Potenziale lokaler Bildungslandschaften

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Was sie sind, wie sie funktionieren und wie man sie unterstützen kann

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  • Potenziale Lokaler Bildungslandschaften Was sie sind, wie sie funktionieren und wie man sie untersttzen kann

  • Warum Bildungslandschaften? Bildung als Schlsselthema der kommunalen Entwicklung

    Bildung ist ein wesentlicher Faktor bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Stdten, Landkreisen und Gemeinden. Eine gut ausgebaute, konzeptionell aufeinander bezogene und verlsslich miteinander ver-knpfte Bildungsinfrastruktur kann zur gesellschaftlichen Teilhabe der Brger/innen eines Gemeinwesens und zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen.

    Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung kommunaler Bildungslandschaften (2009)

    Eine Kommune, die Kindern und Jugendlichen eine hochwertige Bildung anbieten kann, ist auch fr deren Eltern attraktiv. Bildungsorientierte Eltern fhlen sich in einer bildungsorientierten Kommune eher zu Hause. Eine Kommune, die es schafft, Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten angemessen zu frdern, vergr-ert deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt und verringert dadurch langfristig die eigenen Ausgaben fr Sozial-transfers. Kommunen, die auf das Thema Bildung setzen, sind fr den demographischen Wandel besser gerstet.

    Peter Bleckmann und Dr. Anja Durdel (DKJS): Lokale Bildungslandschaften. Perspektiven fr Ganztagsschulen und Kommunen (2009)

    Modernes Bildungsverstndnis: Verknpfung formaler und non-formaler Bildung

    Ich habe immer gedacht, dass es ein bisschen verrckt ist, dass wir innerhalb der Schule viel Kraft investieren, um Stoff zu bearbeiten, der echt aussieht und sich echt anfhlt, whrend die wirklich echte Welt drauen weiter luft. Und diese echte Welt ist voller Geschichte, Sozialkunde, Arbeitslehre, Naturwissenschaft, Mathematik, Schreiben, Technik und alles andere. Warum gehen wir nicht einfach nach drauen?

    Dennis Litky, Grnder der amerikanischen Metropolitan Schools (2004)

    Der subjektbezogene Blick auf Bildungsprozesse im Lebenslauf relativiert die Bedeutung formaler Bildungsinsti-tutionen und ffnet ihn fr neue und andere Lernorte und Bildungsgelegenheiten.

    Zwlfter Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung (2005)

    Effizienzsteigerung durch staatlich-kommunale Verantwortungsgemeinschaft

    Eine kooperative und in den regionalen Kontexten zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen abge-stimmte Politikgestaltung gilt als effektiver und effizienter, weil so die unmittelbare Bercksichtigung tatschlich vorhandener Ressourcen sowie die Entwicklung kollektiver Innovationsleistungen vor Ort steigen (Regionale Modernisierungspolitik und Enthierarchisierung der Politikgestaltung).

    Prof. Dr. Karl Dsseldorf, TU Berlin (2010)

    Das durch die Stadt in den Kitas betreute Kind ist das gleiche Kind, das morgen die Grundschule und bermor-gen die weiterfhrende Schule durchluft, fr die das Kultusministerium zustndig ist. Fr gelingende Bil-dungsbiographien wird es immer mehr darauf ankommen, ein konsistentes System von Bildung, Betreuung und Erziehung zu schaffen.

    Peter Rohrbach, Brgermeister der Stadt Weiterstadt (2008)

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  • Was ist eine lokale (oder kommunale) Bildungslandschaft?

    Dr. Anja Durdel und Peter Bleckmann: Lokale Bildungslandschaften. Perspektiven fr Ganztagsschulen und Kommunen (2009)

    Stimmen aus der Praxis:

    Das Ganze muss nachhaltig sein. Denn wir treten hier nicht an, um das alles nur fr den Zeitraum von Le-benswelt Schule zu machen. Das empfinden wir auch als so positiv. Wir haben eine gemeinsame Zielstellung. Das fhrt aus meiner Sicht zu Nachhaltigkeit.

    Dezernentin fr Beschftigung, Bildung, Kultur und Soziales des Salzlandkreises, Sachsen-Anhalt

    Es ist sehr gut, dass uns Lebenswelt Schule einen Leitfaden gegeben hat und uns ber die Prozessbegleiterin untersttzt hat. Wir wussten ganz genau, wo lang wir laufen, wohin wir laufen. Aber ich muss schon sagen, dass das Ganze durch Lebenswelt Schule systematisiert worden ist.

    Schulleiterin Campus Technicus, Bernburg, Sachsen-Anhalt

    Wir brauchen Problembewusstsein bei Steuerkrften und die Erkenntnis, dass die Kooperation eine wichtige strategische Aufgabe ist. Entschliet man sich, die Zusammenarbeit in einer Region, einem Kreis systematisch und gezielt voranzubringen, braucht es einen aktivierenden Start mit einem breiten Teilnehmerkreis aus beiden Systemen. Eine Arbeitsgruppe zur Moderation und Koordination des Prozesses ist unabdingbar.

    Schulrat, Potsdam-Mittelmark

    Satrup nimmt seinen Bildungsauftrag, den es als Standort von Schulen, Kindergrten, Bcherei, Volkshochschu-le und weiteren Bildungseinrichtungen herleitet, sehr ernst. Dies macht Satrups Brgermeister Harald Krabben-hft bei der Auftaktveranstaltung -,Bildungslandschaften zwischen den Meeren Bildung gemeinsam verantwor-ten im Satruper Amtshaus deutlich.

    Flensburger Tageblatt, 10.11.2009

    Der lokale Sozialraum (Dorf, Stadtteil, Kiez) stiftet Identitt und ermglicht Beziehung. Beides ist fr eine gelin-gende Bildungsbiographie unabdingbar Voraussetzung.

    Fachdienstleiter Kinder- und Jugendhilfe, Weiterstadt

    Lokale Bildungslandschaften sind

    langfristige, professionellgestaltete, aufgemeinsames,planvollesHandelnabzielende, kommunalpolitischgewollte NetzwerkezumThemaBildung,die ausgehendvonderPerspektivedeslernendenSubjekts formaleBildungsorteundinformelleLernweltenumfassenund sichaufeinendefiniertenlokalenRaumbeziehen.

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  • 4Steuerung lokaler Bildungslandschaften Bildungslandschaften brauchen feste Strukturen der Kommunikation und Kooperation und entsprechende Steuerungsinstrumente.

    Dieter Assel, Fachdienstleiter Kinder- und Jugendhilfe Weiterstadt

    Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung kommunaler Bildungslandschaften (2009)

    Herausforderungen bei der Steuerung lokaler Bildungslandschaften: Fr einen Gesamtplan stellen sich gleich mehrere Fragen, die gelst bzw. angegangen werden mssen:

    WassinddierelevantenBildungsorte,dieaufBildungsprozesseEinfluss haben bzw. Bildungszugnge ermglichen? WieknnenschulischeundauerschulischeBildungsortemiteinander zu Abstimmungen kommen und sich in ihren Lern- und Frderangeboten aufeinander beziehen? Wieknnenauerschulischebzw.anGanztagsschulenauerunterrichtliche Bildungsbemhungen miteinander verbunden werden, um z.B. Lernschw- chen, die im Unterricht auffallen, beheben zu knnen? WelchedasschulischeLernenergnzendenunduntersttzendenFormen der Bildungsfrderung werden bentigt und sind auch sinnvoll? WieknnenLerngelegenheiteninformalen,non-formalenundinformellen Bildungsorten gefrdert werden? WelcheRollekanndieFamilienbildung(evtl.gekoppeltmitderElternarbeit an Schulen) spielen, um Eltern zu strken? KanndieVolkshochschuleeinenBeitragzuBildungsfrderungleistenund wenn ja, welchen? WieknnendieverschiedenenAngebotederGemeindenimlndlichenRaum miteinander gekoppelt werden; kann es Abstimmungen geben? KnnenFamilienzentrenimBereichderTageseinrichtungenfrKinderauch im schulischen Raum ein wirksamer Ansatz sein? WieknnenbergngezwischendenverschiedenenBildungsbereichenso gestaltet werden, dass alle Kinder und Jugendlichen davon profitieren? WiemssenBildungswerbungundffentlichkeitsarbeitgestaltetsein, um die gewnschten Zielgruppen zu erreichen?

  • 5Zentrale Steuerungsinstrumente einer lokalen Bildungslandschaft:

    Abteilungsbergreifendes Gremium zur strategischen Weichenstellung, Rckbindung an kommunale / Landesressorts und Entscheidungswege;

    Arbeitsfhiges Umsetzungs-Team;

    Professionelle Prozess-Steuerung zur Synchronisation der Teilprozesse;

    Entwicklung verbindlicher Leitbilder;

    Entwicklung bergreifender Handlungsregeln entlang der Bildungsbio- graphie der Brger, die fr unterschiedliche Professionen bindend sind;

    Aufbau dezentraler Entwicklungseinheiten;

    Bedarfsorientierte Formen des Bildungsmonitoring / Bildungsberichter- stattung, die Kennzahlen aus dem Bereich formaler Bildung erhebt, sich aber nicht darin erschpft

    Selbstevaluation;

    Aktive Kommunikation innerhalb und auerhalb der kommunalen ffentlichkeit und Beteiligungsmglichkeiten fr junge und alte Brgerinnen und Brger.

  • 6Steuerungsstrukturen einer Bildungslandschaft am Beispiel Lebenswelt Schule Weiterstadt:

    Dr. Heike Kahl, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

    Vernetzung macht nur Sinn, wenn es inhaltliche Ziele gibt, sonst gibt es eine Vernetzung um der Vernetzung willen.

    Modellkommune seit 2007

    Lage: Rhein-Main-Gebiet; 24.000 Einwohner 2 Gesamtschulen, 4 Grundschulen, 1 Frderschule 16 Kindertageseinrichtungen, SV an Schulen und Aktionsgruppe JUMP (Jugend macht Politik) Elternbeirte / Frdervereine in Schulen und Kitas Kommunale Jugendfrderung Entwicklungsthema: bergangsgestaltung Kita- Grundschule-Weiterfhrende Schule ZiEL: Entwicklung eines kommunalen Handlungs- leitfadens zum bergangsmanagement

    Ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Jacobs Foundation

  • 7Netzwerkstruktur in der Modellkommune Weiterstadt

    Stadtverwaltung Bildungsbeirat

    Eltern

    weiter-fhrende

    Schule

    Jugendhilfe- einrichtung

    N.N.

    Familien- zentrum

    Kitas

    Grund- schule

    Vereine Verbnde

    Land-kreis

    Unter-nehmenLandtag

    Zivilge-sellschat

    Stattl. Schulamt

    Projektbeirat

    Steuerungs- gruppe

    Prozess- steuerung

    Entscheider/ Untersttzer

    Operative Ent-wicklungsarbeit

    strategische Steuerung,Ressourcenplanung

    Konzeptentwicklung und Management derBildungslandschaft

    Operative Netzwerke von Einrichtungen

    Prozessbegleitung

  • 8Strategische Entscheider und Untersttzer:

    Zentrales Steuerungsinstrument BildungsbeiratDer Bildungsbeirat wurde vom Rat der Stadt einberufen. ihm