Marktbericht Februar 2012

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Marktbericht, Wirtschaft Februar 2012

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    Mller & Sohn Marktbericht

    MARKTBERICHT 02.2012

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    Mller & Sohn Marktbericht

    DIE WELTWIRTSCHAFT

    Weiter Gefahr fr die Weltkonjunktur

    Der Internationale Whrungsfonds (IWF) warnt: Die Weltkonjunktur ist noch nicht auer Gefahr. Eine weitere Bedrohung der konjunkturellen Erholung wird in den hohen europischen Schuldenstnden, den hohen lpreisen sowie in den hierdurch fragilen Finanzmrkten gesehen.

    Der Indikator fr das ifo Weltwirtschaftsklima zeigt nach zweimaligem Rckgang zwar im 1. Quartal 2012 eine leichte Aufwrtsbewegung, doch diese liegt weiterhin deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Fr die Verbesserung des Index waren ausschlielich die etwas weniger pessimistischen Erwartungen fr die nchsten sechs Monate verantwortlich, denn die gegenwrtige Lage wird noch etwas schlechter beurteilt als noch in der Quartalsumfrage zuvor. Die Ergebnisse sind ein Zeichen fr die weiterhin schwierige Situation der Weltwirtschaft.

    Experten zerstreuen Befrchtungen, dass das Wachstum in der zweitgrten Volkswirtschaft der Welt sich zu sehr abkhlen knnte, obwohl der sinkende Export sowie die knappe Geldversorgung den Aufschwung bedrohen. Bei einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von weniger als 8 Prozent besteht die Gefahr fr China, dass und die soziale Beschftigungsstabilitt gefhrdet ist. Das grere Risiko fr China stammt aus dem Inland, nicht aus dem Ausland, wobei hier insbesondere der Immobilienmarkt zu erwhnen ist. Fr die Gegenwart zeigt man sich jedoch zuversichtlich und glaubt an eine weiche Landung der Wirtschaft Chinas.

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    EUROPA

    Tiefer Graben durch Europa

    Nach wie vor hngt das Damoklesschwert, die anhaltende Schuldenkrise, ber der Konjunktur der europischen Lnder.

    Fr den Durchschnitt der Euroregion erwarten die konomen der EU-Kommission in diesem Jahr eine leichte Rezession mit einem BIP-Rckgang um 0,3 Prozent. Dabei zieht sich ein tiefer Graben durch die europischen Volkswirtschaften: Allen voran hlt sich Deutschland gut. Zwar ging auch die grte Volkswirtschaft des Euroraums zum Ende des letzten Jahres durch eine Stagnationsphase, doch bleibt sie, nicht zuletzt auch getragen von der Binnenkonjunktur, auf hohem Niveau. Auch die Abschwchung der Weltwirtschaft hat Deutschland bislang nicht sonderlich getroffen.

    Zugleich hat sich die konjunkturelle Spaltung Europas weiter verschrft. In den Lndern der sdeuropischen Peripherie, die etwa ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des gesamten Euroraums ausmachen, drohen in diesem Jahr schmerzhafte Rezessionen. Die sdeuropischen Lnder versinken immer tiefer in dem Strudel aus Schuldenanstieg, Sparprogrammen, schrumpfender Wirtschaft und steigender Arbeitslosigkeit.

    Zum Jahresende 2011 ist die Zahl der Erwerbslosen mit rund 16,5 Millionen auf den hchsten Stand seit Beginn der Whrungsunion gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug insgesamt 10,4 Prozent, wobei die hchste Arbeitslosenquote von fast 23 Prozent in Spanien verzeichnet wurde (mehr als 5 Millionen Erwerbslose), gefolgt von Griechenland mit mehr als 19 Prozent, Irland mit 14,5 und Portugal mit 13,6 Prozent.

    Die Ratingagentur Moody's ist die dritte Ratingagentur, die Griechenland nach der Vereinbarung ber einen Schuldenschnitt herabstuft. Nach der Einigung auf einen Schuldenschnitt hat die Agentur die Kreditwrdigkeit Griechenlands auf die niedrigste Stufe gesenkt und die Bonittswchter begrndeten die Herabstufung von "Ca" auf "C" mit den deutlichen Verlusten fr die Privatglubiger durch den Anleihentausch und sehen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit fr eine Pleite des Landes.

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    Im Rahmen des Schuldenschnitts wollen die Banken freiwillig auf 107 Milliarden Euro ihrer Forderungen an Griechenland verzichten und tauschen dafr ihre Staatsanleihen in neue Papiere mit 30-jhriger Laufzeit und mit geringeren Zinsen ein. Als Konsequenz mssen die Glubiger 73 bis 74 Prozent abschreiben. Bis Mitte Mrz mssen die Investoren entscheiden, ob sie das Tauschangebot annehmen.

    Die Prognosen fr den Euroraum sagen fr das Gesamtjahr eine schrumpfende Wirtschaft voraus. Whrend die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose im November noch von 0,5 Prozent Wachstum im Jahr 2012 ausging, hlt der Internationale Whrungsfonds eine "milde Rezession" mit einem Minus von 0,5 Prozent fr mglich. Auch hier teilt sich Europa wieder in ein Nord-Sd-Geflle, denn besonders dster und beunruhigend sind die Prognosen des IWF fr Italien (minus 2,2 Prozent) und Spanien (minus 1,7 Prozent). Fr Griechenland und Portugal sehen auch die EU-konomen Rezessionen mit rund 3 Prozent BIP-Rckgang. Fr Deutschland und Frankreich wird nur ein minimales Jahresplus von 0,3 und 0,2 Prozent vorausgesagt.

    DEUTSCHLAND

    Hoffnung auf Erholung

    Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer relativen Schwchephase, doch es mehren sich die Zeichen fr eine tendenziell robustere Erholung der Konjunktur.

    Wichtige Frhindikatoren wie der Ifo-Geschftsklimaindex stiegen schon zum vierten Mal in Folge. Mit 109,6 Punkten wurde der hchste Wert seit Juli 2011 erreicht. Derzeit sind es Krfte der Binnenwirtschaft, die die deutsche Konjunktur tragen.

    Das gibt auch Anlass zur Hoffnung, dass es im laufenden Quartal kein weiteres Minus geben wird, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schlussquartal 2011 um 0,2 Prozent gesunken ist. Ausschlag gebend fr das Minus waren insbesondere rcklufige Konsumausgaben, der weltweite Konjunktur-abschwung sowie ein schwcherer Auenhandel infolge der Schuldenkrise.

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    Fr das Gesamtjahr 2011 besttigte das Statistische Bundesamt das BIP-Wachstum von 3,0 Prozent. Die rund 7000 vom ifo Institut befragten Unternehmen bleiben fr die kommenden sechs Monate optimistisch, und so legte dieser Teilindex ebenfalls an Zhlern zu.

    Nach einem Dmpfer zum Jahresende ist auch die Stimmung der deutschen Exporteure wieder besser geworden. Die Aussichten fr die Exportindustrie hellen sich auf und fr das Jahr 2012 erwartet man einen Anstieg der Exporte von drei Prozent plus X. Im Gesamtjahr 2011 Jahr hatten die Ausfuhren um 11,4 Prozent zugelegt, wobei es dann im Dezember einen starken Rckgang gegeben hat.

    Zur gewachsenen Zuversicht der Unternehmen trgt auch die Einigung der Euro-Lnder auf ein zweites Rettungspaket fr Griechenland bei. Hinzu kommen berraschend krftige Wachstumsdaten aus den USA. Auch der vergleichsweise niedrige Wechselkurs des Euro untersttzt die deutschen Unternehmen beim Verkauf ihrer Gter in das Ausland.

    Fr das Jahr 2012 rechnet die deutsche Bundesregierung mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent und fr 2013 mit 1,6 Prozent.

    Quelle: ifo

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    Gefahr durch steigende lpreise

    An dem optimistischen Bild der Konjunkturentwicklung kratzt die l- und Benzinpreisentwicklung, und auch das Ifo-Institut sendet warnende Worte.

    Die lpreise legten whrend unserer Berichtszeit deutlich zu. Grnde dafr sind in der Irankrise, der hohen lnachfrage in Asien und dem relativ niedrigen Eurokurs zum US-Dollar zu finden. Seit Anfang des Jahres hat der Preis fr die europische Sorte Brent ein Plus von 15 Prozent verbucht und der lpreis erreichte Ende Februar 2012 einen Rekordwert. Mit bis zu 93,60 Euro je Barrel (159 Liter) Brent ist der Preis mittlerweile ber das Rekordniveau von Juli 2008 gestiegen.

    Nicht zuletzt der schwchere Eurokurs in den vergangenen Monaten hat ebenfalls dazu gefhrt, dass sich l in Europa verteuert hat. Innerhalb der letzten sechs Monate hat der Euro zum US-Dollar rund 8 Prozent an Wert verloren, und da Rohl primr in Dollar gehandelt wird, stiegen fr Europas Konsumenten die Kosten. Somit sorgen sich viele Wirtschaftsexperten und Unternehmen ber die stark gestiegenen Preise fr l und Kraftstoffe und die Risiken fr die Konjunktur nehmen zu. Ein Preis ber der 130-Dollar-Marke wrde die weltweite Konjunktur deutlich belasten, da hhere Rohlpreise nicht nur die Rohstoff- und Transportkosten der Unternehmen verteuern, sondern sie verndern auch das Konsumverhalten der privaten Haushalte. Mit einer Verschrfung des Irankonflikts inklusive einer langfristigen llieferunterbrechung knnten weitere erhebliche Probleme fr die Weltkonjunktur entstehen.

    Mit Blick auf die Risiken der Staatsschuldenkrise in Europa und die schwchere Weltkonjunktur sowie den steil gestiegenen lpreis bleiben die Aussichten fr die globale Wirtschaft eher bedeckt.

    Quelle F.A.Z.

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    NE-METALLE

    ALUMINIUM

    Weiterhin belasten die hohen LME-Bestnde

    Ende des Jahres 2011 wurde bei Aluminium ein Preisniveau erreicht, das auf Dauer nicht nachhaltig sein kann. Das Leichtmetall notierte phasenweise unterhalb der Grenzkosten der Produktion, welche aktuell bei etwa 2.100 USD/t liegen drften. Deshalb ist die seit dem Jahreswechsel zu erwartende Preiserholung daher berfllig.

    Der Monatsstart war direkt positiv und die Notierungen stiegen am 02.02.12 auf 2.258 USD bzw. bis zum 10.02.12 auf 2.293 USD. Am 16.02.12 wurde die 2.200-USD-Marke wieder nach unten durchbrochen und die Notierung ging bis auf 2.170 USD zurck. Zum Berichtsmonatsende legten die Kurse dann bis auf 2.330 USD zu, was eine deutliche Verbesserung zu den zurckliegenden Berichtszeiten bedeutet.

    Das internationale Aluminiuminstitut (IAI) teilte im jngsten Bericht mit, die weltweite Aluminiumproduktion ist im Januar 2012 gegenber dem Vormonat Dezember um 2,2 Prozent auf 2,140 Millionen Tonnen zurckgegangen. Zum Vorjahresmonat ergibt sich eine Zunahme um 0,1 Prozent.

    Den mit Abstand grten Aluminiumverbrauch hat China mit ber 40% des weltweiten Verbr