Lexikon mit Fachbegriffen aus Dow Jones NE-Metalle · PDF fileDow Jones NE-Metalle Monitor...

Click here to load reader

  • date post

    16-Oct-2019
  • Category

    Documents

  • view

    6
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of Lexikon mit Fachbegriffen aus Dow Jones NE-Metalle · PDF fileDow Jones NE-Metalle Monitor...

  • Märkte

    MÄRKTE  PREISE  TRENDS

    NE-Metalle Monitor

    Redaktion | Christine Büttner, Mark Krieger, Antje Schiffl er, Eva-Maria Vochazer, Kai Moll (verantw.) | Telefon: +49 (0) 69 / 2 97 25-4 20 | E-Mail: [email protected]/de

    Dow Jones Metals Lexikon mit Fachbegriffen aus

    dem Börsenhandel zum Download unter www.djnewsletters.de

    Donnerstag, 12. Mai 2011 l Nr. 9

    Markttrends

    Äußerung von Trichet lässt Metallmärkte einbrechen

    Ein jäher Preisausschlag bei den Roh- stoffnotierungen beunruhigte ver- gangene Woche die Märkte. Matt- hias Huth, Leiter Rohstoffanalyse bei Dow Jones News, erläutert in diesem Zusammenhang die stetig wachsen- de Bedeutung von Finanzinvestoren für die Metallmärkte. Seite 2

    Kupfer

    Aurubis wagt sich über den großen Teich

    Schon lange liebäugelt Aurubis mit einer Ausweitung des Geschäfts. Der Zukauf der Walzproduktsparte des fi nnischen Luvata-Konzerns ist nun der erste Schritt, den der Kupferpro- duzent außerhalb Europas macht. Dennoch will CEO Bernd Drouven bald das Handtuch werfen. Seite 9

    Markttrends Kupfer

    Wiedereinstieg Chinas bei sinkenden Preisen erwartet

    Der Kupferpreis an der Londoner Metallbörse LME ist auf den niedrigs- ten Stand seit fünf Monaten gefallen. Falls der Preis weiter bis auf 8.000- 8.200 Dollar fällt, dürfte China wieder massiv in den Markt einsteigen, glau- ben die von uns befragten Marktteil- nehmer. Seite 7

    Markttrends Aluminium

    Aluminium hält sich trotz abstürzender Märkte

    Der deutsche Aluminiummarkt bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Die zweite Hälfte der vergangenen Woche verlief zwar turbulent für die Bran- che, die daraus resultierende Korrek- tur der Preise wurde aber von vielen Einkäufern als gute Kaufgelegenheit genutzt. Seite 3

    Dow Jones Marktprognose

    Weiterhin nervöser Handel zu erwarten

    Wir rechnen weiter mit einem nervö- sen Handelsgeschehen an den Basis- metallmärkten, da die Marktteilneh- mer versuchen, widersprüchliche Sig- nale zu verdauen. Es ist derzeit vor allem anhaltender Optimismus, der den Basismetallmarkt am stärksten unterstützt. Seite 19

    Interview

    Energiewende stellt Branche vor große Herausforderungen

    Die deutsche NE-Metallindustrie sieht sich zunehmend Herausforderungen ausgesetzt, die leicht ihre Wettbe- werbsfähigkeit beeinträchtigen könn- te. In einem Interview spricht Ulrich Grillo, Präsident der WirtschaftsVerei- nigung Metalle, über die Konsequen- zen einer Energiewende. Seite 10

    CO2-Kosten

    NE-Metallbranche darf weiter auf vollständige Kompensation hoffen

    Die Bemühungen von Herstellern und Verarbeitern von Aluminium, Kupfer und Zink um einen zeitlich befristeten Ausgleich der in den Strompreis eingepreisten CO2-Kosten werden von der Bundesregierung offenbar weiterhin unterstützt. Wie aus Verbandskreisen zu hören ist, wird sich die Bundesregierung in einer Stellungnahme an die Brüsseler Wettbewerbsbehörde für eine Vollkostenkom- pensation des CO2-Zertifi katepreises ohne Abzug aussprechen. Seite 14

     Aluminium rutscht in eine leichte Backwardation hinein.

     Bei Kupfer hat das Contango deutlich abgenommen.

     Das Contango bei Zink bleibt fast unverändert.

    1.750

    2.000

    2.250

    2.500

    2.750

    3.000

    J J A S O N D J F M A M

    Aluminium hochgrädig

    4.500

    6.000

    7.500

    9.000

    10.500

    12.000

    J J A S O N D J F M A M

    Kupfer

    Kassapreis

    Drei-Monats-Preis

    15-Monats-Preis

    in USD/t (im Jahresverlauf); Quelle: LME

    1.500

    1.750

    2.000

    2.250

    2.500

    2.750

    J J A S O N D J F M A M

    Zink

  • 2

    Dow Jones NE-Metalle Monitor Donnerstag, 12. Mai 2011 | Nr. 9

    3

    Dow Jones NE-Metalle Monitor Donnerstag, 12. Mai 2011 | Nr. 9

    Äußerung des EZB-Präsidenten lässt Metallmärkte scharf einbrechen FRANKFURT (Dow Jones)--Ein jäher Preisausschlag bei den Rohstoff- notierungen beunruhigte vergangene Woche die Märkte und rief Panik bei Investoren hervor. Der Preisverfall nahm seinen Anfang bei Äußerun- gen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zur EU-Zinspolitik. Brasilien macht die lockere Geldpolitik in den USA und Europa für den Crash verantwortlich. „Die Fed und die EZB überschwemmen den Markt mit Dollar und Euro”, kritisierte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega in einem Interview. Das Kapital sei aus Mangel an Anlagemöglichkeiten in die Rohstoffmärkte gewandert. „Zuletzt hat der Markt nur auf ein Signal gewartet, um die Blase platzen zu lassen und Gewinne mitzunehmen“, so Mantega. Matthias Huth, Leiter des Bereichs Rohstoffanalyse bei Dow Jones News, erläutert in diesem Zusammenhang die stetig wachsende Bedeutung von Finanzinvestoren für die Metallmärkte.

    Herr Dr. Huth, was hat am vergan- genen Donnerstag zu dem plötz- lichen Preisverfall bei Rohstoffen geführt?

    Die Europäische Zentralbank (EZB) hat an diesem Tag die Erwartungen auf eine weitere Anhebung der Leit- zinsen im Juni enttäuscht. Dadurch hatte der Euro gegenüber dem US- Dollar deutlich an Wert verloren und zwar um ca. 3 US-Cents. Der stärkere Dollar sorgte für einen Rückgang der Rohstoffpreise. Verstärkt wurde diese Entwicklung noch durch schlechte US-Konjunkturdaten, die Zweifel an der weiteren schnellen Erholung der US-Wirtschaft laut werden ließen.

    Viele spekulative Marktteilnehmer waren auf steigende Rohstoffpreise positioniert und verkauften ihre Posi- tion nach Bekanntwerden der schwa- chen Daten. Dies hat den Rückgang noch verschärft.

    Nach der Bekanntgabe der US- Arbeitsmarktdaten am Freitag zogen dann die Rohstoffnotierun- gen wieder an. Wie ist diese Markt- bewegung zu beurteilen?

    Die US-Arbeitsmarktdaten waren ein positive Überraschung, weshalb es nicht verwundert, warum die Prei- se wieder etwas zugelegt haben. Dies

    kann jedoch nur eine Momentaufnah- me sein. Bei den nächsten Konjunk- turindikatoren kann dies schon wieder anders aussehen.

    Wie schätzen Sie die weitere Ent- wicklung bei den Rohstoffpreisen ein?

    Nur die Grundzutat für weiter stei- gende Rohstoffpreise stimmt nach wie vor. Die Zinsen bewegen sich nach wie vor auf niedrigem Niveau. Dies dürfte sich so schnell auch nicht ändern. Der Zinsvorteil der Eurozo- ne und die andauernde Nullzinspoli- tik spricht weiter für eine Abwertung des US-Dollars. Dies macht Rohstof- fe für Investoren außerhalb des Dollar- Raums unter sonst gleichen Bedin- gungen billiger und damit attraktiver. Die Konjunkturaussichten sind welt- weit immer noch mehrheitlich posi- tiv, was auf eine solide Nachfrage hin- deutet.

    Das große Fragezeichen bildet die Risikoaversion der Marktteilnehmer. Sollte diese gering bleiben, dürf- ten die Notierungen wieder anzie- hen. Umgekehrt bedeutet ein Anstieg der Risikoaversion trotz niedriger Zin- sen weiter fallende Notierungen. Dies gilt im Wesentlichen für alle Rohstof- fe – wenngleich mit unterschiedlichen Ausprägungen.

    Rohstoffe galten für Investoren immer als sicherer Hafen, wenn die Aktienkurse nachgaben. Hat sich die Rolle der Rohstoffe im Zusam- menspiel der Anlageklassen geän- dert?

    Die Rolle der Rohstoffe hat sich mit der gestiegenen Bedeutung der Finanzinvestoren inzwischen deutlich verändert. Der Gleichlauf zwischen Aktien und Rohstoffen hat zuge- nommen und wird meines Erachtens noch mehr zunehmen. Rohstoffe sind heute Teil der „risky assets“ – genau wie Aktien auch. Die Diversifikations- funktion der Rohstoffe gegenüber den Aktien geht dabei immer mehr verlo- ren.

    Was bedeutet dies für Marktteil- nehmer mit primär physischen Handelsinteressen?

    Für Marktteilnehmer mit physi- schem Interesse bedeutet dies, dass sie sich auf erratischere Entwicklun- gen einstellen müssen. Preise wer- den nicht mehr nur noch von Ange- bot und Nachfrage am Rohstoff- markt beeinflusst, sondern auch von der stark schwankenden Risikoaversi- on von Finanzmarktteilnehmern sowie der Liquiditätssituation an Märkten und bei Marktteilnehmern.

    Markttrends

  • 2

    Dow Jones NE-Metalle Monitor Donnerstag, 12. Mai 2011 | Nr. 9

    3

    Dow Jones NE-Metalle Monitor Donnerstag, 12. Mai 2011 | Nr. 9 Markttrends Aluminium

    Aluminiummarkt

    Aluminium hält sich trotz abstürzender Märkte wacker FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aluminiummarkt bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Die zweite Hälfte der vergangenen Woche ver- lief turbulent für die Branche, weil die Trichet-Rede die Märkte geschockt hatte. Die daraus resultierende scharfe Korrektur der Metallpreise wurde jedoch von vielen Einkäufern als gute Kaufgelegenheit genutzt.

    Das Gelegenheitsfenster blieb aller- dings nur kurz offen, dann hatte sich die Situation wieder beruhigt, die Preise zogen erneut an und diejeni- gen, die nicht schnell genug waren, hatten das Nachsehen, wie von uns befragte Einkäufer berichten. „Dieje- nigen, die sich nicht schnell einge- deckt haben, haben eine gute Kauf- gelegenheit verpasst – solche Gele- genheiten sind inzwischen nämlich kurzlebig und man muss sehr schnell reagieren“, kommentiert ein Einkauf- leiter. Leider sei aber der Absturz in Euro „nicht so dramatisch“ gewesen, bedauert ein weiterer.

    Manche Marktteilnehmer sehen derzeit Hinweise auf eine leich- te Abschwächung. So berichtet zum Beispiel ein Sekundäraluminiumpro- duzent, dass einige Kunden Liefe- rungen verschoben hätten.