Lebensraum Felswand - ptice. Nackte Fels- und Steinformationen, die viel Sonnenlicht einfangen, sind

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Transcript of Lebensraum Felswand - ptice. Nackte Fels- und Steinformationen, die viel Sonnenlicht einfangen, sind

  • Lebensraum Felswand

  • Lieber Kletterer!

    Diese Broschre ist

    zu deiner Information

    gedacht, damit

    dieser sehr schne

    Sport noch

    vertrglicher wird

    fr die Natur, die

    Du so gern hast.

    CIP - Kataloni zapis o publikacijiNarodna in univerzitetna knjinica, Ljubljana

    502.172:796.526

    MIHELI, Toma, 1974- Bewohner der Felswand / [Text Toma Miheli, Petra Vrh Vrezec ;Fotos Toma Miheli ... [et al.] ; bersetzung Robert ampa]. - Ljubljana : DOPPS, 2007

    Prevod dela: Prezrti soplezalci

    ISBN 978-961-6674-00-31. Vrh Vrezec, Petra232486912

  • Das Sportklettern an Naturfelsen verbindet Bewegung in der Natur mit extremer krper-licher Aktivitt. Es ermglicht aktive Erholung und weckt den Wunsch, das Unbekannte und schwer Zugngliche zu suchen. Durch seine Attraktivitt begeistert das Sportklettern immer mehr Menschen, was sich auch in der schnell wachsenden Zahl neuer Kletterrouten zeigt.

    Bis 1994 sind in Slowenien mehr als 1260 Kletterrouten entstanden, danach hat sich ihre Zahl in nur fnf Jahren verdoppelt. Sehr wichtig bei einem so offensichtlichen Anstieg des Kletterns an Naturfelsen ist das Bewusst-sein, wie wichtig die Felswand fr das berleben einiger bedrohter Tiere und Pflanzen sein kann.

    Auf der fast nackten Felswand gedeihen zahlreiche Bltenpflanzen, die man oft nur in Felswnden findet. Durch das langjhrige Ansammeln von Erdreich in den Felsspalten knnen sie sich an Stellen ansiedeln und berleben, wo es keinen harten Wettbewerb mit anderen Pflanzen gibt.

    Einleitung

    Felswnde sind die Heimat spezialisierter Pflanzen und Tiere!

    Tommasini-Nabelmiere

  • Nackte Fels- und Steinformationen, die viel Sonnenlicht einfangen, sind ein Zufluchtsort fr

    viele Kriechtiere und andere Wrme liebende Lebewesen. In den Felsspalten finden

    zahlreiche seltene und bedrohte Vgel einen Nistplatz.

    Die Vernderungen sind meistens nur gering und die Natur erholt sich nach einer Klettertour relativ schnell. Fr einige Arten stellt eine neue Kletterroute jedoch einen erheblichen Strfaktor dar, der sogar ihr berleben gefhrden kann. Dazu gehren z. B. die Blaudrossel, der Wanderfalke und andere Vogelarten, die in den steilen Wnden ein Rckzugsgebiet vor Raubtieren und anderen Eindringlingen gefunden haben, fr die die steile Felswand unberwindlich ist. Fr diese Vgel ist eine frequentierte Felswand kein sicherer Nist- und Ruheplatz mehr und wird deshalb verlassen.

    Was bedeutet fr diese Lebewesen die Entstehung einer Kletterroute in ihrer heimischen Felswand?

    Pracht-Kieleidechse

  • Das Symbol fr den Naturschutz in den Klettergebieten ist der Uhu, denn dieser reagiert sehr empfindlich auf Strungen in der Nhe seines Nestes, das er gewhnlich auf abgeschiedenen Felsvorsprngen errichtet.

    Eine uere Vernderung der Felswand ist fr den Uhu wahrscheinlich weniger bedeutend, obwohl bei der Entstehung einiger Kletterrouten am Fue der Felswand zahlreiche Bume, Strucher, Efeugewchse und andere Pflanzen verschwinden. Den grten Einfluss auf diese Tierart hat die hufige und lang andauernde Anwesenheit des Menschen in der Felswand. Sportkletterer halten sich gewhnlich lnger dort auf, oft den ganzen Tag.

    Fr den Uhu ist ein geeigneter Nistplatz, den er sich in der Felswand aussucht, einer der wichtigsten Bereiche seines riesigen Reviers, das gewhnlich mehr als 10 km2 umfasst. An die Nistwand, die als Tagesruheplatz und Brutplatz dient, ist er das ganze Jahr ber gebunden. Die Aktivittsphase reicht vom Herbst bis zum Frhjahr, die Brutzeit selbst zieht sich bis in den Frhsommer. Die Junguhus bleiben bis zum Selbststndigwerden mit den Eltern am Brutplatz. Die Eltern sind gegenber den Jungen sehr frsorglich, sie fttern und pflegen sie und schtzen sie auch vor Rubern und Eindringlingen. Wird der Druck dieser Eindringlinge zu gro, werden sie den Brutplatz schon im nchsten Jahr verlassen.

    Nistplatz oder Kletterroute?

    Uhu

  • Nicht jeder Felsen ist fr den Uhu als Nistplatz geeignet. Ein Vergleich seiner Nistpltze und der Kletterrouten in Slowenien zeigt eine interessante Verbindung: Sowohl der Kletterer als auch der Uhu whlen unter einer Vielzahl von Felswnden am hufigsten, steile, trockene, zerklftete und gut zugngliche Felswnde aus. Diese hnlichkeit in der Wahl ist mit den Nistanforderungen des Uhus und den Bedrfnissen der Kletterer zu erklren.

    Die hohe und steile Felswand ist fr den Uhu ein sicherer Brutplatz und bietet dem Kletterer ein greres Kletterabenteuer. Die warmen und trockenen Felswnde ermglichen dem Uhu ein erfolgreiches Ausbrten der Eier. Diese Eigenschaft der Felsen ist vor allem im Winter und Frhling auch fr das Klettern wichtig, also vor allem whrend der Brutzeit. Der Uhu bentigt zur Jagd offene, unbewaldete Flchen, die durch menschliche Nutzung entstehen. Somit ist der Lebensraum des Uhus leicht zugnglich. Verstndlicherweise werden gerade gut zugngliche Klettergebiete am hufigsten besucht.

    Es ist deshalb nicht ungewhnlich, dass in Slowenien viele Kletterrouten vor allem gerade im Brutgebiet des Uhus entstehen.

    Velika uharica in plezalec fenomen izbiranja istih skalovij

    Uhu und Kletterer die Wahl der gleichen Felsen

  • Die Kenntnis der kologischen Ansprche von Pflanzen und Tieren sowie der Bedrfnisse der Kletterer ermglichen es uns, das Sportklettern mglichst umweltfreundlich zu gestalten.

    In den letzten Jahren wurde mit der Aufnahme eines Dialogs zwischen Kletterern und Naturschtzern ein wichtiger Schritt nach vorn getan. Es wurde vereinbart, vor der Errichtung neuer Kletterrouten die Naturschtzer zu informieren, gleichzeitig haben wir begonnen, konkrete Probleme vor Ort zu lsen. Fr die Felswand Lijak im Vipava-Tal und die Felswand trkljevica im slowenischen Kstenland wurde ein Kompromiss gefunden, der das Klettern in diesen Gebieten ermglichen und gleichzeitig dem Uhu das langfristige berleben sichern soll.

    In die Felswand trkljevica ist der Uhu nach zehn Jahren wieder zurckgekehrt. Anfang der 90er Jahre war er wegen der Errichtung einer Kletterroute aus der Felswand verschwunden, doch konnten die Kletterer spter auf andere Kletterrouten in der unmittelbaren Umgebung ausweichen. So konnten in den letzten zwei Jahren wieder fnf Junguhus in dieser Feldswand aufwachsen.

    Velika uharica in plezalec fenomen izbiranja istih skalovij

    Eine Erfolgsstory trkljevica-Felswand, Juni 2006

  • Was kannst Du selber tun?Wenn auch Du zum Schutz der Natur und zur Entwicklung eines verantwortungsvollen Klettersports beitragen willst: Beachte Absprachen und lokale Einschrnkungen! Trage bei zu einem besseren Verstndnis der Tiere in Klettergebieten und verfolge aufmerksam das Geschehen in der Natur! Informiere dich ber vogelfreundliches Sportklettern auf der DOPPS- Homepage www.ptice.org (in englischer Sprache).

    Wir glauben daran, dass ein Miteinander mglich ist! Hilf uns dabei!Viel Spa beim Klettern!

    Text: Toma Miheli, Petra Vrh Vrezec / Durchsicht: Marjana Ahai, Igor Maher, Nataa alaja, Barbara Vidmar / Fotos: Toma Miheli, Marko Prezelj, Mitja Kaligari, Eva Vukeli / bersetzung: Robert ampa / Design: Darja ipec / Druck: Schwarz d.o.o. / Auflage: 1.000 / DOPPS, Mrz 2007

    Enstanden mit finanzieller Untersttzung der Europischen Union Gemeinschaftsinitiative INTERREG IIIA Slowenien-Italien 2000-2006 im Rahmen des Projekts Natura Primorske, das von DOPPS zusammen mit folgenden Partnern durchgefhrt wird: Anstalt der Republik Slowenien fr den Naturschutz, KGZS Anstalt fr Land- und Forstwirtschaft Nova Gorica, Razvojno drutvo Pliska (Entwicklungsverein Pliska), Park kocjanske jame (Naturpark Hhlen von kocijan), Il Mosaico sowie die Gemeinden Zgonik (Sgonico) und Repentabor (Monrupino). Verantwortlich fr den Inhalt der Infobroschre ist der Verein DOPPS. Darin werden in keinerlei Hinsicht die Standpunkte der Europischen Union vertreten.

    Die nationale Behrde der Gemeinschaftsinitiative INTERREG IIIA Slowenien-Italien 2000-2006 ist das Regierungsamt der Republik Slowenien fr lokale Selbstverwaltung und Regionalpolitik.

    Republic of SloveniaGovernment Office for Local Self-Government and Regional Policy

    Weitere Infos unter:DOPPS BirdLife Slovenia SI-1001 Ljubljana, Traka 2, p.p. 2990, Tel: +386 1/426 58 75E-Mail: dopps@dopps-drustvo.si, http://www.ptice.org