Nachhaltiges Allg¤u Nr. 3

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Miteinand fr die RegionAusgabe 3 Sept. - Nov. 2012Von den Visionen junger Allguer - Ein Tag ohne Geld Bau eines Nachhaltigen Humusklos - Ziele erreichen mit Dragon Dreaming u.v.m.

Motto: Trume verwirklichenO n l i n e a u s g a b e : 3 2 S e i t e n m i t b e r 2 0 0 a n k l i c k b a re n L i n k s

Nachhaltige Lebensorte fr Mensch und Tier schaffenPermakultur-Neuanlage bei Brigitte Steiner in Immenhofen

Nachhaltiges AllguWarum heit das Heft, in dem Sie gerade lesen Nachhaltiges Allgu? Wir htten es auch gerne Permakultur-Land Allgu genannt, was soviel wie Dauerhaftes Land Allgu heien wrde, denn darum geht es uns auch: Unser Traum ist ein Allgu, in dem den Menschen dauerhaft ein gutes Leben ermglicht ist. Mit diesem Heft, das alle 3 Monate erscheint, wollen wir einen Beitrag zur Verwirklichung dieser Vision leisten. Der Begriff der Nachhaltigkeit ist populrer als der der Permakultur, deshalb haben wir ihn gewhlt. Wie er gut definiert werden kann, erfahren Sie am Ende des Artikels. Permakultur hingegen ist noch lter als die aktuelle Debatte um Nachhaltigkeit und die Begrnder der Permakultur haben schon klare ethische Grundstze benannt, die auch fr uns als Herausgeber unsere Vorstellung vom nachhaltigen Allgu festlegen: 1. Frsorge fr die Erde (und all seine Lebewesen) Wie wir das Bodenleben, den Wald, das Wasser, etc in unserer Region erhalten und verbessern knnen, dazu finden Sie in diesem Heftchen wertvolle Infos, Links und Anregungen. 2. Frsorge fr die Menschen Stimmen die Grundlagen unserer Natur- und Kulturlandschaft, macht sich das z.B. daran bemerkbar, dass wir in groem Mae vor Starkwetterereignissen und Grundwasserbeeintrchtigungen geschtzt sind. Dass dem nicht so ist, haben die Hochwasserund Windereignisse der letzten 20 Jahre und Nitratbelastung der Gewsser gezeigt. Diese sind in hohem Mae kulturbedingt. Kulturbedingt so wie wir leben - ist auch die Abhngigkeit von Erdl und Finanzsystem, die uns in nchster Zeit mglicherweise sehr stark beschftigen werden. Nachhaltiges Allgu versucht auch hier Mglichkeiten darzustellen, die das Allgu anpassungsfhiger (resilienter) an gegebenenfalls auftretende Schwierigkeiten im kologischen, sozialen und konomischen Bereich machen kann. Eine groe Chance hierfr ist auch die ReWiG-Allgu, die im Juli gegrndet wurde und auf der Gemeinwohl-konomie basiert (s. Anzeige im Heft). 3. Begrenzung des Wachstums und Konsums, Gerechtes Teilen von berschssen Seit 1970 hat sich lt. verschiedenen Studien der Grad der Zufriedenheit der Menschen nicht erhht. Im Gegenteil: Er ist gesunken.

Zum Titelbild: Die Neuanlage von Permakultur-Systemen dient der Nachhaltigkeit, da sie einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren Lebensrume schafft, die unserer Kultur-Landschaft Stabilitt geben und z.B. fr die Befruchtung der Obstbume und anderer Pflanzen wichtig sind (Wildbienen und Bienen) Wasser muss in einem nachhaltigen und vor Hochwasser sicheren Allgu ber stabile, aber unverdichtete Bden und Mischwlder, verlngerte Wasserlufe und Wasserspeicher wie Teiche und Seen aufgefangen und gespeichert werden. Dazu muss verdichteter Boden erst einmal neu gestaltet werden. Wir freuen uns, da wir mit dem - - - - - - - - - - > "Forschungsinstitut fr Permakultur und Transition" ein VolksForschungsinstitut geschaffen haben, dass jetzt seinen Sitz bei der Naturwert-Stiftung in Unterthingau/Allgu gefunden hat. Jeder kann mitwirken, mithelfen, Fragen stellen und mitnutzen. Macht mit s. www.permakultur-forschungsinstitut.net oder kontaktiert Jochen Koller koller-wiggensbach@t-online.de oder 08377/219441 (Naturwert-Stiftung) Das Bild oben zeigt einen Teil der Mitwirkenden beim Treffen im Juni

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Wenn wir also Frsorge fr die Erde zu der wir auch gehren und Frsorge fr die Menschen ernst nehmen, knnen wir in einer Welt mit begrenzter Flche und Ressourcen auf Dauer bestenfalls qualitativ wachsen: Ein Wachstum in der Lebensqualitt ohne gleichzeitig die Erde und damit uns selbst zu zerstren, ist uns ein Anliegen. Teilen von berschssen an Zeit, Geld, Energie, Wissen ist ein Zeichen der Zeit und der Permakultur und kann uns fr qualitatives Wachstum kologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich helfen. Weg von Konfrontation und Konkurrenz, hin zu einem Miteinander und Kooperationen! Gerade die Mischung von echten Allguern mit ihrem teils noch vorhandenen alten Wissen und Spiritualitt und den Zuagroasten knnen dazu beitragen. Auch das Allgu hat die Chance wegzukommen von der Anti-Nachhaltigkeit einer Phase, die geprgt ist von knstlich aufgeblasenem und unntigen Konsum und Wachstum und damit auch geprgt von viel zu hohem Geld-, Zeit-, Energieund Flcheneinsatz. Bleiben wir dabei stehen, mssen wir es wohl auch ertragen, wenn unser Allguer Bergblick bald groflchig mit RiesenWindrdern verschandelt ist, die Vielfalt der letzten Wldchen um die Stdte fr Gewerbegebiete und Straen geopfert wird, weiterhin Forst und Boden geschdigt werden, sodass sie das Wasser nicht mehr halten. Fhrt das dazu, dass Sie mehr Zeit

fr die Dinge haben, die Ihnen wirklich wesentlich wichtig sind? Ein Geheimnis von mir, fast zum Schluss: Mehr Zeit fr die wesentlichen Dinge des Lebens werden Sie haben, wenn Sie den Fokus auf qualitatives Wachstum legen und auch danach handen. Sie werden dem knstlich aufgeblhten Konsum die Energie entziehen und sie ins eigene Leben und dessen Qualitt stecken knnen. Dann kann auch jeder mehr Teil der Lsung als Teil des Problems und selbst ein Beitrag zur Nachhaltigkeit sein. Anregungen, Infos und Vernetzungsmglichkeiten dazu bieten wir Ihnen mit unserem Nachhaltiges Allgu. Zum Schluss noch wie versprochen die bekannteste Definition von Nachhaltigkeit, die in den 90er-Jahren die BrundtlandKommission in ihrem Bericht lieferte: "Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedrfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, da knftige Generationen ihre eigenen Bedrfnisse nicht befriedigen knnen."

Wir wnschen allen Lesern ein erflltes Leben und qualitatives WachstumJochen KollerGedruckt im Mediencentrum Memmingen auf 100% Recycling-Papier FSC-zertifiziert http://mm-mediencentrum.de

Herausgeber: Forschungsinstitut fr Permakultur und Transition (FIPT) c/o Jochen Koller Hofenerstr. 5, 87527 Sonthofen, www.permakultur-forschungsinstitut.net/ Redaktion: Sebastian Mezger mezgers@gmx.de (wenn nicht anders angegeben) Anzeigen-Betreuung: Peter Scharl Kontakt: Transition.Allgaeu@gmail.com Redaktions-Treffen am Wegmannhof:

Peter Scharl,

Simonette Schlattner, Sebastian Mezger, Jochen Koller +

Raimund Koch

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InhaltsverzeichnisNachhaltiges Allgu Warum Zum Titelbild Forschungsinstitut fr Permakultur und Transition Redaktions-Team + Kontaktmails Inhaltsverzeichnis und Erscheinungstermin fr Nr. 4 Junge Bewegung Methoden fr gemeinschaftliche Projektarbeit Transition Initiativen Allgu Transition Gemeinschaftsgarten bei Immenstadt im Wandel Grasser Hof + Grne Kiste Nutztierarche Mindeltal Blumenschule Schongau Seite 2 2 2 3 4 5 6+7 8 8 9 10 11 11 12+13 14+15 16 17 18+19 Quellwasserqualitt aus dem Wasserhahn Permakultur Grundlagenkurs 28. Sept. 7. Okt. 2012 neu Fundland Immenstadt Naturwert-Akademie, praktische Lebensschule Unterthingau KLEINANZEIGEN IG FR gesunde Lebensmittel Termine bis Januar 2013 IG FR gesunde Lebensmittel Vortrag 19. Nov. Wir werden uns kologisch ernhren oder gar nicht mehr Regelmig stattfindende Termine und Veranstaltungen 19 20 20 21 21 22 23 24 24 bis 29 29 30+31 32

Zeitschrift oyaAlptanz und Humosklo in Ried Bayrische KO-Erlebnistage und Bio-Ring Allgu Beratung zum Thema Gemeinwohl konomie Die ReWiG Allgu formiert sich Regionale WirtschaftsGemeinschaft Aktionstag Schenken Ein Tag ohne Geld / Immenstadt

Veranstaltungskalender Sept. bis November 2012Adressen der Veranstaltungen RAPUNZEL Kino und Events Sept. Dez. 2012 ReWiG Herbstfest Sa. 22. Sept. am Wegmannhof in Haitzen

Natrliches Schneckenkorn

Nr. 4 Nachhaltiges Allgu kommt Anf. Dez. 2012, Anzeigenschluss: 15. Nov. 2012 Auslegestellen gesucht! Wer von den Lesern, nachhaltigen Firmen und Organisationen, Pltze mit Publikumsverkehr als Auslagestellen kennt oder selbst auslegen will, die/der ist gebeten, uns das per mail an transition.allgaeu@gmail.com mitzuteilen. Diese aktuelle Ausgabe Nr. 3 ist in einer Auflage von 5.000 Exemplaren gedruckt worden. Wenn gengend weitere Auslagestellen zusammenkommen, wird die Auflage auch erhht.-4-

Junge Bewegung Wir sind jung und brauchen die Welt*

Wir jungen Leute wachsen in genau der Welt auf, wie die Alten sie zurckgelassen haben. Fest steht, dass wir heute vor groen Herausforderungen stehen, einige davon sind schon im Leitartikel dieser Ausgabe (S.2+3) beschrieben. Diese neue Rubrik Junge Bewegung will jedoch nicht wie so oft Probleme philosophieren und sich dabei in einer Trance im Kreise drehen, Nein! Hier zeigen wir, wie junge Leute mit positiver Action, viel Freude und kreativem Engagement ganz klar Stellung beziehen es geht um eindeutige Aktionen fr ein nachhaltiges Allgu, fr eine langfristig lebenswerte Zukunft! Dafr gibt es viele Anstze. In Kempten lernte ich z. B. den Veggietreff Allgu kennen, bei dem sich junge Vegetarier vernetzen, oder auch die Initiative Machs dir selbst e.V., die in der Stadt Freirume fr neue Ideen ffnet.

Sie vernetzt Dinge, die schon da sind und nutzt sie clever: Ein Umsonstladen, ein offenes Hausprojekt oder eine Kche fr alle sind ihre momentanen Ziele. Vielerorts verschnern junge Guerilla-Grtner triste graue Stdte: Sie machen Moosgrafittis zur neuen Straenkunst und auf Grnstreifen zwischen mehrspurigen Straen pflanzen sie Kohlkpfe und Radieschen an. Gemein ist diesen Initiativen junger Menschen eine klare Botschaft: Sie fordern den Einklang mit der Natur und die Freiheit von klobigen Machtstrukturen. brigens sind dies auch Lieblingsthemen meiner Uroma, und die wird im Herbst 98 Jahre alt. Wer weitere Gruppen junger Leu