Neue Drogen – neue Süchtige – oder doch alles beim Alten? · neon – Prävention und...

of 32 /32
neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim Tel. (+49) 08031 30 42 300 www.neon-rosenheim.de Neue Drogen – neue Süchtige – oder doch alles beim Alten? Fachtagung für Bewährungs- und Straffälligenhilfe am 30./31.10 2013 in Nürnberg

Embed Size (px)

Transcript of Neue Drogen – neue Süchtige – oder doch alles beim Alten? · neon – Prävention und...

  • neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim Tel. (+49) 08031 30 42 300 www.neon-rosenheim.de

    Neue Drogen – neue Süchtige – oder doch alles beim Alten? Fachtagung für Bewährungs- und Straffälligenhilfe am 30./31.10 2013 in Nürnberg

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    - Regelmäßiger Alkoholkonsum rückläufig (von 70% im Jahr 1976 auf 34% im Jahr 2011)

    - Bei knapp der Hälfte aller Körperverletzungsdelikte war der Täter alkoholisiert

    - Alkoholvergiftungen der 12 bis 20-jährigen Steigerung um 143% von 2004 auf 2011 (Quelle: DHS 2013, BZgA 2013, PKS 2012)

    Alkohol

    Verbreitung

    riskanter Konsum Missbrauch Abhängigkeit

    ca. jeder 5. 4% (Männer: 6,8%) 2,4% (Männer: 3,4%)

    Definition Binge-Drinking*

    0,6 Liter Wein

    1,8 Liter Bier

    0,2 Liter Spirituosen

    * Wechsler u.a. (1994); u.a. Grundlage für ESPAD

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Cannabis (THC)

    - Cannabis ist die weltweit am häufigsten konsumierte illegale Droge

    - Lebenszeitprävalenz der 17- bis 25-jährigen konstant: 35,3%

    in Risikogruppen steigt regelmäßiger Konsum (männlich, 18-19 Jahre ca. 6,5%) (Quelle: Fachverband Sucht e.V. 2011; BZgA 2011)

    Verbreitung

    steigender Behandlungsbedarf (Entgiftung / akute Psychosen / Therapie)

    - Im Durchschnitt steigt der THC-Gehalt im konsumierten Cannabis nur leicht (ca. 6-10%)

    - die Illegalität sowie die Wahrscheinlichkeit einer juristischen Konsequenz hat keinen Einfluss auf die Konsumbereitschaft

    - Cannabisprodukte sind keine „Bio-Erzeugnisse“ (Streckmittel und Pestizide)

    (Quellen: Reuband: 2009, Mann (Hrsg): 2010, Drogen und Suchtbericht 2013)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Cannabis – eine Gesellschaftsdroge? Wer konsumiert wie viel?

    Quellen: Trimbos –Institut, RAND Europe, ICPR 2012

    Umfang EU-Cannabismarkt: ca. 12 Milliarden EUR

    Umsatz aus Bierverkauf in Deutschland: 7 Milliarden EUR

    Cannabis-Verbraucher

    80% der User kiffen weniger als 1x pro Monat und sind für 2% der total konsumierten Menge verantwortlich

    Ca. 5-10% der User konsumieren intensiv und sind für 70% des Marktanteils)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    „Neue“ und „alte“ harte Drogen Veränderungen des Angebots

    ATS Amphetamin-Type-Stimulants

    Opiate und synthetische Opiate

    Synthetische Cannabinoide

    Amphetamin

    Methamphetamin

    Ecstasy / MDMA

    Mephedron

    Butylon

    Dimethocaine

    Cathinone

    JWH-018/073/…

    AM-2201

    CP-47/497/…

    Heroin

    Methadon

    Fentanyle

    Prodine (MPPP)

    ???

    „etablierte“ Substanzen

    NPS (New-Psychoactive-Substances)

    Allein in der Gruppe der Phentylamine sind >750 Analoga möglich

    Kokain

    sonstige

    GHB / GBL

    LSD

    Phentylamine

    Trypatmine

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Verbreitung - Konsum von Amphetaminen, Ecstasy und Methamphetamin in Deutschland (noch) stabil (ca. 7% Lebenszeitprävalenz)

    - regelmäßig (mehr als 10 mal in den vergangenen 12 Monaten) konsumieren ca. 2,5% ATS

    „harte Drogen“ ATS (= Amphetamin-Type-Stimulants) + Kokain

    Konsumentengruppen

    - Studenten sind die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten regemäßigen Konsum

    - ca. 80% der Konsumenten sind als „Experimentierer“ (max. 10 Konsumgelegenheiten) einzustufen

    (Quelle: Fachverband Sucht e.V. 2011; Drogen und Suchtbericht 2012, UNODOC 2012, Fachzeitschrift „Sucht“ 02/2012; BZgA 2011)

    - ATS-Konsumenten stellen weltweit nach Cannabis die größte Konsumentengruppe dar (26 Mio. regular-user vs. 14 Mio. Kokain u. 16 Mio. Heroin) - Methamphetamin-Konsumenten stellen weltweit mit 18 Mio. regular-user das größte Problem dar!

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Opiate

    Verbreitung

    - Opiate stellen inzwischen ein nachrangiges Problem dar (1,4% Lebenszeitprävalenz, 0,4% aktueller Konsum) - Drogentote sind zu 96% Opiatkonsumenten (Quelle: Drogen und Suchtbericht 2012)

    Sorgenkind Fentanyl

    - bis zu 100-fach potentere Wirkung als Heroin

    - illegaler Gebrauch meist von original verpackten Pflaster

    - durch zeitverzögerte Wirkung große Gefahr der Überdosierung

    - zunehmend Konsum durch Partygänger zum „runterkommen“

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    „Neue“ Drogen Pihkal – a chemical love story (Erstauflage 1981 – Neuauflage 2012…)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    „Neue“ Drogen – neue Süchtige? Versuch einer Klassifizierung von Konsumentengruppen (T. Klee 1997) Club-drug User / Older Hippie Raver

    Speeding Drinkers Young Mums / The Prudent User Experimenters

    Freizeitkonsum Intensive

    Ausnahmezeit Früher intensiver

    Konsum

    Kombinierter Alkohol und ATS-Konsum

    Länger Durchhalten Viele Freunde haben Fußballfans

    Trotz Belastung als Mutter Spaß haben

    Konsum in bestimmten

    Situationen (Arbeit, etc.) Versuch stets Kontrolle

    zu behalten

    Männl. Adoleszente Neugierde, Spaß Konsum durch

    Freundeskreis Stop bei negativen

    Konsequenzen

    The Isolate Polydrug /

    Phasic User Criminal Users /

    Grafters Self Medications

    komorbide psych. Störungen

    Geringes

    Selbstwertgefühl Häufig schwer

    Abhängigkeit Häufig früher gut

    integriert – Paranoia

    Dauerkonsumenten Wechselnde

    Substanzen Hochphasen

    Spaß an Kleinkriminalität

    Mut-Steigerung Konsum während

    Straftaten

    Psychische und/oder seelische Erkrankung

    Depression Essstörungen

    (Appetitzügler!)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Warum Drogen nehmen? Einschätzungen von Konsumenten

    Quelle: Thoms: 2013 (Klientenbefragung Röhm Kliniken)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    „Neue“ Drogen – neue Probleme Herausforderungen für das Hilfesystem

    Drogenpsychosen

    Australien: Steigerung um 60% von 1997 auf 2004

    Bayerische BKH: 0,8% in 1998 auf 1,8% in 2000

    Beschädigte Serotonintransporter

    ATS-Konsumenten sind aggressiver

    „alte“ Psychosen leben schneller wieder auf

    ATS-Konsumenten zeichnen sich durch eine hohes Selbstbewusstsein aus

    Höherer Widerstand im Beratungsprozess

    Mehr sekundäres Risikoverhalten (Delinquenz,…)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    „Neue“ Drogen – neue Probleme Herausforderungen für das Hilfesystem

    Beratung ständig schwankende Motivationslage

    unstetiger Beratungsrhythmus kurzfristige Terminvergabe!

    häufig Doppel- oder Mehrfachdiagnosen

    Therapie Längere Entgiftungsphasen notwendig

    Mehr kognitive Störungen und Beeinträchtigungen

    Mehr Hilfebedarf bei der Selbstorganisation des Tagesablaufs

    Weniger intensives psychotherapeutisches Arbeiten möglich

    Intensive Rückfallprophylaxe notwendig

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Neue Drogen und Strafverfolgung Vertriebsweg Internet

    Nutzung über Tor-Netzwerk und Bezahlung über Bitcoin: 100% Anonym

    Geschätzter Umsatz zwischen Februar und Juli 2012: 15 Mio EUR

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Crystal Meth Fakten: Crystal wird mehr und mehr zum Problem (2010 - 2011)

    Sicherstellungen

    Erstauffällige

    Quellen: Drogen- und Suchtbericht 2012 Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2012

    Sichergestellte Menge: + 48,8%

    Fälle: + 164,3%

    Erstmals mit Crystal polizeilich auffällig:

    1693 Personen +163,7%

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Crystal Meth Fakten: Crystal wird mehr und mehr zum Problem – aber regional begrenzt!

    Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2013 Quelle: Weltdrogenbericht 2013

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Crystal Meth Fakten: die Substanz

    Wirkspektrum: aufputschend & euphorisierend

    derzeit stärkste Partydroge, bis zu 24h psychoaktiv

    Sehr hohe Neuroplastizität: schneller Umbau der Nerven

    hohe Wirkpotenz innerhalb der Synapse schnelle Gewöhnung, Dosissteigerung und Entzugssymptomatik

    Rasche Persönlichkeitsveränderung

    Sehr hohes Psychoserisiko

    1 Konsumeinheit ca. 0,1 – 0,4g (1g = 20 – 50€)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Crystal Meth Fakten: leicht Herstellung der Substanz

    Mehr als 20 Synthesewege und -varianten

    Leichter Zugang zu Grundsubstanzen

    rezeptfrei

    28x120mg (15,85 €)

    ca. 3g Methamphetamin

    Mobile Drogenküchen relativ leicht zu bedienen

    Koch-Anleitungen zahlreich im Internet

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Crystal Meth Besonderheiten der User

    Starke Wirkung

    sehr lange Wirkdauer (bis zu 24h)

    Häufig lange Wachzeiten

    durch starke Rauschwirkung wenig Alltagsbewältigung möglich

    Persönlichkeitsveränderung Kein Zeitgefühl, starke Konzentrationsschwierigkeiten

    gestörte Nähe-Distanz-Regulation, hohes Aggressivitätspotential

    schneller sozialer Abstieg (Kriminalität, Arbeitsplatzverlust, etc.)

    hohe Bindung an Peer-Group und Szene

    „Basissymptome“ einer schizophreniformen Störung Intensives Geräusch- und Seherlebnis (360-Grad Blick)

    Anhedonie (Unfähigkeit körperliche Erfahrungen als angenehm zu

    verarbeiten)

    Paranoide Wahrnehmung sozialer Interaktionen

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Crystal Meth – was tun? Grundsätze der Prävention und Beratung

    Information

    Gesprächsführung

    Komorbidität

    Abschreckung nicht wirksam – User in Deutschland sind krankenversichert!

    Psychoedukation: toxische Wirkung der Substanz und die Folgen (insb. das beim Entzug lange Phasen extremer Labilität eintreten werden

    Paranoide Informationsverarbeitung / narzisstische Überhöhung der eigenen Person: nicht konfrontativer/aggressiver Gesprächsstil

    Toleranz gegenüber aggressiv-gereiztem Verhalten – die User nehmen das selbst war (entgegen wirklich dissozialen Personen)

    Psychotische Flashbacks während des Entzugs und der Therpaie

    Hohe Wahrscheinlichkeit psychiatrischer Sekundärsymptome (Suizidalität!)

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Crystal Meth – was tun? 3 Thesen:

    Crystal ist ein Sekundärphänomen einer auf Prohibition ausgerichteten Drogenpolitik

    Leichte Herstellung

    Flexibel im Markt einsetzbar

    Crystal ist ein Sekundärphänomen der wirtschaftlichen Krise

    Derzeit die „am meisten Leistung für mein Geld“ Droge

    Der Bedarf an Rauschmitteln steigt mit fehlenden ökonomischen Chancen

    Crystal ist ein Sekundärphänomen einer medialen Sensationslust

    Überzogene und undifferenzierte Berichte

    In der Fläche ist Crystal kein massives Problem!

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Legal Highs und Research Chemicals Wer konsumiert diese Stoffe?*

    Hauptkonsumentengruppe: Erfahrene mit anderen Drogen (insb. Cannabis)

    Kiffer 2.0

    *Werse/Centre for Drug Research/Goethe Universität 2011

    Spezialisten Allesnehmer

    Ausschließlich RC´s-konsumierende User gibt es praktisch nicht

    Bei Nichtverfügbarkeit von „original“ Cannabis wird auf Legal Highs zurückgegriffen

    Umgehen von

    Screeningauflagen

    Exzessive Selbstversuchte (Psychonauten)

    i.d. Regel vielfältige

    Erfahrungen mit Drogen aber kein häufiger und/oder regelmäßiger Konsum

    Interesse insb. an exotischen

    RC´s und speziellen Wirkungsweisen

    Je nach Verfügbarkeit, Setting und Stimmung Konsum jeglicher Drogen

    Keine Relevanz ob ein Stoff

    legal oder illegal ist

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Legal Highs und Research Chemicals Wirkungen und unerwünschte Effekte*

    Von Usern berichtete Effekte

    Als negativ berichtete Wirkweise

    Intensivere Wahrnehmung von Sinneseindrücken als bei Cannabis

    Stärkere Dämpfung des Körperbewusstseins („wie in Watte gepackt“)

    Anregung des Kreislaufs (auch höherer Ruhepuls!)

    Verringerung des Hungergefühls

    Verlängerte Reaktionszeit auch noch Tage nach dem Konsum

    Probleme beim Ein- und Durchschlafen

    Toxische Psychose (rauschabhängige Persönlichkeitsveränderung „Schlechter Trip“)

    Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufkollaps

    Überdosierungen sind extrem unangenehm: Angst, Panik, paranoide Zustände,…

    *online Befragung von Konsumenten der Goethe Universität 2011

    Beim Drug-Checking werden inzwischen in ca. 8% der getesteten „etablierten“ Drogen RC´s gefunden

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Legal Highs und Research Chemicals Informationen

    www.legal-high-inhaltsstoffe.de

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Atemluft

    - Auf qualitativ hochwertiges Gerät achten (Marke Dräger, ab 400,- EUR)

    - Abbau von ca. 0,1 ‰ – 0,2 ‰ pro Stunde

    - Test erst nach 15 min. nach letztem Konsum aussagekräftig

    Haare (Ethylglucuronid / EtG)

    - Nachweiszeit maximal 3 Monate

    - 1cm entspricht ca. 1 Monat (Konsum wächst ca. 3 Wochen „nach“)

    - einmaliger/geringer Konsum unter Umständen nachweisbar

    Drogentest Nachweismöglichkeiten durch Alkoholtests

    Urin (Ethylglucuronid / EtG) - Nachweiszeit maximal 2-3 Tage

    - einmaliger/geringer Konsum unter Umständen nachweisbar

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Urin

    - auf Cut-Off-Werte (Nachweisgrenze) achten!

    - Leicht fälschbar (Fremdurin, Reinspucken, etc.) Markersystem

    - teilweise geringe Nachweiszeiten bedachten

    Haare

    - praktisch unbegrenzte Nachweiszeit (auch andere Körperhaare geeignet)

    - 1cm entspricht ca. 1 Monat (Konsum wächst ca. 3 Wochen „nach“)

    - Einmaliger/geringer Konsum teilweise nicht nachweisbar! (Passivkonsum von THC über COOH-Analyse beweisbar)

    - Haare dürfen nicht blondiert sein! (Färbemittel u.U. kein Problem)

    Drogentest Nachweismöglichkeiten durch Drogentests

    Nachweiszeiten Cannabis 1-8 Wochen ATS/Kokain/Opiate 1-3 Tage

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Drogentest Nachweis von RC´s und Legal Highs

    ATS Amphetamin-Type-Stimulants

    Synthetische Cannabinoide

    Cut-off Wert von 50ng/ml schlägt nur bei regelmäßigem Konsum an!

    Nachweisbar sind bisher nur JWH-018 und JWH-073…

    Mit viel Glück schlägt Amphetamin an…

    Lediglich mit sehr aufwendiger (und teuer) drogenanalytischer Untersuchung kann (i.d.R. im Blut) nach psychoaktiven Substanzen „geforscht“ werden…

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Riskanter Konsum – Missbrauch – Sucht Klassifikation nach DSM-V

    DSM-IV: Substanzmissbrauch Bezogen auf ein Jahr mind. 3 Merkmale: wiederholter Substanzkonsum, der das Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen

    verursachte, z.B. Fernbleiben von der Arbeitsstelle oder Vernachlässigung der Kinder

    wiederholter Substanzkonsum, der zu Körperlicher Gefährdung führte, z. B. Bedienen von Maschinen oder

    Autofahren unter Drogeneinfluss

    wiederkehrend Konfrontationen mit dem Gesetz, z. B. Verhaftung wegen ungebührlichen Benehmens oder

    Verkehrsdelikten

    ständig oder wiederholt soziale oder zwischenmenschliche Probleme, z. B. Ehestreitigkeiten, wobei der

    Substanzkonsum trotzdem fortgesetzt wird.

    Eine Abhängigkeit von der entsprechenden Substanzklasse war nie vorhanden.

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Riskanter Konsum – Missbrauch – Sucht Klassifikation nach ICD-10 / DSM-V

    DSM-IV: Substanzabhängigkeit Bezogen auf ein Jahr mind. 3 Merkmale:

    Toleranzentwicklung, definiert durch Verlangen nach ausgeprägter Dosissteigerung, um den erwünschten Effekt herbeizuführen, oder Deutlich verringerte Wirkung bei weiterer Einnahme derselben Dosis.

    Entzugssymptome, d.h. Negative körperliche und psychische Wirkungen (je nach Substanz), bei Unterbrechung des Konsums

    oder Verringerung der Menge; Dieselbe Substanz wird eingenommen, um Entzugssymptome zu lindern oder zu vermeiden.

    Die Substanz wird in größeren Mengen oder länger als beabsichtigt konsumiert.

    Wunsch oder erfolglose Versuche, den Substanzkonsum zu verringern

    Viel Zeit wird darauf verwendet, die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren, oder sich von ihren

    Wirkungen zu erholen.

    Wichtige soziale, berufliche oder Freizeitaktivitäten werden aufgrund des Substanzkonsums aufgegeben

    oder eingeschränkt.

    Der Substanzkonsumwird fortgesetzt trotz psychischer oder körperlicher Probleme, die durch die Droge

    verursacht oder verstärkt werden. Bestimme, ob: mit körperlicher Abhängigkeit: (Toleranzentwicklung oder Entzugserscheinungen liegen vor) ohne körperliche Abhängigkeit

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Riskanter Konsum – Missbrauch – Sucht Verteilung der Konsumentengruppen

    Probierkonsum

    Risikoarmer Konsum

    Problematischer Konsum

    Abhängigkeit

    Quelle: Bücheli 2011, Betriebsstellenleiter Jugendberatung/Streetwork Stadt Zürich

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Sucht und Abhängigkeit

    Bio-psycho-soziales Modell

    Verfügbarkeit, Preis

    Gesell. / fam. Normen

    Konsumstil / -norm

    Abstinenz(druck)

    Substanzwirkung (Qualität)

    Mono-/Polysubstanzkonsum

    Funktionalität d. Konsums

    Konsumausmaß (Quantität)

    Individueller Typ (Emotionalität,…)

    Psychische Probleme + Belastungen

    Genetische / Familiäre Risiken

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Behandlung

    Suchthilfesystem

    Bedarfsgerechte Hilfe

    Vor-Konsum-Phase

    Erste Konsum-erfahrungen

    Risikoarmer Konsum

    Riskanter Konsum Missbrauch Abhängigkeit

    Primärprävention Frühintervention

    Beratung

    Überlebenshilfe

    Sekundärprävention

    Selbstgefährdende Tendenzen minimieren

    Konsumbeginn möglichst

    hinauszögern Auf risikoarmen

    Konsum hinwirken Zugrundeliegende Störung bearbeiten

  • © neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

    Kontaktaufnahme mit Suchtberatungsstelle (durch den Betroffenen)

    Ambulante Beratung

    Suchthilfesystem

    Beratungs- und Behandlungsstrukturen

    Eigen-/Fremdmotivation Diagnose Vermittlung in geeignetes Angebot

    zeitlich i.d. Regel nicht begrenzt ggf. unter Einbezug von Angehörigen Zieloffen

    Suchttherapie

    Entgiftung Ambulante Therapie Stationäre Therapie

    Antrag nur über Suchtberatungsstelle Zeit bis Therapieantritt ca. 2 – 4 Monate

    Aufnahme jederzeit möglich Medizinische Behandlung i.d. Regel max 10 Tage Dauer Keine Therapie i.d. Regel keine Vermittlung

    Durchführung an Beratungsstelle

    2 Gespräche/Woche 6-10 Monate Dauer Voraussetzung: hohes Maß

    an Stabilität

    Durchführung in Fachklinik 4-6 Monate Dauer Schafft „Auszeit“ Intensive therapeutische

    Begleitung möglich spezif. Störungsbehandlung

    Notfallbehandlung möglich Kostenträgern: Krankenkasse

    Kostenträgern: Rentenversicherung

    Kostenträgern: Rentenversicherung

    Neue Drogen – neue Süchtige – oder doch alles beim Alten?Foliennummer 2Foliennummer 3Cannabis – eine Gesellschaftsdroge?�Wer konsumiert wie viel?„Neue“ und „alte“ harte Drogen �Veränderungen des Angebots �Foliennummer 6Foliennummer 7„Neue“ Drogen �Pihkal – a chemical love story �(Erstauflage 1981 – Neuauflage 2012…)„Neue“ Drogen – neue Süchtige?�Versuch einer Klassifizierung von Konsumentengruppen (T. Klee 1997)�Warum Drogen nehmen?�Einschätzungen von Konsumenten„Neue“ Drogen – neue Probleme �Herausforderungen für das Hilfesystem �„Neue“ Drogen – neue Probleme �Herausforderungen für das Hilfesystem �Foliennummer 13Crystal Meth�Fakten: Crystal wird mehr und mehr zum Problem (2010 - 2011)�Crystal Meth�Fakten: Crystal wird mehr und mehr zum Problem – aber regional begrenzt!�Crystal Meth�Fakten: die Substanz�Crystal Meth�Fakten: leicht Herstellung der Substanz�Crystal Meth�Besonderheiten der User�Crystal Meth – was tun?�Grundsätze der Prävention und Beratung �Crystal Meth – was tun?�3 Thesen:�Foliennummer 21Foliennummer 22Foliennummer 23Foliennummer 24Foliennummer 25Foliennummer 26Foliennummer 27Foliennummer 28Foliennummer 29Sucht und Abhängigkeit��Bio-psycho-soziales ModellSuchthilfesystem��Bedarfsgerechte HilfeSuchthilfesystem��Beratungs- und Behandlungsstrukturen