MAXIMALER AUFWAND, MINIMALER .Einf¼hrung Reizkonfrontation; Exposition mit...

download MAXIMALER AUFWAND, MINIMALER .Einf¼hrung Reizkonfrontation; Exposition mit Reaktionsverhinderung

of 60

  • date post

    04-Jun-2018
  • Category

    Documents

  • view

    213
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of MAXIMALER AUFWAND, MINIMALER .Einf¼hrung Reizkonfrontation; Exposition mit...

  • MAXIMALER AUFWAND, MINIMALER ERFOLG

    Angst- und Zwangsbehandlung zwischen Out-Off Office Therapie und imaginativen Verfahren

    Dr. Peter Neudeck, Kln 29 Oktober 2011 www.verhaltenstherapie-kln.de

  • Einfhrung

    Reizkonfrontation; Exposition mit Reaktionsverhinderung bzw. Reaktionsmanagement bezeichnet Therapietechniken die bei psychischen Strungen innerhalb eines strategischen Therapiekonzepts eingesetzt werden.

  • Therapiephasen

    1.Diagnostische Phase 2.Psychoedukative Phase 3. Kognitive Vorbereitung 4. Exposition/Verhaltensexperimente 5. Selbstkontrollphase

  • Funktionelle Diagnostik von ngsten

    Problem Liste Einfhrung in die funktionelle Diagnostik Krankheitsgeschichte (Auslser, Verlauf) Familiengeschichte der Angst Angst relevante Stimuli

    Externale Situationen u. Reize Internale Reize: Krpersignale und Empfindungen,intrusive Gedanken, Ideen,

    Zweifel, Vorstellungen und Erinnerungen Befrchtete Konsequenzen

    berschtzen der Wahrscheinlichkeit u. Sicherheit der Gefahr Intoleranz von Unsicherheit berzeugungen bezglich der Angst

    Sicherheitsverhalten Passive Vermeidung Checking und Rckversicherung Rituale, offene/verdeckte, Mini Rituale Sicherheitssignale berzeugungen bzgl. der Wirksamkeit der Vermeideverhalten

  • Psychoedukation und kognitive Vorbereitung I

    Erklrungen ber die Natur der Strung

    Erarbeitung eines plausiblen, patientengerechten Erklrungsmodells (Vorbehandlungen!!)

    Entstehung aus der Lerngeschichte ableiten Entpathologisieren Einbindung motivationaler Prozesse Erstellung einer Itemhierarchie

  • Faktoren, die bei der Entstehung der Strung wirkten sind nicht die gleichen Faktoren, die bei der Aufrechterhaltung wirken

    Entstehung von Strungen

  • Wie wird Angst zum Problem?

  • Psychoedukation und kognitive Vorbereitung II

    Erklrungsmodell zur Aufrechterhaltung Erluterung der individuellen Vermeidungsstrategien

    Kurve fr spez. Situationen/Verhaltensanalyse

    Gedankenexperiment und Ableitung des therapeutischen Rationals

  • Maladaptive berzeugungen

    Hinweisreiz (Trigger)

    Negativer Automatischer Gedanke

    Angst

    Sicherheitsverhalten

  • Psychoedukation und kognitive Vorbereitung II Das Gedankenexperiment

    Vorstellung einer hypothetischen Situation, in der der die vermiedenen Gedanken/Gefhle/krperlichen Vernderungen/Vorstellungen auf jeden Fall maximal sein wird. Wird von Therapeut so gestaltet, dass keine Vermeidung mehr mglich

    ist Situation wird zeitlich weitergefhrt und Symptome, Gedanken und

    Gefhle erfasst Beendigung, wenn vermiedene Symptome ohne Zutun des Patienten

    oder uerer Einflsse von selbst nachlassen Wichtig: przise Instruktion und direktives Vorgehen Im Anschluss Erklren des Prinzips der Habituation und der Lschung,

    Abgrenzung von Ermdung

  • Psychoedukation und kognitive Vorbereitung II Absprachen und Vorbereitung auf die Konfrontationsbungen

    Erluterung der speziellen Gegebenheiten Absetzen von Medikamenten Erluterung der Aufgaben des Therapeuten

    Verhinderung von Vermeidung Auch Verhinderung von kognitivem Vermeiden Absprache bezglich Einsatz von krperlicher Kraft,

    Vertrge Keine Sicherheitssignale Bedenkzeit

  • Sie mssen in Ihre Angst investieren um ein ruhigeres Leben zu haben!

  • Exposition: Reingehen, durchhalten, Augen zu und durch!?

    Die Bedeutung der Instruktion

    Expositionsverfahren Die Durchfhrung

  • Die Verfahren

    Generell unterscheidet man: Verhaltensexperimente in vivo Exposition Interozeptive Exposition Imaginative Exposition

  • Verhaltensexperimente

    Es wird berprft ob eine Vorhersage/Hypothese eintritt/zutrifft.

    Ob es zur Habituation kommt wird nicht berprft Daher auch nur kurze Dauer

    Der Fokus liegt auf dem Wegfall von Sicherheitsverhalten, bei Sozialer Phobie auch auf der Vernderung der Aufmerksamkeit

  • Verhaltensexperimente

    Unterschied im Design: Hypothesen Testen Entdeckungsexperiment (Hypothese vage oder unformuliert)

    Unterschiedliche Formen: Aktive Exp.

    Reale Situationen Simuliert (Rollen Spiel)

    Beobachtende Exp. Direkte Beobachtung Fragebogen oder andere Informationsquellen benutzen

  • Verhaltensexperimente Panikstrung

    Hyperventilation (Schwindel, Herzklopfen, Kurzatmigkeit)

    Treppensteigen, Kniebeugen oder Laufen (Herzklopfen, Schwitzen)

    Konfrontation der Patienten mit dem eigenen EKG

    Experiment der aktiven Gedankenunterdrckung

    Atmen durch Strohhalm (Schwindel, Kurzatmigkeit)

    Schwindelinduktion, Visuelle Effekte (Derealisationseffekte)

  • Exposition bei Zwngen: Zwangsgedanken/Verhaltensexperimente

    Gedanken-Ereignis-Fusion: Versuchen Sie ganz fest daran zu denken, dass Sie im Lotto gewinnen! Denken Sie eine Woche lang daran, dass ich sterbe.

    Gedanken-Handlungs-Fusion: Versuchen Sie mit Gedankenkraft einen Stein anzuheben!

    Nehmen Sie das Messer und stechen Sie zu.

    Gedanken-Absichts-Fusion: Machen Sie sich manchmal Sorgen, einen Verkehrsunfall zu haben? Mchten Sie

    das auch wirklich?

    Gedankenunterdrckung: Versuchen Sie meinen Namen zu vergessen! Roter Elefant

  • Expositionsverfahren, historisch: Implosion, Systematische Desensibilisierung, Angstbewltigung

    Implosion (Stampfl, Levis, 1967, 1971) Erstellung einer Angsthierarchie von symptomkontigenten und sequentiellen

    cues (Avoidance Serial Cue Hierarchy) mglichst groe hnlichkeit mit dem erstmals angstauslsenden Reiz)

    Reizkonfrontation in sensu (massiert)

    Systematische Desensibilisierung (Wolpe 1958) Unterweisung der Patenten in einer Entspannungstechnik (PMR) Erstellen einer Angsthierarchie Einleitung der Entspannung und Konfrontation in sensu (graduiert)

    Angstbewltigungstraining (Goldfried, 1972) Erlernen der PMR Vermittlung des Rationals Provokation (leichter) Angst Aktives Bewltigen der Angst durch Entspannung

  • Exposition in situ/ in vivo

    Bei der graduierten und massierten Exposition in vivo wird weder mit Entspannungstechniken gearbeitet, noch erfolgt die Konfrontation in dosierter Form (besonders bei der massierten Reizkonfrontation). Bei diesen Verfahren werden Beruhigung, Entspannung oder andere Bewltigungsversuche der Patienten whrend der bungen unterbunden.

  • Exposition in situ/in vivo

    Graduiertes Vorgehen Es wird in der ersten Expositionsbung mit einer Situation

    begonnen, die mit Sicherheit das Problemverhalten hervorruft Die Situation wird in Begleitung des Therapeuten schrittweise

    aufgesucht. Die Situation wurde vorher in einzelne Sequenzen zerlegt. Die Sequenzen sollen einfach strukturiert sein und keine zu groe Angststeigerung erzeugen.

    Abbruchkriterium: Bewltigung der sehr stark angstauslsenden Situation, nicht eine best. Zeiteinheit Sitzung kann mehrere Stunden dauern

  • Exposition in situ/in vivo

    Massiertes Vorgehen -Reizberflutung Im Unterschied zum graduierten Vorgehen findet keine

    stufenweise in Sequenzen eingeteilte Annherung an das Ziel statt. Die Angstreaktion soll in voller Strke erlebt werden.

    Unterschied: Massiert vs zeitlich verteilt

  • Durchfhrung in vivo Reizkonfrontation

    Konfrontation mit den angstauslsenden Stimuli Es geht nicht darum, Situationen zu ben - sondern zu erleben, wie

    Angst in Situationen auftritt und auch wieder nachlt

    Die bung sollte vor einem Angstabfall nicht verlassen werden Therapeut versucht kognitive Vermeidungsstrategien zu

    verhindern. Einschtzen der augenblicklichen Angst auf einer Skala, durch

    die Patienten Erfragen der Gedanken, Emotionen, physiologischen

    Vernderungen durch den Therapeuten

  • Menschen die auf gleiche Stimuli mit Angst reagieren, frchten verschiedene Konsequenzen!

  • Interozeptive Exposition

    Patienten lernen, dass krperliche Empfindungen nicht gefhrlich sind Empfindungen nicht ewig andauern

    Primre Interozeptive Exposition Die Symptome werden mit bungen erzeugt

    Z.B. auf der Stelle laufen, Hyperventilieren Unterschied zum Verhaltensexperiment: Instruktion und Absicht

    Sekundre Interozeptive Exposition Es werden blicherweise vermiedene Aktivitten aufgesucht

    (z.B. Scharfe Speisen essen, Sport treiben, Sprudelwasser trinken) Unterschied zur Exposition in vivo: Instruktion und Absicht

  • Imaginative Exposition

    Primre imaginative Exposition Direkte Konfrontation mit Gedanken, Erinnerungen, Zweifeln

    Z.B. genaues Nacherzhlen von Geschichten unakzeptablen sexuellen Inhalts, Beschreibung von schrecklichen Unfllen, wiederholen eines vermiedenen Satzes

    Sekundre imaginative Exposition Verbalisieren von Zweifel, Vorstellungen, Bildern oder Ideen whrend einer in

    vivo Exposition Z.B. ich habe das Geld jetzt ausgegeben, es stand Honnecker Nazi

    darauf, sie werden kommen und mich holen, sie werden mich verurteilen und ich werde leiden, ich weiss nicht mal wann

    Vorbereitende imaginative Exposition Soll eingesetzt werden, wenn Patienten nicht in der Lage sind die in vivo bung

    anzugehen Z.B: die Vorstellung sich zu bergeben, bei Spez.Phobie

  • Auswertung bung

    Was haben Sie gedacht und gefhlt? Wer hat den Satz so aufgeschrieben, wie er vorgegeben war? Wer hat einen anderen oder keinen Namen eingesetzt? Wer hat in Gedanken neutralisiert (z.B. das will ich nicht?)

  • bung - Schlussfolgerungen

    Denken und Fhlen sind nicht unbedingt kongruent =>