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Zwingli als Comic "Aufräumen mit Zwingli".

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  • notabeneZeitschrift fr die Mitarbeitenden

    der Zrcher Landeskirche

    Nummer 4Mai 2011

    Aufrumen mit ZwingliJuKi-Arbeitshilfe zeigt den Reformator als Comicfi gur

  • notabene 4/20112

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Seine Vorfahren kann man nicht aus-whlen. Oder htten Sie fr die Ahnen-galerie Ihrer Kirche einen wie Zwingli freiwillig gewhlt? Einen, der Kirchen-reformen so ntig und dringlich sie auch waren mit dem Schwert zum Durchbruch verhelfen wollte?

    Die Frage stellt sich so nicht. Histori-sches Personal kann man nicht einfach auswechseln. Zwinglis Bild lsst sich in der reformier-ten Ahnengalerie nicht ein-fach abhngen oder im Zei-chen politischer Korrektheit berpinseln.

    Man knnte sich als zart-besaiteter Museumsfhrer eher fragen, welchen Besu-chern man den Kirchen-mann, der gegen die Alt-glubigen zum Schwert griff, zumuten darf und wen man besser frsorg-lich an besagtem Exponat vorbeischleusen wollte. Zwingli wegen Gewalt-szenen und zweifelhafter Vorbildfunktion erst ab 16 Jahren?

    Die Macherinnen und Macher der Arbeitshilfe fr den reformierten Religi-onsunterricht halten nichts von solchen Verbotsschildern und Verschleierungs-taktiken. Sie muten Zwingli zu Recht bereits Kindern ab der 5. Klasse zu. Er spielt die Hauptrolle in einem 32-seiti-gen Comic ber die Zrcher Reformati-on, der als Begleitheft im Rahmen der neuen rpg-Arbeitshilfe fr die 5. bis 7.

    Klasse Ende Mai erscheint (siehe Be-richt ab Seite 8).

    Kati Rickenbach als Zeichnerin und Dorothea Meyer-Liedholz als Texterin zeigen weder einen Helden noch ein Ungeheuer. Sie erzhlen die Geschichte eines tatkrftigen und wortgewaltigen Mannes des 16. Jahrhunderts, der der befreienden Botschaft des Evangeliums

    Gehr verschaffen will und die Missstnde einer ver-krusteten Kirche erfolg-reich bekmpft. Einen Menschen aber auch, der bei der Durchsetzung sei-ner Reformen ber Lei-chen zu gehen bereit ist und an seinem zornigen bereifer schliesslich selbst zu Grunde geht.

    Das ist Reformationsge-schichte im Zeitraffer, spannend, einfhlsam und altersgerecht erzhlt und erst noch histo-risch korrekt. Dass dafr im Comic aussergewhn-lich viele Sprechblasen ntig schienen, kann

    man verschmerzen. Sollten sich die jungen Comic-Leserinnen und -Leser daran stren, kann man immer noch darauf hinweisen, dass eben auch Wortlastigkeit ein historisch verbrgtes Markenzeichen der Reformierten ist.

    Christian SchenkRedaktor notabene

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    A K T U E L L

    Kampagne der Reformierten: Zeigen, was die Kirche drauf hat

    BesuchsdiensttagungenGtesiegel fr Bildung

    Abt von Mor Gabriel in Zrich

    3 5F E N S T E R Z U M D I A L O G

    Muslime und Christen im Gesprch: Mit Philippe Dtwyler

    5

    WA S H E I S S T K L O S T E R A U F R E F O R M I E RT ?

    Im Gesprch mit Markus Sahli, Theologischer Leiter Kloster

    Kappel6 7

    B I B L I S C H E A H A -E R L E B N I S S E

    7

    PA U L U S , Z W I N G L I U N D S I E B E R

    Die JuKi-Arbeitshilfe und die Suche der Jugendlichen nach dem

    eigenen Glauben8 9

    D I E L E S E R V O M D I E N S T

    Der notabene-Beirat10

    T H E M E N U N D T E R M I N E

    Hinweise und Veranstaltungen11 13

    A R B E I T E N B E ID E R K I R C H E

    Kirche pflegen und Geissen htenPfarrstellen und -wahlen

    14

    M O N AT S A G E N D A

    15

    D E N K Z E T T E L

    Illustration, Impressum16

    Zwingli in der reformierten

    Ahnengalerie eine Zumutung?

    Synodewahlen nach Redaktionsschlusskid. Die vorliegende Ausgabe des notabene erhalten Sie kurz vor oder nach der Wahl der Mitglieder der Kirchensyonde vom 15. Mai. Weil bereits Ende April Redaktionsschluss war, ist es uns nicht mglich, Sie mit dieser Nummer ber den Wahlausgang zu informieren. Die aktuellsten News erhalten Sie auf www.zh.ref.ch und in der Juni-Ausgabe des notabene.

  • notabene 4/2011 3

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    Landeskirchliches Personalrecht tritt 2012 in Kraft

    Neues Personalrecht und neue Lohnklassen

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    kid. Am 1. Januar 2012 wird das neue landeskirchliche Personalrecht in Kraft treten. Im Blick darauf finden im Herbst 2011 mehrere Einfhrungsveranstal-tungen statt.

    Am 11. Mai 2010 erliess die Kirchen-synode die Personalverordnung der Landeskirche. Die in Ergnzung dazu erforderliche Vollzugsverordnung ver-abschiedete der Kirchenrat im April 2011 zuhanden einer Vernehmlassung. Diese wird bis Ende Mai 2011 dauern. Damit kann das neue landeskirchliche Personalrecht am 1. Januar 2012 in Kraft treten.

    Das landeskirchliche Personalrecht orientiert sich an den personalrechtli-chen Regelungen des Kantons. Da es zugleich aber die Besonderheiten des kirchlichen Dienstes zu bercksichti-gen hat, weist es in verschiedenen Punkten Neuerungen auf. Um die Kir-chenpflegen und die Bezirkskirchen-pflegen mit diesen neuen Rechtsgrund-lagen vertraut zu machen, plant der Kirchenrat im September 2011 vier re-gionale Einfhrungsveranstaltungen. Diese finden jeweils abends statt: in Us-ter am 6. September, in Winterthur am 8. September, in Zrich am 13. Septem-ber und in Horgen am 15. September.

    Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Grundzge des Personalrechts sowie dessen wichtigste Neuerungen aufzuzei-gen. Zugleich erfolgen Hinweise zur Umsetzung und Einfhrung des neuen Rechts. Im Rahmen dieser Veranstal-tungen soll auch Raum fr die Beant-wortung von Fragen zu den Pfarrwahlen 2012 mglich sein.

    Zielgruppe der Veranstaltungen sind die Prsidien Kirchenpflege und Res-sortvorstnde Personelles sowie Perso-nen, die in ihrer beruflichen Funktion hufig mit personalrechtlichen Fragen zu tun haben.

    berfhrung der Lohnklassen

    Mit Inkrafttreten des neuen Personal-rechts Anfang 2012 werden die Mitar-beitenden der Landeskirche in den Kirchgemeinden und in den Gesamt-kirchlichen Diensten auch in neue Lohnklassen eingereiht. Wie die ber-fhrung in den landeskirchlichen Ein-reihungsplan umgesetzt wird, ist

    ebenfalls Thema von Informationsver-anstaltungen. Zielgruppe der Veranstal-tungen sind ebenfalls die Prsidien Kir-chenpflege und Ressortvorstnde Personelles sowie Personen, die in ih-rer beruflichen Funktion die berfh-rung der Lhne administrativ vollzie-hen.

    Die Workshops finden an fnf Aben-den im Hirschengraben 50 statt. Es sind dies der 3./17./20./25. und 27. Okto-ber 2011.

    Die Ausschreibungen und Anmelde-details finden Sie im Kursbuch fr Kirchgemeinden, welches im Juni ver-schickt wird, oder auf www.zh.ref.ch unter Kurse.

    Kirchenrat

    Michel Mller seit 1. Mai im Amt

    kid. Der am 15. Mrz von der Kirchen-synode neu gewhlte Kirchenratsprsi-dent der reformierten Landeskirche, Pfarrer Michel Mller, hat sein Amt am 1. Mai angetreten. Die offizielle und fei-erliche Amtseinsetzung findet am Re-formationssonntag, 6. November 2011, statt.

    Einen seiner ersten ffentlichen Auf-tritte als Kirchenratsprsident hatte Mi-chel Mller am 9. Mai im Grossmnster anlsslich des kumenischen Gottes-dienstes zur Erffnung der Legislatur

    20112015 des Kantonsrates und des Regierungsrates.

    Als Prsident steht Michel Mller im Kirchenrat dem Prsidialressort vor. Zu diesem Vollamt gehren als hauptsch-liche Aufgabenbereiche die Belange derKirchgemeinden, der Kirchgemein-schaften und der Pfarrschaft inklusive der Aus- und Weiterbildung der Pfarre-rinnen und Pfarrer, sodann die Bezie-hungen zum Staat und zu anderen Kir-chen sowie die Kommunikation der Landeskirche. Fo

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    Anfang 2012 gelten fr die Mitarbeitenden der Landeskirche die neue Personalverordnung und das neue Lohnklassensystem.

  • notabene 4/20114

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    sch. Die ffentlichkeitskampagne, die ab dem 25. August von reformierten Kirchen in der Deutschschweiz und im Elsass lanciert wird, berrascht und ir-ritiert mit einer ungewohnten sthetik und mit Slogans, die auf den ersten Blick wenig Tiefgang versprechen. Die Zrcher Landeskirche ist anders als bei den letzten Kirchenkampagnen Selber denken Die Reformierten oder Ist Fussball alles, woran Sie glau-ben? diesmal mit von der Partie. Der Kirchenrat hat einen Beitrag von 40 000 Franken gesprochen. Die Kirchgemein-den entscheiden selbst, ob sie sich an der Kampagne beteiligen wollen. Dafr spricht, dass die Gemeinden und ihre Aktivitten im Zentrum stehen. Alle Ma-terialien sind ausserdem mit dem Bei-trag der Landeskirche bereits finan-ziert. Auch wenn es aus werbetechnischen Grnden noch nicht mglich ist, den Schleier ber der Aktion zu lften, kon-frontiert notabene einen der geistigen Vter der Kampagne bereits heute mit kritischen Fragen. Ausgangspunkt ist das Anschauungsmaterial, das den Ge-meinden zugeschickt worden ist. Frank Worbs, Leiter Kommunikation der Aar-gauer Landeskirche, nimmt Stellung:

    ffentlichkeitskampagne der Reformierten 2011

    Wir zeigen, was die Kirche zu bieten hat

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    mitteln, sondern mit einem spieleri-schen, emotionalen Zugang Aufmerk-samkeit gewinnen. Die Aktion soll berraschen und Aha-Effekte auslsen.

    Ist das nicht Etikettenschwindel, wenn nachher doch die Kirche als Ab-sender auftaucht?

    Wir wollen den berraschungseffekt nutzen und zeigen, was die Kirche drauf hat. Zum Kampagnenthema hat die Kir-che viel zu sagen. Und das berzeugt. Es handelt sich bewusst nicht um eine Image-Kampagne der Kirche, sondern es geht um berraschende Angebote und Projekte der Kirchgemeinden fr Menschen mitten im Leben.

    Auf den ersten Blick weisen die Slo-gans in Richtung Lifestyletheologie. Wo bleibt der Tiefgang?

    Auf den ersten Blick sieht es ober-flchlich aus. Das wird in den Kirchge-meinden und spter auch