Praxisguide Deutsch im Krankenhaus - Fachstelle ... Leiterin der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch

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  • Praxisguide Deutsch im Krankenhaus

    Frderprogramm Integration durch Qualifizierung IQ

    Die sprachliche Integration internationaler rztinnen und rzteEine Handreichung fr Klinikleitungen, Deutschlehrkrfte und Bildungsfachleute

  • Herausgeberpassage gGmbHMigration und Internationale ZusammenarbeitFachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Frderprogramm IQNagelsweg 1020097 Hamburgwww.deutsch-am-arbeitsplatz.dewww.netzwerk-iq.de

    Autoren und Autorinnen:Danny BeverDamaris BorowskiJrg DeppeMargarete KohlenbachPia KranzSibylle PlassmannAndrea Snippe

    Konzeption:Jrg Deppe

    Redaktion:Iris Beckmann-SchulzJrg DeppeSusan KaufmannAndrea Snippe

    Layout:Thurner Design, Mnchen

    Fotos:Frderprogramm IQ / Anita Schiffer-Fuchs (S. 30, 34, 41, 48), medisim GmbH & Co. KG (S. 50), fotolia (S. 1, 8, 12, 14, 25, 26, 33, 38, 39, 41, 42, 44, 46, 48, 49, 52, 55), IQ Landesnetzwerk Bremen / Linda Hoff (S. 20, 21) , Jan Voth (S. 6), shutterstock (S. 49)

    Stand:1. Auflage November 2015

    Impressum

    passage

    Das Frderprogramm Integration durch Qualifizierung (IQ) wird durch das Bundesministerium fr Arbeit und Soziales und den Europischen Sozialfonds gefrdert.

    bmaIM8007_ESF_Logo_2eg.pdf 12.03.2008 16:04:44 Uhr

    In Kooperation mit:

  • Inhalt 3

    PRAXISGUIDE Deutsch im KrankenhausDie sprachliche Integration internationaler rztinnen und rzte

    Vorwort: Iris Beckmann-Schulz, IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch 5

    Geleitwort I: Rita Sssmuth, Migrations- und Bildungspolitikerin 6

    Geleitwort II: Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes 7

    Einwanderung & IntegrationDer Bezugsrahmen: rztemangel und rztewanderung 8

    Willkommenskultur: Interview mit Ruth Wichmann, Marburger Bund 14

    Internationale rztinnen und rzte: Kampf um kluge Kpfe 16

    Zweiter Berufsstart: Interview mit zwei Assistenzrzten 20

    Anerkennung & BerufszulassungBerufliche Anerkennung: Der lange Weg in den Beruf 22

    Die Kenntnisprfung: Die letzte und hchste Hrde 25

    Fachsprachprfung: Verwirrende Prfungsanforderungen 26

    Sprachanforderungen: Die Definition der Gesundheitsministerkonferenz 28

    Prferschulungen: Linguistik fr die Fachsprachprfung 29

    Sprache im Klinikalltag: Was Migran alles knnen soll 30

    Prfungsqualitt: Gefragt sind Fairness, Gltigkeit, Zuverlssigkeit 34

    Diskussionsbeitrag: Sprachtests ohne Sprachexperten? 37

    Kommunikation im KrankenhausDeutsch auf der Station: Der Dativ am Krankenhausbett 38

    Sprachbedarfsermittlung: Diagnosen fr Doktoren 40

    Arbeitsplatzbeobachung: ber die Schulter geschaut 42

    Dokumentation: Ein Aufklrungsgesprch im Detail 44

    Lernen & LehrenDie Lernformate: Lehrgnge, Kurse, Coaching 46

    Die Kursinhalte: Sprachfertigkeit fr den Arbeitsplatz 48

    Anforderungen an Lehrkrfte: Auf Tuchfhlung zum Klinikalltag 50

    Fortbildungen fr Lehrkrfte: Medizinerunterricht will gelernt sein 54

    MaterialLehrwerke fr Medizinerkurse: bung macht den Doktor 56

    Virtuelles Lernen: Die Klinik in den Kursraum holen 59

    Link- und Literaturhinweise: Zum Nachschlagen und Weiterlesen 60

    Die Autorinnen und Autoren 63

  • 4 Praxisguide Deutsch im Krankenhaus

  • 5

    Das Frderprogramm Integration durch Qualifizierung (IQ) arbeitet seit 2005 an der Zielsetzung, den Arbeitsmarktzugang und die Beschfti-gungsfhigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbes-sern. Dies gilt sowohl fr Zugewanderte, die schon seit lngerer Zeit hier leben als auch fr neu eingereiste Fachkrfte, z.B. auch im Gesund-heitssektor. Hier ist die berufliche und vor allem sprachliche Integration von zuge-wanderten rztinnen und rzten in deutschen Krankenhusern momentan sicher-lich eine der wichtigsten Aufgaben. Aber auch auf dem Weg zur Berufszulassung mssen Medizinerinnen und Mediziner Hrden berwinden: Auf der Grundlage der GMK-Empfehlungen vom Juni 2014 sind in den meisten Bundeslndern inzwischen zustzlich zum allgemeinsprachlichen Zertifikat B2 fr akademische Heilberufe Fachsprachprfungen auf Niveau C1 eingefhrt worden. Berufsbezogenes Deutsch fr zugewanderte Medizinerinnen bezieht sich demzufolge nicht nur darauf, Sprach bildungsangebote zu konzipieren und umzusetzen, die sich an den kom-plexen und vielschichtigen kommunikativen Anforderungen des medizinischen Berufs alltags orientieren. Es geht zudem auch darum, Anerkennungssuchende durch gezielte Vorbereitung auf die Prfungsanforderungen im beruflichen Aner-kennungsverfahren zu untersttzen.

    Seit Beginn der neuen IQ-Frderperiode wurden in den Landesnetzwerken vielfl-tige Angebote zur sprachlichen Qualifizierung von zugewanderten Medizinerinnen entwickelt. Aufgabe der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch ist es hier, den fachli-chen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren aus Sprachfrderung und Gesundheitswesen zu koordinieren mit dem Ziel, die Qualitt der Sprachbildungsangebote zu verbessern.

    Der vorliegende Praxisguide Deutsch im Krankenhaus bietet ntzliche Praxistipps zu Sprachtrainings, Materialien und Fortbildungen. Er gibt Empfehlungen zur Aus-gestaltung von Angeboten zur Sprachqualifizierung von zugewanderten Medizi-nern und lsst dazu sowohl Expertinnen und Experten aus Kliniken und rztekam-mern als auch aus Sprachinstituten zu Wort kommen. Diese Interdisziplinaritt als Grundprinzip berufsbezogener Sprachbildung zieht sich wie ein roter Faden durch die Broschre.

    Dass dieses interdisziplinre Vorgehen im Bereich der akademischen Heilberufe funktionieren kann, zeigt aktuell die Kooperation der Fachstelle mit der Apotheker-kammer Hamburg: In einer gemeinsamen Schulung wurden die Anforderungen und Bewertungskriterien der Fachsprachprfung vorgestellt und diskutiert sowie dar-ber hinaus vereinbart, dass die Prfungen fr zugewanderte Apotheker in Hamburg zuknftig unter Mitwirkung der Fachstelle abgenommen werden.

    Wir danken allen Autorinnen und Autoren fr ihre wertvollen Beitrge. ber weiterfhrende Hinweise und Anregungen freuen wir uns.

    Iris Beckmann-Schulz

    Leiterin der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ)

    Vorwort

    Interdisziplinaritt kann funktionieren

  • 6 Praxisguide Deutsch im Krankenhaus

    Migration ist aus unserer Gegenwart nicht mehr wegzudenken. Men-schen verlassen ihre Heimat, oft voll Zuversicht und Lebensdrang, oft aus schierer Not und Verzweiflung, ziehen in ein anderes Land, bauen sich ein neues Leben auf. ber 30.000 zugewanderte rztin-nen und rzte arbeiten heute bereits in deutschen Krankenhu-sern. Wren sie nicht da, wre der hohe Standard der medizinischen Versorgung in Deutschland gefhrdet.

    Der Mangel an Fachkrften in unserem Land steht auf der einen, der Wunsch junger Menschen nach einem sicheren Leben mit Zukunftschancen auf der anderen Seite. Auslndische Medizinerinnen und Mediziner entscheiden sich in immer grerer Zahl, ihre Qualifikation und Erfahrungen in einem deutschen Krankenhaus einzu-bringen und bereichern so unser Gesundheitswesen. Manche kommen fr einige Jahre, um bei uns ihre Weiterbildung in einer Facharztausbildung zu absolvieren, viele mehr bleiben dauerhaft und streben hochqualifizierte Leitungs- und Chefarzt-positionen an.

    Integration geschieht niemals von selbst. Sie kostet die Zugewanderten viel Willen und Lernbereitschaft, und sie braucht Umdenken und Untersttzung im Aufnahme-land. Die berufliche Eingliederung zugewanderter rztinnen und rzte in das deut-sche Gesundheitswesen ist eine der groen, durch die neuen sozialen Realitten entstandenen Herausforderungen. Sie lsst sich nur bewltigen, wenn sich alle Be-teiligten in den Kliniken, Kammern, Behrden und Sprachinstituten diese Aufgabe entschieden zu ihrer Sache machen und bereit sind, ber die Grenzen ihrer Profes-sionen hinweg zusammenzuarbeiten.

    Die deutsche Sprache ist ein unerlssliches Handwerkszeug fr das medizinische Handeln im neuen Land. Im Umgang mit diesem noch ungewohnten Instrument sol-len die zugewanderten Medizinerinnen und Medizinern so vertraut und sicher wer-den wie beim tagtglichen Einsatz ihres Stethoskops. Dafr braucht es gute Konzep-te, Lern- und Testmethoden und eine intensive Kooperation zwischen Personal-verantwortlichen, Sprachexperten und Aufsichtsbehrden.

    Ich freue mich, dass mit dem nun vorliegenden Praxisguide Deutsch im Kranken-haus viele ntzliche Anregungen fr eine solche interdisziplinre Zusammenarbeit gegeben werden. Die Integration des auslndischen Fachpersonals in unseren Klini-ken kann nur gelingen, wenn sich alle Beteiligten gemeinsam, grndlich und nach-haltig fr die Frderung der dafr ntigen Sprachkenntnisse einsetzen.

    In diesem Sinne wnsche ich allen Fach- und Sprachexperten eine erfolgreiche Ar-beit mit den Materialien des Praxisguides. Beides, die Sicherung des Fachperso-nals in unserem Gesundheitswesen wie die Untersttzung junger rztinnen und rzte aus dem Ausland, sollte unser nachdrckliches, gemeinsames Engagement wert sein.Rita Sssmuth

    Rita Sssmuth, deutsche Politikerin und Wissenschaftlerin, war von 1988 bis 1998 Prsidentin des Deutschen Bundestags und von 1985 bis 1988 Bundesministerin fr Familie, Frauen, Jugend und Gesundheit. Zuvor war sie Professorin fr Erziehungs-wissenschaften an den Universitten Bochum und Dortmund und Direktorin des Forschungsinstituts Frau und Gesellschaft in Hannover. Als Expertin fr Migration wurde Rita Sssmuth unter anderem 2000 vom damaligen Bindesinnenminister Otto Schily zur Vorsitzenden der unabhngigen Kommission Zuwanderung berufen. Sie ist heute Prsidentin des Konsortiums, das den deutschen Beitrag zum Aufbau der Trkisch-Deutschen Universitt (TDU) in Istanbul koordiniert.

    Geleitwort I

    Integration braucht unser Engagement

  • 7

    Rudolf Henke ist Facharzt fr Innere