OJ Absolventen

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    28-Nov-2014
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    Career

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„Alles, nur nicht klassisch – Karrierewege von OJ-Absolventen“. Ein Dossier von Mirca Waldhecker, erstellt im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Sommersemester 2013.

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  • 1. PDF-Version des Online-DossiersAlles, nur nicht klassisch Karrierewege von OJ-AbsolventenBachelorarbeit 2013von Mirca WaldheckerStudiengang Online-JournalismusBetreuer: Prof. Dr. Thomas Pleil
  • 2. 2EinfhrungWas studierst du denn? Online-Journalismus. Aha, und was macht man da andersals beim normalen Journalismus? AaalsoDieses Gesprch habe ich in den letzten drei Jahren oft gefhrt. Kaum jemand kann sichetwas Konkretes unter Online-Journalismus vorstellen. Verwirrung herrscht auch, was diespteren Arbeitspltze von Absolventen des Studiengangs Online-Journalismus angeht.Deshalb habe ich beschlossen, mit meiner Bachelorarbeit Licht ins Dunkel zu bringen.Bis zum Sommersemester 2013 haben 354 Absolventen den Studiengang Online-Journalismus abgeschlossen. In diesem Multimedia-Dossier lernen Sie acht dieserAbsolventen kennen. Ich habe sie an ihren Arbeitspltzen besucht und zu ihrem Berufslebenausgefragt. Alle haben nach dem Studium ganz unterschiedliche Richtungen eingeschlagen.Kersten Riechers etwa hat zusammen mit Kommilitonen eine Agentur gegrndet, JuliaSchmid hat sich als Videojournalistin selbststndig gemacht, und Rafael Bujotzek arbeitet alsRedakteur und Reporter fr das ZDF. Keiner von ihnen hat den ehemals klassischen Wegbeschritten, der viele Jahre so aussah: Studium, Volontariat, Redakteursstelle.
  • 3. 3Auerdem habe ich den Leiter des Studiengangs, Professor Dr. LorenzLorenz-Meyer, zur Entwicklung des Studiengangs und zu denBerufschancen der Absolventen befragt. Er ist berzeugt: Wenn manhier eine gute Ausbildung hinlegt, sich wirklich reinhngt, sichengagiert und die Chancen wahrnimmt, die wir Ihnen anbieten, ist esfast ausgeschlossen, dann irgendwo als Hartz IV-Empfnger zu enden,denn was wir hier ausbilden, ist genau das Segment, das weiterhin ingroem Mastab nachgefragt wird.Ich wnsche viel Spa beim Lesen und freue mich ber Feedback!Mirca WaldheckerMai 2013Zur AutorinMirca Waldhecker schliet mit diesem Dossier ihr Journalismus-Studium ander Hochschule Darmstadt ab. Davor hat sie bei der Allgemeinen ZeitungMainz volontiert und eine Ausbildung zur Mediengestalterin fr Digital-und Printmedien bei der Axel Springer AG gemacht. Whrend des Studiumshat sie unter anderem fr das Internetportal T-Online, die ZeitschriftBrigitte, den NDR Lbeck und das Darmstdter Echo gearbeitet. Privatbloggt sie unter www.wichtigwitzigwunderlich.wordpress.com.
  • 4. 4InterviewWenn man hier eine gute Ausbildung hinlegt, sich wirklich reinhngt, sich engagiert unddie Chancen wahrnimmt, die wir Ihnen anbieten, ist es fast ausgeschlossen, dannirgendwo als Hartz IV-Empfnger zu enden, denn was wir hier ausbilden, ist genau dasSegment, das weiterhin in groem Mastab nachgefragt wird.Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer | Foto: Tobias KrebsEin Interview mit Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer, Leiter des Studiengangs Online-Journalismus, zur Entwicklung des Studiengangs und des Mediencampus Dieburg sowieden Berufschancen der Absolventen.Mirca Waldhecker: Herr Lorenz-Meyer, den Studiengang Online-Journalismus gibt esseit 2001, seit 2004 sind Sie als Professor dabei, seit Ende 2012 sind Sie der Leiter desStudiengangs. Sind Sie zufrieden damit, wie sich der Studiengang entwickelt hat?Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer: Ja, unbedingt. Ich glaube, dass es uns gelungen ist, aus einemNischenprodukt einen wichtigen Player zu machen. Als wir angefangen haben, waren wirmehr oder weniger die Einzigen, die Online-Journalismus als Studiengang angeboten haben.Etwas spter kam der Studiengang Online-Redakteur in Kln hinzu, aber ansonsten gab eskeine Ausbildungsgnge, die speziell auf das Internet als Plattform fokussiert haben. Insofernwaren wir schon was Besonderes. Allerdings waren wir auch in vielerlei Hinsicht sehrunerfahren. Der Studiengang griff zwar aktuelle Entwicklungen auf, aber man hatte nochnicht ganz die richtigen Lehrbeauftragten beisammen, das Curriculum stimmte noch nichthundertprozentig. Was man jetzt beobachten kann, ist, dass die Sachen sich von Jahrgang zuJahrgang zurechtgeruckelt haben und besser geworden sind. Und dadurch, dass dann auch dieersten Absolventen rausgegangen sind und die Branche mitgekriegt hat: Oh, da kommenLeute, die kennen und knnen Sachen, die andere nicht knnen, haben wir mit der Zeit auchnoch strker motivierte Bewerber bekommen. Das heit, dass auf ganz vielen Ebenen
  • 5. 5Verbesserungsprozesse stattgefunden haben. Ich glaube auch, dass es uns durch dieVerzahnung mit der Praxis in den Semesterprojekten und durch die berufspraktische Phase,diese stndige Interaktion zwischen den Studierenden und dem tatschlichen Arbeitsmarkt,gelungen ist, dass die Organisation als Ganze gelernt hat. Das ist das, worauf ich wirklichstolz bin, dass wir diese Chance nicht an uns haben vorbeiziehen lassen, sondern in dem Ma,das fr uns mglich war, tatschlich wahrgenommen haben.Der Studiengang hat auch davon profitiert, dass Professoren und Lehrbeauftragte ausder Praxis kommen. Sie waren vorher beim Spiegel, Professor Peter Schumacher bei derF.A.Z., wen gibt es da noch?Friederike Herrmann war beim Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt (Anmerkung:Friederike Herrmann ist zum Wintersemester an die Katholische Universitt Eichsttt-Ingolstadt gewechselt), Annette Lemllmann bei Spektrum die Ausschreibungen beiFachhochschulprofessoren sehen ja regulr vor, dass man Berufspraxis auerhalb derHochschule vorzuweisen hat. Dieser Teil des Erfolgs hngt also auch am KonzeptFachhochschule, dass die Praktiker in der Lehre eine grere Rolle spielen. Auf der anderenSeite muss man dann darauf achten, dass die Wissenschaft und die Forschung nicht zu kurzkommen. Aber auch da sind inzwischen mit der Grndung des Instituts fr Kommunikationund Medien und verschiedenen Forschungsprojekten Spielrume entstanden, die es in denersten vier, fnf Jahren so noch nicht gegeben hat. Und nochmal zur Frage Stolz, ich glaube,dass wir inzwischen eine bundesweite Reputation haben. Man kennt uns und man sieht, hierwerden Inhalte gelehrt, die relevant und aktuell sind, und es kommen Leute dabei raus, dieman sehr breit einsetzen kann von der alltglichen Redaktions- und Kommunikationsarbeitbis hin zur Konzeption und Entwicklung.Welches waren denn die ersten Kooperationen oder Praxisprojekte?Es gab schon sehr frh ein Projekt mit GEO, darauf waren die am Anfang auch sehr stolz. Esgab ein Projekt mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und es gab relativ frh Projekte mitder lokalen Industrie wie zum Beispiel Merck. Mein zweites Semesterprojekt im Winter 2004war ein Dossier fr das Blog www.onlinejournalismus.de. Da ging es um den Einsatz vonBlogs im Journalismus und Social Media, die zu der Zeit noch ein bisschen anders aussahen.Twitter gab es damals noch nicht, und Facebook war gerade erst gegrndet worden,stattdessen ging es um Wikis und Blogs. Das war unser erstes journalismustheoretischesProjekt, wo die Studenten versucht haben, Guidelines darber zu schreiben, wie RedaktionenSocial Media einsetzen knnen.Diese Projekte, in denen die Studierenden vieles selbst entwickeln, machen offenbarauch sehr selbststndig, wenn man sich anschaut, wie viele Studierende nach demAbschluss eigene Projekte starten oder sogar Unternehmen grnden.Ja, ich habe beobachtet, dass diejenigen nach dem Abschluss des Studiums bei der Job-Sucheam erfolgreichsten sind, die schon whrend des Studiums eigene Projekte vorangetriebenhaben. Da spielen auch Blogs eine groe Rolle. Seit wir die Studenten sehr frh dazubringen, eigene Blogs einzurichten, finden viele schon whrend des Studiums eine Plattform,wo sie sich ausprobieren knnen, wo sie Themenpflege, Themenfindung, Recherche undSchreiben auf eine Weise praktizieren, dass ihnen diese Erfahrungen nachher in derBewerbungssituation tatschlich helfen.
  • 6. 6Wie kam es denn berhaupt zur Grndung des Studiengangs?Der Studiengang ist in einem Fachbereich gegrndet worden, der damals noch Sozial- undKulturwissenschaften (SuK) hie. Und dieser Fachbereich hat eine Art Studium Generalefr die Ingenieure angebotenDie Ingenieure?Ja, man war der Meinung und das galt fr alle hessischen Fachhochschulen dass dieseganzen technischen Berufe auch etwas von Politik, Gesellschaft und Kultur verstehen sollten.Deshalb hat man die Studenten dazu verdonnert, Seminare aus den sozial- undkulturwissenschaftlichen Fachbereichen zu besuchen, wo es dann um politische,gesellschaftliche oder ethische Themen ging. Dieses sogenannte Begleitstudium ist imLaufe der Zeit zunehmend unter Druck geraten, an anderen Hochschulen wurde es sogarabgewickelt. Der Fachbereich an der Hochschule Darmstadt musste ebenfalls seine Existenzrechtfertigen, und es wurden die zwei Studiengnge Informationsrecht und Online-Journalismus gegrndet mit dem Ehrgeiz, Zukunftsthemen zu besetzen und sich schick undfancy und sexy zu prsentieren. Tatschlich hat das Prsidium dann den Studiengang Online-Journalismus dem Fachbereich SuK weggenommen und in den Fachbereich Media verpflanzt.So sind wir hier in dieser etwas anderen und wahrscheinlich insgesamt auch passenderenUmgebung gelandet.Es muss doch unheimlich spannend und schn sein, als Professor in einem Fachbereichund Studiengang zu arbeiten, der sich permanent so stark entwickelt. Das ist doch einewahnsinnige Herausforderung, oder?Ja, das