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Alex 03/12 www.alex-magazin.de Mapping-Techniken, vor allem die Mind-Map- ping ® -Methode, sind schon nach einer kurzen Übungsphase dazu geeignet, Inhalte zu ordnen bzw. zu strukturieren – unabhängig vom The- ma oder Schwierigkeitsgrad. Der Kommunika- tionsexperte Thorsten H. Bradt über die Idee und Umsetzung von Mind Mapping ® . Genutzt wird bei Mapping-Techniken die Fähigkeit des menschlichen Gedächtnisses zur freien Assozia- tion. Wer etwa Mind Maps ® erstellt, arbeitet also gehirngerecht und damit schneller, sinnvoller und schließlich erfolgreicher als klassisch linear denken- de Mitbewerber. Grundprinzip von Mind Mapping ® ist die Visualisierung über ein bestimmtes Muster. Dieses Prinzip muss zunächst verstanden und in der Folge häufiger praktische Anwendung finden, um künftig effektiv eingesetzt werden zu können. Pro- fessionelles Mapping ist weit mehr als eine »kreative Spielerei«. Sinnvoll eingesetzt kann es ganz entschei- dend dazu beitragen, beispielsweise klassische Ver- waltungsabläufe oder auch Innovationsprozesse im- mens zu forcieren. Ganz abgesehen davon, dass die in Unternehmen, Behörden etc. immer bedeutender werdenden Präsentationen inhaltlich besonders zu- verlässig ausgearbeitet werden können, wenn ihre Basis eine computergestützt erstellte Map ist. Vom Papier bis zum Mapping-Tool Einsteiger sollten sich am Anfang der analogen Variante bedienen: mit Papier und Buntstiften. Erst danach, mit ein wenig Erfahrung also, sollten computergestützte Verfahren genutzt werden. Die führenden Programme sind mit den wichtigsten MS-Office-Applikationen kompatibel und können zudem kooperativ bzw. kollaborativ, also in Grup- penarbeit, auch zeitgleich eingesetzt werden. Fer- ner sind die marktführenden Tools mittlerweile derart ausgereift, dass sie auch und gerade zur Pro- jektplanung eingesetzt werden können. Das Spiel mit Assoziationen Professionelle Mapping-Tech- niken für den Business-Alltag Kreativität 56 Mind Map® von Thorsten H. Bradt zur Planung eines Meetings.

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Page 1: MindMap®vonThorstenH.BradtzurPlanungeinesMeetings. Das …download.mindjet.com/static/pdf/de/Alex-Magazin_teil1... · 2013. 4. 4. · Alex03/12 Mapping-Techniken, vor allem die Mind-Map-ping®-Methode,

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Mapping-Techniken, vor allem die Mind-Map-ping®-Methode, sind schon nach einer kurzen Übungsphase dazu geeignet, Inhalte zu ordnen bzw. zu strukturieren – unabhängig vom The-ma oder Schwierigkeitsgrad. Der Kommunika-tionsexperte Thorsten H. Bradt über die Idee und Umsetzung von Mind Mapping®.

Genutzt­wird­ bei­Mapping-Techniken­ die­ Fähigkeit­des­menschlichen­Gedächtnisses­zur­freien­Assozia-tion.­ Wer­ etwa­ Mind­ Maps® erstellt, arbeitet also gehirngerecht und damit schneller, sinnvoller und schließlich­erfolgreicher­als­klassisch­linear­denken-de­Mitbewerber.­Grundprinzip­von­Mind­Mapping® ist­ die­ Visualisierung­ über­ ein­ bestimmtes­Muster.­

Dieses­Prinzip­muss­zunächst­verstanden­und­in­der­Folge­ häufiger­ praktische­ Anwendung­ finden,­ um­künftig­ effektiv­ eingesetzt­werden­ zu­können.­Pro-fessionelles­Mapping­ist­weit­mehr­als­eine­»kreative­Spielerei«.­Sinnvoll­eingesetzt­kann­es­ganz­entschei-dend­dazu­beitragen,­beispielsweise­klassische­Ver-waltungsabläufe­oder­auch­Innovationsprozesse­im-mens­zu­forcieren.­Ganz­abgesehen­davon,­dass­die­in­Unternehmen,­Behörden­etc.­immer­bedeutender­werdenden­Präsentationen­inhaltlich­besonders­zu-verlässig­ ausgearbeitet­werden­ können,­wenn­ ihre­Basis­eine­computergestützt­erstellte­Map­ist.­

Vom Papier bis zum Mapping-ToolEinsteiger­ sollten­ sich­ am­ Anfang­ der­ analogen­­Variante­ bedienen:­ mit­ Papier­ und­ Buntstiften.­Erst­danach,­mit­ein­wenig­Erfahrung­also,­sollten­computergestützte­Verfahren­genutzt­werden.­Die­führenden­ Programme­ sind­ mit­ den­ wichtigsten­MS-Office-Applikationen­ kompatibel­ und­ können­zudem­kooperativ­bzw.­kollaborativ,­ also­ in­Grup-penarbeit,­ auch­zeitgleich­eingesetzt­werden.­Fer-ner­ sind­ die­ marktführenden­ Tools­ mittlerweile­derart­ausgereift,­dass­sie­auch­und­gerade­zur­Pro-jektplanung­eingesetzt­werden­können.­

Das Spiel mit Assoziationen Professionelle Mapping-Tech-niken für den Business-Alltag

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Mind­Map®­von­Thorsten­H.­Bradt­zur­Planung­eines­Meetings.

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Der analoge AnfangZunächst­wird­ein­Thema,­mitunter­nur­ein­Wort,­zentral angeordnet und unterstrichen oder bes-ser­noch­durch­eine­freie­Form­eingefasst­(Beispiel:­Wolke).­Von­diesem­Hauptthema­gehen­in­der­Fol-ge­sogenannte­Zweige­ab.­Bei­diesen­handelt­es­sich­allerdings nicht um gerade Linien, sondern um sol-che,­die­gebeugt­bzw.­geschwungen­sind.­Die­Beu-gung­ entspricht­ letztlich­ der­ Dynamik­ des­ Denk-prozesses.­Die­Länge­der­Linien­orientiert­sich­an­dem­Wort­ (Schlüsselbegriff),­ das­mit­ dem­Haupt-thema­assoziiert­wird.­Wobei­aber­immer­auch­ein­wenig­ Raum­ für­ ein­ Symbol­ (Bild)­ bleiben­ sollte,­das­dem­Schlüsselbegriff­hinzugefügt­wird.­

Grundsätzlich­ sollten­ die­ genannten­ Zweige­ so-wie­ ihre­Beschriftungen­ farbig­sein.­Die­ersten­von­einem­zentralen­Thema­abgehenden­Zweige­sollten­zudem­ nur­ mit­ Großbuchstaben­ beschrieben­ wer-den.

Geistige LandkartenDie­entstandene­Geometrie­macht­das­­Hauptthema­zum­ sogenannten­ Knotenpunkt.­ Im­ Rahmen­ des­Mapping-Prozesses­ergeben­sich­durch­das­Assozi-ieren­ ganz­ neue­ Verknüpfungen.­ So­ ist­ die­Wahr-scheinlichkeit,­dass­unterschiedliche­Personen­iden-tische­Maps­erstellen,­grundsätzlich­äußerst­gering.­

Die­ entstandenen­ Maps­ (Mind­ Maps®)­ bilden­geistige­ Landkarten.­ Anders­ als­ konventionelle­Landkarten­können­diese­aber­stetig­erweitert­wer-den.­Eine­ganz­gelungene­Übersetzung­von­Maps­in­ein­anschauliches­Bild­ ist­etwa­dasjenige,­welches­das­Hauptthema­als­Baumstamm­sieht­und­die­zi-tierten­Zweige­als­zugehöriges­Wurzelwerk­(Zwei-ge­»unter­Tage«)­oder­eben­als­eine­Baumkrone.­

Die Idee des Mind Mapping®

Ende­ der­ 1960er­ Jahre­ entwickelte­ der­ britische­Psychologe­ Tony­ Buzan­ das­ Mind­ Mapping® als Lern-­ bzw.­ Aufzeichnungsmethode.­ Buzans­ Ziel­war­es,­das­Netzwerk­von­Gedächtnis­(Erlerntem)­und­Gedanken­(Assoziiertem)­über­entsprechende­Linienmuster­ abzubilden.­ Die­ Nutzung­ von­ Farbe­sollte­dabei­genauso­wie­das­Einbinden­grafischer­Elemente­unterschiedliche­Betonungen­von­ Inhal-ten­bewirken.­Die­Mind-Mapping®-Entwicklung­ist­ganz­ entscheidend­ von­ dem­Modell­ der­ zwei­ Ge-

hirnhälften­ beeinflusst­worden.­ Der­ linken­ Hemi-sphäre­ wird­ dabei­ die­ Steuerung­ von­ rationalen­Prozessen­zugeschrieben:­beispielsweise­der­­Logik.­Der­ rechten­ Hemisphäre­wird­ das­ eher­ »kreative­Denken«­zugeteilt,­in­ihr­werden­Bilder­verarbeitet.­Das­Mind­Mapping®­ unterstützt­ nun­ die­ Kommu-nikation­ beider­ Gehirnhälften­ auch­ dadurch,­ dass­etwa­jedem­abgehenden­Zweig­nicht­nur­ein­Wort­oder­wenige­Worte­zugeordnet­werden,­sondern­im­Idealfall­eben­auch­ein­Bild.­

Das­Mind­Mapping®­ist­die­Grundlage­aller­pro-fessionellen­ Mapping-Techniken.­ Unter­ Business­Mapping­ z. B.­ wird­ heute­ das­Mind­Mapping® am Computer­ verstanden.­Die­Möglichkeiten­der­Ent-wicklung­derartiger­Maps­ sind­enorm:­Es­können­z. B.­auch­Dokumente­wie­Tabellen­oder­Fotos­Be-standteil­sein.­

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Im­Rahmen­des­Mapping-Prozesses­ergeben­sich­durch­Assoziieren­ganz­neue­Verknüpfungen.

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