KTA 3902 (2012-11) Auslegung von Hebezeugen in … · Sicherheitstechnische Regel des KTA KTA 3902...

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  • Sicherheitstechnische Regel des KTA

    KTA 3902

    Auslegung von Hebezeugen in Kernkraftwerken

    Fassung 2012-11

    Frhere Fassungen der Regel: 1975-11 (BAnz. Nr. 22 vom 3. Februar 1976) 1978-06 (BAnz. Nr. 189a vom 6. Oktober 1978) 1983-11 (BAnz. Nr. 67a vom 4. April 1984) 1992-06 (BAnz. Nr. 36a vom 23. Februar 1993) 1999-06 (BAnz. Nr. 144a vom 8. August 1999)

    Inhalt

    Seite Seite

    Grundlagen ............................................................................ 2

    1 Anwendungsbereich ................................................... 2

    2 Begriffe ....................................................................... 2

    3 Allgemeine Bestimmungen ......................................... 2

    4 Besondere Bestimmungen ......................................... 2

    4.1 Aufzge in Reaktorsicherheitsbehltern ..................... 2

    4.2 Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeeinrichtungen mit zustzlichen Anforderungen ............................................................ 2

    4.3 Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeeinrichtungen mit erhhten Anforderungen ............................................................ 3

    4.4 Brennelement-Wechselanlagen fr Leichtwasserreaktoren ................................................ 3

    4.5 Einwirkungen von auen (EVA) .................................. 3

    4.6 Umgebungsbedingungen ............................................ 3

    4.7 Ergonomische Anforderungen .................................... 3

    5 Aufzge in Reaktorsicherheitsbehltern ..................... 3

    5.1 Allgemeines ................................................................ 3

    5.2 Personen- und Lastenaufzge .................................... 3

    5.3 Fahrschacht ................................................................ 3

    6 Zustzliche Anforderungen an Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeeinrichtungen .............. 5

    6.1 Tragwerke ................................................................... 5

    6.2 Hubwerke .................................................................... 5

    6.3 Fahrwerke ................................................................... 7

    6.4 Lastaufnahmeeinrichtungen ....................................... 7

    6.5 Elektrische Ausrstung ............................................... 8

    7 Erhhte Anforderungen an Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeeinrichtungen ............ 11

    7.1 Tragwerke ................................................................. 11

    7.2 Hubwerke .................................................................. 11

    7.3 Fahrwerke ..................................................................12

    7.4 Lastaufnahmeeinrichtungen ......................................12

    7.5 Elektrische Ausrstung ..............................................13

    8 Anforderungen an Brennelement-Wechsel-anlagen fr Leichtwasserreaktoren ............................14

    8.1 Tragwerke ..................................................................14

    8.2 Hubwerke ...................................................................14

    8.3 Fahrwerke ..................................................................15

    8.4 Lastaufnahmeeinrichtungen ......................................15

    8.5 Elektrische Ausrstung ..............................................16

    Anhang A: Beispiele fr die Einstufung von Hebezeugen ......................................................17

    Anhang B: Lastflle und Nachweise fr Hebezeuge ...........19

    Anhang C: Whlerlinien fr den Betriebs- und Dauerfestigkeitsnachweis der Werkstoffe S235 und S355 nach DIN EN 10025-2 ................................................35

    Anhang D: Allgemeiner Spannungsnachweis und Whlerlinien fr die Betriebs- und Dauerfestigkeitsberechnung der Sthle 1.4541, 1.4306 und 1.4571 nach DIN EN 10088-2 oder DIN EN 10088-3.............41

    Anhang E: Erforderliche Performance Level nach DIN EN ISO 13849-1 fr Funktionen sicherheitsbezogener Teile von Steuerungen ...............................................48

    Anhang F: Bestimmungen und Literatur, auf die in dieser Regel verwiesen wird .............................56

    Anhang G: nderungen gegenber der Fassung 1999-06 und Erluterungen (informativ) ........................................................60

    Diese Fassung enthlt die Berichtigung vom Mai 2013 (BAnz AT 02.05.2013 B2). Die Berichtigung ist als separates Dokument im Regelprogramm verfgbar.

  • KTA 3902 Seite 2

    Grundlagen

    (1) Die Regeln des Kerntechnischen Ausschusses (KTA) haben die Aufgabe, sicherheitstechnische Anforderungen an-zugeben, bei deren Einhaltung die nach dem Stand von Wis-senschaft und Technik erforderliche Vorsorge gegen Schden durch die Errichtung und den Betrieb der Anlage getroffen ist ( 7 Abs. 2 Nr. 3 Atomgesetz -AtG-), um die im AtG und in der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) festgelegten sowie in den Sicherheitskriterien fr Kernkraftwerke und den Strfall-Leitlinien weiter konkretisierten Schutzziele zu erreichen.

    (2) Basierend auf den Sicherheitskriterien fr Kernkraftwer-ke des Bundesministers des Innern werden in dieser Regel die Anforderungen an die Auslegung von Hebezeugen festge-legt. Auerdem mssen Hebezeuge nach den allgemeinen Sicherheitsvorschriften des Bundes und der Lnder sowie den Vorschriften der Trger der gesetzlichen Unfallversicherung errichtet und betrieben werden.

    (3) Die entsprechend dem Gefhrdungsgrad bei der Ausle-gung zu beachtenden und ber die allgemeinen Bestimmun-gen hinausgehenden

    a) zustzlichen Anforderungen oder

    b) erhhten Anforderungen

    fr Hebezeuge sowie

    c) Anforderungen fr Aufzge in Reaktorsicherheitsbehltern

    und

    d) Anforderungen fr Brennelement-Wechselanlagen

    werden in dieser Regel im Einzelnen festgelegt.

    (4) Die allgemeinen Forderungen an die Qualittssicherung sind in KTA 1401 geregelt.

    (5) Die Anforderungen an die Prfung und den Betrieb von Hebezeugen, einschlielich spezifischer Forderungen an die Qualittssicherung, sind in KTA 3903 geregelt.

    1 Anwendungsbereich

    Diese Regel ist anzuwenden auf die Auslegung von Aufz-gen, Kranen, Winden, Laufkatzen, Lastaufnahmeeinrichtun-gen und Leichtwasserreaktor-Brennelement-Wechselanlagen, im Folgenden zusammenfassend als Hebezeuge bezeichnet, sofern diese in Kernkraftwerken verwendet werden und den besonderen Bestimmungen nach Abschnitt 4 gengen mssen.

    2 Begriffe

    (1) Betriebslast, maximale

    Die maximale Betriebslast ist die maximale Last, die mit dem Hebezeug im Rahmen des bestimmungsgemen Betriebes bewegt werden darf.

    (2) Brennelement-Wechselanlage fr Leichtwasserreaktoren

    Unter Brennelement-Wechselanlage fr Leichtwasserreakto-ren sind alle diejenigen Einrichtungen zu verstehen, die un-mittelbar zum Be- und Entladen des Reaktorkerns mit Brenn-elementen oder Steuerelementen (z. B. Regel- oder Abschalt-stben) dienen.

    (3) Hublast

    Die Hublast setzt sich zusammen aus der maximalen Monta-ge- oder der maximalen Betriebslast und den Eigenlasten der Teile zur Aufnahme der Nutzlast, z. B. Unterflasche, Traverse sowie dem Anteil der Tragmittel, z. B. Seil.

    (4) Lastaufnahmeeinrichtung

    Lastaufnahmeeinrichtungen sind Tragmittel, Lastaufnahme-mittel und Anschlagmittel. Sie sind in DIN 15003 definiert.

    (5) Lastumlagerung

    Lastumlagerung ist ein Ereignis, bei dem infolge des Ausfalls eines Bauteils innerhalb der doppelten Triebwerkskette oder infolge des Ausfalls eines redundant ausgefhrten Bauteils des Seiltriebs innerhalb einer Triebswerkskette mit Sicher-heitsbremse eine zustzliche Beanspruchung auf das Hebe-zeug wirkt.

    (6) Maschinenteile

    Maschinenteile sind Achsen, Wellen, Bolzen, Zugstangen und hnliche Bauteile.

    (7) Montagelast, maximale

    Die maximale Montagelast ist die maximale Last, die mit dem Hebezeug whrend der Errichtung bis zur Aufnahme des atomrechtlich genehmigten Betriebs bewegt werden darf.

    3 Allgemeine Bestimmungen

    (1) Hebezeuge mssen nach den allgemeinen Sicherheits-vorschriften, insbesondere Arbeitsschutzvorschriften des Bundes und der Lnder, sowie den Vorschriften der Trger der gesetzlichen Unfallversicherung errichtet werden.

    (2) Hebezeuge mssen mindestens den allgemein aner-kannten Regeln der Technik gengen.

    4 Besondere Bestimmungen

    4.1 Aufzge in Reaktorsicherheitsbehltern

    Aufzge in Reaktorsicherheitsbehltern mssen zustzlich zu den Anforderungen der allgemeinen Bestimmungen des Ab-schnittes 3 den Anforderungen des Abschnittes 5 gengen, wenn mit ihnen Personen bestimmungsgem befrdert wer-den drfen.

    4.2 Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeeinrich-tungen mit zustzlichen Anforderungen

    (1) Wenn beim Transport von Kernbrennstoffen, sonstigen radioaktiven Stoffen, radioaktiven Anlagenteilen oder sonsti-gen Lasten durch das Versagen des Hebezeuges

    a) unmittelbar die Gefahr einer Aktivittsfreisetzung, alsderen Folge eine Strahlenexposition von Personen in derAnlage mit einer effektiven Dosis durch innere Expositionber 1 mSv oder durch eine externe Exposition ber5 mSv eintreten kann, zu besorgen ist oder

    b) ein nicht absperrbarer Reaktorkhlmittelverlust oder eineber die Redundanz hinausgehende Beeintrchtigungvon Sicherheitseinrichtungen, die notwendig sind, denReaktor jederzeit abzuschalten, in abgeschaltetem Zu-stand zu halten oder die Nachwrme abzufhren, zu be-sorgen ist, und keine Gefahren gem Abschnitt 4.3 zubesorgen sind,

    dann mssen zur ausreichenden Schadensvorsorge Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeeinrichtungen ber die Anforderungen der allgemeinen Bestimmungen des Ab-schnitts 3 hinaus den zustzlichen Anforderungen des Ab-schnitts 6 gengen.

    (2) Die Einstufung der Hebezeuge nach zustzlichen Anfor-derungen ist im Rahmen des atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsverfahrens festzulegen. In Anhang A sind Bei-spiele fr die Einstufung und fr das Vorgehen bei der Einstu-fung angegeben.

  • KTA 3902 Seite 3

    4.3 Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeeinrich-tungen mit erhhten Anforderungen

    (1) Wenn beim Transport von Kernbrennstoffen, sonstigen radioaktiven Stoffen, radioaktiven Anlagenteilen oder sonsti-gen Lasten durch das Versagen des Hebezeugs

    a) die Gefahr eines Kritikalittsunfalls oder

    b) die Gefahr einer Aktivittsfreisetzung, als deren Folge diemaximal zulssigen Ableitungen in die Umgebung gemGenehmigung berschritten werden knnen oder dieStrahlenexposition in der Umgebung des Kernkraftwerkesfr Einzelpersonen der Bevlkerung oberhalb der Grenz-werte der StrlSchV liegen kann,

    zu besorgen ist, dann mssen zur ausreichenden Schadens-vorsorge Krane, Winden, Laufkatzen und Lastaufnahmeein-richtungen ber die Anforderungen der allgemeinen Bestim-mungen des Abschnitts 3 hinaus den erhhten Anforderungen des Abschnitts 7 gengen.

    (2) Die Einstufung der Hebezeuge nach erhhten Anforde-rungen ist im Rahmen des atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsverfahrens festzulegen. In Anhang A sind Bei-spiele fr die Einstufung und fr das Vorgehen bei der Einstu-fung angegeben.

    4.4 Brennelement-Wechselanlagen fr Leichtwasser-reaktoren

    Brennelement-Wechselanlagen fr Leichtwasserreaktoren mssen zustzlich zu den allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts 3 den Anforderungen des Abschnitts 8 gengen.

    4.5 Einwirkungen von auen (EVA)

    (1) Fr Hebezeuge ist der Nachweis ausreichenden Schut-zes gegen Einwirkungen von auen dann zu fhren, wenn an das Gebude eine solche Anforderung gestellt wird.

    (2) Ausnahmen sind zulssig, wenn nachgewiesen wird, dass von Hebezeugen ausgehende Wirkungen und Schden keine Anlagenteile, die gegen Einwirkungen von auen aus-gelegt sind, in ihrer Funktionsfhigkeit beeintrchtigen kn-nen.

    (3) Der Nachweis des Schutzes gegen Einwirkungen von auen ist fr das Hebezeug ohne angehngte Last zu fh-ren.

    (4) Wenn eine Parkposition fr das Hebezeug vorgesehen ist, ist der Nachweis nur fr diese Stellung erforderlich.

    (5) Fr alle Einwirkungen von auen gelten die allgemeinen Grundstze nach KTA 2201.4 und das Nachweisverfahren nach KTA 3205.1 Abschnitt 7.

    4.6 Umgebungsbedingungen

    (1) Umgebungsbedingungen, wie z. B. Druck, Temperatur, Medium, Strahlenbelastung, sind bei der Auslegung zu be-rcksichtigen.

    (2) Die Dekontaminierbarkeit, wie z. B. an Tragwerken, ist bei der konstruktiven Gestaltung zu bercksichtigen.

    4.7 Ergonomische Anforderungen

    Hebezeuge nach Abschnitt 4.2 bis 4.4 mssen den Gestal-tungsleitstzen der DIN EN 894-1 gengen. Hieraus ergeben sich z. B. folgende Anforderungen:

    a) Lastaufnahmeeinrichtungen und deren lsbare Einzelteilemssen so ausgefhrt oder gekennzeichnet sein, dass sienicht unzulssig verwendet werden. Verbindungen sollenso gestaltet sein, dass ein Vertauschen von Einzelteilenausgeschlossen ist.

    b) Die Befehls-, Steuer- und berwachungseinrichtungensowie Kennzeichnungen, Bedien-, Verbindungs- und Si-cherungselemente sind so zu gestalten, dass

    ba) sie sowohl kompatibel zu den gewohnten Erwartun-gen, als auch zur gngigen Praxis sind (Erwartungs-konformitt),

    bb) das Bedienpersonal den Handhabungsprozess sicher ausfhren und jederzeit berwachen kann.

    c) Meldungen und Anzeigen sind entsprechend ihrer sicher-heitstechnischen Prioritt auszufhren.

    d) Durch technische Manahmen ist der sichere Handha-bungsprozess und das sichere An- und Abschlagen zu un-tersttzen.

    Ausfhrungsbeispiele sind in Tabelle 4-1 aufgefhrt. Die technischen Manahmen sind durch die administrativen Manahmen zur Organisation von Transporten gem KTA 3903 Abschnitt 9.2 zu ergnzen.

    5 Aufzge in Reaktorsicherheitsbehltern

    5.1 Allgemeines

    Die Aufzge mssen die Anforderungen der Aufzugsrichtlinie 95/16/EG erfllen und ein Sicherheitsniveau gem DIN EN 81-1 besitzen.

    5.2 Personen- und Lastenaufzge

    Personen- und Lastenaufzge mssen

    a) an eine Notstromanlage angeschlossen sein,

    b) an die Alarmanlage des Kernkraftwerkes angeschlossensein,

    c) an die Leitstandsfernsprechanlage so angeschlossen sein,dass von der Kabine eine Verbindung zu der zustndigenstndig besetzten Stelle mglich ist,

    d) mit einem besonders gekennzeichneten und leicht zuffnenden Notausstieg versehen sein.

    5.3 Fahrschacht

    Der Fahrschacht muss

    a) mit Druckausgleichsffnungen zu allen vom Fahrschachtaus betretbaren Rumen ausgestattet sein. Fr den Fallerhhten Auendrucks mssen der Fahrkorb oder dieDruckausgleichsffnungen so ausgefhrt sein, dass Ge-fahren nach Abschnitt 4.3 Absatz 1 Aufzhlung b nicht zubesorgen sind,

    b) mit Einrichtungen zum Notausstieg versehen sein, vondenen aus jede Fahrschachttr leicht zugnglich ist,

    c) mit von innen leicht entriegelbaren Fahrschachttren ver-sehen sein,

    d) so beschaffen sein, dass der Fluchtweg klar erkennbar ist,

    und

    e) mit einer Sicherheitsbeleuchtung versehen sein, die aneine Notstromanlage mit unterbrechungsloser Notstrom-versorgung angeschlossen ist.

  • KT

    A 3

    902 S

    eite

    4

    Anforderung Hebezeug/Komponente Methode (Auswahl) Ausrstung/Hilfsmittel (Auswahl) Ausfhrung

    Bestimmungsgeme Verwendung von He-bezeugen

    Krane, Brennelement-Wechselanlagen

    Konstruktiv Abschliebare Steuereinrichtung

    Traversen, Gehnge, Ge-stnge (verlngerbar, an-passbar, zusammen-baubar), Anschlagmittel, Lastanschlagpunkte

    Visuelle Kontrolle

    Farbkennzeichnung der Anschlsse Gut unterscheidbare Farben verwenden

    Schilder, sonstige Kennzeichnungen, Markierun-gen

    Schilder mssen dauerhaft und gut lesbar sein

    Orientierungspfeile, KKS 1), Bauteilnummer

    Konstruktiv Unverwechselbare Konstruktion z. B. zugeordnete Bajonettverschlsse

    Lastberwachung, Freigngigkeit

    Krane, Brennelement-Wechselanlagen

    Visuelle Kontrolle der Last

    Lastanzeige am Steuerpult und Grodisplay Konsistente Anzeige fr mindestens 2 Personen

    Steuerungstechnisch Zustzliche betriebliche variabel einstellbare ber-lastsicherung

    Anpassung der berlastsicherung an die Last

    Visuelle Kontrolle des Fahrweges

    Einsatz einer drahtlosen Steuerung

    Unter Wasser: Kamera, Scheinwerfer Blendfreier, von mindestens 2 Personen aus deren Arbeitsposition deutlich ablesbarer Bildschirm

    Anforderungsgerechtes An- und Abschlagen

    Krane, Brennelement-Wechsel-anlagen, Traversen, Gehnge, Lastanschlagpunkte

    Visuelle Kontrolle Verriegelungszustandsanzeige (farblich, mechanisch)

    Unter Wasser: Kamera, Scheinwerfer

    Erkennbar (auch unter Wasser), komponenten-spezifische Ausfhrung

    Eindeutige Identifizierung des Verriegelungszustands (auch bei einer Verriegelung unter Wasser)

    Blendfreier, von mindestens 2 Personen aus deren Arbeitsposition deutlich ablesbarer Bildschirm.

    Konstruktiv

    Verriegelung z. B. ber

    - federbelastete Verzahnung,

    - Schiebebolzen mit Fhrungsrohr und Kulisse,

    - federbelastete Sicherungsklappe,

    Verriegelung unter Last immer wirksam

    Konsistentes Konstruktionsprinzip (Schiebebolzen immer in gleiche Richtung)

    Einhaltung Fahrberei-che

    Krane, Brennelement-Wechselanlagen

    Steuerungstechnisch Bereichsgrenzen, betriebliche Fahrverriegelungen

    Elektrisch: Wegbegrenzer lastabhngige Fahrbereichsverriegelung mit Zu-standsanzeige an den Steuerstellen

    Genaue Positionierung, Verhindern von Fehl-positionierungen, Fehl-absetzen/-beladungen

    Krane Visuelle Kontrolle Markierungen/Positionierhilfen (Kamera, Laser-messung)

    gut einsehbar und eindeutig

    Positionsangaben z. B. x-y Koordinatenanzeige

    Brennelement-Wechselanlagen

    Visuelle Kontrolle Visualisierungssystem Von 2 Personen einsehbar

    Steuerungstechnisch Automatikbetrieb berwachung ber Lagerverwaltung

    Vorsorge gegen Fehl-handlungen

    Steuerpult Hebezeuge Konstruktiv

    Einfache Bedienelemente Anatomisch angepasst

    Sicherheit gegen unbeabsichtigte Bedienung z. B. Taster mit Kragen

    Erwartungskonforme Bedienelemente z. B. Fahrhebel nach hinten bedeutet Anheben, nach vorne Absenken

    Eindeutige Zuordnung von Schaltsinn und Schaltzustand

    Rumliche Trennung/Anordnung der Bedienelemente gem Funktion

    Fehlermeldung

    1) Kraftwerk-Kennzeichnungssystem, alternativ auch Anlagenkennzeichnungssystem (AKZ)

    Tabelle 4-1: Beispiele fr ergonomische Ausfhrungen fr Hebezeuge nach den Abschnitten 4.2 bis 4.4 und Verwendung von Hilfsmitteln

  • KTA 3902 Seite 5

    6 Zustzliche Anforderungen an Krane, Winden, Lauf-katzen und Lastaufnahmeeinrichtungen

    6.1 Tragwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Krantragwerke, Katzrahmen, Windenrahmen.

    6.1.1 Auslegung

    (1) Folgende Angaben sind zur Dimensionierung von Trag-werken zu machen:

    a) Montagelasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    b) Betriebslasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    c) Lasten aus Einwirkungen von auen entsprechend Ab-schnitt 4.5,

    d) Umgebungsbedingungen entsprechend Abschnitt 4.6.

    (2) Die Einstufung der Tragwerke muss erfolgen

    a) fr die maximale Montagelast in Hubklasse H1 und Be-anspruchungsgruppe B2 nach DIN 15018-1,

    b) fr die maximale Betriebslast in Hubklasse H3 und Bean-spruchungsgruppe B3 nach DIN 15018-1.

    (3) Sofern ein kleinerer Hublastbeiwert als aus (2) resultie-rend zur Anwendung kommen soll, ist der whrend eines Lastarbeitsspiels maximal auftretende dynamische Lastfaktor im Einzelfall rechnerisch oder experimentell nachzuweisen. Zur Bestimmung des Hublastbeiwerts ist dieser dynamische Lastfaktor mit dem Faktor 1,12 zu multiplizieren.

    6.1.2 Nachweise

    (1) Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 1.1 zu fhren.

    (2) Auf den Betriebsfestigkeitsnachweis kann verzichtet werden, wenn nachgewiesen wird, dass die Spannungsspiel-zahl unter 2 x 104 liegt. Die Ermittlung der Spannungsspiel-zahl hat nach Abschnitt B 1.2.1.2 zu erfolgen.

    (3) Bei Verbindungen mit vorgespannten Schrauben, die nach ihrer Demontage wieder remontiert werden, gelten er-gnzend zu (2) folgende Festlegungen:

    a) Ist gem (2) ein Betriebsfestigkeitsnachweis zu fhren,sind dabei die Spannungsspiele aus Demontage- undRemontagevorgngen mit zu bercksichtigen.

    b) Ist gem (2) kein Betriebsfestigkeitsnachweis erforderlichund werden maximal 10 Demontage- und Remontagevor-gnge durchgefhrt, darf auf einen Betriebsfestigkeits-nachweis verzichtet werden.

    c) Bei mehr als 10 Demontage- und Remontagevorgngenist unabhngig von den Festlegungen in (2) ein Betriebs-festigkeitsnachweis zu fhren. Dabei sind sowohl dieSpannungsspiele aus betrieblichen Beanspruchungen alsauch die aus Demontage- und Remontagevorgngen zubercksichtigen.

    6.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Fr die konstruktive Gestaltung gilt DIN 15018-2.

    H i n w e i s : Festlegungen zur konstruktiven Gestaltung von Schienen, Schie-nenverbindungen, Schienenlagerungen und Schienenbefestigun-gen sind auch in VDI 3576 enthalten.

    (2) Dynamisch beanspruchte Schweinhte mssen den Anforderungen der Bewertungsgruppe B nach DIN EN ISO 5817 gengen. Schweinhte mit vorwiegend ruhender Be-

    anspruchung mssen den Anforderungen der Bewertungs-gruppe C nach DIN EN ISO 5817 gengen.

    (3) Hohlrume in Tragwerken von Hebezeugen im Reaktor-sicherheitsbehlter sind fr den Fall erhhten Auendrucks mit Druckausgleichsffnungen zu versehen oder den Druck-verhltnissen entsprechend zu dimensionieren.

    6.2 Hubwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Triebwerke und Seiltriebe.

    6.2.1 Triebwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Getriebe, Seriengetriebe, Se-rienelektrozge, Kupplungen und Bremsen.

    6.2.1.1 Auslegung

    (1) Es sind folgende Angaben fr die Dimensionierung von Triebwerken zu machen:

    a) Montagelasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    b) Betriebslasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    c) Eigenlasten der Lastaufnahme- und Tragmittel,

    d) Sonderlasten, wie z. B. Lasten aus Abnahmeprfung,wiederkehrenden Prfungen, aus Getriebeprobelauf, ausEinfallen der Bremsen, mit zugehrigen Lastarbeitsspielenfr die vorgesehene Einsatzzeit,

    H i n w e i s : Bei Verwendung von Systemen zur Erfassung der Bremswir-kung ohne Prflast als wiederkehrende Prfung siehe auch KTA 3903 Anhang D Abschnitt D 3.1.

    e) Einschaltdauer des Hubwerkes mit Montagelast, Betriebs-last und Eigenlast sowie mit zugehriger mittlerer Hubge-schwindigkeit und mittlerem Hubweg,

    f) Umgebungsbedingungen entsprechend Abschnitt 4.6.

    (2) Fr die Bemessung von Serienbauteilen wie Bremsen, Bremsscheiben, Kupplungen sind die Auslegungsdaten zu ermitteln, die in den entsprechenden Formblttern nach KTA 3903 Anhang C gefordert sind.

    (3) Fr die Bemessung der Wlzlager sind die Berech-nungsgrundlagen der Wlzlagerhersteller anzuwenden. Fr die dynamische Belastung ist die kubische Mittelung zugelas-sen, wobei eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 3 % zugrunde zu legen ist, die mit a1 = 0,44 zu bercksichtigen ist. Als stati-sche Belastung ist die maximale Prflast anzusetzen.

    6.2.1.2 Nachweise

    Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 1.2 zu fhren.

    6.2.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    6.2.1.3.1 Allgemeines

    (1) Hubwerke sind mit einer berlastsicherung auszursten. Diese ist auf das 1,1fache der maximalen Betriebslast einzu-stellen. Die Ansprechtoleranz darf 5 % nicht berschreiten.

    (2) Hubwerke sind mit einem Betriebsstunden- oder mit einem Lastkollektivzhler zu versehen. Ein Lastkollektivzhler ist erforderlich, wenn die Nachweise auf der Basis eines Last-kollektivs erfolgen.

    H i n w e i s : Es wird vorausgesetzt, dass die mit dem Lastkollektivzhler er-fassbaren Parameter auf die Annahmen der Auslegungsberech-nung abgestimmt oder auf diese bertragbar sind.

  • KTA 3902 Seite 6

    Bei Verwendung eines Betriebsstundenzhlers, der nur die Laufzeit aufnimmt, bei der das Triebwerk in Bewegung ist, gelten 50 % der angezeigten Betriebsstunden als Vollaststun-den. Bei Verwendung eines Lastkollektivzhlers sind alle Lasten grer als 10 % der maximalen Betriebslast zu erfas-sen.

    (3) Machen die Tragmittel mehr als 30 % der maximalen Betriebslast aus, so ist hierfr die gesamte Einschaltzeit des Triebwerkes zu erfassen.

    (4) Lagergehuse aus Gusseisen mit Lamellengraphit sind nicht zulssig.

    6.2.1.3.2 Getriebe

    (1) Wellen-Nabenverbindungen mit Flach-, Hohl-, Einlege-, Tangential- und Nasenkeilen sind nicht zulssig.

    (2) Wellen-Nabenverbindungen mit Pressverband sind fr Serien-Hubwerksgetriebe und Serienelektrozge mit Seil zu-lssig, wenn sie entsprechend dem Stand der Technik be-rechnet und ausgefhrt werden.

    (3) Der Versatz zweier Passfedern muss mindestens 120 Grad betragen. Als tragende Lnge der Passfeder darf nicht mehr als der 1,2fache Wert des Wellendurchmessers eingesetzt werden.

    (4) Fr die Ausfhrung von Getrieberdern sind nachste-hende Anforderungen einzuhalten:

    a) Bei Tragfhigkeitsberechnung nach DIN 3990-11 sind die dort genannten Anwendungsgrenzen und Anforderungen zu beachten.

    b) Bei Tragfhigkeitsberechnungen nach dem Verfahren von Niemann [2] nach Anhang B sind die nachfolgenden An-forderungen gem ba) bis bg) einzuhalten.

    ba) Das Verhltnis nutzbare Zahnbreite zu Wlzkreis-durchmesser b/dw1 muss bei starrer, beidseitig gela-gerter Ritzelwelle kleiner als oder gleich 1,2 sein.

    bb) Lngsballigkeit und Profilrcknahmen sind in Gre der Zahnverformungen zulssig.

    bc) Bei fliegender Lagerung der Getrieberder oder bei Lagerung der Getriebevorgelege auf der Tragkon-struktion oder wenn ba) nicht eingehalten werden kann, ist der Breitenfaktor durch Messungen oder durch ein entsprechend genaues numerisches Re-chenverfahren zu bestimmen.

    Dieses Rechenverfahren muss alle Verformungen und Verlagerungen erfassen, die fr die Lastverteilung ber der Breite wesentlich sind. Weiterhin muss das Rechenverfahren Herstellungsabweichungen und Kor-rekturen vorzeichenrichtig bercksichtigen.

    bd) Fr Zahnrder von Getrieben soll der Normalmodul mn grer als oder gleich 1/25 der nutzbaren Zahn-breite b sein. Bei Lagerung der Getriebevorgelege auf der Tragkonstruktion oder bei fliegend angeordneten Ritzeln muss der Normalmodul mn grer als oder gleich b/25 sein.

    be) Schleifabstze an den Zahnflanken sind nicht zulssig.

    bf) Bei geschliffenen Verzahnungen ist die Verwendung von Protuberanzprofilen oder ein Schleifen bis zum Zahngrund mit Werkzeugkopfabrundung erforderlich.

    bg) Fr ausreichende Schmierung ist zu sorgen. Die ge-eignete Viskositt des Schmiermittels bei Betriebs-temperatur ist sicherzustellen.

    (5) Getriebegehuse aus Gusseisen mit Lamellengraphit sind nicht zulssig, ausgenommen fr Serienelektrozge. Bei geschweiten Getriebegehusen mssen die Schweinhte den Anforderungen der Bewertungsgruppe C nach DIN EN ISO 5817 gengen.

    (6) Die Qualitt der Getriebe ist so zu whlen, dass die Verzahnung ohne Belastung ein Mindesttragbild

    a) bei nichtballigen Zhnen von mindestens 60 % der nutz-baren Zahnbreite, entgegen der Verformungstendenz un-ter Last

    und

    b) bei lngsballigen Zhnen von mindestens 40 % der nutz-baren Zahnbreite, etwa von Zahnmitte ausgehend, entge-gen der Verformungstendenz unter Last aufweist.

    6.2.1.3.3 Bremsen

    (1) Es sind zwei Bremsen (Betriebsbremse und Zusatz-bremse) antriebsseitig vor der Getriebeabtriebsseite anzuord-nen, die jeweils voneinander unabhngig wirken.

    (2) Die Bremsen mssen die Anforderungen nach DIN 15434-1 erfllen. Das erforderliche Bremsmoment jeder Bremse ist fr die maximale Betriebslast zu bemessen.

    (3) Fr die Bremsen ist sicherzustellen, dass bei Stillstand der Triebwerke die maximale Betriebslast von der Betriebs-bremse oder Zusatzbremse und die maximale Montagelast von der Betriebs- und Zusatzbremse mit der 2fachen Sicher-heit gehalten werden kann. Die Bremsen mssen fr die vor-liegenden Betriebsbedingungen thermisch und dynamisch geeignet sein.

    (4) Bei Ausfall der Betriebsbremse muss die Zusatzbremse die durch den eingetretenen Zustand erhhte Energie des Systems sicher aufnehmen knnen.

    (5) Bei nicht umrichterbetriebenen Antrieben muss die Zu-satzbremse bei allen betrieblichen Bremsvorgngen gegen-ber der Betriebsbremse verzgert einfallen. Die Verzge-rungszeit ist so festzulegen, dass die Zusatzbremse bei der Bremsung mit Betriebsbremse aus maximaler Senkgeschwin-digkeit mit maximaler Betriebslast sptestens bei 5 % dieser Senkgeschwindigkeit einfllt.

    6.2.2 Seiltriebe

    Unter diesen Abschnitt fallen Seile, Seilrollen, Seiltrommeln, Seilendbefestigungen und Seiltrommelgelenkverbindungen.

    6.2.2.1 Auslegung

    (1) Die Einstufung der Seiltriebe in Triebwerksgruppen hat nach DIN 15020-1 zu erfolgen, wobei der jeweils grere sich daraus ergebende Seildurchmesser zu whlen ist:

    a) fr die maximale Montagelast mindestens nach Trieb-werksgruppe 1Bm; bei einem Verhltnis zwischen der Mindestbruchkraft des Seiles und der statischen Seilzug-kraft von mindestens 3,5 darf bei Verwendung von Seilen mit Nennfestigkeiten der Einzeldrhte bis 1960 N/mm2 die Triebwerksgruppe 1Em zugrunde gelegt werden,

    b) fr die maximale Betriebslast mindestens nach Trieb-werksgruppe 2m fr gefhrliche Transporte.

    (2) Fr Seilrollen und Seilschlsser sind die Auslegungsda-ten fr die Bemessung zu ermitteln, die in den entsprechen-den Formblttern nach KTA 3903 Anhang C gefordert sind.

    (3) Die Durchmesser der Seiltrommeln, Seilrollen und Aus-gleichsrollen sind mindestens nach Triebwerksgruppe 2m nach DIN 15020-1 zu bemessen.

    (4) Die Seilendbefestigungen sind nach DIN 15020-1 zu bemessen.

    (5) Die Seiltrommelwanddicke ist mit der maximal auflau-fenden dynamischen Seilkraft Smax aus dem Lastkollektiv der Betriebszustnde nach Anhang B Abschnitt B 1.2.1.1 Ab-satz 2 Aufzhlungen a bis c zu berechnen. Kurzzeitig sehr selten auftretende Spannungsspitzen drfen unbercksichtigt

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    bleiben, da sie nur einen Bruchteil einer Umschlingung beauf-schlagen.

    (6) Fr die Bemessung von Seiltrommelgelenkverbindungen sind die Betriebzustnde nach Anhang B Abschnitt B 1.2.1.1 Absatz 2 Aufzhlungen a bis c mit ihren Lastkollektiven zu-grunde zu legen und nach den Berechnungsgrundlagen des Herstellers zu berechnen.

    (7) Die Berechnung der Seilklemmen ist entsprechend den konstruktiven Gegebenheiten nach SEB 666211 Beiblatt 1 durchzufhren.

    6.2.2.2 Nachweise

    Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 1.2.4 zu fhren.

    6.2.2.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Seilrollen oder Ausgleichsrollen aus Gusseisen mit La-mellengraphit sind nur dann zulssig, wenn sie in Serie her-gestellt und gegen mechanische Beschdigungen geschtzt sind.

    (2) Die Befestigung der Drahtseilenden darf erfolgen durch:

    a) Vergieen mit Metall nach DIN EN 13411-4,

    b) Pressklemmen nach DIN EN 13411-3, sofern es sich um Seile mit Stahleinlage handelt,

    c) Asymmetrische Seilschlsser, bei denen der Klemmwinkel von ca. 14 Grad, eine Klemmlnge von 5 x Seildurchmes-ser und der Seilbiegeradius am Seilkeil von 1,5 x Seil-durchmesser eingehalten sind. Der Seilkeil muss mit dem Seildurchmesser gekennzeichnet sein. Das Seilschloss muss eine Bruchkraft von mindestens 85 % der Mindest-bruchkraft des Seiles erreichen,

    d) Klemmplatten fr die Endbefestigung der Seile auf Seil-trommeln nach Abschnitt 6.4 DIN 15020-1.

    (3) Auf der Seiltrommel mssen noch die nach Berechnung erforderlichen, jedoch mindestens zwei Sicherheitswindungen in tiefster Lasthakenstellung vorhanden sein.

    (4) Seiltrommeln drfen nur einlagig bewickelt werden. Das ordnungsgeme Aufwickeln des Seiles auf der Trommel ist zu berwachen oder durch konstruktive Manahmen (z. B. durch Seilfhrungsringe) sicherzustellen.

    (5) Bei geschweiten Seiltrommeln mssen die Schwei-nhte den Anforderungen der Bewertungsgruppe B nach DIN EN ISO 5817 gengen.

    6.3 Fahrwerke

    Unter diesen Abschnitt fllt die Laufradlagerung mit Laufr-dern, Laufradachsen und -wellen.

    6.3.1 Auslegung

    Es sind folgende Angaben fr die Dimensionierung von Fahr-werken zu machen:

    a) Betriebsstundenklasse nach Tabelle 5 der DIN-Berech-nungsgrundstze fr Triebwerke in Hebezeugen [7],

    b) Standardkollektiv nach Tabelle 6 der DIN-Berechnungs-grundstze fr Triebwerke in Hebezeugen [7],

    c) Betriebsdauer des Fahrantriebs (bezogen auf 1 h) nach DIN 15070 Tabelle 4,

    d) Umgebungsbedingungen entsprechend Abschnitt 4.6.

    6.3.2 Nachweise

    Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 1.3 zu fh-ren.

    6.3.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Fahrwerke sind mit Radbruchsttzen zu versehen.

    (2) Fr die Laufrder gilt DIN 15085.

    6.4 Lastaufnahmeeinrichtungen

    Unter diesen Abschnitt fallen Tragmittel, Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel.

    6.4.1 Tragmittel

    Unter diesen Abschnitt fallen mit dem Hebezeug dauernd verbundene Einrichtungen zum Aufnehmen von Lastaufnah-memitteln, Anschlagmitteln oder Lasten (z. B. Lasthaken, Lasthakenaufhngungen, Greifer, Lasttraversen, Gehnge) sowie Unter- und Oberflaschen und Aufhngungen fr Aus-gleichsrollen und Seilendbefestigungen.

    6.4.1.1 Auslegung

    (1) Die Einstufung von Lasthaken in Triebwerksgruppen hat nach DIN 15400 zu erfolgen:

    a) fr die maximale Montagelast mindestens in Triebwerks-gruppe 1Bm,

    b) fr die maximale Betriebslast mindestens in Triebwerks-gruppe 2 m.

    (2) Bei Lasthaken aus nichtrostenden Sthlen ist die Einstu-fung unter zustzlicher Bercksichtigung der Werkstoffkenn-werte vorzunehmen.

    (3) Fr die Auslegung von Tragmitteln als Tragwerke gelten die Anforderungen des Abschnittes 6.1.1 und fr die Ausle-gung von Tragmitteln als Maschinenteile die des Abschnittes 6.2.1.1.

    (4) Kommen Schraubenverbindungen nach DIN EN ISO 898-1 und DIN EN ISO 898-2 oder DIN EN ISO 3506-1 und DIN EN ISO 3506-2 mit zustzlicher Zugbeanspruchung zum Einsatz, so ist die ermittelte Schraubenlast sowohl im allgemeinen Spannungsnachweis als auch im Betriebs- oder Dauerfestig-keitsnachweis um einen Faktor 1,12 zu erhhen.

    6.4.1.2 Nachweise

    (1) Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 1.4 zu fhren.

    (2) Ein Betriebs- oder Dauerfestigkeitsnachweis ist nur zu fhren

    a) fr Stahlbauteile nach DIN 15018-1 ab einer Spannungs-spielzahl N grer als 2 x 10

    4,

    b) fr nichtdrehende Maschinenteile und sonstige Bauteile bei mehr als 6000 Spannungsspielen.

    H i n w e i s : Unter sonstige Bauteile fallen z. B. Bauteile, bei denen eine Spannungsbewertung auf Basis von Nennspannungen nicht sinnvoll ist.

    Diese Festlegung gilt in gleicher Weise auch bei der Verwen-dung von austenitischen Sthlen.

    (3) Bei Verbindungen mit vorgespannten Schrauben, die nach ihrer Demontage wieder remontiert werden, gelten er-gnzend zu (2) die Festlegungen gem Abschnitt 6.1.2 (3).

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    6.4.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Die Last darf nur formschlssig angeschlagen werden. Gegen unbeabsichtigtes Aushngen der Last sind konstrukti-ve Sicherungsmanahmen vorzusehen. Verbindungen und Einzelteile mssen so beschaffen sein, dass sie sich nicht un-beabsichtigt lsen knnen. Sicherungseinrichtungen mssen so beschaffen oder angeordnet sein, dass eine solche unbe-absichtigte Vernderung ihrer Lage ausgeschlossen ist, in der die Sicherungsfunktion nur noch bedingt gewhrleistet oder ganz aufgehoben ist.

    (2) Zum Schutz vor Schden mssen folgende Anforderun-gen erfllt sein:

    a) Hydraulische, pneumatische und elektrische Leitungen mssen so verlegt sein, dass Beschdigungen durch be-triebsmige Bewegungsvorgnge vermieden werden.

    b) Kann die Tragfhigkeit durch Verschlei, Korrosion oder sonstige schdigende Einflsse beeintrchtigt werden, muss sichergestellt sein, dass der Zustand geprft werden kann.

    c) Fest umhllte Einzelteile mssen gegen Korrosion ge-schtzt sein.

    d) Bewegliche Umhllungen mssen so beschaffen oder angeordnet sein, dass Teile, die einer Prfung bedrfen, freigelegt werden knnen.

    6.4.2 Lastaufnahmemittel

    Unter diesen Abschnitt fallen die nicht zum Hebezeug geh-renden Einrichtungen, die zum Aufnehmen der Last mit dem Tragmittel des Hebezeuges verbunden werden knnen, z. B. Lasthaken, Lasthakenaufhngungen, Traversen, Gehnge und Greifer.

    6.4.2.1 Auslegung

    (1) Fr die Auslegung von Lastaufnahmemitteln als Trag-werke gelten die Anforderungen des Abschnittes 6.1.1 und fr die Auslegung von Lastaufnahmemitteln als Maschinenteile die des Abschnittes 6.2.1.1.

    (2) Fr Lasthaken gilt Abschnitt 6.4.1.1.

    (3) Die Tragfhigkeit fr

    a) Anschlagseile nach DIN EN 13414-1 und DIN EN 13414-2,

    b) Anschlagketten nach DIN EN 818-4,

    c) Einzelteile fr Anschlagmittel nach DIN EN 1677-1, DIN EN 1677-2, DIN EN 1677-3 und DIN EN 1677-4,

    d) Schkel nach DIN EN 13889

    als feste Bestandteile des Lastaufnahmemittels darf bis ma-ximal 50 % der in diesen Normen angegebenen Werte aus-genutzt werden. Die Bercksichtigung eines Hublastbeiwerts ist nicht erforderlich.

    (4) Kommen Schraubenverbindungen nach DIN EN ISO 898-1 und DIN EN ISO 898-2 oder DIN EN ISO 3506-1 und DIN EN ISO 3506-2 mit zustzlicher Zugbeanspruchung zum Einsatz, so ist die ermittelte Schraubenlast sowohl im allgemeinen Spannungsnachweis als auch im Betriebs- oder Dauerfestig-keitsnachweis um einen Faktor 1,12 zu erhhen.

    6.4.2.2 Nachweise

    Es sind die Anforderungen des Abschnitts 6.4.1.2 zu erfllen.

    6.4.2.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Es sind die Anforderungen des Abschnitts 6.4.1.3 zu erfllen.

    (2) Anschlagseile und Anschlagketten sind als feste Be-standteile von Lastaufnahmemitteln nur dann zulssig, wenn die Seile nach DIN EN 13414-1 und DIN EN 13414-2 und die Ketten nach DIN EN 818-4 und wenn sie ohne Umlenkung mit definierten Lasteinleitungspunkten ausgefhrt werden.

    (3) Faserseile und gewebte Bnder sind nicht zulssig.

    (4) Es sind nur Ketten nach DIN EN 818-2 mit einer inneren Breite b1 = 1,3 d zu verwenden.

    (5) Fr die Einzelteile von Anschlagmitteln gelten DIN EN 1677-1, DIN EN 1677-2, DIN EN 1677-3 und DIN EN 1677-4.

    (6) Kettenanschlusselemente und Verbindungsteile mssen unlsbar in den Aufhnge- und Endgliedern ausgefhrt werden.

    (7) Die Verbindungselemente von Anschlagketten zu den Lastanschlagpunkten und von Anschlagseilen zu den Lastan-schlagpunkten mssen verwechslungsfrei ausgefhrt werden, sofern durch eine Verwechslung ein unzulssiger Zustand eintreten kann.

    (8) Bei Anschlagketten drfen nur Oberflchenbehand-lungsverfahren eingesetzt werden, die eine Schdigung des Grundmaterials (z. B. Wasserstoffeinschlsse) ausschlieen.

    6.4.3 Anschlagmittel

    6.4.3.1 Allgemeines

    (1) Unter diesen Abschnitt fallen Anschlagseile und Anschlag-ketten.

    (2) Die Anschlagmittel sind festgelegten Transportvorgn-gen eindeutig zuzuordnen und drfen nur fr diese Transport-vorgnge verwendet werden.

    6.4.3.2 Auslegung

    Die Tragfhigkeit fr

    a) Anschlagseile nach DIN EN 13414-1 und DIN EN 13414-2,

    b) Anschlagketten nach DIN EN 818-4,

    c) Einzelteile fr Anschlagmittel nach DIN EN 1677-1, DIN EN 1677-2, DIN EN 1677-3 und DIN EN 1677-4,

    d) Schkel nach DIN EN 13889

    darf bis maximal 50 % der in diesen Normen angegebenen Werte ausgenutzt werden. Die Bercksichtigung eines Hub-lastbeiwerts ist nicht erforderlich.

    6.4.3.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Es drfen nur Anschlagseile nach DIN EN 13414-1 und DIN EN 13414-2 und Anschlagketten nach DIN EN 818-4 sowie Einzelteile fr Anschlagmittel nach DIN EN 1677-1, DIN EN 1677-2, DIN EN 1677-3 und DIN EN 1677-4 verwendet werden.

    (2) Anschlagseile und Anschlagketten sind nur dann zuls-sig, wenn sie ohne Umlenkung mit definierten Lasteinlei-tungspunkten ausgefhrt werden.

    (3) Es sind die Anforderungen des Abschnitts 6.4.1.3 zu erfllen.

    (4) Es sind die Festlegungen des Abschnittes 6.4.2.3 Ab-stze 3 bis 8 zu bercksichtigen.

    6.5 Elektrische Ausrstung

    6.5.1 Allgemeines

    (1) Es sind Sicherheitsfunktionen vorzusehen, die bei Auf-treten von unzulssigen Betriebszustnden oder unzulssigen berschreitungen von Begrenzungen (Wege, Geschwindig-

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    keiten und Lasten oder deren Kombination) bewirken, dass die betreffenden Antriebe abgeschaltet werden und ein Anfah-ren der Antriebe verhindert wird. Das Abschalten eines An-triebs muss einschlieen, dass die erforderlichen Bremsen wirksam werden.

    (2) Die Steuerung ist in eine betriebliche Steuerung und eine Sicherheitssteuerung zu unterteilen. Die Sicherheits-steuerung muss von der betrieblichen Steuerung so unab-hngig sein, dass bei bestimmungsgemem Betrieb, Fehl-funktion oder Ausfall der betrieblichen Steuerung die Funktion der Sicherheitssteuerung erhalten bleibt. Hierbei sind folgen-de Vorgaben einzuhalten:

    a) Funktionen, die fr den Betrieb des Hebezeugs erforder-lich sind und nicht das Auftreten von unzulssigen Be-triebszustnden oder unzulssige berschreitungen von Begrenzungen berwachen, z. B. Fahrsteuerbefehle, sind in der betrieblichen Steuerung auszufhren.

    b) Die Sicherheitssteuerung berwacht die Einhaltung aller sicherheitstechnisch wichtigen Grenzwerte eines Hebe-zeugs und berfhrt das Hebezeug bei Auftreten von un-zulssigen Betriebszustnden oder unzulssigen ber-schreitungen von Begrenzungen in einen sicheren Zu-stand. Funktionen, die nach Anhang E in Performance Level c, d und e eingestuft sind, sind in der Sicherheits-steuerung auszufhren.

    c) Bei Verwendung softwarebasierter Sicherheitssteuerun-gen ist Software einzusetzen, bei deren Entwicklung und Erstellung die Anforderungen nach DIN EN 62138 Ab-schnitt 6 eingehalten wurden.

    (3) Bei der Realisierung der fr den sicheren Betrieb der Hebezeuge nach KTA 3902 Abschnitt 4.2 erforderlichen Funktionen sind grundstzlich die Anforderungen nach DIN EN ISO 13849-1 einzuhalten, wobei die Festlegung der Per-formance Level nach Anhang E Abschnitt E 1 zu erfolgen hat (abweichend von der in DIN EN ISO 13849-1 Abschnitt 4.3 festgelegten Vorgehensweise). Den typischen Funktionen sind in Tabelle E-1 Performance Level zugeordnet. Abwei-chungen von dem in Tabelle E-1 festgelegten Performance Level sind im Einzelfall zu begrnden.

    Anstelle der in Tabelle E-1 festgelegten Performance Level nach DIN EN ISO 13849-1 drfen die in der Normenreihe DIN EN 61508 definierten Safety Integrity Levels (SIL) verwendet werden, wobei die Anforderungen gem SIL 2 nach DIN EN 61508 als gleichwertig mit den Anforderungen gem Per-formance Level d nach DIN EN ISO 13849-1 und die Anfor-derungen gem SIL 3 als gleichwertig mit den Anforderun-gen gem Performance Level e gelten.

    (4) Sicherheitsfunktionen der Performance Level c bis e nach DIN EN ISO 13849-1 mssen unabhngig von den be-trieblichen Steuerungsfunktionen wirken. Fehler in den be-trieblichen Steuerungsfunktionen drfen diese Sicherheits-funktionen nicht unwirksam machen. Sicherheitsfunktionen des Performance Level d sind mindestens in Kategorie 3 und Sicherheitsfunktionen des Performance Level e in Kate-gorie 4 nach DIN EN ISO 13849-1 auszufhren. Die Reakti-onszeiten aller Sicherheitsfunktionen mssen ausreichend klein sein, um die jeweilige sicherheitstechnische Aufgabe erfllen zu knnen.

    (5) Bei Planung, Entwurf und Ausfhrung der Sicherheits-funktionen der Performance Level c bis e nach DIN EN ISO 13849-1 sind die in DIN IEC 61513 fr Funktionen der Kategorie B enthaltenen Anforderungen einzuhalten.

    (6) Fr alle Begrenzungs- und Verriegelungsfunktionen, die nach dieser Regel erforderlich sind, mssen zwangslufig ffnende im Ruhestromprinzip wirkende Schalter oder eine andere Technik eingesetzt werden, mit der eine gleichwertige Sicherheit wie bei zwangslufig ffnenden Schaltern erreicht wird.

    (7) Geschlossene Arbeits- und Betriebsrume in Kranen, die sich im Kontrollbereich befinden, mssen an die Alarman-lage und die Sicherheitsbeleuchtungsanlage des Kernkraft-werks so angeschlossen sein, dass Alarme wahrgenommen werden und die Fluchtwege erkennbar sind.

    (8) Es sind Manahmen vorzusehen, die eine eindeutige Identifizierung des aktuellen Versionsstands von Hard- und Software fr Funktionen, die nach Anhang E in Performance Level c, d und e eingestuft sind, ermglichen.

    (9) Es sind Vorkehrungen dafr zu treffen, dass die nach KTA 3903 erforderlichen wiederkehrenden Funktionsprfun-gen ohne Eingriff in die elektrische Ausrstung (z. B. Lsen von Verdrahtungen, Ausbau von Gerteteilen) mglich sind. Hierbei ist sicherzustellen, dass bei den wiederkehrenden Funktionsprfungen der gesamte Signalpfad erfasst werden kann.

    Prfeinrichtungen sind mit einem Zugriffsschutz zu versehen, so dass sie nur durch autorisiertes Personal aktiviert werden knnen.

    Bei Verwendung nicht selbstttig rckstellender Prfeinrich-tungen muss deren Aktivierung durch eine Meldung angezeigt werden. Deaktivierte Prfeinrichtungen drfen auch im Feh-lerfall keinen Einfluss auf die Sicherheitsfunktionen der Per-formance Level c bis e nach DIN EN ISO 13849-1 haben.

    Fr die wiederkehrenden Prfungen der Sicherheitswegbe-grenzer der Hub- und Fahrwerke ist eine Freigabeeinrichtung vorzusehen, bei deren Bettigung es dem Kranfhrer nach dem Anfahren eines Sicherheitswegbegrenzers ermglicht wird, diesen in entgegengesetzter Bewegungsrichtung und in Schleichfahrt wieder zu verlassen. Die Freigabeeinrichtung zum Verlassen des Sicherheitswegbegrenzers ist von der Funktion her abschliebar und selbstttig rckstellend auszu-fhren (z. B. Schlsseltaster) und so zu positionieren, dass fr die Bedienung der Freigabeeinrichtung eine weitere Person (im Sinne des 4-Augen-Prinzips) zum Einsatz kommt.

    6.5.2 Anforderungen an die elektrische Ausrstung

    (1) Der Kranschalter darf nur eingeschaltet werden knnen, wenn dieser mit einem Schlsselschalter oder mit einer gleichartig gesicherten Einschaltmglichkeit freigegeben worden ist.

    (2) Die Drehstromeinspeisung ist mit einer Drehfeld- und einer Auenleiterberwachung auszursten. Beim Anspre-chen dieser berwachungseinrichtungen darf der Kranschal-ter nicht zuschaltbar sein, bei in Betrieb befindlichem Hebe-zeug muss der Kranschalter abschalten. Das Ansprechen dieser berwachungseinrichtungen muss an den Steuerstel-len eine Strmeldung auslsen.

    (3) Das Ansprechen von berstromschutzeinrichtungen darf nur den zugehrigen Motorabzweig automatisch sperren, es sei denn, dass mehrere Motoren fr die gleiche Funktion vorhanden sind und gleichzeitig abgeschaltet werden ms-sen. Bei Hubwerksmotoren mssen in den Wicklungen Tem-peraturberwachungsfhler vorhanden sein. Das Ansprechen von berstromschutzeinrichtungen muss an den Steuerstel-len eine Strmeldung auslsen.

    (4) Das Ansprechen der berlastsicherung muss zur Ab-schaltung der Hubbewegung fhren und an den Steuerstellen eine Strmeldung auslsen. Nach dem Quittieren der Strmeldung muss eine Senkbewegung mglich sein.

    Die berlastsicherung ist auf das 1,1fache der maximalen Betriebslast einzustellen.

    Die Ansprechtoleranz darf 5 % nicht berschreiten.

    Die Schaltschwelle ist bei der Inbetriebsetzung des Hebezeu-ges dem Schwingverhalten beim Anheben der Last anzupas-sen.

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    (5) Hubwerke sind mit einem Betriebsstunden- oder Lastkol-lektivzhler entsprechend Abschnitt 6.2.1.3.1 auszursten. Es sind Manahmen zur Verhinderung eines Datenverlusts vorzu-sehen (z. B. redundante Datenspeicherung, Speicherung auf ausfallsicherem Medium oder regelmige Datensicherung).

    (6) Die Hubwerksbremsen mssen jeweils einzeln und von-einander unabhngig angesteuert und allpolig geschaltet werden. Bei nicht umrichterbetriebenen Antrieben muss ge-m Abschnitt 6.2.1.3.3 Absatz 5 die Zusatzbremse gegen-ber der Betriebsbremse verzgert einfallen.

    Die Unterschreitung der Mindestbelagstrke der Betriebs-bremse, das Nichtffnen und das Nichtschlieen der Betriebs- und Zusatzbremse (Bremslfterttigkeit) mssen an den Steuerstellen eine Warnung auslsen. Bei elektromagneti-schen Kompaktbremsen ist es zulssig, die Anzeige des Nichtffnens und Nichtschlieens aus nur einem Schalter abzuleiten. Verschiebelufermotoren mit integrierter Bremse sind von der Anzeige des Nichtffnens oder Nichtschlieens ausgenommen.

    H i n w e i s : Bei Verwendung von Systemen zur Erfassung der Bremswirkung ohne Prflast als wiederkehrende Prfung siehe auch KTA 3903 Anhang D Abschnitt D 3.1.

    (7) Sofern keine umrichterbetriebenen Antriebe verwendet werden, ist fr Fahr- und Hubwerke neben der Nennge-schwindigkeit mindestens eine Feingeschwindigkeit erforder-lich. Bei Geschwindigkeitsnderungen mssen Beschleu-nigungen und Verzgerungen gering gehalten werden.

    (8) Bei umrichterbetriebenen Antrieben ist eine berwa-chung erforderlich, dass das Hebezeug bei Nullstellung der Steuereinrichtung stillgesetzt und im Stillstand gehalten und dass bei Bettigung der Steuereinrichtung die korrekte Bewe-gungsrichtung ausgefhrt wird.

    (9) Bei elektrisch gesteuerten Lastaufnahmemitteln sind an der Steuerstelle entsprechende Stellungsanzeigen (z. B. Greifer geffnet, Greifer geschlossen) vorzusehen. Durch eine elektrische Verriegelung ist sicherzustellen, dass der Steuerbefehl zum Abschlagen einer angeschlagenen Last (z. B. Steuersignal Greifer ffnen) nicht unbeabsichtigt oder an sicherheitstechnisch nicht zulssigen Stellen ausgefhrt werden kann.

    (10) Sofern das ordnungsgeme Aufwickeln des Seiles auf der Trommel nicht durch konstruktive Manahmen sicherge-stellt ist, ist eine berwachung erforderlich. Ergibt die ber-wachung eine unzulssige Abweichung, muss ein Stillstand herbeigefhrt und an den Steuerstellen eine Strmeldung ausgelst werden.

    6.5.3 Begrenzungsfunktionen

    (1) Zur Begrenzung der Kran- und Katzfahrt sowie der Hub- und Senkbewegungen sind betriebliche Wegbegrenzer ent-sprechend Tabelle E-1 vorzusehen. Zustzliche Sicherheits-wegbegrenzer entsprechend Tabelle E-1 sind vorzusehen

    a) bei Fahrwerken, wenn keine mechanischen Fahrwegend-begrenzungen vorhanden sind,

    b) bei Hubwerken am oberen und unteren Hubwegsende.

    (2) Bei Einsatz von elektronischen Wegmesssystemen muss die Funktion zur Justierung (Preset) dieser Systeme durch technische Manahmen (z. B. Schlsselschalter) frei-gegeben werden. Redundante Wegmesssysteme sind kon-struktiv so auszufhren und anzuordnen, dass ein gleichzeiti-ger mechanisch bedingter Geberausfall nicht eintreten kann.

    (3) Bei Ansprechen des betrieblichen Wegbegrenzers muss der Nachlaufweg so bemessen sein, dass ein Stillstand des Antriebs vor Erreichen des Sicherheitswegbegrenzers erfolgt. Nach Ansprechen des betrieblichen Wegbegrenzers muss

    eine Bewegung in die jeweils entgegengesetzte Richtung mglich sein.

    (4) Solange der Sicherheitswegbegrenzer bettigt ist, darf eine Bewegung des Fahr- oder Hubwerks nicht mglich sein. Fr wiederkehrende Prfungen sind Vorkehrungen zu treffen, dass eine entgegengesetzte Bewegungsrichtung nach Anfah-ren des Sicherheitswegbegrenzers ermglicht wird. Das An-sprechen des Sicherheitswegbegrenzers muss an den Steu-erstellen eine Strmeldung auslsen.

    (5) Durch technische Manahmen ist sicherzustellen, dass mechanische Wegendbegrenzungen und Sicherheitswegbe-grenzer nur mit der zulssigen Geschwindigkeit angefahren werden knnen. Manahmen zur Begrenzung und berwa-chung der zulssigen Geschwindigkeit am Fahr- und Hub-wegende sind nicht erforderlich, sofern

    a) bei Fahrwerken

    aa) die mechanische Wegendbegrenzung fr die Nenn-geschwindigkeit ausgelegt ist

    oder

    ab) der Nachlaufweg nach dem Ansprechen des Sicher-heitswegbegrenzers so bemessen ist, dass die me-chanische Wegendbegrenzung nicht oder nur mit der zulssigen Geschwindigkeit angefahren wird,

    b) bei Hubwerken der Nachlaufweg nach dem Ansprechen des Sicherheitswegbegrenzers ausreichend bemessen ist.

    (6) Sind aus sicherheitstechnischen Grnden Hub- und Fahrbewegungen teilweise oder ganz zu unterbinden (z. B. Fahrbewegungen ber dem Brennelement-Lagerbecken), so ist dies durch eine entsprechende Verriegelungsfunktion sicherzustellen. Das Ansprechen der Verriegelung muss an den Steuerstellen eine Meldung auslsen.

    6.5.4 Befehls- und Meldesysteme

    6.5.4.1 Befehlssysteme

    (1) Durch eine Verriegelung ist sicherzustellen, dass beim Einschalten des Hebezeugs (auch bei bettigtem Steueror-gan) kein Anlaufen von Antrieben erfolgt.

    (2) Bei Antrieben mit Geschwindigkeitsstufen darf die Steu-erung der Geschwindigkeit fr Hub- und Fahrwerke nur von Null ber die einzelnen Geschwindigkeitsstufen auf die maxi-male Geschwindigkeit mglich sein. Die jeweiligen Schaltstu-fen mssen am Steuerschalter wahrnehmbar sein.

    (3) Die Steuerung muss ohne Selbsthaltung ausgefhrt sein. Mechanische Steuerorgane mssen selbstrckstellend sein. Auf selbstrckstellende Steuerorgane darf verzichtet werden, wenn durch einen Freigabetaster im Steuerorgan eine Nullrckstellung elektrisch erreicht wird.

    (4) An den Steuereinrichtungen mssen die Bewegungs-richtungen deutlich und bereinstimmend mit den Kennzeich-nungen am Hebezeug oder Gebude gekennzeichnet sein.

    (5) An allen Steuerstellen muss ein Schalter fr Not-Halt vorhanden sein, mit dem alle Antriebseinrichtungen allpolig abgeschaltet werden knnen. Er muss auch an abgeschalte-ten Steuerstellen wirksam sein. Die Not-Halt-Funktion ist nach DIN EN 60204-32 in Stopp-Kategorie 0 oder Stopp-Katego-rie 1 auszufhren. Bei Anwendung der Stopp-Kategorie 1 ist die verzgerte sichere Abschaltung (kleiner als 0,5 s) un-abhngig vom erreichten Stillstand des Antriebs einzuleiten.

    (6) Bei Transportvorgngen gem KTA 3903 Abschnitt 9.2 (10) muss eine Abschalteinrichtung, z. B. ein zustzlicher Not-Halt, vorhanden sein, mit dem alle Antriebseinrichtun-gen durch die berwachungsperson allpolig ausgeschaltet werden knnen. Von der Position dieser Abschalteinrichtung muss ein ausreichender berblick ber den jeweiligen Ar-beitsbereich mglich sein.

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    (7) Sind mehrere Steuerstellen vorhanden, so mssen die Steuerstellen so untereinander verriegelt sein, dass das He-bezeug jeweils nur von einer Stelle aus gesteuert werden kann.

    (8) Drahtlose Steuerungen mssen den Anforderungen gem DIN EN 60204-32 Abschnitt 9.2.7 gengen.

    6.5.4.2 Meldesysteme

    (1) Die Meldesysteme sind zu unterteilen in Meldungen, z. B. fr Betriebszustnde oder Verriegelungen, sowie inWarnungen, z. B. fr Vernderungen oder bevorstehende nderungen der Bedingungen und in Strungen, die zu Ab-schaltungen fhren.

    (2) Meldungen sind optisch, Warnungen und Strungen sind optisch und akustisch anzuzeigen.

    (3) Optische Anzeigen und Geruschgeber mssen ber einen Prftaster prfbar sein.

    (4) Optische Anzeigen mssen solange anstehen, bis der angezeigte Zustand beseitigt ist. Bei Warnungen und Strun-gen muss die optische Anzeige nach dem Quittieren von Blinklicht in Ruhelicht wechseln und der Geruschgeber ab-schalten. Jedes nach einer Quittierung ankommende Warn-signal oder Strmeldesignal muss den Geruschgeber wieder in Betrieb setzen.

    7 Erhhte Anforderungen an Krane, Winden, Laufkat-zen und Lastaufnahmeeinrichtungen

    7.1 Tragwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Krantragwerke, Katzrahmen, Windenrahmen.

    7.1.1 Auslegung

    (1) Folgende Angaben sind zur Dimensionierung von Trag-werken zu machen:

    a) Montagelasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    b) Betriebslasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    c) Lasten aus Einwirkungen von auen entsprechend Ab-schnitt 4.5,

    d) Umgebungsbedingungen entsprechend Abschnitt 4.6.

    (2) Die Einstufung der Tragwerke muss erfolgen

    a) fr die maximale Montagelast in Hubklasse H1 und Bean-spruchungsgruppe B2 nach DIN 15018-1 und

    b) fr die maximale Betriebslast in Hubklasse H4 und Bean-spruchungsgruppe B4 nach DIN 15018-1.

    (3) Sofern ein kleinerer Hublastbeiwert als aus (2) resultie-rend zur Anwendung kommen soll, ist der whrend eines Lastarbeitsspiels maximal auftretende dynamische Lastfaktor im Einzelfall rechnerisch oder experimentell nachzuweisen. Zur Bestimmung des Hublastbeiwerts ist dieser dynamische Lastfaktor mit dem Faktor 1,25 zu multiplizieren.

    (4) Die bei der Lastumlagerung auftretende Belastung ist als Sonderlast nach DIN 15018-1 in ihren Auswirkungen auf das Tragwerk zu bercksichtigen.

    7.1.2 Nachweise

    (1) Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 2.1 zu fhren.

    (2) Auf den Betriebsfestigkeitsnachweis kann verzichtet werden, wenn nachgewiesen wird, dass die Spannungsspiel-

    zahl unter 2 x 104 liegt. Die Ermittlung der Spannungsspiel-zahl hat nach Abschnitt B 1.2.1.2 zu erfolgen.

    (3) Bei Verbindungen mit vorgespannten Schrauben, die nach ihrer Demontage wieder remontiert werden, gelten er-gnzend zu (2) folgende Festlegungen:

    a) Ist gem (2) ein Betriebsfestigkeitsnachweis zu fhren,sind dabei die Spannungsspiele aus Demontage- undRemontagevorgngen mit zu bercksichtigen.

    b) Ist gem (2) kein Betriebsfestigkeitsnachweis erforderlichund werden maximal 10 Demontage- und Remontagevor-gnge durchgefhrt, darf auf einen Betriebsfestigkeits-nachweis verzichtet werden.

    c) Bei mehr als 10 Demontage- und Remontagevorgngenist unabhngig von den Festlegungen in (2) ein Betriebs-festigkeitsnachweis zu fhren. Dabei sind sowohl dieSpannungsspiele aus betrieblichen Beanspruchungen alsauch die aus Demontage- und Remontagevorgngen zubercksichtigen.

    7.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    Es sind die Anforderungen des Abschnitts 6.1.3 zu erfllen.

    7.2 Hubwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Triebwerke und Seiltriebe.

    7.2.1 Triebwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Getriebe, Seriengetriebe, Se-rienelektrozge, Kupplungen und Bremsen.

    7.2.1.1 Auslegung

    (1) Es sind folgende Angaben fr die Dimensionierung von Triebwerken zu machen:

    a) Montagelasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    b) Betriebslasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    c) Eigenlasten der Lastaufnahme- und Tragmittel,

    d) Sonderlasten, wie z. B. Lasten aus Abnahmeprfung,wiederkehrenden Prfungen, Getriebeprobelauf sowie Ein-fallen der Bremsen, mit zugehrigen Lastarbeitsspielen frdie vorgesehene Einsatzzeit,

    H i n w e i s : Bei Verwendung von Systemen zur Erfassung der Bremswir-kung ohne Prflast als wiederkehrende Prfung siehe auch KTA 3903 Anhang D Abschnitt D 3.1.

    e) Einschaltdauer des Hubwerkes mit Montagelast, Betriebs-last und Eigenlast sowie mit zugehriger mittlerer Hubge-schwindigkeit und mittlerem Hubweg,

    f) Einschaltdauer, mit der die Last nach Ausfall einer Trieb-werkskette bei Ausfhrung des Hebezeugs mit doppelterTriebwerkskette bewegt werden soll,

    g) Umgebungsbedingungen entsprechend Abschnitt 4.6.

    (2) Fr die Bemessung des Hubwerkes mit doppelter Trieb-werkskette sind beide Triebwerksketten als mittragend unter Bercksichtigung der Festlegungen des Absatzes 1 f) zu betrachten. Dieses gilt nicht fr Bremsen.

    (3) Die Sicherheitsbremse ist fr die maximale Betriebslast unter Bercksichtigung des auslegungsbestimmenden Scha-densfalls in der Triebwerkskette zu bemessen. Das Bemes-sungsmoment muss mindestens das 1,4fache des statischen Lastmoments betragen. Der Anhalteweg der Sicherheits-bremse darf fr den auslegungsbestimmenden Schadensfall grundstzlich den dreifachen Anhalteweg der Betriebsbremse

  • KTA 3902 Seite 12

    nicht berschreiten. Die Zulssigkeit grerer Anhaltewege ist im Einzelfall nachzuweisen.

    H i n w e i s : Unter dem Anhalteweg der Betriebsbremse wird hier der gesamte Weg verstanden, der vom Auslsen der Bremse durch Not-Halt bis zum Stillstand durchlaufen wird. Unter dem Anhalteweg der Sicherheitsbremse wird hier der gesamte Weg verstanden, der ab Eintritt des Schadensfalls bis zum Stillstand durchlaufen wird.

    (4) Fr die Bemessung von Serienbauteilen wie Bremsen, Bremsscheiben und Kupplungen sind die Auslegungsdaten zu ermitteln, die in den entsprechenden Formblttern nach KTA 3903 Anhang C gefordert sind.

    (5) Fr die Bemessung der Wlzlager sind die Berech-nungsgrundlagen der Wlzlagerhersteller anzuwenden. Fr die dynamische Belastung ist die kubische Mittelung zugelas-sen, wobei eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 1 % zugrunde zu legen ist, die mit a1 = 0,21 zu bercksichtigen ist. Als stati-sche Belastung ist die maximale Prflast anzusetzen.

    7.2.1.2 Nachweise

    Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 2.2 zu fhren.

    7.2.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    7.2.1.3.1 Allgemeines

    (1) Fr Hubwerke gilt Abschnitt 6.2.1.3.1.

    (2) Zustzlich sind Hubwerke entweder mit einer doppelten Triebwerkskette oder mit einer Triebwerkskette mit Sicher-heitsbremse auszursten.

    (3) Bei Hubwerken mit doppelter Triebwerkskette sind alle mechanischen Bauteile im Kraftfluss einschlielich der Brem-sen redundant auszufhren. Ausgenommen sind Lasthaken und Tragwerke der Unter- und Oberflasche.

    (4) Die beiden Triebwerksketten mssen auch im instation-ren Betrieb statisch eindeutig bestimmbar sein.

    (5) Bei einer Triebwerkskette mit Sicherheitsbremse ms-sen die Seile und Seilrollen redundant ausgefhrt werden.

    (6) Der Ausfall eines Bauteils innerhalb einer doppelten Triebwerkskette oder einer Triebwerkskette mit Sicherheits-bremse muss einen Stillstand des Triebwerks herbeifhren.

    (7) Werden zur Aufnahme oder zur Dmpfung des Lastum-lagerungsstoes Systeme und Hilfsmedien (Flssigkeiten, Gase) eingesetzt, so muss das System berwacht werden (z. B. Druck, Fllstand). Bei unzulssigen Abweichungen muss ein Stillstand herbeigefhrt werden.

    (8) Bei Hubwerken fr die Handhabung von

    a) Brennelementen, Steuerelementen und Kerninstrumentie-rungslanzen beim Druckwasserreaktor,

    b) Brennelementen, Steuerstben und Brennelementksten beim Siedewasserreaktor,

    c) Kapselungen von Kernbauteilen

    sind die bei der Lastumlagerung entstehenden Belastungen an den Lastanschlagpunkten dieser Kernbauteile zu begren-zen.

    Die konstruktive Gestaltung muss sicherstellen, dass die bei der Lastumlagerung entstehenden Belastungen nicht un-gnstigere Beanspruchungen fr die Lastanschlagpunkte er-geben als die aus dem Eigengewicht des Kernbauteils, multi-pliziert mit einem Lastberhhungsfaktor von 4.

    7.2.1.3.2 Getriebe

    Fr die Getriebe gilt Abschnitt 6.2.1.3.2.

    7.2.1.3.3 Bremsen

    (1) Fr Bremsen gilt Abschnitt 6.2.1.3.3.

    (2) Die Sicherheitsbremse muss bei Wellen- oder Getriebe-bruch auf der Seiltrommel oder am Ende der Triebswerksket-te wirksam werden. Durch Einrichtungen oder betriebliche Manahmen ist ein sicheres Absetzen der Last zu ermgli-chen.

    7.2.2 Seiltriebe

    Unter diesen Abschnitt fallen Seile, Seilrollen, Seiltrommeln, Seilendbefestigungen und Seiltrommelgelenkverbindungen.

    7.2.2.1 Auslegung

    (1) Fr die Auslegung der Seiltriebe gilt Abschnitt 6.2.2.1.

    (2) Zustzlich gilt, dass der Seildurchmesser so zu bestim-men ist, dass nach dem Bruch eines Bauteils in einem Seil-trieb fr den noch tragenden Seiltrieb eine Mindestbruchsi-cherheit von 2,5 gegenber der Mindestbruchkraft des Seiles nachgewiesen wird, wenn die maximale Betriebslast unter Bercksichtigung der beim Bruch eines Bauteils in einem Seiltrieb auftretenden dynamischen Beanspruchungen einge-setzt wird.

    (3) Fr Seiltrommelgelenkverbindungen sind die Ausle-gungskrfte und -momente um 20 % zu erhhen.

    7.2.2.2 Nachweise

    Die Nachweise sind nach Anhang B Abschnitt B 2.2.4 zu fhren.

    7.2.2.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Es gelten die Anforderungen des Abschnittes 6.2.2.3.

    (2) Zustzlich ist bei einfacher Triebwerkskette mit Sicher-heitsbremse jede Seiltrommel mit einer Sttzlagerung zu versehen, die so ausgebildet sein muss, dass die Wirksam-keit der Sicherheitsbremse bei Wellen- und Getriebebruch gegeben ist, und dass bei Schden an den Lagerungsele-menten der Seiltrommel oder bei Bruch des Trommelzap-fens ein sicheres Absetzen der Last ermglicht werden kann.

    7.3 Fahrwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen die Laufradlagerung mit Laufr-dern, Laufradachsen und -wellen.

    7.3.1 Auslegung

    Fr die Auslegung der Fahrwerke gilt Abschnitt 6.3.1.

    7.3.2 Nachweise

    Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 1.3 zu fhren.

    7.3.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    Fr die konstruktive Gestaltung und baulichen Anforderungen gilt Abschnitt 6.3.3.

    7.4 Lastaufnahmeeinrichtungen

    Unter diesen Abschnitt fallen Tragmittel, Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel.

  • KTA 3902 Seite 13

    7.4.1 Tragmittel

    Unter diesen Abschnitt fallen mit dem Hebezeug dauernd verbundene Einrichtungen zum Aufnehmen von Lastaufnah-memitteln, Anschlagmitteln oder Lasten (z. B. Lasthaken, Lasthakenaufhngungen, Greifer, Lasttraversen, Gehnge) sowie Unter- und Oberflaschen und Aufhngungen fr Aus-gleichsrollen und Seilendbefestigungen.

    7.4.1.1 Auslegung

    (1) Die Einstufung von Lasthaken in Triebwerksgruppen hat nach Abschnitt 6.4.1.1 Abstze 1 und 2 zu erfolgen, jedoch bei Betriebslast mindestens in Triebwerksgruppe 3 m.

    (2) Fr die Auslegung von Tragmitteln als Tragwerke gelten die Anforderungen des Abschnittes 7.1.1 und fr die Ausle-gung von Tragmitteln als Maschinenteile die des Abschnittes 7.2.1.1.

    (3) Fr nicht redundant ausgefhrte Tragmittel ist das 1,25fache des Hublastbeiwertes fr die Berechnung anzuset-zen. Fr den Lasthaken gilt Absatz 1.

    (4) Kommen Schraubenverbindungen nach DIN EN ISO 898-1 und DIN EN ISO 898-2 oder DIN EN ISO 3506-1 und DIN EN ISO 3506-2 mit zustzlicher Zugbeanspruchung zum Einsatz, so ist die erforderliche Anzahl der Schrauben zu verdoppeln oder es ist die ermittelte Schraubenlast sowohl im allgemei-nen Spannungsnachweis als auch im Betriebs- oder Dauer-festigkeitsnachweis um einen Faktor 1,5 zu erhhen. Diese Anforderungen werden nicht gestellt, wenn Schrauben nach KTA 3903 Anhang A Werkstoffprfblatt WPB 3.17 zum Ein-satz kommen.

    7.4.1.2 Nachweise

    (1) Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 2.4 zu fhren.

    (2) Ein Betriebs- oder Dauerfestigkeitsnachweis ist nur zu fhren

    a) fr Stahlbauteile nach DIN 15018-1 ab einer Spannungs-spielzahl N grer als 2 x 10

    4,

    b) fr nichtdrehende Maschinenteile und sonstige Bauteile bei mehr als 6000 Spannungsspielen.

    H i n w e i s : Unter sonstige Bauteile fallen z. B. Bauteile, bei denen eine Spannungsbewertung auf Basis von Nennspannungen nicht sinnvoll ist.

    Diese Festlegung gilt in gleicher Weise auch bei Verwendung von austenitischen Sthlen.

    (3) Bei Verbindungen mit vorgespannten Schrauben, die nach ihrer Demontage wieder remontiert werden, gelten er-gnzend zu (2) die Festlegungen gem Abschnitt 7.1.2 (3).

    7.4.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    Es gelten die Anforderungen des Abschnittes 6.4.1.3.

    7.4.2 Lastaufnahmemittel

    Unter diesen Abschnitt fallen die nicht zum Hebezeug geh-renden Einrichtungen, die zum Aufnehmen der Last mit dem Tragmittel des Hebezeuges verbunden werden knnen, z. B. Lasthaken, Lasthakenaufhngungen, Traversen, Gehnge und Greifer.

    7.4.2.1 Auslegung

    (1) Fr die Auslegung von Lastaufnahmemitteln als Trag-werke gelten die Anforderungen des Abschnittes 7.1.1 und fr

    die Auslegung von Lastaufnahmemitteln als Maschinenteile die des Abschnittes 7.2.1.1.

    (2) Fr Lasthaken gilt Abschnitt 7.4.1.1.

    (3) Fr nicht redundant ausgefhrte Lastaufnahmemittel ist das 1,25fache des Hublastbeiwertes fr die Berechnung an-zusetzen.

    (4) Es gelten die Anforderungen des Abschnitts 6.4.2.1 (3) und des Abschnitts 7.4.1.1 (4).

    7.4.2.2 Nachweise

    Es sind die Anforderungen des Abschnitts 7.4.1.2 zu erfllen.

    7.4.2.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    Es gelten die Anforderungen des Abschnitts 6.4.2.3.

    7.4.3 Anschlagmittel

    Es gelten die Anforderungen des Abschnitts 6.4.3.

    7.5 Elektrische Ausrstung

    Es sind die Anforderungen des Abschnittes 6.5 zu erfllen. Bei der Realisierung der fr den sicheren Betrieb der Hebe-zeuge nach Abschnitt 4.3 erforderlichen Funktionen sind die Anforderungen nach DIN EN ISO 13849-1 einzuhalten, wobei die Festlegung der Performance Level nach Anhang E Ab-schnitt E 1 zu erfolgen hat (abweichend von der in DIN EN ISO 13849-1 Abschnitt 4.3 festgelegten Vorgehensweise). Den typischen Funktionen sind in Tabelle E-1 Performance Level zugeordnet. Abweichungen von diesen Auslegungsan-forderungen sind im Einzelfall zu begrnden.

    Zustzlich zum Abschnitt 6.5 gilt:

    a) Bei Ausfall eines Auenleiters der Versorgung des Hub-werksmotors oder des Antriebsumrichters muss selbstttig eine allpolige Abschaltung des Hubwerksmotors erfolgen. Der Ausfall eines Auenleiters muss an den Steuerstellen eine Strmeldung auslsen.

    b) Bei Hubwerken mit einfacher Triebwerkskette ist eine berwachung vorzusehen, die bei Schadenseintritt durch Getriebe- oder Wellenbruch die Sicherheitsbremse aus-lst. Muss bei Versagen dieser Funktion als Folge eine berschreitung der Strfallplanungswerte nach 49 StrlSchV unterstellt werden und ist eine Ausfhrung der Funktion mittels softwarebasierter Systeme vorgesehen, ist die berwachung bei Hubwerken mit einer maximalen Be-triebslast grer als 5 t durch zwei unabhngige und ver-schiedenartige Einrichtungen zu realisieren (Ausfhrungs-beispiele siehe Bilder E-2 und E-4). Dabei muss eine der berwachungseinrichtungen den Getriebe- oder Wellen-bruch durch kontinuierlichen Vergleich der Drehbewegun-gen von Antriebsmotor und Seiltrommel erfassen. Der Ein-fall der Sicherheitsbremse bei Bewegung des Hubwerks ist mittels Zhler zu erfassen. Das Nichtffnen der Sicher-heitsbremse ist zu berwachen.

    c) Das Wiedereinschalten nach dem Ausfall eines Bauteils in einer Triebwerkskette ist nur mittels Schlsselschalter vom elektrischen Betriebsraum aus zulssig.

    d) Muss bei Versagen der Sicherheitswegbegrenzung am Hubwegende als Folge eine berschreitung der Strfall-planungswerte nach 49 StrlSchV unterstellt werden und ist eine Ausfhrung der Funktion mittels softwarebasierter Systeme vorgesehen, sind die Abschaltung bei ber-schreitung der zulssigen Geschwindigkeit und der Si-cherheitswegbegrenzer jeweils durch zwei unabhngige und verschiedenartige Einrichtungen zu realisieren (Aus-fhrungsbeispiele siehe Bilder E-1, E-3 und E-4).

  • KTA 3902 Seite 14

    e) Der Ausfall eines Bauteils innerhalb einer doppelten Trieb-werkskette oder einer Triebwerkskette mit Sicherheits-bremse muss einen Stillstand des Triebwerks herbeifh-ren und an den Steuerstellen eine Strmeldung auslsen.

    f) Werden zur Aufnahme oder zur Dmpfung des Lastumla-gerungsstoes Systeme und Hilfsmedien (Flssigkeiten,Gase) eingesetzt, so muss das System berwacht werden(z. B. Druck, Fllstand). Bei unzulssigen Abweichungenmuss ein Stillstand herbeigefhrt und an den Steuerstelleneine Strmeldung ausgelst werden.

    g) Es ist eine kontinuierliche Lastanzeige an den Steuerstel-len vorzusehen.

    h) Sofern fr bestimmte Transporte eine Lastbegrenzung imTeillastbereich der maximalen Betriebslast erforderlich ist,ist zustzlich zu der berlastsicherung gem 6.5.2 (4)vorzusehen, dass weitere Grenzwerte fr berlast einge-stellt werden knnen.

    8 Anforderungen an Brennelement-Wechselanlagen fr Leichtwasserreaktoren

    8.1 Tragwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Tragwerke und Katzrahmen.

    8.1.1 Auslegung

    (1) Folgende Angaben sind zur Dimensionierung von Trag-werken zu machen:

    a) Betriebslasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    b) Lasten aus Einwirkungen von auen entsprechend Ab-schnitt 4.5,

    c) Umgebungsbedingungen entsprechend Abschnitt 4.6.

    (2) Die Einstufung der Tragwerke hat fr die maximale Be-triebslast in Hubklasse H4 und Beanspruchungsgruppe B4 nach DIN 15018-1 zu erfolgen.

    (3) Sofern ein kleinerer Hublastbeiwert als aus (2) resultie-rend zur Anwendung kommen soll, ist der whrend eines Lastarbeitsspiels maximal auftretende dynamische Lastfaktor im Einzelfall rechnerisch oder experimentell nachzuweisen. Zur Bestimmung des Hublastbeiwerts ist dieser dynamische Lastfaktor mit dem Faktor 1,25 zu multiplizieren.

    (4) Die bei der Lastumlagerung auftretende Belastung ist als Sonderlast nach DIN 15018-1 in ihren Auswirkungen auf das Tragwerk zu bercksichtigen.

    8.1.2 Nachweise

    (1) Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 2.1 zu fhren.

    (2) Auf den Betriebsfestigkeitsnachweis kann verzichtet werden, wenn nachgewiesen wird, dass die Spannungsspiel-zahl unter 2 x 104 liegt. Die Ermittlung der Spannungsspiel-zahl hat nach Abschnitt B 1.2.1.2 zu erfolgen.

    (3) Bei Verbindungen mit vorgespannten Schrauben, die nach ihrer Demontage wieder remontiert werden, gelten er-gnzend zu (2) folgende Festlegungen:

    a) Ist gem (2) ein Betriebsfestigkeitsnachweis zu fhren,sind dabei die Spannungsspiele aus Demontage- undRemontagevorgngen mit zu bercksichtigen.

    b) Ist gem (2) kein Betriebsfestigkeitsnachweis erforderlichund werden maximal 10 Demontage- und Remontagevor-gnge durchgefhrt, darf auf einen Betriebsfestigkeits-nachweis verzichtet werden.

    c) Bei mehr als 10 Demontage- und Remontagevorgngenist unabhngig von den Festlegungen in (2) ein Betriebs-

    festigkeitsnachweis zu fhren. Dabei sind sowohl die Spannungsspiele aus betrieblichen Beanspruchungen als auch die aus Demontage- und Remontagevorgngen zu bercksichtigen.

    8.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Es sind die Anforderungen des Abschnitts 6.1.3 zu erfllen.

    (2) Die Brennelement-Wechselanlagen mssen so ausge-fhrt werden, dass durch entsprechende Kompensations-manahmen die Brckentrgerdurchbiegung ausgeglichen wird, um eine senkrechte Handhabung whrend des Brenn-elementeinsetzens und -ziehens zu ermglichen.

    8.2 Hubwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Triebwerke und Seiltriebe.

    8.2.1 Triebwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen Getriebe, Seriengetriebe, Kupp-lungen und Bremsen.

    8.2.1.1 Auslegung

    (1) Es sind folgende Angaben fr die Dimensionierung von Triebwerken zu machen:

    a) Betriebslasten mit zugehrigen Lastarbeitsspielen fr dievorgesehene Einsatzzeit,

    b) Eigenlasten der Lastaufnahmeeinrichtung,

    c) Sonderlasten, wie z. B. Lasten aus Abnahmeprfung,wiederkehrenden Prfungen, Getriebeprobelauf sowie Ein-fallen der Bremsen, mit zugehrigen Lastarbeitsspielen frdie vorgesehene Einsatzzeit,

    H i n w e i s : Bei Verwendung von Systemen zur Erfassung der Bremswir-kung ohne Prflast als wiederkehrende Prfung siehe auch KTA 3903 Anhang D Abschnitt D 3.1.

    d) Einschaltdauer des Hubwerks mit Betriebslast und Eigen-last sowie mit zugehriger mittlerer Hubgeschwindigkeitund mittlerem Hubweg,

    e) Einschaltdauer, mit der die Last nach Ausfall einer Trieb-werkskette bei einer Ausfhrung mit doppelter Trieb-werkskette bewegt werden soll,

    f) Umgebungsbedingungen entsprechend Abschnitt 4.6.

    (2) Fr die Bemessung des Hubwerks mit doppelter Trieb-werkskette sind beide Triebwerksketten als mittragend unter Bercksichtigung der Festlegungen nach (1) e) zu betrachten. Dieses gilt nicht fr Bremsen.

    (3) Die Sicherheitsbremse ist fr die maximale Betriebslast unter Bercksichtigung des auslegungsbestimmenden Scha-densfalls in der Triebwerkskette zu bemessen. Das Bemes-sungsmoment muss mindestens das 1,4fache des statischen Lastmoments betragen. Der Anhalteweg der Sicherheitsbrem-se darf fr den auslegungsbestimmenden Schadensfall grundstzlich den dreifachen Anhalteweg der Betriebsbremse nicht berschreiten. Die Zulssigkeit grerer Anhaltewege ist im Einzelfall nachzuweisen.

    H i n w e i s :Unter dem Anhalteweg der Betriebsbremse wird hier der gesamte Weg verstanden, der vom Auslsen der Bremse durch Not-Halt bis zum Stillstand durchlaufen wird. Unter dem Anhalteweg der Sicherheitsbremse wird hier der gesamte Weg verstanden, der ab Eintritt des Schadensfalls bis zum Stillstand durchlaufen wird.

    (4) Fr die Bemessung von Serienbauteilen wie Bremsen, Bremsscheiben und Kupplungen sind die Auslegungsdaten zu ermitteln, die in den entsprechenden Formblttern nach KTA 3903 Anhang C gefordert sind.

  • KTA 3902 Seite 15

    (5) Fr die Bemessung der Wlzlager sind die Berech-nungsgrundlagen der Wlzlagerhersteller anzuwenden. Fr die dynamische Belastung ist die kubische Mittelung zugelas-sen, wobei eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 1 % zugrunde zu legen ist, die mit a1 = 0,21 zu bercksichtigen ist. Als stati-sche Belastung ist die maximale Prflast anzusetzen.

    8.2.1.2 Nachweise

    Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 2.2 zu fhren.

    8.2.1.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    8.2.1.3.1 Allgemeines

    (1) Fr Hubwerke gilt Abschnitt 6.2.1.3.

    (2) Zustzlich sind Hubwerke entweder mit einer doppelten Triebwerkskette oder mit einer Triebwerkskette mit Sicher-heitsbremse auszursten.

    (3) Bei Hubwerken mit doppelter Triebwerkskette sind alle mechanischen Bauteile im Kraftfluss einschlielich der Brem-sen, mit Ausnahme von Greifern und deren Hublast-fhrungen, redundant auszufhren.

    (4) Die beiden Triebwerksketten mssen auch im instation-ren Betrieb statisch eindeutig bestimmbar sein.

    (5) Bei einer Triebwerkskette mit Sicherheitsbremse ms-sen die Seile und Seilrollen redundant ausgefhrt werden.

    (6) Der Ausfall eines Bauteils innerhalb einer doppelten Triebwerkskette oder einer Triebwerkskette mit Sicherheits-bremse muss einen Stillstand des Triebwerks herbeifhren.

    (7) Es sind eine Schlaffseilberwachung und eine kontinu-ierliche Lastmesseinrichtung vorzusehen.

    (8) Das Absetzen des Brennelements in eine gesicherte Position muss auch bei Energieausfall oder nach Ausfall eines Bauteils im Triebwerk mglich sein.

    (9) Die Bewegungen aller handgetriebenen Teile mit Aus-nahme der Notantriebe sind zuverlssig zu begrenzen.

    (10) Werden zur Aufnahme oder zur Dmpfung des Lastum-lagerungsstoes Systeme und Hilfsmedien (Flssigkeiten, Gase) eingesetzt, so muss das System berwacht werden (z. B. Druck, Fllstand). Bei unzulssigen Abweichungen muss ein Stillstand herbeigefhrt werden.

    (11) Bei Hubwerken fr die Handhabung von

    a) Brennelementen, Steuerelementen und Kerninstrumentie-rungslanzen beim Druckwasserreaktor,

    b) Brennelementen, Steuerstben und Brennelementksten beim Siedewasserreaktor,

    c) Kapselungen von Kernbauteilen

    sind die bei der Lastumlagerung entstehenden Belastungen an den Lastanschlagpunkten dieser Kernbauteile zu begren-zen.

    Die konstruktive Gestaltung muss sicherstellen, dass die bei der Lastumlagerung entstehenden Belastungen nicht un-gnstigere Beanspruchungen fr die Lastanschlagpunkte er-geben als die aus dem Eigengewicht des Kernbauteils, multi-pliziert mit einem Lastberhhungsfaktor von 4.

    8.2.1.3.2 Getriebe

    Fr die Getriebe gilt Abschnitt 6.2.1.3.2.

    8.2.1.3.3 Bremsen

    (1) Fr Bremsen gilt Abschnitt 6.2.1.3.3.

    (2) Die Sicherheitsbremse muss bei Wellen- oder Getriebe-bruch auf der Seiltrommel oder am Ende der Triebwerkskette wirksam werden. Durch Einrichtungen oder betriebliche Ma-nahmen ist ein sicheres Absetzen der Last zu ermglichen.

    8.2.2 Seiltriebe

    Unter diesen Abschnitt fallen Seile, Seilrollen, Seiltrommeln, Seilendbefestigungen und Seiltrommelgelenkverbindungen.

    8.2.2.1 Auslegung

    (1) Fr die Auslegung der Seiltriebe gilt Abschnitt 6.2.2.1.

    (2) Zustzlich zu Abschnitt 6.2.2.1 gilt, dass der Seildurch-messer so zu bestimmen ist, dass nach dem Bruch eines Bauteils in einem Seiltrieb fr den noch tragenden Seiltrieb eine Mindestbruchsicherheit von 2,5 gegenber der Mindest-bruchkraft nachgewiesen wird, wenn die maximale Betriebs-last unter Bercksichtigung der beim Bruch eines Bauteils in einem Seiltrieb auftretenden dynamischen Beanspruchungen eingesetzt wird.

    (3) Fr Seiltrommelgelenkverbindungen sind die Ausle-gungskrfte und -momente um 20 % zu erhhen.

    8.2.2.2 Nachweise

    Die Nachweise sind nach Anhang B Abschnitt B 2.2.4 zu fhren.

    8.2.2.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Es gelten die Anforderungen des Abschnittes 6.2.2.3.

    (2) Zustzlich ist jede Seiltrommel mit einer Sttzlagerung zu versehen, die so ausgebildet sein muss, dass die Wirk-samkeit der Sicherheitsbremse bei Wellen- oder Getriebe-bruch gegeben ist, und dass bei Schden an den Lagerungs-elementen der Seiltrommel oder bei Bruch des Trommelzap-fens ein sicheres Absetzen der Last ermglicht werden kann.

    8.3 Fahrwerke

    Unter diesen Abschnitt fallen die Laufradlagerung mit Laufr-dern, Laufradachsen und -wellen.

    8.3.1 Auslegung

    Fr die Auslegung der Fahrwerke gilt Abschnitt 6.3.1.

    8.3.2 Nachweise

    Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 1.3 zu fhren.

    8.3.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    Fr die konstruktive Gestaltung und die baulichen Anforde-rungen gilt Abschnitt 6.3.3.

    8.4 Lastaufnahmeeinrichtungen

    Unter diesen Abschnitt fallen bei Brennelement-Wechsel-anlagen Greifer und Hublastfhrungen, z. B. Teleskopmast, Fhrungsrohr.

    8.4.1 Auslegung

    (1) Fr die Auslegung von Hublastfhrungen als Tragwerke gelten die Anforderungen des Abschnittes 8.1 und fr die Auslegung von Greifern die des Abschnittes 8.2.

  • KTA 3902 Seite 16

    (2) Fr nicht redundante Bauteile ist das 1,25fache des Hublastbeiwertes fr die Berechnung anzusetzen.

    (3) Kommen Schraubenverbindungen nach DIN EN ISO 898-1 und DIN EN ISO 898-2 oder DIN EN ISO 3506-1 und DIN EN ISO 3506-2 mit zustzlicher Zugbeanspruchung zum Einsatz, so ist die erforderliche Anzahl der Schrauben zu verdoppeln oder es ist die ermittelte Schraubenlast sowohl im allgemei-nen Spannungsnachweis als auch im Betriebs- oder Dauer-festigkeitsnachweis um einen Faktor 1,5 zu erhhen. Diese Anforderungen werden nicht gestellt, wenn Schrauben nach KTA 3903 Anhang A Werkstoffprfblatt WPB 3.17 zum Ein-satz kommen.

    8.4.2 Nachweise

    (1) Die Nachweise sind gem Anhang B Abschnitt B 2.4 zu fhren.

    (2) Ein Betriebs- oder Dauerfestigkeitsnachweis ist nur zu fhren

    a) fr Stahlbauteile nach DIN 15018-1 ab einer Spannungs-spielzahl N grer als 2 x 10

    4

    b) fr nichtdrehende Maschinenteile und sonstige Bauteile bei mehr als 6000 Spannungsspielen.

    H i n w e i s : Unter sonstige Bauteile fallen z. B. Bauteile, bei denen eine Spannungsbewertung auf Basis von Nennspannungen nicht sinnvoll ist.

    Diese Festlegung gilt in gleicher Weise auch bei Verwendung von austenitischen Sthlen.

    8.4.3 Konstruktive Gestaltung und bauliche Anforderungen

    (1) Die Last darf nur formschlssig an den Greifer ange-schlagen werden.

    (2) Der Greifer muss auf doppelte, unabhngige Weise gegen unbeabsichtigtes ffnen und ffnen an sicherheits-technisch nicht zulssigen Stellen verriegelt sein. Dies gilt auch bei vollem oder teilweisem Energieausfall (Strom, Hyd-raulik, Pneumatik).

    (3) Das Absetzen des Brennelements in eine gesicherte Position muss auch bei Energieausfall weiterhin mglich sein.

    8.5 Elektrische Ausrstung

    Es sind die Anforderungen des Abschnittes 6.5 und 7.5 zu erfllen, wobei die Realisierung der Sicherheitsfunktionen gem Abschnitt 7.5 b) oder 7.5 d) mittels zweier verschie-denartiger Gertesysteme nicht erforderlich ist. Bei der Reali-sierung der fr den sicheren Betrieb der Hebezeuge nach Abschnitt 4.4 erforderlichen Funktionen sind die Anforderun-gen nach DIN EN ISO 13849-1 einzuhalten, wobei die Festle-gung der Performance Level nach Anhang E Abschnitt E 1 zu erfolgen hat (abweichend von der in DIN EN ISO 13849-1 Abschnitt 4.3 festgelegten Vorgehensweise). Den typischen Funktionen sind in Tabelle E-1 Performance Level zugeord-net. Abweichungen von diesen Auslegungsanforderungen sind im Einzelfall zu begrnden.

    Zustzlich zu den Abschnitten 6.5 und 7.5 gilt:

    a) Die Endstellungen auf und zu des Greifers und alle zugehrigen Verriegelungen mssen optisch an den Steuerstellen angezeigt werden. Solange eine der beiden

    Endstellungen nicht erreicht ist, darf eine Bewegung des Hubwerkes nicht mglich sein.

    b) Der Netzanschlussschalter der Brennelement-Wechsel-anlage darf nur eingeschaltet werden knnen, wenn dieser mit einem Schlsselschalter oder mit einer gleichartig ge-sicherten Einschaltmglichkeit vom Reaktorleitstand oder von einer anderen sicherheitstechnisch gleichwertigen Stel-le aus freigegeben worden ist. Zwischen dieser Stelle und allen Steuerstellen muss entweder unmittelbarer Sprech-verkehr mglich sein oder eine Gegensprechanlage be-stehen, die an eine unterbrechungslose Stromversorgung angeschlossen ist. Eine Rcknahme der Freigabe darf kei-ne Abschaltung des Netzanschlussschalters auslsen und muss nach Abschalten eine erneute Einschaltung verhin-dern.

    c) Die Position des Greifers muss fr alle Koordinaten ange-zeigt werden.

    d) Die kontinuierliche Lastmesseinrichtung muss mit einer Lastanzeige, die die tatschlichen Lasten am Seil anzeigt, auf dem Steuerpult ausgerstet sein. Fr bestimmte zu-geordnete Lasten, z. B. fr Brennelemente oder Steue-relemente, mssen zugeordnete betriebsartenabhngige Grenzwerte zur Hubwerksabschaltung bei berlast oder Unterlast automatisch aktiviert werden.

    e) Das Ansprechen eines Lastgrenzwertes und das Anspre-chen der Schlaffseilberwachung muss an den Steuerstel-len eine entsprechende Strmeldung auslsen.

    f) Fahrbewegungen mssen so verriegelt sein, dass sie nur mglich sind, wenn sich der Greifer in der fr den jeweili-gen Betrieb zulssigen Hhenlage befindet.

    g) Zur Begrenzung der Fahrbewegungen auf den durch die Kontur des Reaktor- und Lagerbeckenbereichs sowie fes-ter Einbauten definierten sicherheitstechnisch zulssigen Fahrbereich ist neben dem betrieblichen Wegbegrenzer nach Abschnitt 6.5.3 (1) ein von diesem unabhngiger Si-cherheitswegbegrenzer vorzusehen.

    h) Knnen Teile von Brennelement-Wechselanlagen sowohl von Hand als auch motorisch bewegt werden, darf der mo-torische Antrieb nicht eingeschaltet oder einschaltbar sein, solange eine Bewegung von Hand mglich ist.

    i) Bei Hubwerken mit Teleskopmast ist die korrekte Reihen-folge beim Aus- und Einfahren der Mastschsse des Tele-skopmastes zu berwachen. Bei Hubwerken mit Doppel-greifern ist die korrekte Reihenfolge beim Aus- und Einfah-ren der beweglichen Teile (Zentrierglocke, Brennelement-greifer, Steuerelementgreifer) zu berwachen.

    Im Fehlerfall ist das Hubwerk abzuschalten.

    j) Durch eine Verriegelung ist das Absetzen einer transpor-tierten Last (z. B. Brennelement) auf eine bereits belegte Position im Lagerbecken oder im Reaktorkern zu verhin-dern.

    k) Die elektrische Verriegelung gem 6.5.2 (9) ist so auszu-fhren, dass der Steuerbefehl zum Abschlagen der Last nur bei gleichzeitiger Freigabe durch zwei voneinander unabhngige Kriterien (z. B. Hubhhe und Last) ausge-fhrt werden kann.

    l) Durch eine Verriegelung ist sicherzustellen, dass beim berfahren des Flutkompensators bei Siedewasserreak-toren und der Dichtmembran bei Druckwasserreaktoren keine Hub- oder Senkbewegungen des Haupthubwerks mglich sind.

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    Anhang A

    Beispiele fr die Einstufung von Hebezeugen

    A 1 Beispiele fr die Einstufung von Hebezeugen in

    Druckwasserreaktor-Anlagen

    lfd. Nr.

    Hebezeug zustzliche Anforde-

    rungen nach Abschnitt 4.2

    erhhte Anforde-

    rungen nach Abschnitt 4.3

    1 Reaktorgebudekran, ausgenommen Reparaturhubwerk

    X

    2 Halbportalkran X

    3 Konsolkran im Reaktorgebude X

    4 Kran im Lager fr neue Brennelemente X

    5 Hilfshub auf der BE-Wechselanlage

    X

    6 Traverse fr Abschirm-riegel ber Reaktor- und Absetzbecken

    X

    7 Traverse fr den RDB-Deckel

    X

    8 Traversen fr den Tr