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Frauen im Pfarramt

Transcript of notabene 7/2013

  • Nr 7 / September 2013Zeitschrift fr die Mitarbeitenden der Zrcher Landeskirche

    Seite 10

    Gekndigt und gedemtigtImmer mehr Menschen suchen Hilfe bei der Kirchlichen Fachstelle bei Arbeitslosigkeit

    Frauen im Pfarramt Wie Pfarrerinnen Amt und Kirche prgen

    Seite 14

    Kopfber im KirchturmZu Besuch bei den Fledermusen von Eglisau

    notabene

  • notabene 7 / 20132

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Vor 50 Jahren wurden in Zrich die ers-ten Frauen ordiniert. Der Schritt war damals schon berfllig. Die ersten Theologinnen hatten ja bereits kurz nach der Jahrhundertwende ihre Stu-dien erfolgreich abgeschlossen. Ins Pfarramt liess man sie nicht, oder nur als Hilfskraft. Nicht kirchliche Institutio-nen, sondern der Kanton und das Bun-desgericht verweigerten den Theologin-nen noch einmal Jahrzehnte den Zutritt

    zum prestigetrchtigen Amt. 1963 im-merhin noch sieben Jahre, bevor die Schweizerinnen das Stimmrecht beka-men stiegen die ersten Zrcher Pfarre-rinnen auf die Kanzel.

    Heute sind Frauen im Pfarramt eine Selbstverstndlichkeit: Fast 200 Frauen arbeiten als Pfarrerinnen in Gemeinden oder als Seelsorgerinnen in Institutionen im Dienst der Landeskirche. In anderen Berufen und mtern der Kirche enga-gieren sich Frauen schon lnger Seite an Seite mit ihren mnnlichen Kollegen. In Bereichen wie der Katechetik tragen sie fast die ganze Verantwortung.

    Frauen prgen die Kirche. Sie geben ihr ein Gesicht und verleihen den Rol-len, die sie einnehmen, ihr eigenes Ge-prge (lesen Sie dazu den Artikel von Kirchenrtin Irene Gysel ab Seite 8).

    Dass es damit nicht getan ist, dass die Geschichte der Gleichberechtigung der Geschlechter in der Kirche nicht schon vor 50 Jahren ihr Happy End gefunden hat, geht manchmal vergessen. In den Leitungsfunktionen der Kirche sind die Frauen beispielsweise immer noch deut-lich untervertreten. Darauf weist Pfarre-rin Sabine Scheuter in der Kolumne (auf Seite 5) hin. Das Sagen haben an vielen Schaltstellen der Kirche immer noch die

    Mnner. Umgekehrt konstatiert man, dass sich Mnner immer mehr von Ehrenmtern und frei-willigem Engagement in den Kirchgemeinden verabschieden und im kirchlichen Unterricht das Feld fast gnzlich den Frauen

    berlassen. Die Geschlechterfrage bleibt der Kir-

    che auf verschiedenen Ebenen erhalten. Wir knnen sie mit Blick auf das Er-reichte sicher mit etwas mehr Gelas-senheit angehen als die Generationen, die sich erkmpfen mussten, was heute selbstverstndlich ist. Wenn Frauen oder Mnner aber in einzelnen Berei-chen und Funktionen fehlen, ist das eine Fehlermeldung, auf die man besser re-agiert. Nicht, um der politischen Kor-rektheit Genge zu tun, sondern weil es nicht gut kommt, wenn all das Know-how, das Engagement und die Erfahrun-gen der Ausgesperrten auf der Strecke bleiben.

    Christian SchenkRedaktor notabene

    Aktuell

    Nachrichten3 6

    Kolumne FrauensacheMnnersache

    5

    Leserbriefe7

    Schwerpunkte

    Wie Frauen das Pfarramt und die Kirche prgen

    8 9

    DFA: Bevor im Job alle Stricke reissen

    10 11

    Rubriken

    Themen und Termine12 14

    Stellenmarkt14

    kreuz & quer: Abhngen in Eglisau

    15

    Impressum / Cartoon16

    Editorial / Inhaltsverzeichnis

    Happy End in der Geschichte der Gleichberechtigung?

  • notabene 7 / 2013 3

    Aussprachesynode / Wie die Kirche ist, und wie sie sein sollte

    sch. Unter dem Titel Perspektive Kir-che hat sich das Kirchenparlament am 25. Juni ausserhalb des blichen Ratsbe-triebes zu einer Aussprachesynode ge-troffen. Jenseits des kirchenpolitischen Tagesgeschfts widmeten sich die Syno-dalen an der ganztgigen Veranstaltung den grossen Fragen nach dem Auftrag und Dienst der Kirche. Nach einer Phase der Strukturfindung der Landes-kirche und im Hinblick auf das Refor-mationsjubilum 2019 sollte mit der Ausspracheversammlung das Augen-merk auf die theologische Verantwor-tung der Kirchensynode gelenkt werden.

    Die in Gruppenarbeiten erarbeiteten Leitstze zum Wohin der reformierten Kirche wurden am Nachmittag ins Ple-num im Kirchgemeindehaus Neumns-ter getragen. Wir wollen als Kirche eine sichtbare, selbstbewusste, begeisternde

    Gemeinschaft sein oder Die Kirche der Zukunft ist lokal haftbar, inhaltlich fassbar und medial prsent, waren Im-pulse, die eine Mehrheit der Synodalen begrssten. Auf der weitgefcherten Priorittenliste des Kirchenparlaments fand sich ausserdem der Wunsch nach mehr Profil, nach einem Minimum an Verwaltung und einem Maximum an Begeisterung.

    Konkretere Ziele wurden ebenfalls formuliert: Strkere Anstrengungen fr die Einbindung der Jugendlichen nach der Konfirmation oder die Strkung und persnlichere Gestaltung von Taufe, Hochzeit und Abdankung. Auch selbst-kritische Tne begleiteten die Diskussio-nen: Zu hoch gegriffen seien die von den Synodalen vorgebrachten Ziele und die Leitstze zu wenig konkret und kaum handlungsleitend.

    Die Aussprachesynode fand ihren Ab-schluss in einer Abendmahlsvesper in der Kirche Neumnster. Am 17. Sep-tember kehrt die Kirchensynode zum politischen Alltagsgeschft zurck.

    Die nchsten Traktanden Jahresbericht 2012

    Die Kirchliche Fachstelle bei Ar-beitslosigkeit (Postulat von Ros-marie Egli) Antrag und Bericht Kirchenrat

    Interpellation von Peter Schmid betreffend fresh expressions of church Antwort des Kirchenrates

    Bildungskonzept Antrag und Bericht Kirchenrat (siehe unten)

    Postulat von Hannes Aeppli, Nachhaltige Kapitalsicherung

    17. September, 8.15 Uhr. Rathaus

    Kirchensynode / Neuer Anlauf fr das Bildungskonzept

    sch. An ihrer nchsten Sitzung vom 17. September befasst sich die Kirchensyn-ode mit dem Bildungskonzept, das fr die Landeskirche in den nchsten Jahren handlungsleitend sein soll. Die Synode hat ein solches Bildungskonzept mit ei-ner Motion im Mrz 2012 eingefordert. Das Kirchenparlament wollte damit Auskunft erhalten ber knftige Bil-dungsstrategien, Bildungsinhalte, Um-setzung und Terminierung sowie den

    langfristigen Finanzierungsbedarf. Der Kirchenrat hatte seinen Bericht be-reits fr die Juni-Sitzung traktandiert, ihn dann aber noch einmal zurckge-stellt und berarbeitet. Jetzt liegt er in kompletter Fassung vor und beschreibt auf 33 Seiten so knapp wie mglich und so umfassend wie ntig, wie, von wem und womit Bildungsarbeit landes-kirchlich und kirchgemeindlich ge-schieht. Und er benennt Strategien

    dort, wo der Kirchenrat und die Ge-samtkirchlichen Dienste die Verantwor-tung tragen. Unter anderem formuliert der Kirchenrat hier die strategischen Schwerpunkte zum Religionspdagogi-schen Gesamtkonzept und der Erwach-senenbildung, zum Kloster Kappel und zur geplanten Stadtakademie als Pro-filort in urbaner Region.

    www.zh.ref.ch/kirchensynode

    Foto

    : sch

  • notabene 7 / 20134

    Staatsarchiv / Musteraktenplan fr Kirchgemeinden online

    Das Staatsarchiv hat auf seiner Website einen neuen Musteraktenplan (Muster-registraturplan) fr Kirchgemeinden publiziert. Seit Mitte der 1980er Jahre stellt das Staatsarchiv Musterakten-plne fr die verschiedenen Gemeinde-typen (politische Gemeinden, Kirchge-meinden, Schulgemeinden) und Zweckverbnde zur Verfgung. Da Ak-tenplne die aktuellen Strukturen und Aufgaben der ffentlichen Organe abbil-den sollen, bedrfen sie periodisch der berprfung. Der neue Musterakten-plan ist das Ergebnis einer solchen berarbeitung. Er ist aufgaben- und prozessorientiert. nderungen in der Organisation der Kirchgemeinde lassen sich so ohne weiteres in den Aktenplan

    integrieren. Die Publikation des neuen Musteraktenplans bedeutet nicht, dass die Kirchgemeinden ihr bestehendes Ordnungssystem unmittelbar auf diesen umstellen mssen. Folgende Grnde knnen jedoch fr eine Umstellung sprechen:

    1. Die Kirchgemeinde verwendete bis-her keinen Aktenplan.

    2. Die Kirchgemeinde ist unzufrieden mit dem bisherigen Aktenplan und wnscht sich ein neues Ordnungssystem.

    3. Es steht ein Zusammenschluss mit einer anderen Kirchgemeinde an. In die-sem Fall ist die Erarbeitung eines neuen Ordnungssystems zwingend.

    Damit der Aktenplan in der Explorer-struktur abgebildet werden kann, stellt

    das Staatsarchiv auf seiner Website zu-stzlich zum Musteraktenplan die leere Ordnerverzeichnisstruktur gemss Ak-tenplan als ZIP-File zur Verfgung.Barbara Mathis

    Fr Fragen stehen im Staatsarchiv

    Bernhard Rieder, Gemeindearchive, und

    im Rechtsdienst des Kirchenrates

    Barbara Mathis, Juristische Mitarbeiterin,

    zur Verfgung: bernhard.rieder@ji.zh.ch,

    Tel. 044 635 69 14; barbara.mathis@zh.

    ref.ch, Tel. 044 258 92 40

    www.staatsarchiv.zh.ch/internet/

    justiz_inneres/sta/de/gemeinden/

    musteraktenplaene.html

    Diakoniekampagne 2014 / Mit Hoffnungsstreifen zeigen, was die Kirche leistet

    Was ist Diakonie? Ein Grossteil der Be-vlkerung weiss heute nicht mehr, was mit dem Begriff gemeint ist. Eine f-fentlichkeitskampagne soll dies ndern. Ab Mai 2014 wollen die reformierten

    Kirchen der Deutschschweiz mit Plaka-ten und Aktionen zeigen, was die Kirch-gemeinden alles an sozialer Arbeit leis-ten. Im gleichen Zug soll es gelingen, die Menschen zum persnlichen Engage-ment und zur Freiwilligenarbeit zu er-muntern.

    Die Kampagne steht unter dem Titel Hoffnungsstreifen. Die Sujets zeigen Menschen in prekren Situationen, die

    auf Hilfe angewiesen sind. Die Bruchli-nien in der Existenz werden von grnen Hoffnungsstreifen zusammengehalten. Die Plakate sind mit dem Absender re-formierte Kirche gekennzeichnet und

    verweisen auf die Kampagne-Website. Die Kampagne lebt davon, dass sich die Kirchgemeinden, ihre Mitarbeiten-den und Menschen, die sich durch die Kampagne angesprochen fhlen, daran beteiligen, schreiben die Initianten. Angestossen und finanziert wird die Ak-tion von der Stiftung fondia zu