Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der ... ... Einleitung 4 1. Einleitung Die Beteiligung

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Transcript of Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der ... ... Einleitung 4 1. Einleitung Die Beteiligung

  • Hochschule Magdeburg-Stendal

    Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften

    Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften

    BACHELORARBEIT

    zur Erlangung des akademischen Grades des Bachelor of Arts (B.A.)

    Autorin: Sandra Umlauf

    Hauptstraße 66

    01471 Radeburg

    Matrikelnummer: 20103102

    E-Mail: umlauf.sandra@gmail.com

    Telefon: 0173 6832291

    Gutachter: Prof. Dr. Michael Klundt

    Zweitgutachter: Dipl. Päd. Matthias Heintz

    Ort: Stendal

    Abgabetermin: 23.08.2013

    Partizipation von Kindern und Jugendlichen

    in der Heimerziehung

  • 2

    „Erkläre mir und ich werde vergessen.

    Zeige mir und ich werde mich erinnern.

    Beteilige mich und ich werde verstehen.“

    Konfuzius

  • Gliederung

    3

    Gliederung

    1. Einleitung ....................................................................................................................................... 4

    2. Partizipation ................................................................................................................................... 7

    a) Begriffserklärung ....................................................................................................................... 7

    b) Warum sollten Kinder und Jugendliche partizipieren? ............................................................... 8

    c) Stufenmodell der Partizipation ................................................................................................. 10

    3. Geschichtlicher Abriss der Heimerziehung in der BRD ............................................................... 12

    4. Rechtlicher Rahmen ..................................................................................................................... 15

    a) Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII/ KJHG) und seine Aufgaben .......................... 15

    b) Hilfen zur Erziehung ................................................................................................................ 16

    c) Heimerziehung ......................................................................................................................... 19

    d) Partizipation ............................................................................................................................. 20

    5. Allgemeines zur Heimerziehung und ihr aktueller Stand ............................................................. 23

    a) Definition und Eckdaten ........................................................................................................... 23

    b) Adressaten ................................................................................................................................ 24

    c) Ziele und Methoden ................................................................................................................. 25

    d) Kritik und Wirksamkeit ............................................................................................................ 27

    6. Partizipation in der Heimerziehung .............................................................................................. 29

    a) Voraussetzungen für gelingende Beteiligung ........................................................................... 29

    b) Formen der Beteiligung und der Hilfeplanprozess ................................................................... 31

    c) Der Stand der Partizipation aus Sicht von Kindern und Jugendlichen ...................................... 34

    d) „Demokratie in der Heimerziehung“ – Ein Praxisbeispiel ........................................................ 37

    7. Fazit und Ausblick ....................................................................................................................... 41

    8. Literatur........................................................................................................................................ 45

    9. Abbildungsverzeichnis ................................................................................................................. 48

    10. Eidesstattliche Erklärung .............................................................................................................. 49

  • Einleitung

    4

    1. Einleitung

    Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen Angelegenheiten, die sie

    betreffen, hat in den letzten Jahren auch in den Fachdiskursen der Jugendhilfe stark an

    Interesse gewonnen. Junge Menschen werden heute mehr denn je als eigenständige

    Subjekte wahrgenommen, für die Grundrechte gelten und deren Kompetenzen

    anerkannt werden. Partizipation von Heranwachsenden und deren Familien ist

    spätestens seit der Novellierung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes zu einem

    Paradigma der Kinder- und Jugendhilfe geworden und ist auf dem Weg, als eine

    grundlegende Voraussetzung für das Fallverstehen und den Erfolg der Hilfe verstanden

    zu werden. Auch das Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte des Kindes am

    05. April 1992 in Deutschland, stellte einen Meilenstein dar. Der darin enthaltene

    Artikel 12 sichert allen Kindern und Jugendlichen eine Beteiligung an Entscheidungen,

    die sie selbst betreffen, zu. 1

    2 Partizipation wird von vielen Erwachsenen, Fachkräften

    und Mitarbeitern 3 der Jugendhilfe als Leitidee akzeptiert, es besteht jedoch ein

    erheblicher Entwicklungsbedarf in der Umsetzung dieser.

    Ziel meiner Bachelorarbeit zum Thema „Partizipation von Kindern und Jugendlichen in

    der Heimerziehung“ ist es, zuerst die Grundlagen der Heimerziehung aufzuzeigen, um

    anschließend den Fragen nachzugehen, welche Bedingungen Partizipation von Kindern

    und Jugendlichen in den stationären Erziehungshilfen mit sich bringt und durch welche

    Methoden sie umgesetzt werden kann. Die Beteiligung der Fachkräfte und der Familien,

    welche ebenfalls von großer Bedeutung ist, fließt nur an einigen Stellen ein, um den

    Fokus auf die Möglichkeiten, Bedürfnisse und Sichtweisen der Heranwachsenden zu

    setzen. So wird auch der aktuelle Stand der Partizipation in deutschen Heimen aus Sicht

    der jungen Menschen aufgezeigt um ihre Perspektive wertzuschätzen. Zur

    Veranschaulichung soll ein Praxisbeispiel einen Einblick in die institutionelle

    Verankerung von Partizipationsrechten geben.

    Für das Thema Partizipation als Schwerpunkt meiner Bachelorarbeit entschied ich mich,

    weil die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in den von mir besuchten

    1 Vgl. BMFSFJ (Hrsg.) (2008): Übereinkommen über die Rechte des Kindes. UN-

    Kinderrechtskonvention im Wortlaut mit Materialien. Berlin. 2 In dieser Arbeit wird auf die in Deutschland geltenden, transnationalen und internationalen Rechte für

    Kinder, zum Beispiel die UN-Kinderrechtskonvention, nicht weiter Bezug genommen. 3 Erfolgt in dieser Bachelorarbeit zugunsten einer besseren Lesbarkeit keine explizite Differenzierung

    zwischen der weiblichen und der männlichen Form, so sind dennoch stets beide gemeint.

  • Einleitung

    5

    Politikseminaren stets ein wichtiger Bestandteil und Gegenstand spannender

    Diskussionen war. Um zu dem erlernten Wissen einen praktischen Bezug herzustellen,

    absolvierte ich drei Praktika in stationären Einrichtungen: In einem Kinderheim und

    einer sozialpädagogischen Jugendwohngruppe in Dresden und in der „School for Life“

    in Chiang Mai, Thailand. Somit zog sich der Bereich der stationären Erziehungshilfe

    wie ein roter Faden durch mein Studium und war stets mein besonderes Augenmerk.

    Kinder als die Experten ihrer eigenen Lebenswelt anzusehen, gehört zu den Grundlagen

    meines kindheitswissenschaftlichen Denkens, spielte stets eine Rolle in Studium und

    Praktika und stellt somit meine persönliche Verbindung zu dieser Arbeit dar.

    Die Bachelorarbeit beginnt mit einer Einführung zum Thema „Partizipation“, einer

    Erklärung zur Begrifflichkeit und deren geschichtlicher Entwicklung. Anschließend

    wird herausgestellt, warum Beteiligung besonders für Kinder und Jugendliche eine

    Rolle spielt und durch ein Stufenmodell der Partizipation die verschiedenen Schichten

    von Mitbestimmung dargestellt. Darauf folgt ein geschichtlicher Abriss, welcher die

    Entwicklung der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland - von den

    Verwahranstalten zu individuellen Lebenswelten mit Grundrechten für die zu

    betreuenden Kinder - aufzeigt.

    Das nächste Kapitel befasst sich mit dem rechtlichen Rahmen der Partizipation in der

    stationären Erziehungshilfe, wobei zuerst das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB

    VIII/ KJHG) und seine Aufgaben vorgestellt werden. Danach folgt ein Einblick in die

    Hilfen zur Erziehung nach § 27 ff. SGB VIII als zentrales Handlungsfeld der Kinder-

    und Jugendhilfe mit individuellem Rechtsanspruch und ausdifferenziertem

    Hilfeangebot. Im Anschluss werden die Rechtsgrundlage der Heimerziehung nach § 34

    SGB VIII und abschließend die gesetzliche Verankerung von Partizipation im Kinder-

    und Jugendhilfegesetz vorgestellt.

    Im weiteren Verlauf wird ein Überblick zur Heime