Pr¤ventionsprogramme zur F¶rderung von sozialer .Pr¤ventionsprogramme zur...

download Pr¤ventionsprogramme zur F¶rderung von sozialer .Pr¤ventionsprogramme zur F¶rderung von sozialer

of 69

  • date post

    17-Sep-2018
  • Category

    Documents

  • view

    214
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of Pr¤ventionsprogramme zur F¶rderung von sozialer .Pr¤ventionsprogramme zur...

  • Prventionsprogramme zur Frderung von sozialer und emotionaler Kompetenz fr

    Kinder und Jugendlicheg

    Prof. Dr. Franz Petermann

    5. ADHS-Fachtag in Leipzig

    am 12 11 2010

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 1

    am 12.11.2010

  • Gliederung

    1 U h V h lt t1. Ursachen von Verhaltensstrungen2. Entwicklung aggressiver Schler3 Ri ik f kt d S h t f kt3. Risikofaktoren und Schutzfaktoren4. Bremer Prventionsanstze fr die Schule

    4.1 Schulanfang4.2 Grundschule4.3 Haupt-/Real-/Berufsschule

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 2

  • Ursachen von Verhaltensstrungen

    Je mehr Risikofaktoren

    Erziehungsfaktorenineffektive Erziehung,

    wenig Anregung

    vorhanden sind, desto grer ist das Risiko fr eine Verhaltensstrung.

    KindfaktorenEinfluss von Gleichaltrigen

    Aggression in der Gruppe,Ablehnung durch Gleichaltrige

    Frh auftretendeVerhaltens-strungen

    Kindfaktorensoziale Fertigkeiten,

    schwieriges Temperament

    KontextfaktorenArmut, psychische

    Strungen und Eheprobleme

    der Eltern

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 3

    Quelle: Webster-Stratton & Taylor (2001)

  • Geschlechtsunterschiede im aggressiven Verhalten

    Jungen Mdchen

    Krperliche, offen-direkte Hinterhltig-verdeckte Formen

    g

    Formen Zielgerichtet schdigende

    Aggression

    Emotional motivierte Aggression (aufgrund des Verlustes von Selbstkontrolle) Starkes Dominanzstreben in

    Gruppen Begrenzte soziale

    Fertigkeiten um Konflikte

    Verlustes von Selbstkontrolle) Relationale Aggression

    (Beziehungsaggression)Fertigkeiten, um Konflikte angemessen zu lsen Differenzierte soziale Fertigkeiten, die aggressives

    Verhalten reduzieren knnen

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 4

  • ADHS und AggressionADHS und Aggression

    Frhe Kindheit Jugendalter Junges Erwachsenenalter

    Depression Substanz-missbrauch

    Antisoziale Persnlichkeits

    Aggressiv-dissoziales

    Oppositionelles Persnlichkeits-

    strungdissoziales Verhalten

    Verhalten

    Aufmerksamkeits-/ Hyperaktivitts-

    strung

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 5

  • Wesentliche Risikofaktoren aggressiven Verhaltens im Kindes und Jugendalter:im Kindes- und Jugendalter:

    I. Kindbezogene Faktoren

    Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen

    Ne rops chologische Defi ite ( ie mangelnde Inhibition nd Neuropsychologische Defizite (wie mangelnde Inhibition und Planung von Handlungen)

    Schwieriges Temperament (Irritabilitt mangelndeSchwieriges Temperament (Irritabilitt, mangelnde Emotionsregulation)

    Geringe sprachliche Intelligenz

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 6

    Quelle: Petermann & Koglin (2005)

  • Wesentliche Risikofaktoren aggressiven Verhaltens im Kindes und Jugendalter:im Kindes- und Jugendalter:

    II. Familire Faktoren

    Strungen der Eltern-Kind-Interaktion (wie unsichere oder desorganisierte Bindung)

    Negatives Erziehungsverhalten (inkonsistent, Einsatz krperlicher Bestrafung, Misshandlung)

    E k k d hi h St d Elt ( i Erkrankungen oder psychische Strungen der Eltern (wie depressive Mutter)

    Partnerschafts- oder Ehekonflikte Partnerschafts- oder Ehekonflikte

    Geringer Sozialstatus (geringe Schulausbildung, finanzielle Probleme))

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 7

    Quelle: Petermann & Koglin (2005)

  • Wesentliche Risikofaktoren aggressiven Verhaltens im Kindes und Jugendalter:im Kindes- und Jugendalter:

    III. Soziale Faktoren

    Ablehnung durch Gleichaltrige

    Anschluss an auffllige Gleichaltrige g g

    Geringe Anbindung an die Schule

    Geringe Qualitt der Nachbarschaft (wenig Austausch und HilfeGeringe Qualitt der Nachbarschaft (wenig Austausch und Hilfe untereinander)

    Armut und Kriminalitt im sozialen Umfeld

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 8

    Quelle: Petermann & Koglin (2005)

  • Defizite im Wahrnehmen und Handeln aggressiver Kindern und Jugendlicher

    Sie nehmen vermehrt bedrohliche Reize wahr. Sie unterstellen anderen hufiger feindselige Absichten.

    Si hl h t H dl i l di f Sie whlen vermehrt Handlungsziele aus, die auf Wiedergutmachung des eigenes Nachteils bzw. Rache abzielen.

    Ihnen fallen weniger Konfliktlsungen ein. Diese sind zudem g ghufiger aggressiv.

    Sie bewerten die Konsequenzen aggressiver Handlungen positiver und nehmen an dass sie diese Handlungen auchpositiver und nehmen an, dass sie diese Handlungen auch erfolgreich umsetzen knnen.

    Fazit: Sie whlen aggressive Lsungen und setzen diese ein.

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 9

  • Innerfamilire Kennzeichen b i F ili it i Ki dbei Familien mit aggressiven Kindern

    Mangel an eindeutigen Regeln darber, welches VerhaltenMangel an eindeutigen Regeln darber, welches Verhalten angemessen ist. Regeln sollen verbindlich ausgehandelt werden und allen Familienmitgliedern Sicherheit vermitteln.Informationen ber das Kind Eltern besitzen wenige Informationen Informationen ber das Kind. Eltern besitzen wenige Informationen, allein schon deshalb, weil sie eine Konfrontation mit dem Kind befrchten. Die Eltern halten sich damit die Mglichkeit offen, aggressives Verhalten zu leugnen.

    Einsatz von Verstrkung und Bestrafung. Eltern sind irritiert und betroffen, strafen zu oft, erkennen positives Verhalten nicht und loben , , pzu wenig.

    Massive berforderung. Hohe Betroffenheit der Eltern, unklare Vorstellungen was sich verndern soll Keine Idee wie neuesVorstellungen, was sich verndern soll. Keine Idee, wie neues Verhalten in der Familie aussehen soll. Mangel an sozialer Untersttzung.

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 10

  • Wichtige Schutzfaktoren aggressiven Verhaltens

    Keine frh auftretenden Aufmerksamkeitsstrungen Vielfltige Kontakte zu Erwachsenen auerhalb der Familie Elterliche Zuneigung und Bindung Positives Temperament (flexibel aktiv offen) / kein aufflliges Positives Temperament (flexibel, aktiv, offen) / kein aufflliges

    Sozialverhalten in den ersten beiden Lebensjahren Regelmige Ess- und Schlafgewohnheiten Flexibles Einstellen auf neue Situationen Aktives Bewltigungsverhalten bei Anforderungen und Belastungen

    P iti ti t E ti l Positiv gestimmte Emotionslage Hohe Impulskontrolle Positive Sozialkontakte zu nicht-aufflligen GleichaltrigenPositive Sozialkontakte zu nicht aufflligen Gleichaltrigen

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 11

  • Bremer Prventionsanstze fr die Schulefr die Schule

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 12

  • Prventionsprogramme: Ausrichtung

    Primrprvention universell(gesamte Kindergartengruppe, Schulklasse)

    Sekundrprvention selektiv(Hochrisikogruppen)

    T ti ti i di i t Tertirprvention indiziert(Kinder mit bedeutsamen Strungen)

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 13

  • Prventionsprogramme: Fokus

    Personorientiert:setzt direkt an der Verhaltensmodifikation der Kinder anB i i l T i i i l F ti k it P bl l t i iBeispiele: Training sozialer Fertigkeiten, Problemlsetraining

    Kontextorientiert:Kontextorientiert:setzt am sozialen Umfeld der Kinder an, um indirekt auf das Verhalten der Kinder einzuwirken Beispiele: Elterntraining, Fortbildung und Supervision pdagogischer Fachkrfte

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 14

  • Frderbereiche von Kindertrainings

    Zum Beispiel: p

    Wahrnehmung und Bewertung sozialer Situationeni l P bl l /U it i l K flikt it tisoziales Problemlsen/Umgang mit sozialen Konfliktsituationen

    rger- und Wutkontrolle SelbstkontrolleSelbstkontrolleErwerb sozialer FertigkeitenEmpathie

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 15

  • Frderbereiche von Elterntrainings

    Erkennen und Einsetzen von positiven Eltern- und Kindqualitten,eindeutig formulierte altersangemessene Anforderungen und Grenzsetzungeneindeutig formulierte, altersangemessene Anforderungen und Grenzsetzungen,Einsatz von Konsequenzen kindlichen Verhaltens in mglichst direktem Zusammenhang und somit fr das Kind vorhersagbar,

    iti K f k ti d i l V h lt d Ki dpositive Konsequenzen fr kooperatives und prosoziales Verhalten des Kindes (Aufmerksamkeit und Lob; Privilegien und materielle Belohnungen),negative Konsequenzen fr oppositionelles und/oder aggressives Verhalten (Ignorieren, Verlust von Belohnungen),Beendigung zu harter, zu gewhrender oder inkonsistenter Erziehungspraktiken,Einfhren von Struktur und Regelmigkeit im Alltag,angemessene uerungsmglichkeiten der Autonomiebestrebungen des Kindes sowiedes so emehr gemeinsame Zeit, um als Familie geplante angenehme Ttigkeiten durchzufhren.

    ZKPR, Universitt Bremen Prof. Dr. Franz Petermann 16Quelle: Baving (2008)

  • Verhaltenstrainings des Bremer Prventionsforums (BPF)

    N /A t Zi l D F k

    - bersicht -

    Name/Autor Zielgruppe Dauer Fokus

    Verhaltens-training im

    Kindergarten-kinder

    25 Einheiten, 2 Mal pro Woche;

    Frderung emotionaler Kompetenzen und g

    Kindergarten (Koglin & Petermann, 2006)

    p ;Gesamtdauer ca. 3 Monate

    pAufbau sozialer Problemlsung

    2006)Verhaltens-training fr Schulanfnger

    Grundschul-kinder (1. + 2. Klasse)

    26 Sitzungen, 2 Mal pro Woche

    Angemessene Selbstbehauptung, Umgang mit mehrdeutigenSchulanfnger

    (Petermann et al., 2006)

    Klasse) Umgang mit mehrdeutigen Situationen, Selbstkontrolle, Umgang mit Frustration &

    fMisserfolg

    ZKPR, Universitt Brem