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Lajmet me te reja nga Shqiperia Neueste Nachrichten aus Albanien mai/Mai 2015 Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde in der Heimat Nun, der heilige Spieler stellt seine wichtigen Frau- gen, und wir sind manchmal frag- und sprachlos ge- worden in diesen Tagen. Denn noch zu fragen nach warum und weshalb und wie, wäre wohl fruchtlos gewesen. So am Samstag, dem Frühlingsanfang. Gleich in der Früh kam Schwester Michaela in die Ambulanz und sagte, es sei die Grenzpolizei draus- sen, die uns dringend sprechen möchte. Ich versor- gte mit Tamara noch den Patienten und hörte dann den Kommissar an. Der bat um dringende Ersthilfe für 85 syrische und afrikanische Flüchtlinge, die am Abend vorher an der Grenze aufgegriffen wurden. Sie seien nun im örtlichen Untersuchungsgefängnis und haben großen Hunger, da sie seit drei Tagen weder zu essen noch zu trinken hatten. Und es gäbe keinen Fond, um diese Flüchtlinge auch noch zu füttern. Ich fragte nochmals nach und es war fol- gender Hintergrund. Diese Flüchtlinge, 81 Männer und drei Frauen, kamen aus Syrien und einigen afrikanischen Ländern. Sie kamen über ein Schlep- perboot von der Türkei nach Griechenland. In der Nähe der Küste wurden sie ins Meer gekippt und die Griechen haben sie quasi rausgefischt und gleich weitergeschickt. Von Girokaster, im Süden Albani- ens, waren sie seit drei Tagen in Albanien zu Fuß unterwegs und wurden dann später in einen Laster verladen. Vor der Grenze zu Montenegro wurden sie aber von der Polizei aufgegriffen. Der Kommissar meinte, sie brauchen nur dringend zu essen und etwas zu trinken, sonst wären sie alle in guter Ver- fassung. Es wäre zwar auch eine schwangere Frau dabei, die wäre halt müde, aber sonst ist alles ok. Da wir in solche Aussagen nicht so viel Vertrauen haben, verbiss ich mich in die Thematik und sagte, dass ich denke, wenigstens die Frauen hätten eine Dusche nötig und ich wäre mir sicher, dass einige schon Probleme hätten. Sie sollen doch bitte die Frauen zum Duschen bringen und die Kranken in unsere Ambulanz. Der Kommissar telefonierte kurz und nickte. In Kürze war ein Polizeiauto mit der schwangeren Frau und zwei verletzten Männern aus Syrien da. Die Afrikanerin war zu Tode erschöpft. Sie taumelte mehr durch unsere Tür in meine Arme – ausge- hungert und dem Kollaps nahe. Als sie unsere Mut- tergottesstatue im Korridor sah, sank sie sofort auf die Knie und begann zu beten und die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Wir ließen ihr ein bisschen Zeit und ich kniete einfach neben ihr nieder, erzitternd vor dem, was sie wohl gelitten hat bis hierher. Jetzt konnte und durfte sie erstmal zusammenbrechen. Fraglos übergab ich diese junge Frau der Mutter- gottes. Bevor wir sie ins Bett legten, machte sie ei- ne Dusche, wir holten von unserem Dachboden frische Kleider. Dann schlief sie und schlief und schlief. Die verletzten Männer wurden von Tamara und Michael derweil versorgt und auch eine Du- sche konnten wir ermöglichen. Dies brauchte einige klärende Worte mit der Grenzpolizei und mit mei- nem Kommissar. Wir spürten, dass die Flüchtlinge nicht gerade willkommene Gäste für sie wa-ren. Dann machten wir eine kurze „Krisensitzung“ zur weiteren Planung, da ja wieder einmal unser normaler Tagesplan völlig durchkreuzt war. Wir kamen in die Gänge: Nahrungsmittelbeschaf- fung, Mitarbeiter rekrutieren zum Kochen einer warmen Mahlzeit, Schmieren von Broten und zum Verteilen vor Ort usw. Ich hatte noch meine Beden- ken zum vermeintlich guten Zustand der Männer und bekam die Erlaubnis, mir selbst ein Bild davon zu machen. Ich fuhr mit zur ersten Verteilung der Nahrungsmittel. Schwester Michaela hatte neben Brot und Käse auch Bananen und Getränke gekauft. Am Hof der Polizei stand ein kleinerer Lastwagen mit ca. 15 Quadratmeter Ladefläche und einigen Heuballen drin. Die Klappe hinten war offen. Oben waren ein paar Luftlöcher reingebohrt. Ich ahnte
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  • Lajmet me te reja nga Shqiperia Neueste Nachrichten aus Albanien mai/Mai 2015

    Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde in der Heimat Nun, der heilige Spieler stellt seine wichtigen Frau-gen, und wir sind manchmal frag- und sprachlos ge-worden in diesen Tagen. Denn noch zu fragen nach warum und weshalb und wie, wäre wohl fruchtlos gewesen. So am Samstag, dem Frühlingsanfang. Gleich in der Früh kam Schwester Michaela in die Ambulanz und sagte, es sei die Grenzpolizei draus-sen, die uns dringend sprechen möchte. Ich versor-gte mit Tamara noch den Patienten und hörte dann den Kommissar an. Der bat um dringende Ersthilfe für 85 syrische und afrikanische Flüchtlinge, die am Abend vorher an der Grenze aufgegriffen wurden. Sie seien nun im örtlichen Untersuchungsgefängnis und haben großen Hunger, da sie seit drei Tagen weder zu essen noch zu trinken hatten. Und es gäbe keinen Fond, um diese Flüchtlinge auch noch zu füttern. Ich fragte nochmals nach und es war fol-gender Hintergrund. Diese Flüchtlinge, 81 Männer und drei Frauen, kamen aus Syrien und einigen afrikanischen Ländern. Sie kamen über ein Schlep-perboot von der Türkei nach Griechenland. In der Nähe der Küste wurden sie ins Meer gekippt und

    die Griechen haben sie quasi rausgefischt und gleich weitergeschickt. Von Girokaster, im Süden Albani-ens, waren sie seit drei Tagen in Albanien zu Fuß unterwegs und wurden dann später in einen Laster verladen. Vor der Grenze zu Montenegro wurden sie aber von der Polizei aufgegriffen. Der Kommissar meinte, sie brauchen nur dringend zu essen und etwas zu trinken, sonst wären sie alle in guter Ver-fassung. Es wäre zwar auch eine schwangere Frau dabei, die wäre halt müde, aber sonst ist alles ok.

    Da wir in solche Aussagen nicht so viel Vertrauen haben, verbiss ich mich in die Thematik und sagte, dass ich denke, wenigstens die Frauen hätten eine Dusche nötig und ich wäre mir sicher, dass einige schon Probleme hätten. Sie sollen doch bitte die Frauen zum Duschen bringen und die Kranken in unsere Ambulanz. Der Kommissar telefonierte kurz und nickte. In Kürze war ein Polizeiauto mit der schwangeren Frau und zwei verletzten Männern aus Syrien da. Die Afrikanerin war zu Tode erschöpft. Sie taumelte mehr durch unsere Tür in meine Arme – ausge-hungert und dem Kollaps nahe. Als sie unsere Mut-tergottesstatue im Korridor sah, sank sie sofort auf die Knie und begann zu beten und die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Wir ließen ihr ein bisschen Zeit und ich kniete einfach neben ihr nieder, erzitternd vor dem, was sie wohl gelitten hat bis hierher. Jetzt konnte und durfte sie erstmal zusammenbrechen. Fraglos übergab ich diese junge Frau der Mutter-gottes. Bevor wir sie ins Bett legten, machte sie ei-ne Dusche, wir holten von unserem Dachboden frische Kleider. Dann schlief sie und schlief und schlief. Die verletzten Männer wurden von Tamara und Michael derweil versorgt und auch eine Du-sche konnten wir ermöglichen. Dies brauchte einige klärende Worte mit der Grenzpolizei und mit mei-nem Kommissar. Wir spürten, dass die Flüchtlinge nicht gerade willkommene Gäste für sie wa-ren. Dann machten wir eine kurze „Krisensitzung“ zur weiteren Planung, da ja wieder einmal unser normaler Tagesplan völlig durchkreuzt war. Wir kamen in die Gänge: Nahrungsmittelbeschaf-fung, Mitarbeiter rekrutieren zum Kochen einer warmen Mahlzeit, Schmieren von Broten und zum Verteilen vor Ort usw. Ich hatte noch meine Beden-ken zum vermeintlich guten Zustand der Männer und bekam die Erlaubnis, mir selbst ein Bild davon zu machen. Ich fuhr mit zur ersten Verteilung der Nahrungsmittel. Schwester Michaela hatte neben Brot und Käse auch Bananen und Getränke gekauft. Am Hof der Polizei stand ein kleinerer Lastwagen mit ca. 15 Quadratmeter Ladefläche und einigen Heuballen drin. Die Klappe hinten war offen. Oben waren ein paar Luftlöcher reingebohrt. Ich ahnte

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  • was und fragte einen Polizisten, ob denn alle Flücht-linge da drin angekommen seien, was er dann be-jahte. An der Seitenwand des Lasters stand in deut-

    scher Sprache: UNITRANS – Die sorgenfreie Fracht-gutreise“. Wir waren von Flüchtlingen umringt und ich schaute diese an und sie zeigten auf den Laster und sie nickten und duckten sich wie scheue Tiere. Ich guckte auf die Aufschrift und fand, dass es zynischer nicht mehr geht. Es wird mich noch lange beschäftigen, dies weiß ich. Aber wir hatten jetzt etwas anderes zu tun, als über irgendwelche Auf-schriften zu sinnieren. Ein Polizist trieb die Flüchtlin-ge scharf zum Tragen der Essenkisten an. Ich ging dazwischen und stoppte ihn freundlich, aber klar ab. Ich bat die Jungs, mir tragen zu helfen, was sie sofort taten. Am liebsten hätten sie mich und die Mitarbeiter auch noch in den dritten Stock ihrer zwangsweisen Unterkunft getragen. Die Flüchtlinge waren so hungrig, dass wir schnell einen Weg fin-den mussten, damit sie sich nicht um die Sandwi-ches prügelten. Ich bat erneut die Polizisten, um Zu-rückhaltung und um die Leitung dieser Verteilungs-Aktion. Irgendwie waren sie froh, dass sie damit nicht so viel zu tun hatten. So ging es gut und alle wurden satt und wir sahen Augen, die von unglaub-lichem Leiden sprachen. Die ersten kamen dann von selbst, um ihre Geschichte zu erzählen, ihre Wun-den zu zeigen. Es war, wie ich vermutete hatte:

    Viele von ihnen hatten wunde Füße, Entzündun-gen, Erkältungen. Wieder verhandelte ich mit dem Kommissar und er erlaubte uns dann, am Nachmittag vor Ort die me-dizinische Notversorgung zu machen. Derweil war Schwester Michaela und Irena in der Stadt, um etliche Paar Schuhe und Socken zu kau-fen. Wir selbst hatten nichts mehr in unserem Klei-derlager. Die Hälfte aller Männer hatten ihre Schu-he durchgelaufen oder sie waren total kaputt oder durchnässt. Auf dem Schuhmarkt lösten wir größtes Erstaunen aus. Schwester Michaela holte mich von

    der Polizei ab, um die Schuhe zu wählen, die wir brauchten, da ich ja die Männer gesehen hatte. Als der Verkäufer fragte, welches Paar ich nun von der Auswahl nehme und ich „Alle, ich nehme alle“ sag-te, da fiel er fast in Ohnmacht. Es war für ihn wohl wie der reiche Fischfang. Und wir zogen dann mit zwei Säcken Schuhen ab. Irena kicherte vor sich hin. Als wir ins Kloster zurückkamen, waren die zwei anderen Flüchtlingsfrauen auch bei uns gelandet. Wir löffelten schnell eine Suppe, bevor wir mit zwei Waschschüsseln, Wasser, Handtüchern, Babysham-poo, Medikamenten und Verbandszeug wieder ab-zogen. Schwester Michaela, Tamara und ich wu-schen nun unzählige wunde Füße, verbanden die Wunden, hörten die furchtbaren Lebensgeschichten und die Ängste vor weiteren Misshandlungen und

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  • Missachtung ihrer Menschenrechte an. Sie haben zu viel Schreckliches erlebt und zu viel Schleppergel-der bezahlt. Wohl wurden sie nach drei Tagen hier im Norden wie Tiere in diesen Laster verladen und sollten nach Montenegro gebracht werden. Dann wurden sie gefasst und ihre Reise in das traumhafte Europa fand das Ende – im Gegensatz zur sicheren Reise für jegliches deutsche Frachtgut. Die Angst in den Augen war groß. Viele wollten unseren Rat, unseren Trost. Wir schalteten den Notdienst der Dt. Botschaft ein und dort wurde uns versprochen, dass der Innenminister sich kümmert und sie gut behan-delt werden. Die Männer sollten noch am Abend zurück an die Grenze zu Griechenland gebracht werden. Es sickerte durch, dass sie dafür wieder in den Laster sollten. Ich verlangte wieder nach dem Kommissar, der schon die Augen verdrehte, als er mich sah. Ich machte ihm klar, dass es unmöglich ist, die Menschen wieder in den Laster zu verfrach-ten. Er sagte, es gebe keinen Autobus, es könnte nicht bezahlt werden. Als ich dann sagte, wir be-zahlen, wurde ein Bus bestellt. Der Abschied von den Flüchtlingen war von einer Dichtheit geprägt, die ich nicht beschreiben kann. Plötzlich riefen einige im Chor: „Mami, Mami, Thank you, Mami“ und ich wurde von ihnen umringt und mir liefen die Tränen runter und die küssten sie einfach weg“. Einige sonst brüllende Polizisten fingen dann auch zum Weinen an. In der Nacht wurden sie zurück nach Girokaster gebracht. Wo sie dann landen, wo sie hingehen in einer Welt, die keinen Platz mehr hat für Flüchtlinge, das bleibt die Frage. Ich hatte das Gefühl, ein dunkles Loch verschluckt sie und ich konnte nichts anderes tun, als den Segen nachschicken. Der Laster mit der Aufschrift „Sor-genfreie Frachtgutreise“ war dann auch nicht mehr da. Die drei afrikanischen Frauen sind noch bei uns zur

    Erholung, es wird dann entschieden, wie es für sie weitergeht. Ihre Schicksale sind grausam. Sie kön-

    nen wohl in Tirana Asyl für Albanien beantragen. Was das heißt, weiß niemand. Nun konnten wir er-reichen, dass Schwester Michaela sie dorthin bringt. Wir haben Kontakt mit französischen Schwestern aufgenommen, die wir kennen. Schwester Helen wird auch nach ihnen schauen und wir bleiben in Kontakt und kümmern uns. Das hat die Drei ein wenig beruhigt. Und wenn sie hier Asyl und den albanischen Passport bekommen (wie zugesagt), können sie zu uns zurück. Dann leben wir hier halt miteinander. Am späten Abend hatten wir noch einen Schreck-moment. Wir alle hatten das Thema: EBOLA aus-geblendet. Ganz sicher war es an der Grenze nicht abgeklärt worden. Wir wussten nur, dass Flüchtlin-ge aus mehreren afrikanischen Ländern unter ich-nen waren und wir Wunden verbunden, schwei-ßige, blutige Füße gewaschen hatten. Wir hatten einen eklatanten Fehler gemacht, der tödlich sein konnte. Ich fühlte mich klar als Verantwortliche schuldig. Ich hielt es nicht aus und weckte Polande, eine der Afrikanerinnen. Sie spricht einigermassen Englisch. Sie versicherte mir, dass keiner der Afrikaner aus einem Ebolaland kam. Wir waren voll erleichtert und ich kann nur Gott danken. Ich werde diesen meinen Leichtsinn nicht vergessen. Und Schwester Michaela, Tamara und Michael hatten so volles Verständnis, dass ich nur danken kann. Ein wenig Zeit brauche ich schon noch, um mein inneres Zit-tern darüber zu verlieren. Gott hat SEINE Hand über uns gehalten und es ist gut so. Und so wieder zu-rück von Afrika und Syrien zu Albanien. Wir wissen, dass wir in der Zukunft auch mit mehr Flüchtlingen konfrontiert sein werden, je mehr in der EU abge-wiesen werden. Ich wünsche Euch allen die heilende Gegenwart un-seres Gottes in dieser Zeit, die Heilung zusagt. Mit herzlichem Segensgruß Eure Sr. Christina

    Liebe Sr. Christina, angesichts des Leidens und Ihres Engagements über-sende ich Ihnen einmal 2000. € und wegen der weiteren Flüchtlinge nochmals 1000.€ zu Ihrer Verfügung. Ich danke Ihnen für das Engagement der Schwestern und wünsche Ihnen und allen dort oben Gottes Segen. Bis bald Ihr Pastor Klaus Warning

    Lieber Herr Pastor, eben bekomme ich Ihre Nachricht. Und ich kann nur eines: Ihnen von Herzen danken. Gott vergelte es Ihnen. Am 1. Mai hatten wir wieder 50 Flüchtlinge hier. Sie waren schlimmer beisammen als die Ersten vor allem

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  • waren sie akute traumatisiert. Fast alle kamen direkt von Damaskus. Daneben haben wir gerade ganz krasse medizinische Notfälle. Die ganz junge Mutter eines KIndergartenkindes bei uns wurde von einem Auto vom Fahrrad geholt. Der Arm ist kaputt. Sie waren eh schon bettelarm. Wir bezahlen die Operation nun von Ihrer Spende, wenn es ok ist für Sie. Die Versorgung der Kranken und auch der Flüchtlinge hier ist ein Skandal. Umso mehr danke ich Ihnen für Ihre so tolle Hilfe. Mit herzlichem Segensgruss Ihre Sr. Christina

    Verschiedene mails und facebook-Nachrichten, die uns immer wieder erreichen Lieber Herr Pastor Warning, Wie geht es Ihnen und Frau Herrmann? Wir hoffen, es geht Ihnen gut. Die Zeit vergeht schnell, es sind nicht einmal mehr zwei Monate und dann sind wir in Deutschland. Wir strengen uns an, Deutsch zu ler-nen. Wenn Schwester Angela keine Zeit hat, lernen wir selbst zu-sammen. Das Wetter ist zur Zeit hier wie oft in Deutschland, mal Son-ne mal Regen. Wir freuen uns sehr und grüßen Sie herzlich Rina und Kristina

    Hello Pastor, How are you? I want to ask you about Don Korrado, have you talk with him? He doesn't live in Durres now he lives in Tirana and I haven't talk with him about helping us. We need a little help now because we are in bad situation. If you wont we can make sock like the ladies in Delvine that do with sister Angela. Or something alse if it is possible, what do you think? Please find a solution and help us a bit. All the best, Silvana

    Schwester Hildegarda haben wir soeben 760 € für die Familie mitgegeben, die uns bei einer Hochzeit geschenkt worden sind.

    Hallo Pastor Warning Es wäre sehr gut, dass du das besorgst, weil ich viel mehr deutsch lernen möchte, dass ich später das studieren kann. Wir waren in ei-nem Dorf neben Korçe, waren nur 12 leute (Jungs), die Themen wa-ren Jesus, die Wahrheit, die Strasse und das Leben. Alle Fragen wa-ren über unser Leben, was wir dafuer machen und wie wir mit der Zeit umgehen. Jeden Tag hatten wir eine Messe. Fuer mich war es eine ganz besondere Zeit weil man lernt ganz viel davon wie das Leben so geht und was man am besten machen kann . Dein Francesk Prenga

    Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher überzeugenden Bereit-schaft Francescu seinen Glauben lebt. Mit seinen 18 Jahren ist er eif-riger Messdiener, besucht sonntags den Gottesdienst und hat Freude am kirchlichen Leben, nimmt an Besinnungstagen teil und setzt sich mit seinem Glauben auseinander. Was könnte daraus alles noch wer-den wenn er bald sein Abitur in der Tasche haben wird. Aus dem „fau-len“ Hauptschüler, der wie seine Freunde (aber auch die Lehrer) kei-ne Lust zum Lernen und auch zum Lehren hatte, ist nun bald ein Abi-turient geworden. Und das auch Dank der Förderung durch die vielen Freunde und Spender für ihn. Im Sommer kommt er zu uns und wir werden gemeinsam seinen weiteren Lebensweg nach dem Abitur be-sprechen. In einer Bilderstrecke soll sowohl der Freizeitcharakter die-ses Wochenendes als auch die religiöse Begegnung gezeigt sein. Die Bilder hat uns Fran gesandt.

  • Aferdita Prenga 12. April 22:47

    Hallo liebe Heidi, ich werde den Bericht schreiben, aber wann braucht Pastor den Bericht? Ich weiß nicht, ob Schwester Sophia noch in Deutschland ist. Aber Schwester Hildegard ist in Deutschland. Alle haben sich darüber gefreut, dass ich wieder in dobraq zurück bin, und bestimmt hat Antonio sich sehr gefreut über mich, aber auch ich habe alle hier im Kloster sehr vermisst. Antonio habe ich am meisten mehr vermisst. Danke für die Haribo; das Päckchen ist schon da. Liebe

    Grüße von mir dir Heidi und Pastor

    Liljana Paloka 12. April 15:15

    Hello Ms Heidi! Yes she told me that you have got the laptop for me, and i told her to thank you back. Thank you very much. Realy, thank you! Is coming? I will let you inform when i get it. God bless you and

    Pastor Warning.. Best wishes too...

    Happy Easter again, now I'm in Tirana but if you will come in Albania let me know and I will tell you where is our centre here. God Bless you and you family! Sister Teuta Buka

    Aferdita Prenga 26. März 19:39

    Vielen Dank Heidi, ich fahre am Mittwoch nach Hause. Für meine Kollegen kannst du das Päckchen nach Dobraq schicken. Für Majlinda kannst du es bitte nach Delvine schicken. Liljana möchte den Laptop in die englischer Sprache haben, word office, exel office, Google search, skype.

    Aferdita Prenga 26. März 19:54

    Noch mal danke von Herzen Heidi

    Aferdita Prenga 21. März 21:20

    Hallo meine liebe Heidi, du glaubst uns nicht, was bei uns passiert ist! Heute morgen sind 85 Leute aus Syrien und Ghana von der Polizei gefangen; davon drei sind Frauen; eine von ist schwanger. Die waren unterwegs drei tage zu Fuss gelaufen, und seit drei Tagen haben sie auch keinen Essen bekommen

    Aferdita Prenga 21. März 21:26

    Die waren auch traumatisiert, es hat mir sehr am Herzen weh getan. Deswegen haben die Schwestern sie versorgt; für die Flüchtlinge das Essen und Kleidung, Schuhe, Trinken, und medizinische Versorgung organisiert. Die waren sehr glücklich und haben uns sehr gedankt. Das finde ich toll von den Schwestern, was die für die Leute machen. Ich danke Gott, dass es solche Menschen gibt.

    Für Francescu, Valentina und Basok (Aferditas Bruder)

    haben wir soeben einen Sprachlehrgang besorgt und ihn

    Schwester Hildegarda mitgegeben. Basok kommt mit

    Aferdita 2016 zu uns und macht hier in einer Zimmerei

    ein Praktikum.

    „Wir wollen leben“ Valdete und Mehdi Kasemi aus Albanien litten in ihrer Heimat unter Todesangst Wenn Valdete, 51, das Fenster in ihrer kleinen Wohnung in Bahrenfeld öffnet, schaut sie direkt auf die graue Lärmschutzwand und hört die Autos auf der A 7 dahinter vorbeirauschen. Ihr Mann Mehdi, 58, sitzt auf der Eckbank am Küchentisch. In dem 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer steht auch das Doppelbett des albanischen Ehepaars. Auf dem Kleiderschrank daneben liegt ein Koffer, im kleinen Kühlschrank am Fenster steht ein Fernseher. Die Tür zum Flur steht offen, gegenüber liegt das Bad. Vali und Mehdi Kasemi sind vor Monaten hier eingezogen. Alles, was sie besitzen, befindet sich jetzt in diesen vier Wänden. Ihr Leben ist auf wenige Quadratmeter zusammengeschrumpft. IN Shkodra, der 80.000-Einwohnerstadt im Norden Albaniens, hatten Kasemis ein kleines Häuschen. Und ihre beiden Söhne hatten ein eigenes Zimmer. Mehdi hat als Mechaniker in einer Matratzenfabrik gearbeitet, Vali als Näherin. Als Mehdi zehn Jahre alt war, erließ Diktator Enver Hoxha ein totales Religionsverbot. Albanien wird offiziell der erste atheistische Staat der Welt. „Wir sind Muslime", sagt Vali. In Shkodra fanden im Januar 1990 die ersten Demonstrationen in Albanien gegen das kommunistische Regime statt. Ihren Glauben durften die Kasemis erst im Dezember des Jahres wieder öffentlich ausüben. Einen Monat zuvor war auf dem Friedhof von Shko-dra die erste katholische Messe seit 1967 gefeiert worden. Jetzt steht Vali im Gemeindezentrum der evangelischen Lutherkirche in der Lyserstraße in Bahrenfeld hinter einem Tisch voller Lebensmittel - Obst und Gemüse, Quark und Joghurt von der Hamburger Tafel für bedürftige Familien. Hier arbeiten Flüchtlinge ehrenamtlich, um etwas zurückzugeben. „Für die Hilfe, die wir hier erfahren haben", sagt Vali. Gerade hat sie von der Gemeinde eine Nähmaschine geschenkt bekommen, die jetzt daheim auf ihrem Tisch steht. „Und um gebraucht zu werden." Die Religionszugehörigkeit spielt hier keine Rolle. „In Shkodra leben Christen und Muslime auch friedlich zusammen." Doch in Shkodra konnten sie nicht bleiben, sie wurden bedroht. Vor einem Jahr sind Vali und Mehdi mit Sack und Pack in den Bus gestiegen. Es sind nur 34 Kilometer Richtung Norden bis zur Grenze nach Montenegro. Und dann noch einmal knapp 30 Kilometer bis zur Hauptstadt Podgorica. Von dort sind sie mit dem Flugzeug nach Brüssel geflogen. Dann mit dem Bus nach Trier und weiter mit dem Zug nach Dort-mund. Dort haben sie sich bei der Behörde gemeldet und wurden im Flüchtlingsheim in Burbach untergebracht, das im Herbst 2014 wegen der menschenunwürdigen Behandlung von Flüchtlingen in die Schlagzeilen geriet. Danach kamen Valdete und Mehdi Kasemi nach Hamburg in das Containerdorf an der Schnackenburgallee. Sie ziehen einen Pass hervor, auf dem ihr Name steht und ein Datum: 24. Mai. So lange gilt erst einmal ihre sogenannte Aufenthaltsgestattung. Als sie zur Behörde kamen, um ihren Asylantrag zu begründen, wurden sie gefragt: „Warum sind Sie nach Deutschland gekommen?" „Wir wollen leben", haben sie geantwortet. „Was ist Ihr Problem?" wurden sie gefragt. „In Shkodra", haben sie gesagt, „können wir nicht mehr bleiben. Wir wurden bedroht. Wir haben Todesangst."

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  • Die Söhne von Vali und Mehdi Kasemi haben Albanien auch verlassen Auch die Söhne von Vali und Mehdi haben Albanien verlassen. Zuerst der ältere und danach der jüngere. Egli ist 22 Jahre alt, er ist in Nordrhein-Westfalen in einem Flüchtlingslager unter-gebracht und besucht seine Eltern in Hamburg regelmäßig. Egli erzählt, dass sein älterer Bruder sich in Shkodra mit einem Geschäft selbstständig gemacht hat. Irgendwann kamen Leute und verlangten Geld. „Mein Bruder hat sich dann ins Ausland abgesetzt." Doch die Männer ließen sich nicht abwimmeln und bedrohten ihn und seinen Vater. Warum sind sie nicht zur Polizei gegangen? „Die Polizei bei uns beschützt dich nicht", sagt Egli. Es sei denn, man bezahle die Beamten. Laut einer US-Studie hat jeder zweite Albaner schon einmal Bestechungsgelder bezahlt - in Behörden, Krankenhäusern, vor Gericht, bei der Polizei. Albanien belegt damit den Spitzenrang auf dem Balkan, die Zahl ist mehr als doppelt so hoch wie in anderen Ländern der Region. „Wir haben eine hohe Kriminalität, ein Leben ist nichts wert", sagt Egli. Menschen würden durch Autobomben getötet, 16-Jährige verschwänden einfach. „Mein Vater ist damals vor Angst sechs Monate lang nicht mehr aus dem Haus gegangen." Er selbst hat sich morgens von einem Arbeitskollegen direkt an der Haustür abholen und abends wieder zurückbringen lassen. Dann hat auch Egli Skhodra verlassen. Und seine Eltern überredet, ebenfalls nach Deutschland zu kommen. Sein Vater ist hier an Krebs erkrankt. An Brustkrebs, was bei Männern sehr selten vorkommt. „Es war bestimmt alles zu viel für ihn", sagt Egli. Mehdi wurde operiert und bekommt jetzt Chemotherapie. Er hat die Haare verloren, trägt jetzt immer eine Mütze und kämpft sich wieder ins Leben zurück. Ein Zurück nach Shkodra sei ausgeschlossen sagt Egli. „Wenn man meinen Vater zurückschickt, ist das der sichere Tod. Man würde ja auch keine Flüchtling aus Syrien zurückschicken, sagt er. Aus: Hamburger Abendblatt von Jan Haarmeyer 23. April 2015

    Ostermorgen am Rande der Stadt Es ist kalt und es stürmt und regnet. In den Bergen drüben im Dukagjin muss es geschneit haben. Ich bin früh unterwegs an diesem Ostermorgen - mit dem Segen von Sr. Michaela auf der Stirne – habe ich mich auf den Weg gemacht. Über die Bauruine fahre ich, rechts und links von mir Müllhaufen und über mir jagen die Wolkenfetzen. Knapp unter mir ist die Siedlung der Illegal Angesiedelten. Kein Mensch ist unterwegs bei diesem Wetter am Ostermorgen. Als ich aus dem Auto steige, blitzt und kracht es fast gleichzeitig, Ich fahre zusammen, aber gleichzeitig denke ich: „so war es vielleicht auch, als der Stein vom Grab weggewälzt wurde. Und ich bin an diesem Ostermorgen unterwegs, weil der Stein der Blutrache weggewälzt werden soll. Zur Versöhnung bei Vad bin ich eingeladen. Vor mehr als drei Monaten wurde er, seine Frau und die Nichte schwer angeschossen von MIgeli. Vad ist seitdem ein Krüppel, wie man hier sagt. Dass das Wunder geschehen ist, dass die Sippe die Versöhnung gibt und nicht das Blut nimmt, ist einfach nur Gnade. Und doch: die Gnade braucht ein Gegenüber das offene bereitwillige und demütige Herz. Wir wissen seit gut acht Tagen, dass es Versöhnung geben soll am Ostersonntag Früh. Wir gingen sehr verhalten damit um,

    waren im Gebet, baten ums Mitbeten. Denn wir wissen, wir anfällig Vad und seine Sippe ist, wenn andere kommen und die Rache proklamieren. Wir haben uns aber in den letzten Wochen auch mit unseren Aktivitäten zur Versöhnung zurückgehalten. Es war alles gesagt, Vad musste mit seiner Sippe eine Entscheidung treffen. Und in dieser Zeit unseres Schweigens können wir nur im Gebet mit den Seelen ringen. Dies ist mir heute Früh noch alles durch Kopf und Herz gegangen. Als ich an der Wegbiegung zum Hause von Vad bin, schlottern mir ein wenig die Knie. Wird keiner der Versöhnung absagen? Es ist Ostermorgen und ER hat das Böse besiegt. Ich halte mich daran fest. Dann kommen Sokol und der Priester. Sokol hat vermittelt. Und immer mehr Männer tauchen auf. Mir wird bewusst, dass ich als Frau eigentlich hier nichts zu suchen habe. Aber sie haben mich explizit eingeladen und ich wusste, ich darf nicht absagen. Ich erinnere mich an die Gespräche mit Vad und seinen Brüdern und Söhnen. Manchmal war ich scharf im Ton, in der Forderung, nicht zu töten, Einmal hat es mich gewundert, dass sie mich nicht rausgeschmissen haben. Nun, ich trete mit den Männern in den armseligen kleinen Hof. Vad mit den Krücken erwartet uns mit den Brüdern und Söhnen im strömenden Regen. Die Sippe, die unter Rache stand folgt dem Priester, den Vermittlern und mir. Wir betreten die Stube. Dann beginnt das Ritual. Es werden natürlich nur die Männer begrüsst, ich fühle mich nicht ausgeschlossen, sondern eher merkwürdig vertraut mit dieser Männerwelt des Kanun. Der Priester fragt, ob Bereitschaft zur Versöhnung mit diesem Hause und der Sippe ist. Dies wird bejaht. Es wird das Kreuz gezeigt und gefragt, ob Christus mit diesem Hause sein soll. Es wird bejaht. Dann schildert der Vorsitzende der Ältesten in der alten traditionellen Sprachweise das Schlimme, das am 31 Dezember geschehen ist, aber auch, dass es niemals mehr diesem Hause widerfahren solle und jedes Haus vor solch Bösem bewahrt bleiben möge. Die Sippe des Täters von damals senkt die Köpfe. Ich halte den Atem an. Dann ziehen sich die Männer mit Vad zur nochmaligen Beratung zurück. Fünf Minuten ist die Sippe, die drei Monate unter dem Blut stand mit dem Priester und mir schweigend und stehend im Raum. Noch einmal ist die Spannung und das zähe Ringen der letzten Monate für mich spürbar. Die Sippe von Migeli, dem Täter muss demütig und auch beschämt ausharren und auf Antwort warten. Es ist Busse, harte Busse für die Männer. Dann kommen die Männer der Rächersippe. Der Priester nimmt das Kreuz und fragt: „Seid ihr bereit, euch zu versöhnen?“ Es wird bejaht. Und ein jeder Mann aus der Rächersippe bekommt vom Priester das Kreuz und küsst es und sagt ein paar Worte. Dann gibt der Priester das Kreuz an die Familie des Täters, die Versöhnung empfängt. Die Ältesten empfangen das Kreuz und sind Zeugen der Versöhnung. Dann wird das Kreuz an mich gegeben. Ich küsse es und erlaube mir den Bruch: Ich bitte um das Wort, auch wenn ich nur eine Frau bin. Ich wage dies, da Vad mich bei seinen Worten zur Versöhnung erwähnt hat. Sofort erhalte ich das Wort. Und ich sage: „Männer, Christus ist auferstanden und ER ist nun in Euren Herzen erstanden. In diesem Hause ist heute der Friede eingekehrt und Gott hat in Euch über Satan, den Verführer zu Mord und Rache gesiegt. Vad, Du und Deine Brüder und Söhne, Ihr seid ein Beispiel für dieses Gebiet, für ganz Albanien und letztlich für die ganze Welt.“ Ich sage noch, dass ich ein wenig weiss, wie sehr Vad einen geistlichen Kampf geführt hat, wie er demütig auch vor mir war, wie er gerungen

  • hat. Vad schaut mich an und nickt, aber er strahlt. Und die Männer nicken und sagen: Gelobt sei Jesus Christus. Ich wage nochmals, ausserhalb des Rituals zu handeln und sage. „Ihr habt nun verdient, dass das Osterlicht hier in diesem Hause leuchtet.“ Ich nehme die Kerze aus der Manteltasche und der Priester zündet sie an und Vad empfängt die Kerze aus der Hand des Priesters. Seine Söhne weinen nun, die Männer haben Tränen. Ich habe auch geweihtes Wasser mitgebracht und der Priester gibt dann den Segen Alle machen das Kreuzzeichen. Dann dürfen sich alle setzen und Vad legt sich in sein Krankenbett. Nun werden Zigaretten verteilt. Draussen warten die anderen Frauen, die Kaffee gekocht haben und nicht beim Ritual zugelassen sind. Ich bitte, mich verabschieden zu dürfen. Weiter möchte ich nicht in die Männerwelt eintauchen. Es wird sofort akzeptiert. Vad umarmt mich herzlich beim Abschied vor der gesamten Männerwelt. Draussen an der Türe kommen mir seine zwei halbwüchsigen Töchter entgegen. Sie hängen sich an mich und weinen ungehemmt. Lange Wochen der Angst und Sorge werden nun von den Tränen weggespült. Ich trete vors Haus und gehe bedächtig weg. Ostermorgen. Christus ist erstanden, ja ER ist wahrhaftig auferstanden! Gnade, alles ist Gnade. Dankbar blicke ich zum Himmel und auf den Bergen sind die Wolken weg und rein glänzt der über Nacht gefallene Osterschnee. Ich wünsche Euch allen gnadenvolle Ostertage mit der beglückenden Gewissheit, dass ER lebt. Eure Sr. Christina

    Urlaub nach Ostern bei meiner Familie Nach Ostern hatte ich eine Woche Urlaub. Erst wusste ich nicht, wo ich meinen Urlaub verbringen soll (bei meiner Tante im Norden oder meinen Eltern im Süden). Als ich hörte, dass mein Bruder zu Ostern aus Finnland zurück kommt, stand für mich fest, dass ich nach Hause, nach Sarande (Borsch) fahre. Mein Bruder war einige Monate zusammen mit seiner Familie in Finnland als Asylbewerber und hat auf seine Papiere gewartet. Diese hat er allerdings immer noch nicht bekommen, so dass er nun nach Albanien zurück gekommen ist. Sein Wunsch war das nicht, denn in Albanien hat er keine Arbeit. So packte ich nach dieser Nachricht meinen Koffer, denn ich hatte die Familie von meinem Bruder sehr vermisst. Bis nach Tirana fuhr ich gemeinsam mit einer Freundin und schon auf dem Weg nach Tirana sagte ich zu ihr, dass ich Antonio jetzt schon vermisse. Wie würde die Woche ohne Antonio wohl werden? Bis nach Tirana brauchte ich schon 2 Stunden und dann ging es weiter nach Sarande, ein Fahrt von 7 Stunden. Allerdings war ich nach diesen 9 Stunden immer noch nicht zu Hause angekommen, denn in mein Dorf fährt am Abend kein Bus mehr. So übernachtete ich bei meinen Verwandten. Einmal bis nach Hause zu fahren ist für mich sehr teuer, denn der Weg von Shkodra nach Tirana kostet für mich ungefähr 2300 Leke, dass sind umgerechnet etwa 16-17 Euro. Für Westeuropa klingt dass wahrscheinlich nach nicht viel Geld, denn ich habe dafür ja schließlich fast das ganze Land durchquert, aber für uns Albaner ist dies schon viel. Was allerdings noch dazu kommt, ist, dass die Busse sehr langsam fahren, da sie schon sehr alt sind und somit ist die Reise auch sehr unbequem.

    Am Samstag bin ich in Shkodra gestartet und am Sonntag morgen kam ich dann endlich zu Hause an. Nach meiner Ankunft begrüßte ich meine Familie. Ich habe mich sehr gefreut meine Familie und meine Neffen und Nichten wieder zu sehen. Danach waren wir alle gemeinsam in der Ostermesse und haben gemeinsam Mittag gegessen. Am Nachmittag war ich mit meinen Neffen und Nichten zusammen. Meine Neffen haben mir viel von Finnland erzählt. Sie haben dort viele neue Eindrücke gehabt, z.B. haben sie dort das erste mal Schnee gesehen und schon am Telefon haben sie mir immer gesagt, wie sehr sie mich vermissen. Ich bin seit Ende Oktober 2014 nun hier in Shkodra, etwas näher an meiner Familie als mein Bruder noch vor kurzem in Finnland. Trotzdem fanden meine Eltern es am Anfang nicht gut, dass ich nun so weit weg von zu Hause arbeite, weil es heißt, dass der Norden Albaniens gefährlicher für junge Mädchen ist als der Süden. Aber sie wissen, dass ich bei den Schwestern sicher bin und kennen den Norden auch, weil meine Familie ursprünglich aus dem Norden kommt. Mittlerweile finden meine Eltern es aber sehr gut, dass ich Arbeiten kann und Geld verdiene, denn mit diesem Geld unterstütze ich die Familie. Im Moment hat in meiner Familie außer mir keiner Arbeit. Meine Familie ist mir für diese Unterstützung sehr dankbar und ich bin meiner Familie für die mentale Unterstützung dankbar. Wenn ich nicht hier arbeiten würde, dann hätten wir auch das Osterfest nicht so feiern können, wie wir es gefeiert haben, denn alles was wir für das Fest brauchten, haben meine Eltern von meinem Lohn gezahlt. Meine Eltern sind auch sehr glücklich darüber und damit einverstanden, dass ich mit Kindern arbeiten kann, denn dies war immer mein Traum. Ich habe die Zeit zu Hause mit meiner Familie sehr genossen. Ich habe aber Antonio vermisst und sehr oft in Shkodra angerufen und gefragt wie es Antonio geht. Ich wollte sogar schon einen Tag eher als geplant von zu Hause abreisen, davon hat mich dann aber meine Mutter abgehalten. Am Freitag ging es dann für mich nach Shkodra zurück, diesmal habe ich die ganze Strecke an einem Tag geschafft und war sehr froh Antonio und alle anderen im Kloster wieder zu sehen.

    Es grüßt euch eure AFERDITA Liebe Freunde der Albaner; Sie sehen, dass nichts ausge-schlossen werden kann an plötzlichen Erfahrungen und Herausforderrungen. Da sind dann stets die Schwestern vor Ort gefragt und wir aufgerufen, mit Erfindungsgeist und Engagement zu helfen. Das haben wir getan und erst einmal 3000 Euro als Soforthilfe überwiesen. Dazu noch 760 € für die Familie von Silvane in Not. Nun muss die Kasse wieder gefüllt werden, denn die nächste Hiobsbotschaft kommt bestimmt. Hier unser Konto:

    Klaus Warning, IBAN: DE38 4006 0265 0079 061200; BIC: GENODEM1DKM

    Ihre Hilfe kommt an; eine Spendenquittung geht an Sie. Es kann etwas dauern.

    Herzlichen Dank sagt Ihr Klaus Warning, Pastor in Teilzeit