Mariana Grgic | Ivo Züchner (Hrsg.) .zona und Kristina Tillmann untersuchen die Einflüsse der...

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  • Mariana Grgic | Ivo Züchner (Hrsg.) Medien, Kultur und Sport

  • Mariana Grgic | Ivo Züchner (Hrsg.)

    Medien, Kultur und Sport Was Kinder und Jugendliche machen und ihnen wichtig ist. Die MediKuS-Studie 2., überarbeitete Auflage

  • 1. Auflage 2013 2., überarbeitete Auflage 2016

    Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

    Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

    Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

    © 2013 Beltz Juventa · Weinheim und Basel www.beltz.de · www.juventa.de

    ISBN 978-3-7799-4438-6

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    Inhalt

    Einleitung 7 Kapitel 1 Theoretisch-konzeptioneller Rahmen der Studie Ivo Züchner, Mariana Grgic 11 Teil I Aufwachsen mit Medien, Kultur und Sport Kapitel 2 Musikalische und künstlerische Aktivitäten im Aufwachsen junger Menschen Mariana Grgic 29 Kapitel 3 Sportliche Aktivitäten im Aufwachsen junger Menschen Ivo Züchner 89 Kapitel 4 Neue Medien im Aufwachsen junger Menschen Michael Holzmayer 139 Teil II Medien, Kultur und Sport im Zusammenhang Kapitel 5 Der Einfluss kulturellen und sozialen Kapitals auf die kulturellen Aktivitäten im Aufwachsen junger Menschen Mareike Tarazona, Kristina Tillmann 195 Kapitel 6 Organisiert aktiv – außerschulische und außerunterrichtliche musikalisch-künstlerische und sportliche Aktivitäten Ivo Züchner, Mariana Grgic 217

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    Kapitel 7 Aktivitätsprofile junger Menschen im Bereich Medien, Kunst, Musik und Sport Mariana Grgic, Ivo Züchner 237 Teil III Die Studie Kapitel 8 MediKuS – Design, Stichprobe und Methoden Holger Quellenberg, Ivo Züchner, Mariana Grgic 249

    Medien, Kunst, Musik und Sport. Eine Bilanz 257 Literatur 261 Die Autorinnen und Autoren 279

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    Einleitung

    Sport, Theaterspiel, Tanz, Basteln und Malen gehören zum Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen wie das Fernsehen oder das Internet. Kinder und Jugendliche werden in einer Welt groß, in der sie mal aktiver, mal passiver an vielfältigen Aktivitäten teilhaben. Fußball spielen, Musik machen, Sta- tusmeldungen bei Facebook aktualisieren, zum Training gehen – Kinder und Jugendliche gestalten ihre (Frei-)Zeit mit vielfältigen Aktivitäten aus den Bereichen Medien, Musik, Kunst und Sport. Auch die Orte und Moda- litäten sind vielfältig: Diese Alltagspraxen finden privat mit Freunden, im Verein, in der Tanzschule, in der Jugendarbeit oder heute auch vermehrt in der Ganztagsschule statt.

    So kann wohl jedes Kind, jeder junge Mensch eigene Erlebnisse und Bei- spiele derartiger Aktivitäten erzählen. Ausgangspunkt der Studie „Medien, Kultur und Sport bei jungen Menschen“ (MediKuS) des Deutschen Jugend- instituts (DJI) und des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), einer Befragung von knapp 5.000 9- bis 24-Jährigen, war die Grundannahme, dass Medien, Kunst, Musik und Sport in dieser Form individuell bedeutsame Erfahrungs-, Gestaltungs-, aber auch Rückzugs- räume im Aufwachsen darstellen und Kindheit und Jugend seit jeher auch gesellschaftlich prägen. Darauf verweisen auch die Aussagen der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst: 81 Prozent der 13- bis 24- Jährigen bezeichnen die Musik, über 70 Prozent den Sport und das Internet als wichtige Lebensbereiche, was die Bedeutung dieser Themen für junge Menschen unterstreicht.

    An den Beispielen des Internets, der Musikstile oder Trendsportarten wird aber auch deutlich, wie stark die Kultur, darunter auch die Medien und der Sport, selbst einem Wandel unterliegen. Dabei kommt es insbeson- dere durch die Neuen Medien wie das Internet und soziale Netzwerke, im- mer mehr zu einer Verschränkung zwischen Medien, Musik, Kunst und Sport (vgl. Lange/Theunert 2008; Thole 2002). Die Studie MediKuS richtet daher den Blick auf musikalisch-künstlerische, sportliche und mediale Ak- tivitäten von Kindern und Jugendlichen, mit dem Ziel, eine Situationsbe- schreibung der Verbreitung dieser Aktivitäten in Deutschland zu geben. Dabei werden Formen und Orte der Aktivitäten in den Fokus gerückt sowie Bedingungsfaktoren für diese Alltagspraxen und in Ansätzen auch alters- spezifische Verläufe nachgezeichnet. In einer gesellschaftlichen Perspektive

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    wird zudem die Bedeutung sozialer Ungleichheit für die Ausübung entspre- chender Aktivitäten analysiert.

    Dabei lassen sich Unterschiede zwischen Musik, Kunst und Sport einer- seits und Medien andererseits markieren. Werden mit den Themen „Mu- sik/Kunst“ und „Sport“ jeweils ein weites, aber begrenztes Feld von inhaltli- chen Aktivitäten angesprochen, so sind Medien Inhalt und Form zugleich. Die Beschäftigung mit Medien ist zum einen Aktivität in sich, gleichzeitig transportieren Medien immer auch Inhalte – so nutzen Kinder und Jugend- liche die Medien in vielfältiger Weise auch für ihre Beschäftigung in den Bereichen Musik, Kunst und Sport, wodurch die Grenzen zwischen media- len, musikalisch-kreativen und sportiven Alltagspraxen immer mehr verwi- schen.

    Die Studie MediKuS hat in diesem Zusammenhang einige besondere Ansatzpunkte in den Mittelpunkt gerückt. Zentrale Merkmale der Untersu- chung sind infolgedessen der Aktivitätsbezug, die Akteursperspektive, der Ortsbezug sowie das Thema der sozialen Ungleichheit:

    ● Aktivitätsbezug: In Deutschland gibt es eine Tradition von Kindheits- und Jugendstudien, zu denen beispielsweise die Shell-Studien, die World-Vision-Studien, die Surveys des Deutschen Jugendinstituts (DJI), aber auch die KIM- und JIM-Studien gehören. Diese Untersuchungen geben zumeist Einblick in die Einstellungen und Lebenslagen junger Menschen, berücksichtigen dabei aber die Freizeitaktivitäten von Kin- dern und Jugendlichen zumeist nur in groben Kategorien und nicht in ihrer Breite. Selten sind sie Gegenstand eigenständiger Fragestellungen. Daher richtet die Studie MediKuS ihren Fokus auf die performativen musikalisch-kreativen, medialen und sportlichen Praxen junger Men- schen und nimmt diese sehr differenziert in den Blick. Aufgrund der Tendenz, dass sich altersspezifische Freizeitpräferenzen immer mehr vermengen und typische Jugendaktivitäten heute bereits bei Kindern verbreitet sind (vgl. Thole 2002), werden dabei – durch die Betrachtung von Personen im Alter zwischen 9 und 24 Jahren – sowohl die Praxen von Kindern, als auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen un- tersucht.

    ● Ortsbezug: Als konstitutives Merkmal wird in der Studie MediKuS die aus den Bildungsdebatten stammende Differenzierung zwischen ver- schiedenen Orten von Lern- und Bildungsprozessen aufgegriffen (vgl. Konsortium Bildungsberichterstattung 2006; Rauschenbach u.a. 2004). Mit der Unterscheidung zwischen Orten formalisierten Lernens, Orten non-formalen und informellen Lernens wird versucht, auch verstärkt Einblicke in die unterschiedlichen Kontexte musikalisch-kreativer und sportiver Praxen zu bekommen. Vor dem Hintergrund der Frage, an

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    welchen Orten junge Menschen heute ihre Freizeit verbringen (können), werden in der Studie MediKuS explizit Aktivitäten in Kontexten non- formaler Bildung in- und außerhalb der Schule sowie in informellen Kontexten betrachtet. Dabei spielen die (berufliche) Ausbildung und die Schule als klassische Orte formaler Bildung nur insofern eine Rolle, als ausschließlich die außerunterrichtlichen Aktivitäten junger Menschen, beispielsweise im Rahmen von Schul-AGs untersucht werden.

    ● Akteursperspektive: Der Ausgangspunkt der Studie liegt zwar zunächst darin, die medialen, musikalisch-kreativen und sportiven Praxen junger Menschen zu erfassen, doch daneben ist die Frage nach ihrer subjektiven Bedeutung aus Sicht der Akteure von großem Interesse. Die individuelle Relevanz von Aktivitäten kann ihnen eine besondere Funktion, bei- spielsweise mit Blick auf Bildung, verleihen.

    ● Soziale Ungleichheit: Mit Blick auf das Konzept der Alltagsbildung hat Rauschenbach (2009) die ungleiche Teilhabe bei sportiven, musikalisch- künstlerischen und medialen Praxen als ein unterschätztes, aber bedeut- sames Element zur Konstitution von Bildungsungleichheit bezeichnet. Entsprechend interessiert sich die Studie explizit für die familiären Res- sourcen und Alltagspraxen und ihren Einfluss auf die Ausprägung kind- licher Aktivitäten in den Bereichen Medien, Musik, Kunst und Sport. Folgende Fragen erscheinen hierbei virulent: Wie reproduzieren sich die Praxen in der Familie in die nächste Generation? Entstehen über die so- ziale Herkunft der jungen Menschen bestimmte Aktivitätsprofile?

    Das Buch gliedert sich in zwei Hauptteile: Nach einer theoretischen Einfüh- rung, in der entsprechende Bezüge und Anknüpfungspunkte der Studie dargestellt werden (Kapitel 1), werden im ersten Teil des Buches in drei Kapiteln die zentralen Ergebnisse jeweils zu den musikalisch-künstle- rischen, sportlichen und medialen Aktivitäten junger Menschen dargestellt. Mariana Grgic untersucht in ihrem Kapitel die Verbreitung und Rahmen- bedingung