Kunsthaus Glarus n i e er v t s n u K ner r a Gl ... im Kunsthaus Bregenz zu Peter Zumthor über...

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  • Kunsthaus Glarus Glarner Kunstverein Jahresbericht 2017

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    Valentina Triet, Serpentina, 2017 Ausstellungsansicht Plattform17 - A Winter School, 2017

    Jahresbericht des Präsidenten

    Liebe Vereinsmitglieder

    Ich nehme für diesen Jahresbericht das Thema meines diesjährigen Neujahrs­ briefes auf. Den Brief habe ich mit der Feststellung begonnen, dass im Jahresprogramm 2018 vom Kunsthaus Glarus eine beachtliche Anzahl von Veranstaltungen vorgesehen seien. Dies habe nicht primär damit zu tun, dass ab August das Kunsthaus für Ausstellungen nicht mehr zur Verfügung stehe, sondern entspreche einem allgemeinen Trend. So waren es in der kürzlichen Ausstellung im Kunsthaus Bregenz zu Peter Zumthor über 160 Veranstaltungen, welche die Ausstellung nicht nur ergänzten, sondern deren Essenz waren. Auch bei der Klöntal Triennale 2017 waren es Veranstaltungen, welche zentral eingesetzt wurden. Ich gehe davon aus, dass dies nicht nur ein modischer Trend ist, sondern durchaus eine Neuausrichtung, die Bestand hat. Mir passt dies. Der Vermittlung und dem Einbezug des Publikums wird mehr Rechnung getragen. Dieses Format hat Zukunft, ist direkter, nachhaltiger, intensiver. Die erste Veranstaltungsreihe des Jahresprogrammes 2018 hat im Kunsthaus Glarus bereits stattgefunden. Zwischen den beiden ersten Ausstellungen blieb das Kunsthaus etwas länger leer als üblich. Durch die Direktorin und die Kunstvermittlerin wurde eine grosse Anzahl unterschiedlicher Veranstaltungen und eine Kurzausstellung geschaffen, welche erfreulich benutzt wurden. Die berühmt­berüchtigte Schwellenangst, ein Kunsthaus zu betreten, konnte durchaus überwunden werden. Mit dieser Veranstaltungsreihe wurde eine breite Palette von Erfahrungen gemacht, die es kritisch auszuwerten gilt. Dient die Kunstvermittlung der Vermittlung der Kunst oder von Kunstwerken? Bezüglich der Sanierung des Kunsthauses kann im Jahresrückblick fest­ gehalten werden: Die Baukommission (Thomas Stauffacher, Kantonsarchitekt; Sebastian Pater, Denkmalpflege; Roland Schubiger, Gemeinde Glarus und von Seiten des Glarner Kunstvereins Judith Welter, Thomas Aschmann und Kaspar Marti) hat sich in der ersten Hälfte des Berichtjahres intensiv mit der Bestimmung des ausführenden Architekturbüros auseinandergesetzt. Aus 13 eingeladenen Büros bekamen schlussendlich die Architekten Conen Sigl aus Zürich den Zuschlag. Der Vorstand hat sich in mehreren Sitzungen den Details der Nutzungszuweisungen zugewandt und hat im November 2017 abschliessende Entscheide gefällt. Notabene war von Anfang an klar, dass keine grösseren baulichen Veränderungen möglich sind. Doch gab es bei den betrieblichen Abläufen einige Knacknüsse zu meistern. Die Baukommission ist nun zusammen mit den Architekten daran, die Sanierung baueingabereif zu machen. Dies heisst insbesondere, dass das bestehende Gebäude und die heutigen Bauvorschriften «zusammen gebracht» werden müssen. Keine einfache Aufgabe. Im August 2018 soll mit der baulichen Sanierung gestartet werden. Ein Jahr später ist geplant, dass das Kunsthaus Glarus mit seinen sanierten Räumlichkeiten wieder seine Zweckbestimmung übernimmt. Dieses Jahr der Sanierung wird jedoch für uns nicht kunstlos sein. Im Gegenteil. Es stehen verschiedene grössere Ausstellungsprojekte an. Für die

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    Direktorin Judith Welter und ihr Team ergibt die Sanierung auch im Ausstellungs­ bereich ungewohnte Herausforderungen. In den vergangenen Monaten wurden intensive Vorbereitungsarbeiten für die Aufbereitung der Sammlungen geleistet. Es zeigt sich, dass nebst den baulichen Massnahmen für die Unterbringung der Sammlungen auch Inventarisationsarbeit geleistet werden muss. Notabene ist diese, wie bereits vor Jahresfrist angekündigt, auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen. Ein Teil davon konnte bereits gefunden werden. Jegliche Beiträge von Mitgliedern würden uns weiterhin freuen. Bis zur Kunsthaus­Wiedereröffnung in anderthalb Jahren stehen nicht nur viele bauliche Arbeiten an. Es macht Sinn, diesen Unterbruch und Wiederanfang zu nutzen, das bestehende Leitbild zu prüfen und neu für die Zukunft zu formulieren. Dazu gehört auch die Klärung der Verträge des Schneelierbes, wozu einige zukunftsträchtige Vorstellungen vorliegen. Beim Güterschuppen laufen derzeit Sanierungs­ und Einrichtungsarbeiten, die ermöglichen, ab April 2018 wieder ein vielfältiges Programm aufnehmen zu können. Nach der obligaten Winterpause soll im kommenden Jahr der Güterschuppen mit neuen organisatorischen und strukturellen Massnahmen zu einem eigentlichen Kulturschuppen werden. Dies wohlgemerkt weiterhin als Zwischennutzung, bis in einigen Jahren (nach der Sanierung des Kunsthauses) auch der Güterschuppen als Gebäude und Institution gefestigt wird. Bei all diesen Aktivitäten soll nicht vergessen gehen, dass unser Kerngeschäft die Ausstellungstätigkeit im Kunsthaus Glarus ist. Im Jahresbericht der Direktorin ist das vielfältige Programm zu sehen. Unserer Direktorin Judith Welter sei für ihren grossen Einsatz gedankt. Herzlichen Dank auch unserer Kunstvermittlerin Ursula Helg, unserer administrativen Leiterin Silvia Orthwein und unserem technischen Leiter Stefan Wagner, der temporären Assistenz Kathrin Bentele wie auch den MitarbeiterInnen bei der Aufsicht/Kasse, beim Aufbau der Ausstellungen und Aufarbeiten unserer Sammlungen, genauso wie dem Vorstand, und Ihnen, liebe Vereinsmitglieder, für Ihre Unterstützungen und Ihre Besuche.

    Kaspar Marti, Präsident Glarner Kunstverein

    Jahresbericht der Direktorin

    Der vorliegende Jahresbericht ist für einmal um einige Seiten dicker. In diesen zusätzlichen Seiten spiegelt sich ein dichteres Programm: nebst den vier Aus­ stellungen, die üblicherweise den Jahresrhythmus im Kunsthaus Glarus be­ stimmen, wurde das letztjährige Programm durch weitere Kurzausstellungen und Gastspiele aber auch Zusammenarbeiten mit anderen Institutionen erweitert. Sowohl war das Kunsthaus Gastgeber für bestehende Ausstellungsformate, als auch zu Gast in anderen Institutionen und Räumen – diese Reise führte nicht nur nach Bern, sondern bis nach Amerika. Die üblichen Gewohnheiten einer Jahres­ struktur zu verändern und aufzubrechen, bedeutete zwar in mancherlei Hinsicht einen immensen Mehraufwand und verlangte eine Flexibilität meines Teams – dem bereits an dieser Stelle gedankt sei –, ist aber auch eine Chance neues Publikum zu gewinnen, andere Perspektiven zu ermöglichen und den Raum für Neues zu öffnen. Das Ausstellungsjahr 2017 setzte sich aus einer Gruppen­, drei Einzel­, einer Sammlungs­, einer Kurzausstellung sowie der Kunstschaffen­ und Fokus­Preis­ Ausstellung zusammen. Ebenso waren die Klöntal Triennale sowie die Plattform zu Gast im Kunsthaus Glarus. Letzteres Ausstellungsformat bildete im Februar den Auftakt. Während zwei Wochen zeigten wir im Rahmen dieses Förderformats Abgänger*innen von verschiedenen Schweizer Kunsthochschulen. Im März eröffneten parallel eine grosse und eine ergänzende Einzelausstellung. Der Schweizer Künstler Mathis Gasser zeigte in seiner ersten umfassenden institutionellen Ausstellung In the Museum Trilogy ein Werkzyklus, an dem er über zehn Jahre arbeitete und der aus drei Filmen, Malerei und Skulptur besteht. Für eine Installation im Oberlicht ­ saal bezog Mathis Gasser zudem skulpturale Werke der Sammlung mit ein und ermöglichte damit einen neuen, «anderen» Blick auf Altbekanntes. Parallel dazu zeigten wir im Seitenlichtsaal die fünfteilige Videoinstallation Popular Unrest (2010) von Melanie Gilligan. Beide Ausstellungen befassten sich unter anderem mit dem Potenzial von Narration und fragten danach, was im Museum «erzählt» wird. Anfang Mai fand die jährliche Hauptversammlung unserer Mitglieder statt. Zu diesem Anlass veranstalteten wir zwei Performances von Miriam Laura Leonardi und Denis Savary, die Mathis Gasser und ich gemeinsam dazu einluden, das Museum mit weiteren Figuren und Puppen zu bespielen. Auch im vergangenen Jahr servierten wir kurz darauf zur Landsgemeinde das traditionelle Mittagsmenü. Ende Mai eröffneten wir eine Einzelausstellung mit der deutschen Malerin Birgit Megerle. Die mittel­ und grossformatigen Porträts und abstrakten Bilder vermochten die im Grunde auf Malerei ausgerichteten Ausstellungsräumlichkeiten auf überzeugende Art zu bespielen. Unter dem Titel The Painted Veil setzte sich die Künstlerin nicht nur mit kunsthistorischen Fragen des Mediums der Malerei auseinander, sondern auch mit Blicken, Begehren und Formen der Selbst darstellung. Parallel dazu eröffnete die Klöntal Triennale 2017. Nebst Ausstellungs orten im Klöntal war das Kunsthaus Glarus auch diesjährig wieder Austragungsort. Im Schneelisaal bildeten die Arena Seatings von Rita McBride und Skulpturen von Cristian Andersen eine «Bühne» für eine Vielzahl von Veranstaltungen, die das Programm der Triennale bestimmten. Im August eröffneten wir zusammen mit der Kunsthalle Bern, die Gruppenausstellung Sie sagen, wo Rauch ist, ist auch Feuer. Die zweiteilige

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    Ausstellung befragte Mechanismen von Gerüchten, aber auch die Fiktionalisierung von Werken und der Künstlerpersona selbst. Über zwei Ausstellungs häuser verteilt, blieb die Ausstellung für die meisten Besucher*innen fragmentarisch und vermochte zugleich ein eigenes Narrativ zu entfalten. Die Zu sammen arbeit mit einer anderen Institution ähnlicher Ausrichtung war eine gewinn bringende und wirksame Erfahrung. Im Oktober fand bereits die nächste Zusammenarbeit statt. Mit dem Swiss Institute New York konzipierten wir eine Kurzausstellung in New Glarus, einer Gemeinde in Wisconsin, USA, welche Ende des 19