R. L. Stine - Fear Street - Ausgel¶scht

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R. L. Stine

AusgelschtDenn Erinnerung kann tten...Aus dem Amerikanischen bersetzt von Sabine Tandetzke

Loewe

Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme Stine, Robert L.: Fear Street / R. L. Stine. Bindlach : Loewe Zugeschneit : Rote Tinte im weien Schnee / aus dem Amerikan. bers, von Sabine Tandetzke. 1. Aufl. 2000

ISBN 3-7855-3690-9

ISBN 3-7855-3690-9 1. Auflage 2000 Titel der Originalausgabe: The FaceEnglische Originalausgabe Copyright 1996 Parachute Press, Inc. Alle Rechte vorbehalten inklusive des Rechts zur vollstndigen oder teilweise!! Wiedergabe in jedweder Form. Verffentlicht mit Genehmigung des Originalverlags, Pocket Books, New York. Fear Street ist ein Warenzeichen von Parachute Press. fr die deutsche Ausgabe 2000 Loewe Verlag GmbH, Bindlach Aus dem Amerikanischen bersetzt von Sabine Tandetzke Umschlagillustration: Arif Aksoy Umschlaggestaltung: Pro Design, Klaus Kgler Satz: DTP im Verlag Gesamtherstellung: Graphischer Grobetrieb Pneck GmbH

PrologIn meinem Traum habe ich eine silberne Linie gezeichnet. Mein Skizzenblock war gegen eine weie Wand gelehnt. Und als ich auf das Papier starrte, begann meine Hand, sich langsam und gleichmig zu bewegen. Die Linie, die ich zog, verlief quer ber die ganze Seite. Glnzendes, kaltes Silber. Ich zeichnete eine weitere und anschlieend einen Kreis. Dann riss ich das Blatt vom Skizzenblock, fuhr mit der Hand glttend ber die Seite darunter und begann, die nchste silberne Linie zu ziehen. Im Traum berlief mich ein Frsteln, als ich sah, wie sie sich ber das Blatt spannte. Mir wurde auf einmal schrecklich kalt. Silber ist eine kalte Farbe. Kalt wie Metall und grau wie der Winter. Ich erinnere mich, dass ich dachte: Was fr ein verrckter Traum!" Mir war bewusst, dass ich trumte, denn in Wirklichkeit htte ich niemals mit einem so schimmernden Silber malen knnen. Ich zeichnete einen weiteren Strich, dnn und gerade. Er schien das Blatt zu durchschneiden und pltzlich drang Farbe daraus hervor. Rote Farbe. Ein dunkles Rot tropfte aus der Linie und verteilte sich feucht glnzend ber das Blatt. Das Papier schien zu bluten! Ein Gefhl der Panik stieg in mir auf und wurde immer strker. Und dann wachte ich schreiend auf. Schweibedeckt und mit hmmerndem Herzschlag fuhr ich hoch. Warum hatte ich geschrien? Es war doch nur ein Traum gewesen. Ein harmloser Traum von einer silbernen Linie und roter Farbe. Doch dahinter schien eine tdliche Bedrohung zu lauern. Ein schreckliches Geheimnis.

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Kapitel 1Bei dem Unfall erlitt ich einen schweren Schock und verlor einen Teil meines Gedchtnisses. Ein Stck meiner Vergangenheit war pltzlich verschwunden, und die Erinnerung hatte sich bis jetzt nicht wieder eingestellt. An die Woche, in der es passierte, kann ich mich berhaupt nicht mehr erinnern, und auch die Zeit unmittelbar danach scheint in dunklen Nebel gehllt zu sein. Es ist, als wrde man ein schwaches Spiegelbild im trben Wasser eines tiefen Teichs betrachten. Jedes Mal, wenn ich versuche, genauer hinzuschauen, scheint sich das Wasser zu kruseln, sodass ich die Gesichter der dunklen, verschwommenen Figuren nicht genau erkennen kann. Was ist in dieser Woche geschehen? An diesem Tag? Warum kann ich mich nicht an den Unfall erinnern? Dr Sayles versucht, mich zu beruhigen. Er sagt, dass die Erinnerung irgendwann zurckkommen werde. Eines Tages wrden die Ereignisse dieser Woche wieder klar und deutlich vor meinem geistigen Auge stehen. Stndig rt er mir, nichts zu berstrzen. Manchmal habe ich fast das Gefhl, er mchte gar nicht, dass ich mein Gedchtnis wieder finde. Vielleicht ist die Erinnerung zu schrecklich, und ich wrde es nicht ertragen, wenn ich die Wahrheit wsste. Mag sein, dass ich so besser dran bin. Vielleicht sollte ich sogar dankbar sein fr diese Gedchtnislcke. Dr Sayles meint, ich solle einfach wieder ein ganz normales Leben fhren. Und das versuche ich auch. Aber meine Freunde haben sich verndert. Manchmal ertappe ich Justine dabei, wie sie mich anstarrt die hellblauen Augen nachdenklich zusammengekniffen. Als wrde sie mich einer Prfung unterziehen und versuchen, einen Blick in mein Gehirn zu werfen. Adriana redet mir stndig gut zu, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen.10

Bleib ganz locker, Martha. Das wird schon wieder!" Als ob ich krank wre oder irgendwie behindert. Justine und Adriana scheinen schrecklich besorgt um mich zu sein und tauschen hinter meinem Rcken Blicke, die ich nicht bemerken soll. Ich werde das Gefhl nicht los, dass mich die beiden beobachten. Dass sie auf irgendetwas warten. Aber worauf? Dass ich pltzlich ausraste und mich auffhre wie eine Verrckte? Mir die Seele aus dem Leib schreie oder mich auf jemanden strze? Seit dem Unfall im letzten Herbst gehen mir oft merkwrdige Gedanken im Kopf herum. Ich kann berhaupt nichts dagegen tun. Zum Glck meint Dr Sayles, das sei vllig normal. brigens darf ich mich vorstellen? Martha Powell. Vllig normal. Wenigstens sehe ich so aus. Ich bin weder besonders gro noch besonders klein und habe eine durchschnittliche Figur. Genau wie die meisten anderen Mdchen im ersten Jahr auf der Highschool. Wahrscheinlich wirke ich ein bisschen wie das nette Mdchen von nebenan. Auf jeden Fall eher wie Gwyneth Paltrow als wie irgendein gestylter Rockstar. Ich habe sehr glatte, halblange blonde Haare, und meine Wangen sind berst mit hellbraunen Sommersprossen, durch die ich jnger wirke, als ich bin. Aber das Schnste an meinem Gesicht sind die groen, grnen Augen. Man hat mir frher fter gesagt, ich htte ein nettes Lcheln. In letzter Zeit hat sich das allerdings kaum noch gezeigt. Trotz meiner verrckten Gedanken und meiner Gedchtnislcken wirke ich wahrscheinlich ganz normal. Ich bin vielleicht nicht so schn wie Adriana, die ein dunkler, exotischer Typ ist. Und ich htte fr mein Leben gern Justines rote Mhne, ihre vollen Lippen und ihre groen, hellblauen Augen. Aber ich sehe auch ganz gut aus. Wenigstens findet Aaron das. Der gute, alte Aaron. Er war in den letzten Monaten so um mich besorgt und hat sich rhrend um mich gekmmert. Ich wsste wirklich nicht, was ich ohne ihn gemacht htte. Ich bin immer wieder froh, dass wir schon so lange zusammen sind.11

. Justine erinnert mich beinahe tglich daran, was ich fr ein Glck habe. Obwohl sie eine meiner besten Freundinnen ist, gibt sie sich keine besondere Mhe, ihre Eifersucht zu verbergen. Aaron ist einfach umwerfend!", hat sie erst vor ein paar Tagen in den hchsten Tnen geschwrmt. Sieh dir doch blo mal diesen Krper an!" Justine, jetzt reicht's aber!", sthnte ich genervt. Wir saen auf der Tribne in der Sporthalle der Shadyside Highschool und sahen uns einen Ringkampf gegen Waynesbridge an. Aaron ist kein richtiger Profi-Ringer. Er ist zwar gro und athletisch gebaut, aber er trainiert nicht so viel, wie er eigentlich sollte. Sein Gegner war klein, schwer und ziemlich behaart. Irgendwie hatte er eine Menge hnlichkeit mit einem Bren. Gerade hatte er Aaron auf die Matte gelegt und hielt ihn mit festem Griff am Boden. Aarons Gesicht lief hochrot an er wirkte in dieser Lage nicht besonders glcklich. Aufgeregt raufte sich Justine mit beiden Hnden ihre dichten, roten Haare. Ihr Gesicht wirkte so angespannt, als wrde sie dort unten gemeinsam mit Aaron kmpfen. Dem war es jetzt doch noch gelungen, sich aus dem Schwitzkasten seines Gegners zu befreien. Mit einer schnellen Bewegung riss er den behaarten Kerl zu Boden. Beide hatten rote Gesichter und gaben vor Anstrengung grunzende Laute von sich. Aaron schaffte es, sein Gegenber mit beiden Schultern auf die Matte zu drcken. Dann sprang er triumphierend auf die Fe. Wow!", schrie Justine und klatschte wie wild. Wow! Gut gemacht, Aaron!" Aaron stand keuchend da. Sogar von der Tribne aus konnte man sehen, dass ihm der Schwei in Strmen ber die Stirn lief und sein braunes Haar verklebte. Nach ein paar Sekunden reichte er seinem Gegner, die Hand und zog ihn von der Matte hoch. Dann hob er den Kopf und warf mir ein Lcheln zu. Jedenfalls dachte ich, er htte mich angelchelt. Aber Justine winkte ihm so strahlend zu, als htte er sie damit gemeint.

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Naja, wenigstens geht sie mit ihrer Schwche fr Aaron offen um und versucht gar nicht erst zu verbergen, wie sehr er ihr gefllt. Obwohl er mein Freund ist, flirtet sie bei jeder Gelegenheit mit ihm. Aaron lsst sich manchmal auf das Spielchen ein. Ihr wisst schon er albert mit ihr herum und so. Aber ich glaube nicht, dass er ihre Schwrmerei besonders ernst nimmt. Wie ich schon sagte, er hat tatschlich die ganze Zeit, in der es mir so schlecht ging, zu mir gehalten und sich einfach wunderbar benommen. Genau wie meine anderen guten Freunde auch. Wenn sie blo nicht stndig auf Zehenspitzen um mich herumschleichen und jedes Wort auf die Goldwaage legen wrden! Ich wei genau, welcher Gedanke ihnen stndig im Kopf herumgeht, wenn sie mit mir zusammen sind. Sie fragen sich ununterbrochen, ob ich mein Gedchtnis schon wiedergefunden habe. Aber sie trauen sich nicht, es offen auszusprechen. Keiner von ihnen will ber diese Woche im letzten November reden. Oder ber den Unfall. Zumindest meiden sie das Thema, wenn ich dabei bin. Wer wei, vielleicht mchten sie ja auch lieber alles vergessen. Vielleicht glauben meine Freunde, ich wre besser dran als sie, weil sie selber gerne ihre Erinnerungen los wren. Ich finde allerdings nicht, dass ich es leichter habe. All die Fragen, auf die ich keine Antwort finde, machen mich noch ganz verrckt. Was ist damals Schreckliches geschehen? Und warum habe ausgerechnet ich einen Schock bekommen?

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Kapitel 2Als ich mich an Aarons Schulter schmiegte, stieg mir der Duft seines Aftershaves in die Nase khl und herb. Ich mochte diesen Geruch sehr. Dabei hatte ich ihn ausgelacht, als er das Zeug das erste Mal benutzt hatte. Er rasierte sich nmlich nur zweimal die Woche, klatschte sich aber jeden Tag Aftershave ins Gesicht. Doch nach einer Weile begann es mir zu gefallen. Ich hob meinen Kopf und ks