NEWSLETTER - back-to-life.org .Besuch von Slumschule und Kinderheimen: Kevin und Bianca aus Berlin

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    17-Sep-2018
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  • NEWSLETTERF R H J A H R 2 0 1 7

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    Back to Life e.V. frdert seit 1996 in Indien und seit 2009 in Nepal die Verbesserung der Lebensumstnde von notleidenden und schwer benachteiligten Menschen. Bis zu 45.000 Menschen werden mittlerweile durch die Manahmen von Back to Life erreicht. Unter dem Leitgedanken Hilfe zur Selbsthilfe werden die Projekte von der Grnderin Stella Deetjen initiiert. Projektleiter und Partner begleiten diese,

    um die rtliche Bevlkerung schlielich in die Selbst-bestimmung und Selbststndigkeit zu fhren. Administrative Aufgaben werden in Deutschland von einem kleinen Team ausgefhrt, um die Kosten gering zu halten. Darber hinaus leisten viele Helfer, Vereinsmitglieder sowie der Vorstand ehrenamtliche Arbeit.

    NEPAL

    INDIEN

    Besuch von Slumschule und Kinderheimen: Kevin und Bianca aus Berlin 18

    Schreckliches Unglck im Mdchenheim: Unsere Kinder trauern. 20

    Am Ende war sie zu schwach: Gulavi Devi erlag ihrem Leiden. 21

    Ein bescheidenes Leben an den Ghats: Vijay und sein Blumenstand 21

    Leistung wird belohnt Anita und ihr neuer Laptop 22

    Weihnachten in den Kinderheimen: eine fast schon eine indische Tradition 22

    Happy Shivaratri Benares verehrt Shiva. 23

    Vier Jahrzehnte Straenleben: Mahendra bettelt weiterhin nahe Underground. 24

    Nhen fr die Familie: Reshma versucht, der Armut zu entkommen. 25

    Gegen Rassismus, fr Courage Stella wird Pate des Adolf-Reichwein-Gymnasiums. 26

    Vielseitiges Engagement: Die Spendenaktionen der letzten Monate 27

    Dominic und Silvio mit dem Fahrrad fr Back to Life nach Nepal 28

    Einzigartige Begegnung: Stella zu Besuch beim Papst 30

    Rckblick: Das nchste Kapitel der Unberhrbar-Lesereise 31

    WEITERE THEMEN

    Tipp: Fr eine schnelle Navigation zu den Artikeln gengt ein Klick auf die berschriften im Inhaltsverzeichnis.

    Wiederaufbau nepalesischer Schulen Stella direkt vor Ort 4

    Zwei neue Geburtshuser in Mugu zwei neue Back to Life-Babys in Gamtha 6

    Endlich nicht mehr frieren neue Winterkleidung fr 2.120 Kinder 8

    Die Nacht wird heller in Gamtha Solaranlagen fr 520 Haushalte 10

    Jobperspektiven im Nirgendwo: Back to Life bildet fr Mugu aus. 12

    Eine Unachtsamkeit fhrt zur Tragdie das Feuer von Chakpande 13

    Freude auf dem Schulhof: Neue Winterkleidung fr die Schler Chitwans 14

    Weil es immer wieder passieren kann Erdbeben-Sicherheitstrainings 15

    Gesundheit geht vor: Regelmssige Healthcamps in Chitwans Schulen 16

    Einzug ins neue Zuhause die Familie von Mr. Sanchasing ist berglcklich. 17

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    An 24 Schulen in den Bergen Mugus verteilten wir im Rahmen unserer Winterhilfe warme Wintersachen, eine dringend notwendige Manahme. Insgesamt 2.120 Schler mssen fortan nicht mehr auf dem Weg zu ihrer Schule frieren. Ihre bisherigen dnnen Hemdchen hatten zwangslufig zur Folge, dass der Krankenstand an den Schulen hoch war. Nun hat die erbarmungslose Klte ihren Schrecken fr die Kinder verloren.

    Im Mrz war ich erneut in Deutschland unterwegs, um ber unsere Arbeit zu berichten und aus meinen Buch Unberhrbar vorzulesen. Es ist schn zu erleben, dass das Interesse an unseren Projekten sowie am Buch weiterhinungebrochen ist. Besonders freut es mich, wieder neue Paten fr unsere Projekte gefunden zu haben: Menschen, die gerne unsere Einladung annahmen, das Schicksal der Bedrftigen in Nepal und Indien positiv zu beeinflussen. Herzlich willkommen!

    Entdecken Sie nun die neuesten Geschichten aus unseren Projektgebieten und sehen Sie selbst, was aus Ihrer Unter-sttzung erwachsen kann. Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen haben: Unsere Facebook- und Webseite berichten wchentlich ber die aktuellsten Entwicklungen unserer Projektarbeit. Ich wnsche Ihnen einen wunderschnen Frhling sowie ein schnes Osterfest!

    Alles Liebe und Gute, Ihre

    Liebe Freunde von Back to Life,

    der herzenswrmste Tag des vergangenen Winters war fr mich die Begegnung mit Papst Franziskus, dem ich mein Buch Unberhrbar berreichen durfte. Einen kurzen Bericht ber diesen besonderen Moment in meinem Leben finden Sie im Heft.

    Das Ende des Winters und den Beginn des Frhlings erlebte ich in Nepal. Dort reiste ich nach Nuwakot, ins ehemalige Erdbebengebiet, um die Fortschritte unserer sechs Schul-Baustellen zu sichten. Es ist eine Herausforderung und ein nie zuvor dagewesenes Groprojekt fr uns, so viele Gebude gleichzeitig in den Bergen fertigzustellen. Das sehnschtige Hoffen der Kinder, wieder in einer richtigen Schule zu lernen, hat somit, zwei Jahre nach den schrecklichen Erdbeben, doch noch ein glckliches Ende gefunden. Nun knnen sie endlich ihre schulische Ausbildung unter wrdigen Bedingungen abschlieen. Viele hunderttausend Kinder in Nepal haben nicht diese Mglichkeit und werden, wenn berhaupt, noch immer in Ruinen und provisorischen Verschlgen unterrichtet. Ihre Zukunftschancen werden erheblich schlechter sein.

    Besonders freue ich mich ber unsere beiden neuen Geburts-huser in Gamtha und Khamale, deren tglicher Betrieb nun in vollem Gange ist. Begleitete Geburten unter sicheren, medizinischen Bedingungen unsere mittlerweile sechs Geburtshuser sind Meilensteine im Kampf gegen die noch immer viel zu hohe Mtter- und Kindersterblichkeitsrate in Mugu.

    Vorwort

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    Schon bei der Landung berwltigte mich das Gefhl der Heimkehr. Die vielfltigen Gerche, das laute, bunte Chaos auf den Straen, das freundliche, offene Lachen der Nepali, die Gelassenheit... ...es freut mich so sehr, wieder hier zu sein. Mein erster Weg fhrte mich nach Nuwakot ins ehemalige Erdbebengebiet. Dort bauen wir zur Zeit 6 Schulen wieder auf und ich konnte es kaum abwarten, die Fortschritte mit eigenen Augen zu sehen. Allerdings htte ich mich vielleicht doch noch einen Tag lnger ausruhen sollen, denn die Fahrt ber die bergigen Straen, Serpentinen und unzhligen Schlaglcher schttelte mich derart durch, dass mir furchtbar schlecht wurde. Ich war regelrecht seekrank da half auch der atemberaubende Blick auf den Horizont mit den majesttischen, schneebedeckten Gipfeln des Himalayas nicht. Als wir endlich, nach 4 Stunden Seekrankheit, in unserem kleinen Bro in Nuwakot ankamen, konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und musste mich hinlegen. Das ist mir noch nie passiert. Abends war ich dann aber wieder in der Lage, das Teammeeting zu leiten und unser Architekt und Bauleiter erklrte mir den Stand der einzelnen Bauprojekte.

    Am nchsten Morgen starteten wir frh, ich stieg bei meinem nepalesischen Projektleiter hinten aufs Motorrad und durch die frische Morgenluft brausten wir bestndig auf nicht ausgebauten, staubigen und holprigen kleinen Pisten den Berg hoch und dann von Hgel zu Hgel. Ab und zu passierten wir kleine Siedlungen, die man kaum Drfer nennen konnte, die Menschen schauten uns neugierig hinterher. Die meiste Zeit arbeiteten wir uns bergauf. Dabei hat man den Berg auf der einen Seite und die andere gibt den Blick frei auf Terrassenfelder, die sich an den Flanken aller sichtbaren Hgel schmiegen dahinter blitzen immer mal wieder die weien Gipfel des Himalayas auf. Schlielich erreichten wir die erste Baustelle voller Tatendrang. Jetzt war ich vollends wieder angekommen!

    Die Sundari Devi-Schule ist bereits so weit, dass ich tatschlich schon die ersten Pinselstriche an der Auenwand ttigen konnte es war mir eine Herzensfreude! Jetzt dauert es nicht mehr lange, dann knnen die Mdchen und Jungen endlich aus den behelfsmigen Blechverschlgen in die schne Schule umziehen. Vor meinem inneren Augen sehe ich bereits die Kinder in diesen neugebauten, erdbeben-sicheren Klassenrumen lernen und heranwachsen.

    Dass unsere Schulgebude auch nach allen von den Behrden vorgegebenen Standards erdbebensicher sind, habe ich nicht nur bereits vor Monaten auf Papier in Form der Bauplne abgenommen, sondern mich davon nun auch vor Ort selbst berzeugen knnen. Die Dicke der Mauern, die Tiefe des Fundaments, die Abstnde zwischen den einzelnen Gebuden, damit sie im Notfall ausschwingen knnen das alles ist behrdlich genau festgelegt. Stahlstreben sind als Sttzen nicht nur vertikal im Mauerwerk verbaut, sondern legen sich wie sichernde Grtel auch horizontal um die Gebude. Gleichfalls gibt es strenge Richtlinien, welches Baumaterial genutzt werden darf. Wir bauen ausschlielich mit Eco-Mauer-steinen, die nicht nur umweltfreundlich hergestellt werden, sondern auch stabiler als die traditionellen Lehmziegel sind.

    Wiederaufbau nepalesischer Schulen Stella direkt vor Ort

    NEPAL

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    Schnell lernte ich, dass jede der 6 Baustellen ihre eigene Geschichte hat, denn Bauprojekte in den Bergen sind nicht einfach zu realisieren und mein Team begegnet den unterschiedlichsten Herausforderungen. Bei einer Baustelle ist die Wasserknappheit ein Problem, bei der nchsten musste erst ein fast 7 Meter hoher Hgel mhsam abgetragen und der Baugrund begradigt werden. Bei einer weiteren stieen die Arbeiter beim Ausheben des Fundaments auf eine riesige Felsplatte aus festem Granit, die mit dem herkmmlichen Werkzeug, wie einfache Hammer und Meiel, nicht zu brechen war. So musste erst ein schwerer Steinbohrer aus Kathmandu herangebracht werden, mit dem es dann endlich mglich war, das Fundament tief genug auszuheben. Fr alle Baustellen legten wir letzten Herbst zeitgleich den Grundstein, die Baufortschritte sind durch die Begebenheiten jedoch unterschiedlich. Seit Ende letzten Jahres wird tglich gebaut. Unser Team ist ber die einzelnen Baustellen verteilt, so dass es auf allen gleichzeitig vorangeht.

    Die Dorfbewohner legen tatkrftig mit Hand an, gleichzeitig sind gebte Bauarbeiter engagiert und unsere Fachleute berwachen jeden Handschlag. Alle Baustellen wurden von den Behrden geprft und abgenommen