notabene 2/2014

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    09-Mar-2016
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Willkommen in Wetzikon

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    Seite 10

    Zrich und seine reformierten Pappenheimer im Allgu Zu Besuch in den Kirchgemeinden Herbishofen und Bad Grnebach

    Willkommen in WetzikonWie sich eine Kirchgemeinde um Asylsuchende kmmert

    Seite 9

    Auf Werkspionage im LutherlandWie Deutschland sein Reformationsjubilum feiert

    notabeneNr 2 / Mrz 2014Zeitschrift fr die Mitarbeitenden der Zrcher Landeskirche

  • notabene 2 / 20142

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Aus der Schlafkammer hrte man ein Neugeborenes weinen. Ich war also ge-warnt: In diesem Zimmerchen im Lu-ther-Geburtshaus in Eisleben hatte also alles angefangen mit dem kleinen Mar-tin, der alsbald ein so Grosser der Kir-chengeschichte werden sollte. Also auf Zehenspitzen hinein ins bedeutungs-schwangere Stbchen: Die Wiege neben dem Kachelofen stand noch da. Aber das Bettchen war leer und das Weinen verstummt. Ein Luther-Baby nachzu-bauen, das wagten die Museumsmacher dann doch nicht. Und auch die Klangin-

    stallation plrrte nur in Intervallen. Ich war dankbar. Auch so lag der Kult- und Kitschgehalt fr meine Begriffe nah am reformierten Grenzwert.

    Aber das ist Geschmackssache. Gut mglich, dass die lebensechte Kinder-stube des Reformators der Mehrzahl den Besucher gefllt und auf dem Ge-fhlskanal einen Zugang zur Geschichte der Reformation und ihrer befreienden Botschaft erffnet. Immerhin strmen Reformationstouristen aus aller Welt zum frisch renovierten und gediegen ausgebauten Luther-Geburtshaus in Sachsen-Anhalt.

    Meine etwas eingeschrnkte Fhigkeit zur Ergriffenheit am Luther-Wallfahrts-

    ort erklrt sich wohl auch mit meiner reformierten Prgung und der darin prdestinierten Vorliebe fr etwas nch-ternere Ausdrucksformen im Religisen.

    Um eben solche Erkenntnisse ging es bei diesem Besuch in Eisleben auch. Zu-sammen mit einer Gruppe von Verant-wortlichen aus der Zrcher und anderen Landeskirchen der Schweiz war ich im Januar einige Tage auf Erkundungstour in Deutschland. Wir wollten erleben, wie man in Deutschland der Reforma-tion gedenkt und wie man sich fr das 500-Jahr-Jubilum rstet (mehr davon

    ab Seite 8). Ein solches bahnt sich bekanntlich auch in Z-rich an (die Synode befasst sich demnchst wieder da-mit, Seite 3), und es ist nicht losgelst von jenem zu den-ken, das in Deutschland schon betrchtlich Fahrt

    aufgenommen hat. Man kann das an vielen frisch herausgeputzten Erinne-rungssttten der deutschen Reformation und an unzhligen Begleitveranstaltun-gen erleben. Und man staunt, welch ho-her Stellenwert dem Ereignis in der deutschen Politik und Gesellschaft be-reits Jahre vor dem Hhepunkt 2017 beigemessen wird. Ein Blick ber die Landesgrenze und ja, auch in die Kin-derstube der Reformation lohnt sich fr Zwinglianer deshalb unbedingt.

    Christian SchenkRedaktor notabene

    Aktuell

    Nachrichten3 6

    Kolumne Mnnersache5

    Schwerpunkte

    Pfarrausbildung: Tren ffnen fr Quereinsteiger

    6

    Wetziker Kirchen-Bistro heisst Migranten

    willkommen7 8

    Auf Werkspionage im Luther-Land

    9 10

    Reformierte Pappenheimer im

    katholischen Allgu10 11

    Rubriken

    Themen und Termine12 14

    Stellenmarkt14

    kreuz & quer: Wdi rockt

    15

    Impressum / Cartoon16

    Editorial / Inhaltsverzeichnis

    Zwinglianer zu Besuch in der Kinderstube der Reformation.

  • notabene 2 / 2014 3

    Kirchgemeindefusion / Sternenberg und Bauma auf dem Weg zur Heirat

    sch. Die Kirchgemeinden Bauma und Sternenberg werden vereinigt. Was fr die zwei Kirchgemeinden bereits be-schlossene Sache ist, bedarf noch der Zustimmung der Kirchensynode. Der Kirchenrat unterbreitet das Geschft dem Kirchenparlament an der nchsten Sitzung vom 25. Mrz. Mit der Vereini-gung der Kirchgemeinden Bauma und Sternenberg entsteht eine Kirchge-meinde mit 2317 Mitgliedern, davon 2129 in Bauma und 188 in Sternenberg (Stand: 31. Dezember 2012). Fast zeit-gleich zur kirchlichen Vereinigung lief in den beiden Gemeinden ein Prozess zur Fusion auf politischer Ebene, dem die Baumer und Sternenberger im letzten Herbst zugestimmt haben.

    Der Prsident der Kirchenpflege Ster-nenberg, Andreas Kaul, begrsst den

    Zusammenschluss. Wir und da kann ich auch fr die Kirchenpflege und die Bevlkerung sprechen schauen zuver-sichtlich in die gemeinsame Zukunft. Die Zusammenarbeit sei schon gut er-probt. Seit 2010 besteht eine Pfarrunion zwischen Bauma und Sternenberg. Wir sind also seit vier Jahren verlobt. Jetzt ist es Zeit fr die Heirat, sagt Kaul.

    Auch der Kirchenrat wrdigt den an-gestrebten Zusammenschluss: Die Ver-einigung von kleinen Kirchgemeinden zu grsseren Einheiten liege auf der Li-nie, wie sie das Projekt KirchGemeinde-Plus verfolgt, das der Kirchenrat im Rahmen der Beantwortung des Postu-lats Strkung kleiner Kirchgemeinden durch gezielte Frderung der berge-meindlichen Zusammenarbeit lanciert hatte.

    SEK zur Abstimmung /

    Recht auf Familiennachzug

    kom. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) kommentierte den Ausgang der eidgenssischen Abstim-mungen vom 9. Februar. Dabei be-grsste er die Ablehnung der Initiative Abtreibungsfinanzierung ist Privatsa-che. Hingegen drckte der SEK sein Bedauern ber die knappe Annahme der Initiative Gegen die Massenein-wanderung aus. Der Kirchenbund rief zur vlkerrechtlich und menschenrecht-lich konformen Umsetzung der Initia-tive auf und fordert ausserdem die Bei-behaltung des Familiennachzuges. Menschenrechte wie das Recht auf Fa-milienleben knnen nicht durch Kontin-gente beschrnkt werden: Sie sind un-teilbar und stehen allen Menschen zu, schrieb der SEK. www.sek.ch

    Kirchensynode / Der Reformation kein Denkmal bauen, sondern die Reformation leben

    sch. Die Kirchensynodesitzung vom 25. Mrz hat das Potentzial, zur grossen Grundsatzdebatte zu werden. Die Kommission Kirche 2019 prsentiert ihren Bericht zur Aussprachesynode vom letzten Sommer und einen langen Forderungskatalog zur Profilierung der Landeskirche anlsslich des 500-Jahr-Jubilums der Reformation. Die Kom-mission hlt fest, dass sie der Reforma-tion kein Denkmal bauen, sondern die Reformation leben will. Sie formuliert in diesem Themenbereich gleich vier parlamentarische Vorstsse und zwei Empfehlungen.

    Wofr die Kirche eintritt

    Die Motion umreisst die inhaltliche Ausrichtung des Jubilums. Darin sind

    vier Ziele genannt: Durch das Jubilum soll ersichtlich werden, was reformierte Kirche heute bedeutet. Die Mitglieder sollen zweitens Klarheit darber haben, fr was ihre Kirche eintritt und was ihre grundlegende Motivation darstellt. Drittens soll das Jubilum im Dienst der Erneuerung der Kirche stehen und dabei viertens die Mitarbeitenden und die Pfarrschaft einbeziehen. Die Postulate zielen auf die Schaffung einer synodalen Kirchenkommission und einer Reso-nanzgruppe, und sie fordern die ber-prfung des Profils und der medialen Ausstrahlung der Landeskirche.

    Die Kommission Kirche 2019 wurde Ende 2012 eingesetzt zur Vorbereitung einer Aussprachesynode, die sich mit dem heutigen und zuknftigen Auftrag der Kirche befassen sollte. Dies im Hin-

    blick auf das Reformationsjubilum, das in Zrich im Jahr 2019 seinen Hhe-punkt haben soll. Die Aussprachesyn-ode fand am 25. Juni 2013 in der Kirch-gemeinde Neumnster in Zrich statt.

    Die Kirchensynode tagt am 25. Mrz von 8.15 bis voraussichtlich 17.30 Uhr. Die Versammlung im Rathaus in Zrich ist ffentlich.

    Weitere Traktanden u. a.: Fusion Bauma und Sternenberg Postulat Palliative Care: Antrag und Bericht des Kirchenrats Postulat Grner Gggel: Antrag und Bericht des Kirchenrats Postulat Zrcher Orgelsymposium: Antrag und Bericht des Kirchenrats Alle Geschfte downloaden unter: www.zh.ref.ch/kirchensynode

  • notabene 2 / 20144

    Endspurt gegen die Kirchensteuer-Initiative / Mit Sorge tragen gut unterwegs im Abstimmungskampf

    mo. Die Bndner Stimmberechtigten sind am 9. Februar mit gutem Beispiel vorausgegangen: Sie haben die Volksini-tiative Weniger Steuern frs Gewerbe mit 74 Prozent Nein-Stimmen ohne Wenn und Aber bachab geschickt. Das ist erfreulich und stimmt zuversichtlich fr den Zrcher Urnengang am 18. Mai. Die Situation im urbanen Zrich ist al-lerdings nicht mit jener im Bergkanton vergleichbar, so dass die 74 Prozent si-cher zu hoch liegen, als dass wir Unter-lnder sie toppen knnten. Erwnscht ist aber auch bei uns ein klares Resultat, damit hnlichen Vorhaben die Chancen-losigkeit deutlich aufgezeigt wird.

    Noch ist aber nichts gewonnen, und es ist deshalb wichtig, in den kommenden Wochen nochmals alle Krfte zu mobili-sieren. Der Claim Sorge tragen hat in den Kirchgemeinden derart grosse Zu-stimmung gefunden und die dazugehri-gen Materialien der Vorkampagne sind auf so grosses Interesse gestossen, dass sie nachproduziert werden mussten. In-

    zwischen sind Tausende von Flyern, Hngekartons und Papiertragtaschen im Umlauf. Einzelne Gemeinden haben die Flyer der Gemeindeseite beigelegt und zustzlich Stempel und Briefmar-ken produzieren lassen. Auf vielen Web-seiten prangen die elektronischen But-tons. Landauf landab hat bereits eine ganze Reihe von Veranstaltungen statt-gefunden, weitere werden folgen. Ein entsprechender Kalender ist auf der Komitee-Website www.kirchensteuerini-tiative-nein.ch einsehbar.

    Der Erfolg ist derart durchschlagend, dass das Abstimmungskomitee entschie-den hat, die Kampagne Sorge tragen bis zum 18. Mai durchlaufen zu lassen. Hinzu kommen in der heissen Phase noch Testimonial-Inserate. Der Erfolg hat allerdings auch die Gegner auf den Plan gerufen, so dass im Kantonsrat eine Anfrage zum Kampagnenbudget der Kirchen eingereicht worden ist. Vor diesem Hintergrund ist wichtig, dass die Kampagne in erster Linie aus privaten

    Spenden und nicht aus Steuermitteln fi-nanziert wird. Das Komitee ldt Sie des-halb ein, von dieser Spendemglichkeit Gebrauch zu machen und in Ihrem