voll geklärt. Nach s.Qu. scheint am 6.9. Angriff stärkere Teile (XX. und XII.amerikan.A.K.) nach Osten gegen die Moselfront wahrscheinlich. Besprechungen, Erwägungen, Entschlüsse. =============================== 09.50 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – O.B. AOK 1:

    O.B. AOK 1 erläutert Kräftegliederung der Armee und Absichten, wonach 3.Pz.Gren.Div. am 5.9. abends aus dem Brückenkopf Pont-a-Mousson herausgezogen werden soll. Ersatz durch Strecken der 462.I.D. nach Süden und der 553.I.D. nach Norden. Wenn Moselverteidigung aufgebaut, beabsichtigt die Armee die Stadt Nancy aufzugeben. Da Kräfte der 553.I.D. nicht ausreichen, sind die dort eingesetzten Teile des Fallsch.AOK 1 zunächst noch zu belasten. Fdl. Brückenkopf bei Charmes mit 2 Btlen. gebildet. Aufklärung angesetzt. Es entsteht Frage, ob vor Versammlung des XXXXVII.Pz.Korps mit den vorhandenen Teilen dieser Feind angegriffen werden soll.

    Chef Gen.St.H.Gr. ordnet an, daß AOK 1 auch am rechten Flügel eine Kräftegruppe bildet.

    Auf Anfrage wird gemeldet, daß Bereinigung des Brückenkopfes bei Chames frühestens am 6.9. beginnen kann.

    10.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St.W.B.Ndl.:

    1.) 1.) Pz.Jäg.Abt.559 noch nicht eingetroffen.

  • 28

    2.) 2.) Beiderseits Antwerpen befinden sich 17 Brücken, von denen 2 gesprengt werden konnten.

    3.) 3.) Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet über beabsichtigten Einsatz des Fallsch.AOK 1 am

    Nordflügel zwischen Antwerpen und Hasselt einschl., dem Gen.Kdo.LXXXVIII.A.K. und ein Teil der Verbände des AOK 15 unterstellt werden. W.B.Ndl. regelt die Befehlsführung in der Waal-Stellung und nördl. W.B.Ndl. hat die Frage zu prüfen, ob bewegliche Artillerie aus dem Küstenschutz zum Einsatz am Albert-Kanal herausgezogen werden kann.

    Abschliessend wird gemeldet, daß bis jetzt 4 Bttren. Der 719.I.D. am Albert-Kanal eingesetzt sind. Fdl. Brückenköpfe bestehen bis jetzt nicht.

    10.10 Uhr:

    Unterrichtet fernmündlich Ia O.B.West Ia H.Gr., daß Einsatz der Pz.Brig.111 am Nordflügel durch OKW abgelehnt worden ist.

    10.30 Uhr: Ferngespräch OKW/WFSt. (Major i.G.Friedel) – Ia H.Gr.

    1.) 1.) OKW teilt mit, daß Fallsch.AOK 1 8 Btle. mitbringt, denen bis morgen abend 12 weitere Btle. folgen. Ausserdem kommen dazu 30 schwere und 10 le. und mittl. Flak-Bttren. Dieses dadurch bestehende Gerippe für die Albertstellung wird verstärkt durch etwa 50 Pak (pro Btl. 2 s.Pak) Wegen der fehlenden Artillerie wird OKW nach Aushilfen suchen.

    2.) 2.) OKW ist unangenehm berührt, daß 15.Pz.Gren.Div. noch im Raum Arlon steht. Führer hat erneut

    eindeutig Schwerpunktbildung am Südflügel des AOK 1 zum Ausdruck gebracht. Dorthin auch die Pz.Brig. 111, 112 und 113. Es sollen demnach 15.Pz.Gren.Div. und 106.Pz.Brig. sofort dem Südflügel zugeführt werden.

    Seitens OKW wird alles Erforderliche für die sofortige Auffrischung der 1. und 12.SS Pz.Div. und der Pz.Lehr-Div getan.

    11.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. AOK 1:

    O.B.H.Gr. ist mit den Vorschlägen des AOK 1 einverstanden. Art und Weise der Durchführung ist fernmündlich zu melden. Der Brückenkopf bei Charmes ist so bald als möglich zu beseitigen und zwar unter Ausnutzung der in Zuführung befindliche Verbände.

    Vgl. Hierzu auch fernschr.Befehl H.Gr.B, Ia 6980/44 g.K. 11.15 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. O.B.West:

    Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet über die Lage und meldet Absicht, mit AOK 1 unter Ausnutzung der günstige Feindlage zur Stellungsverbesserung örtlichen Angriff durchführen zu lassen, zu dem auch die Hälfte der 15.Pz.Gren.Div. zur Verfügung steht. Ziel ist die Gewinnung einer Linie von Longuyon über Briey zum Brückenkopf Metz. Der Armee ist ausserdem befohlen, den fdl. Brückenkopf bei Charmes zu beseitigen unter Mitwirkung von Verbände der Armeegr.G.

    Chef Gen.St. O.B.West teilt hierzu mit, daß entsprechender Befehl an Armee-Gr.G. ergangen ist und daß diese die Verantwortung hat. Chef Gen.St. O.B.West teilt mit, daß auf Grund Führerweisung den Anträgen des O.B.H.Gr. auf Zuführung von Verbänden zur Stützung des Nordflügels und damit zur Schliessung der offenen Tür in das Rheinland nicht entsprochen worden ist.

    Chef Gen.St.H.Gr. bittet, bei OKW die Zuführung von Sturmgeschütz-Brig. zum Einsatz hinter den Albert-Kanal erneut zu beantragen.

    11.30 Uhr:

  • 29

    Abfahrt O.B. zum I.SS Pz.Korps. Einzelheiten siehe Fahrtnotizen Ord.Offz.O.B.

    Rückkehr O.B. ins H.Qu H.Gr. 11.35 Uhr:

    Fernmündl. Antrag Chef Gen.St.W.B.Ndl. an Ia H.Gr., die Landenge bei Woensdrecht durch Einsatz 1 Btl. der SS-Unterführerschule zu sperren, um die Landenge zum Übergang offen zu halten, wird genehmigt.

    12.30 Uhr: Ferngespräch Stellv.Chef OKW/WFSt. – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Stellv.Chef OKW/WFSt. weist darauf hin, daß nach Ansicht des Führers das Herausziehen der 15.Armee aus dem Einschliessungsring über Westerschelde – Vlissingen durch die Überlegenheit der fdl. Luftwaffe und durch Einsatz fdl. Schnellboote so erheblich gestört werden kann, daß die Durchführung nicht möglich sein wird. Stellv.Chef OKW/WFSt. ist persönlich der Auffassung, daß man mit allen verfügbaren Kräften in Richtung Antwerpen durchbrechen muß, um vor allen den Gegner in der Flanke zu fassen und dadurch die Lage bei Antwerpen wieder herzustellen. Chef Gen.St.H.Gr. teilt mit, daß von der 70.Div. nur 1 Btl. Auf Walcheren verblieben ist. Die Übersetzmöglichkeiten mit Fähren sind für 1 Div. Vorhanden. Der Weg nach Norden über Westerschelde muß unter allen Umständen versucht werden, da die H.Gr. der Auffassung ist, daß ein Durchstoss auf Antwerpen bei dem derzeitigen Feindbild und dem eigenen Kräfteverhältnis nicht möglich sein wird. Diese Frage wird aber dem O.B.H.Gr. vorgetragen. Für das durchbrechen über Walcheren ist das offenhalten der Enge von Bergen op Zoom natürlich entscheidend. Die 70.Div. soll beiderseits Gent abschirmen, um den Durchbruch des LXXXIX.A.K. zu ermöglichen. 712.I.D. ist die einzige Div., die Richtung Osten auf Mecheln durchbrechen soll. Stellv.Chef OKW/WFSt. ist der Ansicht, daß dieser Stoss wahrscheinlich nicht möglich sein wird. Chef Gen.St.H.Gr. bedauert sehr, daß die versprochene Pz.Brig. der H.Gr. nicht zugeführt wird. So sehr der Schwerpunktgedanke durch Zusammenfassung aller Panzerverbände zu einer Angriffsgruppe auch von der H.Gr. vertreten wird, so wird ein Angriff im Süden keine Auswirkung auf einen über den Albert-Kanal nach NO zielenden Feindvorstoss haben. Die derzeitige Besetzung des Albert-Kanals ist bei einem starke Feindangriff in keiner Weise ausreichend.

    Stellv.Chef OKW/WFSt. betont, daß ein Festlegen der 15.Pz.Gren.Div. im Raum von Luxemburg von höchster Stelle nicht gebilligt wird. Chef Gen.St.H.Gr. teilt mit, daß 15.Pz.Gren.Div. und Pz.Brig. 106 nach Eintreffen der 19.I.D. freigemacht werden und zur Angriffgruppe treten; man muß jedoch, solange die übrigen Teile der Angriffsgruppe nicht versammelt sind, eine gewisse bewegliche Reserve im Raum westlich Luxemburg bereithaben, nachdem mit einen Angriff nach NO Stoßrichtung Aachen doch zu rechnen ist.

    12.45 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St. AOK 7 – Chef Gen.St.H.Gr.:

    Von 719.I.D. 4 Btle. in Albert-Kanal-Stellung eingetroffen. Von 176.I.D., die Abschnitt Aachen – Hasselt besetzt, ebenfalls 4 Btle eingetroffen. 6 weitere Btle. Werden im Laufe des heutigen Tages erwartet. Zur Lage: Feind drückt stark auf äussersten rechten Flügel von Mecheln Richtung Aerschot und hat mit 20 Panzern 10.00 Uhr Heyst op de Berg erreicht. Zwischen Aerschot und nördl. Loewen Kampfgruppe 352.Div. eingesetzt. Kampfgruppe 275.Div. in Zuführung. Lage in Loewen nicht geklärt. Pz.Brig.105 westl. Tirlemont hat den Auftrag, nach Beendigung der Versammlung auf Loewen anzugreifen.

    LXXIV.A.K.: Absetzbewegung auf Linie Wavre – Namur abgeschlossen.

  • 30

    I.SS Pz.Korps: Feindeinbruch bei Dinant und südl. Givet bereinigt. Kämpfe bei Haybes sind noch im Gange. Bereitstellungen starker Kräfte bei und nördlich Charleville lassen auf bevorstehende Angriffsabsichten schliessen. Kampfgruppe 1.SS Pz.Div. im Marsch über Marche in Raum St.Hubert. Panzerlage: 30 Panzer und 10 Sturmgeschütze bei Pz.Brig.105, 15 Panther der 116.Pz.Div. NW Namur zugeführt.

    13.15 Uhr:

    Unterrichtet Chef. Gen.St.H.Gr. Chef Gen.St. AOK 7 über geplante Befehlsgliederung W.B.Ndl., Fallsch.AOK 1 und AOK 7.

    15.00 Uhr: Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St. AOK 1:

    Chef Gen.St. AOK 1 meldet: Aufklärung XXXXVII.Pz.Korps meldet: Charmes feindfrei. Dort Sicherung der Fallsch.Jäger

    Feindangriff südl. Pont-a-Mousson abgewiesen. Von Charleville keine neue Nachrichten. Bei Bouillon wird Eingreifgruppe bereitgehalten. Chef Gen.St.H.Gr. teilt mit, daß Eingreifgruppe I.SS Pz.Korps nach St.Hubert zugeführt wird und dort etwa 6.9. einsatzbereit ist. Ferner wird AOK 1 gebeten, nach Schliessung der Lücke zur Armee-Gr.G. die dort eingesetzten Teile Fallsch.Jäger beschleunigt herauszulösen und Fallsch.AOK 1 zuzuführen.

    16.10 Uhr: Fernmündliche Durchgabe der Führerweisung (Obkdo.d.H.Gr.B, Ia Nr.6988/44 g.Kdos. v. 5.9.) an Ia AOK 15. 16.15 Uhr:

    Ferngespräch Chef Gen.St.H.Gr. – Chef Gen.St.W.B.Ndl.:

    Chef Gen.St.H.Gr. unterrichtet über Hinweisung O.B. Fallsch.AOK 1 und Befehlsübername im Laufe des heutigen Abend. LXXXVIII.A.K. hat mit den im Abschnitt Hasselt – Aachen eingesetzte