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  • Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind whrend Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr

    Mother Hood e.V. Brahmsstr. 12a 53121 Bonn

    info@mother-hood.de www.mother-hood.de

    Geschftsfhrender Vorstand:Katharina Desery Franziska Kliemt Myriam Maldacker

    Registergericht: Amtsgericht BonnRegister-Nr.: VR 9958

    GLS Gemeinschaftsbank eG IBAN: DE15 4306 0967 4093 8386 00 BIC: GENODEDM1GLS

    #sichereGeburt fr Eltern

    Positionspapier der Elterninitiative Mother Hood e. V. zur geburtshilflichen Versorgung in Berlin

    Als Eltern verfolgen wir mit groer Sorge die Entwicklungen in der geburtshilflichen Versorgung der Stadt Berlin. Wir begren die Bereitschaft des Senates, sich des Themas mit einem Runden Tisch anzunehmen und bitten dies auch mit den Betroffenen selbst, den Eltern, zu tun.

    Laut Grundgesetz sind Gesundheitswesen und Bildung Lndersache. 1Daher fordern wir die Stadt Berlin auf, entsprechende Manahmen zur Sicherung der geburtshilflichen Versorgung zu ergreifen. Insbesondere sehen wir Handlungsbedarf in folgenden Bereichen:

    1. Datenerhebung & Monitoring zur Versorgungslage der Eltern Um sicherzustellen, dass die Versorgung der Eltern whrend Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett durch Hebammen gewhrleistet werden kann, ist eine Bezifferung des Angebots und des Bedarfs erforderlich. Dazu erstellt das Land Berlin eine Versorgungsstrukturanalyse der Angebote an und Bedarfe der Eltern.

    2. Transparenz geburtshilflicher Daten Fr eine informierte Entscheidung zur Auswahl des Geburtsortes und der fachlichen Begleitung brauchen Eltern zugngliche und verstndliche Informationen.

    www.wegweiser.bzga.de/bot_wwbereiche_sid- 5.html1

    Berlin, 13.11.2017

  • Das Land Berlin verffentlicht dazu jhrlich einen Klinikbericht ber smtliche Geburtskliniken in der Stadt. Dieser enthlt Informationen zum genauen Standort der Klinik, Geburtenzahl, Versorgungsstufe, Personalschlssel, Sectioraten (primr und sekundr und Anteil der Sectioraten bei risikoarmen Geburten) sowie die Raten vaginal-operativer Geburten (Zange/Saugglocke), Episiotomieraten (Dammschnitte) und medikamentse Einleitungen.

    Diese Informationen werden als Handreichung zur Verfgung gestellt.

    3. Geburtshilfestrkungsgesetz zur Sicherung und Verbesserung der Versorgung Ein guter Start ins Leben ist prgend fr die sptere krperliche und emotionale Gesundheit und bedarf dieser Priorisierung auch in der Gesellschaft. Das Land Berlin hlt die Ziele und Grundstze dazu bspw. mit einem eigenen Geburtshilfestrkungsgesetz fest.

    In diesem sind u.a. folgenden Punkte enthalten:

    3.1 Kontinuierliche 1:1-Betreuung aller Geburten

    Das Land setzt sich fr eine Verbesserung und Neuberechnung des bentigten Personals in der Geburtshilfe ein. Der Personalschlssel wird den heutigen Aufgaben und Anforderungen angepasst. Ziel ist eine kontinuierliche 1:1-Betreuung aller Geburten auch auerhalb der Austreibungsphase. Dies spiegelt auch den derzeitigen Stand der Wissenschaft wider. 2

    Die Cochrane-Analyse von 2013 belegt deutlich weniger Periduralansthesien, weniger Dammschnitte, weniger operative Geburten, weniger Frhgeburten und eine hhere Wahrscheinlichkeit einer vaginalen Geburt, wenn eine kontinuierliche 1:1-Betreuung durch eine vertraute Bezugshebamme erfolgt. , 3 4

    Laut einer aktuellen bundesweiten Umfrage betreuen 95% der Hebammen in den Kliniken hufig mindestens zwei Gebrende gleichzeitig; 46% der

    Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages zum Sachstand: 2www.bundestag.de/blob/498952/e6d987867d45ea04396edc12a38aa6d3/wd-9-079-16-pdf-data.pdf

    Cochrane-Review 2013 Hebammengeleitete Kontinuittsmodelle im Vergleich zu 3anderen Versorgungsmodellen fr Frauen whrend der Schwangerschaft, www.cochrane.org/de/CD004667/hebammengeleitete-kontinuitatsmodelle-im-vergleich-zu-anderen-versorgungsmodellen-fur-frauen-wahrend McGrath, Susan K. und Kennel, John H. A randomized controlled trial of continuous 4

    labour support for middle-class couples: effect of cesarean delivery rates. Birth, 35(2):92-97, 2008

    2

    http://www.cochrane.org/de/CD004667/hebammengeleitete-kontinuitatsmodelle-im-vergleich-zu-anderen-versorgungsmodellen-fur-frauen-wahrendhttps://www.bundestag.de/blob/498952/e6d987867d45ea04396edc12a38aa6d3/wd-9-079-16-pdf-data.pdf
  • Hebammen mssen sich hufig um mindestens drei Frauen gleichzeitig kmmern. 5

    Eine ausreichende Betreuung ist so nicht gewhrleistet. Dies gefhrdet die Sicherheit von Mutter und Kind. Darauf wies bereits auch der Berufsverband der Frauenrzte insbesondere fr Berlin hin. 6

    3.2 Erhalt der aufsuchenden huslichen Versorgung der Familien durch Hebammen

    Viele Familien finden keine Hebamme, selbst wenn sie sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft um eine Wochenbettbetreuung bemhen und Dutzende von Hebammen kontaktieren. So mssen junge Familien Kinderrzte oder Notaufnahmen der Kliniken aufsuchen, um Hilfe und Antwort auf ihre Fragen zu bekommen. Dort besteht die Gefahr, dass sich die Neugeborenen mit weit gefhrlicheren Keimen infizieren. Zudem sind die Anlaufstellen oft berlastet.

    Die aufsuchende husliche Versorgung durch Hebammen ist eine unverzichtbare prventive Untersttzung junger Familien. Das Land untersttzt den Erhalt dieses Angebotes politisch und ggf. durch geeignete regionale Manahmen. Eine ausreichende Finanzierung muss sichergestellt werden.

    3.3 Netzwerk Geburtshilfe mit Elternbeteiligung

    Es wird ein Netzwerk Geburtshilfe eingerichtet, in dessen Rahmen vielfltige Manahmen zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Schwangeren- und geburtshilfichen Versorgung beschlossen werden. Zu den Zielen gehren u.a. die WHO-geforderten Manahmen zur Vermeidung und Beseitigung von Geringschtzung und Misshandlung bei Geburten in geburtshilflichen Einrichtungen. 7

    Durch die Netzwerkarbeit sollen alle Akteure der Geburtshilfe zu starken Partnern der Geburtshilfe, Schwangeren- und Wochenbettversorgung werden.

    Elternvertreter*innen erhalten hier ein Mandat und Mitspracherecht.

    3.4 Erhalt und Ausbau der freien Wahl des Geburtsortes und der Geburtsbegleitung

    Umfrage des DHV: www.hebammenverband.de/fileadmin/download/PDF/5DHV_Hebammenbefragung_Nov_2015_final.pdf

    www.aerzteblatt.de/nachrichten/79361/Frauen-und-Kinderaerzte-warnen-vor-6Hebammenmangel http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/134588/22/WHO_RHR_14.23_ger.pdf?ua=17

    3

    https://www.hebammenverband.de/fileadmin/download/PDF/DHV_Hebammenbefragung_Nov_2015_final.pdfhttp://www.aerzteblatt.de/nachrichten/79361/Frauen-und-Kinderaerzte-warnen-vor-Hebammenmangelhttp://apps.who.int/iris/bitstream/10665/134588/22/WHO_RHR_14.23_ger.pdf?ua=1
  • Eltern haben laut SGB V mit dem 24 f Satz 1 & 2 das Recht auf die freie Wahl des Geburtsortes.

    Die freie Wahl betrifft nicht nur die Entscheidung zwischen einer klinischen oder auerklinischen Geburt. Darber hinaus sollte die Frau auch das Recht haben, die Art der Klinik selbst bestimmen zu knnen. Hier muss die Wahl zwischen einem hochtechnisierten Krankenhaus und einer minimalinvasiven Geburtshilfe mglich sein.

    Nicht mehr gewhrleistet ist die freie Wahl auch, wenn Frauen unter der Geburt von ihrem ausgewhlten Krankenhaus, in dem sie in der Regel auch schon angemeldet sind, abgewiesen werden.

    Bereits an 32 Tagen mussten bereits in einer der Berliner Geburtskliniken Kreisle fr Schwangere geschlossen werden, weil Rume oder Personal fehlte. . Solche Situationen stellen einen enormen Stressfaktor unter der 8Geburt dar. Dies wirkt sich negativ auf Mutter und Kind sowie den Geburtsverlauf aus.

    Die Stadt Berlin stellt sicher, dass Frauen die freie Wahl gewhrleistet werden kann.

    3.5 Sicherung der Qualitt der Betreuung von Geburten unabhngig vom elterlichen Einkommen.

    Geburten mit garantierter kontinuierlicher 1:1-Betreuung durch eine vertraute Bezugshebamme in der Klinik (Beleghebamme), im Geburtshaus oder Zuhause werden ausschlielich von freiberuflichen Hebammen begleitet. Eltern mssen sich darum frhzeitig und in Eigeninitiative kmmern. Es fallen dabei hohe Pauschalen fr die Rufbereitschaft an, die von den Krankenkassen nicht vollstndig erstattet werden.

    Somit haben nur Eltern mit ausreichenden finanziellen Mitteln die Mglichkeit einer Geburt mit garantierter 1:1-Betreuung. Nur diese Eltern haben tatschlich eine freie Wahl des Geburtsortes im Rahmen des bestehenden knappen Angebots.

    Dieser Diskriminierung tritt die Stadt Berlin entschieden entgegen. Bis auf Bundesebene eine tragbare Lsung gefunden ist, fordern wir Sie daher auf, auf kommunaler Ebene geeignete Untersttzung fr Hebammen und Eltern zur Verfgung zu stellen, wie dies in anderen Stdten und Landkreisen bereits geschieht. 9

    Berliner Zeitung, www.berliner-zeitung.de/28776594, 20178

    www.mother-hood.de/fileadmin/user_upload/Medien/9MH_Kommunale_Unterstuetzung_hochaufloesend.pdf

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    https://www.berliner-zeitung.de/28776594http://www.mother-hood.de/fileadmin/user_upload/Medien/MH_Kommunale_Unterstuetzung_hochaufloesend.pdf
  • 3.6 Aufklrung ber natrliche Schwangerschaft, Geburt und Stillen an Schulen

    Im Rahmen des Sexualkundeunterrichtes werden den Schlerinnen und Schlern die Themen Natrliche Geburt, Schwangerschaft und Stillen nher gebracht.

    Durch die vernderte Lebensweise in Kleinfamilien haben nur wenige Kinder die Gelegenheit, die Geburt und Stillzeit eines Geschwisterchens oder nahen Familienmitgliedes bewusst zu erleben. Informationen ber diese Zeit werden vermehrt ber das Fernsehen und andere Medien aufgenommen. Diese vermitteln ein verzerrtes Bild. Ein frher Kontakt mit einer Hebamme in der Grundschule und auch in weiterfhrenden Schulen kann diesen Mangel an Erleben zwar nicht auffangen, jedoch knnen Angste minimiert und falsche Vorstellungen ber