notabene 1/2015

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    07-Apr-2016
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Tweeten und Liken rund um die Kirche: Richtig umgehen mit Facebook, Twitter und Co. Vorbote auf dem Scheiterhaufen: Warum der Kirchenreformer Jan Hus vor 600 Jahren mit seiner Mission schrecklich scheiterte. Seite 11 Beten in Uniform: Warum sich Pfarrer und Pfarrerinnen nicht scheuen, im Tarnanzug zu predigen. Seite 14Tweeten und Liken rund um die Kirche: Richtig umgehen mit Facebook, Twitter und Co. Seite 12 Vorbote auf dem Scheiterhaufen: Warum der Kirchenreformer Jan Hus vor 600 Jahren mit seiner Mission schrecklich scheiterte. Beten in Uniform: Warum sich Pfarrer und Pfarrerinnen nicht scheuen, im Tarnanzug zu predigen.

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  • 11

    Seite 10

    Vorbote auf dem Scheiterhaufen Warum der Kirchenreformer Jan Hus vor 600 Jahren mit seiner Mission schrecklich scheiterte

    Social Media rund um die KircheRichtig umgehen mit Facebook, Twitter und Co.Seite 14

    Beten in UniformWarum sich Pfarrer und Pfarrerinnen nicht scheuen, im Tarnanzug zu beten

    notabeneNr 1 / Februar 2015Zeitschrift fr die Mitarbeitenden der Zrcher Landeskirche

  • notabene 1 / 20152

    Liebe Leserin, lieber LeserEtwas peinlich ist es wohl schon, wenn man als Mitarbeiter der Abteilung Kom-munikation auch 2015 noch immer kein Smartphone hat und sich dann auch noch erdreistet, im Editorial ber die Vorzge und den Umgang mit den neuen und neusten Medien zu referie-ren. Lassen Sie es mich gleichwohl ver-suchen weil das mit den Sozialen Me-dien und der elektronisch vernetzten Welt ja gleichwohl nicht spurlos an mir vorbeizieht und ich die Hoffnung nicht

    aufgebe, dass mein Nokia im biblischen Alter vielleicht doch noch den Geist auf-gibt und mir den Weg freimacht fr den verschleppten Sprung in die Zukunft.

    Wie immer Sie es selbst persnlich mit den modernen Kommunikationsgerten und -kanlen halten mgen, wie pflicht-bewusst oder begeistert Sie mit Ihren Fingern ber kleine und grosse Flach-bildschirme streichen und ber Tastatu-ren huschen: Es ist auf jeden Fall lngst keine Frage mehr, ob auch die Kirche und ihre Vertreter und Mitarbeitenden in diesen Kanlen mitmischen, sondern nur noch wie.

    Um dieses Wie geht es auch in diesem Heft (ab Seite 12) und in den Handrei-chungen und Guidelines, die die Lan-deskirche zuhanden der Mitarbeitenden

    verfasst hat. So einfach die Vehikel der Sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co. via Computer oder mobile Ge-rte zu bedienen sind, so knifflig kann es werden, wenn es um Inhalte und Verhal-tensregeln geht, die es bei aller Unkom-pliziertheit dieser Medien gleichwohl braucht.

    Die Liste derer, die eben diese nicht kennen oder kurzfristig vergassen, ist lang. Da setzen sich auch Bundesrtin-nen schon mal kurz in die Nesseln, wenn

    eine auf Twitter gezwit-scherte Betroffenheits-meldung in 140 Zeichen nicht dem entspricht, was man sich von einer Staatsfrau wnschte. Fehlgriffe oder auch nur

    Missverstndnisse verbreiten sich mit den neuen Medien ebenso schnell wie all die guten und mehr oder weniger wichti-gen Botschaften, die wir mit anderen teilen. Es lohnt sich also, in aller Krze die Langzeitwirkung zu prfen und auf die Etikette im Netz zu achten gerade auch dann, wenn man nicht nur als Pri-vatperson, sondern als Vertreter einer Institution wie der Kirche wahrgenom-men wird. Dann aber steht dem Zwit-schern und Liken rund um die Kirche nichts im Weg ausser einem heillos langlebigen aber hoffnungslos unsmar-ten Nokia-Handy.

    Christian SchenkRedaktor notabene

    Aktuell

    Nachrichten3 7

    Kolumne

    Landei & Stadtfuchs5

    Kleines Abc der Theologie

    H wie Heiliger Geist6

    Schwerpunkte

    Kirchenratsschreiber Walter Lssi ber

    Spardruck und Reformziele

    8 9

    Jan Hus Vorreiter der Reformation

    10 11

    Social Media in der Kirche12 13

    Armeeseelsorge: Beten im Tarnanzug

    14 15

    Rubriken

    Themen und Termine16 18

    Stellenmarkt18

    Portrt: Kain, Abel und Kuhn

    19

    Impressum / Cartoon

    20

    Editorial / Inhaltsverzeichnis

    Dem Zwitschern steht nichts im Weg fast nichts.

  • notabene 1 / 2015 3

    kom. Die Kirchensynode hat am 2. De-zember fr das Budget 2015 einen Spar-auftrag von 4,5 Millionen Franken be-schlossen. Sie folgte damit einem Antrag der Finanzkommission, die das Sparziel um 1,5 Millionen hher hngte, als es der Kirchenrat mit 3 Millionen vorgeschla-gen hatte. Bereits an der Frhjahrssyn-ode muss der Kirchenrat aufzuzeigen, wie er den Sparauftrag umsetzen will.

    Dem Entscheid ging eine emotionale Debatte voraus. Markus Brgin, Prsi-dent der Finanzkommission, wies in sei-nem Pldoyer darauf hin, dass die Kir-chensynode es vor vier Jahren verpasst habe, deutliche Sparanstrengungen durchzusetzen. Es sei der Kommission bewusst, dass eine Sparrunde in dieser Hhe eine grosse Herausforderung dar-stelle, aber es sei mglich, die Gesamt-kirchlichen Dienste im Zuge der laufen-den Reorganisation in eine schlanke Organisation zu verwandeln.

    Der Kirchenrat beurteilte eine Kr-zung um 3 Mio. Fr. als machbar, wie Fi-nanzvorstand Fritz Oesch vor den Syno-

    dalen ausfhrte. Sie werde aber zu einschneidenden Massnahmen fhren. Die von der Finanzkommission bean-tragte Krzung um 4,5 Mio. Fr. sei je-doch nicht umsetzbar. Oesch wies dar-auf hin, dass 80 Prozent des Aufwandes von rund 106 Mio. Fr. Personalausga-ben seien und nicht von heute auf mor-gen derart massiv gekrzt werden knn-ten. Die Mehrheit der Synodalen folgte dieser Argumentation nicht und stimmte dem Antrag der Finanzkommission mit 56 zu 42 Stimmen zu.

    Gegenber der Zeitung reformiert.

    sagte Kirchenratsprsident Michel Ml-ler nach der Debatte, der Kirchenrat werde aufzeigen, wie das Sparziel von 4,5 Millionen erreicht werden knnte. Er gehe aber davon aus, dass die Synode nur schon dann erschrecke, wenn sie er-kenne, was es bedeute, 3 Millionen ein-zusparen. Das von der Finanzkommis-sion anvisierte Sparziel wrde einen regelrechten Kahlschlag beim Perso-nal ntig machen.

    Lesen Sie zu den Sparmassnahmen auch

    das Interview ab Seite 8.

    Budget 2015 / Wie spart man auf die Schnelle 4,5 Milionen?

    Im Rathaus schnrte die Kirchensynode ein grosses Sparpaket. Was drin steckt, ist noch offen.

    kom. Der Kirchenrat konzentriert sich nach der Reorganisation der Gesamt-kirchlichen Dienste 2015 strker auf seine strategischen Aufgaben und defi-niert die Ressorts entlang von Wirkungs-rumen. Seit Mitte Dezember letzten Jahres ist auch die personelle Zuteilung bekannt: Das Prsidialressort von Kir-chenratsprsident Michel Mller erhlt zustzlich die Umschreibung Kirchli-che Identitt und Beziehungen. Tho-mas Plaz-Lutz betreut das Ressort Bil-dung und Theologie, Daniel Reuter das Ressort Gemeinde und Region. Irene

    Gysel wirkt im Ressort Kirche und Ge-sellschaft, Andrea Marco Bianca im Ressort Mitgliedschaft und Lebenswel-ten, Bernhard Egg kmmert sich um Diakonie und Soziales und Fritz Oesch um Finanzen und Infrastruktur. Die neue Ressortaufteilung ist seit 1. Januar in Kraft und gilt fr den Rest der laufen-den Amtsdauer 2011 2015. Die opera-tive Fhrung der Gesamtkirchlichen Dienste liegt knftig in den Hnden des Leitungskonvents und des Kirchenrats-schreibers in der Person von Walter Lssi.

    Foto

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    Kirchenrat / Fokus auf politischer Leitung

    Von links: Andrea Marco Bianca, Thomas Plaz-Lutz, Irene Gysel, Daniel Reuter, Michel Mller, Fritz Oesch, Bernhard Egg.

    sch. Die Bezirkskirchenpflegen sind fr die nchste Amtsdauer 2015 bis 2019 in den meisten Bezirken bestellt. In den Be-zirken Zrich, Affoltern, Meilen, Uster, Winterthur und Dielsdorf sind die Kan-didaten allesamt in stiller Wahl gewhlt worden. Fr nicht besetzte Sitze finden in Horgen, Hinwil, Andelfingen und Dietikon Urnenwahlen statt. Der Wahl-termin ist der 8. Mrz. Die in den Er-neuerungswahlen gewhlten Bezirkskir-chenpflegerinnen und -pfleger hat das Amtsblatt des Kantons Zrich am 12. Dezember 2014 publiziert.

    Anklicken auf: www.amtsblatt.zh.ch

    BKP / In stiller Wahl gewhlt

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  • notabene 1 / 20154

    kom. Psychisch beeintrchtigte Men-schen haben oft beschrnkte Erwerbs-mglichkeiten und leben am Existenz-minimum. Die Zrcher Stiftung fr psychisch Kranke untersttzt solche Menschen in ihrer Notlage oder erfllt Wnsche, die sie sich sonst nicht leisten knnen: z.B. ZVV-Abonnements oder Reisen in die Heimat.

    Seit 2014 ist Pfarrer Markus Felss, Seelsorger in der psychiatrischen Klinik Schlssli in Oetwil a. S., Prsident der Stiftung. Es sei wichtig, dass psychisch beeintrchtigte Menschen vom Angebot der Stiftung wssten, sagt Felss. Mitar-beitende der reformierten Landeskirche bten dabei eine Brckenfunktion aus. Die Stiftung schpft aus dem Geld, das seit 1897 durch Spenden und Mitglie-derbeitrge dem damaligen Zrcher Hlfsverein fr Geisteskranke zuge-wendet wurde. 1985 wurde der Hilfsver-ein in eine Stiftung umgewandelt. Sie ist weiterhin auf Spenden und Zuwendun-gen angewiesen. www.zsfpk.ch

    Stiftung fr psychisch Kranke /

    Wnsche erfllen

    kom. Die Landeskirche hat fr ihre Mit-arbeitenden, Behrdenmitglieder und Freiwilligen eine Haftpflichtversiche-rung abgeschlossen. Bis anhin hatten nur einzelne Bereiche der Gesamtkirch-lichen Dienste wie das Flughafenpfarr-amt oder die Bahnhofskirche einen Haftpflichtversicherungsschutz.

    Neu schliesst dieser alle Behrdenmit-glieder, Mitarbeitenden und auch Frei-willigen mit ein, die im Rahmen ihrer Ttigkeit fr die Kirche einen Schaden verursachen. Die Versicherung soll vor allem Ereignisse mit hoher Forderung abdecken. Denkbar sind Schadenflle, die hohe Gesundheitskosten nach sich ziehen knnen. Die Prmien kosten die Landeskirche jhrlich 23 000 Franken.

    Haftpflicht / Auf Nummer sicher

    Synodewahlen 2015 / 125 Kandidaten bewerben sich fr 120 Sitze

    sch. Am 14. Juni 2015 finden die Wahlen fr die Kirchensynode statt. Um die 120 Sitze im Zrcher Kirchenparlament be-werben sich 125 Kandidatinnen und Kandidaten (Stand 15. Januar). Zu Kampfwahlen kommt es voraussichtlich in den Wahlkreisen von Blach, Diels-dorf, Hinwil und Uster. In diesen vier Bezirken sind mehr Kandidierende ge-meldet, als Sitze zu verteilen sind.

    In den Wahlkreisen, in welchen die Zahl der vorgeschlagenen Personen die-jenige der zu besetzenden Sitze nicht bersteigt, werden deren Namen und Beruf in alphabetischer Reihenfolge auf den amtlichen Wahlzettel gedruckt. Im anderen Fall findet die Wahl mit einem leeren Wahlzettel statt. Dazu wird ein