Puch Museums-Revue Heft #1

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    06-Mar-2016
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Puch Museums-Revue #1 Die erste Ausgabe, Jänner 2014 Johann Puch-Museum Graz http://www.johannpuchmuseum.at/

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  • Puch

    MUSEUMS-REVUENR. 1/2014 PERiodiSchE PUblikatioN dES JohaNN PUch MUSEUM gRaz

  • iMPRESSUMGestaltung nach einem Entwurf vonJrg Vogeltanz, Cover-Konzept vonKarlheinz Rathkolb, Printed in AustriaAlle Rechte vorbehalten!Fr den Inhalt verantwortlich: Karlheinz RathkolbVerein Johann Puch Museum GrazZVR-Zahl 924111394

    koNtakt Mail: johann.puch@aon.at Mobil: +43 664 4203640

    PUch MUSEUMS-REVUEAlle Texte und Bilder, wenn nicht andersangegeben, von Martin Krusche (Kunst Ost:Kuratorium fr triviale Mythen)www.kunstost.at

    bESUchSzEitEN Freitag: 13:00 bis 18:00 Uhr Samstag: 13:00 bis 18:00 Uhr Sonntag: 10:00 bis 18:00 Uhr An Feiertagen geschlossen! Fhrungen und Sondertermine nach Voranmeldung und Vereinbarung

    EiNtRitt Erwachsene: 5,00 Pensionisten, Studenten, Behinderte: 4,00 Kinder: 2,00 Gruppenpreis ab 15 Personen: 4,00/Person

    iNtERNEtwww.johannpuchmuseum.atwww.facebook.com/jpm.graz

    WiR daNkEN MAGNA STEYR Stadt Graz Land Steiermark GRAWE: Grazer Wechselseitige

    JohaNN PUchSs 100. todEStagHeuer jhrt sich zum hundertsten Mal jener 19. Juli, an dem Johann Puch sein Leben verlor. Am Freitag, dem 4. Juli 2014, treffen wir uns vormittags beim Museum. Vom Einser-Werk, also heroben, geht es an diesem Tag dann hinunter zum Zweier-Werk in Thondorf.

    Wer sich angemeldet hat, ist zu einer Werksbesichti-gung eingeladen und wer mit einem Originalfahrzeug kommt, darf auf die legendre Teststrecke. Abends ist im Museum ein Festakt angesetzt. Am Samstag darauf besuchen wir gemeinsam den Grazer Zentralfriedhof, wo Johann Puch zur letzten Ruhe gebettet wurde.

  • JohaNN & JohaNNStEiRiSchE PERSNlichkEitENDie Steiermark hat eine Reihe historischer Persnlichkeiten vorzuweisen, die in das kollektive Ge-dchtnis der Menschen eingegangen sind und bis heute groe Popularitt haben. Blickt man auf den Themenbereich Handwerk und Industrie, dominieren zwei Mnner mit gleichem Vornamen, die nicht unterschiedlicher sein knnten.

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    Erzherzog Johann um 1859, Lithographie aus privater Sammlung (Quelle: Tohma)

    Ein Aristokrat und ein Keuschler-Bub, jeweils namens Johann. Die Rede ist vom steirischen Prinzen Erzherzog Johann und von Johann Puch, dem Pionier steirischer Mobilittsge-schichte.

    Johann Baptist Josef Fabian Sebastian, Erz-herzog Johann von sterreich, hatte sich ber weite Bereiche seines Lebens der Verbesse-rung der Landwirtschaft, dem Bildungswesen, der Eisenbahn und der aufkommenden Indus-trie gewidmet.

    Das von ihm initiierte und nach ihm benann-te Joanneum in Graz gilt als ein Vorlufer der Technischen Universitt und war einst angelegt, verfgbares Wissen zu bndeln, der steirischen Wirtschaft verfgbar zu machen. Johann Puch stammt aus rmlichen Verhltnissen der agrari-

    schen Welt und wurde, gem seiner Herkunft, als Kind schon sehr frh, in das Arbeitsleben eingefhrt.Er entwickelte sich zu einem exzellenten Hand-werker, leistete seinen Militrdienst in Graz ab. Puch ging nach seiner Entlassung in die Reser-ve kurze Zeit in einige Anstellungen. Der ziel-strebige Mann errichtete schlielich sdwestlich des Grazer Stadtzentrums jenes Puchwerk, mit dem er zu einem international renommierten Produzenten von Fahrrdern, Motorrdern und Automobilen wurde.

    Wenn Sie heute das Johann Puch Museum Graz betreten, befinden Sie sich nicht blo auf histo-rischem Boden, sie stehen in der letzten noch erhaltenen Halle aus den Tagen des Altmeisters. Hier hat Puch persnlich gewirkt.

    Das wohl populrste Puch-Portrait befindet sich in einer Werkspublikation des Jahres 1949

    und stammt von Karl Schwetz (Quelle: Archiv Johann Puch-Museum)

  • 4koNzERt dER koNzERNEPUch StEyR-daiMlER-PUch MagNa StEyRber 100 Jahre glanzvolle Entwicklung des sterreichischen Fahrzeug- und Automobilbaues do-kumentiert im Grazer Johann Puch Museum.Von Peter Piffl-PercevicDer Standort Graz von MAGNA STEYR reprsentiert modernsten Automobil- und Fahrzeugbau. Die solide Basis dafr ist die mehr als herzeigbare ganz auerordentliche ber 100-jhrige ster-reichische und auch altsterreichische Maschinenbau- und Handwerkstradition gerade im Fahr-zeugbau.

    Heute lassen so gut wie alle weltweit namhaften Automobilkonzerne in Graz Fahrzeuge und An-triebsaggregate entwickeln und fertigen. Die auch im Motorsport sowie im Allradbereich so legen-dren Puch oder Steyr-Puch-Fahrzeuge als Eigenmarke gibt es ja leider seit 1999 nicht mehr. Seit damals ist der Puch G nur mehr als Mercedes G erhltlich.

    Diese Gelndewagen-Ikone wird brigens seit 1979 also seit demnchst 35 Jahren mit einer Stckzahl von bisher ber 240.000 Fahrzeugen erfolgreich in Graz-Thondorf gebaut. Fr 2012 ist sogar ein neuer Produktionsrekord zu vermelden: 9.000 Stck!Die Fertigung wurde gerade erst modernisiert und erweitert und gilt zumindest bis 2019 als gut abgesichert. Eine neuerliche Produktionssteigerung fr 2013 zeichnet sich ab.

    Welche automobilen Gene stecken nun wirklich in den Fahrzeugen aus Graz?Diese Frage ist leicht beantwortet. Die Namen der Firmen, die allesamt zunchst in der von Johann Puch 1899 noch als Fahrradfabrik gegrndeten Aktiengesellschaft aufgingen, sind im Firmenna-men Steyr-Daimler-Puch der Reihe nach aufgefdelt indem jeweils der Name der neu hinzuge-kommenen Firma vorangestellt wurde. Durch die Fusion mit Austro Daimler in Wiener Neustadt im Jahr 1928 war der Firmenwortlaut Austro Daimler-Puchwerke AG entstanden. 1934 fusionierte diese Firma mit der Steyr-Werke AG zur Steyr-Daimler-Puch Aktiengesellschaft. Und bekanntlich 2001, also 67 Jahre spter, ging diese Firma ber in die heutige MAGNA STEYR.

    Das Einser-Werk im Jahr 1916

  • 5Austro Daimler in Wr. NeustadtAustro Daimler ist untrennbar mit den Automobilpionieren schlechthin Gottfried und Paul Daimler und dem Altsterreicher Ferdinand Porsche, spter Prof. DDr. Ferdinand Porsche, verbunden. Porsche siegte nicht nur als Fahrer des von ihm konstruierten Autos zusammen mit zwei weiteren Austro Daimler-Fahrzeugen bei der legendren Prinz-Heinrich-Fahrt 1910, sondern war ber 17 Jahre von 1906 bis 1923 Chefkonstrukteur und ab 1917 auch Generaldirektor in Wiener Neustadt. 1929/30 bekleidete er dann bei Steyr die Funktion des technischen Direktors unmittelbar bevor er in Stuttgart sein eigenes Konstruktionsbro erffnet hatte.

    Steyr-WerkeDie 1934 fusionierten Steyr-Werke hatten sich bis 1916 abgesehen vom Waffenrad und von Flug-motoren berhaupt nicht mit Fahrzeugen bzw. mit dem Automobilbau befasst. Die vorausblickende Entscheidung lag 1917 darin, dass ein auerordentlicher sterreichischer Fahrzeugpionier von den Nesselsdorfer Automobilwerken (ab 1923 Tatra-Werke) in Ostmhren an die Ennsstadt Steyr en-gagiert werden konnte: Der aus Klosterneuburg stammende Hans Ledwinka.Dort blieb er bis 1921, whrend dieser Zeit wurde ihm auch der Titel Ingenieur zuerkannt. Ledwinka war es, der in diesen vier Jahren erstmals das Automobil und die Fahrzeugproduktion mit groar-tigen Konstruktionen in Steyr heimisch machte. Bis dahin war Steyr bekannt fr seine Waffenpro-duktion, die Leopold Werndl dort bereits 1821 begonnen hatte. Zurck in Nesselsdorf gelang Hans Ledwinka 1923 der erste erfolgreiche Einsatz des luftgekhlten zwei- und spter vierzylindrigen (Viertakt-) Boxermotors in der Serie sowie des Zentralrohrrahmens mit Pendelachsen im Tatra 11. 1944 erhielt er von der Technischen Hochschule in Wien das Ehrendoktorat.

    Puchstrae: Geniale Familiengene am Konstruktionstisch im Einser-Werk ab 1953Sein Sohn DI. Erich Ledwinka wurde zum leitenden Konstrukteur des legendren von 1957 bis 1973 in Thondorf produzierten Puch 500. Er brachte ja bekanntlich 1954 den ersten Prototyp, den U1, aus seiner bisherigen Wirkungssttte, dem Werk in Steyr, samt seinem Ingenieursteam in die Puchstrae mit. Hier im Einser-Werk, am damals ausschlielichen Zweiradstandort Graz, wurde in diesem Jahr ganz offiziell die Gruppe Vierrad als Kondstrukteursgruppe gegrndet. Als Leiter der

    Peter Piffl-Percevic, der Autor dieses Beitrages, ist aktiver Puch-Pilot mit einem Faible fr historische Details.

    Versuchsabteilung in Steyr hatte Erich Ledwin-ka bereits seit 1952 an einem eigenstndigen sterreichischen PKW-Konzept und dann eben am ersten Prototyp dafr gearbeitet.Schon vor seiner Ttigkeit in Steyr war Erich Ledwinka mit seinem Vater in Nesselsdorf, heu-te Koprivnice, u.a. mageblich an der Entwick-lung des richtungsweisenden Stromlinienfahr-zeugs Tatra 77 beteiligt gewesen.An der damals noch Technischen Hochschu-le Graz erfolgte 1974 seine Dissertation zum Doktor der technischen Wissenschaften ber das Thema Gelndefahrzeuge. 1986 wurde er vom Herrn Bundesprsidenten zum Professor ernannt.

  • 614/38 Puch-Landaulet-Limusine (1916)

    Weltweiter Siegeszug der Allradtechnik aus GrazDer Haflinger (in Produktion von 1959 bis 1974) und der Pinzgauer (von 1971 an in Thondorf und zuletzt in Graz bis Mai 2000 in der Puchstrae in der Halle P des heutigen Museums produziert) sind ebenfalls Konstruktionen von Erich Ledwinka ganz nach dem Vorbild der technischen Meisterleistungen seines Va-ters Hans.

    Das P steht seit damals fr die letzte Fertigungst-tigkeit in dieser Halle, den Turbodiesel-Pinzgauer 716 und 718. Auch am Puch/Mercedes G wirkte er noch konstruktiv mit. [...]

    Das ist ein Textauszug! Den kompletten Text von Peter Piffl-Percevic und das Museums-Expos finden Sie auf unserer Website: www.johannpuchmuseum.at

    Fragen Sie ander Kasse nach denSammelstcken!

  • 7oRtE UNd hallENStatioNEN EiNER idEEEin Pavillon war der erste feste Rahmen fr das, was heute als Johann Puch Museum Graz be-steht. Der vielversprechende erste Schritt Rich-tung des gegenwrtigen Standortes, seinerseits schon geschichtlicher Boden der jngeren Zeit.

    Es handelte sich um den ehemaligen Verkaufs-Pavillon von Lancia-Fiat der Steyr-Daimler-Puch AG. Das ganze Vorhaben basierte auf der Idee von 2002, im Zusammen