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Medizin Ideologieund

Informationsblatt der Europischen rzteaktion

27. Jahrgang 1/2005 Einzelpreis 4,- B13915

051/

Medizin und Ideologie2 1/05

1/2005WIR

Jeder Beitrag zhlt

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Deutschland:Sparkasse UlmKonto-Nr. 123509, BLZ 63050000sterreich:RAIKA Ramingstein - ThomatalKonto-Nr. 00 014 555, BLZ 35 050

Selbstverstndlich ist Ihre Spende auch weiterhinsteuerlich abzugsfhig. Um unntige Kosten zuersparen, besteht fr die sterreichischenMitglieder seit kurzem auch die oben angegebeneBankverbindung in Ramingstein.

Da unsere gemeinsame Arbeit auch weiterhin nurvon den Spenden unserer Mitglieder und Freundegetragen wird, kommen wir nicht umhin, auch frdie Zukunft um Spenden und Untersttzung zubitten. Wir wollen dies aber nicht tun, ohne gleich-zeitig fr alle bisherige Untersttzung zu danken.Besonders danken mchten wir auch jenen, dieuns ihre tiefe Verbundenheit und ihren Beistanddurch testamentarische Verfgung ber ihreneigenen Tod hinaus versichert haben. Wir werdenihr aller Vertrauen rechtfertigen.Am einfachsten und kostengnstigsten wre es,wenn Sie uns eine Einzugsermchtigung erteilenwrden, die Sie jederzeit widerrufen knnen.

ist eine gemeinntzige Vereinigung von rztenund Nicht - rzten. Sie wurde 1975 in Ulm vonHerrn Dr. Siegfried Ernst mit der Zielsetzunggegrndet, die Achtung des menschlichen Lebensvom Beginn der Zeugung bis zu seinem natrli-chen Tod in allen medizinischen und gesellschaft-lichen Bereichen zu frdern.

Die rasant zunehmenden Mglichkeiten derMedizin lassen immer neu die Frage aufkommen,ob das medizinisch Machbare wnschenswert undletztendlich auch menschenwrdig ist. Der Menschdarf nicht Objekt von Machbarkeitsstreben sein,sondern er mu in seiner Gesamtheit, in denDimensionen von Krper, Geist und Seele verstan-den werden, wie es im christlichen Verstndnis desMenschen beispielhaft zum Ausdruck kommt.

Unsere Zeitschrift Medizin und Ideologie" bietetBeitrge von Autoren verschiedener Disziplinen zuden vielfltigen bioethischen und anthropologi-schen Fragestellungen. Denn diese betreffen nichtnur die Medizin und die rzte, sondern dieGesellschaft insgesamt. Und ihre Einschtzungund Lsung braucht sowohl fachliches Wissen wie

eine stimmige geistige Orientierung.

Dabei gibt der Name Medizin und Ideologie"immer mal wieder Anla zur Nachfrage, dennhufig versteht man unter Ideologie" eine eherwillkrliche, sachlich nur teilweise begrndete undverzerrte Wahrnehmung und Interpretation derRealitt. Doch der Begriff Ideologie" bedeutetwrtlich die Lehre von den Ideen" und dieAusformung einer konkreten weltanschaulichenPerspektive im Sinne eines schlssigenIdeensystems. Und so dient diese Zeitschrift demAnliegen, die medizinisch-ethischen Grenzfragenim Kontext der sie beeinflussenden weltanschauli-chen Ideen darzustellen und zu verstehen.

Vereinsvorstand der Europischen rzteaktion:Dr. med Bernhard Gappmaier

Dr. med Birgitta StbbenDr. med Alfred HusslerProf. Dr. Hans Schieser

Die Europische rzteaktion ist als gemeinntziganerkannt. Sie ist Mitglied der World Federation ofDoctors who Respect Human Life.

Die Europische rzteaktion

3Medizin und Ideologie 1/05

1/2005 THEMEN

Serie: Ist die christliche Kultur Europas 4noch zu retten? (1.Teil)von Dr. Alfred Huler

Forschung: Der Wert des Lebens - 9Hirntod und Organtransplantationvon Prof. Dr. Wolfgang Waldstein

Kongress: Das Ja zum Leben 16beginnt in der Familievon Dr. Bernhard Gappmaier

Aktuell: Salzburg, du Stadt auf dem Berg. 20Zum aktuellen Abtreibungskampf in Salzburgvon Manfred M. Mller

Abtreibungen in den Salzburger 21Landeskliniken aus rechtlicher Sicht.von Prof. Dr. Wolfgang Waldstein

Rezension: Neue Bcher von Gabriele Kuby 30und Stephan Baier

Portrait: Die hl. rztin G. B. Molla 32

Impressum

Herausgeber, Redaktion und Vertrieb:

EUROPISCHE RZTEAKTION in den deutschsprachigen

Lndern e.V. / Postfach 200 5010 A-5010 Salzburg

Telefon: +43(0)650 - 22 80 002

E-Mail: aerzteaktion@aol.com

Internet: www.aerzteaktion.de

Verantwortlich fr den Inhalt: Dr. Bernhard Gappmaier

Redaktion: Dr. med. Alfred Hussler; Mag. Manfred M. Mller;

Dr. Eva Salm

Gestaltung: Manfred M. Mller. Satz: Jakob Sproski

Druck: Salzburger Druckerei. 5020 Salzburg

Telefon: +43(0)662 - 87 35 07

Medizin und Ideologie erscheint viermal pro Jahr

Einzelausgabe: 4 Euro / Jahresabo: 16 Euro.

Auf Wunsch senden wir 2 Ausgaben als Probenummern zu.

Hinweise fr Autoren

Die Zusendung von Artikeln, Kommentaren, Kurzinfos etc. zu bio-ethischen und anthropologischen Fragestellungen aus denBereichen der Medizin, Rechtswissenschaften, Theologie,Philosophie, Pdagogik und anderen ist erwnscht; gleichfallsHinweise zu einzelnen Fragestellungen und Publikationen, die frdie Zeitung geeignet erscheinen. Der Umfang der Artikelbeitrgesollte in der Regel 2-6 Seiten betragen (Seite zu 5.500 Buchstabenmit Leerzeichen). Ausnahmen sind in Einzelfllen mglich, gege-benenfalls ist eine Darstellung in Folgeform anzustreben. LngereBeitrge sollten einleitend mit einer kurzen Zusammenfassungversehen werden, Artikel, Kommentare und Rezensionen eventu-ell mit einer kurzen biographischen Notiz. Die Beitrge sind ingedruckter Form und als Datei eines Standardprogrammes (z.B. Word) zu bersenden, nach telefonischer Absprache ist auchdie bersendung als e-mail mglich.

Medizin und Ideologie ist urheberrechtlich geschtzt.

Namentlich gezeichnete Beitrge geben nicht unbedingt die

Ansicht des Herausgebers wieder.

Die Europische rzteaktion wnscht allen Freunden, Frderern und Abonnentenein gesegnetes Neues Jahr 2005.

ein guoein guot selt selig jorig jor

Bild: Christuskind und Kreuz. Holzschnitt um 1490.

Schon im Jahre 1923 grndete der ungarischeKommunist Georg Lukcs mit Mitgliedern derDeutschen Kommunistischen Partei in Frankfurtam Main das Institut fr Marxismusforschung,welches spter als Frankfurter Schule bekanntwurde. Der Zeitpunkt fr diese Grndung war sehrgeschickt gewhlt. Denn das Jahr 1923 war einesvon den vielen dramatischen Jahren der deut-schen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Das Jahr 1923 war nmlich in Deutschland dasJahr der Geldentwertung und der Inflation. WeiteTeile der deutschen brgerlichen Gesellschaft wur-den mittellos und verarmten. Sie verloren Habund Gut. Bis schlielich am 15. November 1923die Einfhrung der neuen Rentenmark die deut-sche Wirtschaft wieder einigermaen stabilisierte.Doch kurz zuvor versuchte ein bis dahin unbe-kannter und keiner Arbeit nachgehender AdolfHitler am 8./9. November 1923 in Mnchen durcheinen Putschversuch die Macht an sich zu reien.Wre besagter Hitler bei diesem Putschversuchums Leben gekommen, es wre Deutschland undder Welt viel Unheil erspart geblieben! Doch demwar nicht so!

Wir knnen also feststellen: Das Jahr 1923 war einhistorisch bedeutendes Jahr! Nicht nur weil es dasJahr der Geldentwertung und der Inflation war.Denn es war vor allem das Geburtsjahr zweiergeschichtlich so wirkungsmchtiger und verhng-nisvoller sozial-politischer Neugrndungen: Derlinksradikalen Frankfurter Schule und des rechts-extremen Nationalsozialismus.

Georg Lukcs wurde am 13.4.1885 in Budapestgeboren. Er starb auch dort am 4.6.1971. Whrendder ungarischen Rterepublik im Jahre 1919 warLukcs Volkskommissar fr das Unterrichtswesen.

Danach war er bis zu seiner bersiedlung nachFrankfurt in Ungarn Philosophieprofessor undLiteraturhistoriker. Von Lukcs stammt das BuchGeschichte und Klassenbewutsein, welches1923 auch in deutscher Sprache erschienen ist. Inden Jahren 1933 bis 1938 und dann 1942 bis 1945war Lukcs auch Mitarbeiter am philosophischenInstitut in Moskau. Seine Biographie kann daherals eine klassische Biographie kommunistisch-sozialistischer Prgung gelten!

So war es kein Wunder, dass das FrankfurterInstitut fr Marxismusforschung von Anfang andem Moskauer Marx-Engels-Institut nachgebil-det war. Doch schon bald nach der Grndung desInstitutes fr Marxismusforschung in Frankfurtkamen Lukcs und seine Mitarbeiter zu der ber-zeugung, dass der Name des Institutes fr viele zuherausfordernd sein knnte. Man frchteteWiderstand gegen diese Institutsgrndung.Deshalb nannte man das Institut zunchst einfachInstitut fr Sozialforschung. Aber kurze Zeitdanach wurde das Institut nur noch unter demNamen Frankfurter Schule bekannt. Als solcheserlangte das Institut allerdings in Westeuropa undvor allem in den Vereinigten Staaten vonNordamerika insbesondere whrend des Vietnam-Krieges einen hohen Bekanntheitsgrad.

Am 24.1.1931 besetzte schlielich MaxHorkheimer den Lehrstuhl fr Sozialphilosophiean der Universitt Frankfurt am Main und ber-nahm gleichzeitig auch die Leitung des Institutesfr Sozialforschung, eben die Frankfurter Schule.Die Frankfurter Schule war von Anfang an abereine Stiftung und keine Einrichtung derUniversitt Frankfurt. Doch es war blich gewor-den, dass der Lehrstuhlinhaber frSozialphilosophie an der Universitt Frankfurt

Medizin und Ideologie4 1/05

1/2005SERIE

Ist die christliche Kultur Europas noch zu retten?

Der Niedergang der christlichen Kultur, seine Ursachen, seine Folgenund seine berwindung

von Dr. Alfred Huler

auch Direktor der Frankfurter Schule wurde.

Max Horkheimer wurde am 14.2.1895 in Stuttgartgeboren. Er starb am 7.7.1973. Horkheimer kanndurchaus als ein Dissident der reinen Lehre desMarxismus bezeichnet werden. Denn man kannihn nicht fr einen ganz in der Wolle eingefrb-ten Kommunisten halten, wie dies fr GeorgLukcs gelten drfte. Dafr war Horkheimer vielzu ambivalent! Er vermochte es durchaus, aucheine von der reinen Marxismus-Lehre abweichen-de Meinung zu vertreten.

Max Horkheimer war