Medien¼bergreifendes Erz¤hlen, dargestellt am Beispiel der TV-Serie "Heroes"...

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Bachelorarbeit im Fach Komparatistik an der Ruhr-Universität Bochum

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Medienbergreifendes Erzhlen, dargestellt am Beispiel der TV-Serie

Schriftliche Hausarbeit fr die Bachelorprfung der Fakultt fr Philologie an der Ruhr-Universit Bochum (Gemeinsame Prfungsordnung fr das Bachelor/Master-Studium im Rahmen des 2-Fach-Modells an der RUB vom 7.1.2002) vorgelegt von

Hahn, Benjamin

29. Juli 2010

Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans Dr. Peter Goens

Einleitung

InhaltEinleitung ............................................................................................................................... 2 Am Anfang ..................................................................................................................... 2 war das Beispiel.............................................................................................................. 4 Die Definition des transmedialen Erzhlens, oder: Ein Problem. .......................................... 6 Formen des transmedialen Erzhlens ..................................................................................... 8 Freiwilliges transmediales Erzhlen................................................................................. 11 Erzwungenes transmediales Erzhlen .............................................................................. 13 Das Matrjoschka-Prinzip .................................................................................................. 15 Wie funktioniert transmediales Erzhlen bei Heroes? ......................................................... 17 Die Serie ........................................................................................................................... 18 Die Comics ....................................................................................................................... 18 MySpace ........................................................................................................................... 20 Heroes 360/Heroes Evolutions ......................................................................................... 22 Chancen der Transmedialitt ................................................................................................ 27 Serielle Erzhlungen......................................................................................................... 27 Episodische Erzhlungen ................................................................................................. 29 Risiken der transmedialen Erzhlung ................................................................................... 31 Fazit ...................................................................................................................................... 34 Anhang ................................................................................................................................. 35 Exkurs............................................................................................................................... 35 Versuch einer schematischen Darstellung der Struktur des transmedialen Erzhlens innerhalb Heroes Season One: ......................................................................................... 37 Exemplarisches Beispiel Beziehung TV-Serie Comic ................................................ 38

Quellenverzeichnis: .......................................................................................................... 42 Literatur:....................................................................................................................... 42 DVD: ............................................................................................................................ 42 Allgemeine Internetseiten: ........................................................................................... 42 Blogs ............................................................................................................................ 43 Wikipedia ..................................................................................................................... 43 Podcast ......................................................................................................................... 43 Bildmaterial .................................................................................................................. 43 Erklrung ber die Selbststndigkeit ................................................................................ 44

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Einleitung

EinleitungAm AnfangTransmediales Erzhlen. Kaum ein anderes erzhlerisches Konzept fasziniert derzeit Wissenschaftler und Autoren, Zuschauer und Studiobosse gleichermaen so wie das medienbergreifende Erzhlen. Trotzdem scheint das Thema vor allem in Deutschland noch ein Nischendasein zu fristen: Die Zahl an wissenschaftlichen Publikationen ist (noch) berschaubar1 und die durch die Finanzkrise geschwchten Film- und Fernsehstudios scheinen momentan eher auf traditionellere Konzepte zu setzen.2 Dabei hat die digitale Revolution Mglichkeiten des Erzhlens erffnet, die selbst fr Jules Verne zu futuristisch gewesen sein drften: Ob man nun mit dem Fernsehgert mal eben im Internet nach dem Lied sucht, das gerade im Spielfilm zu hren ist, oder ob man drauen im Park auf dem iPad ein Buch liest und dabei die vom Autor empfohlene Musik via W-LAN direkt von dessen Homepage streamt dank moderner Technik knnen wir verschiedenste Medien kombinieren und sie dadurch auf vllig neue Weise erfahren. Kein Wunder also, dass nach und nach immer mehr unabhngige Autoren wie Anthony E. Zuiker, Schpfer der Krimiserie CSI, genau diese Mglichkeiten fr sich entdecken und Erzhlungen schaffen, die sich der Vorzge verschiedenster Medien bedienen.3 Transmediales Erzhlen nennt sich diese neue Form und die Beispiele dafr reichen von hochgradig komplexen, in vielen verschiedenen Medien verarbeiteten Narrationen wie Matrix4 bis hin zu eher einfachen und nur auf zwei Ebenen existenten Erzhlungen wie die TV-Serie Buffy The Vampire Slayer, deren achte Staffel als Comic erschien. Neben solchen noch recht naheliegenden Formen des transmedialen Erzhlens, gibt es aber auch besonders auergewhnliche Beispiele. Als ein solches sei hier die FilmreiheWirklich grundlegende Auseinandersetzungen zu dieser Thematik finden sich derzeit nur in den Werken von Christy Dena, Henry Jenkins, Geoffrey Long und (in Anstzen) Mimi Ito. Zahlreiche weitere Essays zu dem Thema offenbaren, dass das Interesse derzeit mehrheitlich an einer Beschreibung, denn an einer genauen Analyse und Theoretisierung dieses Phnomens besteht. 2 Selbst ein immens erfolgreiches Franchise wie Harry Potter verfolgt momentan lediglich multimediale Merchandise-Strategien, aber keine transmedialen. Selbst die nach den ersten Verfilmungen und Videospielen verffentlichten Fortsetzungen der Romanreihe erhalten weitere Ergnzungen lediglich im selben Medium (siehe z.B. The Tales of Beedle the Bard). 3 Zuikers im September 2009 erschienener Kriminalroman Level 26 enthlt Verweise auf eine Internetseite, ber die die Leser weitere Informationen erhalten knnen. 4 Neben den drei Kinofilmen fhren Webcomics, animierte Kurzfilme, ein Computerspiel und ein OnlineRollenspiel die Erzhlung aus The Matrix fort. Die von den Wachowski-Geschwistern (damals noch bekannt als die Wachowski-Brder) entwickelte Dystopie um den finalen Kampf zwischen Mensch und knstlicher Intelligenz gilt auf Grund ihrer Verbreitung auf derart vielen Medien als Paradebeispiel fr transmediales Erzhlen.1

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Einleitung Pirates of the Carribean genannt, die auf einer Wasserfahrt in den Disneylands basiert und die dort erzhlte Geschichte in Grundzgen adaptiert, aber auch fortfhrt. Den genau entgegengesetzten Weg beschritt man indes in den Universal Studios, wo basierend auf den Mummy-Filmen eine Achterbahn gebaut wurde, deren Handlung5 zwischen den ersten beiden Teilen der Filmreihe liegt.6 Und geht es schlielich nach Henry Jenkins, einem der Begrnder der Theorie des transmedialen Erzhlens, dann sind sogar Kinder, die mit ihren Actionfiguren Szenen aus Filmen nachspielen und erweitern, Autoren transmedialer Erzhlungen.7 So schreibt er in einem Aufsatz in seinem Blog:Where does this leave the Star Wars action figures? Well, they represent resources where players can expand their understanding of the fictional world through their play. Minimally, they enhance transmedia play, but in so far as coherent stories emerge through this play, they may also contribute to the expansion of the transmedia story.8

Wie dieses Zitat deutlich macht, ist transmediales Erzhlen ein sehr umfassendes Phnomen, das bisher nur in Grundzgen theoretisiert wurde. Um eine umfassende Theorie des transmedialen Erzhlens zu erarbeiten, ist eine interdisziplinre Herangehensweise geboten. Hierbei eignet sich besonders die Komparatistik in ihrer Funktion als eine vergleichende Instanz als Ausgangspunkt zu einer Theoretisierung dieses neuen Phnomens, verfgt sie doch ber die Fhigkeit, nicht nur Narrative innerhalb der Literaturen verschiedenster Kulturen und Epochen zu untersuchen, sondern sich auch mit interbzw. transmedialen Phnomenen auseinanderzusetzen. Durch die Beschftigung mit anderen Medien kann sie neue oder andersartige, sich aber dennoch auf die Literatur beziehende Narrationen entdecken, erzhltheoretisch fassen und so in die Paradigmen der Literaturtheorie einfhren. Die Komparatistik ist somit die geeignete Disziplin, um transmediales Erzhlen als Chance einer neuen, komplexen und interdisziplinren Art der Erzhlkunst begreiflich zu machen.

Vgl.: Grnwald, Peter: Interaktivitt in Erlebniswelten. Von Kontrolle und Kontrollverlust. Der Wartebereich der Attraktion erzhlt davon, dass am Drehort der Filme Ausgrabungen stattfanden, bei denen ein Schauspieler verschwunden sei. Dieses Verschwinden wird mit dem Fluch der Mumie in Verbindung gebracht. Im Verlauf der multimedialen Fahrt sieht man sich Fahrgast mit der Mumie konfrontiert und muss ih