Open Access Week 2009 - Open Access - Publikationsfreiheit oder Enteignung?

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  • 1. Open Access Publikationsfreiheit oder Enteignung?
  • 2. bersicht 1. Heidelberger Appell 2. Google Books 3. Google Book Settlement 4. VG Wort 5. Aktionsbndnis Urheberrecht in Bildung und Wissenschaft 6. Open Access 7. Open Access als Enteignung?
  • 3. Heidelberger Appell Im Mrz 2009 vom Literaturwissenschaftler Roland Reu initiierter Aufruf Gerichtet an die Bundesregierung und die Regierungen der Lnder Unterzeichnet v.a. von Verlagen; Schriftsteller/innen und Geisteswissenschaftler/innen Zeitgleich aber von vielen Wissenschaftler/innen und Publizist/innen als fehlerhaft und irrefhrend bezeichnet
  • 4. Appell fr Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte Massiver Angriff auf das Recht des Urhebers auf freie und selbstbestimmte Publikation auf zwei Ebenen: International: Entwendung des geistigen Eigentums durch Google Books u.a. National: Allianz der dt. Wissenschaftsorganisationen propagieren gesetzeswidrige Eingriffe in die Publikationsfreiheit Allianz der dt. Wissenschaftsorganisationen will die Autor/innen zu Open Access verpflichten (= Zwang zu einer bestimmten Publikationsform)
  • 5. Google Books 2002 startet das geheime Buch-Projekt mit der Frage: Wie lange dauert es, um alle existierenden Bcher zu digitalisieren? 2004 Start des Bibliotheksprogramm Google Print, woraus 2005 Google Book Search wird Bestand speist sich aus zwei Quellen: Google Partner Programm Google Library
  • 6. Google Partner Programm Zusammenarbeit v.a. mit Verlagen Buchinhalte online durchsuchbar machen und Bereitstellung von Links zum Kauf der Bcher Vorschau einer begrenzten Seitenzahl; Verlag entscheidet, wie viel in der Vorschau angezeigt wird Beispielseiten zu drucken oder zu kopieren ist nicht mglich Vertriebs- und Marketingprogramm (Die Google Buchsuche ist eines der einfachsten und besten Online-Marketingtools.) Wird von vielen Verlagen genutzt (z.B. VS-Verlag, Meiner-Verlag, Springer, De Gruyter)
  • 7. Google Library Programm Zusammenarbeit mit mehreren groen Bibliotheken (z.B. Harvard Bibliothek, Oxford Bibliothek, Bayerische Staatsbibliothek) Digitalisierung der Bestnde ffentlicher Bibliotheken (meist vergriffener oder gemeinfreier Bcher) Bibliografische Informationen zu dem Buch Vier Zugriffsoptionen: Keine Vorschau verfgbar Auszug (Schnipsel) Eingeschrnkte Vorschau (Partnerprogramm) Vollstndige Vorschau
  • 8. Google Book Settlement Aber auch Bcher, die noch urheberrechtlich geschtzt sind, wurden retrodigitalisiert, ohne die Erlaubnis der jeweiligen Rechteinhaber einzuholen 2005 Sammelklage von Authors Guild, Association of American Publishers und einzelnen Autor/innen Oktober 2008 Streitigkeiten werden durch 323- seitigen Vergleichsvorschlag beigelegt, dem Google Book Settlement Wird dieser Vergleich genehmigt, gilt er fr die ganze Klasse, auer es wurde bis 4.9.09 Widerspruch eingelegt
  • 9. Google Book Settlement Erlaubt Google das Einscannen urheberrechtlich geschtzter Bcher und die Verwaltung in einer Datenbank Bei vergriffenen Bchern oder wenn die Erlaubnis des Rechteinhabers vorliegt, darf Google die Bcher kommerziell verwenden (z.B. den Zugriff auf einzelne Bcher und institutionelle Abonnements verkaufen) 63% der Einnahmen gehen an den Rechteinhaber Einrichtung eines Buchrechteregisters, ber das die Zahlungen geregelt werden Bereitstellung von 45 Millionen Dollar fr Zahlungen bei bis einschlielich 5. Mai 09 eingescannten Bchern
  • 10. Google Book Settlement Kritik europischer und deutscher Interessensvertreter (z.B. Brsenverein, VG Wort, Bundesregierung) Forderung des US-Justizministeriums, die Entscheidung zum Settlement zu vertagen Kritiker sehen Verste gegen das Wettbewerbs- und das Urheberrecht Google, der Authors Guild und die Association of American Publishers entschlieen sich zu einer berarbeitung des Abkommens 7. Oktober fand eine Status-Konferenz statt Bisheriger Vergleich ist ungltig, es wird ein neuer ausgearbeitet und dem Gericht bis zum 9.11. vorgelegt Gerichtliche Anhrung im Dez. 09 oder Jan. 10
  • 11. VG Wort schreibt Autor/innen an VG Wort grndet Arbeitsgruppe zum Google-Vergleich VG Wort will sich folgende Rechte von Google bertragen lassen: Die Vergtungsansprche fr Digitalisierungen Das Recht, die Entfernung smtlicher vergriffener und lieferbarer Bcher zu verlangen Rechtebertragung soll mit nderungen des Wahrnehmungsvertrag verbunden werden Einrumung des Rechts, digitale Nutzungen von vergriffenen Bchern weltweit fr Google oder Dritte zu lizenzieren, sofern nicht Autor/in oder Verlag dem widersprechen Einrumung des Recht, digitale Vervielfltigung zum Zwecke bibliografischer Angaben zu erlauben
  • 12. Konsequenzen aus den Forderungen der VG Wort Entfernung aller deutschsprachigen Bcher aus der Google Book Suche Anschlieend Verhandlung mit Google bzgl. der Anzeige vergriffener Titel (vermutlich ber Pay-per- view-Modelle) Keine Textausschnitte oder Schnipsel bei noch lieferbaren Bchern (nur noch Anzeige bibliografischer Daten bei lieferbaren Bchern)
  • 13. Aktionsbndnis Urheberrecht fr Bildung und Wissenschaft Kein Widerspruch gegen das Settlement, aber Protestschreiben an das Gericht VG Wort nicht die Rechte bertragen Brief des Urheberrechtsbndnisses an das zustndige New Yorker Gericht: Generelles Einverstndnis mit der Digitalisierung durch Google Einwnde gegen Google-Monopol an digitalisierten vergriffenen und verwaisten Werken Kritik an der einseitig ausgerichteten Organisation der Book Rights Registry
  • 14. Warum Open Access? Unsere Aufgabe Wissen weiterzugeben ist nur halb erfllt, wenn diese Informationen fr die Gesellschaft nicht in umfassender Weise und einfach zugnglich sind. Neben den konventionellen Methoden mssen zunehmend auch die neuen Mglichkeiten der Wissensverbreitung ber das Internet nach dem Prinzip des offenen Zugangs (Open Access-Paradigma) gefrdert werden. (Berliner Erklrung ber den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, 2003)
  • 15. Berliner Erklrung: Zwei Voraussetzungen fr OA 1. Die Urheber und die Rechteinhaber gewhren allen Nutzern unwiderruflich das freie, weltweite Zugangsrecht zu diesen Verffentlichungen und erlauben ihnen, diese Verffentlichungen in jedem beliebigen digitalen Medium und fr jeden verantwortbaren Zweck zu kopieren, zu nutzen, zu verbreiten, zu bertragen und ffentlich wiederzugeben sowie Bearbeitungen davon zu erstellen und zu verbreiten, sofern die Urheberschaft korrekt angegeben wird. 2. Eine vollstndige Fassung der Verffentlichung () wird in einem geeigneten elektronischen Standardformat in mindestens einem Online-Archiv hinterlegt (und damit verffentlicht), ()
  • 16. Was meint Open Access? Originre wissenschaftliche Forschungsergebnisse (Beitrge in Zeitschriften, Monografien, Preprints etc.) Aber auch: Ursprungsdaten, Metadaten, Bilder etc. Literatur, die Wissenschaftler/innen ohne Erwartung, hierfr bezahlt zu werden, verffentlichen Heidelberger Appell nimmt eine unzulssige und gefhrliche Vereinheitlichung vor
  • 17.